Indiana Tribüne, Volume 24, Number 81, Indianapolis, Marion County, 8 December 1900 — Page 7

Jndiana Tribüne, Zamftag. den 8. Dezember 1900.

1

Deporttrt.

Rvttian von S. W. Öornun g. (Fortsetzung.) Der "c!d dieser vcrnebmen. rühren den, herrliche Rede wollte i6m also nicht die Hond drücken? Das bereitete ihn vor auf das Schlimmste: denn weni selbst sein Anwalt irrn im Herzen schuldig hielt, was konnt? tx dann von den Geschworenen erwarien? Trvtztxm beriethen sie bis halb sie den Uhr. Dann hörte Tom in der seiet licken Abenddämmerung das Beroikt. das ihn nicht mehr überraschte, und truq es mit ungewöbnlicber Fassung. Am Morgen wurde Thomas Erichsen zum letzten Male vorgeführt und vom Richter zum Tode verurtbeilt. Mr. Haroing und sein Begleiter Daintree batten unter den Ersten cen Saal verlassen. Trotzdem war das Gedränge auf der Straße so groß, daß sie nur mit Mühe zum Ausgang und noch schwerer zu ihrem Wagen gelangen konnten. Mr. Hardina fand denselben endlich auf dem Ludaate Hill und gab dem Kutscher die Weisung, durch Cbanccry Lane zu fahren, bevor er einstieg und sich neben Taintr:e setzte. In diesem Augenblick trat ein Mann aus der in Old Bailey harrenden Menschenmenge und wartete e'ne Sekunde an der Ecke, dann folgte er dem Wagen in diskreter Entfernung dur b Firn Street. Harding und Daintree sprachen kein? Silke. D-er Mnn, der ein surcibo.r entstellies Gesicht hatte, dielt sich fort während in der Nähe des Wagens. war schon fast acht Uhr. und die immer dichter werdende Finsterntn flößte dem Manne Muth ein. Er setzte sich also auf das Trittbrett be Wagens und behielt diesen Sitz, bis in der Gegcnd von Regents Park ein Gaffenjunge des Kutschers Aufmerksamkeit auf exn unwillkommenen Passagier lenkte. Der Mann svrang hinunter und stürzte sich auf den Knaben, der jedock: flink an rncr Straßenlaterne hinaufkletterte. Hätte ich nur Zeit, so würde ich Dir Deine Naj? z'.rschlagen, DuSpürHund? schrie der Monn. Na, über Na'en haben Sie niest zu reden, erw'derte höhnisch der Bursche. Warten Sie erst, bis Sie eine haden. Sle alte Namteule! Bei diesem Hohn verzerrte sich das verstümmelte Gesicht des Mannes zu einer teuflischen Frotze; mit einem plötzlictic-? Sprunz ergriff er den Knaben beim uße. daß derselbe auf tal Straßenpflaster fiel: dann kniete et neben ihm nieder und schlug desicnKops mit der Wuth eines Wahnsinnigen wiederholt auf die Steine. AIs dn Junge sich nicht mehr rührte, sprang er zähneknirschend auf und sah sich w,ed r nach dem Wagen um. Er wurde jedoch sofort von einem H:rrn festgehalten, der vom Balkon seines Hauses aus ein Feuge der bestialischen That gewesen war. Der Herr und sein Sohn versicheren sich des Ungeheuers, während mein d.e Polizei und einen Arzt verständigte. Der Knabe hatte eine gefährliche Kopfwunde und gebrochene Gliede kam jedoch mit dem Leben davon und rettete so das seines Angreifers, be: vor Gericht gestellt und eine Zierde von Chapel Aard wurde. Tom Ericdscn war als zum Tode verurteilter Verbrecher in einem nderen Theile von Newgate internirt. Keiner der beiden Insassen des Wagens hörte oder las jemals eine Zeile über djesen Vorfall. Tom befand sich in einer für Verurtheilt bestimmten Zelle, die nur neun Fuß lang und sechs Fuß breit war und doch mußte selbst dieses Loch noch mit einem öenso unglücklichen Gefahrten theilen. Als sich die massive Thür hinter ihm schloß, fand er sich mit seinem verthierten jungen Gegner von Chapel Ard beisammen. Beide erkannten sich sofort und Tom streckte ihm die Hand entgegen. Der Andere ergriff sie ziemlich unfreundlich; nach kurzer Zeit aber bcgann er zu sprechen, jedoch in so lästerliehen und abscheulichen Ausdrücken, daß Tom sein Entgegenkommen halb bereute. Ganz konnte er es nicht bereuen; denn er hörte doch wenigstens eine menschliche Stimme, hatte über etwas Neues zu denken. Der Elende trug eine geheuchelte Todesverachtung zur chau und so redete er ununterbroehen dis gegen Morgen. Er hieß Creafey und war überführt worden, sein Weib erdolcht zu haben (er war zwanzig Jahre alt), was er jdoch nie verbrochen hatte. Alles war erlogen, sagte er. Hingegen rühmte er sich vieler Dinge, die er wirklich in seinem kurzen Leben verübt hätte, und diese waren derart, daß sie Tom unvcrgetzltch blieoen. Entsetzt zuhörend, lag er auf seinem Bett. Wenn der Andere einen Augenblick zu sprechen aufhörte, kam ihm sein eigenes Elend zum Bewußten, und er war in seinem Innern dankbar, wenn die Bestie auf's Neue anfing. So verging die ganze Nacht bis gegen zwei Uhr; dann folgte ein langes Schweigen, hierauf lautes Stöhnen und ein verzweifeltes Gebet, endlich ein tiefes Schnarchen. Tom konnte kein Auge schließen. Am nächsten Tage begegnete er in einem Zimmer, wo sieb die Vcrurtbeil-

ten tagsüber aufhalten konnten, einem dritten Leidensgefährten; dies war ein mürrischer Mensch von mittlerem Alter Namens Carter. der den ganzen Tag kein Wort sprach. Einen Stock höher befand sich ein anderes Zimmer für zum Tode Verdämmte, welches gegenwärtig elf Inassen hatte; diese waren jedoch ihrer Begnadigung sicher, und den ganzen 2cg konnte man sie lärmen und singen hören. Mr. Macmurdo. der Arzt, und Mr. Cotton. der Kaplan von Newgate. legten Beide gegen Tom die größte Lievenswürdigkeit an den Tag; dennoch bemerkte er wohl, daß sie ihn für schuldig hielten. Der Arzt bot ihm an. ihm Nachts eine Einzelzelle zu verschaffen, doch wollte Tom nichts davon hören. Nein, sagte er. es wäre die größte Strafe für mich, obwohl ich Ihnen herzlich danke, Ader der größte Schurke ist tiki jetzt ein besserer Freund, als meine eigenen Gedanken. Ach. ich sehe wohl, was Sie denken, rief er. als der Arzt ihn mit eigenthümlichen Blicken detrachtete. Ich bin es schon müde geworden, meine Unschuld zu be theuern. Mr. Cotton begann von seinem Seelenheil zu sprechen, und Tom hörte höflich zu. doch mehr aus Achtung für das Andenken seines Vaters; denn wo war der Gott, der einen Unschuldigen für das Verbrechen eines Anderen den Tod erleiden ließ? Als der gute Kaplan sich erhob, erwähnte er die Anstrengungen, die man gemacht habe, um eine Begnadigung zu erlangen, welche Bemühungen er auö allen Kräften befördern wolle. Aber warum. Sir. fragte Tom ehrerbietig; da Sie doch von meiner Schuld ganz llberzeuyt sind? Der Kaplan erröthete. Das habe ich nie behauptet, rief er. Ich maße mir in solchen Dingen gar keine Meinung an. Nein, mein lieder Sohn; machen Si Ihre Schuld oder Unschuld mit Ihrem Gewissen und dem Allmächtigen ab. Ich kümmere mich nur um Ihre unsterbliche Seele, und je länger Sie leben, desto mehr Zeit zur Reue haben Sie für all' Ihre Sünden. Damit ging er. Bassett war der letzte Besucher. Er war in großer Eile; die Unterschriften auf der Petition mehrten sich; die Zeitungen sprachen von nichts Anderem. Es war noch nichts verloren, noch kein Grund zur Verzweiflung. In der nächsten Sekunde war er weg. Tom war jetzt inGefängnißkleiduna, doch hatte man ihm einen Streifen Papier gelassen, den er oft aus der Tascbe seines Anzuges genommen und betrachtet hatte. Es war der Zettel, den ihm Daintree während der Verhandlung zu Marylebone hatte einhandigen lassen, und der Verurtheilte küßte dieses Stück Papier wieder und wieder und benetzte es init seinen Tbränen.

Die Namen der zum Tode Verurtheilten wurden damals gleich nach dem Urtheilsspruch mit einem Bericht über ihre Vergehen dem König zur evcntuel!cn Begnadigung vorgelegt. Das Resultat pflegte dann sofort den Verbrechern mitgetheilt zu werden. Es war ein Donnerstag, der acht.ebnte Mai. kurz vor Mitternacht. In den Zellen der Verurtheilten war Alleb 'uhig' selbst Crcasey's geläufige Zunge regte sich nicht und Tom lag nachdenklich auf seinem Bett. Sein Gefährte war ein fciqer Hund, der Gott bald verfluchte, bald unterThränen und Schluchzen um Rettung anflehte. Am heutigen Abend hatte er bereits seine Unschuld betheuert, seine todte Frau beschimpft und über Himmel und Hölle gespottet. Tom wußte, daß die Reaction nicht ausbleiben konnte, und sie kam eher, als er vermuthet hatte. Nach einer kurzen Pause sprang der Elende mit einem Schrei von seinem Lager auf. Im nächsten Augenblick kniete er neben seinem Nackdar. an den er sich zitternd festhielt. Ich habe es gethan! Ich habe es gethan! flüsterte er heiser. Ich muß es Jemandem sagen, es drückt mir sonst das Herz ab. Nein, nein! Was habe ich gesagt? Ich habe nur gespaßt, Du Grünling, nur gesvaßtk Du hast Dein Verbrechen wirklich begangen, aber ich bin ganz unschuldig! Und er ging convulsivisch zitternd, mit klappernden Zäbnen und gräßlichem Lachen in der Zelle auf und ab. Da klang Stimmengewirr und das Klirren von Schlüsseln. Creasey senkte seinen Stierkopf einen Mornenl, dann stolperte er zur Thür und fiel auf die Knie. Der Bericht! stammelte er. Erichsen, der Bericht! Er ist da. endlich da! 19. Die Verurtheilten hörten, wie man in die benachbarte Zellc trat und ihren Kameraden Carter aus dem Schlafe weckte. Dann kratzt? ein Schlüssel an chrer Thür, sie wurde geöffnet und sie gewahrten Mr. Cope. den Director, und eine Schaar von Aufsehern auf dem Corridor. Heraus damit! keuchte Creasey auf den Knien. Ich bin begnadigt, nicht wahr? Ich bin ja unschuldig, Sir, wie ein neugeborenes Kind! Der König kann doch keinen Unschuldigen aufhängen lassen? Stehen Sie auf und kleiden Sie sich an! war die Antwort. Sie werden j

Ulle den Bericht oben hören. Sie auch, srtcdien.' Machen Sie sich fertig! Tom aehorchte und war dann Crealey behilflich, der kaum seine Wäsche vom Reck unterscheiden konnte und sich wie ein Kind an Tom anschmiegte. Ich bin unschuldig, stammelte er unaufhörlich. Wenn sie mich aufhängen. sind sie Mörder. Habe ich Ihnen nicht stets gesagt, daß ich unschuldig bin, Erichsen? O. mein Gott, wenn sie mich aufhängen! Nein, es wird Ihnen nichts geschuhen, ermuthigte ihn Tom; aber ein mal müssen wir ja doch Alle sterben, und es ist ein leichter Tod! Aber ich will nicht sterben! Ich kann nicht sterben! Ich verdiene den Tod nicht! Sage ich nicht oft genug, daß ich unschuldig bin? Der Feigling klammerte sich zitternd an Tom's Arm, als der Aufseher, der sie erwartete. Beide hinauf geleitete. Das Zimmer, in welches man sie führte, war nur schwach von Kerzen erleuchtet, deren Schein selbst die todtenbleichen Gesichter der Elenden, die man aus den Betten gerissen hatte, um ihnen ihr Schicksal zu verkünden; noch blässer erscheinen ließ. Die vierzehn Gesängenen erhielten den Befehl, niederzuknien; Tom befand sich zwischen Carter und Creasey, der sich noch immer an seinem Arme festhielt; Carter war unbeiveglich wie ein Felsblock; schwere Schweißtropfen rieselten von seiner Stirn. Nun erschien der Geistliche, der zuerst co: Tom stehen blieb. Mr. Erichsen, sprach er mitleidig, der Bericht ist heute Abend zurückgekommen. Es thut mir leid, Ihnen mittheilen zu müssen, daß Ihr Urtheil bestätigt worden ist. Tom neigte das Haupt. Er hatte leine Hoffnung gehegt. Der Kaplan näherte sich Carter. Es thut mir leid. Ihnen das Nämliche sagen zu müssen, fuhr er fort. Was Sie anbetrifft, Creasey, freue rch mich. Sie wissen zu lassen, daß Ihnen wie allen Uebrigen durch die Gnade des Königs das Leben geschenkt wurde. Creafey zog die Hand von Tom's Arm zurück. Ein tiefer Seufzer der Erleichterung entrang sich der Brust der zwölf Begnadigten; als der Kaplan eben ein Gebet zu sprechen anhub. hörte man das Geräusch eines Falles. Der unglückliche Carter wand sich in Krämpfen auf dem Boden. Die Uebrigen wurden in ihre Zellen zurückgebracht, wo sich Creasey einem Freudenräusche überließ. Es ist auch ganz in der Ordnung, rief er plötzlich, ch habe gar nichts Anderes erwartet, denn ich bin ja unschuldig; deshalb haben Sie auch nichts aus mir herausbringen können, Erichsen! Nur zum Spaß habe ich Ihnen jede Nacht Possen vorgemacht. Sie bedauere ich von Herzen, obwohl es ein leichter und angenehmer Tod ist. wie Sie selbst sagten und eines Tages müssen wir ja doch Alle sterben! Außerdem haben Sie Ihr Verbrechen began gen, ich aber bir unschuldig. Es ist also reckt und billig, daß man Sie aufhängt! In zehn Minuten schnarchte der Elende bereits. Am nächsten Morgen brachte man ibn bei den zur Deportation Verurteilten unter, und Tom blieb allein mit seinen schrecklichen Gedanken zurück. Die Hinrichtung war auf den dreißigsten Mai anberaumt. Er würde keinen Juni mehr erleben. Bassett brachte täglich Nachrichten üb die Petition; man unterschrieb noch, aber viel spärlicher als am Anfang. Der Verurtheilte bemerk Bassett's Ernüchterung sehr wohl. In der That begann der junge Mann es müde zu werden, gegen den Strom zu schwimmen, und an seine Expensnote zu denken. Am folgenden Tage fragte ihn Tom. ob auch der edle Unbekannte Hoffnung und Anstrengung aufgegeben habe. Der nicht! erwiderte Bassett halb unwillig. Der setzt Himmel und Erde in Bewegung, bemüht sich um eine Privataudienz bei dem Minister des Innern. vielleicht beim König selbst. Er ist auch dazu im Stande. Ein wundervoller Mensch, wenn er sich einmal etwas in den Kopf setzt! Aber was kann ihn auf diese Idee gebracht haben? Das weiß Gott! Haben Sie ihm gesagt, wie ger .e ich ihn vor meinem Tode sehen m'öch um ihm zu danken? Ja. aber er arbeitet zu eifrig für Sie; er sagt, daß Ihnen das mehr Nutzen bringt! Ich verstehe, sagte Tom traurig, noch ein Culliford! Aber warum thut er es dann? Culliford that Alles für Geld.. Er bezahlte den Advokaten; aber warum? Sehen Sie her, Bassett: Sie und er glauben Beide an meine Schuld; aber Sie sind der Sache müde, er nicht. Warum nicht? Ich glaube, daß S es wissen. Sagen Sie es mir. Bemühen Sie sich nicht weiter um mich, aber sagen üi mir. was Sie bestimmt wissen. Ich weiß nichts. Also was Sie vermuthen. Bassett überlegte, schüttelte jedoch Herneincnd den Kopf. Die Dankbarkeit eines Sterbenden konnte ihm keinen Nutzen bringen; hingegen konnte er sich durch das Aussprechen seiner Vermuthung. daß ein Weib im Spiele sei. Daintree's Z.rn zuziehen. Er wählte also das Schlveigen. und Tom verabschiedete sich kalt von ihm. Am nächsten Tage verlangte er Tinte und Feder und brachte den ganzen Nachmittaa mit dem Schreiben eines

einigen Jrkfes zu. De Aufseher, weiche ihn fortwährend beobachteten, um zu sehen, wie er sein Geschick ertrage, sahen ihn immer schreiben, während Thränen ihm die Wangen hinabrieselten. Sie zweiselten nicht daran, daß Erichsen ein volles Geständniß seines Verbrechens niederschreibe. Vor Einbruch der Dunkelheit wurde er fertig und verzehrte sein Abendessen mit besserem Appetit, als seit. Tagen. Er schien glücklicher und ruhiger, was den Aufsehern ganz natürlich vorkam. Das vor ihm auf dem Tische liegende versiegelte Packet war jedoch noch nicht adressirt. und als der Director. der ihn Abends besuchte, fragte, ob dasselbe für ihn bestimmt sei. antwortete er lachend, es sei für jemand Anderen, für einen Freund, und erst in seiner letzten Stunde wolle er die Adresse schreiben. Später am Abend brachte man ein Packet für Tom. Er wollte dasselbe ungelesen zerreißen, doch legte sich der Aufseher in's Mittel. Zerreißen Sie es nicht, sprach er. Es ist von dem Burschen, der die Zelle mit Ihnen theilte, und es war ihm viel daran gelegen, daß es sicher in Ihre Hände komme. Er sagte, er wolle sich darin bei Ihnen entschuldigen und Ihnen vor der Abreise seine Grüße senden. - i Gut. sagte Tom. Danken Sie ihm in meinem Namen. Ich wünsche ihm glückliche Reise und habe ihm nichts zu verzeihen; doch will ich mit Vergnücm lesen, was er schreibt. Zu seiner Ueberraschung fand er jedoch keinen Brief, sondern ein großes gedrucktes Blatt, von wo Erichsen's eigener Rame in ungeheueren Lettern herauszutreten und ihm in's Gesicht zu schlagen schien. Die Ueberschrift laukkti Leben. Verhör und schreckliche Hinrichtung des Thomas Erichsen, des Hampsteader Mörders. Darunter zeigte sich eine große Gestatt, welche einen winzigen Galgen mit einer Menge von Liliputanern im Vordergrunde überragte. Rechts und links vom Bilde standen Verse; der Rest war in Prosa geschrieben. Die Verse fingen an: Ich will Euch meine That erzählen, Aus der mir solches Unheil kam; Von Allem will ich nichts verhehlen. Thomas Erichsen ist mein Nam'! Von frommen Eltern aufgezogen Im Himmel finden sie den Lobn Hab' dennoch ich das Recht gebogen, Bin heute ein verlorener Sohn." Noch sieben solcher Stanzen folgten, aber Tom kam nur bis zur ersten. Er hatte schon öfter solche Blätter gesehen; nach jeder Hinrichtung wurden sie ausgegeben. Sie waren also bereits für den nächsten Morgen gedruckt! Er las die Ueberschriften: Der Mörder und die Vehandlung" Die Ansprache des Richters" Die Hinrichtung". Die Hinrichtung! Man schrieb also darüber, noch bevor sie erfolgt war! Und wenn sie überhaupt nicht erfolgt? Und doch war da schon ein ganz fertiger Bericht. Lange vor dem Grauen des Tages versammelte sich eine ungeheuere Menge vor dem Gefängniß von Newgate, um der schrecklichen, doch wohlverdienten Hinrichtung des unglücklichen Jünglings beizuwohnen" und fo weiter. Druck. Orthographie und Inhalt waren einander würdig. Sein

Betragen im Gefängniß war das eines Gentleman und Christen, und als der Sheriff um fechs Uhr Morgens anlangte, fand er ihn in innigem Gebete mit dem hochwürdigen .Herrn Kaplan. Später sah man ihn einige Thränen vergießen " Wirklich! schrie Tom zähneknirsehend. Er ballte das Papier zusamrnen und trat es mit Füßen. Dann löschte er die Kerze aus und sete sich auf fein Bett, um zu überlegen. Er wollte die Einsamkeit, die man ihm wegen seines vorzüglichen Verhaltens bis zur letzten Stunde ließ, benutzen, um dem Galgen doch noch sein Opfer zu entreißen. Er war also schon so out wie hingerichtet? Man hatte den Bericht schon vor der Hinrichtung fertia? Nun, er wollte ihn unbrauchbar machen. Aber wie? Durch Selbstmord? Er hatte seine Hosenträger; da waren die Eisengitter am Fenster. Aber nein! nn er nun einmal hängen sollte, so 'te er sterben wie ein Mann, nicht "e eine Ratte in ihrem Loch. Entflie- , ns Wenn es nur möglich wäre! Er riß an den Eisenstangen sie gaben nicht nach! Und draußen vor dem Gefängniß hörte er ein Geräusch, das ihn fast wahnsinnig machte das Murmeln des versammelten Pöbels. Da unten warteten sie auf feine letzte Stunde! Nein, sie sollten sich nicht an seinen Todesqualen ergötzen! Er wollte vo'-her sterben' (Fortsetzung folgt.) nvnvänenz. Der Hutfabri kant Mayer macht mit seinem Schwager Müller einen Svaziergang und kommt unter anderem aus den Privatier Huber zu sprechen. Ein recht netter Herr," meint Mayer, und in demselben Momente biegt ein alt Sprüchwort bekräftigend der rundliche Rentier um die Ecke. Dieser grüßt höflichst und dabei zeigt es sich, daß er einen neuen Hut anderer Firma tragt, was dem Fachmann Mayer natürlich nicht entgeht,weshalb dieser seinem vorigen Urtheil über Huber sofort hinzusetzt: ..aber in letzter Zeit hat sich der Kerl zu seinem Nachtheil verändert."

Täglicher Marktbericht. Viehmarki. Indianapolis Union Viehhöfe, 8.D Rindvieh. Auserlesene bis prinia Stiere, 1350 Pfd. und aufwärts 55.10 5.75 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 4.50 5.10 Auserlesene bis prima Sucre 1150 bis 1300 Pfd 4.60 5.55 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere 4.10 4.60 Mittlere bis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 3.75 4.50 Gute bis gewählte Rinder. 3.60 4.35 Mittlere bis gute Rinder. 3.00 3.60 Gewöhnliche eichte Rinder 2.25 2.75 Gute bis gewählte Kühe.. 3.50 4.25 Mittlere bis gute Kühe.. 2.75 3.40 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.25 2.60 Kälber 5.00 6.25 schwere Kälber 3.00 5.00 Prima bis fancy Export Bullen 3.60 4.00 Gute bis gewählte Schläch ter Bullen 3.60 3.85 Gewöhnliche bis guteBullen 2.50 3.00 Gute Kühe mit Kalb $30 40 GewöhnlicheKühe mit Kalb 15 25 3 4a eine. Gute bis gewühlte, mittlere und schwere $4.90 5.00 Gemischteu. fchw. Packing 4.80 4.90 Gute bis gewählte leichte 4.65 4.90 Gewöhnliche leichte 4.80 4.85 ViZs 3.25 4.82H Roughs 4.25 4.55 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 5.10 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.50 4.25, Gute bis gewählte Schafe 3.40 3.75 Ordinäre bis gute Schafe 2.50 3.25 Stockers 2.00 3.50 Böcke, per 100 Pfd 2.00 2.75 Früchte und Gemüse. Früchte. Citronen, $3.00 für 300. Acpfcl, $2-$3 per Faß. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pwnd. Kokusnüffe, 3.50-4.00 ver Hundert. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 13c; Delaware und Niagara, Cra:e von 4 Körben, 12c Birnen, hiesige, $1 per Bushel. Cranberrics $3.00 per Vushel Crate. Orangen, mexikanische, $3.75 per Box. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate; rothe Globe 70c per Bushel ; weiße Globe $2.00 per Faß. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Kartoffeln, $1.55 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 55c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $3.25 per Faß. Virginia $1.75. Celery, 25-50c per Bunch. oalat 50c per Büschel. Spinat. 40c per Büschel. Weiße Rüben 40c per Büschel.

Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 6-7c; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7c; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 8Hc; Rind Vorderviertel 6c; Kuh Vorderviertel 6c; Kuh Hinterviertel 8c. Frifches Kalbfleisch Kälber 9c; Hin terviertel 12c; Vorderviertel 8c. Frifches Schaffieisch Lämmer per Pfd. 8c; Schafe 7c; Schenkel 9c; Racks, kurz, 16c. Frisches Schweinefleisch. Loins 8c94c ; Cottage Schinken 7s c ; gehäutete Schultern 7c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tenderloins 16c ; Spare Ribs 6c ; Tail Bones 5c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tüt: 20-18 Pfund 11c; 15 Pfund llc; 12-10 Pfund Ilse; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10c; 15 Pfund 10c; 12 Pfund llic; 10 Pfund llc. Californische Schinken 6 bis 8 Pfund 7c; 10 bis 12 Pfund 7c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13c; ? bis 9 Pfund im Durchschnitt 12c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 12c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12jc; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 12s c; 10 bis 12 Pfund im Durchfchnitt, 12c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9c; KlareSeiten, 30 bis 40 P?d. im Durchschnitt, 9fc; Klare Seiten, 20 bis 50 Pfd., 9ßc; Klare Bellies,25bis30Pfd.,9zc; 18 bis 22 Pfd . , 9ßc ; 14 bis 16 Pfd . , 10ßc ; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 94c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 10c. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt 8c; 16 Pfund im Durchfchnitt, 8c; 10 bis 12 Rfund Ht Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen loses Fancy Pig $19.00; Klares Bean 18.00: Family 17. V0; Short Clear 15.00; Rumpf 15.00.

Gedörrtes Rindfleisch Scbi:.: n, reg. Sets, 11c; Außenseiten.; Junen feiten 13c; Knöchel 12 ?c. Schmalz, in Tierccs, 1. Oualltät 9c; 2. Qualität 8c; 3. Qualität 84c. Würste, Geräucherte Brc:wurst 8c; Frankfurter 8c; Wienerwurst 8c; Knackwurst 8c; Bologna i.-. Därm? 64c, 'n Tuch 6ic

Fische, Anftern und Wildpret. Händler-Preise: Clams Little Recks 75c pcr IC,. Hummcrn 25c per Pfund.; Austern BestcBaltimorecdcrStand. ards, $1.00 per Gallone; bcfte Balti timore Selects,$l.l0 pcr Gal.. :ie: New York Counts, $1.00 pcr Hundert; New York Culls, 70c per 5)undort: Blue Points in Schalen, 75c per 5.indert. Austern in Kannen New Bork Counts 35c; I. S. F. & Co. Select 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. K. 18c; R. 15c. See-Fifche. Knochenlose Haringe 7c; Häringe 54c; Pcrch 5c; Weisinsch 94c; see Forellen 94c; Red Snapvcr 84c; Kennebec Hechte 15c; Blaufische 10c. Halibut 15c; Stockfisch 8c; .aodock 8c; Catfisch 10c; Ro.1 Pickcrel 10c; Ro. 2 Pickerel oder Blue Pike 6c; lack Baß 15c. Froschschenkel, $1.50-2 per Dtzd. Butter, Eier und'Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise .- Butter, frische, 12c Eier, 22c per Dutzend. Hühner 5c;Turkey : junc-c ddne 10 Pfund und darüber 7c ; junge Hennen, 7 Pund und darüber :c ; a'Ac Hennen 54c ; alte Hähne 44c; Culls und Krumbrüstigc 44c ; Enicn Sc; Gänie 5.40-6.00. Getreide. Weizen-Ro. 2 rother 73 hc auf den Geleisen, 734c von der Mühle ; No. 2 rother 694-7izc; Novbr. 73 auf den Geleisen; Wagcnwcizen 73c. Korn-No. 1 weiß 374c; . 2 weiß 37k; Ro. 3 weiß 374c; No. 4 weiß 33z-354c; No. 2 weiß gemischt 364c; No. 3 weiß gemischt 36c; No. 4 weiß gemischt 32 - 34c; No. 2 gelb 37; No. 3 gelb 36c; No. 4 gclb 3234c; Ro. 2 gemischt 36c; No. 3 gemischt 36c; No. 4 gemischt 32 - 34c; an Kolben 34c. Hafer-No. 2 weißer 25 c; No. 3 weißer 244c; No. 2 gemischter 234c; No. 3 gemischter 224c Heu-altes No. 1 Timothy 13.0013.50 No. 2 Timothy 11.50-12.50. Kaffee. Folgendes find die Jndianapoli Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27e; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packcten: Ariosa $11.75, Lion 10.75, Jersey 11.75, Caracas 11.75, Tillworth' 12.00, Dutch Java Blend 16.00, Mail Pouch 11.00, Gates Blended Java 10.75. Groeeries. Zucker Dominoes 6.17c; Slückzucker 6.32c; pulversirter 6.02c; kk pulverifirter 6.07c; Standard granulirte, 5.92c; feiner granulirter 5.92c; Cubes 6.07c; Confectioners' A 5.72c; Ridge wood A 5.62c; Phöni; A 5.47c; Empire A 5.42c; Ideal Extra Golden C 5.37c; Windfor Extra C 5.27c; Ridgewood extra C 5.17c; gelber C 5.02 ; 16 gelber 4.87. Eingemachte Früchte Bleckberries, 3 Pfund, $1.10; Peaches Stand. 3 Pf., $2-2.25; Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See. onds. 3 Pfund, $1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingew ichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 90c-$1.00;Zucker. korn 80c $1.40; Apfelbuttcr, per Dutzend, 3 Pfund, 95c. Sämereien. reite: Kleefamen, Rother, $5-$5.50; eng' lischer, je nach Qualität $5-5.50; Al fyke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6.00 per Bufhel. Timothy $1.30-$1.10. Detail-Preife : Kleesamen, alter, prima, $5.50; neuer $5.00-6.50. Timothy, gewählter $2.25; prima $2.00-2.10. Blue Gras, Fancy Kentucky $1.2Q per Bushel; extra reines 50-65c per Bushel. Kohlen. Ttr.: Tonne Anthracit $7.00 3.66 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4 00 2.1b Pittsburg 4 00 2.16 Raymond City 4 00 2.16 Winifrede 4.00 2.16 Kanawha 4.00 2.16 Luhrig 3.60 1.90 Brazil Block 3.50 1.90 Green County 3.00 1.66 Jndiana Lump 3.00 1.66 Slack 2.00 1.16 Bloßburg 6.00 2.66 Lump Coke 11c per Bush. $2.75 per 25 Bushel. $1.50 per 12$ Bushel. Zerkleinerter Coke 13c perBu. $3.25 ocr 25 Bu. $1.75 ver 12$ Bu.