Indiana Tribüne, Volume 24, Number 72, Indianapolis, Marion County, 29 November 1900 — Page 2

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F v , Jndiana Irtbuhc, onnerftag, den 29 Novcttwer 1900.1 fr

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Per Kurzsichtige. r:' lf-ed lklherrn v. Hkdrnslierna. i ist r.icht immer gesagt, dah torperliche (ikbrnhen einen strebsamen Zungen Mann verhindern, ein berühm' t oder glücklicher Mann zu werden. Zamvelta war einäugig und Gvltfried lwn Bouillon soll eine grobe Warze mit len aus der Nase gehabt haben. Der Schöpfer fragt eben nicht viel nach un serem Geschmack und spendet sein Gaben nach seinem Sinn. Nun mutz ich (such aber zählen, was mir vor vielen Jahren passirt ist. Als ich eines Tages aus einem GastHause trat, zufällig mit einem Wucherer zusammen, den Niemand in der ganzen Welt kennen wollte, was sollte ich da anfangen? Das Local wurde gerade geschloss, meine Hände mutzten gewaschen werden, ich ging also quer über den Markt zur Pump und bewegte den Brunnenschwengel. Aber was war das? Statt Wasser erhielt ick ine schallende Ohrfeige, die von dem Herrn Bürgermeister herrührte. Ich hatte ihn nämlich rthümlichr Weise für ein Wasserpumpe gehalten, und da war ich gerade an ihn gerathen, der seinen Adendspazirgang machte. inr von meinen freunden, er war auch kurzsichtig, und ein gleiches Unglück verbrüdert bekanntlich, hätte in seinem Leben beinahe eine gute Partie gemacht. Ein bischen alt war sie leider. aber was schadete das? Sie brachte gute reelle Actien mit. die immer noch Werth haben und nicht den modernen, tverthlosen Papieren gleichen. Uebrigens, wenn man seine Kurzsichtigkeit abrechnete, so war er wirklich ein netter. libenswürdigr Mensch, den all' ihre Verwandt gern hatten und von dem sie Alles bewunderten, was er that, hr witzt nun vielleicht nicht, wie junge Damen sind, die einmal zu Jahren ge kommen? Um einen armen Kerl festzuhalten, genügt es nicht, einen neuen Kragen anzulegen, zu Papa oderMama zu ghn oder zum Vormund oder Onkel nein, die bejahrte Jungfrau will erobert sein. Man mutz inen -pa-ziergang durch den feuchten Garten maä'kn und dort Zahnweh und Schnupfen yolen. Wenn dann die Holde nach einem halbstündig Aufenthalt in ihr Zimmer eilt und dort ihr Kleid, das am Rocksaum vom Grase feucht geworden. auszieht, ihren vom Thau verdordenen Hut fortlegt und mit wundgetütztn Lippn sütze Wort lispelt, nur dann ist sie der festen Ueberzeugung, das Capitel eines Romans erlebt zu tavn. Und gerade ein solches Mädchen war die Auserwählte meines Freundes. 3i wollte auch ein solches Abenteuer kaden. und deshalb hatte sie meinen Freund um 8 Uhr bestellt, damit er mit ihr zusammen auf feucbter Rasen dank den Mond studir. Ich fühlte mich dazu verpflichtet, ihn bis zum Stelldichein zu begleiten. Es fehlte nur noch wenig an 7 Uhr. und da mein freund mich bat, ihm doch bis fünf Minuten vor der festgesetzten Zeit Gesellschaft zu leisten, so ging ich auf seinen Vorschlag ein, wurde beim Eintritt in den Garten von dem Hunde in die Waden gebissen, strich sanft über di Wangen ins Fabrikmädchns und

hm schlietzlich sammt meinem Freunde

uf inr Rasnbank an. Steht es denn wirklich so schlecht mit Dinen Verhältnissen, mein Armr. dah Du dies Elise Thormann durchcus heirathen mutzt?" Ich bin ganz am Ende mit meinem Vrmögen. lieber Sigurd." Nun. ich denke, eine Bessere. lvenig stens Menschlichere hattest Du Dir auch nehmen dürfen." Das schon, aber dann fehlt meistens di Vrgoldung. das mütterliche Erbtheil. Allerdings ist es ja bitter. ihre klapperdürre Gestalt, ihre gründeschlagenen, grohen Zahne und dann ihr Mund! Ich glaube, wenn der nicht ein wenig Respekt vor ihren Ohren hätte, würde er rings herum gehen und Ein fürchterlicher Schrei, dann ein Fortstürzen und der Ruf: Pfui. Elenir!" Die Sache war ganz einfach: Das arme Mädchen hatte sich schon vor der Zeit eingefunden und mit einem grasgrünen Kleide sich auf die Rasenbank niedergelassen. Wir aber hatten ihr Tournüre für ein Erhöhung der Rasenbant gehalten und als zwei intime Freund rückhaltlos geplaudert. Nichtswürdig Kurzsichtigkeit! Dann hatte ich inn anderen Bekannten, auch kurzsichtig, der eines Tages ausggangn war. um einen alten Onkel, der ihn besuchen wollte, von der Bahn abzuholen. Als er nun auf dem Anger kurz vor der Station stand, entdeckte er. datz er wohl den Zug verpatzt habe, denn da kam ja der Onkel selbst daher getrabt. Gewitz. er war es. denn er kannte den humpelnden Gang ganz genau. wie hüpfte da sein Herz! So schnell er konnt, eilte er über die Wiese, den Onkel IU begrützen. Onkel, lieber Onkel, wie freu ich mich. Dich zu sehn!" rief er aus und umarmt ihn. Doch was war das? Der Onkel gab dem Neffen einen so derben Puff, datz er wett fortgeschleudert wurde und alle Stenm Himmel sah. ZufLKia kam de Wege ein barmherziger Samaritr, der den jungen Mann aufhob und sprach: Es schien fast so. als wollte des Posttilters altes lahme Pferd den Herrn tovt machn!" Ueberhaupt, der Kurzsichtige thut am testen, wenn er von Anfang an darauf verzichtet, ein nmnierlicher und gebilde te? Mensch zu sein. Wenn er z. V. auf der Straße Damen begegnet, die er kennt, sie aber nicht grüßt, so sind fte außer sich. Darüber betrübt sich der Kurzsichtige so, datz er beschlietzt. alle ihm begegnenden Damen zu grüßen, selbst auf die Gefahr hin. in paar Cy linderhüte mehr im Jahr zu verblau chen. Er thut diese ein, auch zwei

7age. bis am Itmtn HeN Vünttöui ihm kommt, in denen Hause er so viele fröhliche Stunden verlebt hat. und mit einer Unheil verkündenden Miene sagt: ..Du weißt, mein lieber Freund, wir haben viel auf Dich gehalten, aber jetzt muß ich Dich bitten, uns nicht mehr init Deinem Besuch zu beehren." Was heiht das? Die Sache ist mir ganz unverständlich!" ..Glaubst Du vielleicht, mein Lieber, s schickt sich, nxnn Du Dich in Bgleitung meiner Frau und mir befindest, daß Du sehr berüchtigte Personen so freundlich grützt. wie Du gestern gethan tast? Da irrst Du Dich!" Alle Entschuldigungen helfen nichts, und während Hrr Lundström noch spricht, öffnet sich wieder die Thür und hrein stürmt in junger Mann. dn zu kennen Herr Andersson nicht die Ehre hat. der sich aber mit den Worten: Sie nichtswürdiger Lümmel!" einführt. Ganz unterthäniger Diener, kann ich Ihnen mit etwas dienen?" erwidert bescheiden Herr Andersson. Mein Herr. Sie sind ein gemeiner Schuft!" ..Ich bitte, gefälligst Platz zu ner men!" Ist Ihnen vielleicht meine Schwester bekannt?" Leider mutz ich bedauern, noch nicht diese Ehre zu haben, doch wenn ich nach Ihren eigenen Worten urtheilen soll, so bedauere ich um so mehr, bis jetzt noch nicht diese interessante Dame zu kennen." ..Nehmen Sie sie) in Acht, mein Herr, nur keine Witze! Oder vielleicht kann Sie dies (eine tüHige Ohrfeige) oder dies (furchtbarer Fußtritt) dazu veranlassen, ein an deres Mal junge Damen, denen Sie nicht vorgestellt sind, nicht wieder auf offenem Markte mit Ihrem Grütze zu belästigen?" Noch diel schlimmer erging es einem anderen Freunde. Er lvar so kurzsich tig, datz er aus zehn Schritte einen Thürpfosten nicht Don einem Gendarm unterscheiden konnte. Einmal atz er sogar die Wachskugel aus seiner Tante Nähkorb auf. weil er glaubte, es sei er.'. Apfel. Der Herr Johannes hatte Pension? bei einer Seemannswittwe mit vier wohlgebildeten Töchtern, alle heirathsfähig und alle in Trauer. Sogar die edle Mama hätte nichts dagegen gehabt, tvenn ein anderer Seemann ihr Ersatz für den verstorbenen geboten hätte. Die Damen waren nun dem Herrn Johannes alle ziemlich gleichgiltig. bis auf di Jüngste. Jenny mit Namen. Er liebte sie bis zum Wahnsinn, und nach zwei Monaten sog r von ihrn Lippn das Bekcnntnitz, datz, rvenn sie nicht Frau Johannes werdn dürfe, das Leben für sie kinn Werth habe. So geschah es am Nachmittag. Was ist natürlicher, als datz zwei Ärlibte jede Gelegenheit erHaschen, um sich zu liebkosen, sei es hinter einem Schrank oder auf der Treppe? Das gehört nun einmal zur Natur des Menschen. EZ war nun an diesem denkiviirdigen Tage gerade iraffeegesellschaft und da war es Herrn Johannes nicht zu derdenken,. wenn er keine Lust hatte, im Salon zu fitzen und philosophische Bemerkungen zu machen. Nein, er lief auf der Treppe umher und eroberte sich an dem Tage ein halbes Dutzend Umar.nungn und Bigaden. Denn sowie er nur von fern twas Schwarzes schimmern sah. stürzte er darauf zu. Am nächsten Morgtn, als diePensionär alle den Kaffeetisch verlassen hatten, blieb r allein noch zurück. Mit den Worten: O, mein Geliebter!" umhalste ihn Fräulein Klara mit ungeheurer Kraft. Eine zu liebevolle Schwägerin! dachte Herr Johannes bei sich. Als dann seine liebe Jenny kam und nach ihr auch die beiden anderen Damen sich fest an seine Schulter lehnten, da war er voll Nührunq. Dann kam die Mama, lächelte mit ihren 42 Jahren noch so verschämt wie möglich, gab ihm einen herzhaften Kuß auf den Mund und flüsterte: Lieder Johannes, hast Du es den Mädchen schon gesagt?" Soweit war ja nun Alles in Ordnung. aber als Ruhe eingetreten war. nahm Herr Johannes seine liebe Jenny am Arm und wollte sich wieder in seine Bräutigamöwürde hineinleben. Da kam aUx die Frau Mama und sagte: Es freut mich sehr, li'ber Johannes, dtz Du den Kindern in guter Vater sein willst, aber so darfst Du Jenny nicht liebkosen, denn Du bist mit mir verlobt." Was. Du bist mit Mama verlobt? So spriK doch. Johannes, hast Du Dine Gelübde von gstrn Abend schon vergessen?" rief Fräulein Klara autzer sich. Das älter Fräulein aber zog es vor. in Ohnmacht zu fallen, und als sie daraus erwacht war. rief sie aus: ..Johannes. Johannes, kannst Du mich, Deine Sophi. verlassen, auf dej ren Lippen noch die Küsse von gestern Abend brennen?" Hierauf beeilt sie sich, einen nuen Anfall zu dekommn. ..Treuloser! Elender! rief Annette, .so haltst Du Deine Sckwüre von W ftern Abend hinter de? Garderobenthür!" und warf sich dabei malerisch auf da Sovha. , Ja. das sind die Folgen der Kurzsich-tigkeit.

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Die ..Heldin des Kaiserreiches

Antoine Chamans de Lavalett war 17ty als dr Sohn einer Kaufmanns Famili geboren und. nachdem er sich erst geistlichen Studien zugewandt hat te. durch di Wirren der Freiheitskämpf in das Her verschlagen worden. Als Adjutant Bonaparte'S nahm er an dem Feldzug in Italien. dm Zuq nach ligyplen Theil und vermählte 1i

rtHNger gejag-, er wurde vermaou mit einer 17jä't)?igen, sehr hübschen und liebenswürdigen Nichte Josephinns. der Äattin Bonaparte'S, dem Fräulein Emilie von BeauharnaiS. Nach der Errichtung des Kaiserreiches erhob Napoleon ihn zum Grafen, ernannt ihn zum Generaldirector der Postn. sine Frau zur Ehrendame der Kaiserin. Als der gstürat Imperator 1815 die Insel Elba verließ und zum zwltn Male die Herrschaft übr Frankreich gelvann. war aoalette einer der Eifrigsten, ihn zu empfang und ihm den Boden zu bereiten. Eigenmächtig maßte er sich sein altS Amt dr Postvrlvaltung, das di Rückkehr txr Bourbonn ihm gnommn hatt, wieder an und venachrichtiqt alle Ge meinden desLandes durch Eilboten von dr voorfthndn Ankunft des Kaisers. Diesem leistete er damit einen unschätzbar Dienst; als aor das Kaiserreich auf dem Schlachtfelde von Wterlov abermal zulammengebrochen war, mußt er ihn um so schwerer düßn. Er wurde, gleichzeitig mit Neq und La Bödoyre vrhaf:t und bald vor das Schwurgericht der Seine ge stellt. Di Anklag geen ihn lautete auf heimliches Einverständnis mit Napoleon Bonaparte sowie Usurpirung eines öffentlich Amts. Für dn er steren Vorwurf ergab die Verhandlung tinrlei Anhalt; da man avr nt schloss war. zur Bruhigung der fa natischn Royalist den Angeklagten unter alln Umstänxn zu verurtheilen. so stellte das Gericht, ganz ungehöriger V'eis, den Geschworenen nicht zwei getrennte Schuldfragen, sondern faßt den Inhalt dr Anklag in einr inzi gen zusammen. So kam es. daß die Jury, di Lavaktt nur dr Amtsanmaßung, nicht aber des Hochverrathes für überführt hielt, ihn auch des ltzt ren für schuldig erklären mutzt, und das Gericht die Todesstrafe i'egen ih aussprechen konnte. Viele Stimmen im Publikum ver dämmten dis willkürlich Justiz auf das Energischst. die alten Waffenkamraden Laoalette's. die sich den Bourbonen angeschlossen hatten, verwandten sich für ihn. seine Gattin warf sich dem König Ludwig XVIII. und der Hrzogin von Angoulöme. die mit Recht als das Haupt der rachsüchtigen L.tlon galt. Gnade flehend bei einem llchgang zu Füßen. Alles vergblich. Dr König hatte nur inig triuiai Worte der Theilnahme für si und erklärte. ..seine Pflicht thun zu müssen", die Herzogin von Aagoulm. di vrdittrt und vergrämte Tochter Lud wigs XVI. und der Marie Ai'toinette, ging mit einem haßerfüllten, verächtlichen Blick an der Unglücklichen, ohne sie anzuhören, vorüber. Auch Lavaltte's Bitt, ihn als alten Soldaten zu erschießen, aber nicht durch den Henker enthaupten zu lassen, wies der als so gutmüthig gerühmte König mit der !uin Bemerkung ab: .Nein, er gehört

unter die Guillotin." vmn ging die Gräfin Lavalette, die in diesen Schreckenstagen aus einem schwachen, von Natur hr indolenten Wibe wirklich zur Heldin wuchs, an dt Ausführung eines kühnen Planes, der darauf hinauslief, ihren Mann aus dem Gefängnisse zu befreien. Sie hatte die Erlaubniß, ihn jdn Abend mit ihrr dreizhnjährign Tochtr auf inig Stunden zu besuchen, und benutzte hierzu eine Sänfte. Am 19. September 1815. inige Tage vor der anberaumten Hinrichtung. hatt si noch in letztes Mal versucht, das Herz der Herzogin von Angoulme zu erweichen, man hatte sie gar nicht über die Schwelle der Tuilerin gelassen. Am Abend desselben Tages erschien si, wie gewöhnlich, bei ihrem Manne und versuchte, ihn nach längerem Widrstrdn dazu zu betv gen. daß r ihr Kleider anzog und. seine Tochter am Arme führend, den Kerker verließ. Da er klein von Wuchs war und sich das Taschentuch wi winnd vor das Gesicht hielt. lißen ihn die Wächter und Gendarmen ruhig passiren. Aber auf der Straß mußte r einig qualvoll Minutn loarte,.. bis sin in das Geheimniß eingeweihter Diener die Träger der Sänfte herbeigeholt hatte. Gerade in diesem Augenblick wurde der Betrug brits dadurch entdeckt, daß der Aufseher die Zelle des Gefangnn revidirt. Abr di Gräfin hielt disn gtvaltsam fest, und wenn r sich auch nach inm kurzen Ringen, bei dem sie einen Theil seines Rockes in Händen behielt, losmachen konnte, so hatt der Aufenthalt doch gerade ge nügt. um den Befreiten entkommen zu lassen. Nun wurden sofort Patrouillen nach allen Seiten geschickt, die Straßn abgesucht, di Thore der Stadt geschlos sn. Man hilt auch bald di Sänfte auf dem Pont Neuf an, aber nur die kleine Tochter des Flüchtlings war noch darin. Der Hof und die um ite Beute gebrachte royaliftische Aristo kratie ' gedeihen ln unbeschreibliche Wuth und Aufregung, in der Kammer kam es zu stürmischen Austritten, da man die Minister beschuldigte, die Entroeichung begünstigt zu hab, Lavalette blieb verschwunden, obwohl die Polizei sein Signalement über das ganze Land verbreitet und die strengften Maßregeln für dieThorwachen anordnete. Ihn hatten gute Freunde mitten in da Lager seiner Todfeinde, in das auswärtige Ministerium, gebracht, in die Wohnung eines Mitwissers, des Kanzleidirectors Bsson. Hir verlebte er in einer Mansardenkammer neunzehn bang Tag, wäh rend welchr die Freunde sich das Hirn zermarterten, wie sie ihn über die Grenz schaffn könnten. Endlich glanq es der Prinzessin vfa Vaudemont, drei Officier der noch in Frankreich befindlichen englischen Besatzung, den General Wilson und die Eapitäne Hutchmson und Elliftr, zu gewinnen,

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Die, oyne lavalette zu kennen, nllr aus Menschenliebe seine Rettung unternahmen. Er wurde in der Nacht in die Wohnung eines von ihnen geführt, und am nächsten Morgen fuhr er in englischer Uniform, neben Wilson sitzend, als dessen Ordonnanz geltend, im Wa gen zum Thore von Clichy hinaus. Untr tvelchen furchtbaren Aufregungen di Fahrt bis zur Gynz vor sich ging, läßt sich begreifen, wenn man sich vergegentvärtigt, mit welcher Strenge die Polizei jeder Stadt die Pässe revidirt und di Identität der Reisendeii prüfte. Aber Wilson's britische uner schütterlich Ruh, di Würde, mit der er in sehr mangelhaftem Französisch den englischen General herauszukehr rstand. hals übr die schwierigsten Situationen hinweg. Die Flüchtigen erreichten die Grenze gerade noch früh genug, ehe der ihnen nachgesandte Befehl, sie aufzuhalten, eintraf. Lavalette tvandte sich nach München, wo Eugene Beauharnais. dr Schwigrsöhn des Königs Max von Barern, ihm ein Asyl rschaffte. Wilson dagegen tehcte nach inr schzigstündign AbWesenheit nach Paris zurück. Da er sich durch einen aufgefangenen Brief, in dem er das ganze Abenteuer schilderte, verrieth, so wurde er, ebenso wie sei beiden Kameraden, vor Gericht gestellt, doch kamen sie mit einer dreimoimtigen Freiheitsstrafe davon. Frau von Lavalette war sofort aus dem Gefängniß entladn worvn. Die Angst undQua, die sie urchlebte, bliebe aber nicht ohn Einfluß auf ihr Gmüth, sie wurde allmölig schwachsinnig. Einr Familintradition zu- ' folge soll ihre Geisteskrankheit auch noch auf eine seelische Erregung andej rr Ar! zurückzuführn gewsn sein: ; Man sagt, sie habe unter den zurückgelassen machen ihres Mannes, für den sie das 9eben und die Freiheit gewagt hatt, unzweifelhaft Bewise seiner

Untreue gefunden. Als Ludwig XVIII. den Grasen Lavalette 1822 begnadigte und er nach Frankreich zurückkehrte, bereiteten seine Freunde ihm einen enthusiastischen Em pfang. nur seine Frau, seine Retterin, blieb gleichgiltig und stumm. Er starb 1830. kurz vor dem Sturze der Bourbonen - Dynastie, sie aber erlebt noch daS zweite Kaiserreich ihres Bet ters, Napokon' III.. ohne Verstände niß für die äußeren Borgänge und, bis auf inig licht Augenblick, auch ohn Erinnerung an die muthige That, die sie zur bewunderten Heldin erhoben hatt.

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