Indiana Tribüne, Volume 24, Number 41, Indianapolis, Marion County, 29 October 1900 — Page 7

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Der Ailstaubcrsriedl.

Roman ten Fanny Kaltenhauser. (Fortsetzung.) Der leuchexüfe Mann hatte dagestanden und auf dieBäume hingestarrt, als redeten sie eigens ein Sprache für ihn. nun reckte er sich jäh enipor. Es war, als wüchse der ganze, kräftige Manneskörxer hcch und noch immer höher, die breiten Schultern trugen den Kcpf frei, stolz, ausrecht, wie mit einem Sckwllen jugendlich ungestümerKraft. Und die finsteren Züge lichteten sich eil wie wenn ein klarer Quell aus firf sterem Schalte bräche. Und ein Arm fuhr in dieHöh?, wie ein Wahrzeichen reckte sich die geballte Faust in die Luft. Ich aber ich hab' euch doch be zwungen " schrie der Mann urplötzlich hinaus. , Euer Leben ist doch nichts gegen das meine! Nichts seid ihr nichts!" . Ein gäher Sprung ; mit einem einzigen Satz stand der Anstauberfrudl neben dem Baum, den einst die Sela umfangen, da sie ihm eben ihren falschen Sinn ganz enthüllt hatte; einen tiefen Athemzug that er, dann umfaßte er den Stiel der Hacke mit beiden Händen. hob sie in die Luft sausend glitt sie durch . dieselbe niederwärts, hallend, schmetternd fuhr sie in den al ten Stamm. Und wieder dasselbe und noch einmal. Ein Zittern rann jedesmal durch den stolzen Leib des dunkeln Gesellen, der nun seinem Tode entgegenging. Nun schöpfte der Mann Athem; mit finsterem Blick maß er den Baum und knirschte mit den Zähnen. Dich möcht' ich drunten haben dich im Staube!" flog es haßvoll zwischen den Zähnen herror. Wie ein Rasender hieb er plötzlich darauf los; er umging den Baum von allen Seiten, und überall brachte er ihm klaffende Wunden bei; der Schweiß rann über das vcn der Anstrengung tiefgeröthete Gesicht, fauchnd ging der Athem hervor, aus der Brust. Er hielt nicht inne und hätte doch denken müssen, daß ihm dieser Stamm lange Widerstand leisten würde, wenn er nicht mit eine: Waffe kam, die haarscharf ins Mark drang: mit einer breiten Säge. Er rastete endlich eine Weile; er mußte Athem schöpfen. Als er wieder und wieder die blanke Schneide in den Baumstamm lausen ließ, blieb er auf einer Stelle stehen. Auf einmal ging ein sachtes Zittern durch den Baum, ein leises Knarren ertönte, und dann fast zugleich, ein Heller, scharfer, kurzer Schrei. Im nächsten Augenblick griff eine Hand nach dem Arm des eben voll Hast auffahrenden Mannes und riß denselden zurück, eilends, mit einer Kraft der er nicht widerstehen konnte. Das Knarren im Baume wurde zu einem Singen und Surren, dann zu einem knarrenden Knacken, nun ging ein Sausen durch die Luft und gleich darauf ein schmetternder, drohnender Schlag der stolze Baum war getödtet. Nicht weit davon aber stand ein bleiches Weib, das am ganzen Körper zitterte und die Arme schlaff niederhängen ließ. Aus weit aufgerissenen Augen hatte . orn r : . s. r i rx am , uzi aniuuciucui im cijicn utoincni diejenige fortgezogen, dann aber war er mit finsterem Geschau zurückgeheten. Was Hast du Hier zu suchen?" sagte er rauh, heiser aus seiner schwer nach Athem ringenden Brust jeraus. Sie schüttelte schweigend den Kopf es lugte wie eine tödtliche Angst aus ihren Augen , drüben aber fiel eben der Baum zur Erde. Und da fühlte sie es wieder wie vorhin, als sie durch den Wald dahergekommen und den Mann gesehen, wie er auf den schöreit Baum einHieb, da fühlte sie es wieder, als fahre es ihr wie ein brennen der Schmerz durch den Leib, als zucke paLHerz in einem Weh, das schier nicht ju ertragen war. Auf einmal sagte sie mit einer klanglosen, schweren Stimme: Dir kehört 's Gut ich hab' mir's , ja denkt! Und da drum da drum " perstummend sah sie hinüber nach dem gefällten Baum. In ihren Augen war ein seltsames Funkeln. . Auch der Blick des Bauers ging hin übr zu dem Baum. Und da drum hat der dran glauben müssen!" sagte er mit trotzigem Aufflammen der Augen, mit hartem Trotz in der Stimme. .Und auch die andern müssen's! Da magst sie nimmer aufhalten und wenn dich selber drum hingäbst ein zweit's Mal! Er lachte plötzlich schrill auf. Gelt, das sind ungute Gesellen? Hast ihnen so viel gegeben sie aber gehen Dir. davon ohne Wehren!" Und dann fiel es ihm ein. daß sie ihn fortgezogen, als eben der Baum ins Fallen gekommen. Wegen was hast mich fortgerissen vom Baum? fragte er. Hast gemeint. Du könnt'st es noch aushalten, dem sein Sterben?" Sie schaute ihn an. flüchtig, und sah dann wieder zum Baum hin. Ja, weshalb hatte sie es gethan? Mit dem trennenden Schmerz im Herzen war sie Dagestanden, als könne sie sich nicht xühren; sie wollte dem Mann da ein: Halt, halt Du!" zurufen, aber ihre Zunge war wie gelähmt, sie sah starr zu und litt den Schmerz weiter, den ihr

das Sterben des Baumes bereitete; starr und regungslos verharrte sie, bis sie urplötzlich das Zittern des Baumes bemerkte, sein seltsames Knarren hört "und dann ging es wie ein Schwanken durch die Zweige, und ja, und da hatte sie den Mann schon daliegen gesehen, still, blutend, ohne Regung, todt. Da, mit einemmal war sie zugefprungen, zu ihm hin; ah, sie hatte vom Baume .nichts mehr gewußt, nur noch von ihm! Und aus ihrem Sinnen heraus sagte sie jetzt leise: Das war's nicht! Ich hab' gemeint, er erschlug Dich." Um mich?" Er fragte es in einem Unglauben, der, keine weitere Beimifchung an sich hatte; dann setzte er höhnend hinzu: Um mich hatt'st Angst gehabt? Das sag einem andern! 's wär' ein unsinnig's Denken, fänd' ich 'da einen Glauben daran. Um die Bäum' da hast einmal ein Herz von Dir gestoßen, ein Herz, das eine Lieb' für Dich gehabt hat wie nimmer eine ist auf der Welt wie könnt'st da auf die Bäum' vergessen wegen des inen, den von Dir gestoßen hast?! Siehst, ich hab' halt auch nicht vergessen wegen des einen, den von Dir gestoßen hast?! Siehst, ich hab' halt auch nicht vergessen auf die Bäum', gerad' so viel sind sie mir im Sinne gewesen wie Dir nur in einer andern Meinung! Ja, ri einer andern Meinung! Und mein Meinen hat ein größer's Gelten! Das siehst, wenn Dir den einen da drüben anschaust. Und laß Dir sagen, nimm heut' gut Abschied von den andern Gesellen da lang' siehst sie nimmer! Hetzen lass' ich sie. scharfe Zähn' sollen sie 'verwunden, alle, alle! Fallen müssen sie zerschnitten, zerkeilt in Rauch aufgehend ein Nichts ein Nichts werden sie!" Die Lippen des Mannes theilten sich, ein schüttelndes Auflachen kam von ihnen. Und dann ging er von dannen. E? sah die Weghoferin nicht mehr an, wie nicht vorhanden für ihn war sie. Sie aber blickte der hohen, langsam hinschreitenden Mannesgestalt mit brennendem Blick nach. Ah, ein Mann war der, wie keiner sonst! Und den

hätt' sie haben können! Statt dessen hatte sie sich einen genommen, der nichts gleich fah, der nichts war wie ein Trinker, ein leichtsinniger Spieler! Und das, um dessentwillen sie ihn genommen, das hatte er verthan; und sie hatte es trotz Scharrens und Sparens nicht hintanhalten können. Freilich, sie ersparte Groschen und er verthat's in Gulden. Sie vermochte es nicht aufzuhalten das Ende und auch der Franz nicht, fo sehr auch er sich mühte. Die Zinsen der Schuld, die auf das Haus gekommen, fraßen viel; und die Schuld wurde immer größer und arößer. Einmal half ihr kleines Erbt'hei! vom verstorbenen Vater auf eine kurze Weile; dann war es wieder wiz vordem. Zuletzt, als die Noth, die Geldnoth, schon aufs höchste gestiegen war, da hatte sie selber den Vorschlag gemacht, einen Theil des Waldes schlagbar zu machen, einen kleinen Theil, den man danach gleich wieder ausforsten müsse; aber da hatte sie ihr Mann mit höhni. scher Bitterkeit ausgelacht und erwiedert: Da dran' hätte er schon lang gedacht und hätte sie nicht ein bißchen zefragt dabei! Aber da hätt' es wo an ders seinen Haken nicht bei ihr , das Holz wär' nirgends anzubringen." Und der Franz hatte ihr dann erzählt, daß er vor Jahren bei' den Holzhändlern in der nächsten Stadt gewesen, kürzlich aber auch bei solchen in anderen Städten- daß aber sein Holz nirgends den rechten Anwerth gesunden. Einer der Holzhändler hatte gemeint: wenn er den ganzen Wald bekäm' zum Abholzen, ließe er sich eher darauf ein, natürlich aber zu einem niedrigen Preis, Urm das Holz se zur Zeit nichts werth." Und der Preis wsr so niedrig gewesen, daß der Franz aufgelacht hatte, und ohne weitere Worte war er gegangen. Ganz erstaunt ttar sie Sela gewesen, daß das schöne Holz keinen Anwerth gesunden haben sollte. Sie faßte es nicht, begriff es nicht. Da aber hatte es zornig über des Sohnes Gesicht geflammt, er hatte dieHand zur Faust geballt und in der Richtung gegen den Reiserbauernhof hingedroht und halblaut hervorgestoßen: Der dort wenn der nicht wär' ! Das Holz wär' uns eine Hilf' für langhin und brächt' unZ heraus!" Da hatte sie den Kopf geduckt, und war an ihr? Arbeit gegangen. Und seither hatte sie gearbeitet, schier Tag und Nacht, mehr wie zwei Dienstboten; hatte dazu eifriger noch gespart und gedarbt; sie hatte gemeint, sie müßten herauskommen, sie müßten, dem einen zum Trotz; und der Fdanz hatte ihr geholfen, wie er nur konnte; aber was sie beide erarbeiteten und ersparten, das verthaten die zwei andern wieder, und noch mehr dazu. Der Peter hatte ja treulich in die Art des Vaters geschlagen. Müde, wie zu Tode erschöpft, hatte sie oft die Hände in den Schooß. legen wollen , es war ja alles umsonst, wenn sie sich auch das Blut, aus den Fingernägeln herausarbeitete, alles umsonst! Aber das waren nur Minuten gewesen diese tiefe, trostlose Verzagtheit; sie war wieder emporgeschnellt wie in neu sie überkommender Kraft; sie durfte nicht innehalten, wenn das Unheil abzuwenden war, mußte es abgehalten werden. Kam um ihrelwillen dasUnheil, war um ihretwillen dieser Hak da. der sie

Jndimm Tribüne. Montag,

verfolgte, fv mußte sie fest dagegen siehen mit wehrendem Arm, mit unverzagtem Sinn. Sie hatte das gethan hatte immer neue Kraft gesogen aus diesem Gedanken. Und nun stand sie dennoch da, wo der eine sie hatte haben wollcn: auf heimathlkchem'Boden, an den sie aber kein Recht mehr hatte; ausgestoßen, vertrie ben aus dem eignen Hause. Heute war es geschehen, heut' war ihr alles genommen worden; und sie war danach mit heißen, trockenen Augen so viele Nächte hindurch hatte sie geweint, daß sie es jetzt nimmer konnte da herausgegangen in den Wald, um zum letztenmal ihr bisher!ges, so lkbes Eigenthum zu schauen. Um das Haus dort drüben geschah ihr lange nicht so weh wie um den Wald hier. Sie war einmal ein junges, leichtfertiges Ding gewesen, hatte gemeint, das Leben sei für sie als Bauerstochter nur ein lustig Spiel. . und wenn sie nur genug Geld und Gut besäße, dann brauche sie nichts andres mehr; aber in der Ehe hatte eins zu streiten angefangen, dem sie bisher gar kein Recht zugestanden: ihr dummes Herz. Das wollte an dem Mann, dem sie zugehörte. gar keinen Gefallen finden und wollte nicht stillschweigen und nicht ruhig werden. Da hatte sie sich dann mit Gewalt in ihre Arbeiten in der Wirthschaft versenkt. Je mehr aber ihr Mann ins Trinken und Spielen kam, desto weniger fand sie sich in ihr Leben. Da war sie oft in den Wald gelaufen. hatte ihr schweres Herz herausgetragen, um freilich oft wieder ohne Ruhe im Gemüth heimzugehen. Auch heute hatte er ihr keine Ruhe gegeben, der schöne, große Wald; er hatte sie angestarrt wie fremd, als wär' er auf ein? mal ganz anders geworden. Und dann hattesie auf einmal den gesehen, der es verschuldet, daß sie so dastand, und eine wilde, zornige Empörung loderte auf in ihr. Sie hatte dagestanden, ohne sich rühren zu können, nur in den Armen hatte es gezuckt in leidenschaftlichem Beben ah, hin. hin zu dem dort, die Arme um ihn schlingen, um seinen Hals fest, immer festr, bis ihm der Athem ausblieb bis er sich röchelnd verlor in der zusammengevreßten Kehle. Wie zahllose Funken war es vor ihrem Blick dahingeflogen, sie sah auf einmal nichts mehr, auf Momente. Als es wieder klar wurde vor ihren Augen, hieb der Mann dort noch immer wie ein Rasender auf den Baum, es splitterte und krachte und auf einmal sah sie es so deutlich durch den Baum hingehen, das leise, sachte Zittern; wie bei einem, bei dem's ans Sterben geht, so schien es ihr; und dann war's ihr, als läge nicht der Baum dort im Sterben, sondern ein Mensch blutend, reglos, erschlagen. Wie ein Blitz ging es hin vor ihren Augen, sie fühlte ihr Herz aufzucken in einem einzigen, großen, fchreckbaften Weh, dann ja, dann mußte sie ihn fortgerissen haben von drüben; denn auf einmal hatte sie sich hier gefunden auf diesem -Fleck er neben ihr; und ihre Finger hatten sich krampfhaft in seinen Rockärmel verkrallt. Drüben aber schlug nun der Baum hin. Da hatte sie die Hände sinken lassen und da wußte sie erst, was sie gethan: einen gerettet, der ihr Verderber war einen, an dem ihr Herz noch immer hing. Der brennende Blick der Frau starrt noch immer ins Leere ah, hatte denn immer und immer ihr Herz an dem gehangen? Und war sie darum so !alten Gemüthes gegen den eignen Mann gewesen und hatte nur immer die Fehler an dickem gesehen und nichts Liebes und Gutes an ihm? Vor der Heirath hatte sie sieb zur Freundlichkeit gegen ihn gezwungen, nachher, sie wußte es hatte sie sich gezeigt, wie sie war: ohne Lieb' für ihn. ohneFreud' an ihm. Und das ha::: ihn vielleicht zu dem vielen Wirthhaussitzen gebracht! Wär' sie gut zu ihm gewesen, freundlicheren Gemüthes, weicheren Sinnes, vielleicht bätte sie ihn daheim gehalten, und vielleicht wär' es jetzt nicht so weit gekommen. Und ein Schuldgefühl steigt im Her y.n des unglücklichen Weibes auf. und das nagt und beißt wie mit scharfen Zähnen. Und sie möchte sich selber hassen um des einen, einen willen: daß sie den nicht vergessen hat, der sie dock haßt so bitter, wie nur er hassen kann! Weit und breit ist der Mann verachtet, gehaßt, gefürchtet , warum ist sie nicht gegen wie die andern? Warum ist nicht auch solch ein Empfinden in ihr gegen' ihn, der es doch verdiente um feiner grausamen Verflgung willen?! Aber es ist nur ein wunderlicher Schmerz in ihr, wenn sie ihn sieht oder an ihn denkt. Die wilde, zornige Empörung, die in ihr aufgestiegen ist, wie sie vorhin den Mann erblickte so jäh war sie erloschen, da es um sein Leben ging! Die Frau ballte die Hände , was war si denn für eine? 'War da einer, der sie seit vielen Jahren mit seinem Haß verfolgt hatte, der ihr nun zuletzt alles genommen, sie aus einer angesehenen Bäuerin zu einem armen Weib gemacht hatte, und sie vermochte ihr eigen Herz nicht zu zwingen, daß es diesen Mann haßte wie einen Teufel in Menschengestalt. Ueber die blutlosen Lippen der Frau kam ein lautes Stöhnen; sie griff mit beiden Händen hinüber in ein Dornrosengesträuch, umfaßte die stachlichten Ranken und schüttelte heftig daran. Die zartfarbenen Röslein entblätterten sich, die ierlichenVlättchen stoben zahl-

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reich zur Erve weder. Äis sie t:r. Strauch wieder losließ, rannen Blutstropfen von ihren Händen, so fest hat, ten sich die Stacheln in die Haut zcgraben. Der Anstauberfried! aber erfuhr unterdessen daheim, daß er sein Dirndl nicht mehr hatte. Eine Magd hatte die Nani gesucht, um sie um etwas zu fragen und hatte einen Zettel in deren Kammer gefunden, den sie dem Bau ern in die Stube brachte. Darauf hatte die Nani geschrieben: Der Vater solle nimmer auf sie warten, sie käm' nimmer. Er hätte einen so arm gemacht, dem sie am liebsten die ganze Welt geschenkt hätte, wenn sie ihr gehören thät'. Da vermöcht' sie nimmer bei ihm zu bleiben. Das Herz möcht' ihr zu schwer werden bei ihm. Sie wisse wohl, daß er eine Heirath mit dem Weghofer Franz nie zugeben würde, aber sie sei jetzt großjährig und könne daher ihren lieben Buben nehmen, weil'der Franz ihr ganzes Glück sei Des Vaters Geld wolle sie ata nimmer und nimmer; da wär' der Unsegen darauf. Nur das Erbtheil von ihrer Mutter verlange sie. Wenn ihr der Vater verzeihen konnt', daß sie ihm davongehe, da wäre sie ihm dankbar, könne er es nicht, so müsse sie es in Gottes Namen ertragen, wie bisher so manches andere, was ihr auch schwer gefallen. Gar zu schwer würde ihn ihr Davongehen gewiß nicht treffen, er habe ja niemals ein rechtes Herz für sie besessen, wie es ein Vater für seine Tochter haben sollte. Das wisse' sie, und darum gehe sie selber nicht mit ei nem gar arg schweren Herzen." Der Reiserbauer hatte den Zettel in der geballten Faust zerdrückt, dann ließ er denselben zu Boden fallen und lachte hart auf. Gleich darauf faßte ihn aber eine jähe Wuth. Er schleuderte den Zettel mit dem Fuß weit von sich. Ah. wenn er jetzt das Dirndl da hät!e st: hätte seine Fäuste zu kosten bekommen! Was er jenen mit Lust angethan, dagegen stand die auf, die es am wenigsten durfte, weil sie zu ihm gehörte! 18. Heller Mittagssonnenschein flimmert zu dem kleinen Fensterlein herein und zittert über der Diele, lockend wie goldene, blinkende Wellen. Es ist am andern Tag. Der Reiser bauer sitzt am Tisch, ein abgearifsenes Büchlein vor sich, in dem er rechnet. Es stehen große Summen auf dem etwas ins Graue spielenden Papier verzeichnet, aber der da rechnet, thut es nicht mit einem großen Eifer, nicht in einer gierigen, schier blinden Hast; mit klarem. kaltem Blick sehen die Augen darauf nieder; sie verrathen, daß das Geld an und für sich das Gemüth dieses Mannes eigentlich nicht bewegt, daß es nur ein Mittel zum Zweck ist wohl ein gutes, viel wirkendes Mittel, indeß doch nur ein Mittel. Vierhundertachtundsiebzigtausend!" sagt der Reiserbauer auf einmal laut vor sich 'hin , und sieht auf. Das hat nicht mehr weit auf eine halbe Million! In ein paar Jahren ist's fo weit! Und ganz leicht kommt er dahin " Ein Klopfen an der Thür unterbricht sein Selbstgespräch. Eine rasche Hand drückt nach seinem kurzen Herein" die Klinke nieder. Und da sieht der Weghofer Franz vor dem Reiserbauern. Kein beküm mert', verzagt' Herz spricht aus den hübschen Zügen des Burschen, stolz, selbstbewußt schaut das frische Gesicht aus. Tiefernst schauen die Augen. Da wär' einer, Reiserbauer, dem sein Kommen nicht vermuthet hast! Grüß Gott!" klingt es durch die Stube. Es ist mir gerad' nicht leicht angekommen, das wirst Dir schon denken! Wenn man zu einem gehen soll, der ei nem die Todtfeindschaft geschworen hat und dem sein Wünschen und Wollen ausgegangen ist. Und wenn ma?? zu so einem ins Bitten ausgehen soll! Aber kommen mußt' ich ja, ich mußt'!" Und in einem heiß ausflammenden Trotz spricht der Bursche weiter: Sollt'st nicht sagen dürfen, ich wär' gerad' so einer wie Du und ging' aufs Rauben aus! Ja. fahr nur auf, Reiserbauer, aber denk dabei daran, ich vermag Dir nicht weher zu thun, als wie Du mir gethan hast, mir und den Meinen! Und dann halt still, wenn Dich auch meine Wort' nicht gerad' freuen! Ins Bitten komm' ich ja! Um Deinen größten Schätz thu'' ich Dich bitten. Freilich, Du hast kein Erkennen, was für einen besondern Schatz Du bisher Dein eigen genannt hast , Du kennst blos einen Schatz: bei dem's klimpert. Aber den mein' ich nicht; ich mein' einen Menschen, der den Himmel in der Brust tragt, dem die schönsten Sternlein - beim Gesicht herausschauen, der eine Stimm' hat' als wie ein Glockerl, das den frieden, 's Glück einläuten will in eine andre Menschenseel'! In die meine (Fortsetzung folgt.) Adolph Frey, (Oid freedorn & Right,) Hotary Public, Translator, Correspondent etc. No. 970 West Walnut St. Take Blake St. Car. PMEYU c. um WM l K .A.Offc. , un or oiL aik4 ia bif i lucahti.a. ttt-nt tb.jr 11. Aas cn oo th or. EintolNn. furnufc TTtaeF. W tatt . o rjc. In tu 6cm rour pmr bnomoi. ww U juut tirn 10 U. torlu T hi. U u mural; bw iMdad brtof ondersol tncim to t'Tj wrkk fianar V Mraiag fron llitfW(f wnk a&4 (. ftr litti. apartociM. VimAaUiiM iknMlui)Mkrn fft. na m Mr. f-ß

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Taglicher Marktbericht.

Viehmarkt. Indianapolis Union Viehhöse, 29 Rindvieh. Auserlesene bis prinia Stiere, 1350 Pfd. und auswärts 5.25 Gute bis mittlere Stiere1350 Psd. und aufwärts 4.65 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 ' Psd -. 4.75 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.... 4.15 Mittlere bis gute Stiere ö00bis 1100 Pfd.... 4.25 Gute bis gewählte Rinder. 3.60 Mittlere bis gute Rinder. 3.25 Gewöhnliche leichte Rinder 2.76 Gute bis gewühlte Kühe.. 3.L0 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis sancy' Export Bullen 3.75 Gute bis gewählte Schläch ter Bullen ' 3.40 Gewöhnliche bis guteBullen 2,50 Gute Kühe mit Kalb.... $30 Olt. 5.75 5 25 5.15 4.50 4.00 4.50 3.50 3.15 4.25 3.50 2.75 6.75 5.25 4.00 3.65 3.25 40 25 GcwohnllcheKühe mit Kalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere $4.70 4.80 4.70 4.725 4.60 4.40 4.40 4.75 4.35 3.50 3.00 3.75 ' 3.00 Gemifchteu. schw.Packing 4.C0 Gute bis gewählte leichte 4.L0 -Gewöhnliche leichte 4.50. Pigs 3.5 Roughs 4.00 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute bis gewählte Schafe 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.75 Stockcrs .... 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, $2.00 per Bushcl. "Citronen, $4.50 für 300360. Acpfel, $2-$3 per Faß. .Feigen, 12c-15c! Bananen, 1.50-1.75 Per Bunch. Datteln, Persische 5jc-6c per Pfund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per Hundert. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 13c; Dclaware und Niagara, Crate von 4 Körben, 12c Birnen, hiesige, 75c per Bushel. ' Cranbcrrics $2.25 per Vushel Crate. Quitten, $1.00 per Bushel. Orangen, mexikanische, $4.50 per Box. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. Zwiebeln, Sp sche $1.50 per Crate; rothe Globe 5014 Bushel ; weiße Globe $2.00 per Fa ,' Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Kartoffeln, $1.25 per Faß; prima Burbanls und runde weiße -45c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $2.85 per Faß. Baltimore $2.00 per Faß. Sommer-Cclery, 15c per ll. Bunch. Salat 50c per Büschel. Spinat, 40c per Büschel. Weiße Rüben 40c per Büschel. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 6-7c; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7c; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 7c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Vor derviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5$c; Kuh Hinterviertel 8c. Irisches Kalbfleisch Kälber9c; Hin. tcrvicrtel 12Hc; Vorderviertel 8c; Fri.sches Schasfleisch Lämmer per Pfd. 9c; Schafe 9c; Schenkel 10c; Racks, kurz, 16c. Frisches Schweinesieisch. Loins 9c 10c ; Cottage Schinken 8c ; gehau tete Schultern 7c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tender loins 15c ; Spare Ribs 6c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Ouali tät: 20-18 Pfund 11c; 15 Pfund llc; 12-10 Pfund llt; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10c; 15 Pfund 11c; 12 Pfund llc; 10 Pfund llc Californiscke Schinken 6' bis '8 Pfund 8c; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer Englifh Cured 14c; gewählter Sugar Cured 14c; 6-7 Pfand im Durchschnitt 13-c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 13c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, ?3c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 13Zc; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 13c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9Zc; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 20 Pfd.,' 10jc; Klare Bellies, 25 bis 30 Pfd., 10 s c; 18 bis 22 Pfd., 10Sc;14bis 16 Pfd., llZc; Klare Rücken., 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 101c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., Iizc Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt c; 16 Pfund im Durchschnitt,'8Zc; 10 bis 12 fund 8Zc Gepöckeltes Schweinefleisch,' Knoche loses Fancy Pig $20.00; Klares Bean 19.50; Family 17.50; Short Clear 16.00; Rumpf 15.50.

Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. Sets, 11c; Außenseiten 8jc; Innen seiten.!3ic; Knöchel 13c. Schmalz, in Ticrces, 1. Qua'.ltät 9c; 2. Qualität 8c; 3. Qualität 82c Würste, Geräucherte Brakwurst 8c; Frankfurter 8c; Wicnerwusr 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Tärm'.n 6Zc, in Tuch Cc. Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 16c per Dutzend. Hühner 6c, SpringChickcns 6jcPfd. Turkey Hennen 6c, junge Hahne 5c, alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Dtzd. Fische, Austern und Wildpret. HändlerPreise: Clams Little Recks 75c per 100. Hummern 25c'per Pfund. Austern BcsteBaltimoreodcrstand. ards, 1.00 per Gallone; beste Balti timore Selects, H.10 per Gallone; New York Counts, tzl.00 per Hundert; New York Culls, 70c per 5undert; Blue Points in Schalen, 75c per Hundert. Austern in Kannen New Yorl Counts 35c; J. S.F.K Co. SelcctS 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. K. 18c; R. 15c. See-Fische. Knochenlose Häringe 7c; Häringc 4c; Pcrch 5c; Weißfisch 9$c; See Forellen 9c; Red Snavpcr 8jc; Kennebec Hechte 15c; Blaufische 10c; Halibut 15c; Stockfisch 8c; Haddock 8c; Catfisch 10c; Ro.1 Pickerel 94c; No. 2 Pickerel oder Blue Pike 6c; Black Baß 15c. Froschschenkel, $1.50-2 per Dhd. Getreide. Weizen-No. 2 rother 72cj auf den Geleisen, 72c von der Mühle ; No. 3 rother 68-70c; Oktober 72c auf den Geleisen; Wagcnweizen 72c.

Korn-No. 1 wein 404c; No. 2 weiß 40c; No. 3 weiß 404c; No. 4 weiß 37394c; No. 2 weiß gemischt 39c; No. 3 weiß gemischt 394c; No. 4 weiß gemischt 364-38zc;No. 2 gelb 404c; No. 3 gelb 40c; No. 4 gelb 364-384c; No. 2 gemischt 40c; No. 3 gemischt 40c; No. 4 gemischt 364-384c; a Kolben 394c. haser-No. 2 weißer 244c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gemischter 22c; No. 3 gemischter 21c Heu-altes No. 1 Timothy 12.5013.00 No. 2 Timothy 11.00-12.00. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gcwöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packctcn: Anosa $12.75, Lion 11.75, Jerset, 12.75, Caracas 12.25, Tillworth's 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blcnded Java 11.75. Groceries. Zucker Tominocs 6.32c; Stückzucker 6.47e; pulvcrsirtcr 6.17c; HH pul. verisirter 6.22c; Standard granulirten 6.07c; feiner granulirtcr 6.07c; granu. lirter in 5 Pfund Säcken 6.17c; granulirter in 5 Pfund Cartons 6.17c; ertra. feiner granulirtcr .17c; Cubes 6.22c;. an - V vr ec.. er e . - - iioio a m.zzz vionfccncncrä' ;'i ö.öc; I Columbia A-Keystone A .567c; WindsorA-AmericanA 5.62c; 3 Ridge. wood A-Centennial A. 5.67c;4Phöniz. A-Calisornia A 5.62c; 5 Empire AFranklin B 5.57c; 6 Ideal Extra Solden C-Keystone B 5.52c; 7 Windsor Extra C-American B 5.42c; 8 Ridge. wood extra C-Centcnnial B 5.22c; 9 gelber extra C-Calisornia B 5.17c; 10 gelber C-Franklin extra C 6.12c; 11 gelber-Keystone extra C. 6.17c; 12 gelber-American extra C 6.12c; 13 gel ber-Ccntcnnial extra C 5.12c; 14 gelber ' ffstTifnvT erirrt K K 1Of U .ss,. vjbUVI 5.12c; 16 gelber 5.02c. Eingemachte Früchte Blackbcrrics, 3 Pfund, $1.10; Pcachcs Stand. 3 Pf.. $2-2.25; Scconds 3 Pfund $1.50 $l'.65; Pie $1.40-1.50; AnanaS, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See. onds, 3 Pfund, $1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatocs, 3 Psund, 85c-$1.00;Zucker. korn 80c $1.40; Apfclbutter, per Dutzend, 3 Pfund, 95c. Wolle. Folgendes sind die Preise für Wagen ladungcn : Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20c; feine Merino 15-17c; unge reinigte, von 3c bis 5c weniger; zubcrge waschene 28-30c. - Kohlen. Tonne ü Tonne Anthracits $7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4.00 2.16 Pittsburg 4.00 2.15 Raymond City.... 4.00 2.15 Winifrcde 4.00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhrig........... 3.50 1.90 Brazil Block... . 3.50 1.90 Grecn County 3.00 1.65 Jndiana - Lump 3.00 1.65 Slack :. 2.00 1.15 Bloßburg . 5.00 2.65 Lump Coke 11c per Bush. $2.75 per 25 Bushel. $1.50 per 124 Bushel. Zerkleinerter Coke 13c perBu. $3.26 per25Bu. $1.75 per 12BHI