Indiana Tribüne, Volume 24, Number 90, Indianapolis, Marion County, 16 December 1900 — Page 6

Jüyiana Zripüne, Sonntag, 16. December 1900.

Klciue Vergeßlichkeiten. Humoreske von Franz Pauli. ' Zu der Suppe war zu viel, an den jfcxcioffeln zu nnig Salz; das Fleisch Jmxt zu wenig ausgebrateN, der Kuchen uahe verkohlt. Auf Klaras Gesicht Mber war deulich zu lesen", daß sie der Köchin gekündigt habe. So beVegte sich das Tischgespräch mühselig d hinkend zwischen einsilbigen Worsen, bis das Tischtuch weggenommen flMrc und ich mir meine Cigarre ansteckte. .So ein Mann hat's doch schön!" Begann Klara sitzt da raucht ud freut sich seines Lebens!" .igenAjch gibt es doch keinen rund wagte ich einzuwenden. jtoazum nicht auch die Frau dasitzen ud sich ihres Lebens freuen sollte!" .Ja! Wenn sie nur keinen Mann hättet .Aber Schatz!" Einen Mann." fuhr sie unbeirrt fort, .der nichts behalten kann, was immer man von ihm verlangt, und sei OS noch so wichtig!" Mit erkünstelter Gleichgiltigkeit blies ich blaue Rauchringe in die Luft ft suchte mich zu besinnen, was ich Vhl vergessen haben könnte. .Ich kann mich nicht erinnern," be$ann ich. den Kopf, schüttelnd. Xu kannst Dich sehr gut erinnern. Wenn's eine Verabredung zum Frühschoppen gilt oder eine Radtour . . ." .Oder herumzulaufen, Dinge zu besorgen, die Du beim Einkaufen vergessen hast, oder Meyer zu bestellen. maZ Du übersehen hast, seiner Frau jk sagen oder " .Einen Brief in den Kasten zu Heckn!" Ich vergaß vor Schrecken, an meiner Cigarre zu ziehen. Was für einen Brief?.Einen Brief, den ich heute in Deiwem Ueberzieher fand! Du brauchst Reine solchen Augen zumachen! Ich suchte nur nach schmutzigen Taschenchern für die Wäsche. Gewöhnlich trägst Du ja ein halbes Dutzend bei Du herum." We? Was? Wo? .Einen Brief an Mutter, den ich Dir vorigen Montag gab Sie holte 4H aus ihrer Tasche hervor und legte ihn etwas kräftig vor mich hin auf den Trsch. Da gab's keine Ausflucht, 'das sah ich sofort. .Hm! Jetzt ist's .wohl schon zu spät, ihn aufzugeben?" fragte ich kleinlaut. Klara sah mich an, stumme Wuth in Ihren Blicken. .Es ist zu dumm!" gab ich reuüthig zu. Ich kann mir gar nicht denken, warum ich's vergessen habe. War's wichtig?" .Wichtig! Da fragst Du noch! Ich ia: Darin Mutter und die Cousinen, rr für unsern Kleinen im großen Ausverkauf in paar Wollkleidchen zu kaufen, die er doch so nothwendig braucht. Nun ist der Ausverkauf vorRei und ich werde doppelt und dreifach p die Kleidchen zahlen müssen." .Nun. so werde ich für den Schaden uftornmen müssen das ist Alles!" .Nein.' Das ist nicht Alles!" Sie ßog ihr Taschentuch hervor, und ich erAU:erte. ch habe etwas gethan" fuhr sie sort was ich mir nie werde verzeiben können! Es ist Alles Deine Scbuld! Eine ganze Woche denkst Du icht daran. Nie wieder werde ich Dir twas andertrauen. Nein! Nein! Ich Hill nichts wissen! Ich hasse Dich! Ich fcwir.ichte, ich hätte Dich nie kennen gefen! Da!!" .Wirklich. Schatz, Du bist ein bis. chen unöernünftig!" .Unvernünftig? Wo ich DeinelweM Mutter und die Mädchen beleidig! jhabe; und sie sind so empfindlich und Harnet so gut zu mir gewesen besser, iel besser als Du." Das Taschentuch trat wieder in Akt : :" .Weshalb um Himmelswilkn sollftrn sie beleidigt sein?" versuchte ich 'uwenden. Weil sie Deinen Brief Wob Auftrag nicht erhalten haben? Äsn.m, komm, Klärchen, sei keine Kni Gans!" .Ach Gott!" seufzte sie. Das V :a nicht. Ich ich schrieb ihnen nen anderen Brief bevor ich den lP fand." . so! Und natürlich im Aerger?" m-S Warst Du sehr, sehr grob?" .Ach. Albert, frage mich nicht!" Sie rächte ein so kreuzunglückliches GePcht. daß ich mich bewogen sah. meine Cigarre wegzuleaen und sie au trösten.

.Du kannst ja noch einen Brief achsnden und die Sache ausklären!" schlug ich vor. .Aber ich hbe doch so unhöflich geschrieben. ,J'ch hielt es für so unffund!ich'oon ihnen, da sie doch wissen acBBxen, oa oer leine die Wirten wthmendiz brauche, und nicht 'mal ve Antwort zu geben!" .Du kannst Dich ja damit entschuldigen. daß Du ein wenig aufgeregt wttftl" .Ein wenig! Es war nicht ein weZg. Albert! Die Köchin war heute schon wieder nicht zur rechten Zeit aufftanden. und ich fürchtete. Du würfe das Frühstück nicht fertig finden wder brummig sein. Aber Schatz!" Und mit mir gröhlen." Nun. ich that's doch nicht!" Ader Du sahst darnach aus. Du seemast Dir gar nicht vorzustellen, rir schrecklich Tu aussehen kannst, bertZ" J&ol Nun, und die Köchin?" .Ich kündigte ihr und sie wurde fttäf Und dann setzte ich mich hin und zchrjeb den Brief. Ah schüttelte weise das Haupt. Siehft Du. da liegt der Hase im Vierter! Man schreibt, eben nicht

Briefe, wenn man tn ausgeregter Gemüthsver " Zornig unterbrach sie mich. Zu

nett von Dir. mir wene kehren zu ge fcen' rief sie wo doch Alles Deine Schuld ist! Du wirst mit Del ner Sorglosigkeit und Vergeßlichkeit noch mein ganzes Leben zerstören. Nie thust Du. worum ich Dich bitte. Genau so war's mit der Glückwunschkarte zu Tante Aurelias Geburtstag, die Du im Vorzimmer in der Visitenkartenschale liegen ließest: und sie bekam sie erst zwei Tage nach ihrem Feste und war so beleidigt!" Das ist doch längst wieder in Ordnung. nachdem ich ihr's erklärt habe." Ja. und der Fisch, den Du vergessen hattest, zu bestellen ich hätte es mir ja auch denken können! Und Meyers waren bei uns gelaven. Und ich mußte die Köchin von ihrer Arbeit wegjagen und sie darum schicken und sie war so brummig darüber, und Du weißt dock, wie theuer die Sachen hier draußen sind!" Jeder kann einmal etwas vergejsen!" war mein schüchterner Einwand. Es ist nicht einmal! Es ist immer! Ich kann Dir ja keinen Brief anvertrauen, ohne daß Du vergißt, ihn aufzugeben." Ich drehte nervös an meinem Schnurrbart. Ich vergesse ja wirklich manchmal von Briefen, sogar von meinen eigenen ... Da kam mir plötzlich ein Gedanke, der mich laut auflachen machte. Klara sah mich an mit versteinertem Antlitz. Du bist ein entsetzlicher Mensch!" rief sie endlich. Dann brach sie in Thränen aus. Mit Dir kann man nicht leben wenn Du noch lachst und spottest über mein Elend. Ich werde fortgeben und " Ist ja Alles in Ordnung. Herzchen!" unterbrach ich sie, mich über ihre Schulter beugend. Sag 'mal, gabst Du mir nicht Deine Schmähepistel heute Morgen, als ich fortging, zum Aufgeben?" " Du weißt es doch!" Na ja die Kache ist nämlich die. Schatz ja ich habe nämlich auch diesen Brief in den Kasten zu thun vergessen!" Eine Minute tiefeS Stillschweigen. Dann gelang es mir, ihr das Taschentuch von den Augen wegzuziehen. Das aber war doch klug von mir?" fragte ich. Meinst Tu nicht auch?" Ich meine." sagte sie ganz ernsthaft. Du solltest Dich schämen!" Na, das that ich denn auch wirklich. Zur Grönlandforschung. Im gegenwärtigenAbschnitt der arktischen Forschungsthätigkeit, die mit Jeginn dieses Jahrzehnts so kräftig einsetzte uo s?ildem ununterbrochen angehalten hat. ist das kaufende Jahr besonders dadurch bemnkenswerth, daß in ihm die bedeutendsten Erfolge seit der Nansen'schen Reise in den nördlichen Polargebieten zu verzeichnen sind. T iese Erfolge verdankt man den Expeditionen des Herzogs der Abruzzen und des Oberlieutenants in der dänisehen Marine G. Amdrup. Zwar wirken noch zwei andere Polarerpeditionen. die Peary'sche und die Swerdrup'sche. beim nördlichen Grönland, doch liegen hierüber noch keine Nachrichten vor, und wie sich der Verlauf dieser beiden Expeditionen bis Mitte August vorigen Jahres gestaltet hatte, wird es auch außerordentlicher Anstrengungen bedürfen, um den Erfolg Eagnis und Amdrups in den Schatten zu stellen. Daß Eagni, den der Herzog der Abruzzen mit der Führung der großen Schlitten - Expedition beauftragte, von Franz Josephsland aus noch den von Nansen erreichten nördlichsten Punkt übertrumpfte, ist bekannt. Amdrup wirkte in weniger hohen Breitegraden, aber seine Expedition war ebenso gefährlich und nicht minder interessant, denn sie hatte die Aufgabe, einen groSkizze der Reise. ßen. bisher unbekannten Küstenstrich Ost - Grönlands zu bereisen, dessen Erforschung um so Wünschenswerther sein mußte, als in ihm Spuren von Menschen vermuthet werden konnten. Der Küstenstrich, den Amdrup bereist hat, liegt ungefähr zwischen dem 66. und 70. Breitengrad mit dem Sroresbysund als nördlichstem und Angmagsalik als südlichem Endpunkt. In Angmagsalik, wo in mehr oder weniger großem Abstand voneinander ein Eskimostamm wohnt, der etwa 400 Köpfe zählt, errichtete Dänemark im Jahre 1894 eine Handels- und Missionsstation, so das Niemand mit oen Eingeborenen in geschäftlichen Verkehr treten darf, außer dem königl. grönländischen Handel" in Kopenhagen, der das Handelsmonopol für alle unter dänischer Oberhoheit stehenden Eolonien in Grönland besitzt. Die dänische Verwaltung verkauft den Eingeborenen keinen Tropfen Branntwein, ja kaum europäische Nahrungsmittel, sondern ist bestrebt, sie in ihren alten Lebensgewohnheiten zu erhalten. Die Eskimos waren und sind zum Theil wohl noch jetzt Heiden. Wer ein tüchtiger Fangmann ist, d. h. gut Robben zu erlegen verstebt. und somit ein gutes Auskom-

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men hat. leistet sich zwei" Frauen. Die Eheschließung gestaltet sich ungemein einfach. Nachdem der Bräutigam seinem Schwiegervater eine Pfeilspitze oder dergleichen geschenkt hat. was aber nur geschieht, wenn dasMädchen hübsch ist bringt er die Auserkorene in seine Hütte. Der gute Ton erfordert, daß sich die Schöne dabei möglichst spröde und widerstrebend anstellt, weshalb sie auch bei der Entführung ein fürchterliches Geheul anstimmt. In der Ausübung der Gastfreundschaft ist der

Lieut. Amdrup. Eskimo von rührender Gefälligkeit: so schätzt er es sich zur ganz besonderen Ehre, wenn der Gast während des Uebernachtens neben der Hausfrau oder neben einer anderen Schönen, woran in einer Eskimohütte kein Mangel ist, Platz nimmt. Heidnische Eskimos wohnen übrigens auch noch an einigen anderen südlich von Angmagsalik gelegenen Orten, so daß also dieser Theil der grönländischen Ostküste ein besonderes Arbeitsfeld für die Wissenschaft darstellt. Vüs mußte von Interesse sein, zu erfahren, was der große unbekannte Küstenstrich von Angmagsalik ab nordwärts bis zum Scoresbysund in seinem Inneren barg. Wiederholt, aber immer vergeblich, hatten Schiffe versucht, an diese Küste Grönlands zu gelangen. Die aus dem Polarbecken kommenden kolossalen Eismassen, die in weitem Umkreis vor allem die südliche Ostküste blockire, machten jede Annäherung der Schiffe unmöglich, und es müssen z. B. Fahrzeuge, die den Scoresbysund erreichen wollen, ziemlich weit nach Norden, gewöbnlich bis zum 74. Breitengrad, vordringen, um hier eine Durchfahrt zur Küste zu suchm. Auch das französische Schiff Lilloise", unter dem Befehl des Lieutenants Blosseville. unternahm mehrere Versuche, durch den Eisgllrtel zu kommen. fand aber schließlich im Packeis mit der ganzen, 82 Mann starken Besatzung den Untergang. I a c o b s e n. Nielsen. Mikkelsen. Um so glücklicher gestaltete sich der Verlauf der Amdrup'schen Expedition. Tank der Freigebigkeit des CarlsbergFonds in Kopenhagen konnte schon im Jahre 1898 unter Amdrups Führung eine Vorexpedition nach Angmagsalik abgehen, um an verschiedenen Stellen der Küste zu Gunsten der von der entgegengesetzten Richtung beginnenden Hauptexpedition Depots anzulegen. Auch wurde Amdrup ein besonderer, aus Naturforschern zusammengesetzter Stab mitgegeben, der dieAufgabe hatte, nach derLandung Amdrups nordwärts zu gehen und die Natur Ost - Grönlands, dessen Küstenverhältnisse u.s.w. zu studiren. Die Forschungen dieser Schiffsexpedition, an deren Spitze der NaturforscherHartz stand, brachten eine überraschend reiche Ausbeute. Beim Scoresbysund wurde eine ungeheure Austernbank gefunden, und die Theilnehmer der Expedition hätten hier im Genuß von Austern schwelgen können wenn sie einige Erdperioden früher gekommen wäre. Jetzt erwiesen sich alle Austern als versteinert, was aber natürlich nicht hinderte, sie ebenso wie die zahlreichen anderen Versteinerungen, auf die man an verschiedenen Stellen stieß, als hochinteressanteFunde zu begrüßen. Bilden sie doch neue Belege für die großartigen Veränderungen, die im Naturdrama der Erde in unaufhörlichem Wechsel von Statten geh. , . , . RastaufdemEise. Nachdem die Küstenexpedition, die aus Amdrup, dem Unterofficier Jacobsen, dem Matrosen und Schmied Nielsen sowie dem Steuermann Mikkelsen bestand, am 18. Juli d. I. beim Cap Dalton südlich von Scoresbysund auf 69 Grad 28 Minuten nördlicher Breite gelandet worden war, errichtete sie zunächst ein kleines Holzhaus, das gehärig mit Mundvorrath versehen wurde und zur Ueberwinterung dienen konnte, falls Amdrup genöthigt worden wäre, seine Küftenreise zu unterbrechen und zum Ausgangspunkte zurückzukehren. Dieser Fall trat jedoch nicht ein, denn die kleine, mit einem starken eichenen Boot von ca. 20 Fuß Länge ausgerüstete Expedition erreichte nach glücklicher Reise bereits am 2. September Angmagsalik, wo wenige Tage später auch die Antarctic" eintraf, mit der die Rückreise erfolgte.

Nach dem ebenso glücklichen wie überraschend schnellen Verlauf der Amdrup'schen Expedition ist nun die ganze Ostküste Grönlands von der Slldspitze, Cap Farewell, bis zu dem Cap Bimarck, dem Endpunkt der deutschen Nordpolexpedition von 1869 70. bekannt. Die Nordküste konnte schon zu Anfang dieses Jahrzehnts von Peary festgestellt werden. Glückt es Swerdrup, seine Pläne zu verwirklichen, d.h. den unbekannten Theil der nördlichsten Ostküste bis zum Cap Bismarck hinab zu erforschen, so wird sich die Karte von Grönland bald in vollständigen Umrissen herstellen lassen.

Nntergrund-Bahnen. Dei dem Interesse, 'das der Bau von Untergrund - Bahnen in den Großstädtcn erregt, dürfte ein Blick auf die gleiche Unternehmung in London angebracht sein. Die neue, neben der Citu und South London Railway im Bau befindliche Untergrnud-Bahn in London hat zwei nebeneinander liegende Tunnels von kreisförmigem Querschnitt, einen für die aufwärts, einen für die abwärts fahrenden Züge. Londons Untergrund ist für den Tunnelbau insofern günstig, als er aus einer tiefen Lage Thon und Lehm besteht. Der riesige Verkehr in London, welcher längere Unterbrechungen keinesfalls gestattet und die vielen unter dem Straßenniveau liegenden Wasser-. Gas-, elektrischen und sonstigen Leitungen sind die Haupthindernisse, welche zu überwinde sind. Schachtanlage. Die größte Schwierigkeit bot der Bau 'des Untergrundbahnhofes in der City, von dem aus die Untergrundbohrungen 'begannen; liegt er doch inmitten der verkehrsreichsten und engsten Straßen Londons, nahe der Bank von England und dem Mansion House. Für die Erlaubniß, hier einen BahnHof zu bauen, mußte sich die Gesellschaft verpflichten, für die Fußgänger von einem Bürgersteig zum anderen unterirdische Gänge anzulegen. Gleichzeitig wurden alle Wasser-, Gas und sonstige Leitungen in einen kleinen unterirdischen Kanal verlegt. Dann erst begann die Herstellung der fünf mit Fahrstühlen zu versehenden Einsteigschachte und der nach unten führenden Treppe bis zu einer Tiefe von ca. 67 Fuß. Jeder der ahrstuhlschackte hat 24 Fuß Breite. Der Vorgang bei der Herstellung eines solchen ist folgender: zunächst wurde die obere Bodenschicht entfernt und ein eiserner Ring gelegt. Nun wurde weiterer Boden ausgehoben, der Ring sank tiefer und tiefer, ein zweiter wurde daraufgelegt und so fort. In genügender Tiefe begann man die Erde für den Tunnel auszuheben. Um schneller vorwärts zu dringen, wurde ein sog. Schild von 10 Fuß Durchmesser vorgeschoben, und zwar mit Hilfe hydraulischer und elekirischer Pressen. 22 hydraulisch Pressen waren nöthig, um den schweren echild vorwärts zu drücken. Der ausgeübte Druck betrug 2240 Tonnen. Der sich in den Schild eindrückende Erdförderring. Thon wurde entfernt und ein eiserner Ring zur Sicherung der weiteren Arbeittn aus Tunnelplatten zusammengenietet. Wiederum wurde nun der Schild mittelst Pressen vorgeschoben und ein weiterer Ring konnte angefügt werden. Wie mühsam solche Arbeit ist. erhellt daraus, 'daß man bei zehnstündiger Arbeit täglich nur 30 bis 60 Zoll vorwärts kam. Zum Theil wurden elektrisch betriebene, den Baggern ähnelnde Apparate zum Ausgraben der Erde verwendet, die dann auf kleinen Wagen weitcrbefördert wurde. Ein größerer Schild von 24 Fuß Durchmesser kam zur Anwendung, wenn eS sich um Herstellung einer Station handelte. Der große Schild wurde mittels elektrischer Motoren vorwärts bewegt. In der Gegend von Holborn, wo der ehemalige Fleetfluß die Tunnellinie kreuzt, mußte mit Preßluft gearbeitet werden, um das Nack stürzen von Erdmassen zu verhindern. ?)er Ueberdruck war nur gering, 5 et'wa 35 Pfund per Quadrat; er gesamrnte. im Innern der ? tkammer ausgeübte Druck bet tzdem 150 Tonnen. 'Zweideutig. De tier Müer. der mehr Geld Verstand, ist zum zweiten V vater geworden und freut Beim Kindtaufsschmause r mann Meyer sein Glas Freund Müller, der ' Täufling aus einem ein fachen) Großvater ein zw., worden ist. lebe hoch!" r Renals roßssen. cauf.richt: lnsern ge-

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Moderne Mordmaschincn.

Auf dem Schießplatze bei Sandh Hook wurde kürzlich eine Lafette für eine neue Riesenkanone probirt. welche ähnlich den Kanonen in den Schiffs Panzerthürmen sich nach dem Feuern automatisch senkt und sich so den feindlichen Blicken und Kugeln entzieht. Das Kanonenrohr ruht auf zwei, um eine feste horizontale Achse drehbaren Hebeln, an deren entgegengesetzten Armen ein schweres Gegengewicht hängt, das nicht nur dazu dient, Beim Abfeuern. das Rohr nach dem Laden zu heben, sondern auch den Rückstoß beim Schuß auffängt. Die Haupttheile der ganzen Einrichtung sind: eine untere Leitschiene, auf der mittels Rollen das Geschütz nach allen Richtungen gedreht werden kann; der feste Lafettentheil mit den Hebeln und dem Gegengewicht, ferner zwei denVerschlußtheil stützende Arme und das Rohr. Sobald das Geschütz geladen ist, wird es durch das Gegengewicht in die Höhe gehoben und giebt den Schuß ab. Infolge des Rückstoßes, der durch einen zwischen dem Gegengewicht und den Hebelarmen angebrachten hydraulischen Cylinder gemildert wird, sinkt das Geschützrohr langsam rückwärts und abwärts. In Nach dem Schuß. der Ladestellung halten es ein Paar Riegel fest. Zum Drehen des 10zölligen schweren Geschützes sind natürlich mehrere Kanonire nöthig, die an mehreren Hebeln angreifen. Bei dem Probeschießen in Sandy Hook, bei dem 26 Schuß abgegeben wurden, wurde vermerkt, daß das Heben und Senken des Geschützes noch nicht schnell genug vor sich gehe. Die Leichtigkeit der Hebung und Senkung gegenüber den auf vertikalen hydraulischen Pressen montuten Schiffsgeschützen wurde indessen anerkannt. Panzerzüge in China. Die Eisenbahnlinie zwischen Peking und Ticntsin, eine der wichtigsten Verbindungslinien, ist bekanntlich gleich zu Beginn des chinesischen Kriege fast auf allen Strecken von den Boxern zerstört worden, um den Verbündeten ten Transport von Truppen und Munition nach der Hauptstadt des Reiches der Mitte zu erschweren. Nach der Einnähme von Peking durch die verbündeten Mächte ist es denn eine der ersten Aufgaben gewesen, diese äußerst wichtige Verkehrslinie wiederherzustellen. Es ist eine langwierige, mühevolle Arbeit, die auch jetzr noch nicht zu Ende gekommen ist. Man hofft indessen, die Restaurirung bis zumBeginn des nächsten Monats zu vollenden. Unter sehr schwierigen Verhältnißen wird der Bau ausgeführt., da die feindlichen Borerbanden ständig die neugefertigten Arbeiten zu zerstören versuchen und wohl auch hin und wieder die an dem Bau der Bahnstrecke beschäftigten Arbeiter mit hinterlistigen Angriffen syysczsz r-t fOTPH KaaHfl E i n Panzerzug. heimsuchen. Zu ihrem Schutze sind die sogenannten gepanzerten Züge in Betrieb gesetzt werde, deren einen unser Bild veranschaulicht. Wir seyen ganz vorn auf dem Anhängewagen der LocoMotive eine Anzahl Infanteristen um ein Schnellfeuergeschütz geschaart. das, mit beweglicher Achse versehen, so ausgestellt ist. daß das Feuer nach allen Richtungen hin frei gegeben werden kann. Die Locomotive. sowie die Anhängeroagen, sind mit eisernen Panzervlatten zur größeren Sicherheit belegt. Diese Panzerzüge fahren nun auf der Strecke Peking Tientsin hin und her und haben neben dem Zwecke der Beschützung der Linie und der Arbeiter auch gleichzeitig die Aufgabe, das zum Bau erforderliche Material an die zu reparirende Stelle zu transportiren. F l i t t e r w o ch e n. Freunvin (der jungen Ehefrau beim Tischdecken zusehend): Du hast ja nur einen Lösfel auf den Tisch gelegt!" Junge Frau: Genügt auch; mein Männchen und ich, wir essen zusammen mit einem Löffel!" Unangeneyme 'Auskunft. Frl. A.: ..Ich habe einen anonymen Brief erhalten, in dem ich eine alte, eitle und eingebildete Kokette genannt wurde, ich möchte nur wissen, wer mir den Brief geschrieben hat!" Frl. B.: ..Ich habe keine Ahnung; aber jedenfalls ist es Jemand, der Dich genau kennt." , . .

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Kitzliche Situation.

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Der verliebte Conducteur. Stoßseufzer. Sacra! Und da sagt man: Die Welt sei rund!" D 0 ch e t w a s. Gläub-ger (zu dem ihm Geld schuldenden C?tudiosus, der ihn mit Versprechungen abspeist): Sie haben mich doch hoffentlich die fünf Treppen nicht umsonst heraufklettern lassen?" Studiosus: Gewiß nicht! Sehen Sie nur hier die prächtige Aussicht!" Beim Zahnarzt. Zahnarzt (ärgerlich): Nehmen Sie sich doch etwas zusammen! Sie schreien ja gerade, als ob Sie einen Dollar für's Reißen bezahlen müßten!" U n n 0 b e l. .te ' T . . . Ich dachte, Herr Commerzienrath wollten mehrere Wochen hier bleiden. und nun sehe ich Sie sammt Familie abreisen!" Hier iann ich unmöglich bleiben! Es sind nur Zimmer zu 1 Mark 50 Pfg. zu haben, und so billig kann der Commerzienrath Goldstein nicht wohnen!" Merkwürdige Entschuld! gung.

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Kellner, rufen Sie mir 'mal den Wirth! Ich habe in der Suppe ein rothblondes Haar gefunden!" O. bitte, sagen Sie's ihm nicht! Der Mann bat ein sehr weiches 'Gemüth; er würde sofort weinen, dmn das thät' ihn an seine selige Frau erinnern die hat auch rothblonde Haar' gemnu

LetzterBersuch.

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Kranker Gebirgler: Wenn mi' die Kirchweihrauferei morgen net gesund macht, nacha geh i' zum Toctor!" Gelt. Mari, daß d' mi halt nöt vergißt, wennst eppa was recht Hochs werft beim Militari." Hob koa Angst, Resl, i stell mi recht dumm." EinnoblerBettler. Hausfrau (zu einem Landstreicher, dem sie, anstatt der erbetenen Unterstützung. einen alten Winterrock ihres Mannes geben wollte): Was. Sie wollen den Rock nicht?! Na, warten Sie nur, Sie unverschämter Kerl! Wenn jetzt der Winter kommt mit sei ner Kälte, dann waren Sie roh um so einen warmen Rock!" Landstreicher: Im Winter? Da brauch' ich kei nen da bettle ich im Süden!" Vom Fach. -.3- u Weib (zu ihrem betrunken heimkeh renden Mann): Mir scheint. Du hast ja schon wieder an Schnapsrausch ?!" Mann: Jo. Weiberl. mir scheint gor. Du bist aa a Spiritistin!" Aha! Mama (zu Klein - Elsa, die ein Butterbrot ißt): Aber Elsa! WaS thust du denn da? Du mußt ja schön die Butterseite nach oben halten und die trockene Seite nach unten! So wie du, mit der Butterseite nach unten, ißt man nicht Butterbrot!" Klein - Elsa: ja. Mama! Gerade so ißt man Butterbrot! Ich sehe es ja. immer; wenn d Köchin und dai Stubenmädchen draußen Butterdrot essnl, halten sie es immer fo!" Vorsichtig. Director eineS Jrovinzial - Theaters (nach der Vorftellung zum Schauspieler) :Wa?um sagten Sie die Stelle: Ich bin frei von Schuld!" gar f? leise?" Verzeihung, Herr Director, ich fürchtete Widerspruch aus dem Publikum!"

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