Indiana Tribüne, Volume 24, Number 41, Indianapolis, Marion County, 29 October 1900 — Page 1

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Jahrgang 24.

Anslattd Depeschen Sosicnloyc's Aiicklritt. - Der Fürst giebt als dirckicu (tfvmtt) für seine Resignation an, ?ajz er feit längerer 3cit dci wichligcn Gclcgcttljcitcu ignorirt wurde. Frankrcich'hat eine ftoere Krisis Mcllich überstanden. 2aö wird von Herrn Waldcck Nousscau behauptet. 0 ?r erklärt das Programm dcr N?gicruug für die Zukunft. Tic Bocrcn sollen noch 15,000 streitbare Männer im Z?lde haben. .. Tic Engländer ziehen in einem Gefecht wieder den liürzcren.

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m ?! j i : i i tfC.P Berlin. 29. Okt. Fürst $o$rc. lohe machte Sonntag einem Berichte? statt:? der Assccurtert Presse, gegenüber einige interzntz Angaben über seine Resignation Obwohl er sehr öarsichtiz in seinen Ausladungen war. sagte it bei), er habe seit einiger Zeit beobachtet, daß man ihn bei wichtigen Gelegenhei ten zu ignoriren bemüht gewesen sei. Er zab zu, daß seine zunehnienÄe Taubh:it. ' besonöers auf dem linken Ohre, dem Kaiser bei der Konversation unangenehm sei. Obwohl der Kanzler keine )elezenheiten namhaft machen wollte, bei denen es sich herausstellte, daß man ihn ignorirm wolle, so sagte er doch, daß dies ihn direkt veranlaßt habe, mit einem schriftlichen Gesuch um Entlassung nach Homburg zu gehen. Als er dies dem Kaiser gezeigt habe, sei derselbe scheinbar erstaunt gewesen, hahe aber erwidert. daß er bei dem voraerückten Alter des Fürsten ihn nicht bitten wolle, seine Äesignation in Wiedererwäzung zu ziehen. Es scheint auch, daß die Beiden in herzlichster Weise Abschied nahmen und das gute Einvernehmen zwischen Beiden fortbestehen wird. Wenn der Fürst für den Winter nach Berlin zurückkehrt, wird er die 5zof-Festlichkeiten besuchen. Seine Aerzte 'haben ihm dies .gerathen, da sie befürchten, daß er nicht lange mehr leben würde, wenn er sich allem Vergnügen fernhält. Fürst Hohenlohe sieht im Begriff, seinen Ahnensitz Schillmgsfürst zu besuchen. Später 'wir) er nach München und von da nach Meran oder nach Italien gehen, wo er hofft, einen unangenehmen Husten los zu werden. Will nicht reagiren. ' L o n d o n. 29. Okt. Die Anwälte öon öerrn Winston Spencer Churchill haben den Vertretern des Carl of ZZoßlyn geschrieben, daß ihr Klient es ablehnt, seine bei einem- vor Kurzem siattgefundenen Bankett im Pall Mall ftlub gemachten Aeußerungen über den Zarl of Roßlyn zurückzunehmen. Churchill hatte behauptet, daß der Zarl of Noßlyn vom Kriegsschauplätze in Südafrika Depeschen und Briefe na englische Zeitungen gesandt habe, Vorin britische Offiziere verläumdet wurden und daß er (Roßlyn) Behaupt hinge aufgestellt, die einfach Unwahrheilen wären. Herr Churchill hat der ..Daily Mail" geschrieben, daß er den 'Verdacht, diese Aeußerungen gemacht zu haben, zurückweist und behauptet, daß der Earl durch seine Korrespondenzen verschiedene berühmte Kavalle-::ie-Regimenter beleidigt habe. Er fügt hinzu, daß wenn Lord Roßlyn diese Verläumdungen öffentlich -zurücknehmen will, so wolle er .(Churchill) seinem Bedauern darüber Ausdruck geben, daß harte Worte gefallen seien. Er weist dann auch noch darauf hin. daß in seinem Buche Lord Roßlyn einen derart unrichtigen Bericht über seine (Churchill's) Flucht ius feindlicher Gefangenschaft in SüdAfrika gemacht habe, daß die Verleger das Buch wieder zurückgezogen hätten und daß Roßlyn ihm geschrieben habe. daß er keine Beleidigung beabsichligt hätte. Aus dem deutschen-Reich. Berlin, 29. Okt. An der Börse herrschte letzte Woche große Nachfrage räch amerikanischen Eisenbahn-Slcher-heiten. Es beißt, daß die Hamburger Anleihe von 50.000.000 Mark sechs Mal überzeichnet wurde. Darauf hinweisend und die kürzlich: Anleihe in New IZIork besprechend, sagt die .Frankfurter Leitung", daß die Berather der kaiserliehen RegierunT sich eine durchaus kal-

sche Vorstellung von dem deutschen Geld-

markt gemacht hatten. Die preußischen Eisenbahnen haben die Kohlen-Gefellschaften im EsseuerDistrikt benach:ich!is.i. daß ihnen nur 90Prozent der verlngtcnGüterwaaaons zur Verfügung gellt werden können. Das nächste preußische Budget wird Geld für 9600 Güierwaagons aussetzen. Die ..Berliner Post" veröffentlicht eiren inspirirten Artikel, welcher dazu b:stimmt' ist. nachzuweisen, daß das eng-lisch-deutsche Abkommen mit Rußland's Interessen in der Mandschurei absolut nicht in Konflikt geräth. Es 5t darin u. A.: . Wenn England nicht m:i Tetttfch'.znd -in Abkommen betroffen hätte, jo wäre es aezwungen gewesen, ein solches mit Rußland abzuschließen. Das würde ein schwerer 'Schlag für Deutschland's Handel oewesen sein. Teutschland hat in seiner Eigenschaft als ehrlicher Makler Rußland's Jnter:s. sen gedient." Londoner Aktienmarkt. London. 29. Okt. Arider Börse ging's letzte Woche recht lebhast zu. was auf die Meldung von der vaidiaen 'uakunft des Lord Roberts von Süd-Afrika und die Thatsache zurückzufübren ist. daß ganz England höchst zufrieden mit dem deutsch-englischen Abkommen ist. Die Antheilscheine der unterirdischen Eisenbahn stieaen von 2z bis 4 Points. Auch die amerikanischen Aktien stiegen bedeutend, nämlich von 1 bis 3 Points. Barrensilber ging bis zu 3z Shilling hinauf, d. h. es war teurer als t ,eir 1895. Dcr Grund dafür war. daß viel zu Prägungszwecken für, Indien ange. kauft wurde. Gerettete Schiffbrüchige. London. 29. Okt. Das britische Schiff .Marwell". Kapitän Davies. kam am Sonntag in Dover an und hatte die Mannschaft der französischen Barke La Bretagne". Kapitän Guillon. an Bord. Diese fuhr am 3. April von Antwerpen nach San Francisco ab und die Leute waren am 16. August gezwungen, das Schiff auf der Höhe von Kap Horn aufzugeben, nachdem es alle Segel und das Steuer verloren hatte. - Englische Arbeiter in Paris geehrt. Paris. 29. Okt. Viele sozial!stische und Arbeiter-Vereinigungen lamen Sonntag zusammen, um acht Delegaten englischer Arbeiter-Unionen zu bearüken. Unter diesen war Herr Richard Bell, der Sekretär der Eisen-bahn-Angestellten. der ein an die französischen Arbeiter gerichtetes Manifest, verlas, in welchem zum Frieden und guten Einvernehmen zwischen den bei den Nationen aufgefordert wird. Die Herren Jaures und Vaillant erwiderten darauf und es wurde eine Resolution zu Gunsten der Stärkung der brüderlichen Union der Arbeiter beider Länder anaenommen. die auch die VerWeisung etwaiger Meinungsverschiedenheiten an ein Schiedsgericht befürwortet. Verschiedene Schlappen für die Amerikaner. ' Manila. 29. Okt. Eine Abtheilung des 20. und 23. Regiments unter Kapitän Beizler stieß bei Looc auf eine 400 Mann starke Jnsurgentenschaar, die mit Gewehren bewaffnet war. Nach einem heftigen Gefecht, in dem 75 Filipinos, welche übrigens unter Führung eines Weißen standen, getödtet wurden, gelang es. die Insurgenten zu vertreiben. Hauptmann Beigler und drei Gemeine wurden leicht verletzt,' zwei Gemeine wurden getödtet. Am 24. Oktober mußte sich eine Abtheilung Amerikaner auf Narvican zurückziehen, da die ihr gegenüberstehen de Uebermacht zu groß war. Leutnant George L. Febiger und vier Gemeinde wurden getödtet, neun Mann wurden verwundet und vier Mann sowie 29 Pferde werden vermißt. Der Feind verlor 150 Mann. David Z?aain. der vom 24. ?lnfant:-rie-Regiment desertirte und jetzt General bei den Insurgenten ist, griss mit 15Ö Mann ein kleines Boot an, wurde aber zurückgedrängt, ehe das Schiff geplündert werden konnte.. Fagin ist besond:rs erbost auf seine frühere Kompagnie. Von den 20 Mann, die er letzten Monat gefangen nahm, sind sieben zurückgekehrt. Er droht, alle, die ihm in die Hände fallen, fürchterlich behandeln zu wollen. Seine Leute waren es auch, die Leut nant Fred. W. Alstaetter gefangen nahmen. General Hall's Expedition, die 800 Mann umfaßte und dazu bestimmt war, den Insurgenten - General Cailles zu verfolgen, ist erfolgreich gewesen. Die Leute hatten viel auf dem Marsche auözuhalten. Zwanzig chinesische Träger starben und 40 Mann mußten ins Hospital gesandt werden, nachdem in Ainangonan eine Besetzung von 250 Mann zurückgelassen war. General Foung berichtet, daß die Insurgenten jeden Tag'neuen Zuwachs erhalten. Sergeant Berdstaller vom 33. riewilliaen-Regiment wurde getödtet.

Indianapolis, Ind.. Aiontag, den 29. Oktober 1900.

als seine Abtheilung auf Flotzen von Bangurd zurückkehrte. ' t :- Die Philippinen-Kommission hat beschlössen, den reoidirten Zolltarif nach den Ver. Staaten zu schicken. '.wo er von Leuten, dieeim Handel im Ausland in teressir! sind, besprochen werden soll. Findet er bei diesen und auch, beim Kriegsstkretär Anklang, so wird er hier zum Gesetz erhoben werden. Erzbischof Chapelle, der kürzlich mit mehreren Mönchen nach dem nördlichen Luzon abging, hat in Dagupan 2500 Personen getaust. Da die Gemeinde dac;egen protestirte. daß ein, Mönch als Pfarrer installirt werde, hat dgr Erzbischof seinen ursprünglichen Plan nicht ausgeführt. - . DasbritischeKai serrei ch". S v d n e y, N. S. W., 29. Oktbr. William John Lyne, der Premier und Schatzmeister von Neu-Sud-Äjales, sagte am Sonntag gelegentlich der Eroffnung eines deutsches Festes; Niemals zuvor ist das Verhältniß, des australischen Volkes zum Mutterlands herzlicher gewesen als gerade jetzt. Der Krieg in Südafrika hat patriotische Bande hervorgerufen, die. ewig halten sollten. Es ist hier der Vorschlag gemacht worden, daß Ihre Majestät den Titel Königin von Australien annehmen sollte. Mir scheint das ein guter Vorschlag zu sein, ja ich glaube sogar, man sollte Ihrer Majestät vorschlagen. den Titel Kaiserin des britischen vielches" anzunehmen, wodurch alle Kolonien u. s. w. eingeschlossen würden. Bulgarien und Rumänien. Sofia, 29. Okt. Bei der Eröffnung der Sobranje erklärte Prinz Ferdinand, daß die Schwierigkeiten zwisehen Bulgarien und Rumänien, welche ihren Grund in dcr Forderung des letzteren Landes haben, das mazedonische Revolutions-Kommittee zu unterdrüZen, bald zu Ende sein würden. "wWieder eine Schlappe. London, 29. Okt. D.''c Daily Mail" wird aus Kapstadt' gemeldet, daß eine Boeren-Abtheilung eine Patrouille der Kap-Kolonie. die einen Transportzug begleitete, bei Hoopstad in der Oranje River Kolonie angriff, zwei Maxime-Geschütze den Englänvern abnahm und fünfzehn Gefangene machte, während sieben Mann get'ödtet und elf verwundet wurden. Die Fcomanrv kam der Polizei zu Hilfe und der Transportzuz wurde in Sicherheit gebracht. Der Korrespondent meldet ferner: Die Voeren haben 15.000 Mann im Felde, von denen beinahe die Hälfte in der Oranje River Kolonie stehen. Die Leute sind in Kommandos von etwa 300 Mann getheilt, diese können aber leicht zu gemeinschaftlichen Operationen zusammen gezogen, werden. ; ' Aus China. , . Lon don,29. Okt., Die chinesische Frage ist jetzt vollständig zum Stillstand gekommen. Aus . Shanghai kommt wiederum die Nachricht, daß der Hof Agenten ausgeschickt hat, um Fonds in den mittleren und sudllchen Provinzen zu sammeln . Aus Pao Ting Fu kommew , Nachrichten - von schrecklichen Exzessen ' der. Äozer gegen die dortigen Missionäre, und zehn Misstonäre sollen sich noch in Cheng Ten Wu befinden. Der Korrespondent der. Morning Post" in Pao Ting Fu telegraphirt: Die Boxer erklären, daß der.'Proyin-zial-Gouverneur ihnen befohlen habe, alle Fremden zu tödten. Elf Amerikaner und vier Briten sind umgebracht worden. London. 29. Okt. Der. Timeswird aus , Peking unter dem 26. O! tober gemeldet: Die auswärtigen Gesandten haben beschlossen, die Namen des Prinzen Ai und von .Fing Nien der Liste derjenigen hinzuzufügen, deren Hinrichtung Frankreich verlangt hat. . Es heißt, daß der Befehlshaber der Verbündeten in Poa Tina Fu den Provinz-Schahmeister verhaftet hat, weil derselbe für die schlechte Behändlung der geretteten Minionäre verantwortlich ist." Der Sl. Petersburger Korrespondent der Daily Expreß" behauptet, aus guter Quelle zu wissen, daß Rußland nach dem Friedensschluß die Eisenbahn zwischen Tong Ku und Niu Chwang an ihre Besitzer wieder abtieten wird.' Herr Krüger will 'an die Mächte appellir'en. Brüssel. 29. Okt. Die Trans-Vaal-Agentur kündigt an. daß Herr Krüger am 11. oder 12. November auf dem Dampfer Gelderland" in Marseille ankommen wird.. Nach kurzem Aufenthalt wird er die. Reise nach dem Haag antreten, ohne Paris einen Besuch abzustatten. Vom .Haag aus will er an die Mächte appelliren, auf Grund des Artikels 3 der Häager Konvention mit Bezug auf den südafrikanischen Krieg zu interoeniren.

Inland Depeschen. Zurück an die Aröeit , Gehen die Bcrglente im Wyoming-Thale. Die Lohnerhöhung von zehn Prozent fast überall bewilligt. M '

ürWentlitllicll'sZrcttdeiibcr das gute ZZctrngcn öcr Zircikcr. Der fürchterliche Mord in Paterson, $L I. Soll noch von dcr jehigeu Grand Jury untersucht werden. Q i Tr. Tovuscnd ' stellt einige gemachte Angaben nchtlg. In der Eandusky'Bai ertrinken vier Föhne von Wm. Stark, Der Streik vorüber. H a z l e t p n, Pa..' 29. Oktober. Die Lehigh & Wilkesbarre Coal Company, welche die Audenried-, Honey-brook-und Green Mountain-Minen betreibt, hat die Forderungen der An-thracit-Bergleute noch nicht bewilligt, es verlautet aber, daß sie am 1. November, nachgeben will. Es heißt, daß manche Bergwerkbesitzer die verlangte Lohnerhöhung nicht-bezahlen werden. Calvin Parder. der Besitzer der Lat-timer-Mine. erklärt, er werde dieienigen Arbeiter, welche an den Streik gin-. gen, ehe die 800 Streiter die übrigen Arbeiter zur Arbeitsemstettung zwan gennicht wieder anstellen. Die Heizer und Bremser der Dele wäre. Susauebana & Schuylkill Babn haben von den Beamten der Bahn sine Lohnerhöhung von $5.10 auf 57 für 30 Stunden Arbeit ver langt. Wilkesbarre, Pa., 29. Okt. Mit wenigen Ausnahmen haben die Bergwerkbelltzer im . yomlng-vale Bekanntmachungen anschlagen lassen. öak sie die von der Konvention in Scranton geforderte Lohnerhöhung von 10 Prozent bezahlen wollen. Es verlautet, dak. wenn die Leute sich zur Arbeit in den Minen melden, die noch Zeme Lohnerhöhung angekündigt yaben. sie auch denselben Lohn erhalten werden, als die übrigen. Präsident Mitckell wurde Sonntag in Pittston enthusiastisch empfangen. Er forderte die Arbeiter auf. Montag sämmtlich an die Arbeit zurückzukehren. Auch sprach er ihnen seinen Glückwunsch zu ihrem guten Benehmen während des Streiks aus. ' - - Der Mord in Paterson. New York, 29. Oktober. Es heißt jetzt in Paterson. N. I., daß die jetzigen Großgeschworenen doch noch die Untersuchung bezuglich des Todes der Jennie Bo-schieter beginnen wird, für den McAlisterDcath. Campbell und Kerr verantwortlich sein sollen. Im Gegensatz zu den Angaben, daß die Behörden geneigt seien, die Geschichte zu verzögern, wird jetzt behauptet, daß die Untersuchung mit aller Schärfe geführt werden soll. Dr. Townsend. der sich Samstag weigerte, den Zeugenstand zu betreten., wird bei.' dem Jnquestam Dienstag seine Aussagen machen. Der Arzt sagte Sonntag: Es ist behauptet worden, daß die vier Männer zweimal in meiner fice vorsprachen und das Mädchert ersten Besuch noch lebte. S:e icrnn aber nur einmal und da war O 1 zu spät, etwas für die Unglückliche zu thun. Ich weiß bestimmt, daß es 2 Uhr war. als ich geweckt wurde. - Durch das Sprachrohr wurde mir gesagt, daß ein Unfall passirt und der Patient in einer Kutsche vor dem Hause warte. Ich zog nur einenBademantel aN und begab mich nach unten. Als ich die Thür öffnete, sah ich zwei Männer, - die 'ich als George Kerr und -Walter McAlister kannte. Sie traten schnell ein 'Und, sagten mir, daß ein' junges Mädchen verletzt sei. x. f c i . : ji v. crn " , 0 orangle muu uu ucu luuucrn vorbei und ging zu der Kutsche, die ich oft am Erie - Bahnhof, gesehen hatte. Den Kutscher , sah ich nicht. Von den zwei Männern, die in der Nähe der Kutsche standen,- kannte ich Campbell oberflächlich. In dem Wagen sah ich in halb sitzender. Stellung ein, junges Frauenzimmer'' Ich hob ihren Kopf auf und sah. daß das Leben entflohen war. Der Puls schlug nicht mehr und der Herz schlag hatte aufgehört.' Um eine nähere Untersuchung anzustellen. - kletterte ich in den Wagen, während die vier Män ner mit blassem Gesicht auf dem Trottoir standen. Die Kleider des jungen

!!)c'aocyens waren in Unordnung. Ich i i

uoerzeugre rntcn noazmals uno ernatte dann, daß ich nichts thun könne, sie sei todt. Die Männer bestanden darauf. daß das Mädchen in meine Office gebracht werde, seivn nachoem ich iynen erklärt hatte, daß es todt sei. aber ich aina nickt darauf ein. Am nächsten Morgen las ich in der Zeitung, daß , . . rn - r r i v cm ennie Äo-icmerer oer ver uagran)Brücke todt aufgefunden sei. Nachdem ick mit Bekannten die Anaeleaenheit besprochen hatte, machte ich den Polizeiches mit dem bekannt, was ich von der Sache wußte. Vier Kinder ertrunken. Port Clinton. O.. 29. Okt. Bei Plaster Bed an der Sandusky Bai ertranken am Sonntag Nachmittag Douglaß, George, Alfred und Henry Stark, vier Kinder von Wm. Stark, im Alter von 3 bis 13 fahren. Die Knaben waren auf den See hinausgefahren und aus der Nucksahrt genety das Boot in ein Fischernetz. Es konnte nicht vor- noch rückwärts bewegt werden und schließlich schlug es um. Herr Stark kam vor drei Wochen von oledo nach hier. Damals bestand seine Familie aus ihm, seiner Frau und zehn Kindern. Letzte.Woche starb der vier ?lahre alte öarvev und vor zwei Wochen wurde ihm ein anderes, drei Mo-! nate altes Kmd durch den Tod entrissen. Berichterstatter auf der Kanzel. Milwaukee. Wis.. 29. Okt. George F. Grassir, ein Berichterstatter einer hiesigen Zeitung, stand Sonntag auf der Kanzel der Plymouth Kongre-gational-Kirche und sprach über Die ethische Seite' des Zeitungsgeschäfts, oder die Philosophie der Presse". Es war dies eine Art Erwiderung auf die Ansprache des Pastors der Gemeinde. Rev. Judson Titsworth. der das Tbema .Was ein Prediaer über eine Zeitung denkt", behandelt und dabei! gesagt hatte, eine Zeitung wurde zu sehr vom kommerziellen Geiste beeinflußt. Herr Grassie sagte unter Anderm: Es ist die Aufgabe einer Zer. tung, dem Durchschnittsbürger zu hel fen, sich selbst kennen zu lernen, ihn zu interessiren für das, was um ihn her vorgeht, ihm genug Religion und Atheismus, genug über Schlechtes und genug über Gutes, genüg über Geist liches und genug über den Faustkamps zu bieten." Sturm und Ueberswemm u n g. W i n o n a, Minn., 29. Okt. Dii hiesige Gegend 'wurde Sonntag von einem für diese Jahreszeit ungewöhnlich heftigen Sturm heimgesucht. Blitze rich teten vielfach Unheil, an und der Rege ging in solchen Mengen nieder, daß die Bahnaeleisen an verschiedenen Stellen unterwaschen wurden. Der Passagier, verkehr auf der Chicago. Milwauk-e"uni St. Paul Bahn ist fast ganz eingestellt. . La Crysse,.Wis.. 29. ykt. -In den Sonntag Moraen 8 Uhr zr Ende gegangenen 24 Stunden fiel 73 Zoll Regen. Der Blitz schlug mehrfach ein und die Eisenbahngeleise sini an vielen Stellen unterwaschen. Bryan in New York. New ?)ork, 29. Okt. Herr uni Frau Bryan frühstückten Sonntag Mor gen mit Ex-Gouoerneur William z, Stone und besuchten dann den Gottes dienst in der Madison Avenue Presby' terianer-Kirche, wo Studenten der Yalt und Harvard Universitäten, die schor Samstag mit Herrn Bryan nach New Fork gekommen waren, ebenfalls anwe, send waren. Nach dem Gottesdienst wurde das Paar von etwa 2000 Per. sonen zum Hotel zurück begleitet. G r o ß f e u e r. Philadelphia. Pa.. 29. Okt. In dem in der Nahe gelegenen Chestnui Hill gingen die Holzniederlaaen von W R. Roberts, zwei prachtvoll: Wohnhäufer und zwei kleinere Gebäude in Flam men auf. Der angerichtete Schaden be trägt $100.000. " ; Schiffsbrand. Louisville. Ky., 29. Okt. De? der Kentucky River Packet & Towboa! Company 'gehörige Dampfer' Fall; City" wurde Sonntag früh durch Feuei zum Betrage von Z8000 schädigt. D Reparatur des Schiffes, welches zwl, schen Louisville und Fiankfort fahrt. wird sofort in Angriff genommen wer den. Bilden eine Union. Chicago. Jll., 29. Okt. Du Clerks des hiesigen Postamts Haber stch der American Föderation of Labor angeschlossen und eine Union gebil det. welch: als die Chicago Post Offic, Clerks Union bekannt sein wird.' Wi, es.heißt, sollen sich sämmtliche 1400An. gestellte des Postamts in Chicago den Verbände angeschlossen haben. Der erste Schritt der neugebildeter Organisation wird die Einführung. dei 82ünÄa?n Arbeitszeit für, die Brief

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trager sem, tn Chicago sowohl wie in? ganzen Lande. Dann soll eine Agi tation in's Werk gefetzt werden zur Er langung einer bestimmten Lohnskala für Briefträger und Postangestelltt überhaupt, welche direkt von der Re' gierung, ohne Rücksicht auf Promo tion Boards" und sonstige Behörden, festgestellt werden soll. Wiederum deportirt. Mansfield. O.. 29. Okt. Du Dowieten Keßler und R. M. Bouck wur. den Sonntag wieder aus der Stadt ge, schickt. Bouck. der hier seit einer Woche seine Lehren gepredigt hatte, mußte mit Gewalt ans den Zug gebracht werden. Der Prohibition ist e n - Kandidat. Albany N. F., 29. Okt. De, Spezialzug des prohibitionistischen Präsidentschafts-Kandidaten John G. Wooley stand Sonntag längere Zeit auf einem Nebengeleise bei Saratoga und kam um 4 Uhr Nachmittags hier an. Abends fuhr die Gesellschaft, zu der auch Frau Woolley gehört, nach Herkimer. Montag sollen sieben Reden gehalten werden. Kirchen - E i n e i h u Savannah. Ga., 29. Okt. Am Sonntag Morgen würde hier die Herrliche St. Johns Kathedrale durch den päpstlichen Ablegaten Sebastians Martinelli unter Assistenz von 50 Priestern und 10 Bischöfen eingeweiht. Monseignor Martinelli celebrirte das Hochamt persönlich. 'Die neue Kqthedrale. welche auf den Ruinen der vor mehreren Jahren durch Feuer zerstörten Kathedrale aufgebaut worden war, ist das schönste Gebäude gothischer Baukunst im Süden. Entsetzliche Blutthat. Chicago, Jll.. 29. Okt. Anton, Lisl. ein Böbme und Bruder des Bürgermeisters von Prag, welcher hier ein' Llumengeschäft'betrieb, wurde in einem Grab: nahe dem 43. Court und dem Nordarme des Chicago Flusscs in gräßlicher Weise , ermordet gesunden. Er hatte eine Kugel im Kopf. Seine Kehle war von einem Ohr zum anderen durchschnitten, sein Gesicht war fast bis zur Unkenntlichkeit zerfleischt uno ein Aug?war ihm ausgeschlagen. .Zwölf Stun-' den später wurde Joseph Doblinski. ein anderer böhmischer BlumenL'ärtner. wegen des Mordes verhaftet.. Bei feiner Verhaftung waren Doblinski's' Kleidet' mit VkUt befleckt. Mary Lisl. die Gat--tin des Ermordeten, wird evensaus von der Polizei in Gewahrsam gehalten. Lisl war nur wenige Wochen verheirathet und Doblinski hatte sich früher und die Frau vor ihrer Verheiratung beworben. . Frankreich v r o t e st i r t. " Washington. D. C...29. Okt. Seit die Schweiz den Versuch gemacht . hat. 'eine Reduktion des Zolles auf .Liqueure". welche nach den Ver. Staaten verkauft werden, zu erreichen, wie dies vor etwa .Jahresfrist Frankreich 'zugestanden wurde, hat das Schatz-amt-Departement versucht, die alten Zölle wieder herzustellen, was Frankreich zu einem Protest veranlaßt 'hat. . Die amerikanischen Gerichte, denen die Angelegenheit vor etwa einem Jahre unterbreitet wurde, entschieden zu Gunsten Frankreichs und legten den Reziprozttats-Vertrag demgemäß aus. Darauf fußt auch jetzt die französische Republik, die es für unpassend hält, daß die hiesige Regierung eine Sache wieder auf's Tapet bringt, die durch einen gerichtlich bestätigten Vertrag ihre Erledigung gefunden hat. Gold aus dem Yukon-Di 'strikt. Seattle, Wash.. 29. Okt. Jnr hiesigen Probiramt ist in diesem Jahre Goldstaub und Ro!)gold im Werthe von 520.166.687 eingegangen, wovon allein auf den Yukon - Distrikt , $16,374,480 entfallen. . ' Ein Mord geheimniß. Pittsburg' Pa., 29. Okt. Das Geheimniß,- welches den Tod des Frl. Emma Leghmeyer, deren Leiche im Ohio gefunden wurde, umgiebt, ist immer noch nicht aufgeklärt. Gründe für einen Selbstmord können nicht gefunden werden. Dazu kommt, daß die Leiche am gegenüberliegenden Ufer deS Flusses gefunden wurde und kaurwangenommen werden kann, daß die schwache Strömung sie dahin tneo. nucy befinden stch mehrere Wunden an der Leiche. ' Schiffsnachrichten. N e w I o r k . 28. Okt. Angekom- ' men: Prins Maurits" von Parama ribo etc.; Menominee" von London; Hella" von Kopenhagen und Christiania; Vincenzo Florio" von Genua und Neapel. Abgegangen: Lauren- . tian" nach Moville und Glasgow; Astoria" nach Moville und Glasgow; Mcsaba" nach London.

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