Indiana Tribüne, Volume 24, Number 77, Indianapolis, Marion County, 4 December 1900 — Page 7
Jndiana Tribüne, Ticnftag. den 4. Tezembcr 190Q
Deportlrt
Roman von S. W. Ö 0 r n u n g. (Fonietzung.) Haben S eme Einwendung, dagegen, vertheidigt zu werden? Gewiß, so lange ich nicht weiß, von wem. Irlli! Mein Name ist Bassett; man kennt mich ziemlich gut hier. Nickt das meine ich, Sir, sagte Tom ehrerbietig. Ich möchte nur wissen, in wessen Auftrag Sie handeln. In dem Auftrage einer Person, der Ihr Geschick zu Herzen geht. Ein anonymer Freund? Die Stimme des Gefangenen bebte. Jawohl. Dann will ich nichts von ihm! Ich kenne diesen Freund sebr wohl! Ein Polizist flüsterte Baffett etwas zu, wrauf dieser sich dem Gitte? näherte und mit leiser, freundlicher Stimme sagte: Sie irren sich. Es ist ein anderer Herr, der JhnenGelegenheit geben will. Ihr Leben zu retten. Dann soll er seinen Namen neu nen! Baffett drehte sich um und überflog mit scharfem Auge die versammelte Menge. Ein zusammengefalteter Pa pierstreiftn wurde ihm in Hie Hand gedrückt. Ah. der Name! sagte während er das Papier öffnete. Er hatte sich jedoch geirrt und übe?gab Tom den Zettel, ohne ein Wort hinzuzufügen. Der Angeklagte las: Jemand, der Sie für unschuldig hält und wenn möglich retten will, hat den Advokaten mit Ihrer Vertheidigung betraut. Um Gotteswillen, lasten Sie uns wenigstens reriuchen! Ich nehme die Vertheidigung dankbar an, sagte er, thränenden Auges unter den Versammelten nach seinem unbekannten Verbündeten spähend. Und mit rührendem Lächeln steckte er den Zettel in seine innere Brusttasche. Wollen Ew. Gnaden uns einige Minuten gestatten? Der Beamte verbeugt sich zustimmend. und die Stille, die bei Tom's Worten eingetreten war, wich einer allgemeinen Conversation. Der Rechtsanwalt trat Zu dem Verschlag, m welchem der Gefangene saß. Er erkundigte sich nach seinem letzten Zusammentnffen mit Blavdes und ersuchte den An geklagten, leise zu sprechen und sich kurz zu fassen. Tom erzählte Alles der Wcrrheit gemaß. nur verschwieg er. wer ihm des Capitäns Aufenthalt mitgetheilt hatte. Als er von der Ueberabe der Uhr sprach, schaute ihn der Advokat so ungläubig an, daß er augenblicklich schwun. Weiter! Weiter! Sie alauben kein Wrrt von dem. was ich spreche! Unsinn, mein Lieber. Ich glaube Alles. Seben Sie. man wird schon un geduldig. Also Sie gaben ihm einen Empfangsschein? Tom beendigte betrübt seinen richt, ,'lnd zwei Minuten nach Elf wurde die Verbandlung wieder aufgenommen. Die Zeugin Adcock erkannte ein Paar ausgetretener Schuhe und die traurigen Ueberrefte eines Kastorhutes als dem Angeklagten gehörig. Sie machte ihre Aussage unter Thränen, und verarmte. Tom sebr zugethan gewesen zu sein, ebenso wie der folgende Zeuge Butti.rfield. Die Schube und der Hut hatten der Sache Erichsen's großen Schaden -zu-gefügt, umso -mehr, weil, was damit in Verbindung stand, ganz neu war. Die Flucht und endliche Gefangennahm des vermeintlichen Verbrechers waren ausführlich besprochen worden; aber die dazwischen liegende Zeit wurde erst jetzt durch den Bericht der Constadler ausgefüllt, die in den frühen Morgenstunden des Samstags einen verzweifelten Einbrecher verfolgt hatten, den sie jedoch erst später mit dem Hampsteader Mörder in Verbindung gebracht hatten, und zwar eben wegen des. dort versteckten Kastorhutes und be zu beiden Seiten des Gartenthores aufgefundenen Schuhe. Nur zwei Polizisten erschienen; der dritte Kg im Hospital. Der Arzt und der listige Hausbesitzer von Kew waren bereits am Mon tag vernommen worden; dennoch war des Letzteren gepuderter Kopf wieder im Gerichtssaale sichtbar, und sein kaunigeS, schlaues Lächeln war ebenso wohlwollend als sonst. Man hörte diesen Wohlthäter der Menschheit wähxend jeder Pause seine Prise nehmen. Der nächste Zeuge war ein gewisser Richard Vale, der einen Cognacgeruch um sich verbreitete. Seine Worte waren unzusammenhängend, aber sein Zeugniß umso klarer. Er nannte sich einen alten Freund des Dahingeschiedenen, und schwor, daß ihm derselbe öfter gesagt habe, er hätte Angst vor dem Gefangenen, welcher ihm wiederholtDrohbriefe geschrieben hatte, und dem der Verblichene in der That eine Summe Geldes schuldete. Hierauf wurden die Briefe verlesen. Alle bezogen sich auf einen gewissen werthlosen Check über sünfunddreißig Pfund Sterling, und obne zu erröt'hen. erklärte der Zeuge dettlelten. 3 Ebeckbucb war bereits
alt und sein Eigenthum, er erinnerte sich, dah ibm der Verblichene d?n Vorfall erzählt hatte, konnte ihn aber nicht selbst erzählen, da er damals betrunken war. Es erschien demnach ganz glaubhast, daß Tom sich an Vlaydes rächen wollte. Basset: eilte zum Gitter. Vermutblich haben Sie diesen Eheck verloren? Ner. ich gab ihm denselben mit dem Empfangsschein zurück. Bassett liefe zu Protokoll aeben, daß
der Angeklagte sich seine Vertheidigung vorbehalte. Eine Mmute später war bereits der Beschluß verkündigt, ihn vor das Schwurgericht zu stellen. Ich werde unten mit Ihnen sprechen, sagte Bassett. dem zitternden Tom hochmüthig zunickend. Die Begegnung verlief ganz gescbäftsmäßig. Wann sind die Verhandlungen? fragte Tom. Sie beginnen nächsten Montag. Keine Zeit zu verlieren ! Noch fünf Tage. Besser, als wenn ich lange warten möchte. Sie wollen mir also den Namen meines Wohlthu ters nickt mittheilen? Ich bade mein Wort gegeben. Kenne ich ihn? Nein. Und trotzdem hätt er mich für unschuldig! Gott segne ihn! Er muß immerhin etwas eicentrrsch sein, einem Hilflosen so beizustehen! Etwas, sagte der Sachwalter so trocken, daß Tom sich entfärbte. Sie glauben, daß ich keine Spur von Hoffnung babe? Das habe ick. nickt gesagt. Ich glaube es nickt einmal. Aber den Check hätten Sie nicht vernichten sollen. Er vernichtete ihn. nachdem ich ihn zurückgegeben hatte. Wäre der Check noch in Ihren Händen so hättenSie ihn gerichtlich belangen können und demnach weniger Ursache gehabt, sich an ihm zu rächen. Ja. aber ich wollte mir selbst Rech: schaffen! Gern hätte Tom schon im nächsten Moment diese Worte zurückgenommen. Selbst der verhärtete Advocat schauderte unwillkürlich vor ihm zurück. Dann nabm er eine Hand voll Silbermünzen aus der Tasche, zählte den Werth eines overeigns ab und händigte das Geld den'Angeklayten ein. Man hat mir dies für Sie übergeben, sagte er kühl. In Newgatt werden Sie es gut brauchen können. Mo?gen werde ick Sie besuchen. Mit schlecht verhehltem Abscheu verließ er ihn. Unterwegs bolte er Daintree ein. Nun? Nun? rief Daintree. Ich wollte nicht, daß man uns dort zusammen febe. Was läßt sich aus fcrr Sache machen? Sie werfen Jbr Geld auf die Straße der Mensch ist schuldig. Glauben Sie? Ob ick es glaube? sagte Bassett? Mein Gott, er hat mir das Verbrechen ja beinahe gestanden! Aber trotzdem werde ick Alles thun, was in meinen ..räiten steh:, wenn Sie es noch wüw leben. Gewiß. Sir. versetzte Dainlree streng. Entweder bieten Sie alle Ihre raste auf oder lassen Ste d ? Hände ganz von der Sacke. Wozu entschließen Sie sieb. Sir? An mir soll es nicht fehlen, sagte der Rechtsanwalt; das verspreche ich Ihnen. Ick dachte nur an Sie. Mir paßt der Fall ja wie auf den Leib geschnitten! 14. Die Verhandlung war uf vier Uhr Nachmittags festgesetzt, und auf der Higb Street von Marylebone waren die Hunderte versammelt, die gerne gesehen hätten, wie man Tom im Gefängnißwagen fortschaffte. Um jedoch dem Andränge auszuweichen, mußte der Angeklagte durch ein Seitenthor das Gefängniß verlassen und wurde in emem Fiaker ganz unbemerkt nach Newaate überführt, während ihn der Pöbel am Hausthor erwartete. Um halb fünf Uhr langten sie in Newaate an. Tom trat aus dem Sonnenlicht eines herrlichen Maitaaes in eine dunkle Halle, wo eine Lampe ihre düstere 5zelle verbreitete. Hier wurde der Ankömmlina in einBuch eingetrogen, man nahm ihm seine Handschellen ab und füh'te ihn durch feuchte Gänge und eisenbeschlagene Thüren in das Innere des schrecklichen Ortetz. Auf einem Corridor wurde gerade eine große Zelle gefegt. Ein fürchterlicher Gedanke machte Tom's Blut erstarren. Wer bewohnt diese Zelle? Gegenwärtig Niemand. Vielleicht Greenacre? Starb er muthig? Der? O nein; wie ein feiger Hund ist er gestorben! Tom überlief es kalt, doch plötzlich belebten sich seine Augen. Sie traten in einen sonnigen Hof, ungefähr acht Schritte breit und doppelt so lang. Ringsum hohe Muern, oben ein Stückchen Himmel wie ein glänzendes blaues Rechteck. Sie sind Ehapel Fard zugewicsen. sagte Tvm's Führer, und hier sind wir. Ich suche nur einen GefängnißWärter, dann sind wir fertig mit einander. Da kommt gerade einer! Eine große, fette Gestalt mit einem dicken Biergesichte näherte sich ihnen I während dieser Worte mit unsicheren :itt!L
Waö toll das heißen? ftaji ei mit tiefer Stimme. Wozu bringst Du ! mic Neue? Du sollen an ihren Plaij gebracht werden und nicht dorthin, wo- , hin sie nickt gehören! Thut mir leid, es ist so befohlen, und außerdem ist das ein besonderer Fall. Es ist Ericksen!
Der Warter öffnete setne ichlasrtgen Augen weit und blinzelte ungläubig. Was nickt gar! sagte er. Dieses Bürschchen? Macke das einem Andren weis! Es ist sckon richtig, warf derAu?seher ein. Seine Verhandlung fängt heut? Nachmittaa an Wirklich? rief der Andere im Tone höchsten Erstaunens. Master Erichsen. ich bin stolz. Sie in meine? Obhut zu haben, und werde Alles tlun. damit Sie sich hier ganz zuHause süblen. Von ihm hängr Alles ob. flüsterte der Tom begleitende Aufseher. Bezahlen Sie ihn gut, so wird er Sie gut behandeln. Tom schaute sich im Hofe um und bemerkte zwei Gefangene, die einander jagten; einer saß auf einem feuchten Steine, den Rücken der Mauer zugewendO, den Kopf mit den Händen stützend, ein Bild des Jammers; ein Anderer näherte sich mit unsicheren Schlitten. Erichsen wandte sich zu dem Gefängnißwärter: Was soll das mit dem Bezahlen heißen? Nur jede Woche eine Kleinigkeit für den armen Wärter; nichts Unrechtes, Master Ericksen Wenn ich den Namen nicht rr.es ? hören muß. zahle ich doppelt! Der Mann stutzte. Man sieht, daß Sie ein Neuer sind! rief er aus. mn nach Newaale und besonders nach Ehapel 7)ard kommen ja nur die Allertiichtigsten. wie Sie selbst einer sind, und die würden Ihnen den herzlichsten Empfang bereiten. Sie haben schon etwas geleistet. Sir, und sind noch so jung! Kommen Sie mit aus Nummer Zehn, dort sind Ave beisammen, ich will Sie vorstellen. In der That horte man aus einer der drei auf den Hof gehenden Zellen laute Stimmen und das Klirren von Geldstücken. Haben Sie mich nich: verstanden? Ich will nickt, daß man wisse, wer ich bin, und wenn Sie mich nich: verrathen, zahle ick doppelt. Aber man kann das nicht verheimlichen; sie werden bald darauf kommen! So lang sie es nicht erfahren, zahle ich täglich eine halbe Krone! Hier ist der erste Schilling; den Rest bekommen Sie heute Abend. Wie Sie wollen. Für die Benützung von Messern. Gabeln und Geschirr zahlen Sie wöchentlich eine halbe Krone. Da haben Sie. Danke. Master. Ich veraesse nie. wenn Jemand im Vorhinein zahlt. Master Erichsen. Tom war wüthend. Ein Gefangener mit offenem Munde und rollenden blauen Augen war ganz nahe gekommen und mußte den Namen vernommen haben. O. der zählt nicht, sagte der Afängnißwärter. Der ist verrückt! Was. haben Sie auch Wahnsinnige hier? Alles Mögliche. Sehen Sie sich den armen Teufel dort neben derMauer an! Aber jetzt kommen Sie in Jbre Zelle! Nummer Zwölf war ein ziemlich großes Zimmer. An den Wänden hingen Matratzen, welche Nachts heruntergnommen wurden. Auf einer lag schon jetzt ein Mit Lumpen bedeckter Trunkenbold in tiefem Schlafe. In der Ecke war e:n Haufen Zeitungen, wo man ohne Zweifel täglich sein Schicksal verfolgt hatte, auf dem Tische lagen Karten. Nach der in Klerkenwell überstandenen Einzelhaft erschien Tom Newgate sehr überraschend. Der Wärter öffnete einen Schrank, lud Tom ein, ein Glas Bier zu trinken, und schüttete selbst drei Glas hinunter. Der ganze Raum roch nach Bier. Es schien ein unermeßlicher Vorrath davon vorhanden zu sein. Tom nahm das Glas Bier an und bemerkte bald, daß man mit ihm Geschäfte machen wollte. Für eine halbe Krone wöchentlich wurde ihm statt der Matratze ein Federbett angeboten, was er jedoch ablehnte. Dann erbot sich der Aufseher, der allmälig wieder in seinen Rausch zurücksank, für ein Pfund Tom's Vertheidigung aufzusetzen, worin er unerreicht oazustehen behauptete. Tom schaute auf den großen Dummköpf, der sich über den Tisch lehnte, und schüttelte mit einem höflichen Wort ablehnend den Kopf. Auch nicht für fünfzehn Shillinge? Danke, nein. Nun, ich will es nicht so genau nehmen mit einem armen Teufel, dem es ans Leben aeht. Sagen wir also ein halbes Pfund! Nein, ich danke; nämlich Wenn es Ihnen gar so schlecht geht, zum Teufel auch! zahlen Sie fünf Shilling?, und fertig. Das war nämlich seine gewöhnliche Taxe. Nein, sagte Tom, es gebt nicht. Man hat nämlich einen Advokaten Zum Henker, hätten Sie das nicht gleich sagen können? brüllte der Trunkenbold. Aber Xc können sich darauf verlassen. Ihren Hals wird kein Advokat und keineVertbeidiaunas- , '
schiift aus der Schlinge ziehen, nie: einmal, we.-:n Sie süns.inden funt? dafür zah!5n! Ds Glas :cr kost"t ztttt Pence! Tom warf die Kupfermünzen aus den Tisch, während der Wäcktc? ihm lachend seinen Namen nachrief, bis seine Stimme sich in ein unverständlickes Brummen verwandelte. Dieser Mensch war selbst ein Gefangen?? und zu zwei Jahren Zuchtbaus verurtheilt. In ganz Newaate war kein unmäßigerer, kein käuflicherer Schuft zu finden. Und doch gestattelen es die Gesetze, einem solckcnMen-
scken ein Amt zu übertragen, das ihm ! zu unerlaubten Etnkünften und unbeschränktem Bier oerbalf! Der Lärm in Nummer Zerrn war ncck lauter als zuvor; jene Jammeroestalt mit gebogenen Knien und einaefallenem Kinn saß noch immer dranßen im feuchten Nebel, obwohl sich alle Uebrigen bereits zurückgezogen hatten. Tom's Mitleid erwachte. fer näherte sich und fand einen jungen Menschen mit blasser, feuchter Haut, knochigen Handgelenken und abgezehrten Knieen. Sie sollten nicht da draußen ntzen. sagte Tom. Warum gehen Sie nicht hinein? Wozu? erwidert; der Jüngling, seine eingefallenen Auc?n aufschlagend. Weil Sie sich hier den Tod holen können. Umso besser! Das will ich ja. Ich mere und bin ganz durchnäßt, aber drtnnen ist auch kein Feuer. Wenn mich nur der Teufel holte! Tom schauderte, doch beugte er sich über chn. Kommen Sie. nehmen Sie meinen Arm: . Sie sind ein Prachtkerl, erwi derte der Andere; aber ick wette. Sie sind zum ersten Mal da. sonst würden Sie anders sprechen. Ein hübscher Aufenthaltsort, nickt wahr? Dabei noch immer viel bester, als Middle Dard. Jetzt bin ich zum vierten und Gott sei Dank, zum letzten Male hier! Er ließ sich von Tom aus die Beine helfen, wurde jedoch sofort von einem furchtbaren Husten befallen, der seinen ganzen gebrechlichen Körper erschütterte. Dann wischte-er sich die tiefliegenden Augen und sagte zufrieden: Roch einen oder zwei solcher Anfälle, und ich bin fertig. Erst hier, mit diesem Sckatten des Todes vor sich, begriff Tom. wie wenig ernst seine -eigene Sehnsucht nach demselben gewesen war. Sie sollen ins Spital gehen, sprach et endlich. Es ist schändlich, daß man Sie so herumgehen läßt! Durchaus nicht; ich bin selbst daran schuld. Macmurdo kann nichts dafür. Ge'tern Abend wurde ich erst eingebracht und wollte bier bei meinen alten Kameraden bleiben, die mir zum Dank den letzten Pennr, abgenommen haben. .Tom erbot sich, ihm Geld zu leihen. Der Ande?? lehnte mit freudestrahlenden Augen ab. Plötzlich sagte er, er fühle sich stärker, und begab sich auf Nummer Zehn. Auch Erichsen's Neugicr überwog zuletzt seinen Abscheu, und so trat auch er in die Spielhölle, denn eine solche sah er vor sich. Die Spieler waren so eifrig, daß sie nicht einmal einen Blick auf den Neuen" warfen. Auf dem Tische standen Kerzen in ibrem eigenen Talg, bet deren Schein Toms die gierigen Gesichter, die fast Alle den ausgesprochensten Verbrechertypus zeigten, beobachten konnte. Nahe bei der Thür saß der Schwindsüchtige mit einem Häufchen Silbergeld vor sich; jede Minute verringerte sich dasselbe, und dabei hatte er Tom gesagt, daß seine Freunde ihm das letzte Geldstück abgenomme hätten. Instinktiv griff er in die Tasche, wo er das erhaltene Pfund aufbewahrte. Nicht einmal ein Sixpence - Stück war ihm geblieben! Er ballte die Faust, ließ sie jedoch nach einem Blick auf den hektischen Taschendieb und dessen ausgemergelte, schweißbedeckte Hände wieder sinken. Soeben verlor der Kranke die letzte Silbermünze. Es hat Dir also nicht viel Nutzen gebracht, meinte der Gewinner. Warte ein wenig; rief der Dieb. Ich habe dem Grünhorn auch das Schnupftuch herausgezogen. Wer hält den Einsatz. Er spuckte Blut darauf, damit es Glück bringe. Das ist mein Taschentuch! sagte Tom ruhig. st das das Grünhorn? Jawohl! versetzte der Taschendieb mit hysterischem Lachen. Doch Tom's Zorn kehrte sich nicht gegen ihn. Schämt Ihr Euch nicht, rief er, diesen Sterbenden rein auszuplündern? Seid Ihr Engländer? Ihr solltet ihn pflegen, statt ihn durch solche Aufregungen umzubringen! Brüllendes Gelächter begrüßte diese Worte; aber acht bis zehn Augenpaare blickten schuldbewußt zu Voden. Ein richtiges Grünhorn; schrie einer. Ist das vielleicht ein Pastor, der uns bekehren will? Wie kommt der Kerl hierher? Mit bestialischem Witz stellte man verschiedene Vermuthungen über den Grund seiner Gefangerrschaft an, die Tom. der die Augen nicht von dem ausgezehrren Gesichte des Taschendiebes wendete, nicht beachtete. Plötzlich ertönte eine neue Stimme: IF?rttzung folg?.) '
Tätlicher Marktbericht.
Piehmarkt. Indianapolis Union Vichhöse, 4.Tcc. Rindvieh. Auserlesene bis prima cncrc, 1350 Pfd. und au fwärls $5.00 5.50 Gute bis mittlere Stiere 1350 Psd. und aufwärts Auscrlefene bis prima Ttie 1150 bis 1300 Pfd Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.. .. Mittlere bis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 4.40 5.00 4.50 5.40 4.00 4.50 3.65 4.40 4.25 3.40 2.75 4.00 3.35 2.25 6.00 Gute bis gewühlte Rinder. 3.50 Mittlere bis gute Rinder. 3.00 Gewöhnliche leichte Rinder 2.25 Gute bis gewählte Kühe.. 3.40 Mittlere bis gute Kühe.. 2.50 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.00 Prima bis fancy Export Bullen 3.50 Gute bis gewählte Schläch tcr Bullen 3.60 Gewöhnliche bis gutcBullcn 2.50 Gute Kühe mit Kalb $30 GcwöhnlicheKühe mit Kalb 15 5.00 3.85 3.85 3X0 40 25 Schweine. Gute bis gewählte, mit! lere und schwere $4.80 Gemischte, schw. Packing 4.70 Gute bis gewählte leichte 4.75 Gewöhnliche leichte 4.65 Pißs 4.00 Roughs 4.00 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.25 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute bis gewählte Tckafe 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.25 Stockcrs 2.00 4.55 4.8) 4.80 4.70 4.65 4.40 4.75 4.00 3.50 3.00 3.25 2.75 Bock?, per 100 Pfd 2.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Citronen. $3.00 für 300. Aepfel, $2-$3 per Faß. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunck. Datteln. Persische öc-6c per Psund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per Hundert. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 13c; Delaware und Niagara, Cratc von 4 Körben, 12c Birnen, hiesige, $1 per Bushel. Cranbcrrics $3.00 per Bushel Crate. Qrangen, mexikanische, $3.75 per Box. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate; rothe Globe 70c per Bushel ; weiße Globe $2.00 per Faß. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bunes. s,n.t .i, ir 4c Bushel; zum Vcrfandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jerfcy $3.25 per Faß. Virginia $4.75. Celcry, 25-50c per Bunch. alat 50c'per Bufchel. Spinat. 40c per Büschel. Weiße Rüben 40c per Büschel. eschlachtetes Viech. Frifches Rindfleisch Westliche Stiere 6-7c; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7fc; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Boroerviertcl 7c; Stier Hinterviertcl 10c; Rind Hinterviertel 8c; Rind Vor. dervicrtel 6c; Kuh Vorderviertel 6c; Kuh Hinterviertel 8c. Frisches Kalbfleifch Kälber 9c; Hin. terviertel 12c: Vorderviertel 8c. Frisches Schaffleifch Lämmer ver Pfd. 8c; Schafe 7c; Schenkel 9c; Racks, kurz, 16c. Frifches Schweinefleisch. Loins 8crl fT i r JL a ... '"kk" 7Zc ; geh. ZlftVt' Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tenderloins 16c ; Spare Ribs 6c ; Tail Bones 5c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund 11c; 15 Pfund lHc; 12-10 Pfund Ilse; Zweite Qualität 20-18 Pfund 104c; 15 Pfund 104c; 12 Pfund llic; 10 Pfund lljc. Californifche Schinken C bis 8 Pfuid 7c; 10 bis 12 Pfund 7s c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer Englifh Cured 14,c; gewählter Sugar Cured 13c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 12Z-c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 12c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 12c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 12c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9c; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, 9s c; Klare Seiten, 20 bis 50 Pfd.,9ßc; Klare Bellas, 25 bis 30 Pfd. ,9c; 18 bis 22 Pfd.,9ßc;14bis 16Pfd.,10ßc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 9U; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 10c. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt 8c; 16 Pfund im Durchschnitt, 8c; 10 bis 12 Nfuno 8c Gevöckeltes Schweinefleisch, Knochen loses Fancy P-.g $19.00; Klares Bean 18.00: Familv 17.60; Sbort Clear U.VQ-, Rumpf 15.00.
z
feiten 13c; Knöchel 12fc. schmalz, in Tierces, 1. 3. Quantöt Qualität 9c; 84c. 2. Qualität b.c 4Würste, Geräucherte Bratn-;:rü" 8c; Frankfurter 8c; Wicnern-Ucü 8c; Knackwurst 8c; Bologna h Tärm 6c, in Tuch 6jc. Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen fclg -nde Preise : Butter, ftifche, 12c Eier, 20c per Dutzend. Hühner 6c; Turkeys : junge Hähne 10 Pfund und darüber 7c : junge Hennen, 7 Pund und darüber ; alte Hennen 5c ; alte Hähne 4c; Culls und Krumbrüstigc 4c ; Enten 6c: Gänse 5.40-6.00. Getreide. Wcizen-No. 2 rother 73c auf den Geleifen, 73c von der Mühle ; No. 3 rother 69-7 1c; Novbr. 73c auf den Geleifen; Wagenweizen 73c. Korn-No. 1 weiß 36Sc; No. 2 weiß 36c; No. 3 weiß 36Zc; No. 4 weiß 32-35c; No. 2 weiß gemiiAt 3c; No. 3 weiß gemischt 36c; No. 4 weiß gemischt 32 - 34c; No. 2 gelb 7 .c; Ns. 3 gelb . 36c; No. 4 gelb 32-34; No. 2 gemifcht 36c; No. 3 gemischt 36c; No. 4 gemischt 32 - 34c; an Kolben 34c. f)afcr-No. 2 weißer 25, No. 9 weißer 24c; No. 2 gemischter 2:c; No. 3 gemifchter 22c ' hcu-altes No. 1 Timothy 13.0013.50 No. 2 Timothy 11.50-12.50. Kaffee. Folgendes sind die Jndi:nüpoli Preise : Gewöhn!, bis guter 12c 1 ; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packcten: Ariofa $12.75, Lion 11.75, Jerfey K',. 25, Caracas 13.25, Tillworth's 13.26, Dutch Java Blcnd 16.00, Mail Pouch 12.25, Gates Blendcd Java 11.75. Groeeries. Zucker Tominocs 6.17c; 3tuckmcker 6.32c; pulversirter 6.02c; pul verifirter 6.07c; Standard granulirter 5.92c; feiner granulirter 5.92c; Cubes 6.07c; Confcctioncrs'A 5.72c; Rtdge wood A 5.62c; Phöniz A 5.47c; Empire A 5.42c; Ideal Extra Golden C 5.37c; Windfor Extra C 5.27c; Ridgewood extra C 5.17c; gelber C 5.02 ; 16 gelber 4.87. Eingemachte Früchte Blackbcrries, 3 Pfund, $1.10; Pesches Stand. 3 Pf., $2-2.25; Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas. Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See onds, 3 Pfund, $1.25-1.45: arüneI Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama , ! Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 90c-$ 1.00 ;Zucker korn 80c $1.40; Apfelbutter, per Dutzend, 3 Pfund, 95c. Fische, Anftern nd Wildpret. Händler-Preife: Clams Little Recks 75c der Ita. Hummern 25c per Pfund." Austern Beste Baltimore oder S tand ards, $1.00 per Gallone; beste Baltitimore Selects, $1.10 per Gallone; New York Counts, $1.00 per Hundert; New York Culls, 70c per Hundert; Blue Points in Schalen, 75c per Hundert. Austern in Kannen New York Counts 35c; I. S. F. & Co. Select 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. K. 18c; R. 15c. Sce-Fische. Knochcnlofc Häringe 7c; Häringe 4c; Perch 5c; Weißfisch 94c; See Forellen 9U; Red Snapper 8!c; nniiiiVH Vl(t- VlUll l U'l L vv H.,j, ,5S,ck,ch 8c! Hddck 8ci I MW Ic.. Xo.i Wallte; N.2 jieenncbec hechte 1. (NinnU. in. Pickerel oder Blue Pike 6c; Black Baß 15c. Froschschenkel, $1.50-2 per Dtzd. Sämereien. Kaufpreise: Kleesamen, Rother, $4-$5.00; eng. lischer, je nach Qualität $4-5.00; Al syke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6.00 per Pufhel. Timothy $1.30-$1.40. Detail-Preife : Kleesamen, alter, prima, $5.50; neuer $5.00-6.50. Timothy, gewählter $2.25; prima $2.00-2.10. Blue Gras, Fancy Kcntucky $1.20 per Bushel; extra reines 50-65c per Bushel. Kohlen. Te Tonne Anthracit? $7.00 Rauchlose 4.50 Jackfon 4 00 Pittsburg 4 00 Raymond City 4 00 Winifrede 4.00 Kanawha 4.00 Luhrig 3.50 Brazil Block 3.50 Green County 3.00 Jndiana Lump 3.00 Slack 2.00 Bloßburg 5.00 3.65 2.40 2.16 2.15 2.15 2.15 2.16 1.90 1.90 1.66 1.65 1.16 2.66 Lumo Coke 11c per Bufh. $2.75 pe, 25 Bushel. $1.50 ver m Bufhel. Zerkleinerter Coke 13c perBu. $3.26 jt: 25 Btt. 51.75 per 12i V.
