Indiana Tribüne, Volume 24, Number 82, Indianapolis, Marion County, 9 December 1900 — Page 7

Jndiana Tribüne, Sonntag, Teccmvcr 1900.

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Die russische Frau.

Von Anna Lüdecke. Es gab eine Zeit sie liegt noch nicht langr zurück wo die Russin nur als elegante Modedame nach Mittelund Westeuropa kam. Eine alltägliche Erscheinung der großen Badeorte und der südlichen Villeggiaturen. erschien sie entweder äußerst ecklusio oder von sehr entgegenkommender Liebenswürdigkeit. Hier und da neigte sie auch zu Ercentricitäten, vereinte französischen Chic und Geschmack mit jener herben Grazie, die ein Erbtheil der Slavinnen ist und entzückte alle Welt und nicht zum wenigsten Hoteliers, Juweliere und Modistinnen. Denn mit ihr ging der Rubel auf Reisen und zwar in höchst ansehnlicher Zahl und dieser Rubel erlaubte rhr, überall das Beste zu wählen und zu genießen. Seitdem nun aber der große, internationale Verkehr die verschiedenen Nationalitäten in fortwährendenContract mit einairder bringt urrd auch in Rußland Angehörige aller Gesellschaftsschichten veranlaßt, in die Ferne zu schweifen, haben wir noch andere Spielarten der Russen kennen gelernt. Da ist ldie einfache, russische Bürgersfrau, die mit Vorliebe die böhmischen Bäder aufsucht. Sie kleidet sich oft überladen, legt besonderen Werth auf reichlichen Goldschmuck, hat trotz ihres behaglichen Phlegmas ab und zu Anfälle überströmender Redseligkeit und scheint von unwiderstehlicher Schaulust beherrscht zu sein. Dann die russische Swdentin, die mehr und mehr die Hörsäle ausländischer Universitäten bevölkert. Kurzgeschnittenes Haar und eine tiefe Verachtung aller Äußerlichkeiten sind ihre Kennzeichen; Büchner's Kraft und Stoff" ist ihr Abc, die ganze Philosophie des Unbewußten hat sie im Kopf und ein Gefühl unaussprechlichen Weltschmerzes im Herzen. Reben diesem etwas bizarren Typus giebt es freilich noch einen anderen, die nach Selbständigkeit und ernstem Wissen ringende junge Russin, die sich der Anmuth ihres Geschlechtes durchaus nicht entäußert hat. Bei aller bestechettden Frische, aller oft übersprudelnden Regsamkeit geht sie sicher, voll zäher Energie ihren Weg und darbt auch, wenn es sein muß, um das Ziel ihres Strebens zu erreichen. Eine an den Sammelpunkten des internationalen Lebens sehr verbreitete Spezies der Russin ist auch die Frau von Welt entre deux uges. Obgleich sie wegen ihrer vorgerückten Jahre nicht mehr zu den tonangebenden Damen zählt, will sie doch noch gefallen, ohne auszufallen, will mit sarmalifcher Lebenslust das Dasein genießen, ohne an Würde zu verlieren. Und sie besitzt den Vorzug, me langweilig zu sein. Sie hat vieles gesehen, vieles erfahren und rst zu amüsanter, treffender Kritik geneigt, aller Engherzigkeit aber abgeneigt. Bisweilen machen wir auch die Bekanntichltt der ruis.?chen Philanthropin. deren selbstbewu'b.es. mitunter schroffes und fast männliches Auf treten einen besonderen Kontrast zu ihrer echt weiblichen, milden Gesinnung oilver. zu oer oarmyerzigen Genickenliebe, die sie in ihren Reden--sie spricht gut. nur ein wenig überlaut auf al len rauenkongressen bekundet. Die liebreizendste Vertreterin des russischen Frauenthums in der Fremde ist aber das )unge. vornehme Madchen. Ganz lassige Anmuth und harmonische Le b?nöigkeit das durch gute Erziehung veredelte Temperament der slavischen Rasse sucht es sich voll Wißbegierde überall zu belehren, mit der ihm eige neu Intelligenz Beobachtung anzustel len und giebt sich doch mit ganzer Seele den Freuden seiner jungen Jahre hin allem Schönen und Großen, das rie weite Welt ihm bietet. Und wie mannigfache Frauentypen treten uns nicht in Rußland selbst und auch in der von Cultur noch wenig berührten, großen Masse des Volkes entgegen: das im Dulden und Leiden heroische Weib des Muschits, die Handwerkerfrau, die still und unverdrossen arbeitet, in der Butterwoche und an Feiertagen sich jedoch ausgelassenster Lustigkeit hingiebt, die stets vor den Heiligenbildern betende Alte, die auf I ihren frommen Wallfahrten nebenbei einträgliche, kleine Geldgeschäfte macht. Und dann höher hinauf: die Gattin des Emporkömmlings mit der offenen Hand für die Armen und der Vorliebe für das Kartenspiel, die junge Beamtin. hübsch und rührend anspruchslos, die von ihrem Gehalt ihre alten Eltern ernährt und nur zwei Leidenschaftcn kennt, den Tanz und ihre Cigaretten. Die nreisten der hier geschilderten Typen besitzen ein gemeinsames Moment, die Gegensätzlichkeit. Denn 'der Charakter der russischen Frau beüeht oft aus sehr heterogenen Eigenschaften. Trägt sie doch einen Theil der russischen Volksseele in sich, dieser geheim- ! nißvollen. abgrundtiefen, welche unendliche Güte und entschiedene Härte. BeMöglichkeit des Geistes und träges Hindämmern, übermüthige Fröhlichkeit und stelle Melanckolie zu ein seltjamen Mischung vereint. Vergegenwärtigen wir uns, welchen Wandlungen die runische Frau in ihrer Geistesentwickeluna unterworfen war. wie sie. allnählich aus der Abgeschlossenheit der Frauengemächer erlöst, in den Zeiten Katharinas die ihr damals noch eigene Uncultur verhältnißmäßig schnell mit französischem Firniß übertünchte, um im neunzehnten Jahrhundert jählings an dem Lichte europäischer Civilisation, zu erwachen, so werden wir ihre Eigenart begreifen, werden verstehen, daß sie mit ihrem beißen, slavischen Herzen diet köstlichsten Güter der Menschheit nach so langem Entbehren nur um so höher schätzen, sich nur um so innig m Wissenschaften und Künste vertiefen mußte. Dieser schroffe Uebergany zur höhe, ren Bildung verleiht dem aanzen Sei

und Wesen der russischen'Frau sein Gepräge. Das Können geht bei ihr

nicht immer mit dem Wissen, die Charakterentwickewng manchmal nicht mit der des Verstandes Hand in Hand. Und dann bisweilen hat sie die philosophischen Theorien und Probleme, die großen weltbewegenden Ideen unserer Zeit nicht ganz verstanden. Daher neigt sie hier und da zu kalter, aller Ideale spottender Verneinung, noch häufiger aber wird sie von einer yim melstürmenden. fast fanatischen Energie befallen, die allerdings schon Groh.l erreicht bat, mitunter jedoch über das Ziel hinausgeht. Aber diese Mängel haben nur in dem culturellen Werdegang des russischen Volkes ihren G?und und beginnen mehr und mehr schwinden. Die große, innere Tuchttgkeit. die hohe Begabung der Russin sind über jeden Zweifel erhaben. Was hat sie nicht allein während der beiden letzten Decennien auf dem Gebiete der Frauenfrage erstrebt und bewirkt. Die hier gewonnenen Resultate sprechen für ibre Intelligenz und für die ihr inncwohnende, unermüdliche Ausdauer. Den Frauen stehen jetzt in Rußland bereits mehr Berufszweige offen als in den meisten anderen europäischen Ländern. Sie bekleiden zahlreiche, öffentliche Aemter, werden beispielsweise als Aerzte an Regierungsinstituten angestellt, vielfach von ministeriellen Behörden beschäftigt und sind im Post-, Ei-senbahn-und Telegraphendienst thätig. In Apotheken finden wir den weiblt chen Provisor, in technischen Bureaus Zeichnerinnen. Und immer noch sucht man die Erwerbsfähigkeit des weibll che Geschlechtes zu erhöhen, seinera Geistesstreden neue Bahnen zu eröffNtN. In den besseren ruffischen Familien legt man nicht, wie es anderswo meist geschieht, das Hauptgewicht auf die Ausbildung der Söhne, sondern widmet der Erziehung der Töchter womöertfch eine noch größere Sorgfalt. Für den Knaben genügt es, daß er für einen Beruf vorbereitet werde. Das junge Mädchen aber, welches durch sein Ich, durch die Verfeinerung seines ganzen Wesens und durch seine Geistesgaben dem eigenen Dasein Werth verleiden und das der anderen verschönern soll, bedarf nach der Meinung der Russen einer besonders gründlichen und allseitigen Ausbildung. Die Tochter der wohlhabenden Stände besucht im Allgemeinen das Gymnasium und wird daneben in der Musik und den fremden Sprachen meist von einer ausländischen Erzieherin unterrichtet. Nach absolvirtem Schulbesuche vervollkommnet das junge Mädchen seine Bildung noch in wissenschaftlichen Kursen oder in Privatlektionen. Und dann lernt es durch das Leben, denn es besitzt frühzeitig einen scharfen Blick für Welt und Menschen. Die verheirathete. russische Frau widmet nch nicht einer so emsigen. wirthschaftlichen Thätigkeit, wie es beispielsweise die deutsche thut. weil die durchschnittlich billigere russische Lebensführung und immerhin einfachere Lebenshaltung eine eingehende Mitarbeit der Herrin im Hause nick bedingt. Daher findet diese vollauf Muße, sich mit der Erziehung ihrer Kinder zu beichaftigen, sich geistige Interessen hinzugeben und eine rece. zwanglose Geselligkeit zu cultivirr?:, deren Mittelpunkt und Seele sie ist. J Sem gesellschaftlichen, sowie in dem sozialen Leben 'der Russen spielt d Frau eine weitaus größere Rolle als bei den meisten übrigen Nationen, weil sie dem Manne nicht nur an Bildung, fondern auch an Feingefühl und Thattraft überbau! an moralischen Qua litäten oft überlegen ist. eine Uederle genheit, die er meist willig anerkennt. Nirgends wird die Frau heißer um worden, nirgends mehr geschätzt, höher gestellt als in Rußland selbstverständlich ist hier nur von den besseren Gesellschaftsschichten die Rede. Zwischen der Jugend beiderlei Geschlechtes herrscht ein sehr amnuthender, fröhlieher Verkehr, gleich fern von raffinierter Absichtlichkeit und steifem, philiströsem Wesen. Die junge Russin kokettiert zwar mitunter gern, aber es ist eine übermüthige, feurige, berauschende Koketterie, die nicht mühsam Schlinge legt, sondern siegesgewiß ihre Pfeile absendet, um immer zu treffen. In der russischen Ehe ist der Mann der Freund, der treue Genosse seiner Frau, selten der Herr und Gebieter, den diese zu umsorgen, dem sie zu dienen hat. Aber gerade darum gestaltet sich das Verhältniß der Gatten zu einander oft zu einm? so innigen, gerade darum ist die russische Litteratur so reich an Beispielen hingebendster, ehelicher Liebe, edler Aufopferung in Noth und Tod. Wohin wir auch blicken, sehen wir die russische Frau Großes ereichen. Gutes vollbringen, sehen wir sie geistig emporwachsen, um staunenswerthe Erfolge zu erzielen. Und neben aller Thatkraft besitzt sie so viele schöne, weibliche Tugenden, ihr liebevolles Vertrauen, das warme Mitgefühl für fremdes Leid, eine Seelenstärke, die sich im Dulden und Ertragen schwerer j Lebensprüfungen gleich sehr wie in den Stunden hohen Glückes bewährt. Toppeldeutie Avlednuttg. Herr Dr. Müller ist bei einer Famii lie auf Besuch. Als er sich entfernen will, bemerkt die Hausfran. daß es draußen regnet. Ah, bleiben Sie noch. Herr Doctor. bis es aufhört zu regnen. Meine Töch-. ter werden Ihnen inzwischen etwas vorspielen!" O danke so arg regnet's doch nicht!" Höchstes Lob. .Ein netter ub' Ihr Pepi. Herr Forster!" .Und g'scheidt wie ein Dackel!"

Chinesische Musik. Von Ferd. fcetfll. Die Musik ist bei den Chinesen eine

sorgfältig ausgebildete Wissenschaft. Jeder Gegenstand in der Natur gibt, von äußerer Einwirkung berührt, einen Klang; der Klang wird, wenn einem Maße, Regeln seiner Dauer und der Reihenfolge, in der er einzutreten hat, unterworfen, zum Tone. Die verichiedenen Reiche der Natur haben sich zu vereinigen, um Schang-ti und den Ahnen das war der ursprüngliche Zweck der Musik die Huldigung der Töne darzubringen. Der Mensch tragt dazu bei durch seine Stimme, das Thierreich durch den Klang des gegerbten Felles (die Trommel), das Mineralreich durch den Klangstein (King), das Metall durch die Glocken, zu denen schon das Tscheu-li das Rezept (6 Pfund rothes Kupfer auf 1 Pfund Zinn) gab. d Erde durch das Hiuen, ein aus Terrakotta gefertigtes Blasinstrument, durch die aus Bambus gefertigten Tonwertzeuge, die Seide durch ihren Klang als Saiten, zu denen man die aus ihr gewonnenen Fäden wand, und der Gartenbau durch die Kalebasse, den musikalisch verwendeten Kürbis. Ritual und Musik sind einander nothwendig; die äußere Ordnung im Staate und die Harmonie der Töne ergänzen sich; die erstere regelt die Handlungen, die Tonkunst die Gefühle des Menschen; der äuß-.re Anstand sondert die Menschen, indem er ihrem Range und Stand Rechnung trägt, die Harmonie der Töne vereinigt sich in der Gleichheit des Empfindens. In der Ausbildung des Menschen kommt deshalb der Musik die Aufgabe, ihn zu vollenden, zu. Bei dem hohen Einflüsse, den die Musik auf die Sitten des Volkes ausübt, und wohl bei der Rolle, die sie bei den Opfern zu spielen hat, durfte eine Aenderung in der Musik nur vom Kaiser, dem Sohne des Himmels, ausgehen. Aus der Beschaffenheit der Musik soll man deshalb auch Blüthe odcrVerfall des Reiches erkennen können. Wollt Ihr wissen," ruft Confucius. .ob ein Land wohl regiert und gut gefittet ist, hört seine Musik!" Die Begründung der chinesischen Musik wird auf den legendären Kaiser Hoang-ti zurückgeführt, dessen Regierungszcit man in das 27. Jahrhundert v. Chr. setzt. Dieser Kaiser soll Linglun den Auftrag ertheilt haben, die Musik auf Regeln und Grundsätze zu stellen. Dieser kam nun auf die Idee, aus Bambus Pfeifen zu schneiden, in die er hineinblies, und aus deren verschiedener Länge er ein System verschiedener Töne construirte. Er fand, daß der tiefste Ton (f) der Grund- und Urton der Natur sei, da mit ihm das Rauschen des in der Nähe befindlichen Hoang-ho übereinstimmte. Von diesem Grundton (Kung) ausgehend, bildete er die Octave, dieler in 12 gleichmäßig abstehende Töne (lü) abtheilte, die noch heute die chinesische Musik beherrschen. Um die Größe der einzelnen Röhren, die zur Erzeugung dieser verschiedenen Töne dienten, maß Ling-lun deren Rauminhalt und Durchmesser durch die Zahl der Hirsekörner nach, die sie faßten, und so schuf, da man sich der hierdurch gewonnenen Unterschiede auch für die Bezeichnung der Maße und Gewichte bediente, die Musik sogar die Grundlage für die Befriedigung der Bedürfnisse des täglichen Verkehrs. Wie Alles in China der Scheidung des männlichen und weiblichen Prinzips unterliegt, so zerfallen auch die 12 lü der chinesischen Musik in 6 männliche und 6 weibliche Töne. Die Geschickte der chinesischen Musik die richtige, dem Alterthum angehörige, soll verloren, das Verständniß der alten Texte nicht mehr die richtige sein ist ziemlich complicirt. Schi-Hoang-ti (246209 v. Chr.). der große Bücherverbrenner, der Alles in China auf neue Füße stellen wollte, erklärte auch der alten Musik den Krieg; er ließ Glocken aus anderen Prinzipien construiren, die alten Glocken des Ritenhofes dem Schmelzofen übergeben, und nahm unter dem Vorwande. das Metall zur Errichtung der am Eingange feines Palastes zu errichtenden Colossalstatuen zu bedürfen. den verschiedenen Städten desReiches ihre Glocken. Unter der Dynastie der östlichen Han. ca. 60 n. Chr., glaubte der Präsident des Ritenhofes Pao-ye. die alte Musik wieder herausgebracht zu haben; die Gelehrten waren hoch entzückt; aber die Sache reüssirte nicht. Gegen 640 n. Chr. wurden neue Versuche gemacht, die auch dem Kaiser vorgeführt wurden; aLein die am Ende der Tang-Dy-nastie gegen das 10. Jahrhundert n. Chr. erfolgte Revolution zerstreute theils die Instrumente, theils wurden sie zu den Tataren verbracht, denen China vergeblich später, um sie wieder zu gewinnen, ungeheure Summen bot. Prinz Tsüi-yu aus der Ming-Dy-nastie. der sich hohe Verdienste um die Geschichte der chinesischen Musik erwarb und sich um Wiederherstellung der alten Musik viele Mühe gab. schrieb 1596 n. Chr. ein Werk über die Lü's: Lü-lü-tsing-yu". Aus der Mitte des 9. Jahrhunderts u. C.ir. stammt ein Buch über Trommelschlagen. das Kih-kuh-lu. dessen erster Theil eine Geschichte der Trommel 'N China, welche ursprünglich r.r.in in Folqe seiner üevrechucht:it ! raich durch Holz ersetzten irdenen Kör-

p?r hatte, enthält. Dieses Werk schließt mit einer Liste von 129 Trommelstücken, deren Mehrzahl aber Namen indischen Ursprungs trägt. Die Urtheile über die Qualität der chinesischen Musik sind sehr verschieden. Sie selbst haben einen sehr hohen Begriff von ihr, und auch ihr Sagen

welt weiß von ihrem mächtigen Einflusse zu melden. Schon tausend Jahre vor den Griechen hatte öhina seinen Orpheus. Kaiser Aao ließ seinen Minister die Musik reguliren. Dieser schlug den Klangstein und leitete dadurch die vierfüßigen Thiere zum Tanze. Wu-pa schlug die Harfe, daß die Vögel tanzten und die Fische hüpften. Diese Sagen erklären auch das eigenthümliche, einen ruhenden Tiger darstellende Tonwerkzeug als Symbol der mächtigen Einwirkung der Musik auf die Thierwelt und veranlaßten den als chinesischen Philosophen bekannten Licius zu der Frage: Wie kann das Herz der Thiere von dem des Menschen verschieden sein?" Ja, noch mehr! Der Sänger Tschintsin sang bei einem Abendessen eine Elegie so ergreifend, dak die Wolken des Himmels ihr Vorüberziehen, um ihm zu lauschen, hemmten. Auch über die Welt des gewöhnlichen Sichtbaren hinaus geht der Einfluß der Töne. Wurde die Musik des Kaisers Schün (drittes Jahrtausend n. Chr.) unter Flötenklang aufgeführt, so kam der

Pyoeniz schwebend herbei. Als unwiderstehlich gilt ihr Einfluß auf die Geister, die durch einen genau bestimmten Arienwlchsel, je nachdem es sich um himmlische, irdische oder um die Geister Verstorbener handelt, zu den Opfern herbeigezogen werden. Vo i Confucius. dem auch die Bearbeitung des Yo-king. des alten klassischen Buches über Musik, zugeschrieben wird, erzählt man, daß er einmal von den Wirkungen der Musik so tief ergriffen war, daß er, in sich selbst derfunken, drei Tage auf Speise und Trank vergaß. Von einem alten Harfenspieler Pehya wird erzählt, daß er sehr erfolgreich in Tönen malte, so daß einer seiner Schüler, wenn er durch sein Tongemälde das Ersteigen eines Berges oder das Strömen des Wassers darstellte, sofort seine Absicht errieth. Diesem seinem Schüler gab Peh-ya die tiefbedeutsame Antwort: Die Gedanken formen sich nach der Stimmung meines Herzens; wie kann ich in den Klängen ihr entgehen?" Als Pa-wang mit Liu-pang. dem Gründer der Han-Dynastie, im dritten Jahrhundert v. Chr. um den Kaiserthron rang, wußte ein Flötenspieler das Heer des Ersteren nächtlicherweile durch elegische Töne in seiner Zuvcrsicht so herabzustimmen, daß -es desertirte. Diese alte Musik scheint zwar, wie bereits gemeldet,verloren; von der jetzigen Musik, derjenigen, welche europäische Ohren hörten, berichtet jedoch die Mehrzahl, daß sie abscheulich sei, wie auch chinesische Ohren unsere Musik nicht vertragen können. Viel zum Degout, den uns die chinesische Musik verursacht, tragen wohl die lärmenden Instrumente bei, die sie benutzen. Dieses durfte aber weit mehr auf die profane als die rituelle Musik zutreffen, deren getragener Ernst auch anderen als dem von erner großenVorliebe für die Chinesen eingenommenen französischen Missionar Amiot, der die chinesische Musik sogar sehr hochstellte, imponirte. Die Chinesen selbst haben keine eigentlichen Noten, um die Modifika tionen des Klanges zu bezeichnen, son dern nur einige Charaktere, um die Haupttöne zu bezeichnen, und Kaiser Kang-hi (1662 1723 n. Chr.) war nicht wenig erstaunt, als im Jahre 1679 christliche Missionare die ihnen vorgetragene chinesische Musik, da sie diese beim Hören m Noten übertragen hatten, sofort nachspielen konnten. Beim chinesischen Hofe sind es Blinde, die. geleitet von sehenden, die Musik executiren man schreibt ihnen nämlich ein schärferes Gehör zu und will diese Unglücklichen dadurch, daß man ihnen diese Beschäftigung gibt, zu nützlichen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft machen. Wie hoch die Musik in der Rangstufe der Künste und Wissenschaften bei den Chinesen steht, geht daraus hervor, daß stets ein Prinz von Geblüt an der Spitze des Musikhofes steht. Eine besondere Rücksicht auf Kunstler und Musiker nimmt das chinesische Strafrecht insofern, als es bei ihnen, falls ihre Dienste nicht entbehrt werden wollen, an die Stelle der Verbannung die Einbannung in den Gerichtsbezirk treten läßt. Eine Schachpartie. Die Vertreter zweier Amsterdamer Liqueurfabriken haben sich lange Zeit wie zwei Spinnen gehaßt und sich fortdauernd alle nur möglÄen Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten gemacht. Schließlich sahen sie beide ein. daß diese scharfe Concurrenz ihren Häusern am Ende doch mehr Schaden als Nutzen brächte; sie wurden denn des langen Krieges müde, versöhnten sich endlich und machten wieder Friede". Sie beschlössen für die Zukunft gemeinfchaftliche Propaganda und geschlossenes Vorgehen. Da sie beide leidenschaftliche Schachspieler waren, so kamen sie auf folgenden Gedanken. Sie begaben sich des Nachmittags in eines der großten und besuchtesten Cafes, setzten sich nieder und verlangten ein Schachbrett. Als Figuren aber zogen sie aus ihren Probekistchen Flaschen und Gläser ihrer Firmen heraus, in den verschiedensten Formen und Größen. Weiß yocking. Schwarz Bols. Könige zwei Flaschen Half and Half". Damen zwei halbe Genever (Schiedam), Thürme hohe holländische Gläser mit Stout und Bitter gefüllt u. f. w. Jede genommene Figur mußte der Gewinner sofort austrinken. Natürlich versammelte dieses anregende Spiel stets einen großen Cirkel um die Spielenden und dieser Cirkel bestellte und trank natürlich auch Bols

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