Indiana Tribüne, Volume 24, Number 73, Indianapolis, Marion County, 30 November 1900 — Page 1

Mdiana Tribüne a(paixtJoi l nv: z -KövZLUgZ JlffiErscheint jeden Nachmittag und Sonntag Morgen. Jahrgang 24. Jndianavo!', Ind.. Freitag, den 30. November 1900. No. 73

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Ausland Depeschen

ßine empftndliche Schlappe Qa!icn ttiifllttiiHfr in 8iii) Mli lilkT Die GarmisO von De ZLetsdorP, 4ittMan mit zwei Geschützen, Mußte sich den Bocrm ergeben, Nachdem tt 57 Wann nn Todten und zicrwlllldctci! verloren. Tic Bocrcn sind au den Oranjc WH vorgcdrllngctt. Präsiöcut Krüger am 4. Tczember iu Berlin erwartet. Die französisch: Kammer hat eine l,mpatnie-Ncsoltttiott für Kriigcr angenommen. t Nachricht! aus China. Oberst ?)orck gefährlich krank. Der Krieg in Südafrika. K a p st a d t. 30. Nov. General .Knox gelang es. nach einem schnellen Marsch von 26 Meilen, den General De Wet zu überholen und sich zwischen die Äoeren und den Qranje Flutz zu stellen. Man glaubt, daß De Wet jetzt westwärts zieht, um sich bei Boomplzatze mit Herzog zu vereinigen. ttnox besetzte De Wetsdoro abermals am 26. November. Die Boeren hatten oie Stadt am 21. November angegriffen, und die Garnison war am 24. Noemüer gezwungen, sich zu ergeben. Lord Roberts meldet in einer aus Johannesburg datirten Depesche, dah verschiedene britische Kolonnen Boeren in starken Positionen in der Nähe von Harrismity, Philippopolis. beide im Qranje Staat gelegen, und an anderen veit auseinander gelegenen Punkten fanden; die Kämpfe, die stattgefunden, aber von keiner großen Bedeutung gewesen seien. Oberst Pilcher hatte am Dienn iz ein heftiges Gefecht mit einem Theil von Gen. De Weis Kommando, das die in Dewetsdorp gemachte Beute fortschaffte. Die Boeren zogen sich zurück, einen Theil der Beute aufgebend und viele Pferde zurücklassend. Genera! De Wet und der Präsident Steyn befanden sich ,n der Nähe, sie gingen den Briten aber aus dem Wege. Die Boeren kämpften mit solcher Hartnäckigkeit, dafo die Truppen Pi!cher's thatsächlich bis auf 30 Yards 11 eine der Positionen herankamen und Reoolverschüsse gewechselt wurden. Die öoeren beschossen die Briten mit 15Pfändern, die jit in Dewetsdorp erbeutet hatten. Die Briten hatten in dem Gefecht einen Todten und sechs Becwundete. Mehrere verwundete Boeren fielen den Briten in die Hände. Man glaubt, daß Steyn und De Wet sich jetzt zwischen Heloetia und der Eisenbahn befinden. Das Corps scheint sich aber in drei kleinere Kommandos getheilt zu haben. Viele Farmer in dem Distrikt haben sich wieder De Wet angeschlossen. DieRegierung der Kapkolonie hat sich geweigert. Spezialzüge laufen zu lassen, um es den Bürgern zu erleichtern, sich an dem am 6. Dezember in Worcester stattfindenden Volkskonzreß beiheiligen zu können. Die Regierung erklärt, vaß solche Zusammenkünfte bei oen letzigen ungeregelten Verhältnissen nicht wünschenswert seien. Herr I. W. Sauer, der frühere Kammissär für öffentliche Werke, hielt in Vaarl. in derKapkolonie. eine Rede, in der er sagte, daß die Afritander immer loyal gewesen seien, und England sich selbst die Schuld zuschreiben müsse, wenn dies einmal anders werden sollte. C o l e s b e r g. Kapkolonie. 29. Nov. Bceren-Abtheilungen sind am OranjeFluß angekommen. Sie haben über den Fluß berüder in das britische Lager bei Sand Rift geschossen und einen Briten getbdtet und zwei verwundet. London. 30. Nov. Von Lord Roberts ist die folgende Depesche. Johannesburg. 28. Nov.. datirt, im Kriegsamt eingetroffen: Die Garnison von De Wetsdorp, aus Abtheilungen vom Gloucestershire Regiment, der Hochländer leichten Infanterie und von den irischen Schünen. sowie zwei Geschützen von der 63. Tftli batterie betzchsch. im Ganzen 400

Mann, nat na) am Zö. November um halb sechs Uhr Abends den Boeren er geben. Unser Verlust beläuft sich auf 15 Todte und 42 Verwundete. Unter den Letzteren befinden sich Major Hansen und K.ipt. Digby. Der Feind soll 2500 Mann stark sein. Von Edenburg aus wurden 400 Mann zur Unterstütz.ung der Garnison von De Wetsdorp abgeschickt, sie kamen aber nicht zeitig genug dort an. Genera! Kno; schloß sich diesen Truppen an. sie fanden aber De Wetsdorp bereits verlassen. Fünfundsiebzig kranke und verwundete Briten waren zurückgelassen worden. Knox nahm die Verfolgung aus und er iou Steyn und De Wet am 27. Novemder erfolgreich bei Vaalbank engagirt haben. Sie zogen sich in westlicher und südwestlicher Richtung zurück. Knox' Bote gelangte nicht durch die Linien, es fehlt mir deshalb an Einzelheiten. London. 30. Nov. Die Hiobsbotschaft von De' Wetsdorp hat ganz Enaland alarmirt. Die Censur wird so streng gehandhabt, daß es fast hoffnungslos erscheint, einmal einen klaren Einblick in die Lage in Südafrika zu ;rhalten. Wie die Censur gehandhabt wird, geht aus den Berichten der Kor respondenten hervor, die nur unklare Bilder über die Ereignisse bei De Wetsdorp entwarfen, die Wiedereinuahme von De Wetsdorp und sogar die Thatsache erwähnten, daß den Boeren zwei Wagen mit gemachter Beute abgejagt wurden, keiner der Korrespondenken hatte aber mit einem Wort die Kapitulation von 400 britischen Soldaten mit zwei Geschützen erwähnt, elch' letztere nicht einmal unbrauchbar gemacht wurden, da die Boeren sich ihrer später gegen die Briten bedienen konnten. Soweit ist nichts davon bekannt. daß die gefangen gekommenen Briten wieder freigelassen wcrden sind. Wenn man die dunkle militärische Situation nördlich vom Orangestaat in Betracht zieht; ferner die in der KapKolonie noch weiter glimmende Rebeliion; dÄs Gerücht, daß Frankreich Herrn Krüger versprochen habe, bei Sngland auf ein Schiedsgericht zu dringen, wenn Deutschland ein solches unterstützen sollte, und schließlich die Thatsache, daß Lord Kitchener doch licht das Oberkommando in Südafrika ehalten soll, wird sich die britische Rezierung in einer sehr unangenehmen Lage befinden, wenn sie in nächster Woche dem Parlament Rechenschaft ab legen muß. Es wird kein Versuch gemacht weroen, die Irritation zu verbergen, welche die von der französischen Kammer angenommene Sympathie-Resolution für Herrn Krüger verursacht hat, die Zeitungen erklären aber übereinstimmend, oaß keinerlei Intervention die britische Politik ändern könne. Der Standard" erklärt die Katastrophe bei DeWetsdorp für beoauernöwerth, unerklärlich und zur jetzigen Zeit doppelt unglücklich." Die Pforte giebt nach. K o n st a n t i n o p e l. 30. Nov. Die Ankunft des Ver. St. Panzerschif fes Kentucky" in Smyrna hat nicht oerfehlt, tiefen Eindruck auf die Pforte zu machen, und alle Anzeichen deuten jetzt darauf hin, daß die Ver. Staaten binnen Kurzem zufriedengestellt werden. Die am Mittwoch erlassene kaiserliche Jrade. derzufolge ein Kreuzer in Philadelphia bestellt werden soll, oeutet dies an. In den Preis, der für das Schiff bezahlt werden muß. sollen oie $90,000 eingeschlossen werden, welche die Ver. Staaten als Entschädigung für die Zerstörung amerikanischer Mis sionsgebäude verlangt haben. Es soll oies geschehen, um dem türkischen Volk und den anderen Mächten gegenüber behaupten zu können, daß die Pforte dem Drängen der amerikanischen Rezierung nicht nachgegeben habe. Aus dem Deutschen Reich. B e r l i n. 30. Noo. Es wird hier versichert, daß der jetzige deutsche Botschafter in Rußland. Fürst Radolin. an Stelle des Fürsten oon Münster-Derne-bürg zum deutschen Botschafter in Parkernannt werden wird. Der Fürst von Münster hat bekanntlich wegen hohen Alters resignirt. .Ohm "Krüger's Reiseprogram m. B e r l i n , 30. Nov. Der Präsident Krüger wird am 1 Dezember hier eintreffen und bis zum 8. Dezember bleiben. Am 9. begiebt er sich nach Köln und am 10. nach Magdeburg. Die Regierung ist von seinem beabsichtigten Besuch benachrichtigt worden. P a r i s . 30. Nov. Die Deputaten kämmen nahm am Donnerstag einstimmig eine Resolution an. in der Sympathie für Herrn Krüger ausgedrückt wurde. Eine Delegation, die Herrn Krüger benachrichtigte, wurde von dem Letzteren sehr herzlich empfangen. Oleomarg in - Feuer. A a r h u s. Dänemark, 30. Nov. Moensteds große Oleomargarin-Fa-brik in hiesiger Stadt wurde in der

madft zum Donnerstag durch Feuer zerstört. Der Verlust beträgt mehr als eine Million Kronen. Die Feuerwehr war ganz machtlos und die Garnison mußte herausbeordert werden, um eine Ausdehnung der Feuersbrunst zu verhindern. Nachrichten aus China. London. 30. Nov. Eine Depesche aus Peking sagt, daß Oberst Dorck. der Kommandeur der deutschen Kolonne. die bis nach Kalgan vorgedrungen ist. in einem Dorf zwischen Kalgan und Peking todtkrank darniederliege. Er soll Kohlengas. das einem Ofen in feinem Schlafzimmer entströmte, einoeatdmet baben. Tien T s i n. 29. Nov. Das 15. Ver. St. Jnfanterie-Regiment ist nach Tongku abgegangen, wo es sich nach Manila einschiffen wird. Das russische Kontingent in Tien Tsin ist um zwei Regimenter verstärkt worden, die vor einiger Zeit zurückge zogen wurden, plötzlich aber wieder erschienen Das kalte Wetter treibt die feindlt chen Chinesen in die Dörfer bei Tien. Tsin, wo in Folge dessen die Unruhe Mnier mehr 'unimmt. Die ausgeschickten Patrouillen berichten, daß die Chinesen immerwährend. der Straße nach Pekina entlang, zus dem Hinterhalt auf die Truppen schießen, dies in letzter Zeit aber in 5?olge der strengen Wiedervergeltungsmaßregeln, die ergriffen worden sind, 'twas nachgelassen habe. Danksagungstag inBerlin. B e r l i n. 30. Nov. 400 Personen wohnten den: Danksagungs - Bankett bei. welches fett amerikanische Ko'.onie im Kaiserbof am Donnerstag Abend veranstaltete. Unter den Anwesenden befanden sich Prof. Bisbee vom Dartmouth College und Prof. McMillan von der Princeton Universität und folgende Ver. Staaten Konsuln: Herr Charles Barnes, Köln: Dr. H. Pilcairn. Hamburg; HerrJ. C. Monaghan, Chemnitz. und Herr Frank W. Mahan. Reichenberg, Oesterreich. Der Saal war mit amerikanischen und deutschen Fahnen dekorirt. Dem Präsidenten McKinley wurde einGlückwünsch - Telegramm über die Prosperität des Landes übermittelt und eine Anzahl patriotischer Lieder wurden ge sungen. Der Ver. St. Botschafter White hielt vie Hauptrede, worin er zunächst auf oie Bedeutung des Tages hinwies. Er illustrirte die enorme Zunahme des Wohlstandes in den Ver. Staaten und die gewaltigen Fortschritte, welche das Land in Literatur. Kunst und Wissenschaft gemacht habe, wobei er besonders die großen Facilitäten für Studirende betonte. Er wies nach, daß während des letzten Jahres zu Unterrichtszwecken $50,000,000 donirt seien. Dann auf die Benehungen Deutschnds zu Amerika übergehend, bemerkte der Botschafter Folgendes: Wahrend die Regierung der Ver. Staaten. ih:en bisherigen Traditionen getreu, alle bindenden Allianzen vermieden hat, so hat sie doch während der letzten Zeit und auch jetzt noch in Verbindung mit anderen Mächten ganz und voll das Ihrige gethan, um geordnete Zustände und Civilisation im fernen Osten einzuführen. Von Beginn bis zu Ende der Verwickelungen in China und der dadurch benöthigten Operationen hat zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland stets das herzlichste Verhältniß geherrscht. In allen Verhandlungen, welche zwischen diesen beiden Mächten behufs Wiederherstellung geordneter Zustände in China geführt wurden, hat jede derselben sich nicht nur bestrebt, das Beste zu thun, sondern auch in durchaus freundlicher und entgegenkommender Weise. Die Feindschaft vieler deutscher Zeitungen gegell Amerika beruht auf einer Verkennung der Politik und der Ziele jenes Landes. Zum Schluß seiner Rede brachte Botschafter White Hochs auf Präsident McKinley und Kaiser Wilhelm aus. in welche die Versammelten begeistert einstimmten, wahrend die Kapelle die ..Wacht am Rhein" und Hail Columbia" spielte. London. 29. Nov. Mehr als 400 Amerikaner wohnten dem Danksa-gungs-Bankett im Hotel Cecil bei. Die Harmlose n". Berlin. 30. Nov. Die Hauptschuldigen in dem bekannten Klub der Harmlosen Spielerprozeß wurden heute verurtheilt, und zwar von Kanser zu drei Monaten, von Schacht zu einen Jahre und Wolf zu vier Monaten G:fängnih und 1000 Mark Geldstrafe. Von Krocher hat das Land verlassen. L) e r A s ch a n t i - Krieg. L o n d o n. 30. Nov Folgende Depesche ist von Colonel Willcocks. dem Befehlshaber der britischen Truppen in Cormanie, eingetroffen : .Der Feldzug ist zu Ende. Die Truppen, außer der Garnison, werden w ein paar Tagen zurückkehren. j , ,

Inland Depeschen. Der Mtttergang der Hosemite". Kur fünf Mann von der Besatzung verunglückt. Schrecklicher AttylückssaU iuSml Francisco.

Taö Dach einer Glasfabrik eingestürzt. du dem mls Hunderte einem ?ußva!!'Zpie! zusahen. Die Unglücklicheu zum Theil iu die GlaS-Oefen gestürzt. dreizehn lom und mehr als 80 Verletzte. Mord in einer Kirche. . ' Die Reorganisation der Armee. llt Vorschlage dc5 KrieLs-5ckre!ärS Root.

Der Unt ergang der Jose mite". Washington. D. C.. 30. Nov. Ueber den Untergang des Hilfskreuzers ,.?)oseniite" bei der Insel Guam sind o!e folgenden Nachricht! aus Manila angetroffen: lin furchtbarer Taifun suchte am 13. November die Insel Guam heim und zerstörte Tausende von Häusern darunter auch die Wohnung des Gouverneurs Ächroeger. Die Ortschaften Jndrajan und Terraforo wurden ganz zerstört und Hunderte von Eingeborenen sind in verschiedenen Theilen der Insel um's Leben gekommen. Die Kokosnuß-Ernte ist gänzlich verdorben iorden. wie auch fast die ganze Begetation der Insel durch Salzwaffer ruinirt worden ist. Der Sturm brach am Morgen los und fegte in unglaublich kurzer Zeit über die ganze Insel weg. Der B-r. St. Hilfskreuzer Yosemite", der neben dem Kohlendampfer Justin" verankert war. wurde, da die Anker nicht hielten. 150 Yards von dem Riff entfernt, auf den Grund getrieben und der Bug des Schiffes wurde dabei eingestoßen. Eine Pinasse mit fünf Mann war vorher ausgesetzt worden, um einen sicheren Ankergrund für das Schiff zu finden, das Boot wurde aber von den Wogen umgeworfen und die sämmtlichen fünf Insassen ertranken. Die Leichen des Bootsmannes F. Swanson und des Matros?n George Arkel wurden später am Strand gefunden. Nachdem die ..Dosemite" aufgelaufen war. schlug der Wind um und das Schiff würde dann vom Grund losgehoben und gegen die Vomaya Klippen geworfen, wo das Ruder abgerissen und die Schraube beschädigt wurde. Der Bootsmann Sweeney und zwölf Mann von der Besatzung erboten sich freiwillig eine Rettungs-Leine an's Land zu bringen und dort festzumachen. Es wurde auch ein Boot ausgesetzt, dasselbe wurde aber gleich darauf von einer hohen Sturzsee erfaßt und umgeworfen: die sämmtlichen Infassen wurden fortgerissen, merkwürdiger Weife gelang es aber allen nach einständigem Kampf mit den Wogen das Ufer zu erreichen. Es war inzwischen ganz dunkel geworden und die Aosemite". die wieder vom Land weggeblasen worden war. trieb hilflos vor dem Sturm her. der eine Geschwindigkeit von 100 Meilen in der Stunde erreicht hatte. Alle Hoffnung, den Kreuzer retten zu können, wurde jetzt aufgegeben und die Offiziere und Mannschaften beleiteten sich auf den Tod vor. der ihnen, wie sie glaubten, sicher in's Angesicht starrte. Die meisten Boote waren entweder zerstört oder über Bord gerissen worden und diejenigen, die übrig geblieben waren, genügten nicht, um auch nur die Halste der Mannschaft aufzunehmen, selbst wenn es möglich gewesen wäre, sie bei der ungebeuren See auszusetzen. Ein Seeanker, der ausgeworfen worden war. hielt aber die Josemite" gegen den Sturm und verhinderte, daß das Schiff in's Rollen kam. Das Letztere trieb indessen stark seewärts bis um halb 6 Uhr Abends, wann der Sturm nachließ und es wieder hell wurde. Der Kreuzer befand sich dann sechzig Meilen nördlich und vierzig Meilen westlich von Guam. Das Schiff war aber inzwifchen leck aeworX

oen und Die ganze Besatzung, Offiziere und Mannschaft, arbeitete ununterbrochen an den Pumpen, in der Hoffnung, das Wasser herauszuhalten, das schnell in die oorderen.Abtheilungen vordrang. Nachdem der Sturm sich einigermaßen gelegt hatte, wurde ein Versuch gemacht, die Maschinen wieder in Gang zu bringen und dies gelang auch nach einiger Zeit, und die Dosemite fuhr dann mühsam mit ihrer beschädigten Schraube dem Lande zu, das Schiff vermochte aber nicht mehr als zwei Knoten per Stunde zurückzulegen. Das Wasser nahm dabei im Raume zu und das Schiff sank immer tiefer. Um halb 2 Uhr Morgens, am 15. November, fand der Kohlendampfer .Justin", der abgedampft war. um oie .Dosemite" zu suchen, das beschädigte Schiff und versuchte, es nach Guam zurückzuschleppen. Zwei Schleppseile zerrissen aber und die Offiziere kamen dann überein, daß es unmöglich sei, das Schiff in den Hafen zu bringen und der Kr.zer, der dem Sinken schon nahe war. wurde dann verlassen. Die ganze Mannschaft begab sich auf den Kohlendampfer. Die ..Aosemite" ging um 3 Uhr Morgens, mit dem Bug zuerst, unter und die Justin" dampfte dann nach Guam zurück. Es war dem Zahlmeister Ballard noch gelungen. S63.000 in mexikanischem Geld von dem unterzehenden Schiff zu retten. Die Namen der fünf Seeleute, die bei dem Umschlagen der Pinasse ertrunken sind, sind: Bootsmann Smandson, Matrose George Aubel, Ingenieur I. L. V!abancfv und die Heizer I. L. Davis und Joseph Anderson. Die Besatzung der ..Josemite" bestandaus 178 Mann, von denen 173 vom ..Justin" aufgenommen und später in Agana untergebracht wurden, welche Stadt selbst stark gelitter. hatte. ' Frau White. die Gattin des Majors White vom Marinekorps, die einzige weiße Frau in Agana. flüchtete sich während des Sturmes mit ihrem Gatten und dem Kommandeur Seaton Schroeder in den Keller des Hauses des Gouverneurs, der bereits theilweise mit Wasser angefüllt war. Entsetzliches Unglück. San Francisco. 30. Nov. Durch den Zusammenbruch des Daches der Pacific Glaswerte an der 15. Str. wurden am Donnerstag zehn Personen auf der Stelle getödtet und ca. 50 mehr oder weniger schwer verletzt. Das Dach des Gebäudes war mit Männern und Knaben angefüllt, welche einem Fußball-Spiele zusahen, das auf einem benachbarten Grundstück vor sich ging. Ungefähr 75 von den auf dem Dache sich befindlichen Personen stürzten mit den Trümmern herab auf die glühend heißen Sclmelöfen und die Bottiche mit dem heißen Glas. Alle erlitten schrecklich? Brandwunden und man befürchtet, daß außer den bereits Getödteten nock mehrere Menschenleben der Katastrophe um Opfer fallen werden. Die Getödteten sind: I. Mulrooneq, W. H. Eckfeldt. Edgar Flahein, I. T. Ripver. William Valencia. M. Landina und drei Unbekannte. Die Zahl der auf dem Dache befindlichen Männer und Knaben mochte etwa 200 betragen, welche dem Fuß-oall-Spiel zwischen Studenten der Stanford Universität und der Universität von Californien zusahen. Ungefähr 20 Minuten nach Beginn des Spieles brach das Dach mit lautem Krache zusammen und ein Theil der Zuschauer fiel mit den Trümmern hinab. Die Feuer in den Schmelzöfen waren am Donnerstag zum ersten Male wieder angeblasen und die Bottiche waren voll flüssigen Glases. Auf diese Masse stürzten die Opfer. Einige waren sofort todt, andere wurden langfam zu Tode geröstet. Die Wenigen, die nicht auf die Oefen stürzten, erhoben sich und halfen den Arbeitern, ihre minder glücklichen Gefährten von ihren fürchterlichen Lagerstätten herunterzuziehen. Die Polizei und Feuerwehr war rafch zur Hand und jeder verfügbare Ambulanzwagen in der Stadt wurde nach der Unglücksstätte beordert. Die Verunglückten wurden so schnell wie möglich nach dem nur etwa zwei Blocks entfernten Hospital der Southern Pacific Eisenbahn überführt und als dasselbe gefüllt war, wurde noch eine Anzahl Verunglückter nach dem St. Lu'as Hospital und nach dem städtischen Hospital gebracht, wo ihnen die erste ärztliche Hilfe zu Theil wurde. Die Zahl der Todten belief sich um Mitternacht auf dreizehn Vier de.Leichen sind noch nicht identifizirt worden. Im Ganzen sind 82 Personen mehr oder weniger schwer verletzt nach den verschiedenen Hospitälern oder nach ihren Wohnungen gebracht worden. Die meisten Getödteten waren Knaben im Alter von neun bis sechzehn Jahren. Fast die sämmtlichen Verunglückten erlitten Schädel- oder Beinbrüche oder schwere innere Verletzungen. Der Theil des Dacbes. der zuscun-

menbrach, war teineswegs bestimmt, eine größere Last zu tragen und nur leicht konstruirt. Als die HorizontalBalken iivoer Mitte brachen, bildete das

! leuchte E?sen- und Holzwerk eme Art i von Trichter, durch den die Unglückj lichen in die Gluth hinabrutschten. Nur i Wenige verbrannten indessen zu Tode, ! die meisten wurden durch den Fall gerodlet. Mord in einer Kirche. W e l l st o n . O.. 30. Nov. In der Methodisten-Kirche für Farbige in Berlin Croß Roads wurde am Mittwoch Abend bei einer Festlichkeit Robert Leach von einem Neger Namens Oscar Cassell erschossen. Cassell fiel gegen das Horn eines der Musiker, Namens Thompson, und als der Letzterer remonstrirte. wurde er von Cassell angegriffen. Robert Leach versuchte die Streitenden zu trennen, worauf Cassell einen Revolver zog und Leach eine Ku- ; gel durch's Herz schoß. Cassell hielt die Anwesenden, die sich auf ihm stürzen wollten, mit seinem Revolver im Schach, bis sich ihm eine Gelegenheit bot. durch die Thür zu entkommen und in den nahen Wald zu flüchten. Die Affaire hat ungeheure Aufregung ver- , ursacht. Leach war ein geachteter und wohlhabender Mann und seine vielen Freunde drohen. Cassell lynchen zu wollen, für den Fall, daß er eingcfan gen werden sollte. Soll eine Verjlvc'rung ge wesen sein. Morgantown. W. Va.. 30. Nov. Der StaatsMincninspektor James W. Paul erklärt, daß die Gru-ben-Katastrophe in Berryville. bei der 14 Menschen ums Leben kamen, die Folge einer gegen den Aufseher der Grube gerichteten Verschwörung gewesen sei. Die Verschwörer sollen beabsichtigt haben, den Aufseher mit Hilfe einer.Explosion zu todten. Nachdem sie die Zündschnur angesteckt, blieben sie am Eingange der Mine stehen; die Gewalt der Explosion war aber größer als sie erwartet hatten, und sie wurden ebenfalls getödtet. S e k r. Root'sHeeres-Reor-ganisations-Plan. Washington. D. C.. 30. Nov. Das Haus - Kommittee für MilitärAngelegenheiten hat das Schreiben des Kriegssekretärs Root veröffentlicht, in oem Vorschläge für die Neuorganisation der Armee gemacht werden. Darnach soll die Armee bei einer Maximalstärke von 96.766 Mann und einer Minimalstärke von 58.924 Mann. 30 Regimenter Infanterie. 15 Regimenter Kavallerie umfassen, und die Artillerie allmäh lich vergrößert werden, bis sie am Ende von 5 Jahren 18.000 Mann stark ist. Die Artillerie soll dem Plane gemäß nicht in Regimenter organisirt werden, sondern in Batterien schwerer und leichter Artillerie. Bei der Marimalstärke soll jede Kompagnie Infanterie 150 Mann stark sein, sodaß ein Regiment 1830 Mann zählt, die Maximalstärke einer Kavallerie - Troop soll 100 Mann sein. . Die Truppen sollen sich auf die verfchieoencn Waffengattungen wie folgt vertheilen: 15 Regimenter Kavallerie. Ü 803 Mann. Minimalstärke 12.045, Maximalstärke 18,525; Artillerie. 30 Feldballerien. 126 Küstenbatterien, Mimmalstärke 18,920, Maximalstärke 18,920 ; 30 Regimenter Infanterie 5 803 Mann. Minimalstärke 24.480, Marimalstärke 55.080; drei Bataillone Ingenieure und Musik. Minimalstärke 1234.Maximalstärke 1984; verschiedene Organisationen, einschließlich der Wachen für Arsenale, die West Point Abtheilung. Stabsoffiziere, etc.. Minimalstärke 2245. Maximalstärke 2245; zusammen: Minimalstärke 58.924. Maximalstärke 96.766 Mann. Vakanzen imStab, ausgenommen im Sanitäts-, Zahlmeister- und Ingenieur - Korps, sollen durch Linienoffiziere besetzt werden, doch können solche Offiziere zu irgend einer Zeit zum Dienst in der Linie herangezogen werden. Promovirungen haben vom Range eines Kapitäns an aus der regulären Armee zu erfolgen, gemäß des gegenwärtigen Ranges. Offiziere in der jetzigen Freiwilligen - Armee können Offiziere in der regulären Armee werden. doch nur im Range eines Oberund Unter - Leutnants; Vakanzen im Kapitäns - Range sind durch OberLeutnants m der gegenwärtigen regu- ! lären Armeeorganisation zu besetzen, j Der bezügliche Rang der Freiwilligenj Offiziere, welche in die regulär? Armee I eintreten, wird nach der Dienstzeit bestimmt. Die Wahl in Wvoming. Denver, 30. Nov. Den offiziel- , lcn Nachrichten zufolge hat die Wahl in ; Wyoming folgendes Resultat ergeben: ! McKinley 14.482. Bryan 10.164; Mci Kinley's Pluralität 4318. Für Konr nnrt v CY . 1 a rnA . rvr grey: conoeu. uitp ,03; a,oomp son. Dem.. 10,027; Mondell's Pluralität 4492.