Indiana Tribüne, Volume 24, Number 77, Indianapolis, Marion County, 4 December 1900 — Page 1
Jndiana Tribüne
1 - 4? ar -Vit5 I Cenk f -onntagS-Blatt 4, 10cper3Boe WftF 2 i Grsetxeint jeden Nactxlnittc, und Sonntag Morgens. Jahrgang 24. . Indianapolis, Ind.. Dienstag, den 4. Dezember 1900. No. 77
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Ausland Depeschen
rälident Krüger in Köln. Er ist im höchsten Grade niedergeschlagen - Weil er nicht von dem Kaiser Wil Helm empsaugeu wirö. Er wird sich auch richt nach Wien dcyeben. Verschiedenes aus dem Teutschen Reich. Russische 3yione in NorVcgen. ?ic gfge in Züdasrika. Tas ap-.abinet beunruhigt. 10,00(3 Pmoilcn werden den Asri'an Dcr4bngrci) besuchen. Präsident Krüger in Eu r o p a. Pari-, 4. &. Einer Depesche aus Köln zufolge sagte am Sonntag Herr Krüger, nachdem er oie Depesche oes Kaisers Wilhelm erhalten, in welcher dieser Bedauern darüber ausdrückte, daß er in Folge früher eingezangener Verpflichtungen nicht im Stande sei. Herrn Krüger zu empfanzen. zu einer Deputation von BoerenFreunden": Jch hoffe mit ganzem Herzen, daß l Seiner Majestät späterhin möglich sein wird, mich zu empfangen. Ich verde nie aufhören, an die Gerechtigkeitsliebe des Kaisers zu glauben, der mich, ohne mich zu kennen, vor vier Jahren in so bedeutungsvoller Weise ermuthig: hat Ich werde einige Zeit im Haag zubringen und dann mein Ersuchen um eine Audienz erneuern; der Kaiser wird sich dann nicht meizern. mich zu empfangen." Herr Krüger war sehr traurig und er hatte Thränen in den Augen, als e? sich in sein Zimmer zurückzog. Die hiesige Presse beschäftigt sich angelegentlich mir der Depesche des Kaisers Wilhelm an Herrn Krüger. Die Nachmittagszeitungen erklären, daß die Depesche den Ruf der Ritterlichkeit, in oem der Kaiser stand, ganz zerstört habe. 2t Temps" und das Journal des Debats" erklären aber, daß der Kaiser, der seit dem Jameson'schen Raubzug ein entschiedener Freund Englands geworden sei. wenn nicht gar ein Verbündeter, unter den Umständen kaum anders hätte handeln können. e Temps" sagt dann noch: ..Die Rathgeber des Herrn Krüger scheinen nichts gesehen, noch vorausgesehen zu haben, und ihnen hat es Herr Krüger zu verdanken, dah er so schmählich abgefahren ist. Es ist dies wahrschein(ich nicht der erste schlechte Rath, den sie ihm gegeben haben, und dies erklärt manche Ereignisse der Vergangenheit." Präsident Krüger ist so ziemlich entschlössen, nach dem Transvaal zurückzukehren. Die Sitten Europas und die Doppelzüngigkeit der Diplomatie mißfallen ihm. Er wird sein Bestes Zhun, das Kabinet von St. Petersburg zu einer Intervention gegen die Annektirung zu bewegen, aber dort schwerlich eine andere Antwort erhalkn. als hier: Prinzipiell sind wir zwar für die Intervention. es muß aber eine andere Macht mit dem Vorschlage herauskammen." Krüger's Freunde sehen das klarer als er selber. Sie drängen in ihn, sich mit einem leidenschaftlichen Appell wider Buller's. Roberts' und Kitchener's Weylerismus" direkt an die Völker Europas zu wenden und dann nach seinem Lande zurückzukehren und heldenmüthig weiter zu fechten, wie Steyn und De Wet. Krüger hofft nur noch aus Rußland und die Äer. Staaten. Paris. 4. Dezember. Eine Spe zialdepesche aus Köln sagt, daß Herr Krüger wahrscheinlich in Nizza oder Mentone mit dem russischen Kaiser zusammentreffen werde. Die Aerzte des Zaren sollen dem Letzteren nämlich gerathen haben, sich demnächst dorthin zu begeben. London, 4. Dez. Der Wiener Korrespondent der Daily Mail" berichtet, daß auf eine vertrauliche Anfrage des Präsidenten Krüger in Wien, b der Kaiser ihn zu empfangen geneigt sei, die Antwort erfolgte, daß der Kaiser für die nächsten Wochen andere Dispositionen getroffen habe. Aus dem deutschen Reick. Ä erst i. Dezemver. In ganj
euttcutano erreg! dte groge Mnve, mit welcher gegen den zu fünfzehn Iahren Einkerkerung verurtheilten Prinzen Karl Prosper von Arenberg dcis Urtheil vollstreckt wird, peinlichstes Aufsehen. Als Leutnant in der Schutztruppe für Südwest-Afrika hat sich der jetzt 23jährige Prinz, ein Verwandte? der Cron? und Salms, bekanntlich der barbarischsten Grausamkeit schuldig gemacht und unter Anderm einen Beamten, einen Mulatten, zu Tode gemartert. Daß er trotz seines hohen Ranges vor Gericht gezogen und verurtheilt wurde, erregte ebenso lebhafte Genugthuung, wie nun oer la? Strafvollzug befremdet. Der Prinz wurde in einem Spezialzuge nach Hannover befördert, wo er im Militärgefängniß internirt ist. Dort wird er als Hoheit angeredet, hat sich seine Zelle, ein geräumiges Zimmer. elegant möbliren lassen dürfen, darf sich selbst beköstigen, ist den gewöhnlichen Gefängniß - Regulationen nicht unterworfen und hat ferner auch noch das Privilegium erhalten, sich die schwere Arbeit", zu der er verurtheilt ist, selbst wählen zu dürfen. Graf von Aloensleben. der bisherige deutsche Gesandte in Belgien, ist zum Nachfolger des Fürsten Radolin als deutscher Botschafter in St. Petersbürg ernannt worden. Eine Depesche des Grafen von Waldersee. aus Peking. 1. Dezember, daürt. sagt, daß Die Kolonne des verstorbenen Obersten von tyoxd, nachdem sie die deutsche Flagge über den Gräbern der Ming-Dynastie aufgehißt und mehrere benachbarte Dörfer wegen der Ermordung von Christen bestraft hatte. in vier Abtheilungen auf verschiedenen Wegen nach Peking zurückkehrte. In der Depeschö heißt es auch, daß die Kalgan-Expedition sehr erfolgreich gewesen sei. Mehrere Tausend chinesische Reguläre, die von zwei Generälen kommandirt wurden, wurden aus der Provinz Chi-Lu bis nach Shan-Si getrieben. Die Leiche des Obersten Aorck ist in Peking angekommen. Die kurze uno entschiedene Anbot tung. daß Kaiser Wilhelm den Präsidenten Krüger nicht empfangen könne, hat in ganz Deutschland eine", tiefen Eindruck gemacht. Derjenige Theil der Presse, welcher anti - britisch ist. macht aus seiner Enttäuschung über diese Entscheidung kein Hehl und auch oie neutralen Blätter enthalten vielfach ungünstige Kommentare zu derselben. Die inspirirten Journale erklären, oaß es Deutschland's Politik sei. dem Präsidenten Krüger ein für alle Mal zu verstehen zu geben, daß sein Besuch nicht willkommen sei. Der Etikcttenfehler, daß er mit seinem Gesuch um eine Audienz beim Kaiser nicht wartete, bis er an oie belgisch - deutsche Grenze kam, wurde daher als willkommener Vorwand benutzt, um die Audienz überHaupt zu verweigern. Die halboffizielle Kölnische Zeitungbemerkt dazu: Die Frage, ob Kaiser Wilhelm den Präsidenten Krüger empfangen sollte, muß entschieden verneint werden, um so mehr als der Besuch des Präsidenten Krüger nicht einfach ein Akt der Höflichkeit sei. sondern mit der bestimmten Absicht gemacht werde, um Sympathie-Bezeugungen zu erlangen. Außerdem verfolgt Herr Krüger bei seinem Besuche politische Ziele, indem er versucht, die Herrscher der von ihm besuchten Staaten zum Aufgeben der strikten Neutralität zu veranlassen und eine England antogonistische Stellung einzunehmen. Stritte Neutralität in dieser Frage ist jedoch eine der ersten Pflichten Deutschlands und es würde ein unverzeihlicher Fehler sein, durch Entgegennahme des Besuches des Präsidenten Krüger auch nur den Schein zu erwecken, als ob man von dieser Politik der striktesten Neutralität abzuweichen gedenke." Herrn Krügers Empfang in Köln war von Seiten der dortigen Bürger ein sehr enthusiastischer. Ein projektirter Fackelzug und eine Serenade wurden von der Polizei verboten. Seine Depeschen an den Reichskanzler Grafen von Bülow, sowie an die einzelnen Bundesfürsten blieben undeantwortet, aber am letzten Samstag soll noch die Absicht bestanden haben, den Präsidenten Krüger am Dienstag zu empfangen. Indessen scheinen der Kaiser und Graf von Bülow ihre Ansicht geändert zu haben, zumal der Umstand, daß dieser Besuch Krügers in Berlin in Frankreich geplant war. der ganzen Angelegenheit einen etwas verdächtigen Anstrich gab. Herr von Tscherschky, der deutsche Gesanote in Luxemburg, dankte im Auftrage des Kaisers dem Präsidenten Krüger persönlich für seine Depesche an den Kaiser und Herr Krüger antwortete, daß er Gottes Segen auf den hohen Herrn herabslche. In diplomatischen Kreisen hält man die politische Mission Krüger's für vereitelt und Deutschland's Stellung
uejiiujneim ai& eginn einer neuen era in dem erhaltn Deutschlands
zu 5nglnno. 'iiuj oer anocren wuc Unterliegt es keinem Zweifel, daß die England f"eund!iche Haltung der deutschen Regierung im Volke keinen Beifall findet. In diesem Sinne drücken sich auch die bedeutendsten Zeitungen des Landes aus. ja selbst der Hofpre diger Dr. Kritmger hielt in der neuen nailieoraie eine Preoiai, worin er ti ner Sympathie für die Boeren offen Ausdruck gab. A u s S u d a s r l r a. Kapstadt. 4. Dezember. Das Kolonial-Kabinet hielt am Samstag eine Sitzung ab. das erste Mal in 25 Jahren, daß am Sonntag eine derartige Sitzung stattfand. Die Minisier beriethen über die englisch-feindli-che Agitation. Man glaubt, daß 10,000 Personen dem Afrikander Kongreß in Worcester beiwohnen iverden. Die Hauptrednerm wird Olive Schreiner, die Novellistin. sein. Elf Personen, die in Verbindung
Mit dem angeblichen Komplott gegen Kriegs-Departement traf am Mondas Leben Lord Roberts in Johannes-, tag die folgende Depesche von dem t
bura verhaftet wurden, werden deportirt werden, da das Beweismaterial nicht hinreicht, um sie übecführen zu können. Das Befinden des Zaren. Lividia. 4. Dez. In dem Befinden des Zaren ist eine solche Besserung eingetreten, daß der Patient am Montag daö Be t oerlasjen wollte Seine Aerzte bestanden aber darauf. datz er noch bis Ende der Woche rat IÖCII ZUlMIIlilUl UIUIC. XJZl UfCill des Zaren nimmt täglich zu. lll.ii ...1. ....... .... ... II .1 l i Xri.xW.A Aus China. Berlin. 4. Dezember. Die ..Volkszcitung" bringt nähere Einzel-. hfHen über die Krmorduna der Miskronäre in der Provinz Shan Si durch den Gouverneur Yu Hsien, der inzwi. schen schon, von dem Kaiser von Chi. na. auf erlangen der Mächte allerdings. dafür zum Tod vecurtheilk worden ist. Die Zahl der Ermordeten. 42. stimmt mit den früheren Berichten überein. insoweit die Weißen in Betracht kommen, es sollen auf Befehl Du Hsien s aber auch dreißig chinesische Schwestern und 200 Waisen im Alter von 3 bis 15 Jahren ermordet worden sein. Shanghai. 2. Dez. Ein hoher
chinesischer Beamter erklärt, daß. wäh- "ka,r. "as uc zu oer qar gelrie rend sich der chinesische Hof in Tatung j ben hat. Fu aufhielt, er den Thronerben. P Tödtlicher Unfall. Chun. jüngsten Sohn des Prinzen j New Aork, 4. Dez. Während Tuan. weder gesehen, noch etwas von am Montag mehrere Handwerter aus ihm gehört habe Der Beamte schloß oem Dach des neuen Ingenieur - Gedaraus, daß der Thronerbe entweder bäudes im Marinebauhof in Brooklyn getödtet wurde oder auf der Flucht von beschäftigt waren, fiel ein Balken dem Peking gestorben ist, und er wird in Leut. Commander Reynold T. Hall aus dieser Ansicht noch dadurch bestärkt, oen Kopf. Der Offizier wurde mit zerdaß die beiden Erzieher des jungen trümmertem Schädel ins Marine - HoPrinzen, zwei Herzöge, die mit ihrem ! spital gebracht. Die Verletzunzen sind Leben für seine Sicherheit verantwort- unbedingt tödtlich. lich waren, ganz unerwartet Selbst. Der MörderGibson noch in mord begangen haben. Freiheit T i e n T sin. 2. Dez. Vier Kom- ; Ashland. Ky.. 4. Dez. John pa?n:en deutsche Truppen sollen 33 Gibson. der in vorigerWoche inCatlettsMeilen westlich von Pao Tinq Fu von rg. Ky.. sein kleines Stieftöchterchen einer großen Abtheilung von Bozern , ermordete, indem er ihm ein glühendes umzingelt und ernstlich bedroht sein. : Schüreisen in den Hals steckte, wurde Acht Kompagnien Franzosen, sind ab- ' am Donnerstag in Rush Station. Ky geganzen, um ihnen Hilfe zu bringen, perhaftet und in oen dortigen KohlenT i e n T s i n. 2. Dez. Die Russen gruben versteckt und Tag und Nacht behaben endlich die Shan Hai Kwan wacht. Am Samstag wurde er dann von
Eisenbahn an die Deutschen übergeben. Es ist dies indeß erst geschehen, nachdem ein diesbezüglicher peremptorischer Befehl vom Zaren eingetroffen war. Russische Spione. C h r i st i a n i a. Norwegen. 4. Dez. Vor Kurzem sind in Norwegen eine ganze Anzahl russischer Sägefeiler er schienen, die das Land durchziehen. Man hält sie für russische Spione und die norwegische Presse warnt die Bevölkerung. den Leuten keine Jnforma tion zu geben. Eine ähnliche Bande von russischen Säqefeilern bat vor einher eit auch Schweden in Unruhe versetzt. Edward Grieg. der norwegische ; Komponist, ist nach einem Sanitarium ' in den Bergen bei Christiania gebracht worden.
a&.i. (i , st h rt c - . , . , icuic nuaj ciuc luuut uuu iuut uio u L 9 , 1 9 L seinem Ende bei Besinnung. Er machte W x en. 4. Dezember. Die ehe- kurz vor seinem Tode dem Staatsanmattge Kronprinzessin Stephanie und! tnu über Ana.tfien die i her
Graf Lonyay Haben d'.'rch Vermitte-! lung der Königin Victoria nachträglich die Einwilligung des V.'ters der Prin..fr:., v.a Y. ' : cy , ' r aqiii, uc9 nvlilgs vtz oeigier, eryai , ten. Das macht die Gräfin nicht allein wieder hoffähig, sondern hat ihr auch die noch viel begehrenswerthere Erlaubniß des Kaisers Franz Joseph eingetragen, neuerdings mit ihrer Tochter. der Erzherzogin Elisabeth, zu verkehren. Das gräfliche Paar hat eine Villa am Kahlenberg bezogen und huldigt vor Allem dem Fahrsport. (?s wird viel in der Oeffentlichteit gesehen und erfreut sich nach seiner romantischen Heirath entschiedener Populari tät.
w - ttiattd Depesche.
Nachrichten von den UhiNppinen. : j Mehr als 2000 JnsurgkNten Haben sich dem General gouug ergeben. s Furchtbare Explosion in Chicago. Fünf Personen gelobtet und zwölf ver letzt. Der Kindesmörder Aibsou noch in Freiheit. Nachrichten vondenPhilip p i n e n. W a s h i n g t o n. D. E.. 4. Dez. , necal Mac Artuur aus Man' a ein: ..In Santa Maria haben sich heute dem General Aoung 2130 KatipunanInsurgenten, oie von den Bergen ge ton'men waren, ergeben. Sie erklärten, nichts mehr mit der Insurrektion zu tliun zu haben und leisteten den Ver. Staaten den Treueid. Der Eid wurde ihntn n b,r ,inhn.rfnrs2 km religiösem Ceremonie von dem Priester abgenommen. Die meisten der enten waren Bolomänner. Ge- . . neral Aoung ist der Anficht, daß die Uebergabe eine Folge der WieoererwäH lung des Präsidenten McKinley und auch der energischen Kriegführung ist. Wenn auch keine Gewehre ausgeliefert worden sind, so deutet die Uebergabe an. daß eine Reaktion bei dem von eingetreten i,t. Santa Maria ist erneStadt von $000 Einwohnern. 19 Meilen von Vlgan. m der Provmz Sud Jlocos gelegen. j Selbst mord einer Frau, ' H o p k i n s v i l l e. Ky.. 4. Dez. : Frau Flora Withers. 25 Jahre alt. die : ! Gattin eines prominenten Pflanzers j von Oak Grooe. und Tochter eines be j kannten Geistlichen, hat sich mit einem i Rasirmesser den Hals abgeschnitten und ist am Montag Morgenestorben. Man , den Bergleuten wieder in Freiheit gesetzt, weil die für die Verhaftung Gib-! son's ausgesetzte Belohnung ihnen nicht ' groß genug war. Der Sheriff kam. mit seiner Mannschaft eine halbe Stunde ' nachdem Gibson freigelassen worden war. in Rush Station an. Soweit ist ! eö noch nicht gelungen, den Flüchtigen Anzufangen. Gräßlicher Mord. D a l l a s. Texas. 4. Dez. John Baines. ein ehemaltgerKonstabler wur- j dc am Montag Morgen um zwei Uhr in i schrecklicher Weise ermordet. Um die angegebene Stunde rannte der Mann wild schreiend die Elm Straße hinauf. Seine ; Augen waren ausgebrannt und seine Kleider, die mit Terpentin getränkt und dann angezündet worden waren, standen in hellen Flammen. Der Mann r.ui. jc . : .. ....... . . , . l l:j ... Verhaftung von John Chapman und ! l?d. Faulkner, zwei Wirthen führten. Die Beiden wurden des Mordes ange- ! klagt, Schiffsnachrichten. New V o r k , 3 Dez. Angekom men: Potsdam" von Rotterdam, Weimar" von Bremen Liverpool, 3. Dez. Angekom men: Bowtc" vonNewYork, UmdrtV von NewAork. Roman" von Montreal und Waesland" von Philadelphia. G l a s g o w . 3. Dez. Angekommen: Romerian" von Montreal, ..State oj Nebrasta- von New Mork.
. . 56. ZlWrch. 3fflCtlP dk!!W.
Senat. Washington. D. C., 3. Dez. Die zweite, kurze Session des 56. Kongresses wurde kurz nach Mittag ohne viel Ceremoniell von dem Präsidenten pro temp.. Senator Frye, eröffnet. Es war ursprünglich die Absicht, das Ableben der Senatoren Gear von Iowa und Daois von Minnesota sofort nach dem Zusammentritt anzukündigen, sich dann zu Ehren der beiden Verstorbenen zu vertagen und die Botschaft des Prä sidenten am Dienstag entgegenzuneh men, da aber sehr viele Geschäfte in dieser Sitzung zu erledigen sind, hielt man es doch schließlich für ungerathen, einen Tag zu verlieren und es wurde im letzten Augenblick beschlossen, die Botschaft entgegenzunehmen. Außer dem Verlesen der Botschaft des Präsidenten und der Einchwörung des Senators Wil liamB.Dillingham. dem neuen Senator von Vermont, der als Nachfolger des verstorbenen Senators Mvrrill erwählt worden war. wurden keine Geschäfte erledigt. Das andere neue Mitglied des Senats, der frühere Repräsentant Dolliver von Iowa, der zum Nachfolger des Senators Gear ernannt worden war. war anwesend, sein Beglaubi-gung-schreiben wurde aber nicht eingereicht und er wurde nicht eingeschworen. Dies wird am Dienstag geschehen, da der Senat nach dem Verlesen ver Prä-s-o?tenbotschaft formell von dem Ableben desSenators Gear, wie auch demjenigen des Den. Davis. benachrichtigt wurde. Repräsentantenhaus. Die Eröffnung der Kongretz-Session hatte am Montag eine große Menschenmenge nach den Gallerten des Hauses gebracht, die bis auf den letzten Platz besetzt waren. Die Pulte einer großen Anzahl der Herren Repräsentanten waren mit Blumen geschmückt und der Sitzungssaal sah mehr einem Garten ähnlich. Die Vorgänge waren aber nur formeller Art. Nachdem der Sprecher Henderson das Haus zur Ordnung gerufen, erfolgte der Namensaufruf, der die Anwesenheit von 275 Mitgliedern ergab. Es wurde dann, wie üblich, ein Kommittee ernannt, das. gemeinschaftlich mit emem ähnlichen SenatS-Kom-mittee, den Präsidenten davon benachrichtigen sollte, daß beide Häuser bereit seien , irgend welche Kommunikation entgegenzunehmen, und nach einer Pause von einer halben Stunde wurde dann die Botschaft des Präsidenten entgegengenommen, die von dem Hilfs sekretär des Präsidenten, Herrn Pru den. überbracht wurde. Das Verlesen der Botschaft nahm zwei Stunden und zehn Minuten in Anspruch, die Mitglieder beider Parteien härten aber von Anfang bis zum Ende mit gespannter Aufmerksamkeit zu. Nachdem dann das Ableben der Revräsentanten Dal von New Jersey und Hoffecker von Delaware. sowie der Senatoren Daois von Minnesota und Gear von Iowa angekündigt worden war. vertagte sich das Haus bis zum Dienstag. Die erste Vorlage wurde im Repräsentantenhaus von dem Repr. Crumpaäer. Rep. von Jndiana, eingereicht. Sie bezweckt eine neue Vertheilung der Kongrehsitze unter dem 11. Zensus. Dieser Vorlage zufolge soll die Zahl der Kongreß-Repräsen-kanten von 359 auf 365 vertheilt werden. Die folgenden Staaten gewinnen an Repräsentanten: Arkansas 1. Colorado 1. California 1, Connecticut 1, Florida 1. Illinois 2. Massachusetts 1. Minnesota 2. Missouri 1. New Jersey 2. New York 3. Nord-Daota 1. Pennsyloania 2. Teras 2. Wrshington 1, West-Virginia 1. Die folgenden Staaten verlieren: Kanfas 1. Louisiana 2, Mississippi 3, Nebraska 1, Nord-Caro-lina 4, Süd-Carolina 3, Virginia einen Repräsentanten. Zu Gunsten Paul Krügers. Der Repräsentant Fitzgerald von Massachusetts reichte im Hause die folgende Resolution ein: In Anbetracht des heroischen Kampfes. den die Boeren - Republiken für die Erhaltung ihrer Unabhängigkeit führen, und der die Sympathie der ganzen Welt herausfordert, sei es Beschlossen, daß die Bemühungen des früheren Präsidenten Paul Krüger, die Hülfe der cirilisirten Nationen zu erlangen, um der: Frieden wiederherzustellen und ein befriedigendes Uebereinkommen zwischen England und den Boerenstaaten zu Stande zu bringen, das Lob und die Sympathie des amerikonischen Volkes verdienen." Sekr. Root's Armee -Vor läge wurde von dem Vorsitzer des Kommit tees für Militär-Angelegenheiten. Repr. Hull, eingereicht und sofort an das Kommittee verwiesen. Die Vorlage ist fertig ausgearbeitet und. wird wahr-
icyetnltcv tmon am Dlennag an das Haus zurückberichiet werdend Herr Hull ist der Ansicht, daß die Vorlage schon in den nächsten Tagen aufgenommen und nvch vor Schluß der Woche passirt werden wird. Während des Tages ist von demKom mjttee noch ein Amendeinent zu derVorläge angenommen worden, das gegen die Armee - Kantinen gerichtet ist. ES wurde von dem Repr.Hay. von Va.. eingereicht. Zu Gunsten der Verschwö r u n g s - B i l l. Revr. L-ttlefield. von Maine. Mt gNed des Justiz - Kommittees des Hau ses. reichte einen empfehlenden Bericht über die Vrschwörungs - Bill" ein, in der bestimmt wird, oaß Einhaltöbe, fehle bei Streitigkeiten zwischen Arbel tern und Arbeitgebern von den Ver. St. Gerichten nur in bestimmten Fällen ge währt werden dürfen. Ein demokratischer HauöK a u k u s wurde am Abend abgehalten, um übee die Armee - Vorlage zu berathen. Repr. Hay schlug vor. daß das jetzige ArmeeGesetz vom 1. Juli 1900 an noch auf weitere zwei Jahre verlängert werden solle. dieAnwesenden waren aber so verschieden Ansicht, daß sich der Kauku schließlich vertagte, ohne irgend etwas Definitives in der Sache gethan zu ha ben. Entsetzliches Unglück. C h i c a g o. 4. Dez. Durch die Explosion eines Dampfkessels im Maschincnhausc der Chicago und N'orth Western Eisenbahn wurden am Montag Abend vier Männer und ein Knabe augenblicklich getödtet und 12 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Verschiedene der Verletzten werden sterben. Von den fünf Getödteten konnte bis jetzt nur einer, der Sektions - Vormann August GlamäN. ioentifmrt werden, die übrigen vier sind unvekanu. Das Maschmenhaus war ein groß artiges Gebäude, westlich vom BahnHofe gelegen. Im ersten Stock befand sich der Kesselraum mit 4 Dampfkesseln und der Raum für die Dynamo-Ma-fchinen. Zwölf Leute waren in dem Gebäude angestellt, zu welchen sich zur Zeit der Katastrophe noch mehrere Freunde und Angestellte der Bahn ge sellt hatten. Vier der Getödteten wa ren Angestellte der Bahn, ihre Namen konnten aber noch nicht festgestellt wer. den. Die Ursache der Katastrophe ist in Dunkel gehüllt. Alles im Maschinen Hause war anscheinend in bester Ord nung. als kurz nach 5 Uhr einer der Kessel mit einer furchtbaren Detona tion in die Luft flog. Die Mauer des Gebäudes wurde durch die Explosion herausgerissen und der Kessel selbst liegt jetzt ungefähr 60 Yards von seinem Fundamente entfernt. Gravw als. die Explosion' erfolgte, verließ der Exprcßzug nach Ashland die Station. Der Kessel flog gegen die beiden letzten Wagen des Zuges und riß Theile der Bedachung oderhalb der Fenster hinweg. Glücklicherweise befanden sich nur wenige Passagiere in diesem Theile des Zuges, welche sämmtlich mit leichten Verletzungen davonka men. Frau August Beck. welche bei dr Katastrophe verletzt wurde, ist die Tochter von Charles Uehlein. dem bekannten Brauer und befand sich mit ihrem Gatten auf der Hochzeitsreise. Weitere K raw allisten ver u r t h e i l t . A k r o n . O.. 4. Dez. Richter Kohler verurtheilte am Montag weitere drei der schuldig befundenen Akroner Krawallisten. John Roden und Richard Hullett wurden jeder zu einem Jahr Zuchthaus verurtheilt und ClaudeBen der aus 30 Tage ins Arbeitshaus ge schickt. Wm. Dewitt wurde am Montag schuldig befunden, an den Krawallen theilgetommen zu haben. Er ist dej zehnte Mann, der schuldig befunden wurde. Bestätigt. W a s h i n g t o n. D. C.. 4. Dez.Das Kentuckier Staatsgesetz, oas bis Eisenbahnen zwingt, separate Waggon für farbige Passagiere zu stellen, ist :n einer am Montag vom Qberbundesae. richt abgegebenen Entscheidung aufrecht erkalten worden. Das Gericht fügt, hinzu, daß oaS Gesetz genügend befolgt werde, wenn die Eisendahnen separat Waggons für Farbige mitführten, so lange die Züge sich im Staate Kentucktz befänden, und der zwischenstaatlich Verkehr dabei nicht in Betracht komme. Der Richter Harlan stimmte mit dei Entscheidung nicht überein. Er ist de, Ansicht, daß das Gesetz eine Sin. Mischung in den zwischenstaatlichen Verkehr bedeute, und ferner, daß du Kentuckier Legislatur kein Recht habe, die Bevölkerung, je nach ihrer Farbe, in Klassen einzutheilen und ihnen be sondere Eisenbahn - Wagen zuzuweisen
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