Indiana Tribüne, Volume 24, Number 90, Indianapolis, Marion County, 16 December 1900 — Page 3
Lndiana Tribüne, Sonntag, 16. December, 1900.
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Im Siljallen Des VoWWgkrs. sl"5 Areilirrgs Lehr- und Wan derzeit diesseits und jenseits des chceclns.
Roraan von Karl Gundlach. Copynghted tSjt. Sl!achdruck derbsten. (13. Fortsetzung.) Ein Polizist trat ein und berichtete, man fjabe beim Anbruch der Dunkelheit in der Nälx des Union-Bahnhoses einen schwer verwundeten alten Mann gefunden, der sich Otlo Lauber nenne und dringend begehrt habe, den Theaterdirector Egidius Schein oder Mr. Hans Freiling zu sprechen. Egidius Schein sei nirgends zu finden, und da habe er mit Mühe meine Wohnung ermittelt. Der alte Mann habe einen tüchtigen Dolchstoß zwischen den Rippen und werde es wohl nicht mehr lange machen. Ich erklärte mich bereit, mit ihm zu gehen, und Wildenberger meinte: Ich gehe mit; allein Nachts mit einem Polizisten zu gehen, ist gefährlich." Der Polizist lachte, als hätte er einen guten Witz gehört, und wir machten uns auf den Weg mit dem Versprechen, sobald als möglich zurückzukommen. Laßt mich nic&i zu lange allein!" sagte Bertha. Sie. Herr Wildenberger. bleiben die Nacht unser Gast; ich richte Ihnen ein hübsches Lager her, wenn Sie nicht anspruchsvoll sind." Wildenberger lachte. Anspruchsvoll bin ich nie gewesen," meinte er, und habe wohl schon oft noch schlechter geschlafen, als auf bloßer Erde. Außerdem habe.i wir noch Manches zu besprechen und müssen uns morgen bei Zeiten nach dem Neste Geneva, oder wie es heißt, aufmachen. Also: Good bve! Und los!" m Z3. Kapitel. DieletztenAugenblickeeines alten Schauspielers. Als wir in daZ Hospital kamen und uns zum Lager des Verwundeten fühxen ließen, meinte der Krankenwärter: .Wenn Sie noch etwas von ihm erfahren wollen, sputen Sie sich; e ist bald aus mit ihm." Jl. es ging zu Ende mit dem Alten, das konnte man auf den ersten Blick sehen. Er sah furchtbar verfallen aus, athmete schwer und stierte uns wie geistesabwesend einige Augenblicke an. Endlich schien er mich zu erkennen, ein flüchtiges Lächeln erhellte seine Züge. Das ist hübsch von Ihnen, Herr Freil'ng, daß Sie einen alten Collegen nicht so einsam sterben lassen wie ein Stück Vieh." sagte er. Ich danke Ihnen. Layen Sie mich in Ihre Augen sehen! Ihr Blick thut mir wohl; er sagt beredter als Worte, daß Sie nicht sind wie Jener Gott verdamm' den Hund! Aber nein! Ich will ruhig sprechen, sonst bin ich nicht im Stande, Alles zu sagen. Und es muß Alles herunter von meinem Herzen, sonst kann ich nicht ruhig sterben. Ruhig? O ja! Ich sollte denken, das Leben hatte mich ruhig gemacht. Na, ich kriege ja jetzt Ruhe, Ruhe für immer. Hören Sie zu! Setzen Sie sich hierher! Ich will es kurz machen!" Er athmete einige Male tief und schner, wobei er heftige Schmerzen zu verbeißen schien, und schloß einen Augenblick die Augen. Dann begann er leiss, abgebrochen, wie träumend: Oft bildet sich der Mensch ein, er sei glücklich, und sein ganzes Glück ist doch nur der Anfang vom Unglück. Ein liebes Weib, ein hübsches Kind was sollte einem da fehlen? Sie ist nun lange todt, sie hat's nicht erleben sollen, sie durfte im Glück sterden! Mein armes Kind! An ihm hat sich das Glück seiner Eltern bitter gerächt. Ich habe sie groß gezogen, allein, ihre Mutter starb zu früh für uns. Ich sah sie wachsen und blühen, ihr Talent entfalten, ein Talent, das mein Stolz, meine Freude war. Diesem Talente die Wege zu bahnen, dafür arbeitete ich mit der ganzen Kraft meiner Kunst. Ich war Regisseur am Hoftheater. Ich hielt mich in der Stellung mit Aufopferung meiner Künstlereitelkeit; ich trat einem jüngeren Collegen meine beften Rollen ab, nur um meinen sonst sehr einflußreichen Posten zu behalten. Ich konnte überhaupt nicht oft spielen, dazu hatte ich !eine Zeit, der Intendant tonnte mich im Geschäfte nicht entbehren. ich war seine rechte Hand. Und dankbar wollte er sich erweisen, das versicherte er mir jeden Tag; meine Tochter sollte am Hoftheater debütiren und ihre Carriere als erste Heldin machen. Jhncn brauche ich ja nicht zu erklären, was das für mich bedeutete; Sie sind ja Schauspik-ler, Sie wissen ja, wie der Weg aussieht, der die meisten unserer berühmten Künstlerinnen oft ohne Kunst zu Ruhm und Ehren geführt hat und immer führen wird. Zu Ehren? Hahaha! Und das beneiden die blinden Zuschauer und nennen es Glück! Fluch über meinen Größenwahn! Er zeigte mir die leuchtenden Zinnen des Nuhmestempels in der Ferne, und ich sah nicht den Abgrund zu meinen Füßen. in den mein armes Kind versank. Glauben Sie einem verkommenen alten Manne: Niemand ist ungestraft ibn und talentvoll in der Welt, ximlich hinter meinem Rücken fing 'Inheil an. 'l die Geschichte aufrühren? Sie - wie die Huldigungen, die länzenden Ehrenbezeigungen iä)iffen sind, die unsere vbmtn Herren einer hübin zu Füßen legen. Aber rchen sehen's nicht, die hmeichelt die Vernunft o ging's, wie es gehen c in jun scher, i ' die a.me. liebe Eite. in Schlaf. mußte. uile, der All: betrog
Vornehm und Gering. Aber damit nicht genug! Er war ein Lump, ein ehrloser, pflichtvergessener Lump. Er wa? aus vornehmer Familie, das heißt, sein Vater warmem Streber, ein Streber ohne Gewilien, der sich durch alle Mittel zu einer hohen Stellung hinaufgewunden hatte. Man munkelte allerlei von politischer Angeberei, von Verrath an seinen freiheitlich gesinnten Freunden aber das geht uns hier nichts an. Der Sohn war des Vaters würdig, nur war er kein Streber, im Gegentheil! Sein Weg führte ihn auch äußerlich nicht nach oben, sondern abwärts. Und doch stand ihm der Weg nach oben offen. Er war Adjutant in einem Husarenregimente. er hatte die Kasse und war ein Spieler. Spieler und Don Juan in einer Person! Hohe und sog. höchste Familien wurden compromittirt, seine Vorgesetzten, der Minister selber konnten nicht mehr ruhig zusehen und eines Tages war er verschwunden mit Hinterlassung beträchtlicher Schulden, und die Regimentskasse war mit derschwunoen. Wie zum Höhne auf alle seine Erbschaften, hatte er eine kleine übelberüchtigte Choristin mitgenommen. Lassen Sie mich schweigen über die folgenden Tage und Stunden; mein ganzes Leben liegt in diesem Abgrunde. An der Leiche meines armen Kindes habe ich dem Buben Rache geschworen. Rache?! Sie hat mich erreicht. Es geht zu Ende, das ist gut; ich hätte damals gleich sterben sollen. Sie starb an Gift. An Gift! Hören Sie?! Und der Bube lebt. Ich verlor mein Engagement, suchte aber kein neues, sondern beschloß, die Spur des Elenden zu verfolgen. Die kleine Choristin hatte noch einen Liebhaber ein verkommenes Subjekt, das dem Trunke ergeben war. Der Kerl nahm sich meiner an. als mich Alle verließen, und so fand ich allmählich Geschmack am Alkohol. Der Kerl hatte eines schönen Tages Geld bekommen, woher, wußte Niemand. In seiner vergnügten Laune trank er mehr als sonst, und da theilte er mir, seinem besten Freunde" so mußte ich mich von ihm nennen lassen sein Geheimniß mit. Seine kleine Liebhaberin hatte ihm aus Paris geschrieben, er solle zu ihr kommen und mit ihr nach Amerika gehen. Das sonderbare Geschöpf liebte den Kerl. Und er wollte auch zu ihr. Tolle Geschichten, was? Aber es kommt noch toller. Sie hatte Geld bekommen, verrieth mir mein Freund, viel Geld, daß sie d:n Mund halte. Der Herr Lieutenant war nämlich, um allen Bedrängnissen zu entgehen, in einen Mönchsorden eingetreten, während in Deutschland die Nachricht verbreitet wurde, er sei gestorben. Ich forschte ihm nach, war aber bald am Ende. Der Herr war nämlich wegen lüderlichen Lebenswandels auch aus diesem Stande bald wieder entfernt worden. Seitdem habe ich nie wieder etwas von ihm gehört und hatte es auch aufgegeben, ihn je wieder zu sehen. Neulich, als ich Sie sah. Herr Freiling, durchzuckte mich die alte Erinnerung mit wilder Kraft. Verzeihen Sie einem alten Manne, daß er einen Augenblick in Ihnen jenen Elenden zu sehen wähnte. Die Aehnlichkeit hält nur dem ersten Blicke Stand, dann merkt man aber bald den Unterschied. Ihre Augen zeigten mir gleich meinen Irrthum. Aber heute Abend habe ich ihn doch gesehen; plötzlich stand er auf der Straße vor mir. Ich erkannte ihn sofort, sah in seine Augen, seine kalten, grauen Augen, Täuschung war nicht
möglich. Auch er hatte mich erkannt, das bewies mir sein erschrockenes Zurückweichen. Dann faßte er mich rasch am Arme und zog mich in den Schatten eines Gäßchens. Still! Kein Wort! Oder Du bist des Todes!" zischte er mir zu. Aber die Wuth, meine sinnlose Wuth machte mich taub gegen jede Drohung. Ich hatte ihn, endlich, endlich konnte ich meine Rache kühlen. Das Blut schoß mir zu Kopfe, und wild faßte ich ihn an der Gurgel und schrie nach Hilfe, nach Polizei. Vor Wuth konnte ich nicht laut rufen, gepreßt kamen nur heisere Töne aus meiner Kehle, und in demselben Augenblicke fühlte ich einen heftigen Schmerz in der Seite es ward mir schwarz vor den Augen " Erschöpft sank der Alte zurück, keuchend kam der Athem aus s?:ner Brust, seine Augen schlössen sich. Ich rief den Wärter, der nach kurzer Untersuchung den Kopf schüttelte und meinte: Es geht zu Ende." Nach einer Pause schlug der Arme noch einmal die Augen auf, drückte meine Hand und versuchte zu sprechen; die Stimme versagte ihm. Er machte mir mit der Hand ein Zeichen, mich zu thm hinabzubeugen. Ich that es und legte das Ohr an seinen Mund. Leise hauchten seine Lippen: Er heißt Wilhelm von Buchenau." Noch einmal versuchte er, sich aufzunchten, fuhr tastend mit den Fingern über die Bettdecke und stieß mehrere heisere, unartikulirte Laute aus. Dann sank er zurück ein kurzer Todeskampf ein zerrüttetes Menschenleben war ausgelöscht. 34. K a p i t e l. Die Jagd auf den Doppel gängerbeginnt. Sonder bares Pech des Herrn Egidius Schein. Welche Ent deckung Fritz Wildenberger machte. Mein Doppelgänger machte also wieder sein unheimliches Dasein geltend; ich wandelte formlich im Schatten die ses Unholdes. Der Keri macht Fortschritte!" be merkte Wildenberger.
.Jawohl!" sagte ich. Aber ich möchte die Gelegenheit benutzen, zu versuchen, ob ich mir den Alp nicht vom Halsc schaffen kann. Ich denke, ich veruche, meinen Freund von der Rhätia" ,ür die Geschichte zu interessiren." Als ich Bertha den Vorfall erzählte, sagte sie: Du. die Geschichte ist doch nicht so unbedenklich! Da müssen wir entschieden etwas tbun. Ich glaube, der lange fyxx, der mir damals auf dem Schiffe so viel Angst gemacht hat, nimmt sich der Sache schon an, und da er Dich kennt, wird er ja nicht gleich Dich verhaften." Das stimmt!" pflichtete Wildenberger bei. Jedenfalls ist es von Vortheil, wenn die Untersuchung des Falles in seine Hände kommt." Aber was war jetzt am besten zu thun? Gleich morgen früh nach Waukegan fahren!" meinte Bertha. Und der spanische Unterricht?" fragte ich. Den übernehme ich!" erklärte Wildenberger. Sie geben mir einen Brief
an den alten Herrn mtt. daß tch Ihr Stellvertreter sei, und empfehlen mich seiner Gunst. Wenn sie mich dort gut aufnehmen, will ich schon leicht herausbekommen, ob lch's mtt einem ehrlichen Colleqen oder mit einem Hochstapler zu thun habe. Außerdem können Sie mir dabei qar nicht viel helfen, und Ihr Doppelgänger heischt Eile." Das war einleuchtend, und ich war sofort entschlossen. Abgemacht! sagte ich. Sie uvernehmen Ihren und ich meinen Doppelgänger." Und vergiß dan auch ja nicht, Deine Jugendfreundin Mathilde für übermorgen hierher zu bestellen!" ermahnte Bertha. Ich glaube, sie wird gerne kommen." Am anderen Morgen in aller Frühe fuhren wir nach unseren Bcstimmungsorten ab. Sapperment noch einmal!" rief Herr Borowsky, als ich ihm die Geschichte erzählt hatte. Der Kerl darf mir diesmal unter keinen Umständen entgehen. Sofort fahre ich mit Ihnen nach Chicago und lasse mich mit Vollmacht, Verhaftsbefehl und allem sonst Nöthigen ausrüsten. Eine solche Gelegenheit, Sie von diesem Gespenste zu befreien, findet sich so leicht nicht wieder. Warten Sie einen Augenblick, ich stehe gleich zu Ihrer Verfugung." Ich sagte ihm. daß ich Mathilden gern auf Sonntag zu uns einladen würde, wenn dem nichts entgegenstehe. Gewiß nicht!" sagte er. Wir treten sie Ihnen für morgen ab. Kommen Sie gleich mit zu meiner Frau. Er zog mich mit und die würdige Dame ertheilte auch sofort ihre ZustlMMUNg. So!" sagte er. - Während ich mich jetzt zur Fahrt bereit mach, bringen Sie Ihre Jugendfreundin selbst die Nachricht. Hier ist ihr Zimmer." Er klopfte an eine Thüre und schob mich auf Mathildens Herein!" ohne Weiteres in's Zimmer. Ich habe Dich kommen sehen." sagte Mathilde. Aber wo hast Du Deine Bertha?" Diesmal mußt Du zuerst zu uns kommen," erwiderte ich. Die Erlaubniß hab' ich Dir schon erwirkt. Dem Schatz erwartet Dich." Ich theilte ihr nun Alles mit und nahm ihr das Versprechen ab. am nachsten Morgen bei Zeiten zu uns zu kommen. Da kam der lange Herr, vollstandig jagdfertig und mit den nöthigen Wertzeugen versehen, wozu in erster Linie eine Tasche voll Geld gehört!" wie er lachend erklärte. Frischauf zum fröhlichen Jagen!" Unterwegs stellte er noch einige Fragen über den Mordfall und versank dann in stummes Brüten. Erst bei unserer Ankunft in Chicago fuhr er auf und bat um meine Adresse. Gehen Sie jetzt ruhig nach Hause!" sagte er. Ich komme zu Ihnen, sobald ich mit der Geschichte im Klaren bin. Also bis dahin!" Er reichte mir die Hand und ging. Du! Drinnen sitzt Einer!" Mit diesen Worten empfing mich Bertha an der Hc.usthüre. Richtig! Da ,saß Einer vor meinem Schreibtische und as eifrig in Scherr's Buch? über den menschlichen GrößenWahn. Verdutzt blieb ich einen Augenblick an der Thüre stehen. Bertha lächelte und flüsterte mir zu: So sitz; t: schon seit einer Stunde." Jetzt wandte sich der Mann um, und das Mephistogesicht des Herrn Egidius Schein grinste mir ironisch-sanguinisch entgegen. Er erhob sich, warf einen Blick in den Spiegel, strich sich wie besänftigend über die Augen und streckte mir dann die Hcnd entgegen mit den Worten: Dieser Scherr ist wirklich ein origineller Kauz! Die Schilderung des Schneidcrkönigs von Münster ist geradezu großartig! Aber ehe ich vergesse! Sie müssen mir helfen: ich bin in großen Schwulitäten. Die kleine Liebhaberin Sie wissen ja, meine sog. Braut will mich nämlich v:rhaften lassen. Unangenehm, was? Da, der König von Sion hcnte es doch besser, bei dem konnte so was nicht vorkommen. Uebrigens, famos ist die Sache geschildert, wie sich derBengel nach und nach in seine Rolle hiineinarbeitet. Und der Brief an den Landgrasen Philipp mit der Anrede: Lieder Lipp!" das ist ja zum Wälzen!" Und er lachte vergnügt. Wirklich! Der Mann war nicht ernst zu nehmen. Ich machte deshalb auch wenig Umstände mit ihm und fragte ihn gar nicht nach seinen Schwulitäten", wie er sie nannte. Bertha brachte Essen und Trinken, und ich lud ihn dazu in.
Er lächelte elegisch und sagte mit etnem komischen Seufzer: Sie haben das Richtige getroffen, lieber Freund; ich habe Bedürfniß nach Speise und Trank. Ich bin nämlich schon seit gestern Abend unterwegs und habe nur verstohlen eine Kleinigkeit genossen. Denken Sie sich mein Pech! Gestern Abend so gegen fünfUhr bin ich gerade im Begriffe, auszugehen, da höre ich unten in der Hausflur eine tiefe Mannesstimme nach mir fragen. Ich beuge mich über's Geländer und erblicke zwei Herren in Civil, die mir aber ein sehr eigenthümliches amtliches Aussehen hatte. Ich witterte Unheil. Ja so! Sie wissen ja noch nicht. Die kleine Liebhaberin meine Braut, verstehen Sie? war nämlich nach einer heftigen Scene mit Camilla lassen Sie mich den Schleier über jene entsetzlichen Augenblicke ziehen. Die Gäste in dem Lokale haben gelacht. gelacht sag' ich Ihnen, daß Ihnen die Bäuche wackelten. Na, kurz! Die Kleine paspelte etwas von einem gebrochenen Eheversprecben und stürmte wüthend aus der Wirthschaft. Ihre letzten Worte waren: Ich lasse den Schuft verhaften!" Mit dem Schuft" meinte sie mich. Mir blieb nun nichts übrig, als Camilla in meine Wohnung zu schaffen. Uebrigens, ein famoses Weib ist sie doch! Denken Sie nur: Sie hat gleich damals die Garderobe sehr gut verkauft, das Geld eingesteckt und unsern würdigen Regisseur, den verfluchten Kerl", wie er sich selbst gerne nannte, sitzen lassen. Leider haben nun auch meine Gläubiger, denen die Sachen verpfändet waren, das Nachsehen, aber da kann ich ihnen nicht helfen. Hat sie das nicht famos gemacht, was? Aber wo war ich denn stehen geblieben? Richtig! Ich witterte also Unheil, lief schnell in's Zimmer zurück und stopfte mir schleunigst all' mein Geld in die Taschen. Und während die Herren an der vorderen Thür klopften, entwischte ich über die Hinlertreppe. Die ganze Nacht bin ich im Lincoln Park spazieren gegangen. Der Michigansee rauschte mir allerhand zu und schien sich über mich lustig zu machen, und überdies fror , mich höllisch. Aber es war doch besser als im Gefängnisse zu sitzen. Sie kennen ja das und werden meine Gefühle verstehen. Jetzt bin ich aber sozusagen Vogelfrei, ein gejagtes Wild. Mein armes tugendsames W . . ." Er brach ab und versank in stumpfsinniges Schweigen. Hurrah! Hurrah!" rief es plötzlich von draußen, und herein stürzte Wildenberger mit den Worten: Ich hab' ihn! Ich hab' ihn!" Wen?" fragte ich. Wo?" fragte Bertha. Er sah uns erstaunt an und sagte trocken: Ich hab' ihn noch nicht, aber er ist's, es ist bei Hallunke, der mich bestöhlen hat. Jetzt, lieber Freund, habe ich auch einen Doppclgänger aber der kann sich freuen, wenn ich ihn unter die Finger bekomme. Hier sehen Sie sich einmal die Zeich-
nungen an 1" Er holte mehrere große BleistiftZeichnungen aus einem Packe und legte sie auf den Tisch. Hier sehen Sie eine Ansicht aus der Schweizer Colonie Neu-Bern de San Miguel und hier Scenen vom Rio Berde. Bei allen hat der Schlaumeier richtig meinen Namen unten rechts in der Ecke ausgekratzt und seinen Hohenstein" hineingemalt. Aber hier! Sehen Sie das? Bemerken Sie hier bei diesemBaume das kleine große W" nebst dem Datum, 18. Juli 1893? und hier an diesem Steine: 14. Juli"? Aber der Hauptspaß ist hier zu sehen. Dies Ding stellt eine TJiEa an den oberen Fällen des Rio Berde vor, wie ich mir mein zukünftiges Heim dachte: das Ding ist nämlich noch gar nicht vorhanden, und der Kerl hat es den Leuten in Geneva als Wirklichkeit gezeigt. Der Bursche war sonach nie dort. Nun heißt es, den Schlingel fangen. Er ist nämlich schcm südwärts abgedampft, mit zwei Herren von Geneva, welche sich die Gegend dort unten ansehen wollen. Aber das soll ihm nichts helfen. Wenn ich ihn erwische, entwischt er nicht mehr." Schön!" sagte Bertha. Jetzt aber setzen Sie sich erst einmal ruhig hier hin. essen und trinken Sie etwas, und dann warten Sie geduldig bis morgen, eh: Sie abreisen. Mathilde muß doch auch ihren Senf zu dem Gerichte geben. Oder meinen Sie, die soll nun wieder ruhig nach Hause gehen, bis Sie Ihren Doppelgänger gesunden haben?" Wildenberger lachte und rief: Mathilde wird geheirathet und geht mit; es fällt mir gar nicht ein, die schöncn Gegenden d?rt unten wieder zu verlassen, wenn ich jetzt wieder hinkomme. Uebrigens, das wäre auch das Gescheidteste für Sie!" Was denn?" fragte ich. Zu heirathen?" Ach Unsinn!" antwortete er luftig. Sie sollten Ihre Bude hier abbrechen und mit uns nach dem Süden ziehen. Das Klima dort wird Ihnen besser gefallen, als hier das ewige Wechselwetter. und dann könnten wir dort ganz gute Nachbarschaft halten. Sie sehen, ttoafl Egoismus ist auch dabei. Ueberfcacn S.e sich's. Hier in Chicago ist ja doch kein Feld für Sie, hier haben Sie keine Zukunft. Arbeiter sind Sie nicht, ein Geschäft habenSie auch nicht, was wollen Sie also hier? Das deutsch; Theater kann Sie doch nicht fessein, nicht ernähren, das ist ja doch die reine Blasphemie." Mir aus der Seele gesprochen!" rief Egidius. der bis dahin ganz stille geseffen und zugehört hatte. Ich gehe mit nach dem Süden." Wildenbergcr hatte ihn gar nicht oe achtet und sah ihn jetzt erstaunt an.
I der tausend!" rief er. Jetzt erkenne ich Sie erst. Hier ist meine Hand; ich kann dort Leute brauchen vorausgesetzt, daß sie Geld haben." Egidius grinste. Geld wie Heu!" sagte er. Ich habe hier mit meiner Schundkomödie ganz hübsch verdient." Und das tugendsamc W . . ." wollte ich einwerfen. Pst!" unterbracher mich rasch. Ich denke, wir reisen allein. Mein hiesiges Theaterunternehmen muß doch eine Direction behalten." Dabei warf er seinem Ebenbilde im Spiegel einen freundlich verschmitzten Blick zu. Uebrigens," fuhr er fort, müssen Sie mir Obdach gewähren. Ich bin bei Ihnen am sichersten, da Ihre Wohnung meinen guten Freunden nicht bekannt ist." Was blieb uns übrig? Wir mußten neben Wildenberger's Lager noch eins aus einigen Decken für Egidius herstellen. Dieser sah sich die etwas harte Schlafstätte an und deklamirte: Hier will ich ruhen wie cin Gott und träumen, ich sei der König von Sion." Paß auf!" sagte Bertha, als wir allein waren. Wir kommen doch noch nach Mexiko." Und unser Häuschen?" fragte ich. Dafür ftndet sich schon ein Käufer." meinte sie. Uebrigens hat Wildenberger recht, wir passen wirklich nicht nach Chicago." Und unser Kätzchen?" fragte ich weiter. Nehmen wir mit! Gelt. Miez?" sagte Bertha und nahm das kleine schnurrende Ding auf den Arm. Sieh nur, wie klug uns das Ding ansieht! Es weiß ganz genau, daß wir von ihm sprechen."
35. Capitel. W i e Egidius den Staub Chicagos vonseinen Füßen schüttelte. Am nächsten Morgen erklärte Egidius. er wolle uns nicht länger zur Last fallen, als unbedingt nöthig sei, und gedenke sofort vorauszureisen, sobald Wildenberger ihm die erforderlichen Anweisungen gegeben habe, wo er ihn treffen solle u. s. w. Am besten treffen wir uns in St. Louis am Bahnhofe," meinte Wildenberger. Sie sind dort, in einem andern Staate, auch einstweilen in Sicherheit." Schön!" sagte Egidius fast wehmütyig. So verlasse ich denn diesen Ort meiner Erfolge und wandere über den Mississippi, den umgekehrten Weg wie unser würdiger Director von St. Louis. O! Sähe mich jetzt mein tugendsames . Weshalb lachen Sie denn immer?" unterbrach er sich. Ich sage Ihnen, es ist ein eigenthümliches Gefühl, so frei, los und ledig, die Taschen voll Geld, in die weite Welt hinaus zu ziehen. Ich gehe jetzt zur nachsten Station nördlich von hier, wo man mich nicht überraschen kann, fahre nach Milwaukee und von da auf einem UmWege nach St. Louis. Besten Dank einstweilen für die freundliche Aufnähme meines lieben Ichs, und wenn uns das Geschick wieder zusammenführt, dann, Frau Freiling, sollen Sie von mir ein königlichcs Geschenk erhalten als schwachen Beweis meiner Dankbarkeit. Leben Sie wohl, Herr Wildenberger, ich werde in St. Louis im Ashland Hotel absteigen und dort ihre Depesche erwarten. Nochmals Allen ein herzliches Lebewohl!" Er reichte uns Allen die Hand, warf noch einen letzten forschenden Blick in den Spiegel und ging raschen Schnttes von dannen. Ein putziger Kert!" meinte Wildenberger lächelnd. Aber jetzt ist es Zeit, zum Bahnhofe zu gehen, der Zug von Waukegan wird bald kommen." Aber behalten Sie Mathilden nicht für sich alleine!" ermähnte ihn Bertha. Ich bin furchtbar neugierig auf sie." Ich bringe sie Ihnen, sobald ich selder sie habe!" rief er noch unter der Thüre und stürmte davon. 36. Capitel. Zwei glückliche Paare. Wer mit seinem Erfolge nicht zufrieden war. Hans!" rief etwa eine Stunde später Bertha. Komm mal her an's Fenster!" Ich sah hinaus. Wildenberger und Mathilde kamen Arm in Arm auf das toaus zu. Her hab' ich sie!" rief er strahlend vor Freude schon von Weitem. Nun wünscht unsGlück und dann entschließt Euch in Bälde zur Wanderung oder denkt an's Abschiednehmen. In den nächsten Tagen geht es nach Süden. Na, wie gefallen sich die beiden Damen gegenseitig? Es schien, sie fanden Gefallen aneinander; Mathilde war ganz entzückt über Bertha s Haar. Welche prachtvolle Farbe!" rief sie. Das ist a doch blos äußerlich!" meinte Bertha. Aber hübsch ist's doch!" versichert.Maihilde und fuhr fort: Wißt Ihr das Neueste? Fritz reist hinter seinem Doppelgänger her " Und Mathilde reist gleich mir!" ergänzte Wildenberger. Morgen wird geheirathet. Die Erlaubniß von Mathildens Eltern haben wir per Kabeldepesche erbeten und erlangt. Das Geld ist ja da. Hurrah!!" Dabei machte er anen Luftsprung, daß die ganze Bude wackelte, stieß sich aber dabei unsanft an der Decke. Sehen Sie!" sagte ich. Sie vergessen, daß Sie noch nicht unter den Bäumen des Urwaldes sind.Er rieb sich den Kopf und entgegncte in kläglichem Tone: ,Ja, ja! Die moderne Cultur macht
sich in den Ver. Staaten immer sehr fühlbar bemerklich. Wahrhaftig! Sie
sollten sich schon der hiestgen Cultur wegen zum Mitgehen entschließen." Soll auch geichchen! sagte ich. Wir haben, während Ihr Euch fandet. großen Kriegsrath gehalten und gefunden, daß uns ein Klimawechsel besonders der lieben Mitmenschen ivegen sehr nothwendig nt. Wir rei-en, sobald wir unser Häuschen los sind. Können wir nicht mit, kommen wir nach." f Abgemacht?" fragte er, mir di5 Hand hinhaltend. Abgemacht: sagte ich einschlagend. Es war ein vergnügter, glücklicher Nachmittag, den wir zusammen verlebten, und ehe wir's uns versahen. war die Zeit des Abschiedes für Mathilde gekommen. Am nächsten Tage wollte Wildenberger nach Waukegan fahren, um Mathilden von ihrem Contraite zu befreien. Und dann geht's in die Berge!" fuhr er fort. Da gibt's strenge FußMärsche zu machen, Schatz, und dazu mußt Du eine vernünftige Kleidung anlegen. In diesen langen Gewändern wandelt sich's schlecht bergauf durch die Waldungen." Mathilde lachte und erklärte: Das hab' ich schon mit Bertha verabredet: Wir erscheinen in passenden Bergsteigcostümen." Jawohl!" bestätigte Bertha. In Bloomer - Anzügen und großmächtigen Sombreros sooo!" deutete sie bildlich an und lachte ausgelassen und klatschte .n die Händ? wie ein vergnügtes Baby", meinte Mathilde. Schritte näherten sich der Thüre; es klopfte. Herein!" Und herein trat langsam und niedergeschlagen Herr Borowsky. Nach der ersten Begrüßung sank er auf einen Stuhl und stöhnte: Wieder nichts! Ich habe kein Glück mit dem Halunken. Der Kerl muß mit dem Teufel im Bunde sein, sonst könnte er nicht immer so spurlos verschwinden. gerade wenn man ihn am sichersten beim Kanthaken zu haben glaubt. Jetzt wäre die schönste Gelegenheit, ihn unschädlich zu machen, und nun hat man ihn nicht. Es hat ja diesmal keine so große Gefahr für sie, Herr Freiling, aber wenn sich dieser Erzlump einmal zur Ermordunq eines Prominenten versteigt, und Sie werden wieder mit ihm verwechselt potz Kukuk! Der Spaß könnte lebensgefährlich iverden. Und überdies die verdammte Blamage, daß der Kunde förmlich Schindluder mit der Kriminalpolizei treibt!" Er sprang auf und ging mit langen Schritten im Zimmer auf und ab. BeruhigenSie sich!" sagte ich. Der Kerl mag hier herum spuken, so lange es ihm gefällt, ich räume ihm das Feld und gehe mit Wildenberger nach Me ziko." Er blieb stehen und sah mich einen Augenblick verdutzt an Dann nickte er und sagte ruhig: Hm! Das ändert allerdings die Sachlage. Auf diese Weise kommen Sie aus dem Dilemna. Aber ich erwische ihn dock noch, und dann muß der Kerl baumeln, so wahr ich Borowsky heiße." Also Sie sind der Forschungsreis sende Wildenberger?" wandte er sich dann an diesen. Entschuldigen Sie, daß ich jetzt erst gebührend von Ihnen Kenntniß nehme, aber Freiling's Doppelgänger machte mir viel zu schaffen." Vielleicht mache jetzt ich Ihnen an seiner Statt zu schaffen," sagte Wildenberger lachend. Ich bin im Begriffe, direct einen Raub in Ihrem Hause zu unternehmen." Borowsky sah die mächtige Figur Wildenbergs zweifelnd von oben bis unten an. Er ist ungefährlich!" bemerkte Mathilde. Sein Raubzug gilt nur mir." Und Sie machen ihn schon zahm, das kann ich mir denken," sagte Borowsky. Also, so stehen die Dinge?" fuhr er fort und reichte beiden Verlobten die Hände. Na, da wünsche ich alles Glück, und wenn ich Ihnen irgendwie von Nutzen sein kann, stehe ich zu Diensten." .Das können Sie schon," erklärte Wildenberger, wenn Sie mir angeben wollen, wie ich am besten zu Werke gehen muß, um meinen Doppelgänger dingfest zu machen. Ja, staunen SK nur! Ich habe auch solch ein Ding. Aehulich sehen soll mir de.' Bengel allerdings nicht, aber desto größereAehnlichkeit besitzen seine Schilderungen und Bilder aus Mexiko mit den meinigen. Er ist jedenfalls derselbe Schlingel, der mich vor einigen Monaten im Eisenbahnwagen ausplünderte." Mann! Das interesirt mich!" rief Borowsky. Das müssen Sie mir ausführlicher erzählen." Aufmerksam hörte er nun der Erzählung Wildenberger's zu und saß, nachdem Jener geendet, einen Augenblick in Gedanken versunken, aber mit ganz pfiffigem Gesichte da. Na. wie gefällt Ihnen der Spaß?" fragte Wildenberger. Das ist doch ein ganz unternehmender Junge, was?" Jawohl!" sag'.e Borowsky und erhob sich langsam. Das ist ein prächtiges Raudthier, und ich helfe Ihnen, dasselbe zur Strecke zu bringen." Wie?! Sie wollten? ! rief Wildenberger. Das ist ja weit mehr, als ich verlangen kann!" Lieber Herr!" erklärte Borowsky. Ich wetze dadurch die Scharte aus, daß ich mir den anderen Gauner entschlüpfen ließ. Also nach Mexico ist der Patron abgedampft? Na, das soll ihm wenig helfen, dort gibt's auch Bäume und Stricke." Nun ging's an's Plänemachen und Ueberlegen, wie die Sache am besten in's Werk zu setzen sei. (Fortsetzung folgt.)
Fslr die Auch?.
Ronpo ; la Roine. Man nehme Rindfleisch. Kalbfleisch und eine eine Henne, von jedem so viel, daß eine kräftige Brühe davon entsteht, und lbue alsdann Sellerie, Mohrrüben, Petersilie und ein Lorbeerblatt hinzu, sowie einige Körner Englisch Gewürz, Pfeffer und 1 Nelke, sodann eine in Sahne eingeweichte Semmel und dai Gelbe vcn 4 bis 6 bartgekochten Eiern, das vorher im Mörser gestoßen wird,. Eine Stunde vor dem Anrichten thue man eine ganz lveiße Einbrenne aran und zielte die 3uppc mil 5 in Qüttr Sahne zerquirlten Eidottern ab. ' schneide das Fleisch der Henne in feine Filets, gebe es in :di Suppenterrine und schütte die Suppe darauf. Man giebt nebenher Parmesan - EroutonS, oder zu Dreiecken geschnittene Seiiimel, die in goldgelber Bulter unter Beigabe von etwas Salz kroß geröstet ist. Neue Blumenkohlfauce. Ein halbes Pint saure 5ahne wird mit 4 Eidottern auf dem Feuer unter bc ständigem Rühren bis vors Koch:n gebracht. Dann wiro ein wenig Zucker, Salz und Citronensaft, sowie Blu menkohlwasier hinzugerührt und die Sauce nach gutem Durchrühren über die angerichteten Blumenkchlrosen ae gössen. Pudding aus Suppen f l e i s.ch. Ein Viertel Pfund Butter wird erst allein, dann mit sechs Ei gelb recht schaumig gerührt. hierauf werden 1$ Pfund gekochtes, kalt recht fcingehacktes Rindfleisch, ein ebenfalls feingehackter Hering, etwas Citronenschale, eine feingewiegte Zwiebel. Mus katnuß, weißer Pfeffer, das etwa noch nöthige Salz und 3 Unzen gestoßenes Weißbrod dazu gethan, zuletzt wird der Schnee von sieben Eiweiß ein Eigelb bleibt zum Beiguß zurück) leicht darun ter gemischt. In gut bestochener und bestreuter Form wird der Pudding ei Stunde gekocht. Zum Beiguß werde die Heringsabfälle mit etwas Citronenschale in Fleischbrühe tüchtig ge kocht, 'dann durch ein Sieb gegossen, mit ein wenig Rothwein und Mehk glatt gekocht uirt nnt dem Eigelb ab gezogen. Reste von gekochtem Schinken unter das Suppenfleisch gehackt, ver bessern den Pudding bedeutend. Gepökelte Zunge. Eine Ochsenzunge wird gut gewaschen, ab getrocknet und in eine große Schüssel gelegt. Etwas Salpeter, eine Hand voll Wachholder - Beeren, einige Ge würznelken. ganze schwarze Pfeffer iörner und 2 Lorbeerblätter werde nun im Mörser gestoßen und mit 4 5 großen Zwiebeln, etwas Knoblauch (grob gewiegt) und 1 Pfd. Salz gut vermiscbt. Damit reibt man die Zunge ein und läßt sie über Nackt stehe. Anderen Tags legt man die Zunge mit allen Zuthaten in ein passendes Gefäß un'd deckt einen mit Steinen beschwer ten Holzdeckel darüber. Die Zunge wird 10 bis 12. Tage lang darin delas sen und alle zwei Tage umgewendet. Tann wird sie heraus genommen, unge waschen mit kaltem Wasser und Zusatz von einigen Schöpflöffeln voll Beize in einer großen passenden Cosserolle auf gesetzt und muß nun 2 bis 2 Stunde langsam kochen. Bor dem Servirea zieht man die Haut ab. Die Zunge kann warm oder kalt gegessen werden. Gebratener Hase mit Rahm. Ein nickt zu alter Hase wird, nachdem er gut abgehäutet, ausgewa schen, gesalzen, Rücken und Lauf zier lich gespickt, dann mit kochendem Essig und Wasser, gemischt, begossen. Gelde Rüben, Petersilienwurzeln, Zwiebel und Sellerie, in Scheiben geschnitten. Lorbeerblätter, ein Stückchen Ingwer, ein paar Gewürznelken, Pfefferkörner und Citronenschalen darein gegeben, der Hase einige Tage darinnen gelas sen und währerrd dieser Zeit öfter um gedreht. Ter Hase wird in der Brat pfanne. mit Butter und Rahm abwech selnd begossen, gar gebraten und auf die Schüssel gelegt. Die Sauce wird mit Kapern und etwas Fleischbrühe gewürzt, in einer Sauceschale extra angerichtet. Will man Gemüse. Suppen kr'äuter. Petersilie etc. trocknen, daß sie Geschmack, Geruch und Farbe behalten, so darf weder direkte Sonnenwärme noch künstliche Wärme angewendet werden. Am besten trocknet man übe? Kalk, in einer Kiste, die ziemlich luft dicht verschlossen werden kann. Auf den Boden der Kiste legt man faufU große Stücke frisch gebrannten Kalkes, bringt in halber Höhe der Kiste ei Lattengestell an, über das man Gaze legt, und auf diese Gase werden die zerschnittenen Pflanzen gebracht. In wenigen Tagen nimmt der Kalk alle Feuchtigkeit auf. die Pflanzen trockne vollständig und behalten die charakte ristischen Eigenschaften der frische Pflanze. Klops von Schweinebra. t e n. Man treibt ein gutes Stück Schweinefleisch durch die Maschine, dann nimmt man Citronensaft. Salz, geschmolzene Butter, gestoßenes Ge würz und etwas geriebene Semmel, rührt alles nebst einigen Eiern zusam men und mackt Klops davon. Den thut man in einen Tiegel ein tüchtiges Stück Butter, ganz klein geschnittene Zwiebel. Citronenschale, sechs bis acht Sardellen, legt denKlops Hinein, gießt die Brühe von den ausgekochten Seh neu hinzu, macht die Sauce mit Sem mel seimig und läßt alles zugedeckt eine halbe Stunde kochen. Die Zeiten ändernsich. Junge Frau (schmollend): Siehst Du. als Du mir Deine Liebe gestandeft. sagtest Du. Tu würdest mich auf de Händen tragen und jetzt ..." Er: Aber meine Liebe, seit unserer Ver lobung haft Tu milidestenk zehn Psas zugenommen."
