Indiana Tribüne, Volume 24, Number 99, Indianapolis, Marion County, 26 December 1900 — Page 1
Tribüne I 1 -MitX sonntags J Blatt W 10rperfio f l" I T nr rja F SX K W & i 9 g;rsiirc::rt jcdc Nchnijttag im Honnwg Morgens. Jahrgang 24. Jndianapotts, Ind.. Mittwoch, den 26. Tczcmbcr 1900. No. !9
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Der Krieg inSüdasrika Ein Kampf bei Te Aar im Gange. Neunzig Prozeüt der Kaphollauder angeblich zum Aufstand bereit. Sie warten nur auf einen tüch. tiycn luizrer. m Die gemeinschaftliche Note an China Dem Prinzen Chiug übergeben. Die chinesischen Reformer in eine Falle gerathen. üußlan) giebt den Ber. Staaten Recht Sah sie den Claytou Bulwer Bettrag abschaffen wollen. Die Kap - Cairo Telegraphen Linie. Der Krieg in Südafrika. K 2 p st a d t . 26. Dez. Der Eisen:nbahnvertehr zwischen Kapstadt und e ilzi ist wieder herzestellt. Die Nachricht, daß die Äoeren eine Brück; üdlich von DeAar zerstört hätten, war zu einem gewissen Grade inkorekt. jIuz ein größerer Wasser-Durch-aß war gesprengt worden. Zwischen De Aar und Kimberlen laufen die Züt noch in unrezelwäßigen Zwischen äur.ien, der Ausenthalt ist aber eine oUy. von Uebersckwemmungen. London. 26. D?z. Südafrikalische Korrespondent: r.-ehrerer grozer und einflußreich?? Londoner Zeiungen aeben der Ansicht Ausdruck. iaß die britische Position in Südafrika infach unhaltbar geworden ist. Das sammte, weit überwiezende holländiche Beoölkeru7-qz - Esement denkt an :nd ag::irt für die Schaffung eines Sundes der Ver. Saaten von Südifrika . der Äroßbri'znnien nur in rapstadt und Ducban Kohlenstationen inräumen sollte. Durch den Einfall hi Boerentrupoen ermuthigt. befindet ich die holländische Bevölkerung der 'lapkolonie in offenem Aufruhr. Auch hier in London sieht man die üdafrikanische Situation für ernster rn, als jemals seit dem Anfange des IransoaalkrieqeZ und das um so nehr. als die jetzt in Südafrika sieenden britischen Truppen zugeständermaßen überarbeitet. entmutbigt lnd demoralistrt sind. Das Krieg5minist?rium ist vor der )anv nicht im Stand?, auch nur den ünften Theil der KAallerie zu liefern. neLord Kitchener für unerläßlich halt. im der Situation Herr ZU werden und weshalb gebieterisch verlangt. Diesem virklichen Nothstände gegenüber fehlt s den Boeren durchaus nicht an Reitiferden und Gespannen. Die von England und den Kolonien nach SüdAfrika importirten Pferde sind dort zu li'len Tausenden nur deshalb gefallen ind eingegangen, weil sie sich nicht icclimatisirten. Man fragt sich deml?mäß. ob sich ein weiterer Nachschub iberhaupt lohnen würde. Zu Allem kommen gar nicht mehr zu verfehlende oder zu vertuschende MißHelligkeiten zwischen dem schwer komiromittirten Kolonialsekretär Joseph Thamderlain und dem ihm immerhin t.iterstellten südafrikanischen Hochkom--niffär Sir Alfred Milner. an dessen Tüchtigkeit und Ehrlichkeit kein Mensch n ganz England zweifelt. Milner verurtheilt Chamberlain's lersöhnliche Reden vor dem Parlament. als unklug. Er hat es direkt Verweigert. Chamberlain's Vorschläge mrch Proklamationen in der Kapkolosie und im okkupirten Transvaal betonnt zu geben. Er hat frei geäußert. )ah Chamberlain's Taffp" die Si,uation noch viel schwerer verschärft hat, als Kitchener's Reconcentradomo Brandstiftungsmethode. Die Folge dürfte sein, daß Milner lnbeschränkten Urlaub wird nehmen nüssen und daß an seiner Stelle Lord Äoshen als Spezial-Kommissär nach Südafrika geschickt werden wird, um Thamberlain's verspätete Versöhungspolitik durchzuführen. London. 26. Dez. Lord Kitcheer hat. unter'm Datum vom 24. Dezember. von Naauwport aus wie folgt an das Kriegs - Departement telegraphirt : Thorneycrofts berittene Infanterie hat. ohne auf Opposition zu stoßen, Britstown besetzt. Die Voeren zogen sich in nördlicher Richtung, gegen Prißka hin zurück. Es werden Truppen zur Verfolgung nachgeschickt wer den.
Der Korrespondent des Standard" meldet aus Kapstadt, daß die LoyaUsten die Proklamirung des Standrechts tn der ganzen Kapkolonie verlangen, fügt aber hinzu: Ein solcher Sckritt ist jetzt unmöglich, da es an Truppen fehlt, eine solche Mahregel auch mit der nöthigen Strenge durchzuführen." Ein verantwortlicher Kolonist, der kürzlich die Kapkolonie durchreist hat, erklärt, daß neunzig Prozent der Kap' Holländer nur auf das Erscheinen eines tüchtigen Führers warten, um sich zu ergeben. Kapstadt. 26. Dez. In di? Nähe von De Aar finden Kämpfe statt. Einzelheiten sind vorläufig nicht in Erfahrung zu bringen. Zweihundert Boeren haben alle Vorräthc. die sie in Britstown fanden, mit Beschlag belegt und sind dann wieder abgezogen. Das Verhalten des Ver. Staaten Senats. St. Petersburg. 26. Dezbr. Die Novoe Wremya" beschäftigt sich heute nrit den Ausfallen der britischen Presse gegen den Ver. Staaten Senat, wegen dessen in der Geschicks einzig dastehenden Versuchs, den ClaytonLulwer - Vertrag aufzuheben." Die Zeitung sagt unter Anderem : Der Fall ist ktin so ungewöhnlicher. Die Verhältnisse haben sich geändert und der Vertrag muß den veränderten Verhältnissen angepaßt werden. Rußland hat einen guten Präzeocnzfall geschaffen, indem es im Jahre 1670 ganz einfach und bündig erklärte, daß es sich nicht weiter an den Vertrag und an das Versprechen gebunden halte, keine Kriegsflotte auf dem Schioarzen Meer zu Unterbalten' Die ..Börsen Zeitung" sagt : Nußland freut sich über den diplomatischen Siez, den die Ver. Staaten über England errungen haben. Da westliche Europa hat ut deshalb etwas an der Monroe Doktrin auszusetzen, weil sie überall Gebiet erwerben will. Rußland, das mit Amerika svmpathisirte. seitdem es seine Unabhängigleit erlangt hat. das seine Besitzungen in Amerika aufgegeben hat. hat nichts gegen die Monroe Doktrin einzuwenden, und die alten Sympathien haben sich in China zu einer warmen Freundschaft heran gebildet." Die Schulden des Herzogs von Manchester. L o n d o n. 26. Dez. Mit der Be. zahlung der Schulden des Herzogs von Manchester hat es noch seine liebe Roth. Seit einiger Zeit sind Unterhandlungen im Gange, die auf die Aufhebung des Bankerottoerfahrcns hinzielen. Die persönlichen Schulden des Herzogs be laufer, sich auf 115,825. Von dieser Summe haben Geldverleiher an Kapital und Zinsen $95,000 zu fordern. Den Rest schuldet der Herzog anSchneider. Pferdehändler, Juweliere und ander? Geschäftsleute. Herr Zimmerman. der Schwiegeroater des Herzogs, ist Willens, die letzteren Beträge in Voll zu bezahlen, er hat aber von den Geldverleihern, die unmäßig hohe Zinsen berechnen, verlangt, daß sie einen Tleil ihrer Forderungen nachlassen. Bis jetzt haben sie sich geweigert, dies zu thun. . , Die Kosten des Bankerott - Versahrens belaufen sich auf $350, die Herr Zimmerman auch noch außerhalb der oben angeführten Summe zu bezahlen haben wird. Opfer der Beulenpest. C a l c u t t a, 26. Dez. Lord Curzon of Kedleston, der Vizekönig von Indien, sagte am Dienstag in einer Rede daß seit dem ersten Auftreten der Beulenpest im Jahre 1898 im Staate Mysore allein 25,000 Personen der Seuche erlegen seien. Wieoer eine Revolution in Venezuela. Caracas. Venezuela. 25. Dez. Celestino Peraza hat eine Rebellion in Lezema. in dem im Innern des Landes gelegenen Staate Miranda proklamirt. Er hat eine recht ansehnlicheZahl Truppen um sich versammelt und es sind Regierungstruppen gegen ihn abgeschickt worden. Peraza war einer der fähigsten Generäle des Präsidenten Andrade. er unterstützte aber die Reoolution, an deren Spitze der General Cvprtano Castro stand, und dieser Unterstützung verdankte $s Castro hauptsächlich, daß er schließlich Präsident wurde. Für seine Dienste wurde er von dem Präsidenten Castro zum Generalsekretär in seinem Kabinet ernannt. Während der Operationen gegen den General Hernandez. der nach Castro's Regierungsantritt eine Revolution begönn, war er Stabschef für den General Luciano Mendoza. und während dieser Kampagne rottete er ton General Navitado Mendoza. den Bruder des Kommandeurs. Die patriotischen Neu S e e l ä n d e r. Wellington. N. S.. 26. Dez. Die Regierung hat den Gouverneur er
sucht, den Kolonml - Sekretär, Herrn Joseph Chamberlain. zu benachrichtigen. daß Neu Seeland nicht nur fern Truppen - Kontingent in Südafrika auf der ursvrünglichen Stärke erhalten wolle, und desbalb sofort ErsatzMannschaften nachschicken werde, sondern. daß die Kolonie auch ein weiteres berittenes Korps nach Südafrika schicken wolle. Die Note an China. Peking. 26. Dez. Die gemeinschaftliche Not? der Mächte wurde am Montag dem Prinzen Ching als Vertreter Chinas übergeben. Li Hung Chang. der sich von seinem Unwohlsein noch nicht erholt hat. war nicht im Stande, der Versammlung der Minister beizuwohnen, und sein Beglaubigungsschreiben wurde von dem Prinzen Ching den Gesandten übergeben.
Die Note wurde dem Prmien von dem spanischen Gesandten. Senor R. 5. D. Coloaan. als dem Doyen des , diplomatischen Korps, übergeben. Der Prinz erklärte, den Inhalt sofort an , den Kaiser berichten und die Antwort. ! nach ihrem Eintreffen unverzüglich den Gesandten mittheilen zu wollen. Ee -üqte hinzu, daß der Hof bereit sei, orompt zu antworten, da anz China Frieden wünsche. Ein Verbrüderungsfest. St. Petersburg. 26. Dezbr. Der Prinz von Oldenburg. Präsident des Regierungs - Temperenz - Kommittees. eröffnet? am Dienstag Mittag )en Volks - Palast. Nach den Einwei- ' yungs-Feierlichkeiten speisten der Prinz and zwanzig andere höbe Offiziere, darunter die kommandirenden Genecäle. viele Adelige mit ihren Damen ' ino hohe Staatsbeamte in dem Palast, gemeinschaftlich mit Bauern und den Familien von Arbeitern. Die Kap-Cairo Telegra phen-Linie. London. 26. Dez. Einer Depesche aus Durban zufolge ist die KapTairo Telegraphen-Linie jetzt bis zu nnem Punkt 50 Meilen nördlich von : Kasanqa und 100 Meilen jenseits des ,'üoüchen Endes des Tanganyika Sees n Betrieb. China g'dt nach. London. 26. Dez. Dem Standard" wird unterm 24. Dezember aus Shanghai telegraphirt: Die Regie- ; cung hat die Prinzen Tuan und ; Thaung an der Grenze der Provinzen Shan Si und Shen Si verhaften lassen. Au Hstcn hat Befehl erhalten, so fort nach Sian Fu zurückzukehren, wie man glaubt, um sich hinrichten zu st7Tren T s i n . 26. Dez. Eine hundert Mann starke französische TruppenAbtheilung, die am 20. Dezember nach dem 20 Meilen westlich a-'segenen Hung Tsu abging, um d)rt befindliche Wasfenvorräthe zu tonsisziren, wurde beim Ucberschreitcn eines zugefrorenen Flüßchens von den Boxern angegriffen. Ein Leutnant wurde dabei getödtet und ein anderer Offizier verwundet. Der Ort wurde von oen Franzosen niedergebrannt. Vancouvre, 26. Dez. Nachrichten von einem furchtbaren Massacre der Reformer und der Hinrichtung von 21 ihrer Führer sind soeben aus China ' eingetroffen. Das Rencontre fand in oer Provinz Cichili am Aangtse-Flusse in Centra-China statt und endete mit der Niedermetzelung von 1500 Mann uno der gänzlichen Niederlage der Streitkräfte der Reformer? Die Schlacht fand am 15. Dezember statt und dieBestrevungen der Reformpartei sind, in diesem Landestheile wenigstens, dadurch vorläufig völlig lahmgelegt. Long Tom. der Führer der Reformer, begab sich an der Spitze von 12. 000 Bewaffneten zu Ching Hi Tung. dem Gouverneur des Distriktes, welcher. obwohl ein kaiserlicher Beamter, voch für ein Freund der Reformer gehalten wurde. Auf Einladung des letzteren zogen die Reformer in die Stadt ein, ließen aber ihre Waffen, mit Ausnahme der Revolver, vor den Mauern der Stadt. Bei einer Besprechung mit dem Gouverneur kam es zu Streitigkeiten und Chang Hi Tung lieh 27 Führer der Reformer verhaften und im Hofe des Palastes köpfen. Hierauf warfen sich die 5000 Mann kaiser- ' licher Truppen, welche in der Stadt verborgen waren, auf die waffenlosen Reformer, die sich indessen mit ihren Revolvern energisch vertheidigten und , schließlich mit ihren Verwundeten aus der Stadt gelangten, jedoch 1500Todte , in den Straßen derselben zurückließen. Politische Verhaftungen I in Polen. W i e n . 26. Dez. Einer Depesche aus Warschau zufolge sind dort 52 Polen auf die Anklage hin verhaftet worden, an einer politischen Verschwörung betheiligt gewesen zu sein.
Inland' Depeschen. Aic Weihnachts-Ieier. Bielc Tausend Arme in verschiedenen Städten gespeist. Rassenkrie in Judiann. Erinnerungen au den Goebel-Mord Eine Schachtel mit Patronen , In der Auditore-Office in Franksort, Äy., gcjundc?.
Riin mörderischer Iudiancr. Wcttcrco über den Cudahy-Fall. Mysteriöser Mord in -avannah, Mo. Der Riivder-T'rusl streckt seine Arme au. Die Weihnachtsfeier. Washington, D. C.. 26. Tez. ; Die Weibnach:sfeier war yier eine sehr ruhige. Im Weißen Haus speisten der Präsident MeKinley und seine Gemablin allein und sie brachten auch einen großen Theil des Tages zusammen in ' ihren Gemächern zu. Am Nachmittag sprachen einige persönlicheFreunde vor. sie blieben aber nur kurze Zeit. Die Regierungs-Departements waren geschlössen und die Straßen waren bis zum Abend fast ganz menschenleer. New Y o r k . 25. Dez. Tausende von würdigen Armen wurden heute in New Aork von den verschiedenen Wohl thatlgkeits-Gesellschaften gespeist. Der große Madison Sauare Garden war in einen riesigen Speisesaal umgewandelt worden und dort wurden am ! Abend 25,000 Personen ycn der Heilsarmee gespeist. Die Heilsarmee vertheilte auch am Morgen Körbe mit Eßwaaren an alle ! Familien, die Tickets dafür besaßen. Diese Tickets wurden in der letzten Woche von allen religiösen Denominationen an Leute vertheilt, die hilfsbedürftig erschienen. Der Staats-Senator Timothy D. ! Sullivan speiste am Bowery 5000 ' Personen. Frank Tilsord 500 Zei- ; tungsjungen in der Lyric Hall, die ; Thomas Reynolds demokratische Asso- ' ciation speiste IMPersonen und Frau ! Howard Gould 500 Kinder. In allen Wohlthätigkeits- und Korrektionsani stalten erhielten außerdem die Insassen ein substantielles Weihnachts-Essen. C U v t a n d , O, 26. Dez. Die Heilsarmee speiste am Dienstag in der Waffenhalle der Gray's in hissiger Stadt 1500 arme Leute. Es waren 25 lange Tische aufgestellt worden, die mit Papier bedeckt waren. Die Speisen wurden auf Blechtellern servirt. Eine starke Polizeiabtheilung war amPlatze. um die Männer und Knaben in Ord nung zu !)alten. Senator Hanna, der ein großer Freund der Heilsarmee ist. war an- : wesend und hielt eine kleine Ansprache an die Versammelten. Für die Speisung der Leute waren verwendet worden: 2500 Pfund TrutHühner. 2000 Pfund Hühner, 1200 Pfund Schweinefleisch. 75 Bushels Kartoffeln, 1600 Laibe Brod, 750 Krautkövfe, 500 Gallonen Kaffee un5 800 Mince-Pies". Es wurden während des Tages auch 800 Körbe mit Eßwaaren an arme Famitten geschickt. Wahrscheinlich ein Gift m o r d . New H a v e n , Conn., 26. Dez. Coroner Mix hat den Magen des Bremsers William Rathbun untersuchen lassen, welcher nach dem Genuß von Kaffee aus dem Kessel seines Kostgängers und Kollegen Hart unter qualvollen Schmerzen starb. Er ist überzeugt, daß Rathbun das Opfer eines Mordanschlages war, das möglicher- : weise gegen Hart gerichtet war. dessen : Kaffee das Gift enthielt. Die Polizei hat die Vergangenheit , der Frau Rathbun nachgesehen. Vor ! sechs Jahren starb ihr neun Jahre al ! ter Sohn Charley plötzlich an einer ! Vergiftung. Der Coroner fand den i Magen voller Arsenik, seine Mutter j aber machte geltend, daß der Junge eij nen Apfel gegessen habe, der in einem ; Aschebehälter in einem Haufen Ratten- ! gift gelegen habe. Diese Erklärung ward damals arzeptin. Die Frau bewegte sich viel in Hart's Gesellschaft, doch sollen die Beiden kürzlich sich gezankt haben. Der der aiftete ttattee war in Hart' Kessel.
doch scrimeclte lym oer Stoss rncht geheuer, und er gab ihn dem Rathbun zum Kosten. Dieser trank das gackze Quantum und starb. Hart kam da von. Der Rubber - Trust streckt seine Arme aus. M i s h a w k a . Ind.. 26. Dez. Die U. S. Rubber Company, der große oftliche Trust der fast die g .nze Gummi-Schuh-Jndustrie in diesem Lande kontrollirt. hat sich schriftlich erboten, die Mishawka Rubber Boot & Shoe Co. für $3.000.000 aufzukaufen. Es ist dies dreimal so viel, als die Fabrik werth ist. Die hiesige Kompagnie ist der formidabelste Konkurrent, den der Rb-ber-Trust noch in diesem Lande hat. und es ist dies schon das dritte Mal in. drei Jahren, daß der Trust sich erboten hat, die Fabrik aufzukaufen. Das jetzige Angebot ist um $500.000 höher als das letzte. Herr M. V. Beiger, der Präsident der hiesigen Kompagnie, sagte, daß auch das letzte Angebot zurückgewiesen werden würde. Frank H. Morris zur letzten Ruhe gebettet. C l e v c l a n d . O.. 26. Dez. Die Leiche des in Washington D. C.. ermordeten Auditeurs im Kriegsdepartement. Frank H. Morris, wurde am Sonntag hierhergebracht und nach einer kurzen Todtenfeier in einer Grus im Lateview Friedhofe beigesetzt. Die Wittwe und dcr Sohn Morris' hatten die Leiche von Washington aus hierher begleit. Washington, D. C.. 26. Dez. Samuel McDonald, der Mörder des Auditeurs Morris im Kriegsdepartement, hat eine gute Nacht verbracht und es scheint Aussicht vorhanden, daß er mit dem Leben davonkommen wird. Geistlichen Zuspruch weift der Mann mit aller Energie zurück, und als gestern ein Geistlicher darauf bestand, zu ihm ,;u sprechen, rief er entrüstet aus: Laßt mir die Priester vom Leibe. Sie öden mich an. Ich glaube nicht an ihre Ammenmärchen von Himmel und
Fest in der Ueberzeugung, daß mit dem -tzeb-n. alle Eriftenz endet, fürchtet MacDonalo letzt, daß der ersehnte Tod nickt kommen wird. Frank H. Morris, der Ermordete, war, im Gegensatz zu MacDonald, ein eifriger Kirchengänger, aber der rasche Tod raubte ihm die Gelegenheit, sich dafür vorzubereiten, was sein Mörder verschmäht. Die. trotz des vorsichtig geplanten Mordes, allgemein für MacDonald ausgedrückte Sympathie ist ei ne bemertenswerthe Phase des Falles. Der Gefangene hat viele Freunde in Washington, in allen Lcbensstufen. von kleinen Beamten oiö zu reichen Ge fchäftsleuten. Er war wegen seiner stets guten Laune betannt. aber seine Freunde wollen im letzten Jahre eine sehr auffallende Aenderung an ihm bemerkt haben. , In oen wenigen Tagen. in denen im Februar seine Bücher reoidirt wurden." ertlärt . C. Andrews, der neben MacDonald in dem Zabl'naS-Bureau bti Kriegsdevartem?n:6 gearbeitet, ..alterte MacDonald um Jahre. Er war ungeheuer stolz und betrachtete die Revision als eine unverzeihliche Belcioigunz seiner perfön lieben Ehre." T i e Cudaby-Entführung. Omaha. Neb.. 26. Dez. In eine? Scheune bei Pacific Junction. Iowa, zwanzig Meilen südlich von hier uno auf der anderen Seite des Flusses gclegen, wurde ein Pony entdeckt, auf das die Beschreibung des Thieres paßt, das von einem der Männer geritten wurde, die den jungen Cudahy entführt hatten. Es war offenbar von einem Agenten oder Mitschuldigen der Flüchtlinge dort gelassen worden. Der Sattel wurde in einer benachbarten Scheune gefunden und in dem Schuppen, in dem das Pony sich befand, wurden auch ein Paar Hosen gefunden. Das Pferd wird sofort nach Omaha gebracht werden und man glaubt, daß es viel zur Jdentifizirung der Räuber beitragen wird. Herr Cudahy hat am Montag zwei Briefe erhalten, die Eloise T." unterzeichnet waren und in denen Herrn Cuhady mitgetheilt wird, daß die Räuber sich nicht in Omaha aufhielten und die Beh-den eine ganz falsche Spur verfolgren. Diese Briefe sind auf Briefbögen vom Windsor Hotel in Omaha geschrieben, waren aber in Cincinnati auf die Post gegeben worden. Herr Cudahy ist der Ansicht, daß die Briefe geschrieben wurden, um die Behörden von der richtigen Spur abzulenken, und er erklärt, daß ihnen keine Beachtung geschenkt werden würde. Wichtig inVerbindung mit dem Goebel-Mord. Frankfort. Ky.. 26. Dez. Einer der Clerks in der Office des Staats-Auditeurs fand am Montag, als er in dem Gewöl. nach einjyen a
ten Dokumenten juchte. eine Schachtel, die acht Metall-Hülsen-Patronen mit rauchlosem Pulver. No. 3855. enthielt. Die Kugeln in den Patronen sind genau dieselben wie die aus dem Hackberry-Baum im Kapitolgarten ge schnittene. von der man annimmt, daß sie den Körper d.'S Gouverneurs Goebel durchbohrt hat. Diese Entdeckung ist von großer Wichtigkeit wenn man in Erwägung zieht, daß Henry Joutsey. der im Okto der schuldig befunden wurde, an der Ermordung Goebel's betheiligt gewesen zu sein, ein Clerk in der Auditors-Of fice war und Zugang zu dem Gewölbe hatte, in dem die Patronen gefunden wurden, und daß George Barnes, ein anderer Clerk in der Auditors-Office. vor Gericht aussagte, Koutsey mit einer Schachtel mit Patronen gesehen zu haben. Ermordet. St. Joseph. Mo.. 26. Dez. Frank Rlchardson, ein reicher Geschäftsmann von hier und Savannah, Mo., wurde am Montag Abend um 9 Uhr in seiner Wohnung in Savannah ermordet. Es stellt sich nun heraus, daß ein Fremder Richardson nach seiner Wohnung gefolgt war und ihm dort eine Kugel in den Hinterkopf schoß. Die Beiden hatten sich vorher gezankt und Frau Richarden hone oen $??moru sagen : Nun, ist es soweit gekommen?" Im nächsten Augenblick hörte sie einen Revoloerschuß und ihr Garte betrat das Haus, brach aber gleich todt zusammen. Der Ermordete war ein Brudsr von John D. Richardson, General-Be-tricbsleiter des Biscuit-Trust. und selbst ein Aktionär in dem Trust. Selbstmord. N c w Y o r k . 26. Dez. Albrecht Rciber, ein Mann, der angeklagt ist. ei nen Nothzuchtsversuch gemacht zu haben, hat in seiner Zelle in der PolizeiStation an der 20. Straße Selbstmord begangen, indem er sich mit feinem Ts schcntuch an dem Gitter der Zelle ausknüpfte. B l u t d ü r st i g e Rothhaut. M i s k o g e e. Ind. Terr.. 26. Dez. John Tiger, ein Vollblut-Jndianr v und Fohrmann auf dem ArkansasFlusse, zwei Mellen unterhalb von Enfanla. ging heute mit seiner Frau nach letzterem Platze und drohte in der Trunkenheit den ihn begegnenden L. B. Rober zu tödten. Letzterer schlug, ohne ein Wort zu sagen, den Indianer mit einem Brett nieder, worauf dieser nach seinem Wagen zurücklief und ein Minchester Gelvehr holte, un Rober zu tödten. Da er bei seiner Rückkehr ihn nicht mehr vorfand, schoß e. in blinder Wuth auf eden los. der ihm begegnete und tödtetc Jcssie Back. Dave Porter, einen Neffen des Häuptlings Porter, sowie einen Durchreisenden NcMens Johnson, der in einem Wagen mit seiner Familie auf dem Wege nach Mis souri war. und verwundete Pond Tay: lor tödtlich. Tiger versuchte dann zu entfliehen und als er von feinen Verfolgern nahezu eingeholt wurde, spranp er hinter einen Baum und eröffnete ein heftiges Feuer, wurde aber selbst von dem Hilfsmarschall Johnson durch den Arm geschossen und darauf dingfest gemacht. Er wurde nach Enfanla ins Gefängniß gebracht, wo man es fül nöthig fand, seinen Arm zu amputiren. S e l b st m o r v. Philadelphia, Pa., 26. Dez. W. Jrvine Shaw, der drei Jahre lang Ver. St. Konsul in Barranquilla, Colombia. war und kürzlich zum Vet. St. General-Konsul in Singapore ernannt wurde, hat am Dienstag in nein hiesigen Hotel Selbstmord began aen. Er warS8 Jahre alt. Krankheit scheint ihn um den Berstand gebracht zu haben.
elegraphische Notizen. Aus dem Geschäft der Kesvohl Mohrenstecher Kompagnie in Quincy. Jllö.. stahlen Einbrecher in der Nach! zum Dienstag 95 Stück Seide im Werthe von $4000. Der Gouverneur Smitj von Maryland hat etwas von einem Spaßvogel an sich. Am Centennial tage in Washington frühstückten der schiedene Gouverneure im Weißen Hause" ; unter den Gerichten der Tafel war auch Terrapin-Stew. Die gelben Eier der Schildkröte, welche wie groß Hagebutten aussehen, sind schon Manchem räthselhaft vorgekommen. Als ein westlicher Gouverneur, der nebe Smith saß. die Eier erblickte, fragte er: Gouverneur, was sind denn das für Dinger?" Der Marylander antwortete: ..Gebratene Klapperschlangen Eier. Excellenz." Na. da muß ich ja wohl Probiren." sagte nun der Mann der Gebjrge. und in weniger als 11 Minuten hatte er ein Dutzend verschluckt. Dann aber wurde er bleich im Gesicht und verschwand plötzlich von der Bildfläche.
