Indiana Tribüne, Volume 24, Number 42, Indianapolis, Marion County, 30 October 1900 — Page 1

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Jahrgang 24.

Ausland Depeschen Die MlKKrhr ikr ConOöiicr rciwiffigm ans Säö Äst.lin. .London in ein Tötthans verwandelt. Tie schlimmsten Elemente der Verö'kerung toben mch Herzeuslust. ZNehr Todte und verwundete in den Straßen Wie die Freiwilligen in 2G Ge fechten gehabt. 2)ie Rückkehr d e r L 0 n d 0 n e r Freiwilligen. London, 30. Okt. Die FreiwillZzen der Stadt London, die am Samstag, aus Südafrika zurückkeh .-rend. in Soutbampton ankamen, tra t fenam Montag Morgen hier ein und marschirten durch einen großen Theil -von London, durch Straßen, die mit einer ungeheuren Menschenmenge angefüllt waren, welche die Heimgekehrten mit einem EnthustaZmus empfing, wie ihn eine so kleine Anzahl von FreiwilLigen wohl noch niemals zuvor verursacht hat. Am frühen Morgen schickte die Könizin Victoria eine Botschaft an die zurückkehrenden Truppen, in der sie die Freiwilligen willkommen hieß und sich ' nach ihrem Befinden erkundigte. Der Prinz von Wales war nach der Stadt gekommen und sah sich die Prozession vom Marlborough House aus an. Die anderen hohen Persönlichkeiten, die dem Vorbeimarsch des kleinen Häuflems Soldaten in Khaki-Uniformen zusahen, waren die Prinzessin Louise. die Herzogin von Arzyle und Prinz Eduard von Sachsen-Weimar. Die Fenster des Klubs in Picadilly waren alle für Damen reservirt. Außer den Londoner ' Freiwilligen marschirten in dem Zuge die Musikkapellen von zwölf Freiwilligen-Regimentern und 4000 Polizisten und 22, 000 Soldaten standen auf der Marschroute Spalier. Die Invaliden der Freiwilligen fuhren in Kutschen mit. Eine Boeren-Flagge. die einzige wirkliche Kriegs-Trophäe. die soweit nach England gebracht wurde, erregte ungejeuren Enthusiasmus. Je weiter der Tag vorrückte, desto wilder wurde der Enthusiasmus der Menschenmenge, und am Nachmittag konnte die Menge weder von der Poli- . , . l ' CVW ! ! 1 r . zei noch von dem Militär im 5Zauni gehalten werden. Bei der Marble Arch" am Hyde Park war das Gedrän--ge so furchtbar, daß die Menge das Militär-Spalie: durchbrach, und als endlich die Ordnung wieder einigermaßen hergestellt worden war. lagen 40 Personen auf dem Boden, die von Amöulanzen fortgeschafft werden mußten. In der engen Fleet Str. durchbrach dieMenge alle Barrieren undZuschauer. Soldaten. Polizei und Freiwillige bildeten nur noch eine konfuse Masse, aus der die Freiwilligen sich schließlich im Gänsemarsch herauswinden mußten. Die Szenen, die sich in Fleet Str. abspielten, sind kaum zu beschreiben. Ueberall ertönten Schmerzens- und Hilferufe' und Männer und Frauen wurden zu Boden geworfen und andere' stürmten darüber hin. GardeKavalleristen, die versuchten, die von einer halben Panik erfaßte Menge zurückzuhalten, wurden mit fortgerissen und verschwanden in der tobenden Menge. Der Marsch durch die Stadt, der acht Stunden dauerte, wurde dreimal unVerbrochen. Einmal an der Stelle, wo !die alte Temple - Bar gestanden, und .fco öer Lord Mafcor. Sir Alfnd New ton das Regiment bewillkommnete, dann bei der St. Paulskirche, wo ein kurzer Danksazungs - Gottesdienst abaehalten wurde und zuletzt bei der Äuildhall. Ncrch Beendigung des langen Marsches wurden die Zurückgekehrten -im Hauptquartier der Ancient and Honorable Artillery" von London gespeist. Die Mitglieder des Corps gingen dann auseinander. Sie mußten sich in ihre Ueberzieher einhüllen und auf sonstige Weise verkleiden, um nicht von der Menge, die um diese Zeit zum größUn Theil aus Betrunkenen bestand, erkannt zu werden. Einige der Freiwilligen wurden thatsächlich von den betrunkenen Enthusiasten beinahe in Stücke gerissen. Die Liste der Unglücksfälle in den Strahen von London war am Montag thatsächlich größer, als die Verlustliste der Freiwilligen in ihren 26 Gefechten in Südafrika. Aus den nur theilweisen Berichten der Hospitäler und Polizei-

Nationen geyt lzervor. vatz mehr als 200 j

Personen schwer verletzt und aqr 01 zehn Personen auf der Stelle getödtet wurden. Ueberall gericthen .Frauen und Mädchen unter die Füße der tobenden Menschenmenge. Provisorische Tribünen. die mit Menschen überfüllt waren, stürzten ein. Zwölf, von dreißig Personen, die auf einem Postwagen saßen, dessen Räder losgingen, erlitten Knochenbrüche und zwei "Kinder blie ben auf der Stelle todt liegen. Ein Mann, der auf dem Dache eines vier stöckigen Hauses lag, verlor das Gleich aewicht und fiel herunter auf eine Gruppe von Frauen, von denen eme getödtet und zwei andere verletzt wurden. Der Mann selbst ging aber anscheinend unverletzt davon. London glich am Abend einem Tollhais und es nimmt Wunder, daß die Zahl der Unglücksfälle nicht doppelt so groß ist. Das Leben in London am Montag würde der Kommune zur Ehre gereicht haben. Wüstere Straßenszenen sind hier wohl noch nicht gesehen wor den. Fluchende und kämpfende Haufen waren überall zu sehen, vergeblich versuchend, vorwärts zu kommen. Am Strand brauchte man eine halbe (Stirn de. um hunder: Nards vorwärts zu kommen und dabei mußte man Glied maßen und Leben riskiren. Die PoU zei war gegen den patriotischen Enthu-1 T , , .(t. r -cil rrc t t . siasmus. dessen unfehlbare .harakte risttt Betrunkenheit in verschiedenen Stadien war. absolut machtlos. Es war eine Wiederholung der MasekingNacht, ohne daß die Veranlassung, die Entschuldigung dafür vorhanden geWesen wäre. London befand sich in den Händen der schlimmsten Elemente der Bevölkerung. Frauen wurden auf der Straße insultirt. geküßt oder umgesto ßen. Aber auch viele Frauen, manche mit kleinen Kindern in den Armen, waren betrunken. Die Freiwilligen nahmen nicht an diesen abscheulichen Demonstrationen Theil; nur wenige von ihnen waren zu sehen. In der That, man schien sie ganz vergessen zu haben bei dem allgemeinen Wunsch, sich dieser Gelegenheit zu bedienen, um einmal in der zügellosesten Weise gegen Gesetz, Ordnung und Anstand, ungehindert zu toben. Im Ganzen sind während des Tages ungefähr 1000 Personen vom Ambu-lanz-Korps behandelt worden, viele der Leute waren aber nur leicht verletzt. Schuldig befunden. Santiago de Cuba. 30. Okt. Octavio Mena. früher ein Clerk in der Office des Hafen - Kapitäns, wurde am I Montag der Ermordung des Obersten . w c : 7 . eis 7,.? Paooli von oer cuuauiiucn .auuec uui v t. w - rc - v:w 5s?r; um üc uuucii. vii iuuy ivauiuwtuuiuj zu 17 Jahren Zuchthaus und zur Be- " T , - i . er. . ; v zaylung einer nllazaoigung im etrag: von 52000 an die Familie des i Ermordeten, verurtheilt werden. sti'fa cm . sZ! t' Z, Als Mena von em Gefängniß nach dein Gerichtsgebäude gebracht wur, n WnTfafffn hrt Vlk uwtk viv vvinni v. ... . , ... ' v ' cn-r:.-: zu ivncyen, es gelang vkx uii$ci uvci, den Angriff abzuschlagen. ' Erdbeben in Caracas. ' Caracas. Venezuela. 30. Okt. Um viertel vor fünf Uhr am Montag Morgen, wurde Caracas von einem sehr heftigen Erdbeben heimgesucht. Fünfzehn Personen wurden dabei getödtet und viele mehr oder weniger schwer verletzt: auch sind viele Gebäude eingestürzt und eine große Anzahl, da- . . i .. r i runler oas Panlyeon uno oiz lanirni lichen Kirchen, wurden beschädigt. Auch das Gebäude der Ver. St. Gesandtschaft wurde stark beschädigt, die sämmtlichen Bewohner entkamen aber unverletzt. Der Präsident Cipriano Castro, der von einem Balkon im zweiten Stock des Regierungs - Gebäudes herabsprang, erlitt einen Beinbruch. Auch das Gebäude der britischen Gesandtschaft ist eingestürzt." Erst im Juli d. I. fand in Caracas ein Erdbeben statt, das ziemlich beträchtlrchen Schaden anrrchtetc. Eine internationale katholische Zeitung. R o m , 30. Okt. Nachdem der Vatikan das Projekt der Organistrung einer internationalen katholischen De-peschen-Agentur fallen gelassen, 'wird jetzt die Gründung eines neuen internationalen katholischen Blattes beabsichtigt. Das Blatt soll in Brüssel erscheinen, die Mitarbeiter aber Hauptsächlich in Rom und Paris ansässig sein und in englischer, deutscher, französischer, italienischer und spanischer Sprache schreiben. Neben Tagesneuigleiten wird dieses Organ des Vatikans religiöse und Moralfragen in populärer Weise behandeln. Das nöthige Kapital ist bereits zum größten Theile aufgebracht und es wird sofort eine sehr große Zirkulation erwartet. Grß - Paris. Paris. 30. Okt. Nach Schluß der Weltausstellung' wird die Regie

Indianapolis, Ind.. Dienstag, den 30. Oktober, 1900.

Ex-Präfident Groiier Cleveland

... t . r. - . i . ." '' Prophezeit einen Erdrutsch für William I. Bryan. Eine kolossale Enttäuschung hant der republikanischen Partei. Princ e ton, N.J., 29. October.! für McKinley zu gewinnen unmöglich

Er.'Prändent Grover Cleveland prophe 1 zelte heute in einem Interview einen Erdrutsch für William Jennings Bryan. dem demokratischen Prasidentsa)afts' Kandidaten. Er gab mehrfache Gründe dafür an. "' Eine ganze Stunde lang wich Herr Cleveland der Beantwortung von Fragen, die sich aus Politik bezogen, aus dem Wege. Er sagte', 'er nehme kein aktives Interesse an Politik. Als aber die Rede auf die Zustände im Westen kam, sagte Cleveland : Junger Mann, Sie -, werden am Tage nach der Wahl einen Erdrutsch für Bryan sehen. Davon bin ich über zeugt." . , ; ,; Auf den Einwand dcS .Berichterstat ters, daß die republikanischen. Führer einen für McKinley günstigen Bericht aussprengen, sagte Herr Cleveland :' Natürlich thun sie das ! Das ist aus Politik. Ich sage Ihnen dies als meine Privatmeinuna. Sie ..verstehen die herrschenden Zustände nicht. Elemente ' ' ' - . sind im ganzen Lande an der Arbeit, die rung vle großen 5ororre von Par:Z, wie Neuilly. Voulogne für Seine. Charenton und Vincennes. mit der Hauptstadt zu einem Gemeinwesen verbinden. Paris' Einwohnerzahl wird sich daduich um eine Million erhöhen. Auch die Stadtmauer soll dann fallen und der Octroi. die Erhebung von Steuern auf alle die Stadtthore einpassirenden Lebensmittel. Baumaterialien etc, wird abgeschafft werden. - - Ein Trust verkracht. Wien, 30. Okt.' Ein Eisen-Trust. oem alle Eisenfabrikanten OesterreichUngarns beigetreten waren, hat sich heute Nachmittag in Folge von Differenzen zwischen verschiedenen F::?.ien wieder aufgelöst. Die Preise sind sofort um 15 Prozent gefallen. Antisemitische Unruhen in G a l i z i e n . W i e n , 30. Okt. In Busk, in Galizien, haben ernste antisemitische Un ruhen stattgefunden. Ein Pöbelhaufen verwüstete die jüdischen Stadttheile, vlllnderte Geschäfte und verbrannte Möbes und Waaren auf den Straßen. ! dem Pöbel in die Hände fallenden . r j-.. 'c.cw.n uvCN wuroen icgrocc miüauucn, ui y. ::n.!r x. ra . Dt namc TUüliac cuuiiciuuw uus i" d j ' i ' der Stadt flüchtete. Die Behörden schritten nicht ein und Verhaftungen wurden nicht : gemacht. Da die Einwohner der umuegenoen Orte zum größten Theile Juden 'sind. fürchtet man einen 'förmlichen Ras IPTTTTTclT """-ü Aus dem deutschen Reich. Berlin, 30. Okt. Das CentralBüreau für die Vorbereitung der Handelsverträge hat ein Cirkular an die deutsche Presse erlassen, in dem auf die auffallende Zunahme des amerikanischen. Exports nach der Levante - seit Ktablirung direkter Dampferverbindung nach Konstantinopel und der Eröffnung einer permanenten Ausstellung amerikanischer Waaren in der.türkij chen Hauptstadt hingewiesen ' wird. Das Büreau räth dann, daß eine deutsche Handelskammer in Konstantinopel orzanisirt werde, um die deutschen Hmdelsinteressen der amerikanischen Konkurrenz gegenüber schützen zu können. ' , Aus den Handelsstatistiken für S?ptember 'geht hervor, daß die Einfuhr von russischem Petroleum zugenommen und diejenige von amerikanischem Petroleum abgenommen hat. ' 'Die Menge' des importirten russischen Petroleums betrug 10.653 Tonnen, eine Zunahme von 3186 Tonnen, und des amerikanischen 66,777 Tonnen, oder eine Abnähme von 2750 Tonnen. In den am 30. September beendeten neun Monaten wurden 61.023 Tonnen russisches.Petroleum importirt. ' eine Zunahme von 23.775 Tonnen im Vergleich mit dem korrespondirenden Zeiträum im vorigen Jahr; und 483.497 Tonnen amerikanisches .Petroleum. Es ist dies eine Abnahme von 26.693 Tonnen im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Jahres, .1399 Ein Portland - Cement-Syndikat, mit einer jährlichen Produktion von 13,000.000 Faß. ist im nordwestlichen und mittleren Deutschland organisirt worden. Die Produktion wird aber auf die Hälfte beschränkt und die Preise werden reduzirt werden, um die Konkurrenz zu unterdrücken. . Dr. von Mühlberg ist zum Nachfolaer des Barons von Richthofen als Üntersekretär im Reichsamt des Aeußeren ernannt wode?. ;

ist. Erstens ijt Unionarbeit gegen Mc

Kinley. In den letzten Jahren ist diese Arbeiterorganisation zu. einem Faktor in Politik geworden, der nicht günstig für das Kapital gestimmt ist. Die Ge. schästsreifenden sind für Bryan eine ganze Armee, die überzeugt ist, daß die republikanische Partei Beschützer der Korporationen ist, die durch Verschmelzung viele, von ihnen brodlos gemacht haben." ' Im Nordwesten giebt es viele Hol länder. Sympathie für die Buren, die von derselben Nationalität find, führt sie zur Unterstützung Bryan 's. Geben Sie acht, ob ich nicht Recht behalten werde." ' Ich will nicht über die Resultate der Wahl sprechen, aber wenn die Republi kaner ehrlich glauben, daß McKinley er wählt wird, so ist es meine Meinung, daß sie im Irrthum sind." Herr Bryan ist ein ausgezeiäzncter Redner und besitzt eine magnetische Persönlichkcit, was die Ursache. seiner rie sigcn Volksthümlichkeit ist." . ZranzösischeKriegsschiffe , vorÄnnapolis. Annapolis. Md., 30. Okt. Die französischen Kreuzer EUlo" ino Suahet" kamen am Montag hier in und gingen ungefähr sechs. Meilen )on der Stadt entfernt vor Anker. Als sie ankamen, feuerten die Schiffe einen Salut von 21 Schüssen ab, der von der Narine-Akademie aus beantwortet nmrde, ,Am Abend waren die Offiziere der französischen Schiffe die Gäste zes Superintendenten - der Akademie, Tommander Wainwraight. Die Ankwort der Ver. Staa. ' i"' ten. Washington. D. C.. 30. Oit. Der Staatssekretär Qay aab am Mon tag Nachmittag die Antwort der Ver. Staaten auf die Britisch-deutsche Verein baruna betreffs Chinas. Sie wird nicht eher bekannt-gemacht werden.. als bis die Antwort rn X50ND0N uno ernn einge troffen ist. Schreckliche That einer Mutter. Chattanooga, Tenn., 30. Okt. Am Montaa Morgen zu früher (stun de wurde die neuerwehr nach der Jiuocnuna einer Wittwe namens 6ss,' Cawtborne aerufen. in der ein klunes Feuer ausgevrochen war. viia. oie - i , n s ' . Leute die verjazlouene our ausvracken. stienen sie sofort auf die Leiche des 16 Jahre alten Sohnes der Wittwe. der in einer großen Blutlache auf dem Bette lag. Der Kopf des Knaben war mit emem Beil, das neoen oem Bette lag. furchtbar zerhackt worden. Es war auf der Stelle ersichtlich, daß ein Mord begangen und das Haus in Brand gestecht worden war, um das Verbrechen zu verbergen. Der Coroner hielt gleich am Morgen einen Jnquest ab und nachdem dieser beendet war. wurde Frau Cawthorne die Mutter des jungen Mannes, verhaftet und formell beschuldigt, ihren Sohn ermordet zu haben. Der Knabe hatte acht BeilhieLe. ins, Gesicht und 23 auf den Kopf erhalten. Der Ermordete war ciVetter von Will. Cawthorne. der am Montag Morgen fast auf dieselbe Weise in -Texas er mordet wurde. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß d!e Mutter wahnsinnig und der Wahnsinn in ihrer Familie rh1, ist V Frau Cawthorne blieb eine Zeit lang nach ihrer Verhaftung ganz unoewegi und . sie weigerte sich, irgend etwas zu sagen, später ahz gestand sie ein. ihren Sohn ermordet und auch die Absicht gehabt zu haben die ganze Familie z ermorden. Als Grund für die Tha gab die Frau an.-daß der Knabe ei böser 'Junge gewesen, sei und Cigaretten geraucht habe.'., . , Kapt. A. Storey. der Vater derMo:. dernvhat bereits zwei Advokaten en gagirt, um die Frau zu vertheldtgei. Fort W o r t h . Texas, 30. Okt. Will. Cawihorne wurde am Sonntag Abend bei einem Schulhaus im Lande, in der Nähe von Tyler, ermordet. Cawtborne wohnte demGottesdienst in dem Schulhause bei. als außerhalb dessel ben ein 'Krawall -stattfand. Er begab sich hinaus, um Ruhe zu stiften, wurde aber von den Ruhestörern angegriffen und mit Messern ganz zerhackt. Vier junge '.Männer sind auf 'die Anklage hin verhaftet worden, den Mord began aen m baben.

Inland Depeschen.

MlWure Jinlnllropijnii W. Ein Dutzend c&äube durch Explosionen zerstört, ' Die durch ein kleines Zeuer ver ursaökt worden waren. 5Tcr Verlust an Menschenleben nicht bekannt. Man glaubt aber, daß nn 80 Leichen unter den Rumen liegen. clfc 100 wurden mehr oder weni ger schwer verletzt Und 35 werden als vermißt augV. Entsetzliche Katastrophe. New York, 29. Okt. Das große siebenstöckige Gebäude von Tarrant & Co., Fabrikanten , von medizinischen Spezialitäten, an der Nordwest-Ecke der Grcen und Warren Straße, welches von oben bis unten mlt Chemikalien angefüllt war, gerieth aus unbekannter Ursache um ein Viertel nach 12 Uhr Mittags in Brand. Ein Bürger, welcher eine schwarze Rauchwolke aus einem Fenster des Gebäudes aufsteigen sah, benachrichtigte die in der Nähe stationirte Feuerwehr-Kompagnie No. 29. Ein Alarm, welchem bald ein zweiter und dritter folgte, rief die SpritzenKompagnien des ganzen Distriktes nach der Brandstätte und kaum war die erste derselben in Thätigkeit getreten, als eine furchtbare Explosion erfolgte, welche alle Feuerwehrleute die Treppe hinunterschleuderte. Angesichts der ih nen drohenden Gefahr stürzten die Feuerleute auf die Straße, während die in Folge der Explosion überall umherfliegenden Glas- und Steinstücke die vor dem Gebäude . versammelte Menge nach , allen Richtungen ' auseinander scheuchte, wodurch die an die Feuerspritze gespannten Pferde scheu wurden und durchzubrennen. suchten. Der Maschinist Rocksbury spannte gerade die.Pferde aus und Feuermann Brown öffnete das Sicherheitsventil der Dampfspritze, als die Explosion erfolgte und beide Männer mit einem Hagel von kleinen Trümmerstllcken überschüttete. Beide wurden ziemlich erheblich verletzt, wie auch ein dritter Mann derselben Kompagnie. 'Kapitän Devonney befahl inzwischen seinen Leuten, auss iceue in oas gefährdete Gebäude einzudringen, und kaum hatten dieselben einen Spritzenschlauch bis zum Portal des Gebäudes gezogen, als eine abermalige Explosion erfolgte, die ungleich wirksame: war wie die erste. Die ganze SpritzenMannschaft wurde auf die andere Seite der Straße geschleudert, wobei Kapt. Devanney so schwer verletzt wurde, daß er ins Hospital überführt werden mußte. In der Zwischenzeit waren zahlreiche andere Feuerwehr-Kompagnien auf der Brandstätte erschienen, die sich zunächst an die Rettung der Personen in den gefährdeten anstoßenden Gebäu den- machten. Die Feuerleute hatten über die einzige Nothleiter des brennen den Gebäudes bereits eine Anzahl Mädchen aus den oberen Stockwerken in Sicherheit gebracht und zahlreiche Personen wurden auch über die Nothleitern der anstoßenden Gebäude gerettet. Die zweite Explosion erfolgte ungefähr fünf Minuten nach der ersten und war so heftig, daß.-nach Aussage von Augenzeugen, das Gebäude im wahren Sinne des Wortes in die Luft gehoben wurde. Im nämsten Augenblick fielen Theile des Mauerwerks, Balken und Steine auf die Straße hinab. Durch die Heftigkeit der Explosion wurden die Wände eines großen KommissionsWaarenhauses an der Washington Straße niedergelegt. Das ganze Gebäude mit seinem Inhalt von Kisten und Fässern stürzte in einen TrümmerHaufen zusammen, aus welchem sofort die Flammen emporschössen. Das Feuer übersprang in wenigen Minuten Warren 'Straße und theilte sich den gegenüberliegenden Gebäuden mit. welche durch die Gewalt der Explosion ebenfalls schon stark gelitten hatten. Warren Straße wurde durch die gewaltig niederstürzenden Trümmermassen unpassirbar. Flammen schössen überall aus den Trümmern hervor und in kur zer Zeit folgten aus dem brennenden Gebäude von Tarrant u. Co. noch sechs weitere Detonationen, allerdings wemger heftig wie die erste. Von allen Seiten stürzten nun die Löschmannschaften herbei. HWchef

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Ayem'ercyien zwei Minu:en nach der ' ersten Explosion auf der Brandstätte uni. ordnete sofort einen weiteren-Alarm für. mehr Feuerspritzen und eine Requisition von Amblanzwagen - an. De: Brand ' hatte sich jetzt zu einer furchtbaren Katastrophe, gestaltet und man befürchtete, daß Hunderte von Opfern unter den Trümmerhaufen begraben seien. Von allen Seiten drängten sich Menschen mit schreckensbleichen Gesichtern an die brennenden Gebäude heran, nach Freunden und Verwandten suchend. Polizeichef Devery. , Hilfschef McLaughlin, Inspektor Brooks erschienen wenige Minuten nach- Ankunft des Feuerwehrchefs Crocker auf der Brandstelle. Zahlreiche andere Beamte, deren Departements direkt oder indirekr von dem Feuer betroffen wurden, toa ren ebenfalls bald zur Stelle. In den benachbarten Straßen, standen ganze Blocks weit die Spritzen und andere Feuerlöschapparate, während Hunderte von Polizisten aus den unteren Distrikten einen Kordon um .die Brandstelle zogen. Aus den benachabarten Kirchen eilten die Priester herbei, um denen nahe zu sein, die ihrer Hilfe bedurften, und hoch zum Himmel erhob sich von der Brandstätte eine schwarze Rauch' säule. die über die ganze Stadt sichtbar war und in der. die Flammen in rother Gluth emporschössen. . Die zweite Explosion war von furchtbar zerstörender Wirkung und daß derselben nicht Hunderte von Men schenleben zum Opfer sielen, ist nur dem Umstände zuzuschreiben, daß seit der Entdeckung des Feuers etwa zehn Minuten verstrichen, ehe die erste Ex--plosion erfolgte. Die Leute waren über die explosive Natur der Chemikalien, in dem brennenden Gebäude informirt und brachten sich in Sicherheit. Zwischen der ersten und zweiten Explosion lag ein weiterer Zeitraum von 3 Minuten, was den Leuten in der Nachbarschaft weitere Gelegenheit gab. der gefährdeten Brandstelle zu entfliehen. Kurz nach Ausbruch des Feuers Pas sirte ein Hochbahnzug das brennende Gebäude gerade noch in Zeit, der ersten Explosion zu entgehen. Die wenige auf der Plattform der Station verbleibenden Leute hatten wahrscheinlich alle Gelegenheit, sich zwischen der ersten und zweiten Explosion in Sicherheit zu bringen. Auch der StationsAgent entfloh mit der Stationskasse gerade noch zur rechten Zeit.' denn im nächsten Augenblicke erfolgte die zweite, Explosion, welche das Stationsgebäude völlig zertrümmerte. ' Die massenhaft in die Straße stürzenden Trümmer fielen durch die Fen- -ster des Gebäudes, worin sich die Jrving National Bank befindet und dir Bankbureaus - wurden nahezu völlig, demolirt. ebenso wie die in demselben Gebäude befindlichen Offices der Gebrüder Meckle. In der Bank wollte . man nach der ersten Explosion gerade das Geld in den Geldschrank verschließen. als die zweite Explosion erfolge und ganze Trümmerhaufen auf das Gebäude niederschleuderte. ' Alle flohen, um ihr peben zu retten, und ließen das Geld liegen, wo es lag. Als Kapt. McCluskey von der Gesundheitspolizei später das Bankbureau betrat, fand er ca. $10,000 aus Pulten, Tischen und auf dem Fußboden zerstreut umherliegen. die in der allgemeinen Verwirrung im Stiche gelassen worden waren. Das Geld wurde dann gesammelt und fortgeschlossen. ' Soweit hat man noch keine Leiche gefunden, es werden aber 33 Personen als vermißt angegeben, und man glaubt, daß wenigstens 30 unter den mncng I r" . . rr cs r imo m wpuaie luno.wcu uc handelt worden. Die, meisten hatte Verletzungen durch fliegende Glasstücke etc. erhalten. - Der finanzielle Verlust wird auf un gefähr Z1.500.000 abgeschätzt. Eisenbahn - Unfall. ' Helena, Mont 30. Okt. Ein östlich fahrender Passagierzug de, Nördlichem Pacific-Eifenbahn ist in d:e Nacht von. Sonntag auf Montag, acht Meilen von Big Timber entfernt, verunglückt. Sieben Passagiere kamen dabei um's Leben, acht wurden schwer und ein Dutzend weniger schlimm verletzt. Die Umgekommenen sind: W. C. Reifenrath, von Helena; Dr. Lest Pendleton, MoVnt Hope, Wis.; Ed. Eastman, Raymond. S. D.; Dr. C. C. Harthorn. Livingston. Mont.; Frl. M. S. Tracy. Bozeman. Mont.. und zwei unbekannte Frauen. 'Unter den Schwerverletzten befindet sich auch George Hubbard. der Sheriff von Yellowstone County. Der Zug fuhr mit einer Geschwindigkeit von 43 Meilen die Stunde, als sich das Unglück ereignete. Die ersten drei Waggons sprangen vom Geleise nd fielen auf die Seite und die Umgekommenen befanden sich alle in dem vordersten Passagierwaggon. Weitere Depesche auf

I C eite 5.