Indiana Tribüne, Volume 24, Number 95, Indianapolis, Marion County, 21 December 1900 — Page 1
Änviann 03rsaieitt fcfccit Itatljiitttraf? mtb otttttag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Znö.. Zreitag, den 21. Dezember 1900, No. 95
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Ausland Depeschen
MWinMttlcka. m Die Boeren rücken in der Kap-Kolonie vor. Die SevöiKerttttg zum Aufstand bereit. on Kapstadt werden Truppe nach Norden geschickt. Major Ettiguet iu Variö ver yastet. Zin Nach'ipiel zum DrcyfuS-Prozeß. Die Lage in Südafrika. L o n d o n , 21. Dez. Lord Kitchener bleibt immer noch still in Bezug auf die Invasion der Kap-Kolonie und seine Depeschen geben nicht die geringste Hinsicht in die Lage, und dies hat zur Folge, daß man ernstliche Befürchtungen yegt. Man kann nicht recht glauden. daß die Boeren, die in die KapKolonie eingedrungen, zahlreich genug sind, um der Regierung große Berlezenheiten zu bereiten. Der Zweck der Invasion ist ersichtlich oe:, die Holländer in der Kap-Kolonie mm Aufstand zu verleiten und dadurch oie Boerenheere zu verstärken. Zweifellos ist die Unzufriedenheit in den lördlichen Grenzdistrikien groß und die Joeren werden et: den Bewohnern derselben mindestens freundliche Aufnahn: finden, wenn es selbst nicht gelingen sollte, eine allgemeine Sa?ilderheoung zerbeizuführen. Eins oer Boeren-Kommandos be,'ir.oe: sich in der Jfäbe von Alival )Zo!l'. wo die Unzufriedenheit unter den Holländern in der Kap-Kolonie am protzten ist. Wenn es gelingen sollte, ?ie Gegend wieder in Aufruhr zu brinyn, dann dürften die britischen Trup)tn, die sich in jenem Theil der Kolonie befinden, keineswegs genügen, um den Äufstand niederzuhalten. Alle Privatrachrichten stellen die Lage al eine gejährliche dar. K a p st a d t , 21. Dez. Die Briten erlitten in einem Gefechte bei Rourville, 90 Meilen nördlich von Alimal North. 'ine weitere amtlich noch nickt gemeldete Schlappe. Sie verloren 11 Todte. 13 Berwundete und 48 Gefangene. Die Invasion der Kap Kolonie wird mmer ernster. Die Boeren sollen (Solesburg wieder besetzt haben, wo sie bor der Ankunft des Generals Roberts den General French so lange im Schach gehalten hatten. In hiesiger Stadt herrscht die größte Unruhe. Am Mittvoch sind tausend Mann Trupven nach oern Norden abgeschickt worden. Johannesburg. 21. Dez. Bei 'iner Bahnkatastrophe auf einer ZweigÄahn der Delagoa-(5isenbahn. die von ftap Mulden nach Barberton führt. wurden mehrere Bahnbeamte getödtet .nö verschiedene andere verwundet. Details fehlen. Man glaubt aber, daß Zoerentruppen die Geleise zerstört hatten. London. 21. Dez. Eine SpezialDepesche aus Johannesburg, vom 19. Dezember daiirt, sagt, daß am Mittwoch Morgen starkes Gcschützfeuer aus der Richtung von Krügersdorp vernommen wurde. Die folgende Depesche ist von General Kitchener. Pretoria, den 19. Dezembtx datirt. im Kriegsdepartement eingetroffen: Eine Boeren-Abtheilung. 500 bis 500 Mann stark, hat den Oranjefluh bei Rhenoster Hock überschritten, und ?ine zweite Abtheilung soll bei Land Drift über den Fluh gegangen sein. ICH habe eine größere Abtheilung Kaoallerie und berittene Infanterie abgeschickt, um sie zu umzingeln. Die Boeren von Rhenoster Hock werden von Venterstadt aus verfolgt. Sie marschiren auf Steynburg zu. " Alle wichtigen Punkte an der Eisenbahn werden gut bewacht. Ich hoffe, der Feind wird bald wieder nach dem Norden getrieben werden." Bl o e m f o n t e i n. 19. Dez. General De Wet hatte 6000 Mann und 18.000 Pferde beisammen, als er Dewetsdorp einnahm. So behauptet ein dort in die Gefangenschaft der Boeren gerathener Engländer. Der Boerenkommandeur erklärte darnals. daß er sich unter keiner Beoinqung ergeben würde, wenn nicht alle seine Leute, die Kapholländer eingeschlössen, vollständige Amnestie erhielten. Die Truppen De Wet's sind jetzt in drei Abtheilungen getheilt. K a p st a d t. 21. Dez. Eine Bekanntmachung der Regierung, die am Donnerstag Abend erlassen wurde, kautet wie folgt :
Das aupt-Operationsfeld ist nach
dem nördlichen Theil der Kapkolonie , verlegt worden. Am 16. Dezember, Morgens, ging eine große Boerenabtheilung über den Oranje Fluß und auf Burghersdorp zu. Von einer britischen Truppenabtheilung verfolgt, wandten sich die Boeren nach Westen und am 18. Dezember besetzten sie Venterstadt, wo sie die 20 Mann starke Garnison gefangen nahmen. Bei dem Herannahen britischer Truppen zogen sie aber wieder ab. nach Steinsburg zu. ' Sie werden von allen Seiten bedrängt und baben wenig. Raum, sich zu bewe gen. da Steinsburg. Burghersdorp. Stormberg. Rosmead und Raauwport alle starke Garnisonen haben. Weitere 2000 Boeren sind bei Sand Drift übergesetzt und gehen auf Colesberg vor. Sie haben bei Vbilippstown und sonstwo die Drähte durchschnitten. er? sind ansehnliche Verstärkungen nach De Aar und Hanover geschickt worden und es wird gehofft, daß die Invasion jetzt bald ein Ende erreichen wird. Graf Esterhazy in größter Noth. P a r i s , 21. Dez. Der Major Graf Ferdinand von Esterbazn. der in dem DreyfuS-Prozeß eine so prominente Rolle spielte, befindet sich im größten Elend. Nachdem seine von ihm geschiedene Frau ihre Mutler. die Marquise De Betaneourt verklagt hat, um sie zu zwingen, etwas für ihren und ihrer Kinder Unterbalt zu thun, hat Gr.'s Esrerhazy den folgenden Brief an feine ehemalige Frau geschrieben: Ich bin in der letzten Zeit nicht mehr im Stande gewesen, an meine Kinder zu schreiben, da ich nicht einmal das Geld habe, eine Briefmarke zu kaufen. i Ich bin am äußersten Ende meiner Kraft, meines Muthes und meiner Resourcen angekommen. Ick habe zwei Tage lang nichts gegessen und heute Morgen im Arbeitshaus gespeist. Ich habe keine Kleider, zittere vor Kälte und bin gezwungen, mich in den Museen und Kirchen zu wärmen. Jederman wird sagen, daß dies ein Schuld- . geständniß ist; Sie tonnen aber sagen, daß ich jetzt langsam hinsterbe, weil meine Stimme von meinen Verfolgern erstickt wird, nachdem ich mit aller Macht für meine Existenz gekämpft habe. Ohne Brod, ohne Obdach und Kleider werde ich elend zu Grunde gehen müssen, wenn nicht eine Revolverkugel mich von solchen Leiden erlöst. Küssen Sie meine Kinder. Sagen Sie ihnen, daß ich sie anbete; und. wenn ich gestorben bin. ein Opfer menschlicher Feigheit, daß ich das Verbrechen nicht begangen habe, dessen ich von jenen Schurken angeklagt werde, die nur darauf bedacht sind, ihre eigene erbärmliche Haut zu retten." Der Brief ist von London datirt. Major Cuignet verhaftet. P a r i s. 21. Dez. Major Cuiznet. der in dem Dreyfus - Kriegsgericht in Rennes eine Rolle spielte, wurde am Donnerstag verhaftet und im Fort Mor.t Valerien eingesperrt. Er wird sich auf z'vei Anlagen hin vor einem Schiedsgericht zu verantworten haben. Die erste ist ein schweres DisciplinarVergehen, darin bestehend, daß er orett und ohne Autorisation an den Premier Herrn Waldeck - Rousseau geschrieben hatte und in dem Brief den Minister des Aeußeren. Herrn Delcasse der Unwahrheit bezichtigte, weil dieser in der Kammer erklärt hatte, daß Cuignet die offizielle Auslegung der berühmten Pannizardi - Depesche gutgeheißen habe. Die zweite Anklage lautet, daß Cuignet ein geheimes Dokument, nämlich die von Major Cuignet und General Chamoin unterzeichnete Erklärung, die von Herrn Joseph Lasies in der Kammer verlesen wurde, preisgegeben habe. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 21. Dez. Der Kom- : merzienrath Sanden. bis vor Kurzem ein Direkt'? der preußischen Hypothekenbank, ist am Donnerstag verhaftet und nach Moabit in's Gefängniß gebracht worden. Die Verhaftung hat , kein Erstaunen hervorgerufen. Im Gegentheil, es hat verwundert, daß sie nicht schon früher vorgenommen wurde. Sanden hatte mit seinem - Reichthum Kirchen gebaut, in der Hoffnung, dadurch zu Titel und Orden zu kommen. Das Berliner Tageblatt" behauptet, daß er ein Intimus des Grafen von i Mrbach, des Hofmarschalls der Kaise1 rin, gewesen sei. die große Summen für den Bau von Kirchen in Berlin aufgebracht hat, und daß er 200.000 Mark in Aktien der deutschen Grundi schulo-Bank beigesteuert habe, unter der Bedingung, daß sie nicht verkauft werden sollten. Dem Tageblatt" zufolge haben diese Aktien nur einen Werth von 15,000 Mark. Der Graf von Mirbach soll die Absicht gehabt ha- ; den, Sanden den Adelötitel zu verschaffen und seine Ernennung zum Gej heimrath durchzusetzen. Seitdem der Trubel mit der üvoo-
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thekenbank begann, hat banden für die Erbauung einer Kirche den KronenOrden erhalten. Hecr Schmidt. Eigenthümer deS Bankhauses von Anhalt und Wagner, das durch den Bankerott der beiden Hypotheken-Banten in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist ein Mitglied des Eentral-Kommittees der Reichsbank und man erwartet, daß er am Freitag in dieser seiner Eigenschaft resigniren wird. Die Vorlage, derzufolge die Wem' Gesetze modifizirt werden sollen, wurde am Donnerstag im Wortlaut bekannt gemacht. Es wird darin das Zusetzen von Zuckerwasser zu den theilmeise zerquetschten Trauben verboten. Auch wird die Verwendung von Abkochungen von getrockneten Früchten, wie auch von Säuren und Essenzen, die dazu dienen, dem Wein ein künstliches Bouquet zu
geben, verboten. Die Inspektoren werden gehalten, die Kelterräume. Keller , und Magazine zu besuchen, die Bücher zu untersuchen und Proben zu nehmen. Die Strafen für Uebertretung der Varschriften bestehen in Gefängniß von nicht mehr als 6 Monaten oder 3000 Mark Geldstrafe. Mehrere Mitglieder des hessischen Landtages haben einen DringlichkeitsAntrag angenommen, in dem der Bundesrath ersucht wird, ein international V,h Schiedsgericht einzuberufen, das dem Krieg in Südafrika ein Ende ma chen soll. Kabinets-Skandal in tt tt garn. Budapest. 21. Dez. Die soziali stische Repszava" (Volksstimm.) veröffentlich! Enthüllungen über a, redliche schmutzige Transaktionen zwischen hohen Regierungsbeamten und Börsenspekulanten. Sechs Minister sollen für Geld und gute Worte vorzeitig At:-tü':f:e ü'-er Rezieru.gsmaßnahmen ertheilt haben, welche den Aktienmarkt beeinflussen mußten. Unter den Beschuldigten befindet sich der Mini ster. Präsident Szell. Auch 118 Abgeordnete sollen an den Durchstechereien betheiligt sein und sich sür spezielle Abstimmungen entsprechend haben bezahj len lassen. Osman Pascha's Pläne. London. 21. Debr. Osman : Pascha, der im Jahre 1878 den Kurden -Aufstand leitete, sagte einem Ver- , treter der ..Dailr Mail", daß er Frei- ' tag London verlassen werde, um einen 1 neuen Aufstand in Szene zu setzen, durch den er Kurdistan von türkischer Herrschaft befreien zu können hoffe. Er sagte, er hoffe auf englische Sympathie in dem Kampfe gegen die despotischen Türken, die unter Rußland's Einfluß die tapferen Kurden gezwungen hätten. ; als Mörder gegenüber ihren armenischen Brüdern aufzutreten. Die Note an China. P a r i s. 21. Dezember. Die Haoas Agentur bat die folgende Depefche aus China erhalten : ..Die auswärtigen Gesandten haben oie gemeinschaftliche Note unterzeichnet, mit oer von England hinzugefüg- ' ten Stipulation. daß die Truppen der Üerbündeten nicht aus Peking oder aus 'der Provinz Pe-Chi-Li zurückgezogen werden können, .solange China die von den Mächten gestellten Bedingungen nicht erfüllt hat." Der Werthe imer-Ca st el-lane-Prozeh. ' P a r i s , 21. Dez. Der Prozeß Charles Wertheimer's, des Londoner Kunst- und Kuriosttätcn-Händlers. gegen den Grafen und d'e Gräfin Aoni de Costellane nahm am Donnerstag seinen Anfang. In diesem ersten Probefall handelt es sich nur um eine Summe von 12,946 Francs, insgesammt sind die Castellanes aber von Wertheimer auf 6,500.000 Francs verklagt worden. Graf Boni hat eine Gegenklage eingereicht, in der er Wertheimer beschul- ! digt, ihn nicht nur auf'S schändlichste über's Ohr gehauen, sondern ihn auch direkt betrogen zu haben, indem er ihm werthlose Nachahmungen als echte i Kunstwerte oderAntiquitäten verkaufte. Der Graf verlangt, daß dieSchuld deshalb um etwa 2,000,000 herabgesetzt werde, daß Wertheimer gewisse Gegeni stände, die er in Tausch genommen und : zu niedrig oewerthet habe, zurückstelle und daß er außerdem zu 300.000 Frcs. Schadenersatz verurtheilt werden solle. Präsident Krüger in Amst e r o a m. A m st e r d a m . 21. Dez. Herr Krüger wohnte am Donnerstag einer Volksversammlung in der neuen Kirche bei. Die Redner erklärten bei dieser Gelegenheit, daß England seine Ehre für eine Handvoll Gold verkauft habe, und die kontinentalen Mächte für alle Zeiten ein Kains-Zeicken tragen würden, wenn sie nicht intervenirten. Nachher begab sich Herr Krüger nach i dem Jndustrie-Palast. wo 5000 Schul- ! knaben einen Choral sangen. Am I Abend fuhr er nach dem Haag zurück.
Znlmch' Depeschen.
mm CöscjelD
$at Herr Edward Sudahy in Omaha , Für die Freilassung seines Sohnes bezahlt. Er offerirsctzt'W.000 De. loljnuny fiir die Derljaftutty der Verbrecher. Borläuftg noch keine Spur von ihnen gesunden. .anchgrricht in Mississippi. Gegen L ö s e g e l o freigegeden. Omaha, Nebr., 21. Dez. Freude herrscht in dem palastartigen WohnHause von Edward A. Cudahy, dem Großschlächterei - Besitzer und Millionär von Omaha, denn sein seit 36 Stunden von Banditen gefangen gehaltener Sohn Edward ist ihm zurückgegeben, nachdem der Vater das von den Banditen verlangte Löfegeld von $25.000 erlegt hatte. Herr und Frau Cudahy sind um so mehr erfreut, als aus Gesprächen, welche der Knabe während seiner Gefangenschaft überhörte, hervorging, daß die Banditen ursprünglich beabsichtigt hatten. 'eine der Töchter des Cudahn'schen Eliepaars zu entführen und ein hohes Lösegeld für sie zu erpressen, welcher Anschlag durch eine glückliche Verkettung der Umstände allerdings vereitelt wurde. Ehe die Wahrheit über die Entführung des Knaben und seine Erlösung aus Räuberhänden sich bestätigte, war die Polizei geneigt, die ganze Entführ rungsgeschichte zu bezweifeln. Diese Theorie erwies sich jedoch als gänzlich falsch, sobald der junqeCudaby erzählte wie er angehalten, in ewen geschlossn nen Wagen gebracht und viele Meilen von der Stadt an eint.n Platz gebracht worden sei. auf dessen Lage er sich jetzt nicht mehr besinnen könne. Auch der Vater theilt die Details über seineReise ins Land und wie er einen Beutel mit $25.000 in Gold an der von den Räubern bezeichneten Stelle deponirte, mit. Wie bereits gemeldet, sprengte am Mittwoch Morgen ein Räuber in vollem Galopp an der Wohnung des Cudahy'schen Ehepaares vorüber und warf einen Brief in die Wohnung, worin für die Rückgabe des jungen Cudahq $25,000 verlangt wurden. Drei Stunden später traf ein anderer Brief in der Cudahy'schen Wohnung ein, welcher die Details bei Ueberlieferung des Geldes und Rückgabe des entführten Sohnes enthielt. Darnach sollte Herr Cudahy $25,000 in Goldmünzen an einem einsamen Platze, ungefähr 5 Meilen von der Stadt und an einem Wege zum Missouri-Flusse gelegen, deponiren. udahy theilte den Inhalt der Briefe den Polizeibehörden mit und eine lange Konsultation mit den Sicherheitsbeamten folgte, wie man sich der Banditen bemächtigen könne, wenn sie zum Platze des Rendezvous kämen. Die Gefahr, in welcher sein Sohn schwebte, ließ jedoch Herrn Cudahy Sr. alle derartigen Propositionen beiseite setzen und den Entschluß in ihm reifen, die Forderungen der Banditen unverzüglich zu erfüllen. Er bestieg deshalb ein leichtes Fuhrwerk und fuhr nach der von den Räubern bezeichneten Stelle, etwa fünf Meilen von Omaha entfernt. Dort am Rendezvous-Ort war an einem in die Erde getriebenen Pfahl eine weihe Laterne befestigt, welche den Platz zur Deponirung des Geldes bezeichnete. Herr Cudahy näherte sich der Stelle, ohne Jemand zu bemerken, 'egte den Beutel mit Geld nahe K (l Pfahl nieder und kehrte dan ich wei ter umzusehen, nach 4 'u ück. Daß die Räuber in M waren und auf das Deponirer Kti ; ß gewartet hatten, war kla 1 m ungefähr um 1 Uhr Morgens . de'. Knabe athemlos zu Hause a st' te die Thürglocken an dem ntal schen Hause in Bewegung. ' isten. welche in der Nähe des ationirt waren, waren von nach der Stelle geschickt word die Räuber, wenn sie den : achten, nicht durch den An lben verscheucht werden und e sollten. ohne den Knaben frt Dem jungen Cudahy n . assirt und nachdem er die ' 'lafen. fühlte er sich vollstän tnd frisch und erzählte die Vt schichte : Die Räuber brachten r i ner Binde vor den Augen in e ,nd aus der Art und Weise, w tte widerhallten, konnte ich s' aß dasselbe leer und ohne Möt ! i
machten dieselben kein Licht, dessen Schein ich trotz der Binde vor meinen Augen bemerkt haben, würde. Die Kerle belvegten sich in absoluter Stille um mich herum und keine? sprach ein Wort. Einer brachte einen alten Stuhl und löste die Fesseln von meinen Händen, welche er durch ein paar Handeisen ersetzte. Auch an die Füße wurden mir Eisen gelegt und ich so an den Stuhl befestigt. In dieser hilflosen Lage brachte ich nahezu die ganzen 24 Stunden meiner Gefangenschaft zu. Nur einige Stunden lang wurde mir gestattet, mich auf den Boden zu legen, wobei mir einer meiner Gefangenwärter einen Ueber nieder als Kopfkissen unterschob. Die Leute, die mich bewachten, tran ken fortwährend starke Getränke. Zuerst sprachen dieselben gar nicht, dann sprachen sie über meine Entführung und aus ihren Gesprächen entnahm ich, daß es etwa 6 Mann waren, welche die Tbat vollbracht hatten. Später sagten sie mir. daß ich in kurzer Zeit heim sein würde und nach einiger Zeit brachten sie mich zur Stadt zurück und ließen mich laufen. Spät am Abend machte Hrnr Cudahy bekannt, daß er für die Verhaftung der Männer, die seinen Sohn entführt hatten, $25,000 Belohnung bezahlen werde; $5000 für einen und $15.000 für zwei der Verbrecher. Aus dorBttttdeSliauptstadt 3i.Xsgrch jaipili' Säi.
Senat. Washington. D. C . 21. Dez. In der öffentlichen Sitzung fand am Tonnernag eine lebhafte Debatte über die Resolution des Senators Chandler statt, daß das Kommittee für unvorhergesehene Ausgaben von der weiteren Erwägung des Senatoren Streites von Montana entbunden werben solle. Die Debatte zwischen den Gegnern und den Befürwortern der Resolution bekam bald eine politische Wendung. Es wurde iibrioens nichts weiter in der Sache gethan. Der Haq-Pauncefote Vertrag ratifizirt. Nachdem der Senat sich während des größten Theils der letzten zwei Wochen mit der Erwägung des HayPauncefote Vertrages beschäftigt hatte, der bestimmt ist. den Clayton BulwerVertrag vom Jahre 1850 zu modifiziren. brauchte es am Donnerstag nur eine Stunde und zehn Minuten, um den Vertrag zu amendiren and wie amendirt zu ratifiziern. Eo fanden fünf Abstimmungen über von individuellen Senatoren gestellte Amendements statt und die sechste Abstimmunq entschied über die Resolution, daß der Vertrag, wie amendirt, angenommcn werden solle. Alle Amendements. Ausgenommen dasjenige des Senators Foraker. das von dem Kommittee für auswärtige Angelegenheiten eingereicht worden war. wurden niedergestimmt, und zwar mit einer durchschnittlichen Majorität von 19. Die Ratisikations - Resolution wurde mit 55 gegen 18 Stimmen angenommen. Die erste Abstimmung erfo'.gte über das Ainendement des Senators Elkins, in dem erklärt wird, daß die Ver. Staaten das Reckt haben sollten, zu jeder Zeit genügendes Gebiet und dic Souveränetät darüber zu erwerben, um Fortifikationen zur Vertheidigung. Beschützung und Kontrolirunq des Kanals zu errichten, oder für welche andere Zwecke, wie die Ver. Staaten es für gut befinden sollten. Dieses Amendemer.t wurde mit 46 gegen 25 Stimmen verworfen. Sen. Butler's Ar.iendement, demzufolge ver 7. Abschnitt von Artikel 2 gestrichen werden sollte, in dem die Befestigung des Kanals verboten wird, wurde mit 44 gegen 2-) stimmen derworfen. und das Mason'sche Amendement, demzufolge die Ver. Staaten den Kanal beschützen könnten, wie es ihnen beliebt, mit 44 gegen 25 Stimmen. Sen. Bard's Awendcment. demzufolge den Ver. Staaten das Recht vor behalten werden sollte, bei dem Verkehr auf dem Kanal zu Gunsten amerikanischer Schiffe zu diskriminiren. wurde mit 43 gegen 27 Stimmen verworfen und mit gleicher Majorität auch der Antrag des Sen. Tillman, daß die Ver. Staaten dos Recht baben sollen, den Kanal zu vertheidiaen und dort die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Der Vertrag wurde dann mit 55 gegen 18 Stimmen definitiv angenom men. Repräsentantenhaus. Das Haus nahm am Donnerstag den Jndianer-Etat an und auch die Verwilligungsvorlage für die MilitärAkademie. In dem ersteren Fall beträgt die Verwilligung $9,036.520 und in dem letzteren $700,151. Dem
vianer crrcii wurden nur wenige unbedeutende Amendeinents angehängt und die Debatte über die beiden Vorlagen nahm nur geringe Zeit in Anspruch Im P o st - B a n n. Das Postdepartement hat die Ablieferung von Postsachen an James Armstrong. No. 886 West Van Buren Straße oder No. 881 West Monroe Straße; I. oder James Armstrong. M. D.. Dr. E. Armstrong, oder irgend welche andere Modifikation dieses Namens, die offenbar für James Armstrong gelten soll; ferner an die Health University of Chicago, das Jndepen dent Medical College of Chicago, daß Metropolitan Medical College of Chicago. das Scientific Medical College of Chicago und das International Me dical College of Chicago, verboten. England nicht einverstanden. Wenn auch der Hap-Pauncefote Vertrag von den Ver. Staaten ratifizirt worden ist und die Walker-Kommission sich für den Nicaragua-Kanal entschieden hat. steht die endgiltige Erledigung der Kanalfrage noch im weiten Felde. Der britische Gesandte hat erklärt, daß seiner Ansicht nach seine Regierung den amendirten Vertrag verwerfen werde. Zudem sind die Verbindungen der Ver. Staaten und der Regierungen von Costa Rica und Nicaraaua und der Maritim? Kanal-G.'scllschaft so verwickelt, daß eine zufriedenstellende Lö. sung beinahe unmöglich erscheint. Es heißt auch wieder, daß englische, deutsche und französische Kapitalisten im Begriffe stehen, ein Syndikat zur Fertigstellung des Panama-Kanals zu gründen. Dieser kann um $60.000.000 billiger als der Nicaragua-Kanal gebaut Waden und die Versicherung würde nur auf ein Drittel der Nicara-gua-Naten zu sieben kommen. Ver schiedene Senatoren sind der Ansicht, daß Transportation über die Panamaroute für die Hälfte geliefert werden könnte und der Nicaragua-Kanal in diesem Falle als Konkurrent nicht in Frage käme. Außerdem wollen, wie beute verlautet, Nikaragua und Costa Rica den Bau. dic Befestigung und spätere mili tärische Beschützung des Kanals nicht den Ver. Staaten allein überlassen, sondern Theilhaber sein. Auch wird darauf beharrt, daß die Rechte der Schiffs-Kanal Gesellschaft käuflich tu worden werden müssen, ehe der Bau gestattet wird. Die Gesellschaft besitzt dic Landstrecke zwischen dem NicaraguaSec und dem Pacifischen Meer. In gut unterrichteten Kreisen will man wissen, daß die Walker-Kommis-sion ursprünglich die Panama-Route befürworten wollte und erst durch Sekretär Hay in den letzten Tagen noch so beeinflußt wurde, daß sie den Rica ragua-Kanal als die einzige Route darstellte, welche die Ver. Staaten kon trolliren können. Das Votum für die P r ä s idents chaft 5 - Kand i d a t e n. New York. 21. Dezember. Ei. ner Zusammenstellung der Times zufolge wurden bei der Wahl am 6. November im Ganzen für die Präsi' dentschafts - Kandidaten 13.967.29S Stimmen abgegeben. Davon erhielten : McKinley 7.217.677 Bryan 6,357,853 Woollcy (Prob.) 207,368 Barkcr (Mittelweg-Populist) 50,188 Devs (Sozial-Demokr.) 94.552 Maloney (Soz. Arbeiter-Partei) 33.450 Die Pluralität McKinley s beträgt demnach 859.824 und seine Majori, tät über alle Kandidaten 468.058 Stimmen. In fünf Staaten wurde auherden Über Kandidaten der National Unior Resorm-Partei (Seth H. Ellis von Ohio für Präsident und Samuel T Nicholson von Pennsylvania für VicePräsident) abgestimmt und in zwei Staaten über die Kandidaten de: Vereinigten Christlichen Partei (I. F, R. Leonard von Iowa für Präsiden! und John G. Woolen von Illinois fu, Vicepräsident). Die für solche aoge. gebenen Stimmen waren : National Union Reform - Parte'Arkansas 341. Illinois 672. Jndian 254. Maryland 147. Ohio 4284; zu. summen 5K98 Stimmen. Vereinigte Christliche Partei IMnois 352. Iowa 166: zusammen 518 Stimmen. Naturgas - Erplosion. Be a ve r Falls. Pa.. 21. Dez.Drei Häuser wurden am Donnerstag ir Folge von zwei Naturgas - Explosioner in hiesiger Stadt zerstört, und siebe Personen, dabei verletzt. Zwei klein Kinder vsn Frank Barnes sind wahr scheinlich tödtlich verletzt.
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