Indiana Tribüne, Volume 24, Number 54, Indianapolis, Marion County, 11 November 1900 — Page 3

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Jndiaiia Trsbüne, Sonntag, 11, November 1900.

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Im Mllkil Des Doiiiipsjjnnopr. bano 5rcirhic-;o -c?r und Man derzeit öieoicito nni jenseits des Hceczns. Konun von Karl Gundlach. ,

Copyng'-.ted 1S9S. Nachdruck verböte. (8. Fortsetzung.) Wie uns Herr Tirector Junkerberg versichert, wird der illustre Gast bereits in der ersten Theaterwoche hier auftreten. Wann er hier eintrifft, werden wir in den nächsten Tagen mittheilen." Ich war wie vom Donner gerührt. Also Herr Egidius kam als Gast, als illustrer" Gast? Deshalb war er unHerwegs zurückgeblieben! Na. das war ja nicht schlimm; er konnte ja ebenso gut Gast spielen, wie die geschäftsmäßig reisenden Künstler, denen er mindestens gleichstand. Aber das Hineinzerren seiner Familienangelegenheiten war doch mindestens sehr unzart, abgesehen von den Unwahrhei4en. Und in der nächsten Nummer des Blattes hieß es gar: ..Wie wir neuerdings vernehmen, ist die Gattin des Hofschauspielers Tr. lZgidius Scf.rin durchaus nicht so schuldig, als es uns Anfangs schien. Der Künstler, der im Uebrigen ein glückliches Familienleben führte, soll nämlich mit einer sehr hoben Dame weiter dürfen wir nichts verrathen in den allerinnigsten Beziehungen stehen und deshalb höheren Ortes sich mißliebig gemacht haben. Und weiter: Nicht nur eine Liebschaft mit der schon erwähnten hohen Dame bat Herr Schein unterhalten; wie sich jetzt herausstellt, sind auch zweiPrinzessinnen in den delikaten Handel verwickelt, sowie außerdem nochGatrinnen und Töchter der ersten Familien des Landes. .Herr Schein war nämlich ein gern gesehener Gast auf den Schlössern - des hohen Adels. - Officiell natürlich werden diese Dinge unterdrückt, allein PrivatNachrichten lassen es ganz außer allem Zweifel, daß unser lZgidius ein Don Juan ersten Ranges ist. Er ist nämlich ein sehr schöner Mann, der mit dem Zauber seiner Persönlichkeit alle Herzen bezwingt. Seine Antrittsrolle in unserer Stadt wird der Uriel Acosta sein." Ich wußte nicht, sollte ich lachen über solches Zeug oder Mein lieber Raden, das ist amerikaNische Reklame, die auch bisweilen in Deutschland angewendet wird, um einen Künstler interessant zu machen. Hier verstehen wir die lche aber bes Ter: Sie werden davon noch mehr erleben Ihrer Diskretion bin ich übrigens vollkommen sicher, nicht wahr? Abgemacht! Zunächst aber fassen Sie sich und studiren Sie einstweilen den De Silva". Was wollte ich machen? Ich nahm die Rolle und verfügte mich ganz betäubt nach Hause. Bei der Mittagstafel ward natürlich das Gastspiel des Herrn Egidius Sckein nach allen Seiten erörtert und ich merkte, daß das Schauspielerpersonal gut instruirt war, nichts zu verrathen. Uebrigens kannte außer Bertha Muzell Niemand die Verhältnisse . Scheins. Der Wirth und einige vornehme j Gäste brannten bereits vor Neugierde, ! den berühmten Gast und Don Juan zu sehen. Von nun an brachte jede neue Zeitungsnummer neue überraschende Ein- 1 zelheiten über das Privatleben des großen Mimen und genaue Beschrei- , düngen seiner Orden und Ehrenzeichen, daß einem der Verstand hätte stille siehen können. Endlich fing ein Artikel an: Er kommt! Er kommt u. s. m." Die großartigsten Vorbereitungen wurden getroffen, den Ersehnten wür- j dig zu empfangen. In dem Annoncentheile der deutschen und englischen Zeitungen wurden Statisten für das deutsche Theater gesucht, und überall ward ein betäubender Lärm geschlagen. Endlich, endlich hieß es eines schö- ! nen Morgens: ..Unser Srein kommt mit dem ZehnUhr - Zuge an. Der Director ersuchte das Personal, zum Emvfange mit auf den Bahnhos zu gehen, was uns natürlich riesigen Spaß machte. Als wir ankamen, waren bereits sämmtliche Statisten unter Führung des Theatersecretärs versammelt, und Alles harrte voll Ungeduld oem Zuge entgegen. Jetzt fuhr der Zug in die Halle, und alle Blicke suchten unter oen Aussteigenden die herrliche Erscheinung des Gastes. Da! War das nicht?! Ein schlanker Mann in schwarzem Anzüge interessantes glatt rasirtes Gesieht Der Secretär vermochte die Begeirung seiner Sckaar nicht mehr zu zügeln. und ein donnerndes Hoch auf den aroßen Künstler Egidius Schein brausie durch die Luft. Der Angekommene stand einen Augenblick verblüfft stille und fragte: In that Betet for me?" (Gilt das mir?) Und da tauchte neben ihm das Me- - Gesicht des Direktors Egidiulaus. Alt lebereifrigen hatten den Falischt und wußten sich jetzt nicht s und der Fremde standen gegenüber und sahen sich vern. Dann baten sie sich gegenEntschuldigung und Aufkläfremde schien nur föltsl

lisch zu verstehen, und $al war für unseren lieben Egidius Spanisch. Verzweifelt winkte er mir und ich legte mich in's Mittel.

Ein Schauspieler war der Fremde j auch, das hatten die Hochrufcr richtig gewittert, aber ein englischer Heldendarstelle?, der sich jedoch sebr freute, wie er versicherte, den berühmten deutscheu Eollegen kennen zu lernen. Ich übersetzte das und EgidiuZ beeilte sich auch seinerseits, ein wohlge rütteltes Maß seiner Freude zur allgemeinen Kenntniß zu bringen. Jetzt erschien unser Director. dem es endlich gelungen war, sich durch die Menge einen Weg zu bahnen, auf dem Schauplatze und ward in die Sache eingeweiht. Auch er freute sich, zwei solche Künftler als Freunde begrüßen zu können. Diesen Augenblick hielt der Theatersecretär für geeignet, seine Schaar zu Hochrufen und cheers" anzuspornen, wodurch aller Verlegenheit ein Ende gemacht ward. Das umherstehende Publikum fiel in die Rnre ein, ohne eigentlich recht zu wissen, worum es sich handelte, und gefolgt von der Menge verließen die beiden Künstler denBahn Hof, nahmen herzlich von einander Abschied und begaben sich in ihre GastHäuser. Jetzt hatten wir unseren Gast für uns. Mit vergnüglichem Grinsen laö Egidius die Zeitungsberichte über sein Vorleben und zog sich dann mit dem Director und dem Secretär zu einer geheimen Berathung zurück. Nachmittags fuhren Egidius und der Tirector in das Gasthaus des englischen Schauspielers. Am nächsten Abende fand die Eröffnungs - Vorstellung des deutschen Theaters und das erste Auftreten des großen Gastes statt. Es war ein Sonntag, und lange vor Beginn der Vorstellung war das geräumige Haus vollständig ausverkauft. In einer Proszeniumsloge bemerkte man den englischen Heldendarsteller, der erst am folgenden Tage seine Vorstellungen eröffnete. Auf dieses Ereigniß hatten natürlich die Zeitungen auch hingedeutet. Die Vorstellung begann. Das Auftreten des Gastes" ging unter einer mächtigen Ovation vor sich, und erst nach minutenlanger Pause konnte der Gefeierte seine Kunst zeigen. Am Schlüsse des ersten Aktes bog sich der englische Schauspieler weit aus seiner Loge und applaudirte, was ein colossales Beifallsgeschrei zur Folge hatte und dem Applaudirenden selbst einen besonderen Applaus eintrug. Aber es kam noch besser. Nach dem vierten Akte mußte Egidius. der sich mit seinem Uriel Acosta" übrigens ziemlich in die Gunst des Publikums hineinzuspielen verstand, mehrmals vor der Rampe erscheinen, um über den im Ganzen ehrlich gemeinten und verdienten Beifall zu quittiren. Da erschien plötzlich neben ihm auf der Bühne der bekannte englische Schauspieler. Alles erstaunte und harrte in lautloser Stille dessen, was kommen würde. Ter englische Darsteller sprach zur Verwunderung des Publikums in deutscher Sprache: Es gereicht mir zur größten Ehre und wird stets eine meiner schönsten Erinnerungen bleiben, einen so bedeutenden deutschen Eollegen von Angesicht zu Angesicht gesehen zu haben. Ich danke dem Geschicke dafür und beneide das Publikum um den Genuß, noch weitere Leistungen seiner Kunst bewundern zu können. Sie, verehrterHerr College, bitte ich, meinen tiefgefühlten Dank für den heutigen Abend und zum Beweise dieser Dankbarkeit und als Erinnerung an einen Freund der bin ich Ihnen von heute an! diese einfache Busennadel entgegenzunehmen." Mit diesen Worten überreichte er Herrn Egidius eine kostbare diamantenbesetzte Busennadel. Beide umarmten sich gerührt, und die Zuschauer rasten vor Wonne. Ganz betäubt von dem Erlebten suchte ich an jenem Abend mein Lager auf. Ich hatte ja auch in Deutschland Manches erlebt und gelernt, daß die sog. großen Künstler oft sehr sterbliche Menschen sind, aber was hier an geJenseitiger Künstlerbeweihräucherung geboten ward, das war doch geeignet, selbst einen Eingerreibten zu verblüffen, und ich dachte unwillkürlich an Schiller's Worte: Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben!" Wenn ich aber erst bei der Scene hätt zugegen sein können, die sich am folgenden Abende im englischen Theater zutrug, hätte ich wahrscheinlich überHaupt nicht mehr gedacht. Herr Egidius trat nämlich an diesem Abende nicht auf und begab sich in die Vorstellung des englischen Darstellers. Dort soll er nun im Zwischenakte auf offener Bühne eine Scen: aufgeführt haben, die, wie unser Director in seiner amerikanischen Ausdrucksweise sagte: Einiges bot." Geweint und geschluchzt habe er, in gebrochenem, entsetzlichem Englisch den Eollegen angehimmelt und ihm zuletzt einen Diamantring zum Zeichen seiner Bewunderung überreicht. Hierauf Umarmung und beiderseitiges Heulen und Schluchzen . 2 wunoere irrn nur. meinte oer ' Director. daß von dem Trampeln und Beifallsgebrülle nicht das Haus zusammengebrochen sei. Einige Damen solsen übrigens in Ohnmacht gefallen ! sein", schloß er seinen Bericht, und i jetzt hat unser Egidius den ganzen Morgen zu thun, alle die Liebesbriefe zu lesen, die ihm seine Kunst eingetragen hat." Mittags kam der würdige Egidi ganz matt zum Essen. Er sah bla und anaeariffen aus. drückte Allen aej führt die Hand, und als ich fragte, wie Jrr Nsf Stin lö psimmiasvewn wnrM

der edlen Schauspielkunst vorkomme, antwortete er: Lieber Freund! Hätte mein geliebies tugendsames Weib diesen Tag erlebt, wer weiß doch, schweigen wir davon. Ich bin ein unglücklicher Mann!" Dabei warf er einen Blick in den Spiegel und zupfte sich die Halsbinde zurecht. Was ich in diesem Augenblicke von ihm hielt, konnte ich ihm doch nicht gut sagen. Aber sein Gastspiel" zog. Die Berichte über sein Privatleben hatten ihn interessant gemacht, das Publikum glaubte an ihn und seine Kunst und bewunderte Beide; die Damen beteten ihn an: die Kritik wollte nicht ungebildet erscheinen und stieß in die Alarmtrompete; der Director rieb sich die Hände über die vollen Häuser, und Egidius trug nur noch srdene Taschentücher, die stillen Zeichen liebender Verehrung.

19. Kapitel. Welche Folgen das Gastspiel hatte. Was für B e - obachtungen Hans Freiling an seinen College machte und mit wem er am meisten verkehrte. Soweit wäre die Sache nun recht hübsch gewesen, wenn sich das Interesse des Publikums und der Kritik auch auf die Theatervorstellungen erstreckt hatte, die ohne den Magnet Egidius Schein in Scene gingen. Leider war das aber nicht der Fall im Gegentheil! Wenn Egidius nicht auf dem Zettel stano, konnte man Abends die innere Einrichtung des Zuschauerraumes gemächlich studiren, ohne auf allzuviele menschliche Hindernisse zu stoßen. Es würde wenig nützen, wollte ich diese brutale Thasache verheimlichen. Ebensowenig kann ich, so leid es mir thut, nicht verschweigen, daß die Stirne unseres Directors von Tag zu Tag wolkenumschatteter ward. O diese Kosten! Diese entsetzlichen Kosten!" hört man ihn oft jammern. Und dazu dieses unverschämte Publikum! Will Novitäten haben, immer Novitäten, und bringe ich eine solche, dann heißt es. das Ding ist langweilig, damit müssen Sie auf ein deutsches Dorf gehen, das ist nichts für Amerika!" Zu meinem tiefsten Bedauern muß ich auch jetzt wieder bekennen, daß das unverschämte Publikum" recht hatte. Der Berliner Agent hatte meinen guten Director kommen sehen und ihm alle möglichen und unmöglichen Fabrikate aus den dramatischen Dampfcombmationsanstalten eines Blumenthal. Schönthan. Olden und ähnlichen Firmen aufgehalst, natürlich die modernen Männer der Mode wie Sudermann nicht zu vergessen. Aber Sammet und Seide" trug dem Armen nicht Sammet und Seide ein". Der Glücksstifter" stiftete nicht sein Glück und er hütete sich wohl, den Erfolg der Großen Glocke" an die große Glocke zu hängen, zumal er mit dem Glück im Winkel" in keinem Winkel eine Spur von Glück fand. Eine wohlwollende Kritik versuchte zwar, allen diesen ephemeren Dingen eine interessante Seite abzugeMinnen, gute Freunde l.'gten sich mit lauten öffentlichen Beifallsbezeugungen in's Zeug, aber das machte die Sache nur schlimmer, das Publikum ward widerhaarig. Mein Privatleben gestaltete sich hier nicht viel anders, als früher. Mit den nach Amerika importirten Schauspielern ließ sich eben auch nicht gut umgeben; der gegenseitige Neid war bei diesem Völkchen womöglich noch stärker. als es in Deutschland der Fall zu sein pflegt, und zur Erhöhung der Gemüthlichkeit hatte mein Director auch noch zwei schon mehrere Jahre in Amerika befindliche Darsteller engagirt. Der eine von diesen Herren war Komiker, seinen Darstellungen nach aber entschieden mehr für das scharfe Jntriguantenfach befähigt, der andere ein jugendlicher Held, der dieses Fach bereits an die fünfzehn Jahre mit Erfolg bekleidet hatte, eine lange dünne Figur mit einem furchterregenden Brüllorgane, wovon er den ausgibigsten Gebrauch machte. Diese beiden Herren standen mit dem Reporter eines kleinen Blattes in Verbindung und ließen mit seiner Hilfe von Zeit zu Zeit Schmähartikel über die neuen Mitglieder los. Das schadete nun zwar nicht viel, da wir bei der anständigen Kritik und dem Publikum sehr bald als tüchtig anerkannt waren, aber solche fortwährende Reibereien beförderten nicht die Gemüthlichkeit, zumal wir von der Direction allesammt in demselben Gasthause untergebracht waren. Nur mit Bertha Muzell unterhielt ich mich bisweilen Abends nach dem Theater und entdeckte zu meiner angenehmen Ueberraschung, daß ich dieses Mädchen bisher mit Unrecht übersehen hatte. Sie machte einen so einfachen, ruhigen, harmlosen Eindruck, daß sie vielleicht trotz ihrer hübschen Figur und ; ihrer Gretchenaugen ganz unbeachtet , geblieben wäre, hätte ihr feuerrothes : Haar nicht Aufsehen erregt. Auf der ! Bühne trug sie in den meisten Rollen Perrücken. Sie erzählte mir. daß in ihrem ersten Engagement die Kritik ihr einmal den freundlichen Rath gegeben habe, nicht alle Rollen rothhaaricht" aufzufassen. Seitdem", setzte sie lächelnd hinzu, bringe ich durch Perrücken einige Abwechslung in die modernen Schablonenfiguren. denn die Charaktere oder ' Nicht - Charactere der Mode-Salon-stücke sind ja alle einander zum Verwechseln ahnlich. Dieses Urtheil zeugte von gesundem Verstände, und ich unterhielt mich öfter ihr. wobei ich nicht selten Geleaen, :t r.i...a c. tnJf?ii ane, 10t Illlres feine erug. fe. i.-.xi! i -re. ' .nenninine in im

mal, als ich ihr meine Anerkennung über ihre Literaturkenntnisse aussprach: Bücher, gute Bücher sind mir ehe liebere Gesellschaft, als meine ColUjnt; und nun gar die soz. Theaterk:ithusiasten! Die intcr:siiren sich ja d mebr für die Künstlerinnen, als für die Kunst, denn ihr Kunstverständnist steht meistens unterm Gefrierpunkt. Wenn ich Sie. Herr Raden, nicht gefunden hätte, sähe man mich wohl höchst selten Abends hier in der Gesellschaft." Das klang so einfach und überzeugend. so ohne jede Ziererei, daß ich unwillkürlich ihr meinen richtigen Namen sagte; es war mir, als müsse ich mich schämen, diesem Mädchen gegenüber ein Geheimniß zu haben. Immer lieber und lieber unterhielt ich mich mit ihr, und nach und nach ward mir ihre Gesellschaft Bedürfniß, ohne daß ich es merkte. Bisweilen gingen wir Nachmittags zusammen spazieren, wobei wir unsere Beobachtungen über Land und Leute austauschten. Ich fand, daß sie recht hatte, wenn sie sagte, sie habe gelernt, in allen Dingen merkwürdig klar zu sehen; und doch wußte sie jedem Dinge eine humoristische Seite abzugewinnen. Eines Tages waren wir weiter als gewöhnlich am Mississippi hinab gegangen, wo keine gute Straßenbahnverbindung war. und wurden von einem Gewitter überrascht. Gründlich durchnäßt kamen wir nach Hause und wie wir triefend und lachend die Treppe hinaufstiegen, meinte Bertha: Das geht heute fast gerade so schwer, wie damals, als wir unseren Director in seine Wohnung schafften Wissen Sie noch, wie ich Ihnen mit Stieichhölzern dazu leuchtete? Ich sehe noc das blödsinnige Gesicht unseres Directors vor mir, wenn ihm dasLicht in dte Augen schien." Schade, daß Sie sein. Gesicht am anderen Morgen nicht gesehen haben, als ihm das große Licht über sein tugendsames Weib aufging." Das müssen Sie mir erzählen!" sagte sie. Sie müssen mir überhaupt nock so Manches aus Ihrem Leben er-

zählen, worauf ich furchtbar neugierig 1 bin. Heute Abend haben wir Proe, da verlohnt lich's doch nicht mehr, etwas ; Vernünftiges anzufangen. Wenn S j sich umgezogen haben, kommen Sie zu mir herüber zu einer Tasse Kaffee; ich braue eine ganz annehmbare Sorte. Bringen Sie sich auch was zu rauchen mit, dabei können Sie besser erzählen. : Unsere Rollen zu dem unbekannten Stücke Krieg im Frieden" sind uns Beiden ja woM nicht mehr so unbekannt." Ich sagte zu und hatte so Gelegen-, heit, das anmuthige hausfrauliche Talent des deutschen Gretchens angenehm zu empfinden. ES toat wirklich oemüth- j lich bei ihr und ich sagte ihr das offen. ! Sie lachte und meinte: Wenn's Jbnen-bei mir gefällt, kommen Sie ruhig öfter. Wir können uns hier besser unterhalten, als im Gastzimmer. Wollen Sie? Ja? Na. dann wollen wir oute Freunde sein. Schla-. gen ie ein: Sie hielt mir die Hand hin und ich schlug ein. Bei Berührung ihrer Hand fühlte ich ein eigenthümliches Zucken in den Fingerspitzen. Verblüfft sah ich sie an. Sie lachte belustigt auf und sagte: Das ist Electricität. Ich bin geladen mit dem Stoffe. Da! Sehen Sie her'." Sie nahm einen Kamm und fuhr damit durch ihre Haare. Ich hörte ein Knistern wie bei einer Elektrisirmaschine. Abends können Sie die Funken sprühen sehen. Bertha heißt ja die Strahlende". Glänzendes" meinte sie feierlich komisch. Sie sind ja die reine ere!" sagte ich. Es ist gut. daß wir nicht im Mittelalter leben, sonst könnten Sie am Ende im Feuer Ihrer eigenen Haare verbrannt werden." Sie sah mich mit einem sonderbaren Blicke von der Seite an und fragte: Fürchten Sie sich vor den rothen Haaren?" Warum?Auch vor der Here nicht? Dann darf ich mich also wirklich auf unsere literarischen Nachmittage freuen", sagte sie ernsthaft. ,,ch freue mich ja ebenfalls darauf!" versicherte ich. Und sie waren schön, diese Nachmittage. Wirklich angenehme, geistvolle Stunden verlebte ich damals. 'Jene Zeit gehört zu den liebsten, würdigsten Erinnerungen meines Lebens. 2 0. Kapitel. W i e s i ch e i n e f i n st e r e W e tt e r w o l k e am Kun st Himmel zusammenzog und wie Bertha Muzell sich als umsichtiges, unternehmungslustiges und vorsichtiges Mädcken bewährte. Eines Abendb als wir nach derVorstellung von Sudermann's Ehre" gemüthlich beim Glase Bier beisammen saßen, erschien Dr.Ehrlich. der gefürchtetste und geach:etste Kritiker an unserem Tische und fragte: Wissen die 5)errschaften schon das Neueste? Das deutsche Theater dieser würdigen Stadt bekommt Concur?enz." Das hat gerade noch gefehlt!" jam merte der Director. Wer ist denn der Wahnsinnige, der hier, wo ein Theater nicht leben kann, noch ein zweites gründen will?" Ter Kritiker lächelte. Das werden Sie kaum errathen." meinte er. Es handelt sich auch nicht gerade um ein Theater vielmehr um ne uenarnen süorueuung .m vermegeniien inne re vrie. as vitiMhpi n .-nm(n Trirnil vmiintrn n nn 't r' ' .y-T. 7TI sr.i M,hfr .nnnt " " ' : j 00 l

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zur Aufführung gebracht. Die Darstel ler sind sammt und sonders Arbeiter und die uns vorliegenden Berichte aus New Aork und Chicago betonen, daß gerade gewöhnliche Arbeiter oiel eher fähig sein dürften, ein solches Arbeiterstück zur Geltung zu bringen, als Berufsschauspieler. ..Was das werden wird, können Sie sich ja ungefähr vorstellen aber der Teufel traue unserem Publikum, hjnipjächlich den sog. Prominenten! Ich rathe Ihnen. Director. Alles aufzubieten. um diesen Schlag zu pariren." Uns kam die Sache zwar komisch vor und ich bemerkte, ich könne mir nicht denken, wie ein so zerfahrenes und im Ganzen wenig dramatisches Machwerk, noch dazu von Dilettanten gewohnlichster Sorte dargestellt, irgend welche Gefahr für ein wirkliches Theater bedeute. Sagen Sie das nicht!" meinte Tr. Ehrlich. Das Reue, Ungewohnte reizt

und unser Theater bietet ja nichtsBesseres .Oder wollen Sie etwa behaupten. daß Sudermanns Ehre", womit Sie sich heute Abend abgequält haben. so gar hoch üb?r den Webern" stehe?" Erlauben Sie!" meinte Egidius Schein. Die Weber sind doch nichts als mühsam zusammengestovpelte Scenen voll kleinlicher Effekte, die zuletzt ganz haltlos zerflattern. Von großer handelnder Leidenschaft ist gar keine Rede, alles skizzenhafte Kleinmalerei." Der Kritiker lächelte sarkastisch und erwiderte: Sehr schön gesagt, werther Herr, allein Sie wissen doch, was Hamlet sagt? ..Worte Worte ". Wo steckt denn bei Ihrem Sudermann die große handelnde Leidenschaft? Ich finde in der Ehre" nichts weniger als dramatisches Leben und dramatische Spannung, sondern nur verzeihen Sie das harte Wort! krasse Knalleffekte." Das Stück hat doch gefallen!meinte Egidius. Der Kritiker lachte. Daß Ihr Schauspieler das doch immer verwechselt! S i e haben gefallen, das Stück hat keinen Menschen interessirt; das vermögen nur Menschen und Menschen kommen in dem Machwerke nicht vor." Aber was soll man denn geben, wenn die Novitäten nichts taugen?fragte verzweifelnd der Director. Es gibt auch Novitäten, die was taugen, aber die haben Sie ja nicht!" sagte trocken der Kritiker. Es bleibt Ihnen nichts weiter übrig, als einen tüchtigen Klassiker herauszubringen. Ihr Personal ist vollauf fähig dazu, das hat mir Uriel Acosta" bewiesen. Geben Sie nächsten Sonntag die Jungfrau Oon Orleans", und ich bin überzeugt, die Dilettanten - Weber" oder Weber - Dilettanten" thun Jhnen nicht allzu großen Schaden; die Arbeiterbevölkerung wenigstens sieht ibren Schiller immer gern, und in Wirklichkeit gibt es ja gar keine Anarchisten in Amerika; da Gegentheil wollen uns blos einige Schreier glauben machen, die v rn der Dummheit der Leute leben. Also heraus mit der Jungfrau", und ich werde mein Möglichstes thun, ihr zum Siege zu verhelfen. Wenn Sie Samstags eine Generalprobe veranstalten und ich am Sonntage in der Zeitung die Sache gehörig Puffe, vorausgesetzt natürlich, daß die Probe geht, und das hoffe ich i! so müßte es ja mit dem Kukuk zugehen, wenn das Ding nicht ziehen sollte. Strengen Sie mal Ihre Kräfte an!" Und richtig! Der Direktor beschloß, seine Kräfte anzustrengen und wir nahmen uns vor. Alles einzusetzen, um zu retten, was noch zu retten war, oder mit Ehren zu sterben", wie Egidius Schein mit pathetischem Tone und heroischem Blicke in den Spiegel erklärte. Er schlug an seine Brust und brüllte, daß die Fenster klirrten und sämmtliche Gäste von den Stühlen fuhren: Ich aber will in Orleans, meines Vaters Stadt, mich werfen und unter ihren Trümmern mich begraben." Dieser heldenmüthige Entschluß gefiel unserem Director ausnehmend, und einige oornehme Theaterbesucher. die in der Nähe an einem Tisch saßen, ! klatschten Beifall und luden die gan;e Theatergesellschaft zu einem geinüthli-. chen Glase Wein ein. So ganz gemüthlich, ganz unter uns!" meinte einer der Herren, desse-. woblbehäbiges Acußere und kahle ! Platte den Gourmet verriethen. Tn reichste Weinhandler der Stadt!" flüsterte mir Eius zu. ,.De andere dor, der lange I,ürre mi der griesgrämigen Miene ist ein FahrradFabrikant und der Dritte. i.er eben mit dem Wirthe spricht, ist ein Bankier. Er soll ein verflixter Schwerenötber sein, ein Don Juan wie er im Buche steht. Hat auch schon einzeln? graue Haare, der Vengel. und macht doch mit seinem dunklen modern fliige stutzten Barte gar keinen alten Eim druck im Gegentheil! Er sieht h'öl- ' lisch vermögen aus aha. da haben i wir's: er pflanzt sich zwischen unsere ! muntere Liebhaberin und unsere Jungfrau von Orleans" vermuthlich ' haben es ihm die rothen Haare angetbän. Reich mir die Hand, mein Leben!" u. s. w." Allerdings schien es der Herr ganz besonders auf Bertha Muzell abgesehen zu haben; die muntere Liebhaberin ward von dem Dicken förmlich mitBeschlag belegt -- und mir kam das beschämende Gefühl, daß wir Männer als unvermeidlicheAnstandsfiguren mit Wein bezahlt werden sollten. Ich erhob mich, um mich unauffällig zu entfernen. Der lange, griesrämic Herr hmoerte muh und zo sich aus einen Stuhl, so KJ sein.

die nach Entfernung der übrigen Gäste in bachantische Lustigkeit ausartete. Die nluntere Liebhaberin und Egidius gaben Declamationen, der Komiker einige anstößige Couplets zum Besten und selbst der dicke Herr trug ein zweideutiges Liedchen vor, wozu ihn die Muntere auf dem Klavier begleitete. Unterdeß bemerkte ich, daß der Bankier Bertha Muzell umhuldigte und sie förmlich mit seinen Blicken zu verschlingen schien. Plötzlich sah ihn das Mädchen groß an, erhob sich dann rasch und erklärte, sie wolle auch etwas zum Besten geben und zwar ein Lied. Alles war erstaunt und ihr Anbeter jubelte: Unsere Heldin singt auch?: Directorchen, Sie haben eine solche Perle und verheimlichen uns das? Oder haben Sie's etwa selbst nicht gewußt?" Das hatte überhaupt Niemand von uns gewußt, und ich war erst recht verblufft, als mir Bertha Muzell über

den Tisch herüber zurief: Ach, lieber Herr Raden. Sie haben ja noch meine Noten; darf ich Sie bitten. sie zu holen?" Das hatte entschieden einen besonderen Grund, aber welchen, das war mir noch sehr unklar. Ich hatte noch nie Noten von ihr gehabt. Sie hat offenbar etwas Besonderes vor. dacht ich, weshalb sollst Du ihren Plan stören ?" Ich erhob mich also und ging langsam hinauf in mein Zimmer. Kurz darauf hörte ich sie unten rufen: Können Sie sie nicht finden? Nein? Dann muß ich selber kommen. Ich bin gleich wieder da!" Damit kam sie eilends die Treppe herauf und flüsterte mir zu: Wenn der Director Sie fragt, wieviel ich Ihnen schuldig sei. sagen Sie: Zweihundertundfünfzig Dollars. Bitte. bitte! Fragen Sie jetzt nicht, ich erkläre Ihnen morgen die ganze Geschichte." Sie eilte in ihr Zimmer und kam bald mit einem Notenblatte zurück. Ich wollte sie aufhalten, aber sie ließ sich auf nichts ein und blieb dabei: Ich binJhnen zweihundertundfünfzig Dollars schuldig. Verstanden? Bitte, nehmen Sie das Geld unter al!en Umständen, wenn der Director es Ihnen gibt. Es handelt sich um Sein oder Nichtsein." Ihre Hand darauf!" Ich zauderte. Sie hielt mir mit bittendem Blicke die Hand hin und sagte in merkwürdig weichem Tone: Haben Sie ein klein wenig Vertrauen zu mir! Daß ich mich an Sie wende, gelte Ihnen als Beweis, daß ich Ihnen vertraue. Vertrauen gegen Vertrauen!" Ich sah ihr forschend in die Augen diese Augen waren klar und ehrlich, und unwillkürlich nahm ich ihre Hand und oersprach. was sie oerlangte. Ich danke Ihnen!" sagte sie einfach. Kommen Sie jetzt rasch hinunter, ehe Jemand Verdacht schöpft." Wir gingen und unterwegs erklärte sie mir: Ich kann nämlich nur dieses eine Lied singen und erziele stets den nöthigen Erfolg damit. Das Unerwartete überrascht und verblüfft, besonders wenn die Oberstübchen zu hell erleuchtet sind. Sie können doch Clavier spielen ?" Ich bejahte. Na. dann begleiten Sie mich." Sie sah mich von der Seite an und setzte hinzu: So ist's recht! Behalten Sie nur die Hamletmiene bei. das paßt für meine Zwecke." Ihre Zwecke?" fragte ich erstaunt. Pst! Stille jetzt!" flüsterte sie mir zu, indem sie die Thüre öffnete. Unbedingtes Vertrauen!" Sie fang ihr Lied klar und einfach, wie sie alles that. Ich mußte mich über ihre Ruhe wundern. Sie beabsichtigte offenbar etwas Außergewöhnliches, so viel war mir klar geworden, und doch war fast keine Spur von Aufregung an ihr zu bemerken, abgesehen von einem leisen Beben der Stimme, das aber wohl der Ungewohntheit des Singens zuzuschreiben war. UngeheuererBeifall brauste durch das Zimmer. Sie bog sich rasch zu mir herab, wie um die Noten in Empfang zu nehmen, sah mir in's Auge und flüsterte: Vertrauen!" Es war dabei ein sonderbares Firm mern und Leuchten in ihren Augen wie der Abglanz fremder wunderbarer Welten, es kam über mich wie Märchenzauber, wie das Funkeln des Kr nieten aus ferner, ferner Jugendzeit Da kamen sie herangestürmt, die begeisterten Theaterenthusiasten. Allen voran der unternehmende Bankier und Egidius Schein. Selbst der Director fühlte sich veranlaßt, seine Anerkennung auszusprechen. Mann! Sie haben da einen Schatz, den Sie gar nicht bezahlen können!" rief der Bankier dem Director zu, und zum Wirthe gewandt: Champagner! Freund, Champagner, soviel Din Keller hält!" Er wandte sich um. küßte Bertha Muzell die Hand und rief: Für solchen Schatz ist das Beste zu schlecht, ist kein Preis hoch geung!" DaS klang deutlich; Bertha la chelte. Und der Schaumwein kam, und bei den Kunstbegeisterten zog der Verstand wegen lärmender Nachbarschaft aus. Seiv- der Director vergaß seine Würde und ward ganz kordial; er erhob sich schwankend und stieß mit Bertha Muzell an, wobci mit etwas schwere? versicherte: nn Sie einen Freund brauchen Noth, mein Fräulein, ich bin g folgt.)

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Für die Küche.

Suppe aus Kartoffel und Erbsenreften. Eine ganz vorzügliche, ihre Herkunft aus Resten nicht ahnenlassende Suppe geben übrig gebliebene Salzkartoffeln und Ueberbleibse! eines Erbsenbreis. Die Aartoffeln werden fein gerieben und mit so viel Sahne vermischt, daß sie die Beschaffenheit eines Breis haben, worauf man sie mit dem Reft des Erbsenbreis vermengt. In einem Eidick Butter schwitzt man etwas geriebene Zwiebel und den Brei unter beständi gem Rühren einige Minuten und gießt nun langsam so viel kochendes Wasser zu dem Brei, bis man eine sämige Suppe erhält. Man gibt etwas Liebigs Fleischeztrakt daran, salzt und würzt die Suppe mit etwas Pfeffer und streicht sie nun nochmals durch ein Si'b, damit sie ganz glatt wird. Zuletzt kommt noch ein Löffel Sahne und ein Stückchen frische Butter an die Suppe, dann zieht man sie mit einem Ei ab und gibt in Butter geröstete Brotwürfel, die man, wenn sie aus der Pfanne kommen, rasch in geriebenem Parmesankäse schwenkt, dazu. Weiße Rü ten. Die Rüben werden abgeputzt, heiß gewaschen und in feine schräge Spähne geschnitzelt, worauf man sie in klarer Bouillon mit einem Stück Butter weich kocht, wobei sie ganz weiß bleiben müssen. Die Brühe wird alsdann von den Rüben gegossen, zum Kochen gebracht und mit Mehl, das in süßer Sahne angequirlt war, zu einer sämigen Sauce gekocht, die man mit Zucker und einer Prise Pfeffer mischt und in die alsdann die Rübenschnitzel wieder hineinkommen. Hammel - Cotteletts, Schnitzel oder Kroketts sind dazu passend. Spinat. Nachdem man von einer Gallone jungem, frischem Spinat die Stile entfernt hat. wäscht man ihn öfter, läßt ihn gut ablaufen und kocht ihn in lebhaft kochendem, gesalzenem Wasser gar. Darauf wird der Spinat in kaltes Wasser geworfen, gut ausgedrückt und möglichst fein gewiegt. Nun läßt man ihn mit etwas Butter und drei Eßlöffeln Milch gehörig durchschwitzen, um ihn dann, zur Seite des Feuers gerückt, noch mit zwei daran gerührtenEidottern und einer Unze Sardellenbutter durchzuschwenken. Auf diese Art zubereitet, ist der Spinat von großem Wohlgeschmack. Er wird Hügelartig angerichtet und mit Spiegeleiern und Brot - Croutons garnirt. Preßkopf. 2 Kalbsfüße, 1 Schweinsohr, 2 Schweinszungen und ein halbes Pfund Schweinefleisch werden in Salzwasser gar gekocht und mit Zwiebeln und Lorbeerblättern gewürzt, dann legt man es heraus, und sobald es kalt genug ist, schneidet man es in ganz kleine Würfel. Die Brühe ird durckaeseibt. in einen irdenen Top' ,ethan, das Fleisch dazu, iuTBüdSf sig, Pfeffer und Nelken; man läßt sie noch eine Viertel Stunde kochen, dann spült man ein tiefes Prozellangefäß mit kaltem Wasser aus, schüttet die Masse hinein und läßt sie erkalten. Anderen Tages stülpt man sie um und gibt sie so zu Tische. Im Winter hält sich der Preßkopf 14 Tage bis drei Wochen. Eier in russischer Sauce. Blumenkohl. Gelbrübe, Zwiebel, Schnittlauch, Petersilie kocht men Tags zuvor in Wasser weich und marinirt dies mit ein wenig Essig und Salz. Am nächsten Tage wird alles mit einer Salzgurke, einem Kafeelöffel Kapern und ein wenig Kerbcl. den man auch weglassen kann, fein gewiegt und unter folgende Mayonnaise gerührt: Man verrührt vier Eigelbe mit einer Prise Salz, einem Eßlöffel Senf, einem Kaffeelöffel Zucker, einer Prise Paprika und einem Eßlöffel' EstragonEssig tüchtig. Alsdann stellt man daS Geschirr in Eis und rührt mit einem Mayonnaisen - Quirler ein halbes Pint zerlassene, aber wieder erkaltete Sulz hinzu und gibt dann ein Pint Olivenöl tropfenweise unter beständigem Quirlen daran, bis man merkt, daß die Masse dicklich wird. Dann hebt man sie aus dem Eis, vermischt die fein gewiegten Gemüse und Kräuter damit, gießt diese Sauce in eine flache Glas- oder Porzellan-Schüssel und legt dann die hart gesottenen Eier geschält und theils halbirt. theils geviertelt und noch ein wenig gesalzen, ein hübsches Muster bildend, darauf; dies geschehe aber nicht zu früh, damit das Eiweiß von der .essiggesäuerten Mayonnaise nicht blau wird. Gedämpftes Schweinef i l e t. Man lege zwei feingespitzte Schweinefilets in eine Kasserolle in steigende Butter, salze sie und lasse sie auf kleinem Feuer weich dämpfen. Dabei gieße man, so oft die Sauce einkocht, ein wenig Weißwein dazu und begieße das Fleisch fleißig damit. Wenn die Filets weich sind, nimmt mc?n sie heraus, kocht die Sauce mit Zugabe von etwas Wein ein, kräftigt sie mit zwei Löffeln Fleischextrakt und gießt sie in einer Sauciere zum Fleisch. Dazu gebratene Kartoffeln. Gebackene Sellerie als Suppeneinlage. Schöne, weiße Sellerieköpfe schält man und schneidet sie in Scheiben. In kochendem SalzWasser macht man sie halb weich uvlb legt sie sodann auf eine Serviette zum Abtropfen. Nun bereitet man einen guten Pfannkuchenteig, wendet die Scheiben darin um und bäckt s:e in gutem, heißem Fett schön hellbraun. In Bouillon eingelegt, geben sie eine feine Suppeneinlage. A n der Sommerfrkfcye. Vater (zu seinem Jungen): Schreibe auf diese Karte an die Mama noch einen Gruß von Dir. und stecke sie dan in den nächsten Briefkasten!" Junge (schreibt): Es grüßt Dich herzlich Dein Dich liebender Sohn Karl, iebe Mama! Du Pa trinkt hie? schreck-

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