Indiana Tribüne, Volume 24, Number 48, Indianapolis, Marion County, 5 November 1900 — Page 2

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Zur Ticnstbotenfrag?. 5; Tienstbotnfra??. von einem erzHichrn Beobachter behandelt. Der Arzt, der nicht nur für den Patten Un, zu dessen Behandlung er gerade gerufen wird. Auqen hat, kann Manches sehen und sich ein Urtheil über Manches bilden, was für andere Leute in Räthsel bleibt. Dieser Meinung ist uch ein Vertreter des ärztlichen Berufes. der kürzlich in einer der größten niediciruschen Zeitschriften der Welt einen Leitartikel über die Dienstbotenfrage veröffentlicht hat. Er spricht zu flächst die Ansicht us. daß die zunehinenden 'Schwierigkeiten in der ErzieJung guter Dienstbotenderhäitnisse. die ja für jede Familie bemal empfindlich wird, weniger an der politischen und wirthschaftlichen Veränderung in der Stellung der Frau gelegen ist. als besonders auch in einer -ungeeigneten Be Handlung. Allerdings es ist hier überhaupt usschließlich von den weiblichen Dienstboten die Rede ist eine Thatsache ohne Weiteres klar in ihrem ungünstigen Sinfluß aus die Lösung der Dienstboten frage, nämlich der Umstand, daß die Zahl der Familien, die einen Bedarf nach weiblicher Bedienung empftnden stetig $aqßmwmtn hat. während die Zahl der WnMeu, deren Äöchter weibliche Dienstboien zu tverden geträft sind, in demßelbeu Verhält r.iß abnimmt. Für den kkn Theil dieser Behauptung dient als Erklärung. daß die heutige Industrie und diele Berufszweige den einfacher gebildeten Mädchen die Ausstcht auf eine leichtere, angenehmere und kreiere Be schäftigung geben, als sie in den meisten Fällen im häuslichen Dienst zu finden ist. Nun aber zu dem. was der Arzt übe? die Lage der weiblichen Dienstbo? ten zu fagcn hat: Er kann sich auf der einen Seite oft genug davon überzeuaen. daß die Dienstbotensorae und die Nothwendig tc ü häufigen WechseU für die Hausfrauen eine .Quelle vielen AergerZ. fast ständiger Unri:le nd sogar von Bee-nträchtiguNt' der Gesundheit wird. Hubeitrfeiil kann er sich auch davon überzeugen, rxife die Hausfrauen selbst Manches dazu thun tönnten, um der Maschine des häuslicken Lebens einen regelmäßigere und gleitteren Gang zu aeben. Zunächst findet er die Gruudsätz. nach denen die Hausfruuen ihre weibliche Bedienung auswählen, nicht immer richtig. Säe suchen oft in den wenigen Minuten, die innen dazu frei stehen, dein Charakter und 'dem Temperament der zukünftigen Hausfee bis auf den Grund zu gehen, fühlen sich zuweilen von dem Ergebniß ihrer scharfen Beob-äztungsgabe hochlich befriedigt und müssen dann hinterher die Erfahrung machen, daß ibze ganze scharfsichtige Menschenkenntniß nichts Nist, wenn sie nämlich eine

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Punkt übersehen: den gesundheitlichen Zustand des betreffenden Wesens. Es wird wohl so sein, daß die toeiblich?n Dienstboten im Großen und Ganzen nicht mehr zur Krankheit und Kränklichkeit neigen als die Leu anderen Berufes, aber man wird es wohl als eine betrübende, jedoch unabweisliche Thatsache anerkennen müssen, daß sie gegen die Schwächen und Leiden des Körpers auch nicht gefeit sind. Ihre Lebensweise ist keineswegs immer eine gesunde, obgleich häufig nur wenig von ihrer Seile oder von Seiten der Hausfrauen zu geschehen hätte, um sie wesentlich zu verbessern. Die Tagesarbeit ist meistens eintönig und dazu reichlich bemessen, sie kann sogar oft bis zur Erschöpfung anstrengend se'.n. Das läßt sich oft nicht ändern, und lvenn auf die Arbeitswilligkeit und auf den Gesundheitszustand von vornherein Rücksicht genommen ist. so kann ein Vorwurf daraus gegen den Hausoorstand nicht abgeleitet werden. Tagegen muß dieser allerdings im Auge behalten, daß der Dienstbote nicht außerdem mit der Ausführung solcher Dinge belastet wird, die man ebenso gut selbst thun könnte. Es kann zugegeben werden. daß dies oft unabsichtlich, nicht aus Herz . sondern aus Gedantenlosizteit gcsch:eht. aber es ist gcrave dazu geeignet, die Kraft des Hausmädchens zu erschöpfen, das eben iiitafl fein. Alles thun und infoige dessen leimn Augenblick der Erholung haben soll. Solche Verhältnisse können um so eher ur Untergrabung der Gesundheit fuhren, ivenn zwei andere Umstände nicht berücksichtigt werden, die 'wenigstens bei jungen Dienstmädchen erheblich in's Gewicht fallen, nämlich das Lebensalter und die Entfernung von der Heimath. Besonders in den Großstädten irifft große Jugend mit weiter Entfernung vom Ellernhaus häufig zufamwen und bewirkt einen niederdrückenden Gemükbözustand. der den Lcistun gen und auch der Aufrechterhaltung d.r (sundheit nknt förderlich fein kann. Wenn die Hausfrau ein Verständniß für eine solche Lage ihres Mädchens zeigt, das doch nicht nur ihren Befehlen und Wünschen, sondern in gewissem Grade auch ihrer Sorge unterstellt ist. so wird sie sich schließlich selbst damit am meisten nützen. Ebenso wichtig ist ti natürlich, daß die Hausfrau die Gesundheit des Dienstmädchens unter Beobachtung hält, ihm nöthigenfalls einmal einen Ruhetag gönnt und ihm, wenn das Bedürfniß vorliegt, die BeHandlung durch denselben Arzt zu Theil werden läßt, der für sie und ihre Familie u sorgen hat. Das sind Rücksichten, die einfach von der AcenschlichUdl zu erwarten sind, und die sich in vielen Fällen auch belohnen werden. Es ist ja nun so gut wie sicher, daß zcbl reiche' Hausfrau? euS dem tiefen Beru

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Jndiana Tribune. Montag,

ilirer Erfahrung dt? Entgegnung schöpfen werden: Das s alten sie schon Sllles versucht, und das hülfe doch nichts? Man muß aber einmal in dieser kleinlich erscheinenden, aber jedes Fa j milienleben bis in's Innere treffenden ' Frage gewisseGrundsätze aufstellen und als allgemein giltig anerkennen, und dazu bat der Arzt in jenen Ausführunaen wobl einen wertboollen Beilraa ! 0 T ' it geliefert. Etwas von Kirchenuhren. Viel sind zu glaubm geneigt, daß die Tage der Kirchentbum - Uhren bei uns so ziemlich vorbei seien, da die Hausund die Taschenuhren sich in den letzten Jahren so sebr verwohlfeilt haben, daß sie beinahe für Jeden zugänglich sind, und auch im Bau der meisten moder-. nen Kirchen kaum ein äußerlicher Platz für eine derartige Uhr zu sein scheint. Aber leitende Fabrikanten solcher Uhren in unserem Lande versichern das gerade Gegentheil und erklären, die Beliebtheit dieser Uhren sei vielmehr noch beständig im Zunehmen. Züix haben in den letzten zwei Iahren" erklärte jüngst einer derselben .mehr Ubren für Thürme verkauft, als in den zehn Jahren vorher, wenn auch hauptfächlich nach ländlichen Gegcnden und keine von den Allertheuersten. Der Preis dieser Uhren ist übrigcns ein sehr schwankender; wir konnen solche für $1000 macben und haben auch scho:: welche für 512,000 hergestellt. Letzteres ist der höchste je vorgekommene Preis, und eine derartige Bestellung erhalten wir sehr selten. Man kann sagen, daß weitaus die größte Zahl aus $1000 bis $3000 tommt, und dafür kann man heute eine gute Thurmubr mit Schlagwerk liefern, die sich für jede Stätte, ausgenommen die allerungewLhnlichfte. e!gnet. Aber Ubren für Kirchthüume werden auf besondere Bestellung ge macht, und es ist daher sogut wie unmöglicb. eine allgemeine Vorstellung davon zu geben, was wir in dieser Branche zu liefern haben. Obwohl man in unseren Tagen sich immer allgemeiner Uhren daheim und in der Tasche bält, so ist es doch noch immer für Viele angenehm, an dem Epchtburm der nächsten Kirche die Zeit abzulesen, und vor Allem ist man dermaßen daran gewöhnt, inen solchen Tburm mit einer Uhr zu sehen, daß derselbe ohne sie sogut wie unvollstan' dig erscheint. Im ländlichen Leben bat die Kirchenthurm-Uhr jedenfalls ihre Popularität vollkommen bewahrt, und dort hört man auch immer besonders gern im Vorübergehen die stunden vom Thurm anschlagen. Die meisten dieser llljren werden mit Schlagwerk hergestellt, manche mit einem solchen, das ivaar jede Viertel-

morgen für

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Demokratischer Kandidat

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Marion

den 5. November 1

stunde anschlägt: die.'e gehören fr'N:ch nicht zu den billigen und sind hierzulande wenig gesucht. Nach Allem, was ick weiß, hat die Agitation gegen Kirchen Schlaguhren und gegen Glocken, geläute unserem Geschäft noch abfolu! keinen Abbruch gethan. Wir machen auch Uhren sür das Innere der Kir chen. z. B. für das Holzwerk der Kanzeln; aber die Nachfrage nach diesen ist thatsächlich zurückgegangen. Aranken und Markwähruzig. Sehr verwickelte Geldverlältnisse berrschen zur Zeit in Luxemburg. Bei der Ausgabe neuer Noten ist die dortige Bank von der Franken- zur MarkWährung übergegangen. Die Beamtengehälter sind in Franken ausgerech, net. ebenso die Staatsrechnungen und die meisten der Privatgeschäfte. Bezahlt aber wird stets in Mark und Pfennigen, nur daß die Mark in der Vorstellung des Normalluxemburgers nicht 100 Pfennige, sondern 125 Centimes oder 25 Sous darstellt. Man kann sich denken, was da in denKöpfen. die viel mit Geld-Empfangen und Geld - Ausgaben zu thun haben, beständig sür eine Umrechnerei vorgehen muß. Geradezu komisch wirkt es. wenn z. B. auf einem Tbeaterzettcl oder dem Spielvlan eines Concerts oder einer Liebhaber Aufführung der Eintrittspreis mit 0.62z Fr. an'geq--ben ist. Das soll heißen: 50 Pfennig. Aber um der alten Währunasfiktion treu zu bleiben, rechnet man die Pfennige in Centimes um und findet 0,r2. Fr. Am meisten staunen darüber jedenfalls die Franzosen, denen zuliebe man doch sick in der Münze iles Landes ausdrückt und die es nickt begreifen können, wie man gerade auf das Zahlkuriosum von 62j intimes kommt, das sie aus ihrem Münzbesiand überHaupt nickt ',usammenstellcn können: denn der franzößsche fjalfe Sou ÜHU 2 Centimes; in Luremburg war man gewissenhafter und hat Halbstücke p rn Werth von 2!- Centime:, alispräaen lassen. Von diesem Währungszwiospalt erzählt man r:cb ein lustige-: 3tiirf!ein. Handelnde Personen: Ein Berliner und ein Gastwirth, der. rote man d?rt zu sagen pflegt, seine Hunde nicht mit Würsten anstrickte, d b. an Freigebigkeit krankte. Dem Berliner war bei der Abreise vom Oberkellner die Recknung in Franken ausgestellt worden: aber der Mann hatte Grunde sätze. und zu diesen gehörte auch, daß er seine Rechnung in der Währung seincr H'imatb ausgestellt baben wollte. Da nahm der Wirth sein? Feder, strich, ohne mit der Wimver zu zucken, überall das ..Fr." durch und mackte ?in'.,Mk." daraus. Schweigend soll darauf der Berliner lxahlt haben.

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0 Das alte Leiden

wklcke das Leben dt Amerikaners am meisten plsg und verbittert, ist bekonnt als lft in vielen Formen, welche alle leicht atbtilt werden können durch Dr. Angust König's Kamburger Hropfen deffcn Wirkungen aNentkalben bekannt sind eil promxt und sicher.

i Tas Projekt e,uel Hiontdlanc-Nahn Schon vor längerer Zeit war in Frankreich die Idee aufgetaucht, dem Jungfrau - Bahnprojekt durch ein folchee für eine Montblanc . Bahn Concurrenz zu machen. Ingenieur Eaturnin Fabre conferirtc bezüglich der wlmnfcha'tlichcn Bedingungen einer sollen Nah mit Professoren"o! legium der itatocr tät von Lyon. Ausscklaggebend waren inr-velondere die T7..'gi'.:en des Geologieprofessors Depcret. de Dekans der naturwiffenschaftlicken Falultär. Er führte aus. daß ohne Schwierigkeit ein Weg zu finden sei. der bis zum Gipfel im Fe!sen verlause, also der technischen Ausfüyrung keine weiteren Schwierigkeiten biete, als sie auch bei der JungfrauBabn vorhanden seien. Wie bei dieser. könnten in einzelnen Abschnitten Sorcngungcn vorgenommen werden, um Zwischemtationen zu errichten, damit die Passagiere nicht -eine unuvterbrockene Tunnelfahrt bis zum Gipst! zu machen hätten. Ingenieur Fabre machte sich nun unver;üalick an die erforderlichen Vorarbeiten. Nachdem er I r licy m den Besitz einer Concssion gesetzt hatte, berief er eine ach - ComMission zusammen, die die Aufgabe hatte, die Verhältnisse im MontblancGebiet eingehend zu erforschen. Diese Commission, der unter anderem auch der bekannte Dircctor des MontblancObservatoriums angehört, machte eine Reibe von Ercursionen im MontblancGebiet, und aus ihren Feststellungen ergab sich die Richtigkeit der Anschauungcn von Professor Deperet und die Möglichkeit der Bahnanlage in einem Tunnel, der in einem von der Thalsohle bis zum Gipfel führenden, von Gletschern nicht unterbrochenen Felsgrat geführt werden tonne. Nach dem von der (somknifsion ausgcarbeiieten Proict wiiitx der erste Theil. der Linie

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j il auf offener Bahn c7ugcuhrt werden, von Les Houch ausgehend bis zu einem Grat, der als Ausgangspunkt des Tunnelbaues gewäblt wird. Hier beginnt der zweite Tdeil der Bahn, der im Tunnel bis zur Aiguille da Gouter in der Höhe von 3843 Mein ausgeführt wird.' Der dritte Theil geht von dicscm letzteren Punkte aus zunächst zum Äallot'schet: Obsndatorut in 452 Meter Höbe und von da bis zur 4880 Meter hohen Endstaii-n. Man ist dann allerdings noch nicht auf dem Gipse! angelangt, da dieser noch 230 Meter Hörer liegt. Tie Stecke, die von der Endstation bis zum Gipfel noch zurückzulegen ist. stellt sich aber als ein mäßig geneigtes chneeseld dar, dessen Ueberschreitung mit eigens da;u eingerichteten Slittd bercr?stelligt würde. Für rüstige Leute würde übrigens das Marsairen ans dem harten Schnee keine bcsond,:.' a wierigteiten oder Anstttnpric.r; verursache. Bei der Endstation er Bahn Würde ein 5otel eingericht:: werden. Um schon während der Auffahrt bis Aussicht zu ermöglichen, soll der 'unnel in kurzen Zwischenräuicn du?;i drochen werden. Tagegen si7 im ganzen außer der Anfangs- und '.".dstation nur vier Stationen vorgesehen. Die Bahn würde nach de,'l rojektc der Commission 11,1 Kilometer lang werden, wovon 9.2 ilcmeer au.f di( Tunnels entfallen. Bitte rePslle. Dwctor: .Für das Gretchen im Fa..':' sind 2;c mir doch nicht mehr jung genug, aber wenn Sie eine dr Hexen n .MacbetV übernehmen wollen " Rücksichtslos. Dame : ED ist eine scbnödc RöckfuhUlofigkeit von den Männern, wenn sie im Straßenbahnwagen sitzen bleiben, wo Tamen stehen!" Herr: Ich glaube wi?d, es ist ungalaui oon der Vi'ännerwelt. wenn sie die T-amcn Pj:rt iöfttl" -"-H f i

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