Indiana Tribüne, Volume 24, Number 82, Indianapolis, Marion County, 9 December 1900 — Page 6
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Jndtftna Trtpüne, Sonntag, 9. December 19.
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9Ume espenfter
Von Iosefa Metz. . Du draußen heult der Herbstesftu:m. Der Regen klatscht an's Fenster. In meinem kalten Zimmer ist heut' Bersan mlungsort der Gespenster. D alte Thür schließt nicht mehr fest. Da zogen s durch die Spalten. Da drangen sie ein im bleichenGewand, Die jungen und die alten. Der Kummer mit dem Greisesblick. Die (Boxqt am dürren Stecken. De junge Sehnsucht, der alte Gram. Die Furcht, der Haß und derSchrecken. Da pfiff der Lebenssturm hinein In meine öde Kammer. Nun bringen sie ein Ständchen mir. Das dirigirt der Jammer. Es ist eine alte Melodie Üftü neuen Varianten Wie grausig steh'n im Dämmerlicht Die dürren Musikanten. Sie singen mir mein Schicksalslied Mit Heulen und mit Stöhnen. Ich zahle ihnen wehen Dank In bitter-heißen- Thränen. Und draußen heult der Herbstessturm, Der Regen klatscht an's Fenster. Ich sitze einsam und allein Lnmrften meiner Gespenster. Glänzendes Elend. Don A. von Nathusiu. Das Feuer im Kamin flackerte hoch auf und warf rothe Reflexe auf die weiße Frauengestalt, die. in den Sessel gelehnt, mit träumendem Blick in die Flammen starrte. Aber es waren wohl nicht Gedanken glücklicher Art, die die blasse Frau befchäftigten; das zeigte der Schmerzenszug um den Mund, und die w qualvoller Unruhe zuckenden Hände. Hatte sie sich nicht schon Jahre lang in dies Leben der Gleichgiltigkeit und Kälte gefunden? Warum denn wieder dieser alte jammervolle Schmerzt Diese Sehnsucht nach Glück, Liebe, Verständniß? Ihre Freundin war am Nachmittag dagewesen, hatte ihre neste Theatertoilette bewundert, und von ihren vielen Verehrern gesprochen, besonders dem Grafen S., um den sich alle Leute rissen, und der doch nur bei ihr zu finden war. .Ja. Du bist eben eine beneidenswerthe, glückliche Frau." hatte die Freundin gesagt. Glücklich? Rein, das war sie nicht! Warum verlangte sie auch mehr, als man ihr geben konnte, mehr ls die. anderen? Wäre die Freundin nicht glücklich gewesen an ihrer Statt? Wie oft beneidete sie sie um ihre Freiheit, ihre Toiletten, ihre Badereisen und ihren aufmerksamen eleganten Gatten. Ja, ihre Freundin wäre damit zufrieden gewesen, und alle die anderen Bekannten auch; und sie? Liebe. Treue, Verständniß, wie viel nutzloser Ballast für die moderne Wkii; die Welt, in der sie lebte. Die Flammen im Kamin knisterten und lachten: Was träumst Du JdeaUn nach, die es nicht gibt?" Ja ihre Ideale, die waren schon so bald in Sticke gegangen, schon im ersten Jahre iher Ehe. So wie jetzt hatte sie darnals am Kamin gesessen, an ibn densend und daß er bald zurückkommen werde, als ihr jener schreckliche Brief gebracht wurde. Ein Bettelbrief hatte sie gedacht, als sie ihn öffnete. Ja. ein Bettelbrief war es gewesen, aber er 'hatte sie grausam herabgerissen aus .ihren Himmeln, ihr Glück vernichtet. Halb bewußtlos war sie an ihren Schreibtisch gegangen: hatte all ihr Taschengeld genommen und es selbst fcern harrenden Boten gebracht, einem kleinen zerrissen und schmutzig aussehenden Jungen. Es ist für meine Schwester", hatte das Kind aesagt. und sie mit großen, hungrigen Augen neu gierig gemustert. Sie wußte kaum rrch, wie sie es fer tiq gebracht, die Stunden zu verleben, die dann folgten. Er. den sie gebliebt, den sie angebetet, der sie sein 5üßes Weib " genannt sie hätte schreien mögen vorSchmerz und konnte .doch keinen Ton hervorbringen. die kehle war ihr wie zugeschnürt. Endlich, endlich kam er. sie sprach kein Wort, sondern reichte ihm nur stumm den Brief. Er flog ihn durch, iann steckte er ihn wüthend ein. ..Das unverschämte Frauenzimmer", murmelte er zwischen den Zähnen. Also wahr!Sie hatte in ihrer Verzweiflung daran gedacht, ihn zu verlassen; aber Würde er in die Scheidung willigen? Nein. nie. und er hätte sie noch obendrein ausgelacht. So nahm sie sich zusammen, verbiß den Schmerz und ihr Z tolz half ihr allmählich über alles h-nweg. Aber ihr Glück war begraden. Dann waren jene Jahre gekommen, in denen sie sich betäubt, so viel sie konnte, in Vergnügungen rastloser Art, bis ihr jenes Leben zur Gehnheit geworden. Ihres Mannes und ihre Wege trennten sich immer mehr. Und warum wollte es jetzt nicht mehr ehen mit der Gewohnheit? Warum sehnte sie sich wieder nach all dem. was H für sie nicht gab. nie geben konnte? Und würde sie nun untergehen, wie so viele andere, in dem flachen nichts sagenden Leben? Ach, alle die vielen, vielen schmerzenden Gedanken! Endlich wurde sie aus ihren Traulereien emporoerissen der Diener .meldete Graf S. Sie konnte sich 'kaum erheben, da stand er schon vor ihr. Sein hnßer Blick umfing die schlanke Gestalt, um deren weiche Formen sich der elegante Svitzenstoff schmiegte. Er sah den verträumten, ftrfu$iftosjn Ausdruck in dem j$ä
nen blassen Gesicht, das gewöhnlich so
herb und fremd in die Welt sah und sein Herz schlug höher, als er sich über die schlanke Hand beugte, die ihn willkommen hieß. Wird die Musik Sie auch nicht zu sehr anstrengen?" fragte er besorgt, Sie sehen oft blaß und leidend aus in der letzten Zeit." Sie schüttelte verneinend das Haupt und sah ihn dankbar lächelnd an. Also er merkte, daß sie litt und ein warmes Gefühl drang in ihr Herz. Sie schritt ihm voran in den Corridor. wo ibr der Diener den Pelz In die Schultern legte, die Jungfer ihr Fächer und Opernglas reichte. Dann bot ihr der Graf den Arm, sie sorgsam die Treppe hinab führend. Die ist auch nlcht glücklich, trotz ihrem Geld!" meinte Johann köpf schüttelnd, na aber der Gnädige ist auch immer fort." Und Lisette erwiderte: Ich würde mich schon trösten lassen an ihrer Statt, wenn man's so bequem haben kann!" Lisette. Sie sind eine leichtfertige Person", meinte Johann, unsere Gnädige ist viel zu schade für solch Leben." Ach was." rief Lisette und schlug ihm vertraulich auf die Schulter, ich bin schon in vielen vornehmen Häusern gewesen, aber was man da erleben konnte!" Galgenhumor. Schmierendirektor: Sie sind ein Schafskopf!" Schauspieler: Wenn ich jetzt nicht sofort fünfzig Pfennig Vorschuß erhalte, verklage ich Sie!" Ein Schwerenöther. f CC I T ' Hausfrau: Was schreib' ich nun dem Dienstmädchen als Entlassungsgründ in's Buch? (Wüthend.) Ich kann doch nicht angeben, daß sie sich vcn Dir hat küssen lassen!?" Sohn: Na, da schreib' doch wegen Naschaftiakeit! Er st er Gedanke. Eine Dame tritt in einen Korbladen und bittet, ihr Kinderwagen zu zeigen. Man empfiehlt ihr als das Neueste einen solchen in lila Farbe. Dame (ganz entrüstet,): Aber ich bitte Sie lila macht doch so alt!" Aus der guten alten Zeit. Warum nehmen Sie denn Ihre Kinder auf den Uebungsplatz mit?" Meine Frau hat heut' große Wasch'!" Aehn lichte iten. Nach der Arbeit. Schöne A u s s i ch t e n. Ba ron (zum neuen Diener): Das ist fa' tal, ich will diesen Schrank öffnen und habe den Schlüssel verlegt!" Diener: Das werde ich gleich haben ich kann alle Schlösser aufmachen
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Die Teutschen in Tstngta.
Wahrend in der Provinz Petschili der Kampf für die europäische Cultur mit Waffengewalt durchgekämpft werden muß, macht die friedliche Culturarbeit der deutschen Colonie, oder wie man genauer sagen muß. in dem Schutzgebiet Kiautschau stetige Fortschritte. Die gedeihliche Entwicklung muß um so höher veranschlagt werden, wenn man berücksichtigt, daß eine plan? mäßige Orgonisations- und Verwaltungsthätigkeit erst mit dem Abschluß des deutsch-chinesischen Vertrags vom 6. März 1898 wegen Ueberlassung des allerdings schon früher besetzten Gebiets möglich wurde. Besonders Tsingtau hat sich in den zwei Jahren sehr gehoben. Massive neue Häuser, sogar Prachtbauten erheben sich heute dort, wo vor zwei Jahren auch noch nicht ein einziges Häuschen stand. Neue gerade Straßen und Wege sind angelegt. Canalisationsarbeiten durchgeführt, der Bau einer Wasserleitung, durch die Tsingtau mit Quellwasser von dem im Osten der Stadt gelegenen, etwa 1400 Fuß hohen Prinz Heinrichderg versorgt werden soll, steht in Aussicht. Die erfreulichen Verhältnisse sind in erster Reihe dem Vorgehen der Marineverwckltung zu danken, die bei Landungsbrücke. allen Maßnahmen in Kiautschau den wirthschaftlichen Gesichtspunkt in den Vordergrund gerückt hat, weil sie als entscheidend für die Zukunft des Platzes, unbeschadet seiner militärischmaritimen Bedeutung als Flottenstation, in erster Linie seine Entwicklung als Handelscolonie, als wichtiger Stützpunkt der deutschen Kaufmannschaft in Ostasien für die Erschließung eines weiten Hinterlandes betrachtete. Das ganze deutsche Pachtgebiet umfaßt etwa 540 Quadratkilometer mit ungefähr 60,000 bis 80.000 chinesischen Bewohnern; eine genaue Zähjung hat sich noch nicht vornehmen lassen, da die Eingeborenen in zahlreichen kleinen und zerstreut liegenden Dörfern wohnen und auch nicht selten von einem zum andern übersiedeln. Ein solches kleines, elendes Dorf war bis zur deutschen Besitzergreifung auch Tsingtau, um das herum sich jetzt die neue Stadt erbebt, eine Kleinstadt natürlich noch, aber eine von ganz eurobarschem Gepräge, deren Panorama schon des Betrachtens werth ist. Der Neue Straße. Ort hat seiner doppelten Bestimmung gemäß zwei Häfen, einen für Kriegsschiffe und den andern, der mit einer 160 Meter langen Landungsbrücke ausgestattet ist, für Handelsschiffe. Dieser ist als Freihafen am 2. September 1898 dem Handel aller Nationen mit der Maßgabe geöffnet worden, daß das Freihafengebiet die ganze deutsche Pachtung umfaßt, ein sprechender Beweis, daß Deutschland die Politik der offenen Thür", zu deren Sicherung jetzt das Abkommen mit England getroffen wurde, von Anfang an ernsthaft befolgt hat. Für die weitere Entwicklung der Stadt wird es jedenfalls von wesentlichemNutzen sein, daß von vornherein ein fester Bebauungsplan entworfen worden ist. Danach liegt die eigentliche Wohnund Geschäftsstadt westlich von dem alten Dorf Tsingtau. südöstlich schließt sich an sie eine Villen- und Badestadt mit einer Strandpromenade an. während die Garnisonanlagen sich westlich anreihen werden. Im Norden des alten Tsingtau, wo sich jetzt das Dorf Tapautau befindet, ist der Platz für die Chinesenstadt vorgesehen. Es liegt auf der Hand, daß eine der artige Anlage nicht von einem Tag Deutsche Dampfziegelei. zum andern fertiggestellt werden kann; so vieles im Einzelnen schon vollendet ist. das Ganze ist noch im Werden. überall wird eifrig gearbeitet. Häuser, Kanalisation, Straßen. Eisenbahnen find entstanden und entstehen allenthalden in und um Tsingtau. an allen Ecken und Enden sieht man zahlreiche Arbeiter an Bau-. Bahn- und Erdardetten beschäftigt. Diese rege Bauthätigkeit hat denn auch schon eine Industrie gezeitigt: eine Dampfziegelei des deutschen Hauses Diedrichsen, Ibsen & Co. und ein Kalkofen stellen das Material zur Errichtung der Baulichkeiten her. Freilich läßt das Klima und infolgedessen der GesundheitSzustand manches zu wünschen übrig.
Daran sind, wie bei allen Colonien in ihren Anfängen, hauptsächlich die schlechten Wohnungsverhälwisse und der Mangel an gutem Trinkwasser schuld Uebelstände, die ja in nicht llzulanger Zeit beseitigt sein werden. Die Regierung hegt sogar die Hoffnung, daß Tsingtau später, wenigstens im Frühling und Herbst, als Erholungsort für die in südlicher gelegenen Häfen erkrankten Europäer dienen werde.
Bilder an Island. Fern im hohen Norden liegt die im tcr dänischer Botmäßigkeit stehende Insel Island, welche sich einer uralten Cultur erfreut, trotzdem sie von der Natur nichts weniger als begünstigt ist. Schon im 8. Jahrhundert legten irische Mönche an einzelnen Stellen der Ostu".d Südküste Niederlassungen an. aber den größten Theil seiner Bevölkerung erhielt es aus Norwegen. Das Christenthum wurde von den Isländern um das Jahr 1000 angenommen und wenig später (1080 1105) zwei Bischofssitze in Holar .und Skalholt errichtet. Die hiermit eingeführte Kenntniß der lateinischen Sprache und Schrift, der abendländischen Literatur wie Gelehrsamkeit fand auf Island einen um so empfänglicheren Boden, als Dichtkunst und geschichtliche Erzählung dort bereits mehr als anderwärts im germanischen Norden gepflegt wurden. Häufig unternahmen auch die Isländer in früheren Zeiten Reisen vorzugsweise nach dem Westen und diese führten um das Jahr 1000 zur Entdeckung eines Theils unseres Continents. den man Helluland. Markland und Vinland nannte. Die staatlichen Verhältnisse wie die Blüthe des geistigen Lebens und regen Verkehrs nach außen erreichten um den Anfang des 13. Jahrhunderts ihren Höhepunkt, als infolge zunehmender Macht und gegenseitiger Eifersucht einzelner Großen es dem König Hakan V. von Norwegen im Jahre Reykjawik. 1262 gelang, die Vereinigung der Insel mit Norwegen einzuleiten, die sein Nachfolger Magnus V. zwei Jahre später vollendete. Mit Norwegen gelangte Island im Jahre 1380 an Dänemark. bei dem es auch verblieb, als Norwegen 1814 mit Schweden vereinigt wurde. Von der 39,758 engl. Quadratmeilen großen Insel sind nur 16,243 bewohnbar und die Zahl ihrer Bewohner beträgt heute etwa 72,000. Die Hauptstadt der Insel ist Reykjawik, mit ca. 6000 Einwohnern. Die Isländer sind von außerordentlicher Gastfreiheit und Liebenswürdigkeit, äußerlich meist ruhig und ohne den großen Wortschwall der Südländer besitzen sie doch viel Temperament. Sprachlich sehr gewandt ihre Sprache ist immer noch die altnordische, fast in ursprünglicher Reinheit bringen sie auch der fremdländischen Literatur aroßes Interesse entgegen, das bis in die untersten Volksschichten reicht. Die Haupterwerbsquelle der Isländer ist die Viehzucht; Getreide kommt nur selten zur Reife. Ein isländischer Bauernhof, Bae" genannt, besteht aus mehreren von einem grasbewachsenen Erdwall umgebenen Häusern In der Mitte befindet sich gewöhnlich das Herrenhaus, d. h. dasjenige. weläs das Gastzimmer enthält, daran angebaut die Wohnungen für Besitzer und Knechte. Fast alle Häuser haben ein Grasdach, auf dem oftSchafe weiden. Eine Anzahl kleiner Häuser liegen nun noch versteckt umher, Viehställe, Vorraths- und Werkzeugkammer, diese sehen oft aus wie große Maulwurfshügel, sie sind von Stein Frau im Festgewand, und Erde aufgeführt und vollständig mit Gras überwachsen. Das Innere der Häuser ist ähnlich wie bei den deutschen Bauern, bemerkenswerth ist jedoch, daß selbst die entlegensten Gehöfte meist eine wohl erlesene Bibliothek aufweisen können, die nicht nur einheimische Literatur, sondern oft auch Werke englischer und deutscher Autoren enthält. Bei der Unwirthsamkeit des Landes kann es nicht Wunder nehmen, daß Brot außerhalb der Hafenorte ein Leckerbissen ist. Strandhafer, LöffelKraut. Isländisches Moos und gewisse Arten von Tangen werden als Nahrungsmittel gebraucht. Der Anbau von Kartoffeln und Küchengewächsen ist jedoch in Gartencultur möglich und nimmt stetig zu. Die isländische Jndustrie beschränkt sich auf den Hausfleiß, welcher die henmsche Wolle für Bek eidungszwecke verarbeitet. Eigentliche Handwerker gibt es jw: wenige, viel-
mehr ist ein Jeder sein eigener Handwerker. Bis 1854 war der Handel nur dänischen Unterthanen gestattet, ist aber seitdem auch Fremden öffnet. Die wichtigsten Ausfuhrartikel sind Fischereiprodukte. Talg. Wolle. Shaffleisch. Felle. Federn u. s. w. Die Isländer selbst betreiben die Fischerei nur in den geschützten Fjorden und diese ist nicht von großer Bedeutung; umfangreicher als diese ist die von den Ena
landern, Amerikanern und Franzosen ! an den Küsten betriebene Hochseefische' rn. i Bauernhof. Gewaltige vulkanische Kräfte müssen in vorhistorischer Zeit auf Island w Thätigkeit gewesen sein. Mir Ausnähme schmaler Küstenstriche und einer ausgedehnten Flachlandbucht am Fax Fjörder bei Reykjawik ist die Insel ein Gebirgsland durchaus vulkanischer Natur. Die Hochebene im Innern bildet eine schauerliche Lavawüste (OdadaHraun). Unter den vielen Vulkanen, welche, wie häufige Erdbeben, oft furchtbare Verwüstungen angerichtet haben, ist der 5104 Fuß hohe Hekla der bekannteste, der Oräfajökull aber der höchste. Im Zusammenhang mit den vulkanischen Kräften stehen die lauwarmen Quellen (Laugar d. i. Bäder), heißen Springquellen (Hocrar), unter denen der Große Geysir die berühmteste ist, ferner Schwefelquellen, Schwefclpfuble und Schlammvulkane. Ueber den Bosporus. Nun soll auch der Bosporus mit einer Brücke überspannt werden. Die geplante Brücke soll nach amerikanischem Vorbild als Hängebrücke aufge richtet werden, in ihren Formen aber orientalisches Gepräge zeigen. Anlegen will man sie an der schmalsten Stelle des Bosporus zwischen dem europäischen Rumeli Hissar und dem asiati schen Anadoli Hissar. wo die Meerenge auf 2000 Fuß zurückgeht, ungefähr da, wo 513 v. Chr. der Perserkönig Darius mit 700,000 Mann auf einer fliegenden Brücke den Bosporus überschritt. An jener Stelle sollen drei monumentale Sazarenenthürme, mit schimmernden Fayencekuppeln und Minarets gekrönt, aus dem Meer emporDie Brücke. sieiaen und die nichvergoldete, des Nachts hell erleuchtete Brücke tragen, die in Stahlketten so hoch über dem ' Meeresspiegel hängt, daß auch die größten Schiffe darunter verkehren können. Auf der europäischen wie der j asiatischen Seite will man die Rampen sowie die Köpfe der Brücke mit einem j System von Auhenwerken umgürten ; und auch die Brückenpfeiler mit drehj baren Panzerbatterien bewaffnen, die selbst unerreichbar für die Ballistik ! der Flottengeschütze auf große Enti fernungen eindringende Geschwader in den Grund bohren können. Auf dieser Nrüe werden dann die internationalen Züge weitester Fahrt verkehren. Tateleben. was ist das: Ehrlich währt am längsten"?" Mein Gott, wie bist De so dumm! Kannst De nicht nachsehen im Lexikon!" Bestätigung. Onkel: Du bist also nach langem Schwanken zur Erkenntniß gekommen, daß Du am besten zum Schuster paßt?" Angehender Schusterlehrling: Jawoll, ick habe mir endlich entdeckt!" Ihr Standpunkt In allen Kulturstaaten ist die Folter abge schafft." Aeltliche Jungfrau: Ach gehen Sie, man wird ja vor Gericht immer noch nach dem Alter gefragt'
I n Verlegenheit.
Strauße der Urwelt.
Wenn wir auch im allgemeinen gewohnt sind, uns die Urformen des Thierreichs stets als solche von ungeheueren Dimensionen vorzustellen, so überkommt uns doch jedesmal ein Staunen und Bewunderung hervorrufendes Gefühl, wenn wir uns mit einer solchen Golklthform näher befassen oder gar mehr oder minder gut erhaltene Reste von ihnen erblicken. Wie winzig erscheinen da die noch lebenden nächst! Verwandten solche? Arten im Vergleich mit jenen Vorweltriesen. Heutzutage gilt der Strauß als der mächtigste Vertreter der Vogelwelt, als ein Ueberbleibsel aus jenen Zeiten. Madagaskar, das in faunistifcher Beziehung so merkwürdige große Inselland, gibt nun in seinen jüngsten Schichten, dem Alluvium, davon Kunde. daß hier einst noch viel größere Straußvögel lebten, die eine Höhe von 12 bis 14z Fuß erreichten. Diese Vögel, der Gattung Aepyornia angehörig, stehen systematisch ungefähr zwiReconstruirte Strauße. schen den Emus (Drornaeida) und den Straußen (Struthionidae) ; außerdem haben sie auch noch manches mit den Kasuaren (Casuaridae) gemeinsam. Soviel aus den wenigen bisher gefundenen Knochenresten hervorgeht, lassen sich die diei verschiedevorgeht, lassen sich drei verschiedene Aepyornis-Artai mit Sicherheit unterscheiden. Zuerst fand man im Tiefland und namentlich an der Södostküste Madagaskars (Amboulitsate) Reste der beiden großen Species (Aepyornis niaxirnus' Geoffroy und Aepyornis medius, Milno-Ed-wards). Im Jahre 1880 aber kam der hochverdiente und unermüdliche Reisende Hildebranit in die Provinz Nordbctsileo, den centralsten Theil der Insel. Hier entdeckte er in den Anka-rara-Bergen bei Sirab6 einen Fundort mit fast zierlich zu nennenden Aepyornis Resten, die dritte und nur etwa 158 Cmtr. hohe Gebirgsform, den ihm zu Ehren benannten A.epyor nis Hildebrandti' liurekhardt. Die wissenschaftliche Bclt hätte heute vielleicht noch keine Ahnung von dem Dasein jener gigantischen Vögel, wenn nicht zuerst die Aufmerksamkeit der Reisenden durch ungeheure Eierschalen erregt worden wäre, ja sogar durch ganze Rieseneier, die gelegentlich im Flußsand oder beim Graben aufgedeckt wurden. Unsere erste Abbildung veranschaulicht zwei vorweltliche Strauße, deren Formen nach einem von dem .Vpvoi-ni-Forscher R. Burckhardt reconstruirten Skelett dargestellt sind. Die Riesensträuße mögen ein ganz ähnliches Dasein wie ihre heute lebenden Vettern geführt haben. Sie waren in der Hauptsache Pflanzenfresser, liebten große freie Ebenen, die sie flüchtigen Laufes durcheilten. und verstanden es jedenfalls ebenso meisterhaft allerdings mit weit gröDer Forscher G. Krause. ßerem Nachdruck als die hiutigen Emus und Strauße ihre gewaltigen Füße mit furchtbarer Bewalt als Hiebwaffe zu gebrauchen. Trotz alledem mögen es harmlose Thiere gewesen sein, die nur im Kampf mit dem Nebcnbuhler oder in der Nothwehr zum gefährlichen Gegner wurden. Hauptsächlich mag der Mensch, als er auch in jenen Gegenden auftrat, sich als der größte Feind dieser Vögel durch den Verbrauch ihrer Eier, die man zur Speise und als Hausgeräth benutzte, entpuppt und ihren Untergang wesentlich beschleunigt haben. In der zweiten Abbildung kommt die ungeheure Größe der Eier im Verhältniß zum Menschen klar zum Ausdruck. Will man aber den Inhalt dieser Eier durch Zahlen kennzeichnen, so ist das Volumen eines .V,'pvrnis-Eiesgleichfdem von 1 7s25 Straußen- bezw. 184 3s5 HühnerEiern; 60 Personen hätten also mit dem Inhalt eines solchen Rieseneies gcnügevch gesättigt werden können. Uebrigens glauben viele Madagassen, daß diese Riesenvögel noch heutzutage im Innern der Insel hausen. NeueOrthographie. Der Besuch: Sagen Sie. liebe Freundin, wie kommt's, daß die Kinderwäsche bei Ihnen sämmtlich mit S" gezeichnet ist? Wie heißen denn Ihre lieben Kleinen eigentlich?- Mutter: Nun, Schang. Schenni, Scharlotte und Schorsch!"
Die schlaue Mama.
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Liebes Paulinchen. jetzt hab' ich qrad' den Herrn Assessor um die Ecke biegen sehen, der kommt sicher zu uns; damit er endlich Courage kriegt, verschwinde ich jetzt, vergiß aber nicht im richtigen Moment zu thun, was ich Dir gesagt habe!" Guten Morgen, Fräulein Paulinchen, wie glücklich bin i4, Sie allein zu treffen." Gestatten Sie mir einen Hanttuß, oder vielleicht " gar ein kleines süße- Küßchen?!" Gott segne Eurcn Bund, liebe Kinderchen!" Schreckliche Entdeckung, i Der Vater des kleinen Maxl. ein Metzgermeister, erfährt beim Herrn Professor, daß Maxl in letzterer Zeit träumerisch, unaufmerksam und nicht mehr so fleißig war. wie früher. Kopfschüttelnd geht der wackere Metzgermeister seiner Wege. Am ander'n Tage kommt er schon wieder gelaufen mit brennrothem Kopfe: Jetzt hab' ich's heraus. Herr Professor, was der Grund is: Dichtenthut 's Luder!" Ein weiser Väter. (Beim Abschied.) . . . Mein Sohn, wenn Du weißt, was Tu willst, uno nur das willst, was Du kannst, und kannst, was Du willst, und weißt, dag Du kannst, was Du willst dann dann wirst Du ein ganzer Mann!" HöchsteVervollkommn ung
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