Indiana Tribüne, Volume 24, Number 40, Indianapolis, Marion County, 28 October 1900 — Page 3

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Jndkana Tribune, Sonntag, 2. Octover 1900.

Im lja((Pii .Des AoWsWM. r,sl"5 ?reikinzs Letzr und Z?an derzeit diesseits und jenseits des Hceans. florncn von Karl Gundlach.

Copyright! 1S9. Nachdruck derdolk. (6. Fortsetzung.) Kenne ich nicht!" meinte der Komiker. Steht wahrscheinlich in irgend einem Buche, und Buch lese ich nicht. Aber nach Amerika geht's doch. Der amerikanische Theaterdirektor Junkerb:rg ist da und will sich unsere besten Mitglied aussuchen. Er zahlt kolossale Gagen, soll unverschämt reich sein!" Der Regisseur sah ihn von der Seite

l an und bemerkte trocken: Der Mann thut mir leid." Warum?" fragte grob der KomiUz. Weil Sie ihn ruiniren werden!" lautete die Antwort. Ich bin nicht unbescheiden!" sagte der Komiker trotz des Lachens der Uebrigen. Ich verlange nicht' zu viel, aber wenn er mich heute Abend spielen seht Ist noch Hoffnung vorhanden, daß Sie unserem Vaterlande erhalten bleiben." ergänzte der Regisseur. Die allgemeine Heiterkeit ward durch die Klingel des Inspizienten unterbrochen und die Vorstellung nahm ihren Anfang. Unser Direktor machte während des ' ganzen Abends einen sehr geheimnißvollen Eindruck. Zudem schien er ganz in seiner Rolle er spielte den Essex aufzugehen und vergaß ganz, seine tugendsame Gattin um den üblichen Kuß zu bitten. Sie schien auch gar keine Sehnsucht nach einer solchen Liebesbezeigung zu haben. Sie tuschelte sehr häufig im Schatten der Coulissen nit dem Regisseur und einmal kam es nur sogar vor, als ob ich ein Geräusch hörte, das wie ein Kuß klang. Das ging mich übrigens nichts an, ich war. ja längst nicht mehr ihr erklärter Liebling, und sie ging mir jetzt mit derselben Sorgfalt aus dem Wege, mit der sie mich früher aufgesucht hatte. Da hatte sie immer eine kleine Aufmerk- . samkeit für mich und überhäufte mich förmlich mit Liebenswürdigkeiten. Einmal hatte sie mir einen wunderhübschen Ritterkragen gestickt und überraschte mich mit diesem Geschenke, bat mich aber. Niemandem etwas davon zu verrathen. Wir waren gerade allein im Conversationszimmer. Ich sagte ihr, sie beschäme mich mit einem

solchen Geschenke, ich wisse a gar nicht, wie ich ihr meine Dankbarkeit beweisen solle. Sie sah mich eigenthümlich an , und sagte, mir die Hand reichend: Da! Küssen Sie mir zum Danke die Hand." Ich that es. und im nächsten Augenblick fühlte ich mich von ihren Armen umschlungen und ein glühender Kuß brannte auf meinen Lippen. Dann flüsterte sie mir in' Ohr: Hans, ich liebe Dich!" und war verschwunden. Ich empfand gerade keine sonderliche Freude über das Geständniß. legte aber auch keinen großen Werth darauf; ich nahm sie auch nicht ernst; sie hatte zuweilen so putzige Einfälle. So hing sie sich einst nach einer Probe an meinen Arm und bat mich, sie etwas spazieren zu führen. Als ich mich entschuldigte, ich müsse nachHause, um meinen Koffer zu packen, der Nachmittags in's Theater abgeholt ward, sagte sie: Ich gehe mit Ihnen. Ich muß doch einmal sehen, wie Sie moderner Ham- ' let. Sie Hans der Träumer" sich da eingesponnen haben? Was wollte ich machen? Ich mußte mich in den aufgezwungenen Besuch fügen. Während ich meinen Koffer packte, durchstöberte sie meine Bücher und warf mir auf meinem Schreibtische Alles durcheinander. Puh. diese Gelehrsamkeit!" rief sie mit komischem Pathos. Vor diesem Wüste sehen Sie ja gar nicht mehr die Wirklichkeit, das Leben und seine Lust.Auf einem Ecktischchen standen die Bilder meinerMutter und Mathildens. Beide sah Frau Camilla lange an und sagte dann ernst: Ihre Mutter beneide ich um einen solchen Sohn." Gedehnt setzte sie hinzu: Ihre Braut hat hübsche Augen." Ich lachte und klärte sie auf. daß Mathilde nicht meine Braut, nur meine Jugendgespielin sei. Schreiben Si ihr mitunter Briefe?" fragte sie und sah mich forschnd von der Seite an. Ich weiß gar nicht, wo sie ist," antwortete ich. Sie reist mit einer vornehmen Amerikanerin irgendwo in der Welt herum." So?" sagte sie. Na. dann geht sie's ja auch nichts an, wenn ich Sie jetzt tüchtig abknutsche." Damit faßte sie mich bei den Haaren und küßte mich wild. Dann trieb sie noch allerhand Muthwillen mit meinem Schreibtische, blätterte in den Büchern und sagte zuletzt gähnend: Bringen Sie mich nach Hause, gnädiger Herr! Ihre Bücher sind eine unheimliche Gesellschaft, in der Sie blind und stumpfsinnig geworden sind." Ich war froh, daß ich sie los ward. Ich liebe es überhaupt nicht, wenn Jemand unier nieinen Büchern herumwühlt. Seit der Zeit war Frau Camilla merkwürdig kalt gegen mich und behandelte mich oft sehr förmlich. Ich nahm ihr das weiter nicht übel und schrieb eZ ihrer Launenhaftigkeit zu. Nach der Vorstellung des Essex" brachte der Direktor zwei fremde Herren in die Garderobe und stellte den

älteren, einen stolz und vornehm aus sehenden Mann in kostbarem Pelzmantel. als Direktor Junkerberg aus St. Louis vor. Also das war der amerikanische Theaterdirektor? Er machte einen sicheren Vertrauen erweckenden Eindruck, und der hellgraue Schnurr- und Knebelbart derlieh seinem Gesichte etwas Martialisches. das durch den scharfen Blick der klaren grauen Augen noch gehoben ward. Herrn Heller kennen ja die Herrschasten wohl Alle," meinte der Direktor mit einer Handbewegung nach dem jüngeren Herrn hin. Dieser lachte und rief in spöttischem Tone: Lassen Sie nur. Direktorchen! Unsereiner macht sich schon selbst bekannt." Dabei betrachtete er uns mit frechen Blicken durch seinen Kneifer und drehte feinen schwarzen Schnurrbart nachlassig in die Höhe. Dann wandte er sich an den Amerikaner mit den Worten: I feel tired, let us go, is jou please!" All right!" antwortete der Amerikaner und flüsterte ihm einige Worte zu. Herr Heller rief: 0, excuse nie!" drehte sich um und betrachtete mich durch seinen Zwicker. ' Der Raleigh war dieser Herr, wenn ich nicht irre." Ich bestätigte das, und der Direktor stellte mich vor. Der Amerikaner reichte mir die Hand und sagte: Freut mich, Sie kennen zu lernen, Herr Raden. Darf ich Sie auf heute Abend zu einem Glase Wein einladen? Sie haben doch wohl ein Stündchen für mich übrig? Ich erwarte Sie im Cafö trois rois." Ihr Direktor hat auch bereits zugesagt, nicht wahr, Herr Schein? Bitte, bringen Sie den jungen Mann mit, Herr College. Auf Wiedersehen! Guten Abend, meine Herrschaften!" Damit wandte er sich zum Gehen. Der Agent folgte ihm mit einem

nachlässigen: Adieu!", drehte sich in der Thüre noch einmal um und sagte herablassend: Ich bin morgen früh von 10 Uhr' an im Wilden Mann". Zimmer No. 12, zu sprechen, 'n Abend." Verdammter Berliner Frechling! knurrte der jugendliche Komiker hinter ihm her, und der Regisseur fragte grinsend: Na, Sie jugendlicher Clown, sind Sie schon engagirt?" Der Komiker gab keine Antwort, packte seinen Koffer und ging mit einein kurzen: Gute Nacht!" Fertig, mein lieber Raden?" fragte der Direktor, und auf mein: Ich siehe zu Diensten!" fuhr er fort: Na, dann kommen Sie! Wir wollen den Amerikaner nicht zu lange warten lassen." Damit gingen wir. Wünsche ercht gute Unterhaltung, meine Herren!" rief uns der Regisseur lachend nach. Der Direktor stieß mich mit dem Ellenbogen an und meinte grinsend: Der lacht vor Aerger, weil er nicht dabei sein kann; er trinkt nämlich um's Leben gern umsonst mit." Bei der Damengarderobe machte Egidius Halt und rief: Camilla, süßes Weib, ich werde heute etwas spät nach Hause kommen und bitte deshalb im Voraus um Verzeihung. Gäme Dich nicht zu sehr, wenn Du mich für einigeStunden nicht siehst. Gib mir noch einen füßen Kuß!" Zu meinem Erstaunen öffnete sich die Thür, und Frau Camilla erschien im Neglig6. Da hast Du Deinen Kuß!" rief sie, ihm um den Hals fallend. Ertrage den Schmerz der Trennung von mir, so gut Du kannst." Mir reichte sie die Hand und sagte: Sie gehen ja nun wohl nach Amerika, Herr Raden? Halten Sie die Augen dort besser offen, als hier, sonst läuft Ihnen überall das Glück unter den Händen fort. Gute Nacht!" -Damit verschwand sie. und wir wanderten in' Caf6 trois rois." Unterwegs fragte ich den Direktor, ob er wirklich glaube, der Amerikaner wolle mich engagiren. Selbstverständlich!" erwiderte er. Ohne Zweck thut ein Amerikaner überhaupt nichts. Uebrigens war auch der Raleigh eine ganz hübsche Leistung. Sie hatten da am wenigsten Gelegenheit. phantastisch zu werden. Sehen Sie zu. daß er Sie für Charakterrollen engagirt, das ist das Fach Ihrer Zukunft." Im Casö trafen wir außer dem Amerikaner und dem Agenten noch Fräulein Bertha Muzell. Aha!" flüsterte mir Egidius in's Ohr. Die Gans hat sich mit ihrer Lady Nottingham" heute Abend auch die Anwartschaft auf Amerika ergattert. Na, ich gönne es ihr, sie ist ein ganz talentvolles Mädel, nur ein Bischen zu selbstbewußt." Der Amerikaner entpuppte sich als guter Gesellschafter, erzählte allerhand Interessantes aus dem Leben jenseits des Oceans und freute sich, daß ich mit der englischen Sprache und Literatur einigermaßen . bekannt war. Dann sagte er plötzlich: Kommen wir jetzt eismal zum Busineß.". Wollen Sie mit mir nach Ameri?.i. Herr Raden?" .Es kommt darauf an," entgegnete ich, als was und unter welchen Bedingungen? Ich habe nämlich die Absicht, dem Liebhaberfache zu entsagen und Charakterspieler zu werden." Daran thun Sie sehr unrecht!" meinte er kopfschüttelnd. Ich bin ein alter Praktikus, glauben Sie mir. Bereiten Sie sich im kommenden Som rner hübsch auf Heldenrollen vor, und

wir Beide werden es nicht zu bereuen haben. Machen Sir keine Umstände und sagen Sie: Ja. Den Contrakt macht uns morgen früh Herr Heller schon zurecht. -so daß Sie zufrieden sein sollen. Na?" Er hielt mir die Hand hin. und ohne mich lange zu besinnen, schlug ich ein. So ist's recht!" rief er. Also morgen früh um neun Uhr bei Herrn Heller. Fräulein Muzell kommt ruck), nicht wahr? Wir besprechen dann das Nähere. Und nun trinken wir noch eins auf eine vergnügte Oceanfahrt!" Sehr spät und in sehr gehobener Stimmung trennten wir uns. Der Direktor Egidivs Schein hatte einen Mordsrausch, und so hielt ich es für angemessen, ihn nach Hause zu bringen. Fräulein Muzell und der Agent schlössen sich uns an. Unterwegs schwatzte Herr Egidius noch blödsinniger als sonst von seinem tugendsamen Weibe und von Verleumdüngen, und schließlich begann er bitterlich zu wemen. Er nannte sich selbst einen schlechten Kerl, der solch tugendsames Weib gar nicht verdiene, setzte sich plötzlich auf eine Treppenstufe und wollte nicht weiter. Alle unsere Beruhigungen beantwortete er mit neuen Selbstanklagen und verfiel zuletzt in klägliches Schluchzen und Jammern. Mit größter Mühe gelang es uns endlich, ihn nach Hause zu schleppen. - Die Hausthür stand zum Glücke offen, und nun schoben wir, der Agent und ich, ihn mit vereinten Kräften die Treppe hinauf, wozu uns Fräulein Muzell mit Streichhölzern leuchtete. Oben war Alles dunkel und die Thür verschlossen. Ich mußte aus dem Schlüsselbunde, den ich Herrn Egidius aus der Tasche zog, den passenden Schlüssel aussuchen, und dann führten wir den jetzt nur noch leise Wimmernden in sein Zimmer und legten ihn aus das Sopha, wo er sofort angenehm zu schnarchen begann. Leise entfernten wir uns. Auf der Treppe zupfte mich Fräulein Muzell am Arme und flüsterte mir zu: Bitte, begleiten Sie mich nach Hause." Vor der Hausthür reichte mir der Agent die Hand und meinte, ich sei jedenfalls müde und, möchte nur ruhig nach Hause gehen, er übernehme es, Fräulein Muzell richtig in ihrer Wohnug abzuliefern. Jetzt ging mir ein Licht aus, weshalb sie mich um meine Begleitung gebeten hatte, und so meinte ich gleichgiltig, ich hätte ja denselben Weg. Der Berliner Herr erschien unangenehm berührt und ward ziemlich einsilbig. Unser Weg führte uns am Wilden Mann" vorüber, und da that Herr Heller plötzlich wieder den Mund auf und überraschte uns mit der Entdeckung, ich sei wohl allein genügend, Fräulein nach Hause zu bringen; wir möchten ihn entschuldige a, er sei zu müde. Wir entschuldig !en ' selbstverständlich und wünschten ihm gute

Nacht. Bertha Muzell meinte, er sei ein zudringlicher frecher Mensch, eine widerliche Schmeißfliege der Kunst. Ein merkwürdiges Madel! dachte ich bei mir. Beim Abschiede bat sie mich, ich möge sie am andernMorgen zum Agenten abholen, was ich versprach. Lange noch stand ich in dieser Nacht am Fenster meines Zimmers und schaute träumend rn die Ferne. Nach Amerika!j Der Mond blickte schlau lächelnd auf mich herab und lugte neugierig in mein Zimmer, und in feinem weißlichen Lichte schimmerte es empor wie aus weiter, weiter Ferne: ein kleiesLandhaus zwischen grünen Bäumen . Aus dem Laubgewinde sah mich ein bekanntes Gesicht an, und ein paar dunkle Augen lachten mir zu. und ich hörte eine alte lirbe Stimme: Dummer Hans, ich bin ja auch in Amerika!" Und auf einmal fluthete ein goldigrother Schein über Alles hin, und die dunklen Augen wurden in seinem Glan' ' Heller und , Heller, und dann klai es ganz sonderbar in meine Ohre? Weißt Du nicht, daß Du dem Kometen verfallen bist mitLeib und Seele. Du Hans Träumer, Du? In meinen Bahnen ziehst Du hinaus in weite, weite Fernen, und dort ist unsere Heimath. dort finden wir Beide Glück und Ruhe." 15. K a p i t e l. WiedastugendsameWeib die Gelegenheit benutzte und wie ihrGatte sich zu helfenwußte. Am nächsten Morgen holte ich Fräulein Muzell ab. und wir begaben uns zur festgesetzten Zeit zum Theateragenten. wo wir unsern amerikanischen Direktor bereits anwesend fanden. Der Contrakt war bald unterzeichnet. Fräulein Muzell verabschiedete sich, und ich wollte eben der Einladung des Amerikaners zu einem Frühschoppen folgen, als draußen auf der Treppe ein lautes Jammern entstand. Gleich darauf ging die Thür auf, und berein stürzte, ein Bild der Verzweiflung, Herr Egidius Schein, ohne Hut, mit wild zerzausten Haaren, wie Hamlet der Ophelia erschien. Er sah sich wie geistesabwesend im Zimmer um und warf sich laut aufstöhnend auf einen Sessel dem Spiegel gegenüber. Hailoh! What's the matter, Mr. Schein?" fragte der Amerikaner und der Agent meinte grinsend: Wohl kleine Familienscene gehabt, Direktorchen, he?" Egidius stierte ihn inen Augenblick an. warf dann einen raschen Blick in den Spiegel und strich sich einigemal mit den gespreizten Fingern der rechten Hand über den Hals, während seine Linke etwas in der Brusttasche des

Rockes suchte. Dann schnappte er nach Luft und stieß klagend hervor: Familicnfcene? O sprächest Du wahr! Meine Frau o Gott! O Gott! Mein armes tugendsames Weib xsl ist - Todt?!" riefen wir wie aus einem Munde. Verschwunden!" ergänzte Egidius, und klappte wie ein Taschenmesser zusammen, nicht ohne dabei einen Blick in den Spiegel zu werfen. Ah! Kleines Techtelmechtel! meinte der Agent verständnißvoll grinsend. Da! Lesen Sie!" Damit hielt mir Egidius ein zerknittntes Blatt Papier hin, das er aus der Brusttasche gezogen hatte. Lesen Sie das Entsetzliche! Ich ich kann nicht mehr. O, mein armes tugendsames Weib!" . Ich glättete das Papier so gut es ging und las zu meinem Erstaunens Heißgeliebter Gatte!" Der heißgeliebte Gatte stöhnte herzbrechend und stützte, mit einem Blicke in den Spiegel, das Kinn in die Hand, wobei er ein Gesicht machte wie Hamlet bei Sein oder Nichtsein." Stören Sie doch den Effekt nicht, Direktorchen!" mahnte ihn grinsend der Agent, und .ich las weiter: Ich konnte nicht anders, was Du begreifen wirst, denn. Du kennst mich ja. Als ich einst mit Dir durchbrannte, folgte ich dem Zuge meines Herzens, jetzt wo ich Dir durchbrcnne. folge ich der Stimme der Vernunft. Trotz Deiner Liebe bast Du kein rechtes Verständniß für mich; Andere haben es auch nicht, und deshalb geht's nicht anders: ich muß auf Reisen gehen. Herr Regisseur Homburg begleitet mich und wird über mich wachen. Da ich befürchte. Du könntest Dummheiten machen und dadurch gefchäftlichen Schaden erleiden, habe ich die Theatergarderobe mitgenommen. Vielleicht kann ich Sie besser brauchen als Du. Jetzt, wo die Saison zu Ende ist, kannst Du ja ohne sie auch fertig werden. Du brauchst ja nur Dein Repertoire einzurichten,- daß Du keine Costümstücke mehr giebst. Wie das zu machen ist, das verstehst Du besser als ich. Wenn Du diesen Brief erhältst, sind wir längst über die Grenze. Also bemühe Dich nicht mit nutzloser Verfolgung und vernachlässige ja nicht Deine Geschäfte, damit Du die Saison mit Ehren zu Ende führst. Leb' wohl, süßer, süßer Herzensgatte und fei hunderttausendmal geküßt von Deinem Dir treu bis in den Tod ergebenen Weibe Camilla. I 8. An meiner innigen Liebe brauchst Du niemals zu zweifeln." Einen Äugenblick sahen wir uns verwundert an, und dann brachen wir wie auf Commando in. lautes Lachen aus. Egidius sah von Einem zum Andern und schnitt eine Grimasse, als wenn er nicht wisse, ob er lacheu oder weinen solle. Der Agent schlug ihn auf die Schultern und rief ermunternd: Aber Direktorchen! Seien Sie doch nicht komisch. Solche kleine Scherze kommen doch in der Welt öfter vor." Und meine Garderobe?" stöhnte Egidius. Ja so Donnerwetter!" murmelte der Agent. Na, da wird sich ja auch noch Rath finden." Jetzt legte sich der Amerikaner in's Mittel, reichte dem Verzweifelnden die Hand und fagte beruhigend: Wenn bei uns in Amerika so was vorkommt und es kommt oft vor, jou bet! dann sagt man: It is an ill wind that blows no one good!" das muß ein böser Wind sein, der niemandem Gutes zubläst. Und dann gebt man hin und trinkt eins. Kom-

men Sie mit und thun Sie desgleichen. Wenn ich Ihnen übrigens helfen kann, zählen Sie auf mich." Der Unglückliche sah den Amerikaner prüfend an., warf an ihm vorbei einen Blick in den Spiegel und fragte: Wollen Sie mich mit nach Amerika nehmen?" Der Amerikaner lachte. So ist's recht!" sagte er. Kopf hoch! Drüben finden Sie mehr von der Sorte Ihrer verlorenen Tugendheldin. Setzen Sie gleich den Contrakt auf, Mister Heller, wir können unterschreiben. wenn wir zurückkommen. Erst laßt uns eins nehmen; wir müssen doch das freudige Ereigniß gebührend begießen. Uebrigens, Herr College Schein, Sie sind ein gewiegter Geschäftsmann und verstehen, wie ich bemerkt habe, den Rummel aus dem ff. Ich habe mit Ihnen noch einen besonderen Plan vor. Wir sprechen noch darüber. Und nun los!" Am Abend feierten wir noch ein kleines Abschiedsfest, und dann reisten der Amerikaner und der Agent nach Berlin. Wir sollten am 15. Juli in Hambürg eintreffen, von wo wir alle zusammen die Seereise antreten wollten. Egidius Schein und ich brachten die Gäste zum Bahnhofe, und auf dem Rückwege suchte ich den Armen, weil er wieder sentimental ward, zu trösten. Er gab mir einen vertraulichen Rippenstoß und bedeutete mich mit mephi stophelischem Grinsen: Die unglückliche Garderobe ist ja über und über verpfändet." Also deshalb?!" dachte ich. Es war ein Glück, daß nur noch wenige Vorstellungen stattfinden mußim. denn diese wenigen gingen ganz erbärmlich; Alles war aus Rand und Band. Ich glaube, das Publikum war ebenso froh wie wir, als die Pforten des Musentempels endlich geschlossen wurden. Am anderen Morgen reiste ich schleunig in meine Heimath ab. 16. Kapitel. Abschied von der Heimth. Die nächsten Wochen flogen dahin

mit der Geschwindigkeit eines EilzugeZ, der schon an unseren Augen vorübergebraust ist, ehe wir sein Kommen noch recht bemerkt haben; nur eine kleine Rauchwolke ist Alles, was noch von seinem Dasein Kunde gibt, und bald ist auch diese in den Lüften zerflattert uns nichts bleibt, als die Erinnerung. Meiner Mutter Grab hab' ich besucht vielleicht zum letzten Mal von meinem Vater Abschied genommen wer weiß, ob ich ihn wiedersehen werde. Die Frau Pastorin sah noch in ihrer Herzensgute meine Garderobe nach und ließ meine Wäsche in Ordnung bringen; damit ich anständig auftreten könne und nicht gleich unnütze Ausgaben im fremden Lande hätte", meinte die gute Seele. In Amerika solle ja Alles furchtbar theuer sein, und neue Ankömmlinge würden dort gern über's Ohr gehauen. Mathilde sei noch mit der amerikanischen Dame in Spanien und habe so glückll"'e Briefe geschrieben. sei so zufrieden . ihrerStellung, daß sie und ihr Mcrnh sicher nichts dagegen einwenden würden, wenn sie mit nach Amerika gehen wolle. Vielleicht trefft ihr euch dort!" meinte sie. Der Pastor lachte und sagte: Amerika ist ein Bischen größer, als Deutschland; man trifft sich dort nicht so leicht." Sag' das nicht", eiferte die ge'müthliche Frau. Der Zufall spielt manchmal sonderbar mit unserem Leben." Meine Zeit in der Heimath war um, ich mußte fort. Als ich eben in den Zug sieigen wollte, kam außer Athem mein Vater auf den Bahnhof gelaufen und gab mir noch ein kleines Packet. Es ist eine Flasche Rothwein,- sagte er: die soll Dir auf der langweiligen Fahrt durch die LLneburger Heide gute Dienste leisten. Trink sie in Gemüthsruhe und denk dabei an Deinen Alten." Noch ein letzter Kuß ich sprang in den Wagen sah noch einmal aus dem Fenster zurück und dann it schwand, was ich auf Erden Liebes hatte, meinen Augen. Hamburg!" Erleichtert steigen die Leute aus dem Zuge und zerstreuen sich nach allm Richtungen. Stunden?-, tagelang sind sie Reisegefährten gewesen, manche herben eine kurze Freundschaft geschlossen- , wer weiß, wie und wo sie eürattder wieder begegnen werden . Jl.dcr schlag doch Gott den Deibel' todt! brüllte mein Onkel, als ich in seine Werkstat: trat. Der Missionar aus Afrika!" Eine angefangene Ledertasche,, ert der er arbeitete, flog in weitem Bogen in eine Ecke, und über einen- umstürzenden Stuhl weg sprang der Alte auf mich los und riß mich an seine Brusr. Junge! Daß Du den schwarzen Rock nicht angezogen hast", meinte er lustig das war der gescheitesteStreich Deines Lebens. Wetter noch einmal! ich bin mit Dir zufrieden wie mit mir selber. Wie geht's dem Alten? Immer die alte Tretmühle kann ich mir denken. Aber Hunger wirst Du haben!" Mit einem Rucke flog die Lederschürze unter den Tisch. Und Durst nicht minder, Künstler haben ja immer Durst. Wilhelm!" wandte er sich an seinenGesellen. mach' Feierabend! Heute wird nichts mehr gearbeitet, heute- wird die Bude geschlössen, und wenn ganz Hamburg darüber verrückt wird." Der Geselle meinte., das dürfte wohl schwerlich zu befürchten sein, schob aber doch schnell seine Arbeit zusammen und sich selbst zur Thüre hinaus. Mein 5?nkel hatte sich unterdeß auch fertig gemacht und bald saßen wir in einem nahen Blergartew bei Speise uird Trank gemüthlich beisammen. Eins nach dem andern!" ermahrrte mein Onkel. Erst essen, dann erzählen!" Ich konnte ihm nur beipflichten ich hatte wirklich Huirger, und so arbeiteten in der nächsten Viertelstunde nur Messer und Gabeln. Dann fragte er: Bist Du satt? Schön! Dann steck' Dir mal hier eine rVs Gesicht und erzähl' ein Bischen aus Deinem Leben. Halt! Erst noch einen tüchtigen Schluck und dann los! Brennt sie auch? Das Zeug ist importirte Waare und muß gut angezündet werden." Ich gab nun einen kurzen Ueberblick des letzten Jahres. Die Schilderung der Missionsanstalt machte dem Alten höllischen Spaß. Und wohin geht's nun?" fragte er, noch ehe ich etwas von dem amerikanischen Director erwähnt hatte. Nach Amerika, Onkel!" Was?" schrie er. Hol Dich der Daus! Junge, das ist eine ganz verd . Was willst Du denn in Amerika?" Nur ruhig Blut! Onkel, ich bin engagirt und habe freie Fahrt. Die SaZe wird überhaupt ganz gut bezahlt." So, so!" meinte er schmunzelnd. Hätte Dich gar nicht für einen solchen Geschäftsmann gehalten. Na, dann mag's drum sein. Aber. Junge! Das eine versprichst Du mir: Wenn es Dir mal drüben an dem nöthigen nerois rerura fehlen sollte, vergiß Du Deinen Onkel in Hamburg nicht. Du. sag' mal. was macht denn eigentlich Pastors Mathilde? Habe das kleine Ding immer gern gehabt, d. h. ein kleines Ding ist sie wohl ' gerade nicht mehr, war schon ganz hübsch groß, als ich das letzte Mal dort war. Ich hatte immer gedacht. Du hattest ein Auge auf das Dingelchen. Nicht? 's ist ein nettes Mädel, und wenn ich alter Knickebein das Heirathen nicht verschworen hätte, ich weiß nicht, was ich thäte." Würde Dir schwer fallen. Onkel; sie ist in Spanien und geht vielleicht auch nach Amerika .

Sieh mal an! rief er unö pfiff durch die Zähne. Na, dann ist ja noch nicht ausgeschlossen, daß Ihr ein Paar werdet. Wenn das geschieht, bekommt Ihr ein Hochzeitsgeschenk von mir, daß Ihr sagen sollt: Onkel, Du bist . ein putziger Kerl, ein verrückter Kerl, meinetwegen, aber das Herz hast Du ' auf dem rechten Flecke und weißt immer, was noth thut." Jawohl! Das geschieht, so wahr ich hier sitze. Aber nimmst Du mir U ein amerikanisches Modebildchen, wie sie dutzendweis in den Musterzeitungen stehen, eins wie das andere, alles herausgeputzte Aeffchen hol' mich der ! Na, Du bist ja ein vernünftiger Mensch, wirft ja Deinem Onkel so was nicht anthun! Prosit! Es lebe Amerika!" Das war der letzte Abend auf deutschem Boden und bildet eine der schönsten Erinnerungen meines Lebens. : Am nächsten Tage suchte ich den amerikanischen Director auf, der mich erfreut begrüßte und mir mittheilte, daß Alles beisammen sei; noch am selben Abende würden wir mit dem Dampfer Rhätia" nach Curhafen abgehen. Und morgen", schloß er lachend, habt Ihr sammt und sonders dieSeekrankbeit." Mein Onkel hing mirbeim Abschiede eine kleine selbst gefertigte Ledertasche um, die er mit allen möglichen Kleinigleiten vollgestopft, hatte, küßte mich derb ab und entließ mich mit der Mahnung: Junge! Von jetzt ab schreibst Du mir jeden Monat einen anständigen Brief, sonst komme ich Dir auf's Kollet. Verstanden? Und als das Schiff sich schon vom Landungsplatz abdrehte, rief er mir noch nach: Eh' ich's vergesse, Vengel: Vier trinken! Tüchtig Bier trinken! Das schlägt nieder und hilft gegen die See--krankheit. Im Ledertäschchen steckt das Nöthige dazu. Prosit! Und vergiß nicht, was ich Dir gesagt habe: Kein Modepüppchen, oder Dich soll der Die letzten Worte gingen im Gerausche von Wind und Wellen vertoren. Lange stand ich auf Deck und sah zurück, und heiß stieg's aus meinem Herzen auf und trübte meinen Blick. Leb' wohl, guter Onkel!" fprach ich keife. Leb' wohl, mein Vaterland! Vergessen werde ich. Dich nicht. Doch wie meine Altvordern einst von Sonnenaufgang westwärts zogen und das Land zu ihrem Vaterlande machten, wo sie als freie Männir auf eigenem Boden sitzen konnten, so zieh' auch ich westwärts und mache zu meinem Vaterlande die Stätte, wo das Glück mich hält, wo ich als freier Mann, als Freiling leben kann."

17. Kapitel. An Bord der Rhätia.Hans Freiling macht eine interssante, aber unheimlicheBekanntschaft. Was für eineüberrafchendeEntdeckung Hans Freiling machte und Werder Unbek ainntewar. Bei Cuxhaven ging Abends die RhätiV vor Anker und blieb dort bis zum nächsten Mittage liegen, wo ein kleiner Dampfer den Capitän und die Zwischendeckspassagiere von Hamburg nachbrachte. Als ich den Capitän Vogelsang über dir Brücke schreiten sah. kam mir ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit: Dem Manne mußte der Ocean gehörchen"', dachte ich unwillkürlich. Die Auswanderer waren mit wenigen Ausnahmen polnische Juden, diemit einer Art stumpfsinniger Ergebung ihrem kommenden Schicksal entgegen-. zugehen schienen. Schlimmer, als daheim konnte es ja auch drüben kaum, werden. Es waren übrigens unter den ZwU schendeckspassagieren nicht wenige recht gebildete Leute, mit denen man sich gut unterhalten konnte, während in derCajüte Individuen sich breit machten, von denen nicht viel Lobendes zu sagen ist. Die Anker wurden gelichtet und hinaus ging's, den Flulhen der Nordfce entgegen. Beim ersten Stampfen und Schaukein des Dampfers erfaßte mich zu. meiner Bewunderung eine vollständige poesielose Gleichgiltigkeit gegen den, ungewohnten Reiz .der Umgebung., und ehe ich mich's versah, hatte mich die Seekrankheit gepackt und ließ mich auch die aanze Nacht nicht los. Am anderen Morgen wunderte ich mich, daß mir nicht gleich das vom Onkel angerathene Mittel eingefallen war . Richtig! Es half. In der Ledertasche steckt drö Nöthige dazu!" hatte der Onkel mir nachgerufen, und da. fand ich zwischen verschiedenen Päckchen Cigarren ein Beutelchen mit Goldstücken. Mein Onkel ist doch ein herensguter Kerl!" dachte ich und nahm mir vor. mich durch recht hübsche Briefe dankbar zu erweisen. Bald machte die Poesie des OceanS ihre Rechte geltend und wand ihreZau. berlreise um meine Seele. Tagelang, halbe Nächte lang stand ich auf dem Verdecke und gab mich dem märchenhaften Eindrucke der Unendlichkeit von Wellen und Himmel hin, nicht wie Co lumbus voll Sehnsucht nach Westen die Blicke gerichtet, nein, mit dem wohlthuenden Gefühle, augenblicklich frei zwischen Vergangenheit und Zukunft mitten inne zu schweben. Hinter mir war die alte Welt versunken wie ein Traum und der drohende Kampf deS Lebens in der Neuen Welt, er war machtlos in diesem kleinen Königreiche, das sich stetig und sicher den Weg durch die schäumenden Wogen bahnte. , , (Fortsetzung folgt.). V

Für die Küche. Sellerie - Salat. Sellerie wird gewaschen, weichgekocht, in Scheu ben geschnitten, noch heiß mit Oel Salz, Essig und Pfeffer angemachs und nach dem Auskühlen mit krausen, sogen, gefüllten Sellerieblättern ade'. Rapunzchen garnirt. Gebratener Schwein Srucken mit Gurkensalat und Compott. Das Rückenstück eines großen Schweines oder ein Tbeil davon wird vom Fett befreit und 5 ttS 6 Tage in Rothwein mit einigen Knoblauchspitzcn gelegt, jndem man, während dieser Zeit 1 bis 2 Mal daZ Fleisch aus der Marinade nimmt, zuml Trocknen aufhängt und dann wieder in die Marinade legt. Man bestreut es mit feingchackten Kräutern, bindet es in frische Lorbeerblätter ein und dämpft es ganz langsam in der Marinade weich, zu der man den Saft einer bitteren Orange preßt. Gefüllte Tauben. Junge Tauben werden sauber geputzt, ausgenommen, gewaschen, gesalzen und mit folgender Fülle gefüllt. 2 Unzen Butter rührt man flaumig ab. gibt in Milch geweichte, durch ein Haarsieb gedrückte Semmel, einige Eier, gehackte Champignons, Zwiebel und grüne Petersilie in Fett geröstet, nebst etwa? Salz darein, dann steckt man die Oeff. nung mit spitzen Hölzchen zu, brät di Tauben eine halbe Stunde bei starken Feuer mit- Butter und Speckstreife! und gießt, sobald sie braun sind, eine Löffel Suppe oder kochendes Wasser daran. Rindfleisch farcirt. Ein Pfund Rindfleisch wird geschabt, etwas Semmel gerieben, 1 Ei, ein' Stückchen Speck dazu geschnitten, nach Belieben Zwiebel, Schnittlauch ctr Petersilie daran gethan. Vorf dieser Masse formt man einen Rehrücken besireicht ihn mit dem übrigen halben Ei und spickt ihn dann fein, bestreut ihn mit geriebener Semmel und legt ihn in die Brühe,, welche von den Fleischabgängen aekocht wurde. Man bratet den Braten so langsam eine Stunde indein man ihn fleißig mit brauner Vutter begießt.. Die Sauce wird beim Anrichten durch einSieb über den Äraten gegeben. Dazu Kartoffeln und Blattsalat oder geschmorte Gurken. Frische Rindszirnge ge r 'ö st e t. Man kocht eine nicht gepökelte. frische Rindszunge mit einem Lorbeerblatt, 1 Nelke, 3 Zwiebeln, Gewürz- und 12 Pfefferkörnern weic Nach Wunsch kann Wurzelwerk beig geben werden, doch ist dies nicht nöthi Dann wird die Zunge abgehäutet, dn , Länge nach voneinander geschnitten, in Mehl gewendet und in Butter gold braun gebacken. Man reicht eine Sar-dellen-, Champignons-. Morchel-odei Tomatensauce dazu. Wenn man will, kann man die Zunge auch in, der Sau noch einmal aufkochen ' lassen. Schöner ist es aber, sie geschnitten, un) mit der Bratbutter begossen zu. serviren, c l. . l

uno eine oer erwaynien lluceniner . ner Sauciere daneben zu reichen., Senfsrüchteeinzn. machen. Man kann hierzu Zwetschen Pfirsiche, Aprikosen, Birnen, Aepfel,, Melonen und Kürbis nehmen,, rechnet auf ein Pfund Früchte ebenso viel Zucker und 2 Unzen vom besten Senfmehl (nicht entöltes). Die Früchte werden geschält, . gekernt und je nach ihrer Größe getheilt oder in Stücke geschnitten, in kochendem Wasser halb weich gekocht und zum Abkühlen auf em Sieb gethan, dann 24 Stunden in mit ein wenig Wasser ge läuterten Zucker gelegt. Hierauf wer den sie mit dem Zucker aufgekocht, blei ' ben abermals 24 Stunden darin stehe worauf man sie' zum. letzten Mole auf kocht, das Senfmehl mit einem Ther des noch heißen Zuckers, anrührt, eS mit den Früchten vermengt und diefe wie gewöhnlich aufbewahrte Das Obst muß sehr, reif fein.. Qch senschwctnzsuppe. Zwei Ochsenschwänze. zertheUi. mau, setzt die dünnen Gliederstücke mit zwei Nieren und dem nöthigen Wasser auf, salzt und schäumt, die Brühe fügt 'zwei Zwiebeln und Salz hinzu und kocht die 'Suppe eine, halbe Stunde. Dann gibt man die inzwischen mit einigen Schciben rohem Schinken in Butter braun angebratenen dicken Schwanzstücke hin zu, und kocht alles langsam noch zwei Stunden, streicht die Suppe durch ein Sieb, verdickt sie mit Gelbmehl und würzt sie mit Pseffer, Theelöffel Champignonsoya und zwei Glas Portwein. Die Nieren theilt man t Scheiben und legt sie zuletzt zrM in di Suppen nebst dem Fleisch d.r Ochsen schwänze. Zum Schluß verrührt ma: noch einen Theelöffel -voll Liebig' Fleischeztrakt in der Suppe. Blumenkohl. Nachdem der Blumenkohl von seinen grünen Vlät tern, auch wenn er von diesen durchwachsen ist, befreit und Dom Stengel etwas abgeschnitten ist, wird er in kal- . tes Wasser gelegt und gewaschen. In kochendem Salzwasser setzt man ihn zu. nimmt ihn vorsichtig heraus, damit die Rose ganL bleibt, und stellt ihn in einer Schüssel warm.' Nun macht i. rr- r - y v t . r l man dic vaucc svigenoermaen: 351 Lösfel Mhl rührt man mit frischem t ?mssi sttrtf n iVnt sfiVinlfr- rn 4V g Stück frische Butter, ein wenig Salz. '. das nöthige Blumenkohlwasser oder Fleischbrühe fügt man hinzu stellt die Kasserolle auf die heiße Herdplatte und rührt, bis die Sauce dick wird. Unter keinen Umständen darf sie kochen. Man würzt entweder mit Citronensaft oder Muskatnuß und gibt dann die feinge rührte Sauce über den Blumenkohl. Vaterstolz. Jhre xanz Familie huldigt wohl auf's eifrigst, dem Sport?- Und ob! Bon unS lueen immer ein paar im LaLareth!" Kindermund. Fritz: Ma rna, woher kannst Du wissen, daß D mir? riÄttrt ri?ftft ick f)?rr.Sf Kt ö ö vl ' 7 erste Kind, welches Du erziehst!"-

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