Indiana Tribüne, Volume 24, Number 54, Indianapolis, Marion County, 11 November 1900 — Page 7
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Tie deutsche Erzieherin. V Von Anna Lüdecke' Wo träft man sie nicht, die deutsche Erzieherin? Nicht nur so weit die deutsche Zunge, klingt, sondern auch aus fern, fremder Erde ist sie eine alltägliche Erscheinung. In der brasilianischen Hacienda sowohl als in dem ungarischen Magnatenschloffe. in dem von strenge? Convenienz umfriedeten englischen Fa milienhause so gut wie in der durch ihr etwas regelloses Leben und Treiden und durch eine schwüle Pracht so seltsam anmuthenden Villa des reichen Levantiners. in der heiteren, russifchen Datsche so oft wie in dem ernsten, itaLenischen Palazzo kernn man ihr begegnen. Und meist paßr sie sich überall mit dem ihr eigenen Feingefühl, mit ungesuchter Würde den Verhältnissen an. Meist wird sie geachtet und zeschätzt, vielleicht nicht immer ganz nach ihrem vollen Werthe, weil hier und da das richtige Verständniß für die ganze Tiefe ihres Wesens, für diefe Vereintgung von Gemüthsinnigkeit und gediegener Bildung fehlt, aber doch genügen, um daraus zu schließen, daß sie in hervorragender Weife für ihren Beruf befähigt und vorgebildet sein muß. Tiefe Vorbildung erlangt sie zumeist in einem der zahlreichen öffentlichen oder privaten Institute, die zukünftige Lehrerinnen in einem zwei- bis dreijährigen Kursus mit den nothwendigen theoretischen und praktischen Kenntnissen ausrüsten. Das junge Mädchen aber, welches Erzieherin zu werden gedenkt, hat sich während dieser Zeit nicht nur dem Studium der Wissenschaften und fremder Sprachen, sondern auch der Musik zu widmen. Es muß sich daneben noch mit den verschiedensten Arten weiblicher Handarbeit und womöglich mit der edlen Malerei beschäftigen. Denn unsere Zeit, die allseitig spezialisirende. erlangt von der Erzieherin sonderbarerweise eine merkwürdige Universität. Tr Wettbewerb ist groß, und nicht die Gründlichkeit der Kenntnisse giebt überall den Ausschlaz, sondern oft nur jene zahlreichen, cleganten Fertigkeiten, durch welche die Frau dem Leben in der Familie fow'in der Geselligkeit Schmuck und Glanz zu verleihen vermag, und deren Besitz von der Erzieherin in vielen Fällen unbedingt gefordert wird. Nach bestandener Staatsprüfung folgen auf die schweren Lehrjahre häufig noch schwerere Wanderjahre. Vor allen Dingen strebt die junge Anfängerin darnach, sich noch eine größere Gewandtheit im Gebrauche des Französiscken und Englischen anzueignen. Um die Kosten eines Aufenthaltes im Auslande nicht aus ihren Mitteln bestritten zu müssen, nimmt sie daher oft .eine Stellung in französischen odernglischenPensionaten an, wo sie verpflich.tet ist, gegen Logis und Verpflegung Unterricht zu ertheilen. Bisweilen ist's eine wahre Frohnarbeit, die ihr kaum genügendeMuße zu gener. sprachlicher Vervollkommnung läßt. Meistens aber mit einem gründlichen Wissen und nicht minder tüchtigem pädagogischem Können ausgerüstet, tritt nun die angebende Erzieherin in den Kampf ums Tasein. Und diefer Kampf ist unter Umständen der härtesten einer, welche die Frau in dem vielgestaltigen, weiblichenBerufsleben zu führen hat. Denn mekr als die Mehrzahl ihrer' in einem Erwerb stehenden Geschlechtsgenossinnen hänqt die Erzieherin von der Gunst des Zufalls ab. Nicht immer entscheiden in ihrer Laufbahn Her-zens-und Geistesgaben sowie gediegene Leistungen über ideale und reale Erfolge. Nur zu oft muß sie ruhelos von Haus u Haus wandern, nirgends eecht verstanden und gewürdigt, weil sie immer in ein falsches Milieu geräth. Die Zurückhaltendeist manchmal genöthigt, inmitten spontan sich gebender Krait naturen zu leben, rie unter ihrem rubigen, in sich gekehrten Wesen nur Kälte und Theilnahmslosigkeit vermuthen; die Ernste, einfach Gewöhnte geräth zuweilen in das laute, luxuriöse Tri-
ben oberflächlicher Weltmenschen ; die fein gebildete Tochter aus gutem Hause ward vom Schicksal meine Familie zeführt, wo ilr Taktlosigkeit und DUnkel entgegentreten. Und nicht nur das allein! Du ist mitunter mit der Träqheit, dem Eigensinn, den mancherlei Untugenden der Zöglinge zu kämpfen, da sind bisweilen die Vorurtheile und falschen Erzipkungsgrundfäne kurzsichtiger Mütter zu überwinden, die itjrn Kleinen jede Arbeit erleichtern, jede Anstrengung fernhalten, jede Strafe rlassen möchten. Alles daö bildet, oereint mit dem Demüthigenden der Abhängigkert, einen großen Theil des Gouvernantenelenvs, von dem so viele i?ckbändige Rornane zu berichte wisW. Aber die Rom.crr? übertreibe häufig .auch hier Freud und Leid, unr h ie ir'.5t jede Jane Etxe ihren Rockester fnti:, nicht jede bescheidene Gouvernante kaum die Schwelle des stolzen Schisses zu überschreien braucht, tm irgend meinen hochgebvMen Herren DU freien. f.o kennen auch viele Erzieherin, nen nichk die Klagen uitd Plagen, vor denen en Büchern z lesen ist. S haben gtt geartete, anhängliche Zoglinge und werden von den Familien. in denen sie leben, nicht als Fremde, sondern als Vlitglteder betrachtet, sind eng mit der Interessen venvachsen, suhlen Glück nd Leid des gsstlichm Hauses beinahe wie das eigene. Und roelch eine reine, höbe Befriedigung empfinden sie nicht in dem Bemühen, d seelischen und geistigen Anlagen der ihnen anvertrauten, jungen Menschenknospen zu schönerEntfaltung zu bringen, wie reichen Dank ernten sie nicht vft in der Anerkennung der Eltern, deren Kinder sie gewissenhaft gelehrt und geleitet haben! In dem LebenZabend so mancher einsamen, alternden Frau bildet die Erinnerung an ihr treues, er-.
folgreiches Wirken als Erzieherin eine Quelle reinster Freude. Am angenehmsten und friedlichsten, wenn auch nicht immer am glänzend sten, gestalte? das Los der deutschen Erzieherin in ihrem Vaterlande, denn dort, wo sie die sie umgebenden VerHältnisse, die an sie gestellten Anforderungen verhältnißmäßig am genau?sten zu beurtheilen vermag, bietet sich ihr die meiste Gewähr dafür, den Ansprüchen nach jeder 5)insicht gerecht zu rserden. Es gab eine Zeit, wo wir Tn Deutschland unter einer Ueberfluthung von Gouvernanten litten, weil all:s zum Lehrberufe drängte. Aber seitdem sich der Erwerbsthätigkeit der Frauen zahlreiche andere Gebiete eröffnet haben. ist hierin ein erfreulicher Umschwung eingetreten, und damit bewegen sich auch die Gehälter in aufsteigender Linie. Die Erzieherin, die auf das deutsche Familienleben nicht zu verzichten vermag oder die nicht hinreichenden Unternehmungsgeist besitzt, um in der Fremde ihr Heil zu versuchen, läßt sich an den bescheideneren VerhältNissen in Deutschland genügen. 5)ilfreiche Menschenliebe und die auch in ihrem Berufe rege Vereinsthätigkeit haben Veranstaltungen verschiedener Art getroffen. Kassen und FeierabendHäuser gegründet, welche, ohne daß sie Sckätze zu häufen braucht, es ihr ermöglichen, ihr Alter vor Sorgen zu schützen. Diejenige freilich, welche, der praktischen Richtung unserer Zeit folgend, ihre Leistungen möglichst hoch zu verwerthen bestrebt ist, die von dem germanischen Wandertriebe od;r eifrigem Wissensdrang unwiderstehlich Befallene vertraut ihrem gutn Stern und geht in das Ausland. Und da sie meistens in hohem Grade die deutschen Frauentugenden der Pflichttreue, unermüdliche Arbeitslust und Selbstbeherrschung besitzt, faßt sie oft in dem fremden Boden Fuß, wirkt ze-. deihlich und fördernd nicht nur auf idre Zöglinge, sondern nicht selten auf ihre ganze Umgebung. Denn neben ihren pädagogischen Eigenschaften gewinnen ihr auch gerade die anderen menschlich schönen Seiten ihres Wesens die allgcmeine Achtung. Und während die Französin und die Engländerin Hauptsächlich um ihrer Muttersprache willen gesucht werden, engagirt man die deutsche Erzieherin fast immer wegen ihrer tiefen, umfassenden Bildung und w?gen ihres praktischen Könnens. Die Französin beherrscht selten fremde Sprachen, und die Engländerin oerfügt zwar häufig über einen Ballast von Kenntnissen aller Art, vermag aber aus Mangel an pädagogischer Schulung und angeborenem Lehrtalente ihr Wissen anderen oft nicht lebendig und fruchtbringend mitzutheilen. Ueberall auf bewohnterErde, wo immer die Sonne der Cultur hinscheint, ist die deutsche Erzieherin zu finden, sie selber eine Kulturträgerin in oft sehr dunklen Regionen. Leuchte und Vorbild emsiger Ausdauer, echt weiblichen Zartsinnes, rührigen Strebens und freien Geistesschwunges. Daß sie unter den Gewohnheiten der fremden Nationen bisweilen zu leiden hat, daß sie im Auslande nicht immer auf Rosen gebettet ist, wer wollte es leugnen. In dem civilisirten England wird sie häufig nur als höherer Dienstbote be-
trachtet, tn dem von Bildung kaum übertünchten Orient bereiten ihr die Unzuverlässigkeit der Menschen und die Unsicherheit der Zustände mancherlei Schwierigkeiten, und in Südamerika fühlt sie sich vielfach von der Oede des Familienlebens, von ihr entgegentretender Oberflächlichkeit und Genußsucht abgestoßen. Am günstigsten ist die Stellung der deutschen Erzieherin wohl in dem Osten Europas, in Ungarn, Rußland und den Balkanländern, wo höhere weibliche Bildung noch ihren Preis und ihren Werth hat, wo man in der deutschen Gouvernante die Ausländerin und die Dame schätzt und last not leaat verhältnißmäßig schwer Ersatz für die Scheidende finder, sie demnach gern erscheinen und ungern gehen sieht". Freilich macht auch nur hier die energische, in sich gefestigte Natur sicher ihren Weg, es findet sich in den theils primitiven, theils übercivilisirten Zuständen nur die Lebenskundige und Lebenskluge zudeckt, es kann Kinder einer anderen Rasse, die meist ein starkes Naturell und eine sehr ausgeprägte Eigenart besitzen, nur die hervorragend für ihren Beruf Begabte erfolgreich erziehen. Doch, ob die deutsche Erzieherin dem kleinen russischen Mädchen ihre trauten heimischen Sagen und Märchen rzählt, ob sie der rumänischen Bo-aren-tochter die Schönheiten der Schillerschen Dichtungen erklärt oder mit dem griechischen Fräulein Mozarts Sonaten studirt, immer wird sie mit der Liebe, die sie sich in den jungen Herzen erringt, anch die Liebe zu deutscher Art und Sitte, die vielleicht erst noch träumende. spater aber verständnißvolle Bewunderung für die Herrlichkeiten deutschen Geisteslebens erwecken. Künstlicher Scheintod. Ueber den willkürlichen Scheintod indischer Fakire veröffentlicht einer der ersten deutscheu Jndienkenner, der Tubinger Universitätsprofessor Dr.Garbe, eine überaus fesselnde Abhandlung. Hr bespricht zunächst die altbekannten Fälle von Autosuggestion" bei den ' infcrchen Fakiren (richtiger als dieses j arabische Wort ist übrigens die BeZeichnung der Hindu - Asketen als Aogius"). Wichtiger als diese willkürliche Versetzung in einen Zustand hypnotischer Starre ist aber das Lebendigbegrabenwerden, das allerdings nicht, wie man gemeinhin glaubt, bei den Aogins gang und gäbe ist. Äielmehr gehen alleBerichte über diese cn.'ffallende Erscheinungen auf die unge' wöhnlichen Leistungen eines ManneZ Namens Haridas zurück, der es soweit
brachte, tV, Lebensthätigkeit bis zu vierzig Tagen auszusetzen und so lange unter dem Erdboden zu verharren. Sehr merkwürdig ist der von Garbe angeführte Bericht über eine derartige Eingrabung im Jahre 1837, den Sir Elaude Wade, der damalige britische Resident am Hofe des Maharadscha Runjert Singh voti Lahore. verfaßt hat. Da der Maharadscha selbst ungläubig war. so war durch gehäufte Vorsichtsmatzregeln ein Betrug völlig unmöglich gemacht. Ueber den Vorgang der Ausgrabung des 40 Tage Bestatteten schreibt nun Wade u. A.: In einer Nische, etwa drei Fuß unter der Bodenfläche des Raumes (in dem Haridas eingeschlossen war) stand aufrecht ein hölzerner Kasten mit Deckel etwa vier englische Fuß lang und drei Fuß breit, welcher den Fakir enthielt. Der Deckel war gleichfalls durch ein Vorlegeschloß und dasselbe Siegel wie die Außenthür geschlossen. Als wir ihn öffneten, sahen, wir eine menschliche Gestalt in einem weißen Leinensack, der über dem Kopf dersel' ben zugebunden war. Hierauf wurden Salutschüsse abgegeben, und dieMenge drängte sich an die Thür, um das feltsame Schauspiel zu sehen. Als ihre Neugier befriedigt worden, griff der Diener des Fakirs in den Kasten und nahm die Gestalt heraus, schloß den tastendeckel und lehnte sie in derselben hockenden Stellung, wie sie im Kasten gleich einem indischen Götzenbild) gelegen hatte, mit dem Rücken gegen den Deckel. Runjert Singh und ich stiegen dann in dieAushöhlung, welche so klein war, daß wir nur aus dem Boden gegenüber dem Körper sitzen konnten und denselben mit Hand und Kinn berührten. Darauf goß der Diener warmes Wasser über die Gestalt; da ich aber beabsichtigte, etwaige Betrügereien zu entdecken, so schlug ich dem Runjert Singh vor, den Sack zu öffnen und den Körper genau anzusehen, bevor etwaige Wiedererweckungsvcrsuche gemacht wurden. Ich that dies und muß hier bemerken, daß der Sack, als wir ihn zuerst gewahr wurden, schimmelig aussah, wie einer, der einige Zeit vergraben gewesen ist. Arme und Beine der Gestalt waren runzelig und steif, der. Kopf ruhte auf einer Schulter, wie bei einer Leiche. Ich bat meinen mich begleitenden Arzt, auch hinabzusteigen und den Körper zu untersuchen; er that es und konnte weder in der Herzgegcnd, noch an den Schläfen, noch am Arm den Puls fühlen. Doch waren die dem Gehirn entsprechenden Kopftheile wärmer als der andere Theil des Körpers. Darauf begann derDiener ihn auf's Neue mit heißem Wasser zu baden und streckte allmälig Arme und Beine aus der starren Stellung, in welcher sie sich befanden, während Runjert Singh noch das rechte und ich das linke Bein nahmen, um durch Reiben sie wieder gebrauchsfähig zu machen. Jnzwi schen legte der Diener einen etwa zollstarken heißen Weizenteig auf den Scheitel, ein Vorgang, den er zweibis dreimal wiederholte; dann entfernte er aus den Ohren und den Nasenl'öchern die Baumwolle und das Wachs, womit dieselben geschlossen waren, und öffnete mit großer Anstrengung, indem er eine Messerspitze zwischen die Zähne schob, den Mund, und während er mit der linken Hand die Kiefer von einander trennte, zog er mit der rechten die Zunge vor. welche mehrfach in ihre aufwärts gekrümmte Stellung zurückfuhr, wobei sie den Schlund verschloß. Dann rieb er auf die Augenlider ..Ghee". d. h. zerlassene Butter, einige Sekunden lang, bis er sie öffnen konnte. Das Auge erschien bewegungslos und glanzlos. Als der Teig zum dritten Mal auf den Scheitel gelegt worden war, wurde der Körper konvulsivisch bewegt, die Nüstern wurden aufgeblasen und die Glieder begannen eine natürliche Fülle anzunehmen; der Puls war immer noch kaum fühlbar. Der Diener legte etwas zerflossene Butter auf die Zunge und ließ sie vom Fakir verschlucken. Wenige Minuten später traten die Augäpfel hervor und erhielten eine natürliche Farbe, und der Fakir, der erkannte, daß Runjert Singh dicht neben ibm saß. sagte kaum verständlich in leisen Grabestönen: Glaubst Du mir nun?" Runjert Singh bejahte die Frage und bekleidete den Fakir mit einem PerlenHalsband, prachtvollen goldenen Armändern und einem Ehrenkleid aus Seide, Musselin und Schalstoff, wie es gewöhnlich von indischen Fürsten her vorragenden Personen verliehen wird. Vom Augenblicke an. wo der Kasten -öffnet wurde, bis der ??akir Yt umme wie oer fand, konnte kaum eine halbeStunde verflossen sein, und abtrmals nach einer halben Stunde sprach der Fakir mit mir und seiner Umgebung, wenn auch mit schwacher Stimme wie ein Kranker; und dann verließen wir ihn. überzeugt, daß kein Betrug noch Täuschung in dem Vorgang untergelaufen war. dessen Augenzeu gen wir gewesen." Nach der Darstellung des' Dr. Ho nigsberger, eines gebürtigen Deutschen und Leibarztes beim Maharadscha. waren die folgenden Vorbereitungen des Haridas zu seiner Eingrabung bemerkeaswerth. Als Haridas anfing, sich für seinen sonderbaren Beruf abzuHärten, löste er sich das Zungenbändchen, wie das auch andere Fogins zu thun pflegen, und führte durch beständiges Ziehen und Bcstreichen mit bestimmten Stoffen eine Verlängerung seiner Zunge herbei. Dadurch kam er in die Lage, die Zunge zurückzuklappen, in den Rachenraum zu stecken und diesen zu verschließen, sobald er den Wunsch hatte, die Athmung einzustellen. Das Athemanhalten gilt in allen Aoga - Texten als eine Hauptsache bei der Aoga - Praxis; Jahre werden darauf verwendet, um das Einhalten des
Athems für immer längere Zeit zu erlernen. Dies muß auch Heridas zu großer Fertigkeit gebracht haben, bevor er das eben erwähnte Experiment mit der Zunge machte. Verschiedene Forscher haben auf den Winterschlaf der Thiere als auf einen ähnlichen, aber nicht gleichartigen Zustand hingewiesen. Erstens tritt der thierische Winterschlaf unwillkürlich ein. während der Scheintod von den ?)ogins willkürlich herbeigeführt wird. Zweitens ist der Winterschlaf hauptsächlich durch die Kälte bedingt, da dieser Zustand bei den Thieren, die unter normalen VerHältnissen beim Eintritt der kalten Zeit in ihn versinken, durch den Aufenthalt in höherer Temperatur vermieden wird, und da man die im Winterschlaf liegenden Thiere jederzeit durch künstliche Wärme erwecken kann. Die Temperaturverhältnisse kommen nun bei oer Katalepsie der ?)ogins entweder gar nicht in Betracht oder doch in ganz anderer Weise, insofern nämlich, als das Experiment des Lebendigbegrabens für Haridas nicht in unserem Klima ausführbar gewesen wäre, sondern nur in einem heißen Lande wie Indien, wo der durchglühte Erdboden dem starren Körper des Begrabenen dasjenige Maß von Wärme zuführte, welches zur Erhaltung des Lebens unter so abnormen Umständen erforderlich war. Andererseits aber hat der künstliche Scheintod der Jogins mit dem Winterschlaf der Thiere folgende wichtige Merkmale gemeinsam: die außerordentliche Herabsetzung und Verlangsamung der Athmung und des Pulsschlags, sowie den Verbrauch des fettes und der sonstigen Gewebe. So bedauerlich es ist, daß mit Haridas vor und nach der Vergrabung keine genauen Wägungen vorgenommen sind, so läht sich doch mit unbedingter ZU cherheit behaupten, daß Haridas wäbrend der Zeit der kataleptischen Starre in Uebereinstimmung mit den in Winterschlas verfallenden Thieren von seinen Geweben gezehrt hat, und daß der Scheintod unmerklich in wirklichen Tod übergegangen wäre, wenn der Mann seine Gewebe vollständig aufgebraucht hätte. Vierzig Tage sind die längste beglaubigte Zeitdauer, die Haridas unter der Erde zugebracht hat, und es ist wohl anzunehmen, daß er damit an der Grenze seiner Leistun,' fähigkeit angelangt war. Es beweist gar nichts, daß Haridas selbst dasVertrauen gehabt hat. ein weit längeres Begräbniß aushalten zu können." Zum Schluß weist Prof. Garbe darauf hin, daß Haridas wahrscheinlich ein Narkotikon zu sich nahm, bevor er die Zunge in den Rachenraum steckte und sich in Katalepsie versetzte. Schon mehrfach ist dig Vermuthung geäußert worden, daß ein Präparat aus indischem Hanf inAnwendung gebracht fei; Ernst Kühn hat neuerdings diese Vermuthung durch eine Reihe von Gründen gestützt und zugleich wahrscheinlich gemacht, daß die Wirkung des HanfPräparates durch Zusammensetzung mit Stechapfel und Bilsenkraut für die Zwecke der Aogins gesteigert wurde.
Trockenes Holz. General Adna R. Chaffee. der Commandirende der amerikanischen Truppen in China, war im Jahre 1878. da er noch den Rang eines Capitäns in einem Cavallerie - Regiment bekleidete, einer Garnison in Arizona zugetheilt, aber sein Contingent befand sich meistens auf dem Marsche, da die Apachen, welche damals auf Anordnung der Regierung ihre Wohnsitze im Thale des oberen Verdc - Flusses auf. geben mußten, um die White Mountain - Reservation zu beziehen, viel Trubel verursachten. Capt. Chaffee's Troop" hatte ein Bivouak bezogen. Das Wetter war miserabel, es regnete wie mit Mollen gegossen und auch die Zelte hielten nicht mehr dicht. Das Feuer in dem kleinen Zuckerhut - Ofen des Capitäns wollte nicht brennen, und Chaffee rief seiner Ordonnanz. Bringen Sie trockenes Holz", befahl er. Der Cavallerist. ein Jrländer Namens Muldoon, stand stramm am Zelteingang und sagte: .Capitän, es ist keins da." Chaffee, damals schon ebenso kurz angebunden, wie jetzt, schnauzte ihn an: Das weiß ich besser. Machen Sie. daß Sie fortkommen und kommen Sie nicht ohne trockenes Holz zurück!" Muldoon salutirte, machte stramm Kehrt und stapfte in die schlammige Umgegend hinaus. Offenbar war das trockene Holz nicht so leicht zu finden, denn er kam weder an dem Abend, noch am nächsten Tage zurück, und dann brach Capt. Chaffee mit feinem Troop auf. Muldoon zeigte sich nicht wieder und ward als Deserteur von der Musterrolle gestrichen. Zwei Jahre später war Capt. Chaffee zum Major avancirt und commandirte die Garnison von F?rt McDowell. am unteren Verde - Fluß, etwa hundert Meilen von dem Platze entfernt, wo Muldoon auf NimmerWiederkehr verschwunden war. An einem heißen Sommerabend saß Major Chaffee vor seinem Adobe (Lehm)Hause und rauchte die .UtsT I)innor" - Cigarre bei Mondbeleuchtung, als plötzlich eine abenteuerliche Figur auftauchte mit einem riesigen Bündel Mosquito - Holz im Arm. Die Figur stellte sich stramm vor den Major hin. salutirte und ließ im reinsten irischen Brogue" die Worte los: Capt'n. ich habe das trockene Holz gebracht!" Tableau! Die Offiziere des Kriegsgerichts erklärten, von Rechts wegen habe Muldoon reichlich fünf Jahre Einsverrung im Militär - Gefängniß zu Alcatrog verdient, aber der Humor der Geschichte gewann den Tag. Milderungsgründe wurden angenommen, und Muldoon kam mit secks Monaten Ga?nison-Ar-
ALBERT
(NachfOlger von Fabrikant
Candies
Keine ßyocoladen eine Spezialität. Händler in geschälten und ungeschälten Nüssen. Bäcker, Groceristen, Sonntagsschulen, Vereine und Logen werden gebet
mir ihre Kundschaft 102 Süd Pennsylvania Straße, beit davon und erhielt später seinen Abschied. Wie einer der Offiziere des Kriegsgerichts, welcher diese ChaffeeAnekdote erzählte, versichert, lebt Muldoon heute noch in der Nähe von Phoenix, Arizona. Fürchterliche Rache. Zeisigbastel ist eben vom Amtsgericht 'negen Vogelstellern zu vierzehn Tagen Gefängniß verurtheilt worden und kommt wüthend heim. Weißt Alte, wer mir die Suppe ein'brockt hat? Der Lokomotivführer an der Klingelbahn, der mi g'seh'n hab'n will. Aber i nehm' mei' Räch', paß auf!" Um Gottes will'n, do net an der Bahn?" G'rad' an der. denken sollens an mi, das schwör i, in alle Blätter muß's kommen!" Bastel! Das thut net I thu's, in der Nacht noch schmier' i mein ganzen Vogelleim auf d' Schien'n!" JndirecteWirkung. 0 mußt in der t?äe stehen. Fritzchen, warum?" Weil Papa dcc Mama nicht' gefolgt hat." Was bat dö 'aamii zu thun?" Da bekommt 'apa sein Gezanktes und dann läßt er seines Aerger immer l mix as!" Kontrastwirkung. Frl. A.: Ich lese bei heißem Wetter immer tieftrauriqe Romane." Frl. B.: Weshalb denn?" Frl. A.: Weil es mich danach kalt überläuft!" Poesreund Prosa. Ach. gnädiges Fräulein, würden Sie mit mir die Reise durch's Leben wagen?" ..Gewiß, wenn Sie genug Reisegeld haben!" M a l i t i ö s. Aelteres Fräulein (prahlerisch): O, Herr Rath, ich babe schon viele Körbe in meinem Leben ausgetheilt!" Glaub' ich gern, gnädiges Fräulein, hatten ja auch hinreichend Zeit da?u!" Hits Photographische Gallerie, 150 Süd Illinois Straße. Der Unterzeichnete ladet die Deutsche, der Etadt und Umgegend zu einem Besuch, seiner Gallerte ein. ute Vilder garantirt. Preise niedrig Deutscher Photograph Alles recht blitzblank in Küche und Haus zu haben, erfüllt jede gute Hausfrau mit gerechtem Stolz. Das beste Mittel, alle Me, tallwaaren in kürzester Zeit und für die längste Dauer blitzblank und glänzend wie einen Spiegel zu machen, ist die ll. 8. METAL POLISH PASTE, die von ff altbekannten und bewährten Firma GEORGE W. HOFFMAN, 549 Ost Washington St., Indianapolis, Ind.. hergestellt wird. ffür Gaslwirthe ist das altbewährte Putz mittet von derselben Firma hergestellt, zum Putzen der BarFlxtures etc. ein-ach unentbehrlich und wer es einmal gebrauch: hat. wird es stets w eder holen. Bar ttceper's Friend", das Unentdehrtlche, ist überall i Apotheken zü haben. DR. J. PÄil(7 praktischer Arzt, Zimmer 3 nnd 9, Commercial Block, Ccke Kentucky Ave. und Washingtonstraße TlepkO-alte Wk neue 3057 und 282. Eprechstunden.- 11 Sonn.; 2 t Nachm.; 7 SAdd Dr. I. S. Kirfepatrick Zbetzandelt Frauenkrankheiten und ranfhei ten des ectums. Hämoredoiden otine VkeNer nd ist tttn geheilt. Offlee: Harne Bailding. 31 Ost Ohio Str. WALTER FRANZ, Sahn-Arzt, No. 90 Ost Market.Strabe, Coffin loch Zimmer 48. ! Officestunden : 9 12 93m.; 15 5hn.; ? , bend. ronrilag in w uyr Bm. hi 2 Uhr Nm. 1
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