Indiana Tribüne, Volume 24, Number 57, Indianapolis, Marion County, 14 November 1900 — Page 7
Jndiana Tridime. Mittwoch, den 14. November 1900.
Liebes ReveUen
, l.He-naH von R o y T e l l e t. (Forlschung.) wahrend dieser mzK gtfllaitfl CffiiM ftilZ und bewranagSlos vor dem Klavier gesess?n. Carolath hatte, ibrc Gefühle achtend, mit unterdrückter Stimme gesprochen, während Mitz Bipaw diese Stücksicht durchaus nicht zur nöthig hielt. Errima mußte also den 91c ,:rcn Theil dieses Gespröch:s ge itt hzben. aber sie lieh weder ein Zeichr, oon Aränkunz noch vou Theilsä im irgend welcher Art merkn. Gebaldig and still soh sie da, offenbar au eine Weisung ihrer Tante wartend. zwischen hatte sich Mtz Vipan's Be. dsamkeit erschöpft, und jetzt rief sie SniiM ziemlich unfreundlich M: , 'un, wann wirjt Du denn endlich orngen?" 3ch wollte Dein Gespräch nkcht NöxtK," entgegnete dos Madchen leise. . dummes Zeug, das ist nur ein? in begann Errima ihren Vortraq. S!.' spielte ßehr korrekt, mit aug?N' sch'nlicher Fertigkeit. Aber man me . kte dem Spiel da Mechanische an. einen uninteressanteren Aortrag for.ii U man sich kaum denken. Wan sagt mir immer, daß sie gut spult," begann Miß Vipav wieder mit ein.-, Miene hochniüthiger NeberlegenHai. Ich selbst habe kein UcheiZ daciirer. Die Musik ist ja nur rill Appell an die Sinne; es liegt nicht'Gc itiges darin. Für mich ist sie ein fa$ eine besondere Art von Geräusch, uno ein seh iostspie.igcs Geräusch sogar." vie schien im Geiste eine schnelle V?ttC i iing z machen und süate dann laut hinu: Wenn ich in Zahlen sczrcch'i soll, so losiet der Lärm, den da. Mädcha da verursacht, schon wenigstall hundert Pfund an Unterricht.geld. Nicht etwa, daß mein Bnidei sich darüber beklagt ; wenn sie in seiner Anwesenheit auch nie spielen darf, so freut eS ihn doch, daß sie sür eine gute Pianistin gilt. Aber Sie mögen die Musik vielleicht gern. Mr. Edmardes? I. ganz besonders gern," entaegvtit Carolath. D," meinte Miß Mpan sehr kühl, .das ist freilich etwas anderes. Uno Wie finden Sie Errimas Spiel?" .Sie spielt ausfallend korrekt." Das ist doch selbstverständlich. Aber jetzt wollen wir sie aushören lassen, wenn es Ihnen recht ist. Genug, Errima." Diese erhob sich ebenso mechanisch, wie sie sich hingesetzt hatte, und kehrte zu ihrem Platz zurück, den sie vor dem Spiel mnuzehabt hatte. Zum Lgemeinen Erstaunen kam der 2ol;or jetzt 'ieder herein und lieh sich eine Tasse Thee geben. Es ist doch ein merkwürdig Dmg," begann er zu Carolath, gleichsam se n Wedererschttnen begründend, daß. wie man es auch immer ansangen mag, die Natur sich nickt zur Eile ztvwgen läßt. Sie will für Alles ihre Zeit haden. Und ich lasse ihr jetzt ihren W llen. Ah. hier ist inzmien musizirt worden." fügte er hinzu, das offene stiern aewabrend. Das ist recht. Die Musik bietet viel des nteressanten als Wissenschaft. Es beste, eine wundersame Ähnlichkeit zwischen Licht und Ton. durch die sich die gleiche Wirkung aller Empfindungen beweisen läßt. Alk unsere Sinne sind wahrscheinlich nur Dissnenzirungen des Gcsütlssinnes. und wi, haben kernen Grund, anzunehmen, daß roir säVn an's Ende dieser Disserenzirungen qclangt sehr sollten. Unsere Sinne sino noch zu keinem Abschluß kommen. Wenn der Mensch de: Gegenwart nur .fünf Sinne Hat, so ist's doch möglich, daß der Viensch der Zukur.st vielleicht sünfzig besitzen wird." JBÜä in aller Welt soll er denn mit thnen anfangen?" fragte Miß Vipa, wie erschreckt über das Zuluftsbiso. Er soll sich ihrer als Mittel dedieneu. um dnch sie nähere Fühlung zu gewinne ir.it dem. was ihn umgibt. J,tzt ist der Mensch gewissermaßen tim Insel, die ur durch fünf Brücken aii dem Festland veidn: den ist " jfal ist denn das Festland?" fan ic iSciiclatfj. Las isi's ja gerad', was wi? noch ;j erforschen Haben," enlgegvete Dr. Siprt, n?ahrrnd er laugfam seine z$t imie. XL Miß Vivan ging um elf Uhr zu .'NO auch Errima zog sich um eit zurück. Das Hausthor wuroe geschlossen und man löschte die Lichi?r in den unteren Räumen. Söerur caro:atb, noch länger aufbleiben wolly, so stände, wuroe ihm bedevtet. das Lesezi-nmer oben zu seiner Bersüzuag. Aber e: empfand gar lein Berlanqen. noch aufzubleiben. Er fühlte sich noch immer erschöpf und glaubte, daz er einschlafen würbe, sobald er kch nur u BeU legre. Aber er hatte sich geafcht; denn kaum hatte er sich niedergelegt, als sein Gehirn eine lebhafte Thätigkeit Zu entwickeln begann. & sich dachte er dabei nur wenig. Die (Zreignisse, die ihn zum Flüchtling '.acht, lagen schon weit hink? ihm sie bildeten nur den matten, schattatfofM Hintergrund zu seinen GrUseltnen. Die Ereignisse des eben beendeten Tages waren es, die jetzt, in oer Stille und Dunkelheit der Nacht, wieder zu neuem Leben erwachten. Die drei Gestalten des Doktors, der Schwe er und ihres Mündels schwebten ibm
sor. Der Göttin war nicht fchwer zu beurtheilen: ein Mensch, dem die Wisjeufchaßt über Alles ging. Ohne Religw7.. ohne Skrupel, aber doch von einer gewissen Größe, insofern als nichts Selbstsüchtiges oder Niedriges in seinen Zielen lag. Er kannte nur ein Stuben, den Fortschritt der Wissenschast, und er war bereit, dafür Alles hinzugeben. Seine Schwester, so sann Carolath weiter, stand auf einer niedrigeren 3 tust, sowohl geistig wie auch moratisch. Sie besaß wohl viel von der lZnerqie des Bruders, jedoch ohne die veredelnde Erhabenheit des Zieles. Für die Wissenschaft interessirte sie sich herzlich wenig, und es wollte Carolath scheinen, als ob sie. trotz all' der Sicherheit mit der sie ihre Behauptungen auszuzprechen wußte, im Grunde recht wenig feste Prinzipien besaß. In ihrer Erschewung lag wohl etroas Männliches, aber all' ihre Gedanken und Handlungen waren durch die Schwachen ihres Geschlechts beeinflußt. Sie war herrfchsüchtig und launenhaft, und vor Allem maßlos eitel. Sie wollte glänzen um jeden Preis; und da ihr Anmuth und Schönheit versagt waren, so hatte sie sich zu der Rolle der starkgeistigen Frau entschlossen. Obgleich sie in vielen Beziehungen klug zchten, so zeigte sie hierin doch eine ziemliche Beschränktheit. Sie besah absolut kernen Sinn fiir Humor, besaß nicht die Fähigkeit, die Grenze zwischen dem Erhabenen und Lästerlichen zu finden. Der einzige versöhnende Zug in ihrem Charakter war die Liebe zu ihrem Bruder eine tiefe, aufrichtige, unbegrenzte Liebe Die dritte Person in diesem wunderlichen Trio war die wunderlichste von Allen. Was sollte Carolath von Errima halten? Sie verwirrte ihn, und indem sie ihn verwirrte, erregte sie sein Interesse gegen seinen Willen. Er hätte seine Gedanken geru von ihr losgerissen, indem er sie als eine gan alltägltkhe Erscheinung bezeichnen wollte. aber er vermochte es nicht. Wenn auch ihr Geschlecht ihm zuwider war. so tonnte er doch nicht umhin, sür sie ein gewisses Mitgefühl zu empfinden. Seine lebhafte Einbildungsgabe malte sich das Leben aus, das sie hier geführt haben mochte, von frühester Kindheit an unter der Obbut zweier Erzieher, wie es Dr. Bipan und dessen Schwefter waren! Welch ein kahles, freudloses Leben ohne Religion, ohne Liebe! Wie oft mußte sie sich nach theilnehmender Fürsorge gesehnt haden. welche die Beiden ihr offenbar nie zu bieten vermochten! Ja, es war augen scheinlich, daß sie das Mädchen förmlich haßten. Vielleicht durfte man sich nicht darüber wundern. Denn Errima besaß etwas merkwürdig Zurückhaltendes und Abstoßendes in ihrem Wesen. Was davon freilich ihrer Nawr, was einem unterdrückenden, vielleicht grausamen Erziehungssystem zuzuschreiben war, das entzog sich Earolath's Beurtheilung. Aber Thatsache blieb nun einmal, daß das Mädchen ausfallend wenig anziehend war. Sie besah nichts von dem ungebundenen Frohsinn des Kwdes. nichts von der knospenden Anmuth der Jungfrau. Es schien, als hatte ihre Seele, trotz der zwanzig Jahre, sich noch nicht geregt und entfaltet. Vielleicht mangelte ihr auch die Fähigkeit, sich zu entfalten. Mehr als einmal schon hatte Carolath sich die Frage vorgelegt, ob das Mädchen sich seiner Handlungen vollbemüht und dafür verantwortlich zu machen war. Was sie sagte und that. geschah alles ganz mechanisch. Einen gewissen Grad von Verstand muhte sie rvohl haben; sie redete korrekt und spielte auch so; sie kleidete sich gut und sagte bei Tische keine Taktlosigkeiten mit einem Worte, sie war eine wohlerzogene junge Dame; aber seltsam genug. erschien diese Erziehung nur eine rein äußerliche, und man empfand UNausgesetzt den Mangel aller Selbstständigtcii bei ihr. Waee sie anders tzewese:. schon, oder gar kokett, so hatte e: seine Aufgabe, für die er sich rmn !n.naZ verpflichtet, durchgeführt, ohne sich auch nur einen Gedanken darüber zu mcchen. Aber nun regte sich sein Gewissen. Es erschien ihm un.oürdig, ein Mäocku wie dieses überlisten zu wollen. Ihre H.illosigkeit erregte sein Mitleid und
schien seinen Schutz zu erheischen. Er bttpnn, mit sich unzufrieden sein. enn er ein Mörder war. so hatte er den Mord eben in einem Anfall von Tobsucht begangen, während dessen er für seine Handlungen nicht verantwortlich war; aber was er jetzt zu thun im Begriffe stand, war denn doch etwas ganz anderes. Dieses Mädchen war keine Cora, kein falsches, kaltherziges Weib, das ein Mann snnerseits skrupellos täuschen durfte. Nein, sie war ja selbst ein Opfer, unfähig sich zu vertheidigen. Ader was hatte er nun beqinnen sollen? Sein Wort war verpfändet. Doch das beunruhigte ihn nicht sehr. Besser ein Versprechen nicht halten, als eine Schurkerei begehen ! Aber er befand sich in des Dottmrs Macht! Wenn er mit ihm in Streit gnieth. stand es dem Doktor frei, ihn dem Henker ZU überliefern, und der Alte war nicht der Mann. Gnade zu üben, wenn man seine Pläne kreuzte. Und Carolath hing jetzt am Leben mit dem ganzen stürmtsehen Verlangen seiner zweiundzwanzig Jahrei Was sollte er nun thun? Er wußte sich kernen Rath; nur eins war ihm gewiß, er durfte an dem hilflosen Mädchen kerne Sünde begehen. 5kn einem Auaenbl!ck wurde ibm das
alles klar: die pi .ihe Erkenntniß eilies neuen erorecyens, an dessen Schwelle er eben gestanden, ohne es zu wissen. Es schien ihm, als hätte sich plötzlich eiu tiefer Abgrund vor ihm aufgethan, der für immer seine Ehre, Selbstachtung, und alles verschlingen wollte, was Edles in seiner Natur lag. Lange Zeit blieb er wach und dachte nach, wahrend er sich unruhig auf seinem Lager hin- und herwarf. Endlich hatte er einen Entschluß gefaßt: Hier stand er vor einem Fall, bei welchem ei gewisser Grad von Unehrlichkeit erlaubt war. Mit dem Doktor plötzlich zu brechen, wäre untlug gewesen. Er wollte zaudern; so thun, als bemühe er sich eifrig um die Durchführung des verabredeten Planes. Das einzige, was er nicht wollte und wenn er damU hötte lein Lebm retten können, war das Madchen in sich verliebt zu machen, oder irgend welchen Nutzen aus ihrer HUflosigkeit zu ziehen. xn. Äm Nachmittag des nächsten Tages fand Carolath sich mit Errima allein im Frühstückszimmer. Das junge
Madchen saß wie gewöhnlich an ihrem j Fensterplatz, mrt erner Handarbeit beschäftigt. Während sie den Kops leicht gesenkt, hielt, siel ihr das starke widerspenstige Haar tief in die Stirn, und darunter hervor sandte sie einen scheuen Blick zu Carolath binüber. Der junge Mann sühlte dasBedürfniß nach einer Unterhaltung, ein Gefühl, das für sie nicht zu existren schien. Aber er empfand auch, wie unbequem es war, mit solch einem Madchen e?n Gcsprach im Ginge zu .'rhalten. Sie zeigte ja für nichts irgend welche Theile nähme, nicht einmal für das Wetter. Draußen regnete eö. und er griff mit Eifer nach diesem, bei jeoem Enaläuder so beliebten Thema. Wie schade, daß es draußen so naß ist." begann er. Sie gab teine Antwort. Offenbar bedürfte es immer einer direkten Fiage, um sie überhaupt zum Reden zu veranlassen, Ich langweile Sie hoffentlich nicht," sagte Carolath. durch ihr Schweigen ein wenig geärgert. Nein durchaus nicht." .Sie scheinen im Gegensatz zu den meisten Menschen keine große Freundin vom Plaudern." Nein was hat es auch für einen Zweck?" Nun. den Austausch der Gedanken!" Ich habe gar keine Gedanken!" Oh. Sie sind wirklich zu bescherden," rief Carolath lachend. Jeder Mensch hat doch Gedanken." Dann sind meine nichts wertb; die Tante sagt ja stets, ich schwatze doch nur Uusinn." Mß Bipan ist vielleicht gar zu klug. Carolath erhäschte wieder einen mißtrauischen Blick von dem junqen Mäochen. Ich glaubte. Sie wären ein großer Freund der Tante." Jedenfalls wäre ich ein sehr neuer." entgegnete Carolath. st? habe ich sie überhaupt zum erstc.. n. gesehen. Ebenso gut konnte ich muh Ihren guten Freund nennen." Das Mädchen schien sich noch mehr in sich selbst zurückzuziehen bei diesen Worten. Ich habe keine Freunde," sagte sie dann leise. ..Haben Sie nie welche gehabt?" Niemals." Welch einsames Leben!" sagte Carolath voller Theilnahme. Errima schwieg, aber sie beugte den Kopf noch ein wenig tiefer auf ihre Arbeit. Carolath, der sie aufmerksam beobachtete. bemerkte, wie ihre At genlider bebten. Am Ende war sie doch nicht so gefühllos, wie er geglaubt hatte. Aber Sie gehen doch zuweiien in Gesellschaft?" fragte er nach einer, kleinen Pause. .Oh ja." Und macht Ihnen das leine Freude? Mir liegt nichts daran." Carslath nahm ein Buch zur Hand. Unterhaltungen wie diese, meinte er, genießt man am besten in homöopathisehen Dosen. Aber nach einer Weile begann er wieder: Mögen Sie die Poesie, Miß Navcushaw?" Nein." Weshalb denn n'cht?" .Meil alles daran künstlich ist Nun freilich, das liegt ja in der Bedeutung des Wortes Kunstwerk," und einen Dichter nennt man auch einen Künstler." Das wußt' ich nicht," sagte Errima, plötzlich ganz lebhaft, und schlug groß und verwundert die Augen auf. Carolath machte dabei die Entdeckung, daß Errima's Augen, rvnn sie so blickten. oon seltener Schönheil waren. Er wunderte sich im Stillen, daß er diese Bemerkung noch nicht früher gemacht. Aber freilich, sie hielt ja die Auge meist gesenkt und sandte nur flüchtig scheue Blicke aus ihnen, daß man gar nicht Zert hatte, ihre Schönheit zu bemerken. In den großen dunklm Sternen lag aber noch ein Ausdruck, der ihn ergriff, etwas von dem rührenden, bittenden Blick eines stummen Thieres. Das Mädchen war in gewisser Beziehung ja auch stumm. Ihr Mund redete wohl, aber die wirklich menschliche Sprache, jener Austausch von Gedanlen und Empfindungen, war ihr fremd. Und doch schien es Carolath. als empfände sie das Verlangen, sich verständlich zu machen, und er bemitleidete sie mebr
als je zuvor. Dieser eine Blick von ihr war ihm wie eine Offenbarung gewesen. Und schön waren diese Augen. Nein, er wollte ihr gewiß nicht den Hof machen! Sie dauerte ihn viel zu sehr. Aber freundlich wollte er mit ihr sein und Alles thun, was in seiner Macht stand, um sie aufzurütteln und ihr das Leben erträglicher zu machen. Dr. Vipan steckte ietzt den Kops zur Thür herein und nickte den Beiden vergnügt zu. Wo ist Deine Tante?- fragte er Errima. Das junge Mädchen vermochte ihm kerne Auskunft zu geben, und der Doktor schien auch keinen besonderen Werth darauf zu legen, denn er hatte sich zurückgezogen, fast noch ehe er die Antwort gehört. Carolath hatte die Empfindung, daß er nur hereingeschaut, um zu sehen, wie die Dinge ständen. Wieder herrschte Sckmeigen zwischen den zwei jungen Menschen. Carolath dachte an die Aufgabe, die vor ihm lag. Das Plötzliche Auftauchen des Doktors hatte sie ihm wieder in.Erinnerung gebracht. Die Rolle, die er zu spielen hatte, war nicht leicht. Auf der einen Seite mußte er den Doktor zufrieden stellen, indem er sich den Anschein gab, als ob er sich bemühe, die Zuneigung seiner Nichte zu gewinnen und andererseits wieder muhte er sich hüten, sie in Wirklichkeit zu erringen. Es war ja nicht möglich, daß er sie liebzewinuen sollte oh. sie so wenig, wie irgend ein anderes weibliches Wesen. Aber davon abgesehen, wäre es eine Schändlichkeit gewefen. irgend einem Mädchen seine Hand zu bieten. Und doch er mußte auf feine eigene Sicherheit ebenso bedacht sein, wie auf den Seelenfrieden des jungen Mädchens; und mit dem Doktor durste er sich nicht entzweien. Am Ende hielt es gar nicht so schwer, seine Doppelrolle wenigstens eine Zeit lang durchzuführeu. Die wenige Freundlicht: it, die er in seinem Benehmen Erruna erzeigen wollte, würde sicher im Herzen des jungen Mädchens keine falschen Hoffnuzen wecken: schien sie von Natur doch durchaus nicht leicht zugänglich. S war so wunderlich, so Diel von einem Automaten lag in ihrem Wesen, daß er zweifelte, ob sie überhaupt etwas wie ein Herz besaß, und das erleichterte ihm feine Aufgabe erheblich. Dann wieder empfand er aufrichtiges Mitleid für sie. In ihrer sanften Hilflosigkeit und in ihrem mechanischen Gehorsam lag so viel Mitleiderweckendes. Ja seinen eigenen Augen erschien er sich als eine Art Sklavenhändler. Er sah das junge Ding vor sich, das durch ein verhängnihvolles Geschick in seine Hände gefallen war und dem er seinen Willen auszwingen durste. Sie ahnte ja nichts von Gefahr, wußte nichts von der Verschwörung wider sie. Willenlos und eingeschüchtert durch eine knechtische Erziehung, hätte sie ihn sicherlich zum Gatten genommen, wenn man es von ihr verlangt, und wenn Carolath gesonnen gewesen wäre, bei dem verabredeten Plane zu behar-ren.
Carolath war im Grunde gutherzig. Er führte seine begonnenen Grübeleien weiter aus und meinte, daß es vielleicht eine gute That sei. wenn er sich des Mädchens ein wenig annähme. Offendar hatte sie bis zu diesem Augenblick nie erfahren, was Freundlichkeit war. Sie hatte ihr ganzes Leben in duntler, trüber Einförmigkeit, der es an Liebe mangelte, verbracht. Und er vermochte vielleicht ihrem düsteren Dasein ein wenig Sonnenschein zu geden. Dieser Gedanke gefiel ihm eigentlich. So hätte er doch wenigstens gute VerWendung sür seine Zeit. Er besaß ein Gewissen und jenes unbestimmte Gefühl von Verantwortlichkeit der unbe kannten Zukunft gegenüber, welches die menschlichen Handlungen ost ge beimnißvoll influßt. Was er dem Mädchen Freundliches ermies, würd ihm vielleicht dermaleinst als Gutthat angerechnet werden; er hatte gesündigt, und jetzt bot sich ihm Gelegenheit. Gutss zu thun; das mochte zur Ausgleichunq seines Kontos beitragen. Nachftenlieve deckt viele Sünden zu. Und da er alle grauen hate. dieses Mädchen ihm aber noch besonders reizlos erschien, so konnte irgend welche Freundlichkeit, die er ihr erwies, nur selbstlos sein. So wenig kennt der Mensch sich selb?r, daß Carola t. währer o er seine.' Grübeleien freien Lauf ließ, gar nicht auf den Gedanten kam. wie diese eine ganz andere Richtung hätte nehmen können, ohne die Entdeckung, die ei soeben gemacht, nämlich die. daß Errima wunderschöne Augen hatte ,5 ,lse5',ng folat.) Dcr Untersuchung richte? Florescn aus Bukarest hat ncbst vielen Schuldbeweisen für die Thätig, keit des bulgarisch - macedontsch - revolutionären Comites in Makedonien auch eine Eidesformel vorgefunden, nach welcher die Mitglieder desselben den Eid der Treue vor dem Comite ablegten. Der Tert dieser Eidesformel lalltet wörtlich: Ich schwöre, daß ich meine Seele der heiligen maeedonischen ache widme, daß ich den Befehlen des Comites blindlings gehorchen werde und mich den Beschlüssen des Comites vollkommen unterwerfe. Falls ich einen Verstoß gegen diesen Schwur begebe. so möge ein Revoleerschuß meinen Kopf zerschmettern und ein scharfes Schwert meine Brust zerfleischen." Der Schwur wird auf Srevolrer. Schwert und Kreuz geleistet.
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Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali4. ia-1nh.Tih ins- 1 5 Ntiink 1 1r? 12-10 Pfund llic; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10c; 15 Pfund 10jc; 12 Pwnd 11c; 10 Pfund 11c. Californiscke Schinken - 6 bis ! Pfund 7Ze; 10 bis 12 Pfund 7.c; 12 ! bis 14 Pfud . Frühstück Speck Klarer English Cured 14c; gewählter Sugar Cured Mk..X ; q,.k.. 19,. tz,., v in uiiiim bis 9 Pfund im Durchschnitt 12Zc; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 12c; 5 Pfund tan Durchschnitt, schmal, 12 je; 6 Psund im Durchschnitt, schmal, Speck, Engt. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 13jc; 10 bis 12 Psund im Durchschnitt, 12c. Speck Klare Seiten, 50 bts 60 Pf. im Durchschnitt, 9c; KlareSeiten, 30 , bis 40 Pfd. im Durchschnitt, 9ßc; Klare leiten, 2 bis 50 Pfd., 9jc; Klare 1 Bellies, 25 bis 30 Pfd., 9c; 18 bis 22 Pfd., 9c; 14 bis 16 Pfd., 10c; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 9!c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 10c. Schultern, Engl. Cured 10 bis 2 Pwnd im Durchschnitt 8c; 16 Pfunt im Durchschnitt, 8$c; 10 bis 12 Bfun 84c Gepöckeltes Schweinefteifch, Knocket.. lof.-s Fancy Pig $19.50; Klares Bear. ,18.50: Famlly 17.00; Short Clea, 15.00; Rumpf 15.00.
Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. Sets, ilr, Außenseiten 8c; Innen feiten 134c; Knöchel 13c. Schmalz, m Ticrces, 1. Qualität 8c; 2. Qualität 8c; 3. Qualität e Würste, Geräucherte Bratwurst 3c; Frankfurter 8c; Wicnerwuest 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Därmen 6.1c, -n Tuch 6 jc. Butter, ?ier und eflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12e ßier, 185 per Dutzend. Hühner 7c, Spring Chickens 7c Pfd. Turkey Hennen 6$c, junge Hähne 8, alte Hähne 5c; Enten 5-8c;Gänfe wer. den verkauft zu 3.75-4.25 per Dtzd.
Fische, Anftcrn und Wildpret. Händter-Preise: Clams Lillle Necks 75c ver l(i,. Hummern 25c per Pfund. Austern BesteBaltimore ooerStand arte, $1.00 per Gallone; beste Balti. limore Seleets,$1.10 per lvaltone; New )ort Counts, $1.00 per Hundert; New )orf Cull), 70c per Hundert; Blue Points in Schalen. 75c per Hundert. Äusterri in Kannen New $or! Counts 35c; I. S. F. & Co. 3elcc 32c; Stundard 25c; F. Brand 22c; 0. K. 18c; R. 15c. See-Fische. Knochenlose häringe 7c; varinge 4 jc; Perch 5e; Weißsifch 9c; Forellen 9k; Red Snapver 8k; Kennebec 5eckte 15c; Blaufische 10c. öa.ibut 15c; S lock fisch 8c; Haddock 8c; ;üiritch 10c; ?!o. 1 Pickerel 9k; No. 2 Pickerel oder Blue Pik 6c; Black Baß I 5, n Frofchfchcnlet, $1.5.0-2 per Dtzd. (ttetreidc. Weizen-')o. 2 rother 74 auf den Yeleiien, 74c von der Mühle ; Ro. I cotder 70-72c; Novbr. 74c auf den Geleisen: Waezciiwcizen 74c. Korn-No. 1 weiß 37jc; No. 2 weiß ;Wjc; No. 3 wrik 37jc; No. 4 weiß 33-S6; No. 2 weiß gemischt 36? c; io. 3 wein acm i ich t 36? c; No. 4 weiß ie mischt 82?-34? :No. 2 gelb 37c; No. 3 gelb 37c; No. 4 gelb 33-35c; No. 2 gemischt t6ta No. 3 qcmischt 36 c; Ro. 4 gemischt 32-33; au Kmbcn 34c. Hafer-No. 2 weißer 25c; No. 3 weißer 24c; No. 2 gemischter 2oc; No. 3 gcmifchter 22 c Hcu-altcs No. 1 Timotlm 12.5013.00 No. 2 Timothy 11.00-12.00. Kaffee. Folgendes sind die Jndianapoli Preise : Gewöhn!, bis guter 12c-18c; prima bi-Z gewählter 20-22c. Faney 26-27c; Holden Rio 23-26; Java 28-3 1c. In Packcten: Äriosa $12.75, Lion 11.75, Jersey 13.25, Caracas 13.25, Dislworth's 13.25, Dutch Java Blend ltt.00, Mail Pouch 12.25, Gates Blended Java 11.75. Groceries. Zucker Dominoes 6.17c; Stückzucker 6.32c; pu'.verfirter 6.02c; XXXX pulverifirter 6.07c; Standard granulirter 5.92c; feiner granulirter 5.92c; granulirter in 5 Pfund Säcken 6.07c; granu tirter in 5 Pfund Cartons 6.07c; exna feiner granulirter 6.07c; Cubes 6.07c; Mold Ä 6.07c; Confectioncrs' A 5.72c; 1 Columbia A-Keystone A .567c; 2 WindforA-American A 5.62c; 3 Ridge wood A-Ccntennial A. 5.52c: 4 Phrrnij A-Caltfornia A 5.47c; 5 Empire AFranktin S 5.42c; 6 Ideal Extra Gol den C-Keystone B 5.37c; 7 Windsor Extra C-Amnican B 5.27c; 8 Ridqe 5 ' ö v tr rr ... . , . r , - ninnn prirn u u mir nnis) m r i r: MVVV VM V VUIIIIMIIUI -V J A. I V gelber extra C-Catisornia B 5.17c; IC gelber C-Franklin ertra C 6.12c; 11 gclber-Kcyttone extra C. 5.12c; 12 1 O , qclder-Amcrican ertra C 5.12c; 13 ?el I O c- r 1 bcr-l5entennial crira k 5.. 12c: 14 aelber -California ertra C 5.12c: 15 aetber Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; Sec ond. 3 Pfund, $1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama ! 5"" Gesiebte Erbsen JPH01 he Junr $1-1. .Marrow 95c eingeweichte 55c-R)c; 8 ! n.uioe, .suno, vw-i.w,4 körn 80e $1.40; Avfelbutter, per Dutzend, 3 Pfund, 95c. Wolle. 2n?rtPhf finh hti flrt-Ho fi'tr Nin n uÖv.vv V-" IrtXnnii n?.' Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20c; seine Merino 15-17ü unge reinigte, von 3c bis 5c wenigerDubcrce waschene 28-30c. Kohlen. Tonne X Z:nne Anlhracite $7.00 Raucblose 4.50 Jackson 4.00 Pittsburg 4.00 Raymond City 4.00 Winisrede 4.00 Kanawha 4.00 Lnhrig 3.50 Brazil Block 3.50 Grcen County 3.00 Jndiana Lump 3.00 Stack 2.00 Bloßburg 5.00 3.65 2.40 2.15 2.15 2.15 2.15 2.15 1.90 1.90 1.65 1.65 1.15 2.65 Lump Coke 11c ver Bus. 2.75 per 5 Bushel. $1.50 per 12 Bushel. Zerkleinerter Cote 13e pe B r. $3.26 pe?26Bu. $1.75 per 12z Bu.
