Indiana Tribüne, Volume 24, Number 68, Indianapolis, Marion County, 25 November 1900 — Page 3

Jndiana Tvihüne, Sonntag, 25. November i y 00.

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Im Srtjüllpn Des Doppfsflöniiprs. bcina Irc5ings Lebr- und Manderzeit diesseits und jenseits des iSccano.

Roman von Aarl Gundlach. 'ritied tSB. Nachdruck verbotkn. (10. Fortsetzung.) lins daDef lachte sie ausgelassen und ln.zu: jtinm, Schatz! Kaffee trinken. Sachen packen, abreisen!" 3ie zog mich in ihr Zimmer, wo mir e'". angenehmer Mokkaduft entgegenströmte. 2o Schatz!" sagte sie. Setz Dich und iß und trink, und dann wollen wir auf die Frage: Wat nu?" eine derniinftige Antwort suchen. Iß Dich nur satt; für die Reise brauchst Tu nicht zu sparen, ich habe scbon das Nöthige eingepackt, auch eine Flasche Wein. Sei nur lustig, wir haben ja Gelb!" Wenn ich nicht einen so oernünftigen Stern hätte", mutzte ich gestehen, dann säße ich jetzt hier fest. Aber wohin nun?" 2eo,r einfach!" meinte sie. Ich traf vorhin unten imSpeisezimmer UNseren Ex - Director Egidius Schein. Er stand vor dem Spiegel, strich sich gedankenvoll das Kinn und sagte melancholisch: Ich gehe nach Chicago und gründe oxt ein deutsches Volkstheater." Ist Denn dort kein Theater?" fragte ich. Massenhaft, wie Sand am Meere!" ?ntgegnete er grinsend. Aber U mehr Theater an einem Orte sind, desto mehr können erfolgreich gegründet werden; das Publikum ist durch das viele Kosiödienspielen schon ganz dumm und läßt sich leicht noch dümmer machen; und dazu bin ich der Mann. Ich rathe Ihnen, auch dorthin zu gehen, vielleicht tonnen Sie bei meinem neuen Unternehmen Beschäftigung finden. ReiseHeld kann ich Ihnen leider nicht zahlen. aber ich denke, Sie werden auch ohne meine paar Kröten fertig; Sie haben sich ja in etwas schadlos gehalten. Uebrigens. mein Compliment! O! Wenn mein tugendsames " Er unterbrach sich grinsend, winkte mir mit einem Blicke in den Spiegel huldvoll zu und ging stolz von dannen mit den Worten: Auf Wiedersehen in einer besseren Welt!" Der Mann ist doch recht glücklich, was?" Nicht so ganz!" sagte ich. Er muß durch die Welt gehen ohne sein tugendsames " Du!" drohte Bertha. Sie hat Tick auch geliebt." Ich Hab's zum Glücke nur zu spät gemerkt." Zu meinem Glücke, Du Narr?" Zu meinem eigenen. Der Komet Camilla geht in excentrischen Bahnen durch die 'Welt." Kommt aber doch vielleicht einmal wieder zum Vorscheine", nieinte Bertha lachend. Und dann: gute Nacht, Egidius!" Doch für uns heißt jetzt die Losung: Gute Nacht, St. Louis!"" Richtig!" rief ich aufspringend. Ich bestelle einen Fuhrmann, der unsere Sachen auf den Bahnhof fährt." Dabei fiel mir ein: wir wollten reiJen, zusammi-n reisen in's Ungewisse unserem Schicksale entgegen? Wollten wir wirklich Alles gemeinsam wagen und tragen? Konnten wir es waen?" Schatz!" sagte ich. Komm einmal her!" Bertha reichte mir die Hände, sah mich mit einem großen, vollen Blicke an und erglühte über und über. Soll das unsere Hochzeitsreise sein?" fragte ich leise. 2ie nickte stumm und legte ihrHaupt an meine Brust. Dank der guten Freundschaft unse?es würdigen Kritikers Dr. Ehrlich gelang es uns noch an demselben Tage, unsere Trauung durch einen zuständigen Beamten vollziehen zu lassen. Dr. Ehrlich begleitete uns auf den Vahnbof. Hier nahm er Abschied mit den Worten: Das habt Ihr doch eigentlich mir zu verdanken; denn hätte ich den guten Schiller im Grabe ruhen lassen, so Na! Schwamm drüber! Uebrigens, die Weber" haben gestern einen Pyrrhussieg erfochten. Grauenhaft! sag' ich Ihnen, grauenhaft im Superlativ. Diese Spieler" hätten auch eine Götterwerk unter die Erde spielen können. Das Publikum in Chicago muß gut sein, daß es sich so was hat g.'fallen lassen. Hier hatte übrigens unsere Prominenz den Haupttheil derBesucher geliefert. Jetzt muß ich in's Bureau und der Jungfrau von Orleans" und ibrem Könige einen freundlich wehmüthigen Nachruf widmen. Johanna geht und nimmer kehrt sie wieder! Good bne!" Good bye. ihr schönen Tage von St. Louis! Good bye!" 24. Capitel. Eine Hochzeitsreise von St. Louis nach Chicago. Eine halbe Stunde später fuhren wir an den Riesenplataten von Hoods Sarsaparilla". Blackwells Durham Tobacco", Carters Little Liver Pills" u. s. w.. wie sie die Umgebung jeder amerikanischen Stadt zieren, vorbei und winkten der Königin des Wesicns" unsere letzten Grüße zu. Dann packte Bertha die mitgenommencn Vorrätbe aus und schlug vor: ..Hör' mal Schatz! Während wir uns jetzt die wunderbare Gleichförmigkeit der Natur da draußen betrachten, und diese Schinkenbrote verzehren, bleibt uns noch Zeit genug, über unse' 3U: kunft die weisesten Betrachtung

zustellen. Hier, entkork' einmal diese Flasche Rothwein und stärke Deine graue Substanz, dann kommt Dir vielleicht ein guter Gedanke." Ich fand, daß dieser Vorschlag der

kinzig richtige war. Vorläufig hatte ich. überhaupt noch keinen bestimmten Gedanken, alkin es beschlich mich ein ' eigenthümliches Gefühl von Sicher- j ne:i, wie icy o wayrenö des (5Nens di? klaren blauen Augen blickte, die mir ermuthigend zulachten. Es kam mir vor, als ob in dem roth umlockten Köpfchen mir gegenüber schon eine ganz vernünftige funkelnagelneue Idee ihren Wohnsitz aufgeschlagen babe. Ich merkte so etwas an des Sprühteufelchens toller Laune, womit sie mich überschüttete. So ausgelassen war sie nur, wenn sie etwas ganz Besonderes vorhatte. Und das hatte sie auch. So, Schatz!" sagte sie plötzlich. Einen Kuß kann ich Dir hier nicht geben wegen der andern Leute, also: Betrachte Dich von mir geküßt! wie Freund Egidius zu seinem tugendsamen Weibe zu sagen pflegte, und dann hör' mir einmal aufmerksam zu. Aber bitte! Lach' mich nicht aus, sonst werde ich furchtbar böse." Dabei sah sie mich so putzig an, daß ich lachen mußte. Sie drohte mir mit dem Finger und sagte schmollend: Da haben wir's! Jetzt lachst Tu schon. Hans. Du bist überhaupt in letzter Zeit furchtbar ausgelassen." Und meine ruhige Bertha?" fragte ich. Ja!" meinte sie. Ich hätte es auch nicht für möglich gehalten. Liebe und Glück . Aber jetzt stille und aufgepaßt!" Also ?" Also, erstens: Willst Du in Amerika bleiben, oder willst Du nach Teutschland zurück? Mit der Beantwortung dieser Frage steht und fällt mein Plan." Da kann ich doch nichts zu oder ab thun," erwiderte ich lachend. Wenn ich nicht irre, hab' ich seit heute eine Herrin, also nicht mehr eigenmächtig über mein Schicksal zu gebieten." Sie sah mir mit einem klaren ernsten Blick in die Augen und fragte: Wollen wir hier im Lande bleiben?" Ich nickte stumm. Ich fürchtete schon, die Kunst zöge Dich wieder zurück über's Meer." Die Kunst zieht mich überhaupt nirgends hin. Ich fürchte, die bat keine Heimath, weder hier noch drüben." Davon bin ich überzeugt!" sagte sie ruhig. Ader die Kunst kommt später an die Reihe, vorerst handelt es sich um prosaische Dinge. Sag' mal, wie viel Geld haben wir eigentlich zusammen? Ich habe die bewußten vierbundert Dollars sowie den Rest meiner früheren Ersparnisse und was ich von meinen Eltern geerbt habe; das sind nickt viel mehr als tausend Mark, also ungefähr zweihundertfünfzig Dollars. Das ist Alles, weiter habe ich nichts." Sie lachte vergnügt und summte mir zu: Rothes Gold sind meine Locken!" Die kannst Du aber nicht in Dollars umprägen." Die sind mir auch mehr werth, als baares Geld." sagte ich. Geld hab' ick übrigens auch. Erstens zweihundertundfünfzia Dollars einkassirte Schulden von Fräulein Bertha Muzell. jetzigen Frau Freiling, zweitens mitbekommen von meinem Vater tausend Mark, ferner Rest im Lederbeutelchen des Hamburaer Onkel weil ich nicht Missionar geworden bin fünfzig Dollars; Ersparnisse Null, also zusammen ungefähr fünfhundertundfünfzig Dollars." Bertha stützte das Kinn in die Hand und blickte mich durch die Halbgeschlossenen Augenlider possirlich verwundert an. Sie sah aus wie ein Kätzchen, das zum ersten Mal im Leben eine Maus steht und nicht recht weiß, was es mit dem sonderbaren Dinge anfangen soll. Stimmt das auch?" fragte sie zweifelnd. Das wäre ja ein Gesammtvermögen von zwölfhundert Dollars?" Zwölfhundert Dollars!" sagte ich wie ein Echo nach. Sie schloß die Augen einen Moment, und als sie wieder aufblickte, fchimmerte es mir feucht entgegen. Hans!" rief sie leise. Bertha!?" Tu. Hans, wir sind ja furchtbar reich'." Jung, gesund, glücklich in gegenseitiger Liebe und auch noch vor Noth geschützt: wir waren wirklich reich. Wir sahen beglückt einander in die Augen und in ftiigem Schweigen verging einige Zeit. Dann sagte Bertha: Und nun. Schatz! Weißt Du. was wir thun? Wir kaufen uns draußen, weit draußen in einer Vorstadt Chicagos ein billiges Häuschen, ein kleines Häuschen, richten uns so sparsam wie möglich ein Du sollst sehen, wie billig und gut ich haushalten kann und sehen zu, ob sich Verdienst für uns findet." Vielleicht an dem neuen Volkstheater unseres Egidius," sagte ich lachend. Da wird's aber keine Gagen geben." Thut nichts!" meinte sie. Wenn wir hübsch zu Rathe halten, brauchen wir uns nicht wegzuwerfen und aus Noth in die Knechtschafft der Menschen zu verkaufen." Ich nickte ihr belustigt zu: Also Frei " linge!" ergänzte sie lächelnd. Du sagtest ja: Freiling" bedeute einen freien, unabhängigen Menschen. War's nicht so?" So war's bei unseren Altvordern", bestätigte ich. Und so soll es auch bei uns sein!" schloß sie mit festem Tone und reichte mir mit innigem Blicke die Hand.

25. Kapitel. Glückliche Zeiten in Lake V ie w. Draußen, weit draußen, entfernt vom Geschäftslärm, von der hastenden Lebensserge der Weltstadt Chicago, da, wo o letzte Straßenbahn in der Vorstadt Lake ,View ihr Endziel erreicht und der Conducteur die Insassen oes Wagens zum Aussteigen einlädt, dort draußen werden die Häuser seltener und verstecken sich hinter Bäumen und Buschwerk, was ihnen aber im Winter nicht so recht gelingen will, und nde November pflegt es in Chicago bisweilen schon sehr Winter zu sein. Da blicken die Fenster aus großen und kleinen Rahmen einladend zwischen den kahlen Aesten hindurch über denSchnee hinaus dem Wanderer entgegen. Ganz für sich, abgesondert von den übrigen, sucht sich dort ein Häuschen vor neugierigen Blicken in einem Gärtchen zu verstecken, als fühle es, daß es das kleinste der ganzen Gegend ist. Schnee liegt auf dem Dache, und Schnee liegt umher, aber die weißbevorhängten Fenster lugen so vergnügt in dieWelt, als wollten sie sagen: Hier wohnt das Glück." Und hier wohnte es auch. Da drinnen lachte der Sonnenschein der goldrothen Locken meiner Bertha. Hübsch, niedlich hatten wir es uns eingerichtet, unser Nestchen. Wer es vorher gesehen, der hätte es gar nicht wiedererkannt. Als wir nach Chicago kamen und nach Berthas Recept weit hinaus auf die Wohnungsjagd gingen, sah uns das Ding so kläglich bittend an. und am Frontfenster hing ernst und kalt ein weißer Zettel mit der trockenen Inschrift: 5 F0R SALE. Du", sagte Bertha, der häßliche, dumme Zettel da muß fort!" Da hatte sie recht, er verunzierte das Häuschen. Der Besitzer, dessen Wohnung ganz klein unten auf dem Zettel angegeben war, hatte nichts gegen unseren Wunsch einzuwenden. Er holte bereitwilligt die Schlüssel und zeigte uns das Innere des Häuschens. Ach wie niedlich!" meinte Bertha. Es war auch recht niedlich: zwei Zimmer. Schlafzimmer und Speisekammer das war Alles. Ja, klein ist das Ding", bemerkte der Besitzer, der Berthas Vewunderungsruf als Tadel aufgepaßt batte, aber die Lots sind hier immerhin schon hoch im Preise. Na, stebenhundertundfünfzig Dollars kaufen die ganze Befcheerung. Die Hälfte kann ja stehen bleiben. Schuldenfrei ist das Häuschen." Bertha machte ein furchtbar geschäftsmäßiges Näschen und sagte: Lieber Mann " Der liebe Mann" schnitt eine ängstlicke Grimasse; er witterte hinter der Schmeichelei etwas Verdächtiges. Lieber Mann, wenn Ihnen das Geld baar auf den Tisch gelegt wird (der Mund des lieben Mannes" zog sich nach oben und das Gesicht sah vergnügt aus), streichen Sie dann 75 Dollars?" Der Mann kratzte sich hinter'm Ohre, grunzte einiges und blickte zweifelnd von Einem zum Andern. 's ist Ernst!" bestätigte ich. volliger Ernst, Mann. Wir ziehen dann auf der Stelle ein." All right!" sagte der Mann. So war der Handel geschlonen. und der häßliche dumme Zettel mit seinem kalten For Sale!" durfte nicht mehr zum Fenster hinaussehen. Das Uebrige machen wir auf meiner Office ab", meinte der Mann. Das Uebrige" war umständlicher Formelkram und erst nach mehrtägigen Laufereien. Grundbuchprüfungen und dgl. erledigt, aber einziehen konnten wir und unseren Hausrath zusammenschleppen. Einfach, aber niedlich!" lauteteBerthas Losung. Siehst Du, Schatz," schlug sie vor, hier rechts am Fenster steht Dein Schreibtisch, d. h. ein großer Küchentisch mit einer Decke darüber und darauf das alte Bücherregal, das Du von Deutschland mitgeschleppt (tost; dort auf der linken Seite prangt meine Nähmaschine: kostet $5 und kann trotz ihres Alters recht fleißig sein." 2ie schöpfte Athem, und ich fuhr fort: In die Mitte des Zimmers kommt ein-Tisch, wieder von der Sorte wie

mein Schreibtisch " Aber"., fiel sie ein. über den Tisch kommt eine hübsche Decke " ..Und unter ihn", ergänzte ich, ein kleiner Teppich. Ein halbes Dutzend solider Stühle vervollständigt die königliche Einrichtung." Und das Ganze", schloß sie. veleuchtet eine große Hängelamve." Und der Ofen?" fragte ich. Der Ofen kommt da neben die Tbüre". erklärte sie schlau. Er muß auch das andere Zimmer mitheizen, wo ich meinen Petroleum - Kochherd aufstelle. Und nun komm. Schatz, schnell an's Werk!" Und denselben Abend saßen wir vergnügt zwischen unsern noch ziemlich kahlen Wänden, aber die große Hängelampe beleuchtete zwei glückliche zufriedene Menschen, zwei Freilinge" auf ihrem Eigen." ..Du," sagte auf einmal Bertha. hörst Du nichts?" Ich horchte nach der Thüre. Miau! Miau!" klang es ganz zart und leise von draußen. Schatz, laß das Glück ein!" rief Bertha. Ich öffnete die Thüre und ein kleines rnndes rothes Kätzchen sprang in's Zimmer. Botschaft von Freia!" sagte ich la. chend. Und rothe Haare hat das unverschämte Dingelchen auch noch!" meinte

Bertha schmollend und nahm daS schnurrende Wesen auf den Arm. Du, das Ding hat Hunger!" sagte ich. Ahaha! Eifersüchtig auf das kleine Geschöpf!" rief sie lustig, füllte eine Untertasse mit Milch und pflanzte das kleine Ding davor. Siehst Du, wie's ihm schmeckt!" jubelte sie und schüttelte ihr aufgelöstes Goldhaar. Jetzt hab' ich die Arme frei und nun küsse ich Dir die Seele aus dem Leibe für Deine Eifersucht!" Theoi phtoneroi!" .Die Götter sind neidisch!" sagt ein alter griechischer Spruch. Meine Versuche, Verdienst zu bekomnien. scheiterten einer nach dem andern. Ein Brief um Engagement, den ich an's Deutsche Theater in Milwaukee geschickt hatte, ward beantwortet mit der höflichen Bemerkung, daß vorläufig kein Bedürfniß vorhanden sei, mein Name sei aber für kommende Fälle vorgemerkt. Diese Fälle schienen aber nicht zu kommen, trotzdem ich mich bald darauf der Direction persönlich vorstellte. Auf einen spätern Brief unter Uebersendung eines schon früher vollendeten Schauspiels ich wollte mich durch das Stück in Erinnerung bringen erhielt ich gar keine Antwort. Eines Abends hatte ich Einkäufe m der Stadt gemacht, als ich auf dem Heimwege, wie ich schon erzählt, plötzlich den Ruf hörte: Mensch! Um's Himmels willen, was wollen Sie denn in Amerika?" Damit war mein Schicksal besiegelt und die einbrechende Nacht fand mich, statt in meinem gemüthlichen Heim, hinter schwedischen Gardinen". 26. C a p i t e l. Im Banne der GeheimPolizei. Es war eine fürchterliche Nacht. Schlaf kam nicht in meine Augen; der Gedanke an Bertha, an ihre Angst und Sorge um mich machte mich fast mahnsinnig. Und dabei ?eine Möglichkeit, irgend eine Nachricht aus meinem Gefängnisse in die Außenwelt gelangen zu lassen. Endlich, endlich tagte der Morgen. Der Schließer kam verschlafen mit einem nicht minder verschlafen dreinschauenden Gehilfen und brachte den Gefangenen Blechtübel mit Kaffee und Brod. Ich aß und trank mechanisch Alles aus. Da kam der Schließer wieder und führte mich in ein Zimmer, das mit Schicksalsgenossen angefüllt war. Unter ihnen erblickte ich auch meinen nächtlichen Angreifer. Ter Kerl sah ganz heruntergekommen aus und schien einen fürchterlichen Katzenjammer zu haben, was ihn übrigens nicht hinderte, die faulsten Witze zu reißen und gleichsam den Clown der Unglücksge-lschaft zu spielen. Und er hatte Erfolg arnit. Von Zeit zu Zeit ward die gedrückte Stimmung durch laute Lachsalven UNterbrochen, und ehe ein halbe Stunde verging, herrschte allgemeine Heiterkeit und der Galgenhumor schwang unbehindert sein lustiges Scepter. Inzwischen ward ein Gefangener nach dem andern abgeholt: um im Gerichtszimmer abgethan zu werden, wie die Ochsen im Schlachthause," erklärte der Clown. Endlich kam die Reihe an mich. Der Polizist führte mich in einen Saal und nöthigte mich zwischen zwei Schranken hindurch vor den Richter. Im Hintergrunde saßen verschiedene Individuen, die sich beim Anblicke meines zerschlagenen Gesichtes sehr zu freuen schienen. Der Richter sah mich scharf an, lächelte und fragte nach meinem Namen. Ich hatte kaum geantwortet, als auch schon mein Häscher vom Abende vorher neben mir stand und rasch einige Worte sprach, die ich nicht verstand. Der Richter blickte erstaunt auf und hob dann die Hand empor, der Polizist gleichfalls. Nun schnarrte der Richter einige Worte mit solcher Geschwindigkeit yerunter, daß es unmöglich war, auch nur einen Buchstaben zu verstehen. Später erfuhr ich, das sei ein Eid gewesen. Gut. daß ich's damals nicht wußte.

sonst hätte ich doch wohl trotz meiner Niedergeschlagenheit laut auflachen müssen über die unwiderstehliche Komik, die in dieser Profanation einer Handlung liegt, die doch als besonders heilig gelten soll. Jetzt, wo ich weiß, mit welchem Cynismus von den amerikanischen Richtern der Eid behandelt wird, jetzt nimmt es mich gar nicht mehr Wunder, daß trotz der komödienhaft zur Schau getragenen Kirchlichkeit der Amerikaner Meineide hier so wohlfeil sind, wie Brombeeren. Nach dieser erhabenen Eidesleistung sagte der Richter: One dollar and eosts!" Ich wollte etwas verbringen, ward aber von dem dienstthuenden Polizisten am Kragen gepackt und unter oern Gelächter des Publikums aus dem Saale mehr geworfen, als geschoben. Vor der Thüre hatte ich gar keine Zeit, mich auf mich selbst u besinnen und über die prompte Justizpflege Betrachtungen anzustellen; ich fühlte mich sofort wieder am Arme gefaßt und in ein anderes Zimmer geschoben. Hier saßen einige Herren in bürgerlicher Kleidung in anscheinend gemüthlichcm Gespräche beisammen, ohne sich UM den neuen Ankömmling zu kümmein. Ich suchte meine Gedanken zu ordncn und über das. was ich noch hier sollte, mir klar zu werden, als plötzlich tlutz der Herren mir zurief: Take u watl" Ich fuhr auf und wußte im ersten Augenblicke nicht, was ich sollte, als auch schoder Herr weiter sprach: Pnenei pl;ue, rnonsieur!" wobei er mich forschend ansah. Aba!" dachte ich. das gilt Dir!" und mit stummer Verbeugung nahm ich einen Stuhl und setzte mich.

Jetzt blickten sämmtliche Herren mich an, nickten einander belustigt zu und lachten vergnügt. Dann, stand einer von ihnen auf,, faßte mich mit einem verkindlichen: Excnsex, nionsieur!" t.m Kinne und hob mir den Kopf in die Höhe, und Alle sahen mich prüfend an. Wieder erfolgte allseitiges geheimnißvolles Kopfnicken. Es ward nun ein großes Buch herbeigeschleppt un nach einem kurzen eifrigen Blättern blickten Alle bald in das Buch, bald auf mich, wobei ihre Gesichter inimer vergnüglicher wurden. Plötzlich deutete Einer auf eine Stelle im Buche. Allgemeine augenscheinliche Verwunderung. Ein Herr trat zu mir, betastete meinen Kovf und schien meine Schädelbildung und mein Haar einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen, worauf er lachend sagte: Yes, indcH4d!" Inzwischen war mir ein Licht aufgegangen. Man glaubte in mir offenbar einen gesuchten Gauner zu entoecken, und mir kam der Gedanke, daß am Ende wieder mein alter Doppelgänger meinen Weg gekreuzt habe. Hatte nicht Wildenberger gestern Abend gesagt, er habe mich als Geistlichen gesehen? Ich hatte keinen Werth darauf gelegt und die Bemerkung schon vergessen. Jetzt ward mir doch etwas schwül zu Muthe, und ich fragte die Herren, was die geheimnißvolle Geschichte bedeuten solle. Man würdigte mich gar keiner Antwort und übergab mich einem Polizisten, der mir stumm zu folgen winkte und, als ich nicht gleich gehorchte, mich beim Arme faßte und aus dem Zimmer zog. Er führte mich die Treppe hinab, rief den Schließer, und ich ward trotz meiner Einwendungen wieder hinter eine Gitterthür gesteckt. Ich solle ruhig einige Miunten warten, der Capitän wolle mich sprechen. Na,. endlich!" dachte ich. der Mann wird doch wohl mit sich reden lassen." Es war bereits zehn Uhr durch; Bertha mußte in Verzweiflung sein. Endlich erschienen mehrere Herren und betrachteten mich hinter meinem Gitter, als wäre ich der Tiger im Lincoln Park. Ich fragte nach dem Capitän und theilte diesem nun so ruhig wie möglich mit, wer ich sei, bat ihn, der Sache ein Ende zu machen, und wenn irgend ein Hinderniß vorliege, wenigstens meiner Frau Nachricht zukommen zu lassen, daß ich lebe und wo ich mich befinde. Ich gab ihm auch die Adresse mehrerer Bürger an, die mich kannten und ihm Auskunft über mich geben könnten. Er hörte mich ruhig an und fragte sehr höflich: Soll ich Ihnen Ihr Bild zeigen?" Da hatten wir's ja. Ich bat ihn darum und richtig! Da war wieder das ominöse Bild des katholischen Geistlichen, das ich auf dem Schiffe gesehen hatte. Ich versuchte meine damals gelernten Kenntnisse zu verwerthen und machte die Herren auf den Unterschied zwischen dem Bilde und meinem Gesichte aufmerksam. Der Capitän hörte mich ruhig an und rief den Schließer, der mich hinter meinem Gitter hervorholte. Dann winkte der Capitän einem großen kräftigen Herrn mit kaltem, glattrasirtem Gesichte und sagte zu mir: Gehen Sie mit diesem Herrn; Sie sollen identificirt werden." Ich bat ihn nochmals, inzwischen wenigstens an die Polizeistation in Lake View Nachricht zu senden, daß meine Frau erfahre, wo ich se:. Er meinte: Die Geschichte dauert nicht lange. Gehen Sie nur mit dem Herrn!" Was wollte ich machen? Ich mußte eben mit. Der Herr brachte mich zunächst in ein Zimmer, wo ich von einem Beamten mein Packet und mein Geld zurückerhielt, bis auf zwei Dollars. Ein Dollar Strafe und ein Dollar Kosten." ward ich bedeutet. Und dann ging's selbander durch mehrere Straßen zur Stadthalle. Hier führte mich mein Begleiter durch mehrere Gänge, schloß mit einem Drücker, den er aus der Tasche zog. eine Thür auf und ließ mich eintreten. Eine dumpfe, betäubende Hitze schlug mir entgegen. In dem elektrisch beleuchteten Zimmer saßen hinter Pulten mehrere Männer in Hemdsärmeln. Mein Begleiter sagte einige Worte, die ich nicht verstand, worüber sich aber Alle riesig zu freuen schienen. Sie sprangen auf, umringten mich und de-

trachteten mich von allen Seiten. Sie schienen mit dem Ergebnisse ihrer Betrachtung zufrieden zu sein, denn sie grinsten und riefen dann: Ein schöner Priester'" Da war also der Unsinn schon wieder. Mein Führer sagte zu mir: ..Wart' hier!" und entfernte sich. Ich setzte mich und bekümmerte mich nicht weiter um die Flegel. Nach einiger Zeit enchien mein Führer wieder und fordere mich aus, ihm zu folgen. Er brachte mich in ein oderes Stockwerk, wo ich in einem, fein ausgestatteten Zimmer wieder warten mußte. Nach geraumer Zeit tret ein älterer Herr mit grauem Vollbarte eine ziemlich würdige Erscheinung herein, betrachtete mich prüfend, grinste und meinte höhnisch: Ein hübscher Priester!" Jetzt war meine Geduld zu Ende. Ich erklärte dem Manne kurz, ich hätte diese unwürdige Behandlung satt und wünsche zu wissen, wessen man mich beschuldige und für wen man mich eigentlich halte; hier liege offenbar ein MißVerständniß vor. Das machte übrigens nicht den geringsten Eindruck auf den alten Herrn. Er legte mir ein Blatt Papier vor und ließ mich meinen Namen und meine Adresse aufschreilxn, wobei er wieder grinsend murmelte: .Ein hübscher Priester!"

Pfui!" rief ich. Schämen Sie sich Ihrer grauen Haare! Einen Menschen, der Ihnen nie was zu Leide gethan, zu verhöhnen!" Auch drfS machte nicht den geringsten Eindruck auf ihn, und ich ward auf seinen Wink wieder in das frühere Zimmer geführt. Hier mußte ich wieder warten, bis endlich um drei Uhr Nachmittags ein junges Mädchen von vielleicht zwanzig Jahren hereingeführt und mir gegenübergestellt ward. Aha!" dachte ich. Die soll mich identificiren." Sie sah mich verwundert an und zauderte. Ich hatte jetzt die Geduld verloren und fragte ziemlich streng: Na, bin ich's, oder bin ich's nicht?" Sie schüttelte den .topf und sagte: o'" j . Die Herren wollten ihr zureden, sie ließ sich aber auf nichts ein. wiederHolle heftig: No! Xo!" und verließ das Zimmer. Na, da haben Sie ja die Bescheerung!" sagte ich zu meinem Führer. Hab' ich nicht gleich dem Capitän an dem Bilde nachgewiesen, daß seine schlaue Weisheit sich auf dem Holzwege befand? Da sehen Sie. daß man. um ein Amt zu bekleiden, auch was gelernt haben muß. Sie haben sich hübsch blamirt vor der jungen Dame." Wart' einen Augenblick!" sagte mein Führer, ging hinaus und kam gleich darauf mit der Meldung zurück: Du kannst gehen!" Schön!" sagte ich. Wollen Sie mir's gefälligst schriftlich geben, daß ich heute Nachmittag um drei Uhr als fälschlich verdächtigt von der GeheimPolizei entlassen bin?" Er gab mir mein Bündel in die Hand, schob mich, ohne ein Wort zu sagen, hinaus und warf die Thür hinter mir in's Schloß. Das war eine putzige Art, einen unbequemen Gefangenen loszuwerden. Eine Stunde später lag Bertha in meinen Armen und erleichterte ihr Herz durch einen mächtigen Thränenström. Ich streichelte ihr goldrothes Haar und weinte mit. Das Kätzchen rieb sich vergnügt schnurrend an unseren Füßen. 27. K a p i t e l. Ein deutsches Volkstheater in Chicago. Am nächsten Tage kam Bertha mit äußerst geheimnißvoller Miene von einem Ausgange heim. In einer Hand hatte sie ihren Korb, in der anderen eine mächtige gelbe Papierrolle, die sie mir triumphirend entgegenhieli. Schatz!" rief sie. Hier ist ein Pflaster auf unseren Schmerz. Ich ah das Ding bei unserem Fleischer hängen und bat es mir als etwas Extrafeineaus." Sie entrollte mit feierlichem Pathos das Papier. . Das ist ja ein Theaterzettel!" rief ich. Sie nickte. Vier Fuß lang und zwei Fuß breit."

Deutsches Thalia-Theater. Sonntag, 2. December. Hurrah! Hurrah! Mit colossaler Ausstattung an Decorationen, Costümen und Requisiten, prachtvoller Beleuchtung, ausgezeichnetem Personale, wunderbaren scenischen Effecten und Ueberraschunc,en. Er kommt! Er isfda!" Wer?" Director Egidius Schein mit seiner Prachtgksellschast." Noch nie dagewesen! Neu! Einzig in "feiner Art!" Kommt und staunt! ! ! Achtung ! ! Die heilige G e n o v e v a V Trauerspiel in 6 Acten von F. Hebbel. (Unter diesem Titel waren 8 kleine schauderhafte Holzschnitte angebracht, unglaubliche Scenen aus dem Stücke darstellend, dann folgte das Personalverzeichniß und darunter eine ausführlichc Angabe der einzelnen Berwandlungen. Zum Schlüsse hieß es:) Schlußbild Bei brillanter bengalischer Beleuchtung: G o l o" wird von vier wilde Ochsen lebendig zerrissen. Wozu ergebenst einlädt der Director Egidius Schein. Bier prima Qualität an Zapf! Hunde dürfen nicht mitgebracht werden. Rauchen während der Vorstellung streng verboten, auch wird für beste Ordnung gesorgt. Kasseneröffnung: 7, Anfang: 3 Uhr. Auf jedes 25c-Ticket 3 Glas Bier frei! Nach der Vorstellung: Ball! Ball! Bertha setzte mit ganz ernsthafter Miene hinzu: Das Bier soll wirklich gut sein, sagt der Fleischer." Natürlich mutzten wir diese großartig empfohlenen Genüsse versuchen; vielleicht konnten wir auch Engagement bekommen; der fürchterliche Zettel war ja noch kein Beweis gegen das Theater. Wir waren also zur bestimmten Zeit dort. Aus dem Kassenfensier grinste uns das Fuchsgesicht unseres Freundes Eaidius entgegen. (Fortsetzung folgt.) BeimHeirathsvßNmittl e r. Herr: Ich brauche für meine Wirthschaft eine energische, selbstständige Persönlichkeit; ist die empfohlene Dame das?" Heirathsvermittler: Das will ich meinen; sie hat mir gleich gesagt daß Sie zum Beispiel keimn Hausschlüssel kriegen!"

Für die Äuche.

Schoko la denkringel. Eine Tafel Chokolade, 1 Eiweiß zu Sahne geschlagen, 4 Eßlöffel gestoßener Zucker und ein Eßlöffel voll Kartoffelmehl werden zu einem dicken Teige unterein ander gerührt. Man macht daton runde Kringel, wälzt dieselben in gehackten Mandeln und Zucker, bevsr man sie rund formt. Sie werden auf ein mit Wachs bestrichenes Blech gelegt und bei mäßiger Hitze gebacken. Kartoffelnudeln. Siebe mittelgroße, gekochte Kartoffeln oder so viel, daß es einen tiefen Teller voll gibt, werden gerieben und durchgeseiht. Zwei Kochlöffel Gries, zwei bis drei Eier, drei bis vier Löffel Milch oder besser saurer Rahm, ein Stück zerlassene oder abgerührte Butter. Salz und ein wenig Muskatnuß dazu gegeben. Alles gut vermengt und verarbeitet, daß der Teig zus:mmenhält. singet lange und zweifingcrdicke Nudeln daraus geformt und diese in heißem Schmalz auf beiden Seiten goldgelb gebacken. Leberspeise. Man braucht dazu 10 Scheiben gut gehäutete frische Kalbsleber, zwei Zwiebeln und zwei Aepfel. Die Zwiebeln und Aepfel werden in Scheiben geschnitten und in Butter goldbraun und gar gebraten. Man thut kurz vor diesem Zeitpunkt einige Löffel dicke, saure Sahne daran, gibt eine Messerspitze Liebig's Fleisch extrakt dazu und etwas kochend Wasser und kocht damit die Leberscheiben durch. Man richtet das Gericht auf heißer. Platte an. begießt es mit btt Sauce und gibt Zwiebel- und Aepfel scheiden oben auf. KartoffelsalatmitRoth. wein. Nachdem die Kartoffeln ge kocht, geschält und geschnitten sind, gießt man etwas kochende Fleischbrühe darüber. Zu gleicher Zeit hat man einen Beiguß bereitet von sechs Eßlöffeln voll feinem Oel, die gleiche Menge Rothwein, vier Löffel voll Essig, eine bis zwei feingehackte Zwiebeln, Pfeffer und Salz, gießt Alles über die Kar toffcln, mischt vorsichtig und verziert den Salat mit rothen Rüben, oder was man sonst hat. I ä g e r s a l a t. Reste von Rauchfleisch und Pökelzunge werden nebfl ein bis zwei gekochten Sellerieknollen, je nach Menge des Fleisches, in Würfel geschnitten, worauf man das harte Ei weiß, wie das Eigelb von drei Eiern für sich hackt und zwei abgebrühtt Zwiebeln fein wiegt. Zuletzt schneidet man mehrere kalte Kartoffeln in Wür, sei, mischt alles zusammen und ver rührt es mit Oel, Essig, Pfeffer. Salz und ieijchvruhe zu cmem guten fea lat, der mit Citronenscheiben garnirt wird. Gedünstete Tauben. Sind die jungen Tauben gut hergerichtet, so schneidet man dieselben in zwei Theile und reibt sie mit Salz und Pfeffer ein. Nun macht man Butrer in einem Tiegel heiß, läßt länglich geschnitteneZwie beln darin gelb anziehen, gibt die Tau ben mit etwas fein gewiegter Citronenschale und Citronensaft, sowie Fleischbrühe und später noch etwas Wein hinein und läßt sie weich dünsten. Man gibt sie mit Kartoffelnudeln zu Tisch. A p f e l st r u d e l. Man macht ei nen möglichst dünnen Nudelteig, nachdem man die Aepfel geschält, ausge herzt, sehr fein geschnitzelt, mit Zucker und etwas Rum gemischt hat. Als dann bestreicht man die Teigplatte mit den Aepfeln, rollt sie mit Hilfe eines Tuches, auf das man die Platte vorher gebreitet hatte, auf, drückt den so ent standenen Strudel an den Ecken zusam men und bäckt ihn im Ofen in Butter in der Pfanne zu schöner Farbe. Kalbsgehirn mit Sardel len. 2 Kalbsgehirne kocht man in Salzwasser auf, häutet sie. nachdem sie verkühlt sind und schneidet ein jedes in 3 Stücke. Pfund gute Butte, treibt man mit 5 Sardellen ab. be streicht eiue Schüssel mit einem Theil davon, legt die Gehirnschnitzel darauf, gibt die übrige Sardellenbutter darauf, bestreut sie mit fein gestoßenen Semmelbröseln und läßt sie in einer heißen Röhre schön goldbrauu braten. Kohlsalat. Man hobelt dazu Weißkohl und Rothkohl, jedes für sich allein, auf dem Gurkenhobel so fein als möglich und. brüht nach tüchtigem Wasehen die Schnitzel mehrmals mit to chendem Wasser. Nach dem dritten Mal läßt mau sie abtropfen, rührt jede Farbe besonders mit Essig. Oel, Salz. Pfeffer und etwas Zucker an und rich tet dann den Salat an. die eine Färbt als Ber, die andere als Kranz rinos umher. Gefrorener PreißelbeerPudding. Bon zwei Quart Bee ren wird mit Zucker und weißem Wein in nicht zu dickes Mus gekocht und mit abgeriebener Citronen - Schale sowie zwei Löffeln Zu -'yrup versetzt, um die Masse dann m eine Gefrierbüchse zu thun. Man läßt sie steif gefrieren, mischt sechs Löffel geschlagene Sahne darunter und mengt zuletzt zwanzig abgetropfte, eingemachte halbe Kirschen und mehrere Löffel würfelig geschnitte nes Citronat. das in Zuckerwasser weich gekocht wurde, darunter. Man füllt den gefrorenen Pudding in eine mit Mandelöl ausgestrichene Form, verschließt sie fest und gräbt sie zwei Stunden in mit Eis vermischtes Salz. Der Pudding wird gestürzt und ali Sauce steifgeschlagene Sahne, die man mit Zucker vermischt hat, dazu gegeben, Viel einfacher. Advokat: Und warum wollen Sie sich denn von Ihrer Frau scheiden lassen?" Client: Sie behandelt mich wie einen Hund, läßt mich arbeiten wie ein Pferd und schlägt mich wie einen Ochsen." Ad vokat: Hm. da wär's ja besser, Si wenden sich an den Thierschutzvereiat-