Indiana Tribüne, Volume 24, Number 97, Indianapolis, Marion County, 23 December 1900 — Page 6

Jndiann Tribüne, Sonntag, 23. December J900.

Tas Grübchen im Kinn.

Alle Gelehrten sind darüber einig. Grudchen in Krnn und Wanqen Hilden eine besondere Spezialität der Lveiblichen Schönheit. Grübchen in Zdrnn und Wangen finden sich sehr oft bei dem weiblichen Geschlechte. Sie ttmmtn wohl auch hie und da bei Mannern vor. aber doch viel, viel feltemx, urfd dann berühren sie wie etwas Fremdes. Tie Natur hat sie zu Chaukterzügen 'der weiblichen Schönheit gemacht, wie etwa 'die besonders zarte Haut der Wangen, durch die das Blut durchschimmert, oder die kleine Hand oder die Rundung der Arme oder die anmuthigen Linien der Schultern. Es -ist etwas spezifisch Weibisches, ein Stück von dem, was weibliche Schönheit ausmacht. Man findet übrigens die Spezialität der Grübchen in Kinn und Wangen auch bei der weiblichen Schönheit nicht immer gleich 'häufig, die weiblichen Vorzüge vertheilen sich ben verschiedenartig bei verschiedenen Wölkern. Tie großen, schwarzen Auen fmdet man vornehmlich im Süden, die weiße Sammrhaut am häufigPen bei den Nordländerinnen vor. Die Ueppigkeit ist im Orient heimisch, die zierlichen FUigran-Figürchen un0 pikanten Naschen liefert wohl kein Land der Welt so zahlreich wie Frankich. Man spricht nicht umsonst von einem r'ömisltm Kopfe und griechischen Formen, man verbindet bestimmte Vorstellungen der Schönheit damit, die Man nach ihrer Heimath benennt. Grübchen in Kinn und Wangen finden sich ja. dem Himmel sei Dank, iei schönen Frauen überall in der Welt, wenn auch nur in vereinzelten Exemplaren. Aber auch diese weiblichen Vorzüge haben ihren Himmels--srrich, wo sie besonders gedeihen. Sie kommen namentlich bei den Oesterreixhermnen vor. bei den Oesterreicherinzien ober und unter der Enns. bei den Kärntnerinnen und Tirglerinnen. So siele schelmische Grübchen in Kinn und Wangen wie hier, finden sich nirgends a der Welt. Man stellt sich eine Aelplerin beispielsweise gar nicht anders sls mit diesen Abzeichen der Schönheit Vor, und auch von "der Vorstellung einet schönen Wienerin find sie beinahe unzertrennlich. Es wäre ünde, zu dehaupten. daß man Grübchen in Kinn und Wangen nicht auch bei der einen jobtx anderen schönen Venezianerin an--treffe, aber eigentlich sind sie bei sol'chen sehr selten, der Typus italienischer und speziell Venediger Schönheit ist m ganz anderer, zu dem diese Merkmale gar nickt gehören. Welches ist das anatomische GeHeimniß dieser Schönbeitszeicren. der Grübchen in Kinn und Wangen? Die Schönheit des Frauenantlitzes hat neh? als ein anatomisches Geheimniß, fcem es nachzuspüren verlohnte, und auch die Grübchen in Kinn und Wangen haben ein solches. Diese letzteren sirtd ein besonderes, zierl'cches Tetail us der Ausdrucksfähigkeit der GeWtszüge. die nach allen anatomischen Feststellungen beim Weibe im Allgemeinen viel größer ist als beim Manne. Die Ausdrucksfähigkeit der Züge ist bedingt durch die Anordnung der Gechtsmuskeln. die ganz extrafeine Gesellen sind. ie unterscheiden sich nämlich von den übrigen Muskeln des menschlichen Körpers vadurch, daß sie ouch untereinander in der tomplizirteften Weise verbunden sind, und bei den verschicoenften willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen das hervordringen, was man Ausdruck nennt. Im Geiichte malt sich der Ausdruck des Schreckens, des Schmerzes, des Jammers. der Verzweiflung, der Freude, 'des Spottes, des Hohns, der SchelmeTM. bti Uebermutbs und aller anderen so zahlreichen Empfindungen, deren toex Mensch fähig ist. Es gibt dagegen cuttere sehr breite Körpertheile des Menscben. auf denen sich gar nichts moa oiesen Empfindungen malt, obgtoer diese Körpcrtheile 311113 e7.tschieDen viel mehr Muskeln besitzen als das Gesicht. Die Ursache des Unterschiedes liegt nur darin, daß die Muskeln des Oesickts auch unter einander sehr umGaffend verbunden sind und dank der Durch die Nerven hergestellten elektrifchen Verbindungen mit dem Gehirn jede Empfindung der Seele im Antlitze enau auszudrücken vermögen. Diese Ausdrucksfähigkeit der GeZichtszüge ist nun im Allgemeinen bei Dem Weibe viel größer als beim Mane. Es ist nichts Anderes wie ein Reiz, -den die Natur unter anderen Aeizen dem Weibe gegeben, indem sie Die Verbindung der Gesichtsmusteln unter einander weit mehr entwickelte cli beim Manne. Äas reizende Ding. bas Grübchen in. Kinn und Wangen bilden, entwiseit sich nun nur unter besonderen Bedingungen. Es gehört Jugeno dazu mit der strammen Haut des Gesichts, uns wenn diese, wie es mit der Zeit geschieht, schlaff wird, so ist auch das i&fot der neckischen Grübchen gekomtuen. Auch die Verfettung des Gesichts ist das Grab der Grübchen was tfyan auch schöne Frauen nicht in unsexen Tagen, um magerer zu werden, die Schlankheit d.:r Taille, die Grübchen hm. Gesichte nicht zu verlieren! Sie turnen, schwimmen, fechten, radeln, enthalten sich der Mehlspeisen oder mchen zu rhr?r ausschließlichen NahTung viele Wochen, ja Monate lang, ltgebackene, beinahe fteinharte Semsein, zu welchen der innere Mensch blos mit Rothwein. aber beileibe nicht rnit Zuckerwaner, Limonaden uno Chokoladen befeuchtet werben darf. Im vergangenen Jahre erschien eine artige Heilkünstlerin in Paris, eirne schwedische Aerztin. die allen Taneu versprach, auch den zentnerschwenen, sie durch ein neues System mager zu machen. Das System bestand im Springen. In den Ordinarionsräutptu deS weiblichen Doktors waren all

Fußböden mit Matratzen belegt, und hier mußten die Patientinnen springen. Es ist kaum zu glauben, welche Variationen die Prophetin der neuen Methode in das Springen brachte: es gab Luftsprünge. Distanzsprünge, Sprünge über Hindernisse aller Art, und zuhause mußten die Uebungen fortgesetzt werden, und eine Unzahl von Pariserinnen sprang monatelang den ganzen Tag. und .wenn die entschwundenen Grübchen in den Wangen und im Kinn nicht wiederkamen, so war weder Ausdauer der Damen, noch ihre mingelnde Fähigkeit im Springen schuld daran. Tie Hauptsache für die erfindungsreiche Schwedin war, daß die Damen auch die Goldstücke springen ließen. Das ist denn auch geschehen, wenigstens durch eine Saison, und das Merkwürdige ist, daß Einer doch auch fett dabei wurde, nämlich der Beutel der Aerztin. Aber was thut man nicht für die Schönheit, namentlich für die Schönheit mit dem Grübchen im Kinn, die nur so viel Fett verträgt, als zur anmuthigen Abrundung des Gesichts nochwendig tst. Vielleicht gedeiht diese Art Schönheit auch darum am besten in den Ländern, wo das Bergsteigen an der Tagesordnung ist und auch das schwache Geschlecht viel Bewegung in frischer Luft macht. Freilich gehört noch etwas Anderes dazu: die Neigung zum Lächeln, die anqeborene Heiterkeit des Gemüths. Denn nur das Lächeln setzt die kleinen Muskelbündel in Aktion und ruft in das Gesicht schöner Frauen die niedlichen Grübchen. Sie können zauberisch sein, und ein Liedchen ließe sich darauf machen: Ein Grübchen im Kinn, das steckt mir im Sinn ..." In Guam.

Zu den furchtbarsten Naturerscheinungen, welche unser Land von Zeit zn Zeit heimsuchen, gehören die Cyklons und Tod und Verderben bezeichnen gewöhnlich ihren Weg: aber an lernentarer Gewalt werden diese Wirbelstürme noch von den im chinesischen Meere heimischen Taifunen übertroffen. Seitdem Onkel Sam im fernen Orient sein Banner entfaltet hat, nrirt auch seine Domäne von diesen Taifunen heimgesucht, wie dies jüngst in Guam und auf dem angrenzenden Meere der Fall war. Guam ist eine Insel von 32 Meilen Länge und 12 Meilen Breite. die mit den Philippinen in unseren Besitz gelangte. Fern von der directen Route Honolulu Manila belegen, hat Guam für uns infofern Werth, als die Insel der Marine eine Basis bereitet, soweit die Philippinen und China in Betracht kommen. Guam hat ca. 8000 Einwohner, welche dem Ladronenstamme der Malayen angehören; die Hauptstadt Aguna zählt 3000 Bewohner, während die übrigen Orte viel Straße in Assan. kleiner sind. Der einzige Hafen ist San Luis d'Apra und auch dieser bietet keinen sicheren Ankerplatz, so daß die Seeschiffe mit dem Lande nur mittels flacher Boote verkehren können. Zahlreiche Riffe umgeben die Insel und erstrecken sich an manchen Stellen meilenweit in das Meer. Auf solch' ein Riff wurde während des letzten Taifuns unser Hilfskreuzer Dosemite" getrieben und das stolze Schiff wurde ein Opfer der Elemente, nachdem glücklicherweise dem Kohlenschisfe Jrstin" die Rettung der aus 173 Köpfen bestehende Bemannung gelungen war. Auch auf der Insel Guam selbst Hai der Taifun ungeheure Verheerungen angerichtet, namentlich in der Hauptstadt Agana und dem benachbarten Auarajan. An 50 Menschenleben sind dem Taifun zum Opfer gefallen und mehrere Dörfer vollständig zerStraße in Sumay. stört worden; da die Häuser der Eingeborenen durchweg leichte Bauwerke aus Bambusrohr sind, kann dies nicht Wunder nehmen. Da der Hafen von San Luis d'Apra voll von Riffen ist. beabsichtigt unser Marine - Departement durch Sprengungen sowie Baggerangen einen guten Ankergrund zu schaffen, so daß unsere im fernen Orient stationirte Kriegsschiffe in Guam eine sichere Qpcrationsbasis finden. Ein Reinfall. Herr (der einer Dame in's Wasier nachgesprungen ist): O weh ich Dummkopf kann ja nicht schwimmen!" Eulalia: Aber ich; ich rette Sie und Sie heirathen mich aus Dankbarkeit, oder ich lasse Sie ertrinken!" K r i t i k e r - B o s h e i t. Erster Kritiker: Der Dramatiker Kritzler hat trotz seines Alters wieder eine ganz imreife Arbeit geschrieben." Zweiter Kritiker: Ja. dem sollte man j statt des Lorbeers Immergrün rei ßen.

Tas Hofmaun-HanS. In unserer denkmalsfrohen Zeit ist es eine gute Abwechslung, wenn einem berühmten Manne nicht immer bloß ein bildnerisches Monument gesetzt wird. Die Teutsche Chemische Gesellschaft. diese größte, über 3000 Mitglicder zählende Vereinigung von Chemikern aller Länder, hat daher gut gethan. das Andenken ihres Mitbegründcrs und verdienstvollen ersten Präsidenten. des unvergeßlichen Professors August Wilhelm von Hofmann (1818 1892), in einer anderen monumentalen Form zu ehren. Sie widmete ihm, unterstützt von Fachgenossen in der ganzen Welt, und namentlich von der deutschen chemischen Industrie, in Berlin ein Haus, das seinen Namen trägt und den Zwecken dient, denen das Leben und Streben des gefeierten Forschers galt. Jüngst ist das HofmannHaus seiner Bestimmung übergeben worden. Das Bauwerk liegt im vornehmen Thiergartenviertel, in der kleinen, lauschigen Sigismundstraße. Die Fassade aus schlesischem Sandstein zeigt die Formen der Frührenaissance in einfacher, schön gegliederter Flächen-

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Hofmann - Haus. behandlung: die beiden Hauptgeschosse, zwischen denen in kleinem Fries die Inschrift Hofmann - Haus" hervortritt, mit flach ausgebauchten Fenstern, die reiches Licht spenden und mit einem altanartigen Auftritt bekrönt sind; oas dritte Geschoß in abweichender FensterOrdnung, belebt durch einen ornamentirten Fries, endlich das mit rothen, unglasirten Ziegeln eingedeckte Giebelstockwerk. In das Haus theilen sich wissenschaftliche und industrielle Organisationen. Die beiden Hauptgeschosse sind das Heim der Deutschen Chemischen Gesellschaft; die zwei obersten, in sich durch eine Treppe verbundenen Stockwerke haben die Berufsgenossenschaft und der Verein zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands inne. Das Erdgeschoß bewohnt die Hausverwaltung. Das erste Geschoß enthält die Geschäftsstelle der Deutschen Chemischen Gesellschaft und die Redaction ibres Hauptorgans. Das zweite Stockwerk umfaßt nach vorn die schönen, in Holz getäfelten, nach den neuesten Erfahrungen eingerichteten Bibliothekräume. In derselben Höhe des Treppenhauses steht in einer Flachnische das in ruhiger Würde aufgefaßte Marmordenkmal A. W. von Hofmanns, der dozierend im Schmucke des Professorentalars erscheint; oberhalb der Nische veranschaulichen geistvolle Reliefs die studirende und experimentirende Chemie. Diese bildnerischen Arbeiten sind ein Werk von Hermann Hidding. Hofmann-Statue. Der größte und wichtigste Raum des Hauses ist der Sitzungssaal. Er erstreckt sich amvhitheatralisch durch die beiden Hauptjwckwerke und wird von der diskret bemalten Oberli htdecke aus durch acht Kronen beleuchtet. Der Saal hat Eichenholztäfelung und 254 bequeme Ledersitze, die sich auf den Mittelraum und eine breite Gallerie auf beiden Seiten vertheilen. Die lichten Wände sollen später mit Bildnissen großer Chemiker geschmückt werden. An der Vorderwand ist eine aufzurollende. 4 Meter große Leinwand für das Skioptikon angebracht. Dort steht auch der große, durch Soffiten beleuchtete Erperimentirtisch. Dahinter liegt das Vorbereitungszimmer, das von einem unteren Laboratorium aus zugänglich ist. Dieses wissenschaftliche Untersuchungs - Laboratorium soll den Beamten der Gesellschaft dienen. Das in seiner Art vollkommene Bauwerk, für dessen Errichtung 600.000 Mark zur Verfügung standen, wird den Stiftern dauernde Freude bereiten und der Chemie selbst hoffentlich eine Quelle reicher Fortentwicklung sein im Geiste A. W. von Hosmanns. Erhat'Sgleich. Prvfef. sor: SU wissen aber schon gar nichts vom Herz. Herr Candidat!" Studio sus: Ich beabsichige auch nur Spe zialist in Leberkrankheiten zu werden !" Vornehm. Baron: Aeh, Källnär. die Speisekarte a schrecklich bürgerlich!-

Platin-Tcheiswerser.

Schon der englische Chemike? Dawy wußte, daß Platin, welches ein mal in Rothgluth steht, darin beharrt, wenn es einem Strom von Kohlenwas-serstoff-Gasen ausgesetzt wird. Um dies zu veranschaulichen, genügt es schon, unter einen dünnen glühenden Platinfaden eine Untertasse mit Benzin zu setzen, welches bei der Verdampfung Gase in dem Grade ausströmt, daß sie den Draht in glühendem Zustand erhalten. Sogar eine blendende Weitzgluth des Platins, wie sie unter anderem bei den ersten Versacken der elektrischen Glühlichtherstellung benutzt Beweglicher Scheinwerfer. wurde, kann man durch den Einfluß von Kohlenwasserstoffgasen erzielen. Indem wir alle früheren Versuche, diese merkwürdige Erscheinung zur Construktion von Beleuchtungsapparaten zu benutzen, übergehen, schildern wir sofort das einfache und sinnreiche Prinzip, dessen sich der Erfinder der in unseren Abbildungen dargestellten Lampen, M. Brenot. zur Erreichung kleiner Zwecke bedient hat. Der Leuchtkörper des Brenotschen Scheinwerfers besteht aus einem je nach der beabsichtigten Leuchtkraft kleineren oder größeren Ball aus P!atingaze. der im Brennpunkt einesyohlspiegels befestigt wird. Ein Behälter mit Petroleum steht durch ein Rohr mi' Hahn in Verbindung mit dem Ball und läßt seine Dämpfe über denselben hinströmen. Da der beste Leuchteffekt längeren Versuchen zufolge dann erreicht wird, wenn die Petroleumdämpfe vor dem Zutritt zum Platinball mit Luft in einem gewissen Verhältniß gemischt werden, so wird entweder aus einem Druckluftbassin oder mit Hilfe eines kleinen Gummipretzapparates, Zu Heilzwecken. wie man sie zu medizinischen Zwecken gebraucht, ein Strom comprimirter Luft in den Petroleumbehälter geblasen, und mit dem zerstäubten Oel zugleich der Lampe zugeführt. Wie unsere Abbildung 2 zeigt, kann der Apparat vorzügliche Dienste bei medizinischen Operationen und Untersuchungen leisten. Aber er wird auch in bedeutend größeren Abmessungen construirt. umhals Scheinwerfer imFreien zu dienen. Bei einer Reflektorgröße von 24 Centimeter Durchmesser erhellt der Scheinwerfer eine Fläche von 40 Quadratmeter noch in 200 Meter Entfernung, und zwar ist das Licht in einer Entfernung von 100 Meter noch stark genug, um dabei lesen zu können. Für militärische Zwecke scheint der Apparat, der leicht zu tragen, bequem zu handhaben und von großer Leuchtkraft ist. ebenso geeignet als in seinen kleinsten Abmessungen für den Chirurgen und Mediziner. Auch leichte und lichtkräftige Radfahrer- und Automobillaternen würden sich mit Hilfe des Brenotschen Scheinwerfers unschwer construiren lassen. Zm 9&iib der Hygiene. Zu da - .migfachen hygienischen Einrichtungen, deren sich die badische Residenz rühmen kann, gesellt sich das nach beinahe vollständigem Umbau vor Kurzem wieder eröffnete städtische Vierordtbad. Neben dem prachtvollen Stadtgarten gelegen, macht der Kuppelbau mit seinen beiden Seitenflügeln und dem schmucken Vorgarten einen vortrefflichen Eindruck. Die innere Ausstattung ist nicht weniger gediegen Vorderansicht. zu nennen. Wir finden in dem Kuppelbau die Kasse nebst dem Warteräum, woran sich rechts die Wannenbäder für Frauen (17 Badezellen erster und zweiter Elassel und links die der Abtheilung für Männer (14 Zellen)? anschließen. Von hier aus gelangen wir in die sämmtlichen Aerzten zur Benutzung zugewiesene Kurabtheilung: hierin sind bei mäßigen Preisen neben ausgedehnter Massage Halb-, Sitz-

und elektrische Wasserbäder zu haben. Auf der Mittelachse des Kuppelraumes südlich sind die Räume für die Heiß luft- und Dampfbäder mit dem Abkühlraum, sowie den elektrischen Lichtbädern. Diese Abtheilungen umfassen nebst den Ruhcräumen zusammen 42 hellen.

Romisch - russisches Bad. 2)k große Schwimmhalle ist hinter den beiden Seitenabtheilungen eingerichtet. Der luftige Raum ist mit Spiegelaewölbe überdeckt, hat ein großes Oberlicht, reichliches Seilenlicht, weist 42 Einzelauskleidezellen auf und besitzt neben den Reinigungsräumen, Fußbädern. Duschen auf der Gallerie gemeinschaftliche Auskleideräume. Das Bassin hat bei 28.70 Meter Länge, 10.70 Meter Breite eine geringste Tiefe von 0.80 Meter, welche allmälig bis 2.80 Meter steigt. Das Wasser hat ständigen Zufluß und kann vorgewärmt werden. An der Rückseite der Anstalt befindet sich der Maschinenraum mit zwei Dampfmaschinen und zwei DynamoMaschinen für Herstellung des elektrischen Lichts, WarmwasserbereitungsApparate und das Kesselhaus, worin drei Kessel von je 80 Quadratmeter Heizfläche untergebracht sind. Die Baderäume sind mit Fayenceplättchen verkleidet. Der Umbau erforderte 706.000 Mark und wurde in baulicher Hinsicht von Stadtbaurath Strieder geleitet, wogegen die Maschineneinrichtung Betriebsdirektor Helck bewirkte. Der alte Kuppelbau ist von Oberbaurath Durm erstellt. Neben mäßigen Badepreisen hat es sich die Stadtverwaltung zur Aufgabe gestellt, durch Einführen von Volks-bade-Abenden die Wohlthaten des Bades weiten Kreisen zugänglich zu machen und dadurch die Erkenntniß von der Nützlichkeit' des Badebesuchs zu wecken. Tie Mode in China. Das chinesische Volk hängt wie kaum ein anderes pietätvoll an den Sitten und Gewohnheiten, die es von der, Vätern ererbt hat. Dennoch giebt es auch in dem hochconservativen, China bei der Frauenwelt eine Mode, deren Wechsel sich allerdings weniger im Scbnitt als im Ausputz und im Besatz der Kleidung zeigt, wobei namentlich inländische Stickereien verwendet werden. deren Schönheit ja weltbekannt ist. So sind gegenwärtig die Aermel sehr lang und auch enger als früher. Auffallender ist schon die Vorliebe für helle Kleider mit schrägem Besatz. Ebenso werden heute selbst die weilen Beinkleider mit reichem Besatz verziert. was allem Anschein nach ehemals nicht der ??all gewesen ist. Bei dem lockeren fall der Kleidung ist eine chinesische Modedame in der angenehmen Lage, ihren gesammtenKleiderschatz in einem, höchstens in zwei kleinen Koffern Vornehme Chinesinnen. unterbringen zu können. So sehr sich indeß im Inneren Chinas die Frauenweit der altehrwürdigen Sitte zu fügen hat, an der Küste beginnen im Verkehr mit der weißen Rasse fast unmerklich bisher streng beobachtete Gewohnheiten und Aeußerlichkeiten auch beim weiblichen Geschlecht zu schwinden. So ist beispielsweise in Hongkong. wenigstens bei den christlichen Chinesinnen, die häßliche Sitte des Fußschnürens im Niedergang begriffen. Die meist seidenen Kleider sind geschmackvoll gearbeitet. Auch in Shanghai unterlassen die Frauen die Verunstaltung der Füßi und : ragen statt der Baumwoll-Gamaschen seidene Strümpfe und europäische Schuhe mit flachen Hacken. Nach Vorschrift. Officiersfrau (deren Mann verreift, ist. zum Burschen): Peter, falls Her-, renbesuch kommen sollte, sagst Du einfach: die gnädigcFrau sei nicht zu sprechen! Wenn dagegen ein Herr mit seiner Gemahlin kommen sollte, läßt Du sie vor!" Bursche (als bald darauf ein Lieutenant erscheint): Nee. nee, Herr Lieutenant! Wenn Sie nicht mit 'ner Dame kommen, dürfen Sie nicht herein!"

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K U N st st ü ck.

Photograph (zu zwei Knaben, die er aufnehmen will): Aber, Kinder, macht doch freundliche Gesichter! Deren Vater (sie ohrfeigend): Ihr Schlingel, wollt Ihr gleich freundlich lächeln! Ausgeschlossen. Fähnrich (das Bild eines Chinesen betrachtend): Aeh. einfach unmöglich, daß Leute mit solchen Schnurrbärten siegen können!" Landstreicher-Humor. Erster Landstreicher: Nanu, Tu hast ja heute ganze Stiefel an?" ZweNcr Landstreicher: Ja, der modcrne Luxus wirft auch in unsere Kreise seine Wellen." Ob's hilft? Wie sich ein vom Storch stark &877 Kesuchter zu wehren versuchte. Vorbereitung. Neuer Diener: Wie befehlen Herr Director. daß ich die Weste schnallen soll?" Director: Das ist aber doch leicht zu merken! Wenn ich nach chlem ' mershausen fahre, dann müssen Sie Alles auf Diner" schnallen!" Ein Schlauer. .Aber. Jean, wie können &k sich unterstehen, mit so schmutzigen Stiefeln ins Zimmer zu kommen? Ich habe Jhnen doch ausdrücklich befohlen, hei Regenwetter Galoschen anzuziehen." Die hab' ich ja auch an, gnädige Frau!" .. 4

Kindliche Auffassung.

Lieschen: Mama! Mutter: Was denn. Kind? Lieschen: Ich lese hier eben in dem Buche: Wenn die Kinder der Sparta ner nicht versprachen, groß und stark zu werden, wurden sie bald nach der Geburt getödtet." , Mutter: Nun ? Lieschen: Mama, wie konnten sie denn das versprechen, wenn sie noch so klein waren. Unter Geschäftsfreunden. Vater (der einem Bewerber eben die Hand seiner Tochter zugesagt hat): Na, was sagen Sie. Meier; so schnell haben Sie lange nicht fünfzigtausenv Tollars verdient! Durch die Blume. Cs hilft Ihnen Alles . mein Fräulein, ob müde oder nicht, mit mir müncn Sie noch einmal herum tanzen. Schön, Herr Doctor! Aber wenn wir wieder bei meiner Mutter vorbei kommen, halten Sie. bitte, an; j:' S ch n a d a h üp f e r l. Wenn an den Wadeln Nix ist zu tadeln. Lernen die Madeln Slantaped 's Radeln. Aha Ist denn euer gnädiges Fräulein schon wieder gesund; man sieht den jitngen Arzt gar nicht mehr zu euch kommen?" Nein, gesund ist sie noch nicht, aber der Herr Doctor hat sich ja anderweit verlobt!" Odie Kinder! Herr lauf dem Lande, zu einem 8jährigen Bübchen): Also dem Professor Flacker gehörst Du?! Das ist ja prachtvoll! . . . Du scheinst es nicht einmal zu wissen, daß Dein Papa 'der gelehrteste Mann der Mlt ist?!" Hänschen: Nein, das weiß ich nicht. Ich bin ja immer zu Hause mit tem Papa und zu Hause rnuu jfruyis vuwi ii.ja . ,

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