Indiana Tribüne, Volume 24, Number 78, Indianapolis, Marion County, 5 December 1900 — Page 1
r - Har- -- SonotagsJ Blatt 5ent ker lag if IVFv Jl M. 'S i Grsktzeint seden ZlartznLitrcrg uni Sonntag Morgens.
Ändiana Triliiine
Jahrgang 24.
Ausland Depeschen chenerak Mercier Läßt im französischen 2c nat eine Rede vom Stapel In der er auf die Leichtigkeit hiw weist, Eine Znvngons ' Armee nach England zu schicken. AaS Wort wurde ihm aber schlich' lich abgeschnitten. Auti-britischc Demonstration iu Köln. Ecusationcllcr Mord in Paris. Die Truvven De Wct'S und des Gen. Knox 1 , Am Sonntag den ganzen Tag im Gefecht. Eine scharfeTonart. ! P a i i 5. Dez. Ungewöhnliches j Aufsehen machte die Rede des General : Mercier im Senate, worin derselbe so!gende Aeußerungen mach e: Im Falle eines Krieges mit Großbritannien wird du. Wirksamkeit der Armee nicht hoch genug angeschlagen. Die Zeiten und nicht mehr dieselben . wie vor hundert Jahren. Dampfmaschinen, die Flotte. der Telegraph und die Eisenbahnen haben das Problem einer nozsron (ngwar. Der Transvaal - Krieg hat deut lich gezeigt, daß vie englische Armee trotz ihrer Tapferkeit nicht das zu leisten rmochte. was man inEngland von ihr erwartete. Die englische Flotte ist mächtig, aber sie hat auch viele Küsten ; zu vertheidigen. Frankreich steht daher an Mecen , Punkten England numerisch ebenbürtig gegenüber und übertrifft es sogar in Qualität der Kriegsmaschinen. Di Geschichte weih mehrfach über Meutecejen auf englischen Schiffen während Ort Schlacht zu berichten. Eine Jnva ,ion Englands ist daher durchaus nicht unmöglich. Dies ist nicht nur meine Ansicht, ondern die Ueberzeugung hoher SeeOffiziere. Der englische Premiermilister gab vor Kurzem in bezeichnenei Weise seiner Besorgniß in dieser Zeziehung Ausdruck und wenn die Möglichkeit einer Invasion zugestandn wird, dann kann man auch über die Mittel, diese in's Werk zu setzen. ?iskutiren. Ich glaube, dasz das Werk, welches ich als kommandirender Veneral eines Armee-Corps verfaßt labe, zur Basis für ein solches Unternehmen dienen könnte, welches, nebenk bemerkt, auch keine übermäßig groze Kosten verursachen würdet Hier wurde Widerspruch im Senat erhoben und Senator Fallierest bat Zeneral Mercier. nicht weiter auf Teails einzugehen. General Mercier bemerkte noch, dah das Projekt wie das Schwert des Damokles über Englands yaupi gcganni uciucu iuuuc uuu antrage eme Reso utwn des Senats. Regierung zu er uchen. ihre Vorbe--eitungen zur Mobll.nrung der Armee und Flotte zu vollenden und alles zur möglichst raschen Einschiffung resp. Ausschiffung eines Expeditions-Korps n Stand zu setzen. Proteste wurven gegen diesen Bor,'chlag von verschiedenen Seiten des l ci , W Hauses, sowie vom Marineminister. Herrn De Lenessau. laut und der Präsident erklärte schließlich unter Hochrufen den Antrag außer Ordnung. Die Lage in China. Shanghai. 5. Dez. Aus Tien Tsin wird gemeldet, daß die zwei Kompagnien Deutsche, die 35 Meilen westlich von Pao Ting Fu von 2500 Boxern umzingelt wurden, in demKampf zmanzig Mann an Todten verloren und viele Verwundete hatten. In dem Arsenal bei Tien Tsin. das zuletzt von den Russen besetzt wurde, fand am Sonntag eine furchtbare Pulper - Explosion statt. Sie wurve wahrmttzi . ... . r w .r::,sT hatten. Be.de Chinesen wurden getad.
tand s irett mehr in den erera, oer Intervention gegen die anarchischen Möglichkeit gerückt, wie früher. Auch Zustände in China, die den diplomatiEnalans ist nicht mehr, was es früher frfaen Berkebr zwischen Deutschland
;, y f : o rjfi 7,1NJ M-N O'"" 8"" -""c i,un vyni Ä l J ? 3reÄm,fc Zweifel zusammen. Dxr Mord, denn Huan. der Anstister der Chrlftmm-tze- o es sich ohne wen in Pao J Zweifel, ist wahrscheinlich am Montag I1 Abend beaanqen worden, deutfchen Truppen , Ab lung 6 gle u ist. auf einem Karren durch die Haupt- mav 'i.c m stoßen der Stadt gefahren, und dann end von sechs Männern auf dem in provisorischen Regierung übergeben, Bauplatz Niedergelegt Sie wurden vti "vvMv"i"fv 3 5 von einem qeqenuberlieqenden Wohnd ihn enthaupten lassen wird Verbrechen hat 8 o n d o n 5. Dez. - Eme Spezial. Aufsehen erregt, deoesche aus bankow. vym 30. Zu. oa a " a
: tirt. sagt, daß die Expedition nach Hol 1 gan nur theilweise ihren Zweck erfüllt ' habe, da die Chinesen jeden Kampf mit den Deutschen vermieden. Die Städte. I die auf dem Marsch lagen, ergaben sich ohne Widerstand zu leisten und es wur , den dort Kontributionen von Pelzen ! und von Silber erhoben. Die Kavalle- ; rie erbeutete das Gepäck der sich zurück- . ziehenden Chinesen bei Swen Ha Fu. j todtere 30 Mann von der Eskorte und
nahm 20.000 Tals in Silber fort. Drei Mandarine, welche die Nieder metzlung. von Konventiten in Tsi Hing angeordnet hatten, und 23 Boxer wur den hingerichtet, die Deutschen ließen i aber im Allgemeinen die Beweise von Feindseligkeit gegen die Ausländer un beachtet. Shanghai. 5. Dez. Die Aangtse Vizelonige. die Herren der Situation sind, haben dem Admiral Seymour, als st ihnen kürzlich einen Besuch abstattete, befriedigende Zusicherungen betreffs ihrer künftigen Politik gegeben. Berlin, 5. Dez. Eine Depesche von dem Grafen von Waldersee. vom Montag, 3. Dezember, datirt. meldet, oaft eine arohe Anzahl regulärer chinesischer Truppen eine starke Position bei Bang Chou, 95 Kilometer südlich von Tien Tsin. besetzt habe und daß zwei ruvven-Abtbeilunaen von Tien Tsin. unter Befehl des Obersten Lohrscheidt und t Majors Falkenhayn stehend, gegen die Chinesen abgeschickt worden seien. Während der Debatte im Reichstag über den Supplementär Kredit für China sagte der Staatssekretär des Aeußere. Baron von Richthofen. auf .jne Interpellation Bebels antwortend, oa die China-Erpeoition nicht gerade a$ ein Kriegs!! betrachtet werde, sondern vielmehr als eine bewaffnete un0 China unmöglich gemacht hätten, Der Kriegsminister, General von Ogyler. erklärte, daß allerdings viel Krankheit unter den Truppen in China herrsche, die Sterberate soweit aber nut cin Drittel von einem Prozent betragen habe. r, ro,.mm 00n Schwartn stein. deutsche Gesandte in China, tele.raphirt. dan er eine versöhnliche Depesche von Auan Shi Hai. dem Mili tär-Gouverneur der Provinz Shan Tung erhalten habe, in welcher der Gouverneur die volle Verantwortlichkeit für die Sicherheit des Bischofs Anzer übernimmt, der im Begriffe steht, sich nach Tsi Nan Fu zu begeben, um dort mit Juan Shi Hai zu konferiren. Folgen der Ueberschwemm u n g in Rom. Rom. 5. Dez. In Folge der Ti oer-Ueberschwemmung ist das 900 Fuß lange Anquillera Quai, das schon lanze unterwaschen war. in den Fluß gesunken. Der Schaden beläuft sich auf zwei Millionen Lire. Aus dem deutschen Reich. Köln. 5. Dez. Eine gegen Eng land gerichtete Demonstration fand am Dienstag vor dem britischen Konsulat Hierselbst statt. Berittene Polizei trieb schließlich die Krawallisten auseinander und verhzftete die Räoelsfübrer. Eine Depesche der Köln. Zeitung" ni snnhnn Uial eci hM'Mif irnrfshpn ' i-n- " "I"T" r" TT" England und dem Deutschen Reich ein AeHeim-Abkommen, unter welchem Wttm ftcif Hnd in Marrokko und Occupation und Garnisoni- . z " : Aus Südafrika. London. 5. Dez. General Kitchener meldet aus Süd-Afrika. daß 0t Kavallerie und die berittene ?knfanterie des Generals Knor am Sonntag oen ganzen Tag lang mit einem Theil der Truppen De We.t's nördlich von Bethulin im Gefecht gewesen sei. Die Boeren seien schließlich in nordöstlicher Richtung abgezogen. Sensationeller Mord. Paris. 5. Dez. Ein Packet, das den Kopf, die Arme und die Beine tu nes jungen Mannes enthielt, wurde am Dienstag Morgen auf einem Bauplatz in der Nähe der Rue des Platriers. in Belleville. gefunden und bald darauf fand man auch in einem Thorweg der Rue du Faubourg, St. Denis. eine und eine halbe Meile von dem Fundort Packet, das den verstümmelten Rump Z &mmti mlm M rfl-t(l S.. ltdl T)l4iA nW.-.rl rtslWH
Indianapolis, Ind.. Mittwoch, den :. Dezember 1900.
Inland Depeschen. Don chouv. ingree begnadigt. Gen. White und Gen. Marjh von der Staatsnliliz von Mchigan Die zu langen Zuchthausstrafen verurtheiit wurden Zur Zahlung von je $5000 begnadigt. Tic Ausübung der Justiz zn einseitig" erklärt der Gouverneur. - Eiscnbahn.Uttfall in Californicn. , . Neun Männer getödtet und viele verletzt. General White im Zucht haus. Jackson. Mich.. 5. Dez. Der frühere Gen.'ral-Quartiermeister Wm. L. White. der am Montag wegen Theilnähme an den im Staats Militär-Dc partement begangenen Betrügereien zu zehn Jahre Zuchthaus verurtheilt wurde, ist am Dienstag hier eingeliefert worden. Er wird künftig in der Schneiderwerkstatt arbeiten. Am Nachmittag schickte General White durch seinen Anwalt dem Gouverneur Pingree eine Petition zu. in der cr um Begnadigung nachsuchte. In dieser Petition erklärt Gen. White. daß die Firma in Kalamazoo. welche dem Staat die Militär-Ausrüstungsgegen-stände lieferte, in Wirklichkeit den Be trug geplant hab? und er nur ihr Werk zeug gewesen sei. Die Firma in Ka lamazoo habe ihm begreiflich gemacht, daß der Verkauf der Uniformstücke an eine singirte Kompagnie, und der Rückkauf derselben Seitens des Staates zu einem viermal so hohen Preis, durchaus gesetzlich sei. Als er sich überzeugt, daß das Geschäft ein ungesetzliches sei, habe er dem Gouverneur von der Sache Mittheilung machen wollen, die Kalamazoo'er Firma habe ihm aber die Bersicherunq gegeben, daß keine Untersuchung über die Angelegenheit zu befürchten sei. und wenn dennoch eine an geordnet werden sollte, die Firma ihn vollauf beschützen werde. White legt dann besonderes Gewicht darauf, daß kein Mitglied der Kompagnie, die den Betrug angestiftet, auch nur in Anklagezl, stand versetzt worden sei. Zum Schluß erklärt White. sein Prozeß in Lansing habe ihn gelehrt, daß er von den dortigen Behörden weder Gerechtigkeit noch Gnade zu erwarten habe und er sich deshalb an den Gouverneur wende. Um zehn Uhr Ab?nds begnadigte der Gouverneur Pingree nicht nur Gen. White. sondern auch General A. F. Marsh, den früheren General - Jnjpektor der National Garde von Michigan, unter der Bedingung, daß jeder oo.'. ihnen $5,000 Strafe bezahle. Eintausend Dollars sind am 1. Januar zu bezahlen und am 1. Januar der nächsten vier Jahre jedesmal weitere $1000. Auch Gen. Marsh hatte während des Tages eine Petition an den Gouverneilr gerichtet, in der er erklärte, auf die Aussagen von nachgewiesenermaßen Meineidigen überführt worden zu sein und er legte Gewicht darauf, daß ihm eine Verschiebung des Prozesses verweigert worden sei während sein Hauptzeuge krank gewesen, und er gezwungen gewesen sei. sich gegen Ankla gen zu vertheidigen, auf die er gar nicht vorbereitet gewesen sei. Gouvemeur Pingree begründete die Begnadigungen damit, daß es eine Ungerechtigkeit se'. die beiden Männer. White und Marsh, so ungemein streng zu bestrafen, während die wirklichen Anstifter des Betrugs, die Mitglieder der Firma in Kalamazoo, nicht einmal in Anklagezustand versetzt, ja vielleicht gar von den Behörden beschützt worden seien. ..Diese einseitige Justiz", erklärt Gouverneur Pingree. ..steht nicht im Einklang mit meinen Begriffen von Recht und Unrecht, und sie hat mich hauptsächlich bestimmt, in der vorher angegebenen Weise zu entscheiden." Wird die verdiente Strafe erkalten. Chicago. IU.. 5. Dez. Wm. B. Dunton, früher ontroll-Clerk in der Union National Bank, wurde am Dienstag nach einem Prozeß, der nur zwei Stunden dauerte, der Unterschlagung von $155,000 schuldig befunden. Das Urtheil wird später gefällt werden. Dunton war ein intimer Freund des Hilfs-Zahlclerks George Forbes
von oer rslen 'icationat Bank Die Beiden waren Jahre lang zusammen in der Union National Bank angestellt, ehe diese von der ersten Nationalbank absorbirt wurde. Forbes beging vor ein paar Monaten Selbstmord, cin bedeutendes Defizit in seinen Büchern hinterlassend. Es stellte sich heraus, daß Forbes den fehlenden Betrag an seinen Freund Dunton geliehen hatte, nachdem dieser versprochen, die Summe in wenigen Tagen zurückzubezahlen. Als Dunton das Versprechen nicht hielt, beging Forbes Selbstmord, nachdem er einen pathetischen Brief an sei ne Mutter geschrieben, in dem er sich bitter, darüber beklagte, daß er von dem besten Freunde, den er in der Welt gehabt, betrogen worden sei. Dunton war bald darauf in Old Point Comfort. Va., verhaftet worden. Ein interessanter Prozeß. Grinnell. Ja.. 5. Dez. Ist die Handschuhfabrikation eine neue Jndu strie in den Ver. Staaten ? Diese etwas sonderbar klingende Frage wird das BundesdistriktS-Gericht von Iowa in der nächsten Zeit zu entscheiden haben. Dem Ende des zu diesem Zwecke angestrengten Prozesses sieht man in Arbeiter- und Fabrikantenkreisen mt Spannung entgegen. Im April d. Js. brach in der Hand schuhfabrik von D. S. Morrison dahier ein Streik aus. Derselbe wurde geschlichtet, doch ordnete die Handschuhmacher - Union an. daß Morrison nicht gestattet werden solle. Arbeiter von auswärts kommen zu lassen oder Lehrlinge einzustellen, trotzdem nur die Hälfte der Ausständigen in seinem Etablissement nach Beilegung des Streiks die Arbeit wieder aufgenommen hatten. Morrison war mit Aufträgen überhäuft und in seiner Noth ließ er ein halbes Dutzend böhmischer Handschuhmacher von Prag herüber kommen. Daraufhin beschuldigte ihn die Union der Jmportirung von Kontraktarbeitern und der Generalanwal: leitete schließlich den jetzt schwebenden Prozeß ein. Zur Vertheidigung Morrison's machte der Kongreß-Repräsentant Lacetz vor dem Bundesdistriktsrichter McPherson geltend, daß die Fabrikation feiner Damenhandschuhe eine durch den Dinglev - Tarif rn's Leben gerufene neu- Industrie in den Ver. Staaten sei und das Gesetz gegen die Einfübrung von Kontraktarbeitern keine Anwendung finde, wenn ausländische Arbeiter nur zu dem Zwecke hier her gebracht werden, um einen neuen Industriezweig aufzubauen. Ehe das Dinzlen - Gesetz für feine Glace-Hand-schuhe einen Zoll von $2.50 perDutzend angesetzt habe, seien dieselben durchweg von Deutschland. Frankreich und Oesterreich importirt worden. Seitdem habe man jedoch mit ihrer Fabrikation hier begonnen. Die nöthigen geübten Arbeitskräfte seien in den Ver. Staaten nicht zu finden und man. müsse dieselben daher von Europa herüber bringen. Die Handschubfabrikanten des ganzen Landes sind gespannt darauf, ob das Gericht diese Einwände für stichhaltig erklären wird. Sollt? der Prozeß zu Unaunsten der Union entschieden werden, so ist angeblich die Jmporti rung von mehreren Tausend europäischen Handschuhmachern zu erwarten. Mord und Selbstmord. L e 5 i n g t o n , Kr).. 5. Dez. Robert L. Sallee. ein 35 Jahre alter Mann, brachte am Dienstag Morgen seiner Frau, Mamie Webster Sallee. eine tödtliche Schußwunde bei. worauf er seinem eigenen Leben mit einem Revolverschuß ein Ende machte. Frau Sallee hatte vor einiger Zeit von einem Onkel $5000 geerbt und dieS scheint ihr den Kopf verdreht zu haben. Um sich deZ Geldes allein freuen zu können, verließ sie ihren Mann, der ein Kosthaus an der Main Str. betrieb und sie weigerte sich beharrlich zu ihm zutückzukehren. Am Montag Abend versuchte Sallee noch einmal, die Frau zu veranlassen, zu ihm zurückzukehren, sie bestand aber auf ihrer Weigerung und als der Mann nach heftigem Streit fortging, erklärte er. am Morgen zurückkehren und sie tödten zu wollen, wenn sie bis dahin ihren Entschluß nicht geändert habe. 'Die Frau schenkte der Drohung nicht die geringste Beachtung und dies kostete ihr das Leben. Die Mörder Peter Bai ns. Fort W o r t h . Texas. 5. Dez. Eugene Faulkner und I. W. Chapman. 5ie angeklagt sind, den Konstabler Pcte Bains in DallaS ermordet zu baden, indem sie seine Kleider mit Terpentinöl tränkten und dann anzündeten, wur den am Dienstag Morgen von einer starken Sheriffsmannschaft hierher gebracht und im Gefängniß eingesperrt. Die Beiden sind nur mit knapper Noth einem Lynchgericht entgangen. .Die hiesigen Behörden fürchten, daß ein Versuch gemacht werden wird. dieMänner aus dem Gefängniß zu holen. Die Aufregung ist eine furchtbare und die Freunde des ermordeten Konstablers
erklären, die Beiden lebendig verbrennen zu wollen, wenn es gelingen sollte, sie in ihre Gewalt zu bekommen. Die Gefangenen weigern sich, etwas über den Fall zu sagen. 91 .MM. MM 8cfll(M. Senat. Washington. D. C., 5. Dez. Die Geschäfte wurden am Dienstag vom Senat ernstlich in Angriff genommen und es wurden gute Fortschritte gemacht. Anstatt der Spooner'schen Philippinenvorlage wurde die Schiffssubsidien Vorlage aufgenommen und ist somit das unerledigte Geschäft, das über andere Maßregeln den Vorrang hat. Die Debatte i'ber die Vorlage -vurde von dem Sen. Frye. von Maine. Vorsitzer des Handelskommittees, mit einer längeren Rede eröffnet. Der Senator sprach eine und eine halbe Stunde und hatte noch nicht geendet, als sich der Senat vertagte. Sen. Freye wies namentlich in seiner Rede darauf hin. daß von der enormen Ausfuhr und Einfuhr der Ver. Staaten nur 9 Prozent von amc rikanischen Schiffen befördert würden, während die Ver. Staaten den auswärtigen Galionen, namentlich England und Deutschland, täglich $500.000 für die Beförderung von Produkten und Waaren aller Art bezahlten. Er bestand darauf, daß diesem Uebelstrt!o nur Dadurch abgeholfen werden könne, daß den amerikanischen Schifk"". Subsidien bewilligt würden, da es bedeutend mehr koste, amerikanische Zchiffe zu bauen und im Betrieb zu zrha'.ten als dies bei Schiffen anderer Rationell der Fall fft. Am Anfang der Sitzung wurde Sen. Dolliver von Iowa eingcschworcn und -er urd d neue Senator von Vermont, Dillingham. wurden den Kommittcen zugewiesen, denen ihre Vorgänger angehört hatten. Es wurden auch noch einige Vorlagen von geringer Bedeutung angenommen darunter eine, derzufolgc dem Kapt. N. M. Brooks. Superintendent der auswärtigen Post, gestattet wird, den ihm vom deutschen Kaiser verliehenen rothen Adlerorden dritter Klasse anzunehmen, und eine andere, in der dem Hilfs-Kriegssetretär Mciklejohn gestattet wird, den Ritterorden erster Klasse von der schwedischen Regierung anzunehmen. Auch wurde eine Vorlage angenommen, derzufolgc für die Betheiligung der Regierung an der im Jahre 1901 in Charleston, S. C.. abzuhaltenden zwischenstaatlichen und westindischen Ausstellung $250,000 bewilligt werden. Repräsentantenhaus. Die heutige Sitzung des Hauses war nur eine kurze. Die wirtliche Arbeit beginnt am Mittwoch, wann die Armee Reorganisations Vorlage aufgcnommen werden wird, die während des Tages von Herrn Hull, dem Vorsitzer des Kommittees für ?arine-Angele-zenheiten, ngereicht wurde. Repr. Hull wies auf die Dringlichkeit der Maßregel hin. da unter dem jetzigen Gesetz die Armee am 1. Juli auf 27.000 Mann reduzirt werden muß, und er suchte um allgemeine Zustimmung nach, daß' die Vorlage am Mittwoch aufgenommen werden dürfe. Repr. Sulzer. Dem., von New York, erhob Einwand, und Hull reichte daraufhin :ine Resolution ein. derzufolgc laut einer Spezial-Ordre die Vorlage am Nittwoch aufgenommen und nach sechs(sündiger allgemeiner Debatte zur Ab ftimmung gebracht werden soll. Nachdem dann noch einige Vorlagen son geringer Bedeutung angenommen vorden waren, erfolgte Vertagung. Repr. Sulzer, Dem. von New Dork. reichte am Anfang der Sitzung eine Resolution ein, in der Sympathien mit den Boeren lusgedrückt. gegen die Fortsetzung des Krieges in Südafrika zrotestirt und erklärt wird, daß die Rezierung der Ver. Staaten bei der britischen Regierung Vorstellungen mahen und die Einsetzung eines Schieds zericht verlangen soll. Oklahoma als Staat. Senator Fairbanks von Jndiana zot eine Vorlage eingereicht, derzufolze Oklahoma als Staat mit zwei Re-
j irasentanten zugelassen werden soll. jDier erste Verwilligungs- ! Vorlage. die zum Einreichen im Haus fertig ist, ist diejenige für die Legislative, die Zxekutivc und das Justiz-Departement. Der Verwilllgungs-Ausfchuß hofft, daß die Vorlage sofort in Erwägung genommen wird. Die vorgesehenen Ausgaben belaufen sich auf $24.496.508. Es ist dies um $239.496 mehr zls in der letzten Vorlage bewilligt, iber $903.000 weniger als verlangt vurde. Der Jsthmus-Kanal. Washington. D. C., 5. Dez. Der Bericht der Isthmus Kanal-Kom.
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Mission, welcher am Dienstag dvmPräsidenten dem Kongreß unterbreitet wurde, gipfelt in der einstimmigen An-I-?lnbcr Kommission, daß die prakNchste und wünschenswertheste Linie für e,nen Isthmus - Kanal unter der Kontrolle. Leitung und im Besitze der Vereinigten Staaten, die unter dem tarnen Nikaragua Route bekannte Linie sei. .Die Kommission schätzt die Kosten 5uung dieses Kanals auf 500.540.000. Dieser Voranschlag ist weit hoher als die bisherigen Schaungen und wird durch die großen Dimen. wnen und andere bisher nicht in Be. tracht gezogenen Anforderungen bedingt. Die Kosten des Panama - Kanais werden von der Kommission auf einer Linie auf $142.342.579. auf der anderen auf $156.378.258 veranschlagt. Zwischen der Nicaragua und Panama Route zählt der Kommisswnsbericht eine Anzahl von Vortheilen zu Gunsten der ersteren auf. Auch habe die Panama Canal Co. unter ih rem Freibrief von der Regierung von Panama nicht das Recht, der Vereinigten Staaten Regierung volle Freiheit der Aktion bei Ausführung des Ka nalö zu gewähren. Die Durchführung des NicaraguaKanalbaues würde, so schließt der Kommissionsbericht, etwa $58.000.000 mehr kosten wie die Vollendung des Panama - Kanals, wobei die Kosten zur Erwerbung des letzteren Kanals, soweit derselbe fertig ist. nicht mit einbegriffen sind. Die neue PanamaKanal Co. hat ihre Bereitwilligkeit kundgethan, ihr Eigenthum unter gewissen Umständen an die Vereinigten Staaten zu übertragen. Es ist jedoch anzunehmen, daß der Preis nicht so niedrig sein wurde, um die Gesammtkosten des Panama - Kanals geringer als die des Nicaragua - Kanals zu machen. Der Panama - Kanal würde nach seiner Vollendung kürzer sein, und wenigcr Kurven und Schleusen haben, wie der Nicaragua - Kanal. Die Durchfahrtszeit eines Schiffes würde beim Panama - Kanal nur zwölf Stunden, beim Nicaragua - Kanal dagegen dreiunddreißig Stunden betragen. Dafür ist aber die Entfernung von San Francisco nach New tyoxt via Panama-Kanal 377 Meilen, nach New Orleans 579 Meilen und nach Liverpool 38tt Meilen größer wie über die NicaraguaRoute. Da die Zeit, welche nöthig ist, diese Distanzen zurückzulegen, größer ist. als die Differenz zwischen den Durchfahrtszeitcn bei beiden Kanälen, so würde hierdurch die NikaraguaRoute, trotz der größeren Länge des Kanals und die hierdurch verursachten größeren Unterhaltungskosten, die vortheilhaftcre sein. Die Regierung von Colombia, in deren Territorium der Panama Kanal liegt, hat der Panama-Gesellschaft ein ausschließliches Wegekecht ertheilt, wel cheS noch viele Jahre in Kraft bleibt. Sie könnte den Vereinigten Staaten das Wegerecht daher nur unter der Bedingung übertragen, daß die Lekte ren mit der neuen Panama Gesellschaft zu einer Verständigung kommen könn ten. Die Kommission hält dies fük nicht opportun. So weit man in Erfahrung gebracht hat. ist die neue Panama Gesellschaft nicht Willens, ihr Wegerecht zu verkaufen, sondern will nur einen Theil ihrer Aktien an die Vereinigten Staaten abtreten. Die Kommission hält ein derartiges Arrangcmcnt für außer Frage. Die Regierungen von Nicaragua und Costa Rica sind dagegen noch durch keine Verträge gebunden und können daher den Vereinigten Staaten die günstigsten Bedingungen gewähren. Ausgaben der Ausfiellungs - Kommissäre. Dem Senat lourde am Dienstag der Bericht des Ausstellungs - Kommissärs Peck zugesandt, in dem er Rechnung über alle bis zum 15. November 1900 gemachte Ausgaben ablegt. Die Gesammtsumme, die ausgegeben wurde, belief sich auf $939.465. Die HauptPosten waren : Saläre von Experten $147.604 ; Gebäude $191.427 ; Jury $53,779; Clerks -Saläre $63.145 ; Saläre anderer Angestellten $49.965 ; Wächter $34.951 ; Reisevergütungcn $52,530. Eisenbahn- Unfall. Suisun. Cal.. 5. Dez. In eincm dichten Nebel kollidirte am Dienstag Morgen jenseits von Vendon-Sta-tion cin westlich fahrender Frachtzug mit einem aus fünf Cars bestehenden Arbeiterzug. Neun Arbeiter wurden dabei getödtet und zwanzig andere mehr oder weniger schwer verletzt. Die Opfer schliefen in ihren Bunrs in einer der Cars, als der Zusammenstoß erfolgte. m m Gibraltar, 4. Dez. Angekommen: ..Kaiser Wilhelm IV von Genua, nach New Jork bestimmt.
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