Indiana Tribüne, Volume 24, Number 43, Indianapolis, Marion County, 31 October 1900 — Page 1
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s Judlnlln Tribune r 1 w : Um I ' " $ v . B -onntags-$ Blatt 1 A w Jl - - ;r -l v. 1WI VCl ICUUK a. "V MS' l 4 Grsctzeint jede,, Uadjmtttau imfc Sonntag Morgen. Zndimapolis, Ind.. Mittwoch, den ZI. Oktober 1900. Jahrgang 24. No. 43
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Zlnsland Depeschen
Die 5agc in Südafrika. Die Boeren überall ungcwohnlich aktiv. Gocrcn-Francn als Gefangene nach Bloemfontciu geschickt. Zu Kapstadt werden wieder Trnppen anyeworbett. Verschiedenes aus China. Nähere über die Flucht Der Kaiserin. Sie öchk im SnBt-DißrA sehr ernst. Ter Carlistcn-Ausstanö in Spanien Ist m Wochen zu sriih ausgebrochen. Jnteressanttt ans dem TentschcnReich. Die Lage in Südafrika. B l o e m f o n t e i n , 26. Okt. Die 'Telegraphen-Linien sind noch unterbrachen und die Postsachen sind seit mehreren Tagen nicht abgeliefert worden. da die Boeren wieder einen Zug zehn Meilen südlich von Edenburg zum Entgleisen gebracht hzben. Alle Boeren im Alter von mehr als 14 Jahren, die außerhalb eines Radius von zehn Meilen von Bloemfontein leben. werden von den britischen Truppen zusammengetrieben und bewacht, um zu verhindern, daß sie sich wieder oen verschiedenen Kommandos zuwenden. Mount Pleasant. Pa.. 31. Okt. Die holländische Kirche ist das einzige Gebäude, das noch in Bothaville steht. Alle anderen sind von den Briten aus Rache dafür niedergebrannt worden, daß die männlichen Bewohner wieder ins Feld gezogen sind. Eine ganze Anzahl Frauen von Boe ren sind von Jagersfontein deportirt worde. Sie sind nach Bloemfontein geschickt worden, wo sie zusammen mit anderen einige Meilen außerhalb der Stadt in einem Lager gefangen gehal ten werden. Kapstadt. 31. Okt. General Vrabant. der mit der Rekrutirung von Kap-Truppen beauftragt worden ist. hat einen Aufruf zum Eintritt in das Heer erlassen, da unter den jetzigen Verhältnissen an eine Rückkehr der Flüchtlinge nach Transvaal doch noch tickt zu denken sei." London. 31. Okt. Der Korrespondent der ..Daily Mail" in Kapstadt weist auf die erstaunliche, erneute Aktivität" der Boeren hin und deutet an. daß die Boeren möglicherweise von irgendwoher Verstärkungen erhalten hätten. Der Korrespondent versichert mies daß in Kapstadt viel über das zu frühzeitig? Nachhaufeschicken der Freiwilligen-Korps geklagt werde. Verschiedenes aus China. Peking, 31. Okt. Prinz Su. der fcn chinesischen Hof auf seiner Flucht jach Tai Yuen Fu begleitete und später hierher zurückkehrte, da ihn die Anarchie, die unter den unmittelbaren Rathgebern des Thro.ies herrscht, entmuthigte, gab in einem Interview einen interessanten Bericht über die Flucht der Kaiserin. Am ersten Tag." sagte der Prinz, reiste der Hof in Karren zwanzig Meitot nach Norden, von 3000 Soldaten begleitet, die auf dem ganzen Weg plünderten. mordeten und alle anderen Verbrechen begingen. Die Reise wurde dann, ungefähr 20 Meilen jeden Tag. öis nach Hsuan Hua Fu fortaeseyt. Die zanze Reisegesellschaft befand sich in einem panikartigen Zustand. Niemand versuchte oder vermochte auch nur die qeringste Autorität auszuüben, und die Soldaten stablen sogar die Mahlzeiten. Oie für die Kaiserin bereitet morden wa:en. Erst als eine Anzahl Soldaten Degen Mordes und Plünderung hingerichtet morden waren, gelang es, die Halbwilden einigermaßen unter Kon'.rolle zu bringen. Tu Hof blieb drei Tage in Hsuan Hua Fu. Einige der Rathgeber bestem KB darauf, daß man noch länger bleibe, die Meisten fürchteten aber, daß die Verbünoeten nachfolgen würden, und so xurde dann wieder aufgebrochen. Diesmal ging es auf Tai Auen Fu , nachdem sich der General Tung Au Hsian mit 1500 Mann dfm Zuge angeschlossen batte. Die Zänkereien zwischen den Führern nahmen dadurch aber nur noch zu. Die Kaiserin-Wittwe weinte fast un .auf'aörlich und machte ihren Rathgebern beständig Vorwürfe. Der Kaiser schimpfte auf Jeden, Die Reise dauerte
Zb J.age. i5 wurden viele Umwege gemacht, da man Verfolgung befürchtete. Nach der Ankunft in Tai Auen Fu machte es die allergrößte Schwierigkeit, auch nur den Schein einer Regierung zu etabliren. Viele Edikte wurden gar nicht beachtet und es herrschte eine Zeit lang ein schreckliches Chaos. Der Kaiser würde es vorgezogen haben, sich den Alliirten anzuvertrauen, er wurde aber gezwungen, mitzufliehen." Peking. 27. Oktober. Herrn o. Giers' Rückkehr nach Peking wird von den hiesigen Diplomaten als ein Sieg der deutschen Politik über die russische naesehen. Einerseits hat Deutschland ich nicht dazu hergegeben, für dt iltul en die Kastanien aus dem Feur zu Wien, und andererseits hat da? feste, onsequente Auftreten der Deutschen mch die Chinesen überzeugt, daß t den Forderungen Deutschlands ind der Mächte im Allgemeinen sich ügen müssen, wenn sie Frieden haben vollen. Prin Ching und Li Hung jnang haben wiederholt den Kais.-r :rsucht. nach Peking zurückzukehren, iber eine Entscheidung ist noch nicht rfolgt. Die chinesischen Friedensommissäre sehen ein. daß nur die An vesenheit de? Kaisers in der Hau,,:tadt baldige Beilegung der Wirren ?rnöglichen können, da ihre eigenen Voll nachten zum Friedensschluß nicht als genügend gelten. Ehe die Gesandten nit ihnen selbst verhandeln, sollen noch inige Konferenzen zur Feststellung eiies einheitlichen Programms stattfinden. Gute Kenner chinesischer 7erzältnisse erklären öffentlich, wenn die Nächte nicht auf allen ihren Focde--ungen mit der größten Energie bestänzen, wäre ein benotet utederasmich der Fremdenbetz n zu befürchten, London. 31. Oktober. Der Korcespondent der Daily Erpreß" telezraphirt aus Sbanghai. daß die Lag: im Yangtse - Thal eine höchst kritische 'ei. Die Kaiserin Wittwe soll Emmissäre dorthin geschickt haben, mit dem Luftrag. große Truppenmassen aufzudringen, deren Aufgabe es sein soll, die ffonoertirten ..auszurotten" und die llusländer aus dem Lande zu vertreiben. Die Kaiserin hat auch den General yu Chuan. einen notorischen FremdenHasser, um Militär - Gouverneur des Sanztse Distrikts ernannt. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 31. Okt. Die von den 8er. Staaten gekabelte Nachricht, daß Deutschland die Absicht habe, die Insel Nargarita von Venezuela zu pachten, im dort eine Kohlenstation zu errichten, :st im hiesigen auswärtigen Amt für durchaus unwahr erklärt worden. T: französische Botschafter Maruis de Noailles hatte eine längere Unterredung mit dem Reichskanzler Graf eon Bülow. Letzterer versicherte dem französischen Diplomaten, daß das oeutsch-englifche Abkommen nur kommerzielle Bedeutung habe. Zugleich sprach der Reichskanzler dem Botschafter Dank aus für das den deutschen Industriellen und Behörden während der Pariser Weltausstellung gezeigt? herzliche Zntyeaenko.nmen. In offiziellen Kreisen wird dem Besuch der französischen Minister der Maeine und des Krieges in den befestigten Plätzen längs d;r europäischen und afrikanischen Mittelmeerküste große Bedeutung beigelegt. Man glaubt hier. Frankreich sei wegen etwaiger Konsequenzen des deutsch-britischen Abkommens beunruhigt. Auch die Reise des Kolonialsekretärs Chamberlain nach Gibraltar zilt nicht als Friedensomen. Die Sozial-Demokraten haben in Coburg einen ihrer Kandidaten in den coburgischen Landtag gewählt. Es ist dies das erste Mal. daß sie einen Vertreter dort haben. Die Thatsache, daß die Sozial-De-mokraten in der letzten Zeit wieder eine Anzahl wichtige Siege errungen haben, fängt die Regierung an zu beunruhigen. Herr Ledebour. der Sozialist. der heute
mit einer riengen Mazoritat in Xltevknecht's altem Distrikt in Berlin in den Reichstag gewählt wurde, ist ein Extremist und ein sehr guter Redner. Herr Pens. ein anderer Sozialist. wurde vor einigen Tagen im Herzen des Brandenbarger Landdistritts in den Reichstag gewählt, und in den thürinzischenStaaten und in Württemberg sind Sozialisten in die Landtage gewählt worden. Avette Guilbert, die französische Musikhallen - Sängerin, ist hierhergekommen, um sich einer gefährlichen Operation. als einziges Mittel zur Heilung eines Halsleidens, zu unterziehen. Die Operation wird von Professor Israel vorgenommen werden. Auf die Mittheilung Bezug nehmend, daß der Prinz Christian von Schleswig Holstein nach Äerlin gekommen sei. um eine Scheidungsklage gegen den Gatten seiner Tochter, den Prinzen Ändert von Anhalt, anhängig zu machen. erklären die Zeitungen, daß nicht j die Prinzessin, sondern der P.inz Art- ! bert selbst die Initiative in der Sache j ergriffen ha 55 und sie deuten an. daß
in dem Prozeß höchst enatwnelle 4u2-
sagen zu Ungunsten der Prinzessin gemacht werden würden. Das Urtheil gegen den Leutnant Prinz Prosper von Arenberg, der im Juni d. I. wegen der brutalen Ermordung eines prominenten Mischlings in Deutsch Südwest - Afrika zu drei Jahren und sechs Monaten Festungshaft verurtheilt wurde, ist. nachdem der Kaiser eine Revision des Prozesses angeordnet hatte, auf fünfzehn Jahre Fe stungshaft erhöht worden. Hochzeit am kaiserlichen Hofe in Wien. Wien, 30. Okt. Die Vermählung der Erzherzogin Maria Rainena von Oesterreich mit dem Herzog Robert von Württemberg fand am Montag in der Kapelle der Hofburg in Gegenwart des Kaisers Franz Joseph und des ganzen Hofes statt. An dem Hochzeitsmahl in der Hn bürg nahmen 150 Personen Theil. In seinem Toast auf das neuvermählte Paar drückte der Kaiser Franz Joseph Befriedigung darüber aus, daß die Bande zwischen den Häusern Haosbürg und Württemberg auf's Neue befestigt worden seien. Nach dem Bankett fand ein Hof-Konzert statt. Aus China. Hong Konq. 31. Oktbr. Am Sonntag Morgen fand in Canton eine verderbliche Explosion statt. Vier Häuser die neben dem Iamen des Gouverneurs lagen wurden zerstört, und es wurden eine ganze Anzahl Personen getobtet. Es heißt, daß sich in den zerstörten Gebäuden das Arsenal der Reformer befunden habe, das mit Puloer und Schießbaumwolle angefüllt war. und es die Absicht gewesen sei. das Haus des Gouverneurs zu zerstören. Die Verfolgung der Reformer wird in Folge dessen wahrscheinlich mit größerer Energie geführt werden. Einem in Canton verbreiteten Gerücht zufolge, beabsichtigt die französische Regierung 1000 Mann Truppen von Saigon nach Canton zu schicken. Da bereits eine ganze Anzahl französischer Kriegsschis in den südchinesisehen Gewässern .rsammelt sind, fangen die Chinesen an. alle Bewegungen der Franzosen mit scharfen Augen zu beobachten. Die Reformer drohen, daß wenn die Franzosen versuchen sollten, sich der Stadt Canton zu bemächtigen, die Ein mohner die Stadt niederbrennen würden. Aus Canton wird weiter über die Explosion, die am Sonntag stattgefunden. berichtet, daß es sich dabei ohne Zweifel um die Zerstörung des AamenZ des Gouverneurs handelte. Das Haus in dem die Explosion stattfand war unbewohnt, es wurde aber häufig von verschiedenen Personen besucht, die immer Packete hineintrugen, aber niemals etwas herausbrachten. Der Vermiete des Hauses wird vermißt, aber sein Bürge ist verhaftet worden, und die BeHorden hoffen ihn zwingen zu können, die Namen aller Schuldigen zu nennen. Sechs Personen wurden bei der Erplosion getödtet und zwei verletzt. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß genug Beweismaterial gegen Diejenigen, die mit Der Reform - Bewegung sympathisiren, fabrizirt werden wird, um eine ganze Anzahl von ihnen um einen Kopf kürzer machen zu können. Kaum glaublich. Paris. 31. Okt. La Matinerklärt, daß die neue spanische Flotte m französischen Schiffswerften gebaut verden würde, und das Blatt behaup:tt, daß die spanische Regierung bereits die Kontrakte für den Bau von acht Panzerschiffen von je 12.000 Tonnen, zier Panzerkreuzern von je 8000 Tonnen und für 100 Torpedobooten abgeschlossen habe. Die Schiffe sollen innerhalb von zehn Jahren abgeliefert verden. Die Zeitung fagt aber nicht, vo Spanien das viele Geld hernehmen vill, das die Schiffe kosten würden. Der Karlisien-Aufstand in Spanien. Madrid. 31. Okt. Eine Bande ?on zwanzig Karlisten erschien am Montag bei Jcualada. Sie wurden von Gensdarmen verfolgt. a!?er Alle entkamen, obgleich za?ei Man oerwundet wurden. Eine andere Bande ist in der Nähe ?on Vergara aufgetaucht und wurde ebenfalls von den Genoarmen verfolgt. Mehrere Banden sind in der Nähe von Barcelona aufgetaucht. In der letzteren Stadt wurden drei Priester als Parteizänger des Don Carlos verkäste:. Bei ver Durchsuchung ihrer Wobnungen wurden wichtige Dokumente gefunden. Der Karlisten-Aufstand sollte erst in vierzehn Tagen beginnen, er kam aber ;u früh zum Ausbruch. Eine Bande von 20 Karlisten soll sich in der Nähe von Borga. einer 50 Meilen nordwestlich von Barcelona gelegenen Stadt, befinden. Die Gendarmen haben in der Landwohnung eines Schwagers des Herzogs von Solferino mehrere Gewehre beschlagnahmt.
Inland Depeschen.
1 pie Bevölkerung der Mer. Staaten Beläuft sich auf 76,295,. 220 Personen Tem offiziellen Bericht des CensusBureaus zufolge. . Roftlyn Ferrell Des Mordes im ersten Grade schuldig befunden. Die Brandkatastrophc in New Zork. Die ersten Leichen gesunden. Es werden noch $2 Personen vermißt. , Die Bevölkerung der Ver. Staaten. Washington, 31. Okt. Dem offiziellen Bericht des Zensus-Bureaus zufolge, der am Dienstag bekannt gemacht wurde, beläuft sich oie Beoölke rung der Ver. Staaten auf 76.295,220 Personen, wovon 74.627.907 auf die 45 Staaten entfallen. Im Ganzen befinven sich in den Ver. Staaten 134,158 Indianer, die steuerfrei stnd. Die Gesammt-Bevölkerung imJahre 1890. mit der die jetzige Bevölkerung verglichen werden muß. belief sich auf 63.069.756. Die Zunahme beträgt somit in den zehn Jahren 13.225.464 Seelen, oder beinahe 21 Prozent. In nachfolgender Tabelle ist die Bevölkerung nach Staaten angegeben. In der ersten Reihe die Bevölterungszahl von 1900 und in der zweiten diejenige von 1890. 1900. 1890. Alabama 1,828.697 1,513,017 Arkansas 1,331.564 1,128,179 California . . . 1,485,053 1,208,130 Colorado 539,700 412,193 Connecticut . . 908,335 746,258 Delaware . . . 184,735 168,493 Florida .... 528,542 391,422 Georgia 2,216,329 1,837,353 Jdaho 161.771 84,385 Illinois 4,821,550 3,826.351 Jndiana 2.516.563 2.192.404 Iowa 2.251.829 1.911.896 Kansas .... 1.469.496 1.427.096 Kentucky .... 2.147.174 1.858,635 Louisiana . . . 1.381,627 1.118,587 Maine 694.366 661.086 : Maryland . . . 1.189,946 1,042,390 Massachusetts . 2,805,346 2,238.943 Michigan . . . 2,419,782 2,093,889 ' Minnesota . . . 1,751,395 1,301.826 Mississippi . . . 1,551,372 1,289,600 Missouri . . . 3,107,117 2,679,184 Montana . . . 243,289 132,159 Ncbraska . . . 1,068,901 1,058,910 Nevada .... 42,334 45.761 NewHampshire 411,583 376,530 New Jersey . . 1.883.669 1.444.933 New York . . . 7.268,009 5,997.853 Nord-Carolina 1.891.992 1.617.947 NordDakota . 319,040 182.719 Ohio 4.157.545 3,672,316 Oregon .... 413,532 313,767 Pennsylvania . 6.301.365 5,258,014 Rhode Island . 428.556 345,506 Süd-Carolina. 1,340,312 1.151.149 Züd-Dakota.. 401.559 328.803 Tennessee . . . 2.022.723 1.767.513 Teras 3,048,828 2,235,523 Utah 276,565 207,905 Vermont . . . 343,641 332,422 Virginia . . . 1,854,184 1,655,980 Washington . . 517,672 349,390 West-Virginia . 958,900 762.794 Wisconsin . . . 2.068.963 1,686.880 Wyoming . . . 92,531 60.705 Zusammen für die Staaten 74,627,907 62.116.811 und außerdem noch 44,617 nicht Steuern zahlende Indianer. Territorien etc. 1900. 1890. Indianer. lllaska lungefähr) . . 44.000 32.052 Arizona . . . 122,212 59.620 24,644 Distrikt Columbia . . 278.718 230.392 Hawaii . . . 154.001 89.990 Indianer-Territorium . . 391,960 180,182 56,033 Neu-Meriko 193,777 153,593 2,937 Oklahoma . 398,245 61,834 5,927 Personen im Dienst außer- - halb der Ver. Staaten (ungefähr) . . . 84.400 Indianer etc. auf Reservatio- i ! nen, ausschl. IndianerTerritorium 145,282
Total für 7 Territorien etc 1.667,313 952.945 89.541
Er m o r d e t. N o b l e s v i l l e, Ind., 31. Okt. Die Leiche eines unbekannten ManneS wurde am Dienstag Morgen auf dem Geleise der Lake Erie & Western Ei- ; senbahn bei hiesiger Stadt gefunden. Die Leiche war nackt, der Hals war durchschnitten, der Kopf eingeschlagen ein Fuß abgeschnitten und außerdem vaxtn die Arme gebrochen. Der Mann war ohne Zweifel ermordet und die ; Leiche dann auf das Geleise geworfen j worden. Es war ungefähr 35 Jahre alt. hatte dunkles Haar und einen dün- ' nen braunen Schnurrbart. Sein Rock and sein.' Weste und sein Hemd wurden beinahe eine Meile von der Leiche entfernt gefunden. Die F e u e r - K a l a m i t ä t in New York. New York. 31. Okt. Die Bebörden richten jetzt alle Anstrengungen darauf, die Straße von den Trümmern des Tarrant'schen und anderen Gebäuden zu säubern und Gewißheit darüber zu erlangen, wie viele Menschen der Katastrophe zum Opfer gefallen sind und was die Ursachen der Explosion waren. Bis jetzt wurden die Leichen von H. C. K. Schmidt von 550 Clinton Str. und drei anderen Personen gefunden. Schmidt war ein Graoeur und hatte seine Office in No. 101 Warren Straße. Seine Leiche wurde unter einem Haufen verbogener Eisenstäbe entdeckt, konnte aber bis jetzt noch nicht hervorgezogen werden. Jdentifizirt wurde die Leiche durch ein Messer des Verunglückten. Auf der Nordwestecke des Tarrantgebäudes traf man auf einen bis zur Unkenntlichkeit zusammengeballten Haufen von Kleidern und Körpertyeilen, welches die Ueberbleibsel dreler menschlicher Wesen sein sollen. Um 10 Uhr Abends stießen die Feuerwehrleute bei den Aufräumungsarbeiten auf den Fuß einer Frau und Theile eines eingedrückten Schädels. ' - i Die Trümmer brennen noch immer, wodurch die Aufräumungsarbeiten theilweise verhindert werden, und sind so heiß, daß nur Wenige sich denselben nähern können. Die Arbeiten beschränken sich daher vor der Hand auf die Außenmauern der Gebäude und die in den Straßen liegenden Trümmerhaufen. Mit Wagen und Karren zur Wegschaffung des Schuttes ist nur schwer in die Warren Straße zu gelangen, da der Platz, welcher nicht von den Feuerlöschapparaten eingenommen ist. durch Trümmer unpassirbar gemacht worden ist. Nur ein Karren kann zur Zeit an die Trümmerhaufen gelangen, wodurch deren Wegschaffung sich zu einer langwierigen Arbeit gestaltet. In der Washington Straße liegen die Verhältnisse günstiger und machen demzufolge die Awfräumungsarbeiten schnellere Fortschritte. 180 Polizisten haben den SicherheitsDienst auf der Brandstelle zu versehen. Sowohl Inspektor Brooks von der Polizei wie Kapitän Wislerfelo glauben indessen nicht an die übertriebenen Gerüchten von Verlusten an Menschenleben und sind er Ansicht, daß nicht mehr wie vier oder fünf Leichen unter den Trümmern liegen. Eine revidirte Liste der Vermißten, welche um 10 Uhr Nachts ausgestellt wurde, enthält die Namen von 32 Vermißten. Der Piano-Fabrikant Victo" Mathushek. welcher als vermißt bezeichnet wurde. war gar nicht in dem Gebäude gewesen. Er mar bei Ausbruch des Feuers in ver Nähe des Gebäudes und begab sich in die Freimaurer-Loge, von wo er um 2 Uhr Morgens wohlbehalten nach Hause zurückkehrte. V erwegener Ueberfall. Mount Pleasant. Pa.. 30. Okt. Vier italienische Bergleute versuchten am Dienstag den Zahlclerk , Wm. Hosler von der Southwest Con- j nesville Coake Company zu berauben, ' als er sich mit 1000 in Baar auf der Fahrt von hier aus nach Alverton befand. Herr Hosler wurde bei dem Ueber-; fall getödtet uno sein Begleiter. Harra Burgeß. ein Kutscher der Kompagnie, wurde verwundet. Zwei der Italiener sind todt, ein dritter ist tödtlich vermundet und der vierte befindet sich im Gefängniß. Hosler und Burgeß verließen hiesige Stadt um ein Uhr Nachmittags nit der Ge'dkiste. die $400 in Baar enthielt. Als sie mit ihrem Fuhrwerk auf dem ! Gipfel des Hügels bei Morewood angekommen waren, gaben obne alle War-1 nung die vier Italiener vom Gebüsch j aus eine Salve ab und sprangen dann auf das Fuhrwerk zu. immer noch schießend. Herr Hosler wurde bei dem ersten Feuer getödtet. der ;unge Burgeß aber war im Stande, obgleich schwer verwundet, das Feuer zu erwidern. Er tödtete mit dem ersten Schuß einen
Italiener und im nächsten ÄugenblitI schoß er einem zweiten eine Kugel ins Gesicht. Die beiden anderen ergriffen dann, den Verwundeten mit fortschlep pend, die Flucht. Burgeß gelang es. mit der Leiche und dem Geldschrank nach Alverton zu gelangen, wo er Alarm schlug. Moun! Pleasant schickte ungefähr 500 Mann unter Leut. John G. Thompson von Kompagnie B aus. welche die Leuti auf einem Feld auf Durshine's Farm umzingelten und nach einem heftigen Kampfe wurde der eine erschossen, worauf sich der andere ergab, der dritti Räuber erhielt eine tödtliche Wunde i, den Kopf und wird sterben. Ferrell desMordes im er sten Grade schuldig befunden. M a r y s v i l l e , O.. 31. Okt. Die Geschworenen in dem Ferrell Mordprozeß haben spät am Abend den Angeklagten Rohlyn Ferrell. der den Ezpreßboten Lane ermordet und be raubt hat. des Mordes im ersten Grad schuldig befunden. Dies bedeutet Tcw desstrafe für den Mörder. Die Jury kündigte um zwanzig Mi nuten vor Mitternacht an. daß sie sich auf einen Wahrspruch geeinigt habe. Der Richter Melhorn und der Gefan gene lagen bereits im Schlaf, und ei dauerte eine Stunde, bis das Gericht wieder in Sitzung war und der Wahr spruch entgegengenommen werde konnte. Ferrell schien überrascht uni sein Gesicht wurde roth, als der Wahr, spruch angekündigt wurde, er sagt, aber nichts und wurde gleich wieder inj Gefängniß zurückgebracht. Der Prozeß hat ungefähr $7500 ge. kostet. Einbrecher verursachen eint furchtbare Explosion. B e l l e f o n t a i n e . O.. 31. Okt Eine Einbrecherbande setzte in de, Nacht vom Montag zum Dienstag da Städtchen Randhead tn die größteAuf regung. Eine furchtbare Explosiov weckte die Bewohner aus dem Schlaf, als die Leute aber auf dieStrahe stürzten. wurde von den Räubern, die berit, ten waren, auf sie geschossen. D Diebe ritten schließlich in der Richtunz auf Lima davon. Der Geldschrank in Mertz & May'i Laden war gesprengt worden und du Gauner hatten $400 daraus gestohlen. $600 in Banknoten waren durch d twat der Explosion bis auf du Straße geschleudert worden, wo su später gefunden wurden. Tchisssnachrichten. New York, 30. Okt. Angekom men: Friesland" von Antwerpen, Spaarndam" von Rotterdam unll Boulogne. Sardinian" von Glasgow. Boston. 30. Okt. Angekommen : Columbian" von London. Devo nian" von Liverpool. Hamburg, 30. Okt. Abgegam gen: Pennsylvania" nach New Dort via Boulogne und Plymouth, St. Johns, N.-F., 30. Okt. An. gekommen: Gredan" von Liverpool, nach Halifax bestimmt. Kopenhagen, 30. Okt. Ange kommen: Norge" von New York, nach Christiania und Christiansani bestimmt. L i v e r p o o l. 30. Okt. Angekom men: Lake Champlain" von Mon treal. Nomadic" von New York, .Van couver" von Montreal. M o v i l e, 30. Okt. Angekommen: Anchoria" von New ?)ork, nach Glas gow bestimmt. HU Schiff gestrandet. Hamburg. 31. Oktober. Das deutsche Vollschiff H. Bischoff", das am 2. Juli von Calota Buena hierher abging, ist am Großen Vogelsand, an der Elbe-Mündung, gestrandet. Ein Boot mit acht Mann von der Besatzung stieß von dem Schiffe ab und ein anderes Boot mit vier Mann ging von dem Leuchtschiff ab. um Hilfe zu leisten. Von beiden Booten hat man nichts mehr gesehen und sie sind als verloren aufzegeben wo'den. Die Ä. Bischoff" ist ein Schiff wn 2708 Tonnen. Es wurde 1865 in Glasgow gebaut und ist Eigenthum von H. Bischoff u. Co. von Bremen. Lord Saltsbury giebt das M i n i st e r i u m des Innerenauf. London. 31. Okt. Der ..Daily Telegraph" enthält die f..'.)e wichtige Ankündigung : Nach reiflicher Ueberleguna bat Lord Salisbury beschlossen. seinAmt als ' Staatssekretär des Inneren niederzulegen, mit dem der Marquis of Lansdowne betraut werden wird. Wenn auch die Gesundheit des Premiers zu keinen Befürchtungen Anlaß giebt, glauben wir doch, daß seine Entscheidung hauptsächlich auf den Rath seiner Aer'.te ;n erfolJt ist "
