Indiana Tribüne, Volume 24, Number 85, Indianapolis, Marion County, 12 December 1900 — Page 1

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n i 4 L, i (trtbituc r 4 -Mit- H Sonntags- & Matt w z, U)-erBotije g 1 :r1! MX Mg i V ftft X i 'K Ofsdichtt eben lad;tititta0 uul üonntag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Bkittwoch, den l2. Dezember 1900. 9t. 85

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Allsland Depeschen

Das bntischcParlamcttt Bewilligt weitere 08O, 000,000 fif die Fort snhrungdes Krieges. G. öcu l'ord Koberts längst sür ffl Enöe erklärt ljat. tc Wet im Kampf mit den Briten. ie holländische Kcftemi wirö km Schiedsgericht in Anregung bringen. . Der 5:reit zwischen Portugal und HoUauö. lkrschicdnttß M dn Deut; ijen Reich. Md greis! die RegimMD im Reichstag neftta, an. , . En gclsjilrifci VVßV weße MsjeftiMeleiViWMD gcrnr; regelt o B n d r i : i s ch e N P a r l a m e n t. lonicn, 12. Dez. Das Unter Hans bercisliare an: Dienstag rr.it 234 gegen S Stimmen weiten 15.000,00(1 .. die Fntffhrnng bei Krieges, den corr ftcoertä feit Monat! täglich für beendet erklärte. Es sind dies die volen Kriegskosten für weitere drei Molate. Im Parlament schien die Angeiegercheit gar kein großes Interesse zu oerurjachen und das Ökstl wurde verwilligt, als ob e: ftch um nur etwas älttagliches handle. Die Rede des neuen 5-r-;zsfekre7ärs, Herrn Broderick. klang sehr pessimistisch und trostlos, die Mitglieder des Partanents. wie die Nation des Krieges rnü?e, schienen aber nicht geneigt, etwas zu !ritisiren. Nicht erannl das Zugestandiiy des Herrn Broden i, daß selbst die Freiwilligen nicht von Südafrika entekrt werden Eornrtt, gab Veranlasjung zu einer ehe als gewöhnlichen Debatte. Cigaretten vom Sultan. K 0 n st a n t i n o p e i, 12. Dez. Der Sultan schickt? an-, Sonntag eine Quantität Cigaretten an die Mannschaft des Ver. St. 'Panzerschiffes .Kentuckq" in Smyrna. Kapitän Coldr? M. Shefttt. der Commandeur der JttKtwfas, wird wahrscheinlich am 2 :;::::'rag an Bord )e Schiffes znrükttehre. lez Aufstand in M e r i k o. O a r a c a. Mr.ito, 12. 2)tjtfilftec. Yin bewaffnete? Aufstand gegen die betzehende Staatsregierunz von Fueatan 'and vor einigen Tagen in Solferino tatt. Die Ausständigen wurden aber chnell unterdrückt und ungefähr fünfzig der Anfürre: v;i;'i,m naeb M.--;ioia gebracht, wo ße orozenirt ftxi )en. Sie werden wao:; eneinlict) er'ch offen weisen. A d o China. Peking. UL Dezember. In der heutigen Konferenz der sandten wure die Frage aufaen'rfen, ob Li .)ung Chang und Prinz Chinz wirk.ich ermächtigt feien, im Namen des ofes die Friedensver.' m)lungen zu ühren. Einige der Gesandten erklären, autorisirt zu sein, mit den beioen Staatsmännern al den Zreprasent ven Chinas zu unterhandeln, wäbrend indere. darunter 2er deutsche Äesandje, noch keine Instruktionen erhalten hatten. Es wurde iirdeft beschlossen, mit den Unterhandlungen begonaen werden solle, sobald Sir Ernest Nason Swatow. der britischeSesandte, ,on seiner Regierung angewiesen wird, der gemeinschaftlichen Note zuzustimnen; es sei denn, dafz die Gesandten aon ihren Regie -angen gegentheilige Instruktionen erhalten. Graf von Walderfee hat dem &tnt.al Gaselee $63,000 übergeben, als den Antheil der Briten an der von der Pao Ting Fu Ery:ditton gemachten Leute. Gen. Gaselee übergab seinerseits die Summe ' eitischen Gesandten Swatow. der damit währeno oes Winters hils-öbedürftize Chinesen unterstützen soll. Li Hung Chang stattete während des Tages dem General Chaffee einen Besuch ab. Er erklärte bei dieser Gelegenheit, datz seine Vollmacht, mit den Gesandten zu unterhandeln, eine absolute sei. obgleich sie ihm telegraphisch ertheilt wurde. In der provisorischen Regierung, die m Dienstag unter dem Vorsitz des -Obersten Baron von Ganl ihre erste Sitzung abhielt, waren die Ver. Staa ten durch den Hauptmann Dodds vom 9. Jnfanterie-Reqiment vertreten. Al.

1 le :jreg:;ruig;,T nno vertreten, ausgenommen Frankreich, dessen Gesandter ; Daraus besteht, oaft das von den ranosen besetzte Gebtet nicht der Kontrolle der Kommission unterstellt werden sollte. Es wurden ein? Anzahl Sud- ', kommittees ernannt, denen auch prominente Chinesen zugefügt wurden. Die Eisenbahn zwischen Peking und Tien Tsm ist setzt wieder im Betrieb. S;u auS vier Waggons bestebender Zug kam am Sonntag hier an. Er legte die Z?ahrt ohne Störung zurück. Der ' rgelmäftiqe Verkehr wird am 16. De

ember wieder aufgenommen werden. Henrik Ibsen über den Boerenkrieg. hristiania, Norwegen. 12. Dez. Henrik Ibsen wiederholt im ,Oreblad" die früher von ihm abgege .)ene Erklärung, daß die Boeren selbst rüher immer schwächere Volker in bru'stier Weise unterdrückt hätten und die in so vielen Ländern für die Boeren , zur Schau getragene sylnpathte ungerechtfertigt und geradezu lächerlich sei. Aus dem deutschen Reich. Berlin, 12. Dez. Die Morgen zeitungen heißen im Allgemeinen die Rede des Grafen von Bülow gut. die ! er am ?op!ag in Bezug auf die AbWeisung des Präsidenten Krüger seitens des Kaisers Wilhelm im Reichstag gehakten; sie tadeln aber, dag er bei dieser Gelegenheit nichts über seine innere Politik gesagt habe. Das Tageblatt" sagt indeß, daß Äraf von Bülow die rage nickt beantwortet habe, warum man es für nöthig gehalten. Herrn Krüger eine Beleidi-gu-g '.ö.'rszhren zu lassen, seldn zugegeben, daß Deutschland ihm nicht helfen kvnne. Die , Vosstse JeitUNg" sag', der Reichskan habe schriftliche Beweise dafür, daß Deutschland, zusammen mit Hollaito, wtedethol! .Herrn Krüger gewarnt, der letztere aber alle War.iungen "unbeachtet gelassen habe. Das deutsche auswärtige Amt hat die Ässouirte Presse autvrisirt, die folgende Erklärung über den Waldersee Chaffee Zwischenfall abzugeben: ..General Chaffee Hütte einen im groben Ton gehaltenen Brief an den Felömarschall Grafen von Waldersee gerichtet und der Feldmarschall weigerte sich, ihn. in Empfang zu nehmen. . Er schickte ihn sofort an General Chafi fee zurück. Gen. Chaffee sckr'eb dann : einen zweiten Brief, in dem er sich wegen des groben Tones entschuldigte, und Graf von Walderfee lud ihn da raufhin zum Frühstück ein. Der Zwischenfall war damit erledigt." Die b o l l ä n d i s ch e Regie r u n g will sich nicht einmischen. Haag'. 12. Dez. Die holländische Regierung hat sich am Dienstag definitiv geweigert, die Initiative zu ergreifm uno ein Schiedsgericht zur Schlichtung des Streites zwischen England und dem. Transvaal in Vorschlag zu bringen. Der Minister des Aeußeren. Dr. de Beaufort. deutete Herrn ir.: ;z an. Daß die Initiativ' von einer der Großmächte ausgehen müsse. Die Gesandtschaft des Transvaal erklärt, ermächtigt zu sein, das Gerücht . für unwahr zu erklären, daß der russische Kaiser telegrapbisch erklart habe. Herrn Krüger nicht empfangen zu tonnen. In Beantwortung einer Jnterpellation des Grafen van Bylandt über die Spannung zwischen den Niederlanden und Portugal gab der Min ist des Aeußeren Dr. Ä. M, d? Beaufort einen , Ueberblick über den Zwischenfall, toeU cher seiner Aussage nach übertri.'o.'.-. worden sei. Der bollänoische Gesandte in L' bon habe am 17 November seiner Regierung gemeldet, daß Portugal dem holländischen Konsul in Lorenzo Marques das Erequatur zu entziehen wünsche. falls die niederländische Regierung i ihn nicht abberufen wolle Da die letztere keine offizielle Benach ' richtigung davon erhalten hatte, daß Herr Potts, wie angegeben, gestattet habt, daß Kriegs Kontrabande eingeI führt sei, so weigerte sich die niederländische Regierung, den Konsul abzuoerufen, fondern kabelte Herrn Potts, so ' fort einen angehenden Bericht über die Angelegenheit einzusenden. Der Kon- ' sul bat dann um Urlaub, um persön- ! lich seinen Bericht abzustatten. Dieser wurde gewährt und die portugiesische , Regierung ersucht, die Entscheidung j auf dr-i Dionale zu verschieben, bis die ; holländischeRegierung den Bericht ihres Konsuls geprüft habe. Da hierauf keine Antwort erfolgte. so glaubte man im Haag, daß die por- ! tugiesische Regierung stiUschweiaend zugestimmt habe und war um so mehr ; erstaunt, als die letztere auf Entziehung ! des Erequaturs best.ind. Der Premierminister erklärte, daß ! er nicht wisse, ob neue Klagen gegen j Herrn Potts eingelaufen seien, aber i eine Reklamation jes holländischen Ge-

N. schen Regierung wär zu jetziger Zeit inopportun. Der dortige Gesandte sei nur aufgefordert, seiner (der holländischen) Regierung Bericht über etwaige neue Phasen des Falles y.i erstatten und Herr Potts würde innerhalb eines Monats im. Haag sein und Bericht erstatten. Nachdem Graf van Bylandt nach die Hoffnung ausgesprochen hatte, daß der Zwischenfall bald in freundschaftllcher Weise erledigt werden würde, ging man zur Tagesordnung über. Vom deutschen Reichstag. Berlin, 12. Dez. Im Reichstag hielt am Dienstag während der BudgetDebatte Herr Bebe. Sozialist. eine lange Rede. Er erklärte darin, daß er im Allgemeinen mit Dem übereinstim me, was Graf von Bülow am Montag über die Transoaal-Angelegenheit aesagt, und fügte dann hinzu: ..Wir lia ben allen Grund, uns mit England auf frenndschaftlichem Fuße zu halten, dürfen dadurch aber nicht die Freiheit des Handelns einbüßen. Troem sehe ich mich aber veranlaßt, zu ertlä, ren, daß die .tr:.'gfiihrung Englands in Südafrika eine b? barifche und verabscheuungsivürdige ist " Des Weiteren kritisirte Herr Bebel die Regierung in überaus scharfer Weise wegen der Abweisung des Herrn Krüger. Er sagte, daß der Kaiser Wilhelm Herrn Krüger auch hätte empfangen können, nachdem der Präsident Lot: bet ihn empfangen. Zwei Stunden lang kritisirte Herr Bebel in bitterer Weise die allgemeine Politik der Regierung, und die Abaeordneten, die offenbar bereit waren, sich mit anderen Angelegenheiten zu beschäftigen als mit dem Budget, folgten mit der größten Aufmerksamkeit. ..Wir befinden uns erst am Anfang einer finanziellen und wirthschaftlichen Krisis' sagte er. ..Die offiziellen Zahlen beweisen, daß sich die Rcicksfinanzen in einem schrecklichen Zustand befinden." ..Der Kaiser Wilhelm." fuhr er fort, hätte der Allerletzte fein sollen, der Herrn Krüger den Rücken zeigte, besonders nach der Depesche oom Jahre 18l)6, die von den Soziaiisten nichr gutgeheißen wurde, die aber vom Centrum und der Rechten unterstützt wur de. Was der Reichskanzler gestern im Reichstag sagte, war genau das, was ich selbst im Jahre 1896 gesagt habe." Nachdem er dann den Kaiser WilHelm kritisirt hatte, weil er sicki bei jeder wichtigen Gelegenheit von seinem Impuls fortreißen lasse, sagte Bebel. daß dies? Unbeständigkeit auch die ganze innere und äußere Politik Deutsch lands erfaßt habe. Er verlangte destimmte Erklärungen von dem Grafen von Bülo?v. dem Grafen von PosadowskN'Wehner. General von Goßler und Admiral von Tirpitz, warum ge wisse Schrate actliin worden seien, wie z. B,, oaß die freiwilligen Beiträge für die Vermehrung der Flotte zum Bau von Kanonenbooten für die chinesischen Ge nässer oerivendet wurden, ohne daß die Erlaubniß vom Reichstag dafür eingeholt worden sei. Graf von Posadowsky Wehner erklärte in einer Rede, oaß die Zoll-Dis-kriminationen der Ver. Staaten gegen Deutschland aufgehört hätten, und die Ver. Staaten Deutschland jetzt dieselben Preferential-Zölle gewähre, wie Frankreich. Der Graf sagte dann weiter: Ich kann nicht mgeben, oaß der Präsidrnt der Ver. Staaten in. seiner Botschaft von Wiedervergeltungsmaßregeln :n Zvllanzelegenlze te" gesprochen hat. wie Die Herren Bebel und Richter behaupteten. denn die Einfuhrverbote, die toii erlassen haben, sind nur höchst unbedeutend im Verglich mit den noch in Kraft desinzllchen amerikanischen Verboten." err oeilo, einer der Anwälte des Bankiers ternderg, der eines Sittlichkeitsvergehens angeklagt ist, hat den Staatsanwalt Brant auf Pistolen gefordert, weil er sich durch von diesem gemacht? Aeußerungen beleidigt fühlte. Herr 2ello hat feit dem deutsch -franzö , sischen Kriege das eiserne Kreuz. Herr Brant ha! die Forderung nicht angenommen. Der Norddeutsch? Lloyd-Dampfer Köln". Kapt. Bruns ist in Wilhelms, haben angekommen. Er fnhr am 29. Oktober von Shanghai ab und hatte 1000 deutsche Soldaten. 43 chinesische Mörser und Kanonen. 27 Tempelschilder und andere Trophäen an Bord. Das ..Berliner Tageblatt" gelangt auf Grund der von dem Schatzamtssetretär. Baron von Thielemann, gemachten Angaben zu dem Schluß, daß das Reich eine Anleihe von mindestens 400 Millionen Mark aufnehmen müsse. Maj Lensmann, das zehnjährige Söhnchen. eines Berliner Anwalts, ist wegen Majestätsbeleidigung vom Gnn nasium entlassen worden. Der Kleine soll das schreckl'ch: krvrechen begangen Haber, als der Klassenlehrer das neuliche Attentat auf den Kaiser in Breslau erwähnte.

sanoten rn tuavon bei der portugien-

JttlttNd Depeschen.

Jiiaugul aliott MüMleurs ZttWkn um jfrnladu). Bankraub in Sevilla, O. Der Stannaro Mord wieder ins Ge dächtnijj Mülkgerilfett. Jnaugurirt. Frankfort, Kh., 12. Nov. Gouverneur C. W. Beckham ward am Dienstag für die noch restirenden drei Jahre des jetzigen Gouverneur-Ter-mins als Gouverneur inaugurirt. Fast alle Staats-Miliz- und politischen Organisationen. darunter auch der Duck-wrth-Klub von Cincinnati. sowie die bi rgerlichen Gesellschaften nahmen an der Parade theil. Die Stadt war zu Eren des Tages reich detorirt und der Andrang des Publikums war enorm. Herrliches Wetter begünstigte die Festlichkeiten, welch? am Abend m:t dem übüchen Jnaugurations-Ball schlössen. Der Stannard-Mord der . Vergessenheit entrückt. New Haben. Conn., 12. Dez. Dem Coroner Mix ist aus dem Nachlaß des eben verstorbenen Staatsanwalts Doolittle ein blutiges Messer mit den Buchnaben H. H. H." übergeben worden und dadurch in die Ermordung der jungen Mary Stannard wieder ufgefriscl't worden. Die drei ,.H." sind die Initialen des Pastors Herbert H. Hayden, welcher vor 22 Ja''re:: jener Blutthat halber mit knapper Noth dem Galgen entging. Der Coroner wird mit dem Distriktsanwalt konferiren und bei feiner in verschiedenen Mordfällen entwickelten Energie ist es nicht unmöglich, daß er den ??all abermals vor die Gerichte bringen wird. Hariden war im aüre 1878 Pfarrer der North Madifon CongregationalKirche und Frl. Stannard, damals kaum 20 Jahre alt. war die Gelellschafterin der Frau Pastorin. Eines Tages wurde das Mädchen in einem. Wäloche . nabe Hachden's WoNn',ni gefunden. mit einer tödtlichen Stichwunde in der Brust. Außerdem ergab eine Untersuchung des Magens das VorHandensein einer starken Dosis Arsenik. Di' Erperten bezeichneten die Stichwunoe jedoch als di: direkte Todesurfache. Pastor .fanden wurde der That besedloigt und der Prozeß, welcher mebrere Wochen dauerte, war wohl der intereffanteste Kriminalfall in der Geschichte des Staates. Der Pastor mußte gestehen, daß er das Arsenik in einer Apotheke in 'INiodletown gekauft hatte. Die Geschworenen konnten sich aber nicht einigen und Hayden ging als freier Mann aus dem Prozeß hervor. Zdie zum Vorschein gekommeneWaffe ist ein Taschenmesser mit einer drei Zoll langen Klinge und ist mit Blut bedeckt. Auch des Pastors K'.eider waren voll Blutflecken, doch gab er an, er habe Schweine geschlachtet und sich dabei beschmutzt. Das Messer wurde längere Zeit nach der Entlassung Hayden's von einem Jäger nahe dem Baume entdeckt, unter welchem die Leiche der 'annard gefunden wurde, und von dem Manne dem Stantsanwalt gebracht. Doolittle aber erklärte rundweg, er weroe den Haqden nicht noch einmal prozessiren, denn die Geschichte koste dem Staat zu viel elo. Das Messer steckte er in ein Schubfach, um nun in den Händen des Coroners und seines Nachfolgers vielleicht doch noch der Gerechtigkeit Zeuqeroienste zu leisten. Hayden gab nach seinem senfationellen Prozeß das Predigeramt auf und wurde Grocer. Als solcher ist er zur Zeit noch in New Haoen tbätig, obschon er beinahe 70 Jahre alt in. Der Kuhn-Mordprozeß iin Gange.' Des M o i n e ö , Iowa. 12. Dez. Die Jurv. vor welcher Frau Charles Kühn prozessirt werden wird, die ange klagt ist, ihren Gatten vergiftet zu haden, wurde am Dienstag Nachmittag zusammengestellt. Der taatsanwal! erklärte in seiner Eröffnungsrede, ei wolle beweisen, daß Frau Kühn Strnch nin in eine Flasche mit Bier gethan ha be, die ihr Mann austrank. Erfolgreiche Einbrecher. S e v i l l e . Ohio, 12. Dez. Sechs rnaskirte Einbrecher bemächtigten sich in der Nacht zum Dienstag des Stadt, marschalls Weaver, und nachdem sie ihn gebunden und gewebelt. sprengten si den Geldschran! in High's Bank, aus dem sie $1600 raubten. Durch die Er plosion wurden mehrere Bürger geweckt die Jagd auf die Einbrecher machten und Schüsse mit ihnen wechselten, dü Gauner erreichten aber glücklich de? Bahnhof und entkamen auf einer Drai.-sine.

NusdcrBundcshanptftadt

30. jiiiiiflni Meile Srjte . Die Äriegsstcuer-Borlage im HauS angenommen. Senat. Washington, D. C., 12. Dez. Die erste Rede gegen die Schiffssubstdienvorlage wurde am Dienstag von dem Senator Clay, von Georgia, ge halten. Er ist einer der energischsten Gegner der Vorlage im Senat und die Senatoren beider Parteien hörten des halb seiner beinahe zweistündigen Rede mit der größten Aufmerksamkeit zu. Dies gilt ganz besonders oon Senator Hanna, der dem Senator auf seine Argumente antworten wid. Am Anfang der Sitzung fand eine lebhafte Kontroverse darüber statt, an welches Kommittee die vom Haus angenommene Oleomargarin-Bill verwiesen werben soll. Sie wurde schließlich an das Kommittee für landwirth schaftliche Angelegenheiten verwiesen. Es war dies ein Sieg für die Befürworter der Vorlage. Am Mittwoch findet keine Sitzung statt, da dann der hundertste Jahres tag der Etablirunq der Regierung in Washington gefeiert wird. Repräsentantenhaus. Im Haus begann am Dienstag die Debatte über die Vorlage, demzufolge die Kriegssteuern um ungefähr $40,000,000 herabgesetzt werden sollen. Repr. Payne, Vorsitzer des Ausschüsse? für Mttte! und Wege, sprach zu Gun ften der Vorlage und Repr. Swanson, von Va., dagegen. Die Debatte erreichte aber damit für bute schon ein Ende, da sich das Haus bald vertagte, um es den Arbeitern möglich zu macken. den Sii)ungssaal für die morgige Centennialfeier zu schmücken. Ehe di? Kriegssteuer. Vorlage auf genommen wurde, wurde eine Resolution angenommen, derzufolge ein Spe zial-Kommittee. aus fünf Mitgliedern des Hauses bestehend, ernannt werden soll, um eine Untersuchung betreffs des Ablebens von Oscar L. Booz, von Bristol. Pa.. zu führen, der kürzlich gestorben ist. angeblich in Folge von. Mißhandlusgen. die er. als Kadett in West Point, seitens seiner Kameraden zu erdulden hatte. Dieser Beschluß wurde gefaßt, trotzdem der Ausschuß für Militär-Angelegenheiten dringend empfohlen hatte, das Kriegsdeparkement die Untersuchung fuhren zu lassen. Zu Gast bei Richter Harland. Präsident McKinley und der frühere Präsident Benj. Harrison waren am Montag Abeno zusammen Gäste bei dem Richter Harland vom Oberbundesgericht. Es war dies das erste Mal seit längerer Zeit, daß der Präsident an einem Diner außerhalb des Weißen Hauses tbeilnahm. Die Thatsache, datz er die Einladung zu einem Diner annahm, bei dem er mit dem früheren Präsidenten Harrison zusammentreffen würde, wird als Beweis dafür angesehen, daß die Gerüchte, die Beziehungen zwischen den beiden Männern seien gespannter Natui, aus der Luft gcgriffen sind. Gen. Benj. Harrison stattete am Dienstag Nachmittag dem Präsidenten McKinley einen Besuch ab. Er war von dem früheren Staatssekretär Fo ster begleitet. Zum Gesandte n in Italien ernannt. Der Präsident sandte im Laufe des Tages dem Senat die Ernennung des Wrn (VUnrn v. ynn ".weher iirai y?pr V. " mm m mm , p i mm m mw ! Srj CY Isj i I mmmi öl. 5v:;chajicc in luiicu ju. Die Chaffee - Walder seeAffaire.'. as Kriegsdepartement hat einen Bericht von General Chaffee über seine Kontroverse mit dem Feldmarschall C'.af von Walderfee erhalten. Es geht daraus lervor. daß sich General Chaf fee etwas starker Sprache bediente, als er in dem an den. Grafen von Walder fee gerichteten Schreiben gegen das Plündern und Rauben der internatio nalen Truppen protestirte. Was den Feldmarschall wohl am meisten piquirte. war eine direkte Aeußerung des Generals Chaffee. daß dieses Plündern nicht von den Truppen besorgt würde, die an den Kämpfen theilgenommen und den Weg nach Peking geöffne! härten, son. dern von den später Angekommenen, die nicht an den mühevollen Kämpfen theil genommen. Graf oon Walderfee kam bekanntlich erst lange nach derEinnahme von Peking in China an. In hiesigen offiziellen Kreisen ist man der Ansicht, daß General Chaffee guten Grund hatte zu Protestiren, es wird aber Bedauern darüber ausgedrückt, daß er sich in seinem Schreiben so grober

Sprache verneine. e?s wuroe aucq oara:rf ',,,'igewiesen. daß General Chaffee vielleicht überhaupt kein Recht hatte, dem Feldmarschall irgend welche Borstellungen zu machen, dq kein offizelles Verhältniß mehr zwischen ihnen besteht. Seitdem die Ver. Staaten ihre Expedition Truppeen aus China zurückgezogen yaben. und die Zurückgebliebenen nur noch als Gesandtschaftswache oezeichnen. stehen sie nicht mehr unter der Kontrolle des Overkommandeurö 1i

Peking, sondern sie gehören einfach zu dem offiziellen Haushalt des Gesandte Konger X i ck) t s ch u l o l g . M o n l g o m e r y , Ala., 12. Dez. John Gafford wurde am Dienstag von der Anklage des Morres freigesprochen und hiermit einer der sensationellsten Prozesse in den Kriminai-Annalen des Staates erledigt. Gafford hatte im August 1897 emeu 'Berichterstatter Hamens Lloyd erschossen, der angeblich' Gafford'S Schwester verführt haben sollte. Im ersten Prozeß wurde Gafford zum Tode verurtheilt, das Overaericht gewährte ihm jedoch einen .neuen Prozeß, worauf er zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt wurde. Das Obergericht stieß dies Urtheil wieder um und der Prozeß wurde von Butler nach VNontgomerl' County verlegt und endete mit Freisprechung des Angeklagten. Feuer. St. Louis. Mo.. 12. Dez. Das sechsstöckige Geöäi.de No. 717719 Lucas Avenue,.das von Julius Glazer & Co., Importeure von Spitzen; der Lintn Thread .Eompany, St. Louis Pants Mfg. Co., Noya! Syirt Mfg. Co.. Agstein Shirt Co. und Bohm Bros. & 5o. benutzt wurde, würd? in tet Nach; uw Dle.-'ta.z o irch ?,:cr zerstörr. Der Verlust üeläurt frn auf $150,000. De s Mordes angeklagt. Wiikesbarre. Pa.. 12. Dez. Stanley Bartosiewicz murde am .'vend in Plymouth von einem Hilfs-Bundes-marschall auf die Anklage hin verhaftet, vor etwas mehr als einem Jahr in Rußland einen hohen Beamten ermordet zu haben. Der Mann war damals spurlos verschwunden und die russischen Behörden haben seitdem nach ihm gesucht. Sobald die nöthigen Papiere angekommen sind, wird er nach Rußland zurückgeschickt werden. Mord aus Eifersucht. B u f f a l o. N. 12. Dez. Geo. Harmon. ein Maschinist, kam am Montag Abend aus einem Haus an Süd Division Straße gelaufen und brach gleich darauf sterbend auf dem Trottorr zusammen. Sein Gesicht wat ganz mit Karvolsäure verbrannt. Er wurde nach einem Hospital gebracht, wo er wenige Minuten später seinen Geist aufgab. Die Polizei ermittelte bald, daß sich Harmon in dem Zimmer einer Frau Maggie Culp befunden hatte. Die Frau hatte das Haus durch eine Hinterthür verlassen und die Polizei ist soweit nicht im Stande gewesen, ein Spur von ihr zu finden. Anfangs glaubte man. daß es sich um einen Selbstmord handle, es scheint aber jetzt, daß Frau Culp in eifersüchtiger Wuth dem Harmon. der wahrscheinlich schla send auf dem Bett lag, die Karbol säure in den Mund und ins Gesicht gc schüttet hat. Es ist bewiesen, daß Frar Culp gedroht hatte, Harmon tobten zu wollen, weil er beabsichtigte, eine andere Frau zu heirathen. Keine Anklage. C o l u m b u s . O., 12. Dez. Da! StaatSobergericht weigerte sich art Dienstag, den von dem früheren Gene ralanwalt Monnett gestellten Antrag auf Auflösung der Standard Oil Co zu gewähren und das Verfahren gege, die genannte Gesellschaft wurde eingei stellt. Die Anklage lautete auf Miß. achtung des Gerichts und Oberrichtei Shank, sowie die Richter Burkett nn Davis hielten die Anklage für nicht er, wiesen, während die Richter Minshall Spear und William- ai? derer Ansichi waren. Da keine Majorität für d Anklage erlangt loar, wurde das Vev fahren eingestellt. Das hiermit erledigte Verfahren da tirt schon vom 8. Mai 1890, als Gene ralanwalt Watson die Auflösung det Gesellschaft beantragte. Am 2. Märj 1892 wurde die Auflösung der Gesell schaft dekretirt und die Gesellschaft er. nannte ein Kommittee, um die Angew genheiten der Gesellschaft abzuwickeln, doch ertlärre dasselbe, dies nicht in de, vom Gericht gewährten Frist thun z können. Die Geillschaft ünrte lhre Ge, schäfte weiter und am 9. Novembet 18V7 erhob der damalige Generalan walt Monnett in Folge dessen eine Am klage gegen die Gesellschaft wegen Miß achtung des Gerichts, die durch den jetzj gefällten Spruch des Obergerichts erle. digt ist.