Indiana Tribüne, Volume 24, Number 74, Indianapolis, Marion County, 1 December 1900 — Page 2

Jndiana Tribüne, Zamftag, den 1. Dezember 1.

In der Schrtppenrtrqe. j ' Berlin, im November. Noch liegt t monumentale Dankeskirche in dichtem Morgknnebel, topfer Vertheidigt die Herbsonne die an der vergoldeten Kirchthurmspitze eroberten sesten Positionen gegen das ondrängende Gewölk, da nahen bereits in tleien Schaaren armselige Gestalten dem gegenüberliegenden unscheinbaren einstöckigen Bau. Was. lockt s so früh, wo der sonst so regsame Norden den Morgenschlummer "dank der sonntcigUchenStiUe ein wenig langer ausdehnt, zu dieser Stätte? Die Schutzleute, die drüben auf dem Trottoir mit lässigen Schritten auf und ab wandeln, mupern mit argwöhnischen Blicken die Ansammlung. Doch schon vertheilt sie sich in kleineren Gruppen. Eine seit same Gesegschaft hat sich hier zusammengefunden. Graubärtige Mänmr, durch deren zerschlissene Kleidung der scharfe Herbftwind pfeift, kaum der Schulbank entwachsene Knaben, die von auswärts zugereist sind und ihre ersten Erfahrungen als Kunden" (wandernde Handwerksburschen) machen, stellungslose Kaufleute, vergeblich ach Beschäftigung suchende Kellner, deren eine gewisse Eleganz verrathende Kleidung sich merklich von dem groben Sackleinen abhebt, das die sogenannten Klamottenschinder" (Ziegel- und Steinträaer) bevorzugen. Von dem nahen Asyl in der Wiesenstraße sind wohl die meisten gekommen, andere haben auf den Kähnen oder Holzplätzen am Nordhafen genächtet, neben den Stammgästen der Palme" erblickt man manch übernächtigtes Gesicht. Wo bleiben denn heute die Schrippenküster?" ruft ein Stromer mit rother Nase unwillig. Ein Husarenkaffee (Nordhäuser) wäre mir lieber als ihre ganze Cichorienbrühe." Doch die anderen bringen den Ungeduldigen zur Ruhe. Auch unter diesen Ausgestoßenen der menschlichen Gesellschaft herrscht ein gewisse? Corpsgeist. Es maa inzwischen fast eine Stunde ver-

gangen sein, da öffnet sich das Ein- I gangsthor. Die sogenannten Helfer, ; Mitglieder des Vereins ..Dienst an Ar- j beitslosen". meist Angehörige des 1 Handwerkerstandes, brauchen die Einziehenden gar nicht zurRuhe zu ermah- j nen. Fast geräuschlos nehmen sie in ' dem niedrigen ebenerdig gelegenen Soal. dessen mit gelber Oelfaroe ge-' strichene Wände fromme Sprüche als , einziger Schmuck zieren, an den einfa- , chen Tischen die Plätze ein. Bld ist j der Raum gefüllt, doch auch für die j Nachzügler wissen die Helfer Platz zu schassen. Es ist eine eigenthümliche ! Laune des Zufalls, daß gerade hier den ' Aermsten geistige und leibliche Kost ! 05rabre.jcht wird. Vor Iahien feierte j hier die jeunsse dore" der Neh- ; berge ihre Orgien in Schnaps und ' Bier, und das berüchtigte Balllykal ! Fürst Blücher nannte es sich stolz war oft die Wahlstatt blutiger Schlä- j gereien. Doch in dem dumpfen Gemurmel, das den niedrigenSaal durchschwirrt, werden die Erinnerungen an diese Zeiten kaum wach. Man tauscht seine Erfahrungen über die Arveits- j nachweise, schlechte Winden" (Bettel- ' stellen) und ähnliche Dinge aus. Greis und Jüngling, der Kaufmann, der ftolz auf seinen weißen Gipsverband" (Kragen) niederfchaut, und die Bassermann'sche Gestalt, die den ganzen Ofeeur der Penne um sich her oerbreitet, stehen hier auf dem Duzfuß. Ein halblautes .Pst" der Helfer läßt das ; Gespräch verstummen. Unter Begleitung des Harmoniums wird ein Cho-; ral gesungen, stehend spricht die selt-j same Gemeinde das kurze Tischgebet j und blickt freudig den Helfern" entge- i gen. die mit dampfenden Kasteekannen j und einfachen Blechtassen nahen. In wenigen Minuten hat jeder ver 400 Erschienenen seinen Kaffee und ein . braune Schrippe erhalten. So schnell, wie empfangen, ist die Gabe auch verschwunden. Bald ist abgeräumt, die regelmäßigen Besucher der Schrippenkirche" der Volksmund hat diese Einrichtung so getauft und der Berein Dienst an Arbeitslosen" hat diese Benennung nachträglich gutgeheißen legen mit hülfreiche Hand an. Die Predigt nimmt ihren Anfang. Der Redner ermahnt seine Gäste zum Vertrauen auf Goti. zur Umkehr und stellt i&nen Hülfe in Aussicht. Ob er auf Viele Eindruck macht? Gar mancher wer weiß, ob er nicht schon wiederholt im Humboldthain die Nacht zugebracht? nickt ein, und wenn er gar zu stark sägt", dann ruft ihn ein freundlicher Rippenstoß des Nachbarn zur Ordnung. Doch einige machen nxnigstens denVersuch, aus dem Elend herauszukommen. Sie finden sich nach beendetem Gottesdienste oben in dem kleinen Saal ein. wo man ihnen vielleicht Arbeit oder Aufnahme in die Arbeitercolonie verschaffen wird. Aehnliche Vorgänge spielen sich zur gleichen Zeit in den Schrippenkirchen" am Johannestisch und in der Lichtenberger Straße ab. Vor ungefähr 5 Jahren versuchte Theodor v. Wächter, der schwäbische Predigtamts-Candi-dat, der Christenthum und Socialdemokratie zu vereinen trachtete, das Prinzip der Schrippenkirchen zu verallgemeinern. In den großen Arveitslosenversammlungen, die er hier einberief, stärkte er seine Hörer nicht nur durch geistige, sondern auch leibliche Kost. Aber der Geldbeutel des armen Theologen hielt mit seinem Joealismus nicht gleichen Schritt. Im sonigen Italien Ichlägt er sich unbe

kümmert um alleWeltbegluckungspläne als deutscher Sprachlehrer durch's Leben. Die Schrippenkirchen brauchen seinen Wettbewerb -nicht mehr zu fürchten. Lange Bären-Belagerung.

Nicht jede merkwürdige Jagdgeschichte braucht besonders aufregend zu sein. Was manche Jagdhunde auch als Belagerer" des Wildes leisten können oder wollen, dafür möge folgendes wohlverbürgte kalifornische Beispiel angeführt sein. A. W. Combs von Oakland war mit mehreren Anderen eine Woche lang in den Gebirgen hinter Crescent C:, im County Del Norte. auf der Jagd. Bier mitgenommene Rüden wurden schon in der ersten Nacht im Gebirge von den Jägern schmerzlich vermißt. Offenbar hatten sie sich verlaufen, und nicht weniger als vier Tage lang waren die Jäger ganz ohne -ikre geschätzten vierbeiniycn Gefährten. Gegen Ende des vierten Tages jedoch tauchten zwei der Hunde wieder im Lager auf; die beide.r anderen jedoch, welche Combs gehörten, blieben verschollen, und man zweifelte schließlich nicht mehr, daß sie irgendwie verloren gegangen oder gestöhlen worden seien. Combs, der noch eine schwache Hoffnung hatte, setzte bei der Heimkehr den Richter Cutler von dem geheimnißvollen Verschwinden der beiden Wauwaus in Kenntniß und ersuchte ihn. in seinem Namen eine Belohnung für die Wiedererlaugung auszuschreiben. Und siehe da! endlich traf die frohe Kunde ein, daß die Rüden wiedergefunden seien. Ein Bergbauer fand die Hunde unweit eines Gebirgspfades, mehrere Meilen von der Stätte, wo die Oaklander Nimrode gejagt hatten. Schon mehrere Tage lang hatte er die Thiere, immer in derselben Richtung, bellen gchört, und endlich ließ es ihn keine Rune mehr, bis er der Geschichte auf den Grund gegangen war. Und was entdeckte er da? Etwas, das ihm noch nicht in seiner Prazis vorgekommen war. Die beiden Hunde hielten unter einem großen Baume, auf welchem ein Bär vor ihren Angriffen Zuflucht gesucht hatte, wacker ..das Fort". Dies war volle neun Tage, nachdem sie in dem Lager der Jäger vermißt worden waren, und schon m?hrere Tage lang mußten die Hunde unausgesetzt an diesem einen Baum Wache gestanden und die Bes.ie belagert haben! Ein solcher Fall von weitgehender, sich über Alles hinwegsetzender Hunde-Ausdauer unter derartigen Verhältnissen ist sicherlich sehr selten. Auch zur Zeit, als sie entdeckt wurden. machten die Thiere keine Miene, die BelagerunL des MejSers Petz aufzugeben. Doch war es hohe Zeit, daß sie menschlichenBeistand erhielten, denn sie waren, wie sich denken läßt, arg erschöpft und beinahe zu Tode gehunqert. Nicht minder galt dies von dem belagerten Bären, welchen der Bergbauer mit einem wohlgezielten Schuß den Rest gab. Die Belagerungs - Hunde haben für Herrn Combs jetzt einen größeren Werth, als jemals zuvor! Amor und läubigerfchutz. Schulden sind sicherlich kein erwünschtes HeirathsgeschenZ. unr Maneher und Manche in unseren Tagen möchten vielleicht wünschen, daß auch sie sich nach einem, in unserenColonialZeiten vorgekommenen, ursprünglich aus England stammenden Brauch verheirathet Härten, Notabene wenn ihnen derselbe etwas genützt hätte. Dieser Brauch ist fast vollkommen in Verschollenheit gerathen, und es ist noch nicht lange her. daß Erforscher der amerikanischen Colonialgeschichte einige merkwürdige Aktenstücke darüber entdeckten. Es waren dies fcie sogenannten 8UHK-k marriagee". Dieselben beruhten auf dem Glauben, daß, wenn ein Mann eine Frau heirathete, die in Schuldensteckte, er für ihre Schulden verantwortlich gehalten werden könnte, falls er sie mit irgend einem Theil ihres Eigenthums bei der Trauung in Empfang nehme, oder auch umgekehrt auf der Annahme, daß. wenn eine Frau einen verschuldeten Mann heirathete. seine Gläubiger ihr nicht ihr Eigenthum wegnehmen könnten, wenn er bei der Vermählung uH von ihr empfangen hätte. Diese Idee wurde mitunter in bockst drastischer Weise dadurch zum Ausdruck gcbracht, oaß bei der Trauung die Braut nur in ein Laken gehüllt war oder nur ein Hemdleibchen anhatte! (Daher der obige Name.) Auch dieses Bekleidungsstück wurde in manchen Fällen vom Bräutigam erst aeliefert. Um Anstand und Sittigkeit zu wahren, kam es vor, daß die Braut sich in einen besonderen Verschlag oder hinter eine spanische Wand stellte, und bei der Trauungs - Ceremonie blos die Hand aus derselben heraus reichte. Ja in dem einen oder andern Fall soll dieser Brauch im verwegensten Sinne des Wortes geübt worden sein, indem die Braut, innerhalb des besagten Verschlaaes. geradezu im Evas - Costüme stand! Doch scheint hierüber kein schriftlicher Beleg bis dato gefunden worden zu sein. Manche Geistliche sträubten sich übrigens dagegen, eine Trauung unter solchen Verhältnissen zu vollziehen: aber eine Möglichicit hierfür scheint sich immer gefunden zu hben.

Wisweilen fint wir in Folge schwerer Arbeit ode? etr LugIst am ganzen Körper fiets.ma vergeffe dhaN? nicht, dach e gegen Steifheit in den Gliedern nichts bessere giebt t, St. Mobs Gel.

t Die Weittkrtfis in Jrankveich. Ueber die augenblickliche Lage der großen Mnnbergsbesitzer sowie über den Handel in sogenannten Berdeauzweinen, giebt Jules Huret im Figaro" erntn interessanten Bericht. In einer Sitzung der Landwirthfchaftskammer in Bordeaux nahm er Gelegenheit, den Borsitzenden der Handelskammer und die hervorragenden Chefs französische? Handlunshäuser und bedeulende Weinbergbesitzer zu interpelliren. wie die aegenwärtige Weinkrisis in Frankreich zu bekämpfen sei; daß es eine solche gäbe, fei außer Frage. Alle Weingutsbesitzer klagen über die kolossale Weinernte dieses Jahres. Wir schwimmen im Wein," seufzen sie! Die Preise gehen herunter, uns wäre es lieber gewesen, die Ernte wäre weniger groß gewesen." In der That haben schon tie vorhergehenden Jahre große Ernten geliefert, so war z. B. aucb das Jahr 2899 ein ausnehmend gutes. Viele der Weinbergsbesi tzer haben noch ihre ganze vorjährige lernte im Keller auf Lager. Um den diesjährigen Wein zu lagern, fehlt es an Fässern, bezahlt man doch heute schon tas leere Barrel mit 25 Francs und ein leeres Ofhoft mit 50 Francs das Stück. Preise wie man sie niemals vorher gekannt hat. Der jährliche Weinverbrauch beifsert sich auf circa 50 Millionen Hektoliter, die durchschnittliche jährliche Produktion der Giron.de auf 2 Millionen Hektoliter, dieses Jahr wird sie wahrscheinlich 5 Millionen erreichen. Dagegen werden aus Bordeaux jährlich 6 Millionen Hektoliter sogen. Bordeauxwein ausgeführt, man möchte demnach glauben, daß dre Nachfrage das Angebot übersteige, aber gerade das Gegentheil ist der Fall, die Besitzer beklagen sich, daß ihre Kellereien gefüllt sind und lein Raum für die neue Ernte vorhant ist. k Die Ursache hiervon ift in dem Betrug zu suchen, den die meisten der französischen Exporthäuser in Boroeaux mit Bordeauxwein treiben. Der gute, unverfälschte Wein bleibt auf den Lagern, während 3 Millionen Hektoliter gefälschten Weines nach allen Gegenden der Welt ls echter, reiner Borbeauxwein versandt werden unter der Marke und dem Stempel echten, reinen Weines. ES war in den Jahren der Phylloxera. wo dies Geschäft entstand; um den Ausfall der Ernte zu decken, griff man zu den schweren, minderwerthigen spanischen, italienischen und algerischen Weinen, die. anfangZ gemischt mit reinen Bordeauxweinen, dem Kaufmann als garantirt rein angebcten wurden. Aus diesen erfolgreichen Geschäftsmanipulationen ging man weiter und ließ den Bordeauxwein ganz fehlen und s ch m i e r t e die Were. vergiftete sie mit Alkohol und chemischen Produkten; gerade diese Handelshäuser haben den größten Erfolg des Exports von Bordeaux, dank ihren iedrigen Preisen, mit nxlchen sie die wirlich reellen Häuser aus 'dem Markte trieben, aufzuweisen gehabt. Die 2rks". welche dabei ausgeführt wurden, gingen in's Unglaubliche. So taufte das betreffende Haus von einem kleinen Weinbauer in der Commune von Medoc. Margeaux. einen kleinen Abhanq. dessen ganer Ertrag sich vielleicht auf bis 1 Faß Wein belief. nahm in der Post des Ortes einen Briefkasten in seinem Namen und ließ nun Prospekte. Preiscourante. Faktu. ren u. s. w. drucken mit einem grotzartig'n Schloß, von Weinbergen ugeben. schickte 100.000 Briefe, alle natürlich mit der ostmarke Margeaux verseyen. in die Welt, und offerirte die feinsten Marken (cjnmb crus) zu lächerlich billigen Preisen, bei welchen der größte Dummkops hätte stutzig werden müssen. Hundert andere Firmen besaßen nicht einmal ein solch Häuflein Erde, wo ein halbes Faß Wein wachsen konnte, aber dies schadete nicht, sie haben einen Briefkasten an irgend lvelchem. durch seinen Wein berühmten Punkte der Gironde. während sie selbst in der Auvergne oder in den Pyrinäen wohnen. Aber selbst diese Art. die Welt zu betrügen und den guten Ruf des Bordeauxweines herunterzubringen, genügt ihnen nicht. In irgend einem Winkel von Bordeaux wird ein kleines Stübchen gemiethet mit Lagerraum, dort wird das Gift zu dem Weine, wel. chersersandt werden soll, bereitet, Hunderte von jungen Leuten, die den Tag 1 Franc erhalten, schreiben hier Briefe, mit dickem Trauerrande versehen, in welchem Todes- und Unqlüctsfälle in --rV.n ........ ......... . . . T ..... ,5

von rerveuvr mre. dte infolge dessen zu jedem Preise verkauft werden sollen, um den Unglücklichen zu helfen. in Partien von 5 10 Ohoften werden aiigeboten und an die Hilfe edeldenkender Personen appellirt! Auf der anderen Seite muß aber auch den großen Wembergsbesitzern eir. Theil der Schuld zugemessen werden, welche den Ruf des Bordeaux heruntergebracht haben. In den Jahren 1882 bis 188tf haben die Chateauweine den Markt mit schlechter, nicht haltbarer Waare überschwemmt und der 5donsument, der diese Jahrgange zu hohen Preisen kaufte, konnte die Erfahrung machen, daß diese mit stempelten 'Korken versehenen großen Weine nach 3 bis 4 Jahren schlecht, ja theilweise ungenießbar wurden. Hätten hier die Produzenten ihre Weine als gewöhnliche Landweine an den Markt gebracht und auf weniger Verdienst gerechnet, so wäre es für alle Theile besser gewesen. Ist es doch schon in Frankreich so weit gekommen, daß die Aerzt den Bordeaux den Kranken verboten haben, da sie keinerlei Nutzen davon sahen. Die Handelskammer in Bordeaux hat nunmehr in Verbindung mit den Wkinutsbesitzern den Entschluß gefaßt, mit allen gesetzlichen Mitteln dem unWiengutsbesitzern denEntschluß gefaßt, es helfen wird, mag die Zukunft lehrcn.

Ein Roman aus dem Leben. Im Jhre 1870 lernte eine italicni sche Künstlerin Namens Ravasi im Theater zu Kairo einen reichen ungarischen Magnaten, Graf Georg Erdödy, kennen, und ls die Dame tm Jahre 1871 mit einem Säugling nach Genua zurückkehrte, hieß es in der Theater-Chronil der italienischen Zeitunaen allgemein, daß der edle Unoar der Vater dieses 5indes sei. Im Jahre 1892 heirathete das ..Kind", das inzwischen zur Jungfrau herangeblüht war, einen Herrn Borsany in Mailand und behauptete, daß Graf Erdödy eigens nach Mailand gekommen sei und in Gegenwart von Zeugen zugegeben 'habe, daß er der Vater der jetzigen Frari Ravasi-Borsany sei. Der Graf, ver ein nach Millionen zählendes Vermögen besitzen soll, kümmerte sich aber um seine angebliche Tochter nicht im geringsten. Die Dame begann daher den vergeßlichen Vater ein wenig aufzumuntern, indem sie ihm zuerst zärtliche, dairn wieder zärtliche, und zuletzt sehr ordinäre Brief schrieb. Als auch das nichts nützen wollte, schickte sie nn Dezember 1899 ihren Gatten und den vocaten Guido Venim nach Ungarn. Der Graf wollte die Herren tticht empfangen und schickte sie zu seinem An walt, er rundweg erklärte, daß sein Mient auch nicht einen Pfennig zahlen werde. Der Gatte und der Advocat pilgerten also unverrichtetn Sache nach Mailand zurück, und Frau Ra-vasi-Borsany nahm die ihr angeblich von dem Advocaten dictirte Correspondenz wieder auf und ließ sich zu immer schärferen Drohungen hinrei ßen. Eines Tages erklärte sie. daß sie, wenn der Graf nicht sofort 150.000 Gulden zahle, einen großen Skandal hervorrufen und der ganzen Welt kunv und zu wissen thun werde.ein wie ausschweifendes Leben der erlauchte Sproß des erlauchten Grafengeschlechtes Erdödy führe. Der Graf rührte sich aber noch immer nicht und ließ sich auch nicht rühren. Da erhielt er eines Tages ein kleines Büchlein mit dem Titel: Memoiren einer natürlichem Tochter des Grafen Georg Erdödy." Das Büchlein enthielt nur eine kurze JrHaltsangabe ..eines sehr interessanten Sensationsromans, der veröffentlicht werden würde, wenn der Graf nicht die verlangten 150,000 Gulden zahle." Der Graf aber zahlte wieder nicht und brachte die Sache zur Anzeige. Demnächst wird nun vor Ver Mailänder Strafkammer der mit großer Spannung erwartete Prozeß gegen Frau Claudina Ravasi. verehelichte Borsany und gegen den Advokaten Guido Venini wegen versuchter Erpressung stattfinden. 'as unmäßige und c o nstante Essen von gebranntem Kaffee hat der Frau Anthony Dazett in Mario. Ind., den Tod gebracht. An fänglich aß sie nur. wenige Bohnen auf einmal, in der letzten Zeit jedoch ganze Tassen voll. Kurz ehe sie starb, erklärte sie. es sei ihr gewiß, daß die Kaffeebohnen ihr Tod sein würden; aber sie könne dieser Leidenschaft nicht mehr entsagen. Sie starb unter gro fc'ü chmerien.

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