Indiana Tribüne, Volume 24, Number 63, Indianapolis, Marion County, 20 November 1900 — Page 7

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) Liebes -Rebellen

llrman von R 0 N T e l l e t. iKtstG.) XX. Sttf beni 2Brae vom Lacoratrrium nach ifincm Zünmtt hin hatte er eine Urnfdluy n-t f blieb idm nur cif.ce d'? F acfjt freilich letzte er damit ein große Geiabr aus. und antaerfciti nieder bot sich ihm nur so die cir.sl:ae Aussicht auf Ret- j tancj. Senn n blieb, so war sein Gefchiö besiegelt. 61 .mußte sich hu Frist j zu Nutzi machen. t:t der Doktor ihm ' bis zum nach :en 1iorgen aeroarit, damit ei ßch eines Besseren oesarne. Am Ta.,e kennic er nietn fort, aber so- 1 bald die Nacht bereinbrach. mußte er das Haut verlassen und bis Tapesan..jcI schon ur.e gute Strecke zurückge(tgi ral-e ;e Flucht an sich tat wen.g Ä'neuptciltn. 2)cln iipcn ö?oe, das mußte er. ern Abend aus sei; der Defior blieb immer bis fpA in die "Tieft: hinein in seinem Lc'dciaicrium. So hatte er nur nothi:?, d 1 unter ;:ccr.d einem Bormand ras fern : innrer zurückzuziehen und die Gelec,enr;eii abzumarten, bis er unbeodack?kt dtt I reden, tin unterschlüpfen und durch t :e Hausthür entweichep. ?:r.nte. Er war ja h:er kein Gefangene:. ct unter Aufsicht ftand! Nein, da- $otfc kommen würde idm ncherlich keinerlei i SdurieriatVi-t:. machen. Die wirk'.icbe Gesal,r begann erst, wenn seine Flucd: ' cntdec'i x.iröc. cber diclleil: auch Icton Vvehtt, .r.n die Polizei immer noch auf den dürrer der Cora Hamilten fahnden sollte. Zn?ei Monate wareu seit jener Z':m freilich schon f erflehen, uno rnan durfte annehmen, daß der erste r : 1 e r des Nachforschen-, vorüber war. Sobald aber der Zzitcr die Polizei von Neuem au Spur des Mörders lenken würde. :rwachte und ttxboppelle sich die C. . n: loch hoffn Earolath dis dad.il, eine neue Au':uctt'tä:tc yeunden U ha den, obgleich er sicd vorläufig necr. reine 1 rechte Voistellung machen sonnt, woin er fies rcrn'cn sollte. Ader alle ; Andere war ratsamer als hier . bleiben, wo er jer,: befanv. Carola", besah nur wenig Geld ml einige .Münzen. tt er damals, all er , feine Wohnung verließ, in der 2af$( gehabt. Äährend der zwei üsicrcne, die er hier oerdrackl. datte er keine i5e leoenkei: aedad:, dc- Geld au-uge ' den. Auch im Besitze seiner euren Kleider desand er sich noch. Gu BÖ ren freilich r.i&t mehr gut. und :ie Äe- ! fahr, entdecti U werden, mehr.e sich, i wenn er sie taug, aftci er konnte e nicht über sied gewinnen, etwa- mitzu ' nehmen. wa- e gentlick Eigen: I .- ni de-,- : Doktors war nb wenn es sich c.uct nur um einen tragen handelte. Er vervracdli den Tag über seinem Zimmer, nackdem er dem Dier.er gesagt hatte, daß er '"ich unwohl 'hl:e und feine Madlze::en allein nehme wollte. Vor Allem lg ihm daran, ein , Zusammenkiescn mit Errima zu v.-r-meiden, ca ein Elches 'ür beidt Thcile ' nur peinlich sein konnte; außerdem ?r er seiner ''elds: n,cd,r sicher; er fürtere. ; bei ihrem Anbl.ck all' seine guten Vorsäze zu oergesien. Durch den Tiencr , erfuhr er, daß auch Errima 'ich auf idr Zimmer uruckaeoaen hätte. wf.I sie sich nicht wcll fühlte. ' Da am Abend Niemand jum Diner er'chien. wurde e 'ebr früh still im Hause. Vom Fenster seines chla'- , zimmere aus konnte. (5arolath deobackten. wie die on langsam am Ho- : rizont nie verging und sanftes, dläuli- ! ches Zwielicdt nck dichter und dickter , auf die Landschaft senkte, bis sie schließlich im Schauen der Nacht ganz I dunkel dalag. ?lber mit dem Mono hatte er ricri aeiecrre:, der eden blaß am Himmel emvorstieg. Jetzt tonnte er nicht länger özern. Vorlichtig öifnete er seine Tl'ür und sfädte hin aus. Niemand zu sebenl Ha'':ia schlüpite er die Treppen hinuntri ;r brauchte ja nur: mehr den Invaliden zu spielen o'inere lautlos d:c Ha--thür und gelangte, sie leise schließend und allem Anschein nach unbeobachtet, ins Freie. Es war eine ruhige, klare Nackt. Ueber thm erfüllte ver Mond mit bleichem. gespenstischem Licht die Almosphäre. zu luyen kroch ein :.:nner. feuchter Neben den Erdboden entlang. Earolath mußte nickt, welchen Weg er , einschlagen sollte. Er hatte die Hamp-ftead-.'eide nur das einzige Mal betreten, als er mit dem Doktor zusamtraf. Gern wäre er den Weg, den er damals gekommen zurückgegangen, ober er fand sich nicht zurech:. Allmählich kam idm das Gefühl seiner Freiheit zum Bewußtsein. Er war bis jetzt in Gefangenschaft, wenn euch in freiwilliger, gewesen; nun füdlte er sich wie erlöst. Er atdmete tief auf öawar der Lcöen-odem der Freiheit.' Freilir. er war jetzt ein Flüchtling; noch trug er Fesseln, wenn auch unsichtbare. Immerhin hatte er es wenigstens erreicht, aus seiner Gefangenscha. zu entweihen; mit Wonne durchkostete er das Gefühl der körperlichen Freiheit, daß ''eine Füße ihn tragen dur'ten, wohm er immer gehen wollte. Natürlich dachte er daran, London aufzusuchen, den Zielpunkt so vieler Flur:linge, die übervölkerte Einöde, in der jede- Einzelwesen untergeht. Und jetzt, im bellen Licht des ittonvis verfechte er seine Umgebung ss deutzu erkennen. ?aß er wohl im T:ande Zu lein glaubte, den Wea nack der

tao: zu 'indem Sme Zeitlang eilte er yasiig fort. Ader dann hielt cr i.öglich inne. Er daii. eine stelle erreicht, von der aus er durch die Büsche hindurch das Glitzern und Leuchten einer Wasserilacke oemerken konnte. Es kam von eim'm der Haideteiche. nicht jenem, in welchem er vor zwei Monaten seinem Leben ein Ende machen wollte, sondern von einem, der noch versteckt. r und lockender dalag. Dieser unerwartete Anolic! gab seinen Gedanken vlötzlich eine ganz andere Richtung und hemmte seine schritte. Ganz in der Näb.e stand eine Bank, und mit müder Bemeaunq ließ er sich darauf nieder. ..Äie thöricht ist's doch." sagte er zu sich seldst. ..''0 daoonlauien zu wollen! AU ob man seinem chick'a! entgehen könnte! Viel einfacher ist's doch." ihm ruhig m s Antlitz zu sehen und ein 'i'.oe zu machen. Weshalb will ich oenn noch leben? Wenn ich eines Tages und sei er auch noch so sern Errima gewinnen könnte dann wüßte ick. wofür ick zu leben hätte; aber so lohnt's nicht der Mühe." Er lachte bitter auf; sein Blick war aui sein,' Hände gefallen, die im Mon:f:'.i :;::rr kalkweiß erschienen. Wei würde glauben, daß Blut an ihnen klcdt Blut, das Niemand hinwegwachen kann das. mich für immer von Errima trennen muß. Ich will nicht weiter wandern. Dos Beste ist. ich mache hier Allem ein Ende." Er neigte den Ziopf in die Hänve und sc?ß. nichts seher.d und hörend. ganz in seine trüben Gedanken ocrsuuren da. Dann schien es ihm. als gingen sie langsam in ::infte Träume aoer. Er glaubte einen weichen Arm um seinen Nacken zu fühlen, und eine warn zaete Wanze lehnte sich an die seine. Erschreckt und verwirr: Tui:r er empor, ad.te er den wirklich .' Errim lag in seinen Armen! S:. man Lieb ries er. so iia'l Du trotz Allein gein"' Er sonn '.e r.'r riefen einen Gedanken fassen, konnte es denn wa0.r lein.' Geborte sie ivirtlich ihm? Er preßte sie an sick und bcd?ck:e Itzt Lippen mit Hülsener alaarlc cer 3e!:c!e;t '.erben zu müssen. Dann, als er ück ein wenia beruhigt, ließ er sie neben sich sitzen und sagte, ihr in":- Antlitz schauend: FKeshalb hasi Du mir es denn nicht gesagt, als ich Dich 'ragte?" Weil ich nicht daran glaubte, daß Da mich wirklich liebtet." Ade, jetzt gtaubs: Du e? doch?"

Freilich, sonst wäre ich Dir ja nicht Abtt wie kamst Du denn zu de: Ueberzeugung?" Ja.; rnnc Deine Unterhallung mit dem Onkel im Atelier mit an. Danach konnte ich nicht länaer zwtiseln. Aber weshalb siedst Tu jetzt wieder so trauria au-:" wirklich kaike sich auf Earolatl. s Antlitz ein schalten gelegt. Er zog seinen Arm zurück, mit dem er sie umscklungen oedal:en. ..Verzeihe mir." sagte er dann, ick kann mir nicht vergeben. Als ich Dich im Alme hielt, har.e ich Alles vergessen. , Ick tann ick dors nickt lieben. Errima? Wenn Du unserer UnterHaltung im Atelier zugehört, so mußt D auch oernommen hoben, daß ich Deiner unwürdig bin!" Ja. ich aörte hl. daß Du es sag:e''. aber ich glauoe es nicht." Es ist iraör." sagte Earolath. daHaupt in den Händen bergend. Für mich ist es nickt wal'r." meinte E:rima. ..Ick frage nicht danach, was Du begangen hast, jetzt da ich weiß, daß Du mich liebst." Are: Dv weiß! nickt, was ich getban. Aeb. wenn wir emander doch srüaer kennen gelernt bätten! Wie glücklich wären w.r miteinander aeworden!" Ich bin auch jetzt glücklich, oder vielmehr ich märe es. wenn Du nicht gar so traurig dreinschauen wolltest." Uno sie schmiegte sich enger an ihn. Earoia::. entzog nch iht i'anst. Er mußtc iest bleiben; sie war unschuldig: er schuldbeladen! Dir Gedanke an fei eroiecken, der schon zu verblas' sen begonnen hatte, erdachte jetzt, da Glück und Liebe greiioar vor ihm standen, zu neuem, entsetzlichem Leben. Er :ass:e sich zu einem Entschlüsse auf. Diesem Ge-rrack mußte er ein Ende machen. Errima unberührt den Ji.ren zurücksenden und ihr nie wieder vor Augen kommen. Er erboo sich zusammenschauernd; die Nachtluft war kühl und feucht, und in ihm selbst schien Alles zu E'.s erstarrt. Errima." begann er. mit stummem schmerz in das zu ihm aufschauende Gesichtchen blickend, ich muß Dich lassen! Wir wollen uns Lebewohl sagen und einander vergeben." Ick knn Dick nickt vergessen, und ich oerlaüe Dich nicht." Mach' mich nicht w'ibnsinnig. Errima," nöhnte er auf. Ich habe noch eine schwere Pflicht vor mir. und Tu erschwerst sie mir noch." Kann ich denn dafür ?" rief sie aus. Wenn Tu nicht bist wie andere Männer, so bin ich auch nicht wie andere Mädchen. Ich konnte Tich hassen, als ich noch glaubte, daß Du nur mit mir spieltest, aber nun ich mich wirklich geliebt weiß, kann ich Alles für Dich thun!" Du süße Unschuld," sagte Earolath. traurig den Kopf schüttelnd. ch sehe wohl, ich michT lles beichten. Und doch hätte ich das furchtbare Geheimniß gern vor Dir verschwiegen, damit Du mich nicht ganz verabscheust."

Jndiana Tribüne. Dienstag,

..Ja, sage mir nur Alles ich dtn aus das Schlimmste gefaßt. Was es auch immer sein mag. meine Gefühle sür Dich wird es nickt ändern." Eine Wolke verhüllte jetzt die helle beneide des Mondes; Earolarh benutzte das Dunkel und sich dicht zu Errima neigend. faa:e er mit heiferer :.mme: o höre: In einem Wuthanfall r.abe ich einen Mord begangen." Errima zuckle unwillkürlich zurück. Die Mittheilung war zu überwälltgend. zu unfaßbar. ,.d, das kann nickt sein." rief sie kl. -gend. ..das ist ja nickt möglich! Tu willst mich nur elfckrecken!" ..ein. es ist die einfache Wabrbeit." en:gegnete Carolath. ..Ich wußte ja. wie es kommen würde; jetzt hassest Tu mim Wie wenig kannte er noch das Jraaenberz. Ein Mann wäre vielleicht nack dieser Enthüllung entsept vor ihm zurückgewichen. Nickt so die Frau, die ihm e:nmai ihr Herz geschenkt. Ich Tick basten!" ries sie eifrig. Oh, wie kannst Tu nur so reden! Was Tu auch getban haben magst, ich kann nickts als Tick lieben, ja ich liebe Tich vielleicht jetzt um so zärtlicher!" Einen Augenblick lang starrte er sie ivrwint, ungläubig an. Dann, als ib.m allmählich die Erkenntniß aufdämmerte, daß selbst das surcktbare Verdrecken. welckes eine unübersteigbale Schranke zwischen ihm und der übriaen Menschheit gezogen hatte, maätlos war gegen ihre Liebe, zog es wie unendlici? Glückseligkeit in lein Herz, und stralilend rief er: Veistttst Tu mich. dftebstTu mich venn wirklich. Errima. und kannst mich ocÄ lieben, kannst einen Moicer lieben?3:e standen richt bei einander. Er i, ltti die Arre ausgestreckt, fast ohne es zu wissen. Als einzige Antwort lehnte i::::.c ihr Kco'chen an seine Zä.ilter. und seine lrine um'chlan.n .:. Oh, mein Lieb." sagte er ein über dalö andere Mal, ne leioenschatlick ',.i'"e:.d. Al- od ick etwas oaiür kann, daß ich Tich liebe." flüsterte sie. Dann ließen sie sich Seite an Seite nieder, und Ealvlalh begann wieder rni: selbstquälerischen Zweifeln nch zu vkichästiaen. ..Wie darf ick nur darein willigen, mem Lieb, daß Tu ein so elendes Leden mit mir theilst? Es ist ja kaum ein Leben zu nennen, und jeden Tag kenn es am Galgen leinen Abick'uß nnden! Bisher haben sie mick nicht entdeck:, weil es Niemandem einfiel, mick bei Tr. Vipan zu suchen. Aber jetzt, da ich keine Zufluchtsstätte mehr habe, wird mein Geschick mich wohl sehr bald ereilen." Errima schauderte bei dem Gedanken an die Gefahr, in der Earolath fchwebte. aber nichts konnte sie in ihrem Entschlüsse wankend machen. !.Du wirst ihnen schon entgehen." meinte sie beruhigend. ..sie werden doch endlich müde werden, nach Dir zu suchen. Und ich bleibe bei Dir. denn ich möchte nicht leben ohne Dich." Als er sie immer weiter noch mit seinen Zweiseln ouälte und sie, obgleich i ,7l ?as Herz dabei blutete, fragte, ob es nicht besser wäre, wenn ste zu ihrem Onkel zurückkerrte, um dort den A'usgang all' dieser Ereignisse abzuwarten. oa unterbrach ste ihn fast zornig: lOitte. sprich mir nicht mehr davon. Tu weiht ja. was für ein Leben ich dort gesührt habe. Außer Tir hat mich noch Niemand auf der Welt lieb gehabt. Tu bist mein Alles, und ich gebe nur von Tir. wenn Tu mich sorljagst." Er sie fortjagen! Er lächelte fast bei dem Gedanken. Und dann preßte er sie leidenschaftlich an sich und bedeckte das Gefichtcken. das auf seiner Schulter ruhte, it heißen Küsten. In diesem Augenblicke empfanden sie Beide nichts als Glückseligkeit. Tann begann er. ihr seine Geschichte zu erzählen; er that es. ohne ihr etwas zu verbergen, ohne etwa zu beschönigen. Mit errst?t Theilnahme lauschte sie seinen Worten. Am Schlüsse sagte sie zu feiner größten Verwunderung: ..ei?: Tu. eigentlich freue ich mich, daß Eora so schlecht war." .,We-d.ald denn, mein Herz?" Ire schmiegte sich enger an ihn, wäl rend sie antwortete: ..Ja. wenn sie gut gewesen wäre, hättest'lDu mich nie geliebt!" Da hatte sie recht und doch! Earolath's Gedanken befanden sich in einem seltfamen Zwiesoalt. So zärtlich er sie auch liebte, vermochte er doch nicht, nach Frauenart nur an seine Liebe zu denken. Hätte Cora ihn durch ihre Schlechtigkeit nicht zum Wahnsinn .-eirieden. so läge jetzt keite Schuld aus seiner Seele. Aber sreilich dann hätte er auch das süße Geschöpf da an seiner Seite nie kennen gelernt.' Er vermochte es nicht, sich zu einer klaren Anschauung durchzuringen; wie in einer Art geistigen Hilflosigkeit stand er vor d?m unerschlofsenen Mnsterium des menschlichen Lebens. Wie lange sie fo, Seite an Seite gelehnt, dagesessen, der Gefahr nickt denkend, sich nur ihres Glückes freuend, das wußten sie Beive nicht. Die Zeit ist nur ein Modus des Denkens, und wenn das Denken hinübergleitet, in das freundliche Reich des bloßen Empfindens, hört .auch die Zeit auf. lnn begannen sie von Errimas bisherigem Leben zu plaudern. Wirkllche Güte hatte sie nie kennen gelernt; sie Nüdm an, der Onkel und Tante hätten sich ihrer aus Mitleid angenommen. waren aber der Last bald über-

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drüsstg geworden. Sie halte in nichts einen eigenen Willen haben dürfen; all' ihre Anlagen und Neigunqen waren erstickt und unterdrückt worden. So hatte sie sich allmählich ganz in sich selbst zurückgezogen und war scheu und mißtrauisch geworden. Ihr ganze? Leben lang hatte sie sich nach Liebe gesehnt und datte sie nicht ge'unden. Den Onkel und die Tante zu lieben, war ihr unmöglich gewesen, ja sie bekannte offen, daß ste eher Haß gegen die Beiden empfand. Sie hatte viel gelesen, und was sie von der Welt und den Menschen wußte, schöpfte sie zumeist aus ihren Büchern. Bevor Earolath kam. hatte man ste viel in Geiellschaft geführt; aber ihr lag nichts daran, denn sie wußte, daß man es nur that, um einen Gatten für sie zu finden. Somod! der Onkel als auch die Tante hatten ihr gegenüber gar kein Geheimniß daraus gemacht, daß sie das Mädchen sobald als möglich los sein wollten. Aber Errima war es nicht eingefallen, diefen Plan zu unterstützen und die jungen Leute zu begünstigen, die versucht hatten. sich ihr zu nähern. Sie wollte sich nicht verheiratbcn lassen: sie wollte nach eigenem Sinn ihre Wahl tresseit. wann sie es an der Zeit hielt. ie wußte, daß ste mit einundzwanzig Iahren majcnenn wurde, und dona hatte sie das Haus ihrer Verwandten verlassen und sich ihr Brod draußen in der Welt verdienen wollen. Sie hätte dann freilich ein Leben voll Müb,en und Entbebrung. aber doch ein Leden voll Unabbängigkeit vor sich gedabt. Dann war Earolath plötzlich unter fo geleimnißvcllen Umständen in's Haus gekommen. Ven Anfcna an ha:te -'ie eine Neigung für ibn gefaßt. Aber sie war überzeugt gewesen, daß er mi: den Verwandten gegen sie im Bunde :rar. und deshalb hatte sie ihn, wie alle die Anderen, abgewiesen, jlver dann, als sie die Unterhaltung im Atelier mitanaehört. die ihr den Beweis seiner aufrichtigen Liebe gab, t)atte sie ikre Weigerung bereut. Als ich erst Deiner Liebe sicher war." fügte sie hinzu, da zögerte ich nicht länger. Ich konnte Dich nicht geden lassen, nun. da ich wußte. Tu lieblest mich wirklich." El küßte sie zärtlich und sagte: Tas Schicksal bat zwei Opfer zu sammen gesührt; wir wollen uns unleres Glückes freuen, so lange es uns noch vergönnt ist." XXI. Aber." sagte Errima plötzlich, indem sie an die Gefahr dachte, in welche Earolath sich durch seine Fluch: aus dem Hause ihres Qnkels begeben b.atte. aber weshalb sollten wir nicht vorläufig einfach wieder nach Haufe gehcn?' Dort bist Du sicher. Earolath. was Du nirgends anders sein kannst." Möchtest Du es denn. Errima?" Um Deinetwillen aewiß." Rein." sagte Earolath fest, das ocbt nicht." Weshalb denn nicht? Meinethalben gerietest Du in Streit mit dem ntel. Wenn wir jetzt miteinander zurückkehren, wird er doch zufrieden sein, nicht wahr?" ..lyür den Augenblick wob!: aber oer Ztreil würde bald wieder zum Ausbruch kommen, er würde nur hinausgegeschoben sein. Tu weißt, daß er irgend einen ernsten Grund hat, weshalb er Dich vor Deiner Mündigkeit oerbeiralhet seben fcitf. Glaubst Du, daß es in seinem Plane liegt. Dir etwas Gutes anzuthun?" .Rein, sicherlich nicht." (Forlsetzung folg!.) ,G, , Aus dem Zuchthause von Portcserraio auf Eiba wurde der Baiser Francesco Erea aus der Prooinz Calabrien entlassen, nachdem er oolle 35 Jahre lang als Nr. 2128" unschuldig in den Zuchthäusern verbracht hak. Bor 3 Monaten meldete sich der wahre Mörder und beschrieb sein Verbrechen so genau, daß dadurch auch der objektive Wabrheitsden'eis vollständig erbracht wurde. Zuvor hatte sich der wirkliche Mörder auf's Genaueste darüber vergewissert, daß er wegen Berjäbrung nickt mehr bestraft werden könne. Der arme Erea ist jetzt 73 Jahre alt, ein wandelndes Gerippe. Als er zu Neapel dem Grichtspräsidenten vorgeführt wurde, um das Akienstück über die Feblbarkeit menschlicker Rechtsprechung eigenhändig zu erhalten, war seine erste Frage nach der Frau und den drei Kindern, welchen in zartem Alter der Vater entrissen wurde. Der Richter fand nicht den Mutb, dem Unglücklichen die Stunde der Befreiung mit der Mittheilung zu vergällen, daß alle Vier längst in Elend und Armutb zu Grunde aeoanaen stnd. D ? e 5 ! e : n st e S cv u l e d e s Teutschen Reickes dürfte sich im dadi '.ren Bezirk Schönau befinden. Tort liegt am Westabhang des Nohrkopfes der zur Ge''ai7imtaemeinde Häg gehörig? Ort Rohrberg mit eigener Gen,'.indeverwaltung und Schule. Ta geflossene Qertchen zählt in 10 Häu''ern 80 Einwobner. An der von jetzt ab noch von vier Schülern bru:?n Scdule amtirr ein junger Haur:ledrer. Bor zroei Jahren verkaufte ein Bauer sein Hofgut. machte sich in Unteralpi'en ansässig und nahm dem Ledrer ieine ganze erste klaffe (bestehend in einem Schüler) und ein Sechstel der reiten Klaffe mit fort, so daß itx ebrer am Nachmittag keinen Unterricht mehr zu ertheilen hatte. Der Vesaat taufwand durch Staat und Gemeinst beträgt fue jedes Kind 349 M. 56 8ffl

Täglicher MarktKericht.

Pichmarkt. Indianapolis Unios Viehhöfe, 20 Rindvieh. Auserlesene bis rrima Stiere, 1350 Pfd. und aurwär: 15.10 C"knc bis ittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 4.50 Auscrlestne bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd 4.65 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Briere.. .. 4.10 Mittlere ris crurc Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 3.75 Gute bis gewählte Rinder. 3.65 Mittlere bis ga:e Rinder. 3.25 Gewöhnliche leickte Rtnder 2.50 Gute bis gew.rl.e Kühe.. 3.50 .Nov. 5.K0 5.10 K K O . ') 4.65 4.50 4.50 3.50 3.00 4.25 3.35 2.25 6.25 5.00 4.00 3.50 3.00 40 25 Mittlere bis oute Kühe.. 2.50 Gewöhnliche alte Kuhe.. 1.00 Kälber 00 schwere Kälber 3.00 Prima bis fancy Export Bullen 3.;5 Gute bis gewäbl:e alächter Bullen 3.25 Gewöhnliche bi? guteBullen 2.50 bute Kühe mit Kalb $30 GewöHnlicheKuHe mi: Kalb 15 Sebmeine. Gute bis gewählte, minlere und scbwere $4.85 Gemischten, ''mw. Pocking 4.7; Guts bi? gewählte leichte IM Gewöhnliche leichte 4.70 Pis 4.00 Rougbs 4.0( Schafe. Gute bis gewablic Kammer 4.50 lijewöbnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Ante bis gewählte Zckafe 3.40 Ordinäre bis gute Schaft 2.50 3 lockt rs .... 2.0m Böcke, litt 100 Pft 2.00 4.90 4.65 4.85 4. SO 4.60 4.50 5.25 An: 3.5?5 3.25 3.50 2.75 Früchte und (tzemüse. Früchte. (s'lironcn. tzg.00 für 300. epftl, tzS-tzS der Faß. Feigen. 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bnck. Datteln. Persische 5c-ttc perPfund. .itoku-nüsse, 3.50-4.00 oer Hundert. Trauben. 0'oncord, 8 Pfund Korb, 13c; Delarrare und Niagara, Crate von 4 körben, 12c Birncn. hiesige, 41 per Bushel. Eranberries $2.50 per Bushel Erate. Orangen, merikanische. $4.00 per Bor. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Erate; rothe Globe 50c ver Bushel ; weiße Globe $2.00 per Faß. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bunches. Kartoffeln, $1.25 ver Faß: prima Burbank und runde weiße 45c per Bushel; zum Beri'andt gcvackt, 5c mehr. Süßkarlosseln-Jersen $2.75 per Faß. Baltimore $2.00 per Faß. Sommer-Eelery, 15c per kl. Bunch. Zalai 50c per Büschel. vinat, 40c per Büschel. Weiße Rüben 40c per Büschel. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche 2:icre 67c; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7fc; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund ;4c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Bordervicrtcl 7c; Stier Hinterviencl 10c; Rind Hinlervierlel 8:j Rind Borderviertel c; Kuh Vordcrvicrtcl 6c; Kuh Hintcrviertcl 8c. Frisches Kalbfleisch Kälber 9c; Hinterviertel 12c; Vordcrvicrtcl 8c. Frisches Schasfleisch Lämmer per Pfd. 8c; Schafe 7c; Schenkel 9c; Racks. kurz. 10c. Frisches Schweinefleisch. Loins 8c9c ; Eottage Schinken 04k ; achäutttt Sckultern 7c, sriiebe Schinken, 18 Pfutld im Durchschnitt, 10c ; Tenderloins 16c ; Spare Ribs 64c. (Geräuchertes Fleisch. Sugar Curcd Schinken Erste Qualität: 20-18 Pfund 10'c; 15 Pfund 11c; 12-10 Pfund 114c; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10ic: 15 Pfund 10c; 12 Pfund 11c; 10 Pfund 11c. (ialifornifche Schinken 6 bis 8 Pfund 7fc; 10 bis 12 Pfund 7c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Svcck Klarer English Cured 14c: gewählter Sugar Cured 1 3 U ; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13c: 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 12c; !" bis 12 Pnmd im Durchschnitt 12c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c; 6 Pfund im Du?-cbschnitt, schmal, isje. Zvod, Engl. Gewählter, 8 bis lo Pfund im Durchschnitt, 12;c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 12c. Evcct to.zxc Zeiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9c; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd . im Durckscknitt, 9c; Klare -eilen. 0 bis SO Pfd., 9ße; Klare Bellies.25bis3oPfd..9c; 18 bis 22 Pfd., 92c; 14 bis 16Pfd.,10c; Klare Rücken, 20 bÜ H Pfd., 9c; Rucken 12 bis 16$fb.,9c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd.. 10c. Scbullcrn. Enl. Eured 10 bis 20 Pfund im Durchscbnilt 'c; 16 Pfund im Turiibfchnill, -; 10 bi 12 Vkund SU Gevöckeltts Zitn-cinefleisch, KnoZien lofcs Fancn Pig $19.00; Klares Bean 18.00; Family 17.00; Short Elear 15.00; Numpf 15.00.

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Gldörrtes NinkflVisck Ainf ........,r mlMM l3 I Sets, 11c; Außenfeiten 8jc: Innen, feiten 13c; Knöchel cd malz, in Tierces. 1. Qua.itat Wt; 2. Qualität 8c; 3. Qualität Sße. Würste, Ocräucherte Bratwur': 8c; Frankfurter cz Wicnerwuest 8c; lenackvurfi 8e; Bologna in Tarmen ec, 'N Tuch je. Butter, Eier und Geflügel. dändlcr bezahlen folgende Preise : Butter, frifchc, 12c ' Eier, 20c per Dutzend. Hühner 7c: Turkeus i junge Hahne 10 Pfund und darübcr S junge Herme, 7 Vund und darüber 7ß : alte kenne CAc ; alte Hähne 5c; E11U0 , Krumbrüstig.' 5c : Enten 5c; Gös 3.75-4.25. Getreide. Weizen-No. 2 rother 73 auf den Gkleifcn. 73c von der Mühle ; & . 3 rorher :0 - 71c; Noobr. 73c auf ien Geleifen; Wagknwe::.tn 73c. Korn-No. 1 weiß 37c; No. 2 neih 37c; No. 3 weiß 37c; No. 4 weiß 33-35c; No. 2 weik aemischt : ;C: (No. 3 weis; gemischt S6c; No. 4 weiß milcht 32 - ::4c:No.2gelb37,ei?tZ. 3 gelb :!0c; No. 4 gelb 32-3 ;c; No. 2 gemischt 36c; No. 3 ge?n scht 36c; No. 4 gemocht 32 - 34t; an Kolben 3ic. Hafer-No. 2 weißer 2''r; R, 3 weißer 21k; No. 2 gemischter 2 1c; No. 3 gemischter 22 k ' Hcu-allcö No. 1 Timoiby 1 li . " 13.00 No. 2 Tt0ttzy 11.00-12.00. ttaffee. Folgendes sind die Jndiaii yH Preise : Gewöhn! . bis gu:,r 12c-18c; rr rna bis gewählier 2o-i2c. Fancy 26-7c: Golden Rio 23-2'li Zeu 2S-31:. I Bude icn: Aiiosa $12.75, Lion 11.75. Ersetz lii.25, Caracas 1:;. :!.". DiUir s 13.25, Dutch Java Blcnd 16.00. .'.ail Ponch 12.25.. Vate Blendcd Jroa 11.75. (Vrocerici?. Zucker Dominocs 6.17c; 2 t:: ! ier 6.32c; vulvcrsirler 6.02c; rulveristrtcr 6.07c; Standard ;rai'.alir:er 5.92c; seiner granulirler 5.92c: aranu tirler in 5 Püind Säcken 6.07c; granu lnter in 5 Pfund Cartons 6.07c; eitra feiner granulirtcr O.o7c; Cubcs 6.7c; Mold A 6.07c: Eonfcclioners' A 5.72c; 1 Columbia A-Kcostone A .567c; 2 WindforA-American A 5.62c; 3 Ridge. wood A-Ecntennial A. 5.52c: 4 Pboni; A-Ealifornia A 5.47c; 5 Emvire ÄFranklin B 5.42c; 6 Ideal Extra Gol. den E-Kcyftonc B 5.37c; 7 Windfo, Extra E-American B 5.27c; 8 Ridze wood extra E-Eentcnnial B 5.17c: 9 gelber ertra C-Ea!ifornia B 5.17c : IG gelber E-Franll,n ertra C 6.12c; 11 gelber-Keystone extra C. 5.12c: 12 gelber-American extra C 5.12c; 13 oel bcr-Ecntennial extra E 5.12c; 14 acloer -California ertra E 5.12c; 15 oelöer 5.12c; 16 gelber 5.0 . Eingemachte Frückte Blackbcrr-.es. 8 Pfund. $1.10: Pcackes Stand. 3 Vf., $2-2. i5; Sc.onds 3 Pfund $1.' $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas. Standard, 2 Pfund. $1.65-1.90: 2c onds, 3 Pfund, $1.25-1.45; crune Bohnen. 3 Pfund Kannen. $1; Badma Ananas $1.90-2.25: Gesiebte Ero''en $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c - 3c: Tomatoes, 3 Pfund, 90c-$1.00:3udcr-korn 80c $1.40: Avfetbutier . aet Dutzend. 3 Pfund . 95c. Wolle. Folgendes sind die Preise für Waen ladungen : Ungewaschene mittelmäßige ll?aÜe 19-20c; feine Merino 15-17c; NHe reinigte, von 3c bis 5c weniger; pck ir ze wafebene 28-30c. sämereien. Kaufpreiie: Klccfamen. Rother, $4-$5.o: g. I lischer, je ach Qualität $4-5. ";; Äl. syke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6. oer Busbel. Timothy $1.30-$1.40. Tetail-Preisc : Klccfamen, alter, prima, ',0; neuer $5.0-6.50. Timolhy, gewählter $2.25; ir.ma $2.00-2.10. Blue Gras, Fancv Kentucky $1 .L per Bul'hcl; extra rcincs 5o-65c ver u-el. Kaie. Engros- Verkaufsvreise, Jmii.:: :ter 5cbwei;crkäfe 27c per Pfund: i:r.:eiMischer Schweizerkä,e 17c; Nicaß Ercam Käse 10c-12c; New York öed dars 12c; cinheimiieber Limburaer 1 2c; Brick 13c. Kohlen. Tonne Z:vne Anlhracite $7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackion 4. Oo 2.15 Pitlsburg 4. Oo 2.15 Ranmond Eiln....: 4.O0 2.15 Winifrede. 4 .00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Rührig 3.50 1.90 Brazil Block 3.50 1.90 Green Eounty 3.00 l.ü Jndiana Lump 3.00 1.66 Slack 2.00 1.15 Bloßbnrg 5.00 2.65 Lurno Eoke lle oer Bufh. 2.75 per 25 Bufhel. $1.50 per 12z Bufbel. Zerkleinerter Coke 13c pnBu. $3.2S per 25 Bu. $1.75 per 12j Bu.