Indiana Tribüne, Volume 24, Number 39, Indianapolis, Marion County, 27 October 1900 — Page 7

Dcr Anstaubcrfriedl.

Roman vc?: Fanny Kalten hauser. (Jorlsctzung.) .Du redest" mscrjt. Ich ich' bin in meinen Recht. Aug' um Aug' und Zahn um Zahn so Hai's doch unser HerrgOtt selber gelehrt!" Und lachnd ging er mit schwerem Schritt hinüber zu einem Stuhl und sehte sich. Mitten in sein Lachen hinein n?urde er plötzlich DÖllig anst. 2&nn Tu um alles wüßtest, Dirndl, würdest mir schon 's 'Reckt zusprechen! Ich weiß nicht, ob ich Dir's sagen soll! Brauchtest es sonst noch nicht zu wiffen. da hätt' es kein Versäumen! Aber weil Tu selber daran bist, Teiu Hrz einem zu schenseit, da wirst mich leicht verstehen, n.ein' ich ja, ts thut Dir euch noth. Weil's gerad' der ist! Siehst, wie ich ein junger Bursch war, hab' ich ein frisch' Gemüth gehabt, wie Du, ein giü' Hrz schabt, wie Du. Das ist aber jäh anders geworden. Da drum -aber ist's anders geworden in rnir, weil ich mein Heiz an eine gehängt hab', die ''s nicht geachtet hat, die ?.ur mit mir gespielt hcrt und, wie tzz andere gekommen ist, mir kalt' die Lieb' aufgesagt hat. Ich hätt' ihr 's 5erz aus Brust gegeben, wenn sie 's verlangt äli'; sie aber wie ich sie gefragt hab', ob es .wahr ist. daß sie sich .einen andern uäbm' hcrt .gemeist. ich wär' ein armer Knecht undda sollt' ich nicht so dumm sein; sie ronnt' ohne Haus -und Hos und ohne ihren, lieben Wald nicht leben. Ich icnii Dir's icht sagen, Dirndl, wie mir gewesen ist selbigesmal. Tief hat's mich getroffen, ihr Reden, tiefem wie in's Herz, denn in mir ist alles rebellisch geworden und ha: sich alles umgekehrt in mir. Da darum ist aus dem gutherzigen Reitingerfriedl der hartherzig' Anstauberr v : an w rLx : . jcnci gcrcciuen. -aai ciz cuj) iu; gewesen, ich wär' .niemalen zu dem geworden, der ick jetzt bin. das weiß ich für gewiß. Schau, Tirndl, im Anfang hat manchmal Ticch das Herz gezuckt in mir. wenn ich was Uebles gesehen hab', wo ich dazu beigetragen hab', aber da ist jedesmal eine vor mir gestanden und hat mit ihrer Hand auf einen Wald gewiesen und höhnisch gesagt: Ttr ist mir viel lieber wie Du. ja. viel lieber wie Tu!" Und da ist das weich' Herz auf einmal wieder sieinern geworden; .ich hab' viel thun können mit offenen Augen, wo ich früher die Augen geschlossen chaif und wär' davongegangen." Das braune .Mannesgesicht war .aschfahl geworden 'während der Rede, '.ein heftiges Zucken ging durch dasselbe ch;.r.r. die Augen drannlen -und sckmale, dunkle Ränder zogen sich' urplötzlich unter denselben hin. Run waren die Lippen, die in so leidenschaftlichsm "2on gesprochen, jäh verstummt, sie .preßten sich aufeinander wie im heftigsten Schmerz Das ganze Gesicht sprach stumm und doch so beredt von dieser Qual der Seele. Die Nani hatt lautlos dagestanden, aufmerksam lauschend. Es war hin -und wieder wie stilles Verständniß äiber die Züge hingeglitten, nun hatten die .Augen einen fe richten B!k. Sie trat .zu ihrem Däer ' heran. -nun er schwieg, und legte sachte eine Hand auf seine Schulter. Daß Dir hart geschehen ist selbigesmal, das alaub' Ich Dir gern, Vater! Du selber aber fjäxx'sx nicht hart werden sollen, viel besser rcaY Dir dabei selber geschehen, glaub1 rnir's!" A6ex 5 Reiserbauer fuhr hcrrt uf : Jto, fcc3 verstehst Tu nicht. Dirndl! Meine helle Freud' hak' icn daran, wenn wieder so ein Gui zertheilt ist, und besonders am Wald, wenn so ein Wald zu Grund' geht! Da mag dann wieder einer weniger so elendig werden, wie ich geworden bin selbigesmal! Da lacht gerad' olles in mir, wenn ich so ein Gut voneinander gehen seh'. Viel Waldungen sind in Rauch aufgegangen, seit ich tei 2lnstauberfried! geworden bin; ich aber steh' noch immer und bin stark und frisch wie eh'dem so ein Äaum im Wald!' Und der Man? hob sich hoch und 5eckte die Arme in die Luft wie in jugendkräftigem Ungestüm und ein höhnendes Lachen quoll dabei aus der Brust in hellen, hallenden Tönen. Da der Reiserbauer wieder sein Dirndl anschaute, blitzten seine Augen, und um seinen Mund lag n Zug fester Entschlossenheit. Und jetzt, Dirndl, weißt es, warum ich so thu' und nicht anders! Und damit Tu noch mehr weißt, damit Du Dein Herzl wahrst vor der Lieb' zu dem einen, darum will" ich Dir auch das noch sagen, daß die eine, die mich zu dem gemacht hat, der ich bin, Weghoferin geworden ist." Die Nani hob voll jähen Schreckens die Hände, abwehrend. Jesus, die?" Ja, die war's, die!" Dabei beugte sich der Mann zu dem Mädchen nieder, faßte nach ihren beiden Händen und hielt dieselben fest, währenh er-in hastiger. leidenschaftlicher Rede fortfuhr: Und ich sag' Dir's: dem ärmsten Knecht, wenn er um Dich käm' und hätt' Dich gern und Du ihn, und er wär' sonst ein braver Mensch, gäb' ich Dich gern, dem aber nicht, dem nimmer und nimmer! Da wär' alles Reden umsonst, alles Bitten .umsonst; und wenn seine Mutter selber käm' und that' auf den Knieen vor mir herumrutschen, ich ich könnt' ihr doch nur ein Nein" zuschreiui. Und dadrum laß Dir's gesagt sein und wahr Dich jü nnzHinkw." .

Er ließ die zuckenden Hände los und ging der Thür zu. Da ging es wie ein beller Schrei durch die Stube: Vater! Vater!' W er sich umwandte, stand sein Dirndl mitten in der Stube und rang die verschlungenen Hände. In dem schönen, leichenblassen Gesicht standen die Augen anzstvoll weit offen. Vater, thu Dich erbarmen! . Keinen mag ich der Bub' ist mir lieber wie alles in der Welt , laß mir ihn! Er kann ja nichts dafür, schau! Thät'st mich selber verlieren, wenn Tu ihn verderben thät'st und seine Leut'!" Einen Augenblick stand er zögernd, der Reiserbauer, und schaute sein Kind unverwandt an. dann lief ein seltsames Zucken so, als hätte der Mann innerlich etwas schwer zu überwältigen über sein Gesicht hin, ei zuckte die Achseln und verließ die Stube. Da die Thür in's Schloß fiel, sank die Nani auf die Kniee nieder, preßte die Hände-auf's Herz und jammerte hellauf: Und verlieren thut er mich an dem -einen Tag. wo ihm sein Wünschen ausgebt! Ich muß zu rnemem Buben haltert zu meinem lieben, armen Schatz.

26. ' Jahr um Jahr DerLmg. Und im Weghofergut ging es von Jahr zu Jahr schlechter. Einmal, 'vor etwa vier Jahren, da es eben überaus schlecht stand, hatten die Weghoferleut? -unerwartete Hilfe bekommen. Der Nater der Weghoferin war plötzlich gestor ben, und mit dem kleinen Erbtheil. dc2 ihr 'zugefallen, hatten 'sie sich aus d:m Aergsten herausgerissen. Seit langem aber ging es fchon wieder bergab; der Bauer war eben schon zu lange Zeit auf der abschüssigen Bahn dahingewandert; er fand sich nicht mehr zurecht auf dem geraden Wea; er hatte auch seinen zweiten Sohn, den Peter, mitgerissen auf der schlechten Bahn der scheute daheim die Arbeit und half ihn: gctreulich. im Spiel das Geld zu vergeuden. Und der Ansiauberfriedl wartete, tkiat sein übriges und wartete wieder. Sehnsüchtigen, oft wild pochenden Herzens. Einmal ging der Schauer des Todes über sein Haus hin , sie trugen sein Weib hinaus, die gutherzige Reiserbäuerin. Eine Zeitlang empfand er die Lücke, die der Tod in sein Haus gerissen, dann kam er darüber hinweg und fand sich drein, als wäre nie ein Weib dagewesen an seiner Seite, ein Weib, das gute Rechte auf .ihn gehabt hatte, dem er aber doch nicht ein einziges .gegeben auf sich im Tiefinnersten seines Herzens. Er empfand fönst nicht? wie seinen einzigen, brennenden Wunsch, der kaum merkbar ae,trennt war von einem irren, :cl?!n Verlangen. ES war ihm-immer, als schlage es wie eine lohende Flamme in sein Hirn empor, wenn er an den Tag dackie, der ihm das eine bringen sollte, bringen mußte. And der Tag .kam, rückte näher und immer -näher. Manchmal saß er und sann und sahnen Tag schon vor sich und meinte, er müsse die Hände danach ausstrecken, nach dem Tage, .um ihn herzuzuziehen, daß tr sein wurde, endlich sein. Und dann war'der Tag da. Der Weghvs wcrr auf der Gant. Er ging nicht hinüber, der .Reiserbanei, zur Slu citatMi. Einsam saß er in seiner Wchnsinbe daheim, während 'drüben ein Mittelsmann iien Hof für ihm erstand. Und diesmal hatte der ReiserbQLer nicht aus's Geld gesehen, es wa? ihm diesmal nichr darum zu thun, den Hof um das Billigste bekommen: in, er hatte vielmehr dem Mann, der denselben für ihn erstehen sollte, gesagt, es käme auf's Geld nicht an; koste der Hof, was er wolle, loslassen dürfte er keinesfalls. Und nun wartete er, fchautt starren, glühenden Blickes zum Fenster hinaus znh sah über den Weg hin, auf dem der lommen sollte, der ihm den Hof erstetyr. und gleich danach davon Kunde bringen sollte. Die Zeit A?urde ihm lang, dem Reiserbauer. Die Ungeduld faßt.' ihn. Und endlich auch die Angst, das Bangen. Wenn nun der Scheid bacher säumte beim Bieten, wenn ihm etwa doch der Hof zu hoch hinaufging, wenn vielleicht ein anderer Kauflustiger drüben war, der den Hof nicht ouslassen wollte und immer höher vnd höher trieb, etwa sogar über den Werth des Gutes hinaus und wenn der Scheidbacher dann meinte, über den Werth hinaus dürfe er doch .nicht gehen und und nicht mehr bot , der einsame, grübelnde Mann sah alles deutlich greifbar vor sich, hörte die bietenden Stimmen immer höher uiw höher ging es ih, nun war die Summe wirklich lächerlich hoch gestiegen, da griff keiner mehr zu! Der Scheidbacher schüttelte wie bedauernd den Kopf und bot nicht mehr Zu, zu höher noch! Vierzehntausend achthundert, vierzehntausend neunhundert! Scheidbacher weiter zu. zu Esel! Rein, das gilt nicht , ich geb' noch mehr! Das wär' falsch, so ein schnelles Zuschlagen! Nein, nein mir muß tr gehören! Was,Scheidbacher? zu spät, was? Wegen was hast es nicht festgehalten. Du Du ! So schrie er hinaus, der tieferregte Mann, schrie und zeterte und merkte nicht, daß er gar nicht dort war, wo er meinte, daß er einsam und allein in seiner niederen Stube saß. Die Stimme versagte ihm endlich, erschöpft sank auf seinen Stuhl zurück, von

Jttdimm Tribüne. Samstag,

dem er sich jäh erhoben; d:e Ädern aus feiner Stirn und an den Schläfen wo ren hoch und tiefblau angelaufen und das Blut schlug dahinter wild, wie rasend, als wolle es die Adrn zersprengen. Er mußte die Augen schließen in einer jäh ihn überkommenden Kraftlosizkeit. Dcr Athem ging fauchend aus seiner Brust. Da wurde sachte an die Thür g?klopft, und der Scheidbacher erschien auf der Schwelle. Der kleine, bucklige Mann der feit langem ein Helfer des Anstauberfriedls war erschrak erst vor dem im Stuhl wie todtmüde dalehnenden Mann; hastig trat er näher. Fehlt Dir was. Reiserbauer?fragte er mehr verwundert, wie besorgt. Da richtete sich der andere auf, in Hast Nichts wie Deine Botschaft fehlt mir," stieß er bervor, und noch rascher folgte es: Hast's? Hast's?" Freilich hab' ich's und billig auch noch dazu!" Mit einem kurzen Kopfnicken sprach es der kleine Mann. Dann erschrak er noch mehr wie bei seinem Eintritt; denn den Reiserbauer hatte es förmlich emporgerissen von seinem Stuhl, wie von einer blitzartigen Gewalt; und dumpfe, gurgelnde Töne kamen von den Lippen desselben.' genau so, als wolle er reden und wäre nahe am Ersticken. Dabei schwankte der starke Körper heftig hin und her. Endlich vernahm der Scheidbacher einzelne Worte: Mein! Mein gehört er! Endlich einmal! Ah jetzt aber! Jetzt !" Dann stand der Mann auch schon bei der Thür, riß sie auf und ging davon, ohne für denScheidbacher ein weiteres Wort zu haben. Und da stand er nun mitten im Flur und holte heftig Athem. Mit suchendem Blick schaute er um sich ah, da war es ja nicht, was er suchte! Draußen, wo die Knechte das Holz kloöen, ds ja, da war es. Eine Hacke, eine große, mächtige Bcilhacke. Er prüfte mit den Fingern die Schneide; sie war scharf und blinkte hell, wie neu. Der Reiserbauer griff nach ' einem dicken Prügel, der neben dem Hackstoär lag, legte denselben auf den Stock hin; nun fuhr der Arm, der den Stock hielt, jäh in die Höhe und sausend, blitzartig aufblinkend ging die Hacke nieder, mitten entzwei gehauen flog das Holz weit hinweg. Es ging wie eine tieft Befrisdigung über die Züge des Mannes hin dann that er etwas, was er seit langen Jahren nicht mehr gethan: er lief. Er rannte davon, vom Hause fort; erst einen schmalen Weg dahin, dann eine Straße. Vorm Hofthoi draußen, dicht an dem Weg, den ei genommen, stand ein schmächtiges Tirndl, von dem er nichts sah: die Nani. Sie schaute dem Vater nach. .-Und m den schönen Augen, die wie zwei Lichtlein in dem bildsaubern Gesicht standen, war jetzt ein finsteres Leuchten. Mit einer Hacke rannte er dahin, der Vater! Was hatte er jetzt nur im Sinn? Ein tiefes Stöhnen hob plötzlich die junge Mädchenbrust. Dort drüben, hinterm Abhang, war jetzt einer, dessen Herz schw wie ein Mühlstein in der Brust liegen mochte. Der Franz! Dem sein liebes Hcimathl ging heut' einen Weg, auf dem er es nimmer fand; dem ging es heut' verloren, sein Heimathl, das Gut. das an sein Herz gewachsen war, so fest, so sest. Und der das gethan. der es so weit gebracht hatte , sie wusste es. das war ihr Vater. Sie biß die Zähne zusammen, rmd ein Ausdruck tiefen, schmerzlichen Zornes verscheuchte die Trauer, die sich .eben in ihre Züge geschlichen hatte. Ihr LZater! Er hatte um ihretwillen nichts .gethan, um ihrer Lieb' willen nur seinem Haß hatte er gefolgt und Böses gethan Böses dem einen, der ihr so lieb war! Aber mit der Stunde, da er ihrem lieben Buben die Heimath nahm, hatte er aufgehört, ihr Vater zu sein. Das schied sie von ihm ja, das schied sie. Ihr Herz hatte kein Hangen mehr an ihm, das drängte zu einem, der auf einmal so arm geworden arm durch einen Haß, den er selber nicht verschulbei. -Ah, wenn sie es nur sicher wüßte, ob ihr Vater das Gut an sich gerissen? Er war nicht drüben gewesen bei der Llcttatwn; er hatte gethan, als ginge ihn die ganze Sache nichts an; aber daß vorhin der Scheidbache: so eilig auf den Reiserbauernhof zugestapft kam. daß nun der Vater so davonlief in einer Aufregung, die etwas Seltenes an ihm war, das bewies ihr, daß der Vater stark betheiligt war bei derSache. Sie mußte wissen, wie es stand, sie mußte. Da war es am besten, sie ging hinein und fragte den Scheidbacher danach. Aber wie sie di: Schritte dem Hofthor zuwenden wollte, rief ine heisere Stimme ihren Namen. Es riß sie yerum ve: dem lang. Der Franz! Herr und mein Gott, der Franz! O Jesus, wie blaß sah der aus wie ein Todtes, so blaß! Er war noch ein Stück entfernt. Sie lief ihm entgegen und hob beide Arme hoch, als wolle sie ihn umfassen. Aber da sie ihm ganz nahe war, sielen ihre Arme schlaff nieder. Franz!" sagte sie mit zuckenden Lippen, in einem bebenden Ton voll rührender, mitleidsvoller Liebe, und nochmals wie in schmerzlichem, in uig.'m Flehen um ein Verzeihen : Franz!" Er ' reckte ihr die Hände hin, sprach aber kem Wort dazu, er schluckte und würgte in einer Weise, als stecke etwas in seiner Kehle , stumm sahen sie sich in die Auaen. Dann fubr die schmale

den 27. Oktober 1900.

Handes Dirndls über des Burschen Gesiezt, sachte, nicht wie streichelnd, sondern als ob sie etwas verwischen wolle. Mein lieber Bub', thust Dich schwer grämen, gelt? Ich glaub' Dir's, ! ich glaub' Dir's! Das Heimathl, gelt ja. gelt? Das Gütl. in dem Du auf die Welt gekommen bist, in dem Du als kleiner Bub' berumgesprungen bist dasselb' Haus und hätt' es noch so ein schiaches Ansehen, es wär' halt doch viel anders wie die andern, schöner, vttl schöner, weu's einem liebsamer ist. gelt? Wenn nur Dein Vater nicht so einer wär', wär' es Dir schon verblieven, gelt? Aber schau. Vtiam. nimm Dir's nicht gar s? arg zu Herzen! Siehst, ich hab' noch em Heimathl und 's ist mir doch nimmer eins! Die Mutter ist nimmer drinnen und der Vater, ja " sie würgte die Worte hervor aus brennender. .zusammengepreßter Kehle ja. der ist mir lang schon gewesen wir ein Fremder, jetzt aber jetzt, Franz, wo er Dir das angethan hat, jet ist er mir wie einer, dem man am liebsten weit aus dem Weg geht!" Hart und finster hatte die 'canl zuletzt gesprochen; sie sah nach dem Hof zurück, schüttelte dann den Kopf und sagte fest: Da ist mein Verbleiben nimmer! Nein nimmer! Jetzt bin ich großjähric'. wenn Du mich haben willst, mein lieber Bub' , ich lass' Dich nimmer um seinetwillen, ich brauch' sein Geld nimmer, das er auf so schlechte Weis' erworben hat; ich nehm' nur das Gcld. das mir von meinem Mutterl selig zukommt. Ein paar tausend Gulden sind es schon. Und da sei nicht so verzweifelt. Franz! Wir Hausen uns wo anders ein; und wenn's auch nur ein ganz kleines Gütl sein kann, ich mein', es wird uns doch ein schönes Heimathl werden, wo wir zwei doch beisammen bleiben dürfen!" So viel Liebe lag jetzt in der Stimme des Dirndls, leuchtete aus den fchönen. braunm Augen, daß der Bursche auf seine Verzweiflung vergaß utld in das junge Gesicht schaute und schaute mit glänzenden Augen. Auf einmal lachte er leise auf. es klang halb wie tin Lachen und doch wieder wie ein schluchzendes Weinen. Dreinfinden muß ich mich ich seh's, ja. ich seb' es! Dreinfinden! 's Herz hast mir Du aus der Brust genommen mit beide Händ' und hast's zu dem Deinen gelegt! So ist mir. ja, gerad' so ist mir. Und wo mein Herz zu finden ist, da muß ja mein Heimathl sein, mein allerschönst's Heimathl!" Und das Mädchen umschlingend und an sich ziehend, küßte er heiß den rothen Mund. Und dann redeten sie noch eine kurze Weile zusammen, es brauchte nicht vieler Worte mehr, sie wußten bald, was sie beide zu thun hatten sie hingen aneinander mit jeder Fase? ihrer Seelen und sie wollten sich nimmer voneinander scheiden. Gäb' es Abgründe, die nicht zu überbrücken wären, die Liebe spönne ein schimmernd Seil darüber; verstellte den Weg eine himmelanstrebende Dornenhecke, die Liebe risse sich daran blurig und schwänge sich darüber hin. 17. Der Reiserbauer hastete noch immer dahin. Hätte einer des Mannes Gesicht gesehen.ei würde ihn für irr gehalten haben, so wild glühten die Augen, während in jähem Wechsel die verschieden sten Empfindungen übe? das bald leichenblasse, bald dunkelrothe Gesicht hinzogen. Sonst war eins doch so bald dort heut nahm der Weg kein Ende kein Ende! Ah und dieses wahnsinnige Jauchzen in ihm, das er nicht bändigen konnte, das ihn vorwärts trieb in rssender Eile! Endlich, ah, endlich! Da, da stand er nun dicht vor dem Wald, der ihm einst sein Glück genommen um dessentwillen ihn einst ein falsches, thörichtes Weib verstoßen! Wie finstere, schwarze Gesellen standen sie da, diese hohen Recken des Waldes, wie mit breitspurigen Füßen stemmten sie sich auf den Boden, der ihnen gehörte, der sie sättigte mit seinen Säften. Die Arme hielten sie hoch droben, daß ihnen keiner anmochte. der ihnen feind war, der ihnen in Leid anthun wollte ah, und nun schütte!ten sie die Häupter wie drohend, und ihre Arme fuhren herunter gen die Erde, als wollten sie unsichtbare Feinde dädrunten fassen und zerdrücken oder schütteln, daß ihnen die Seele aus oem Leib flog; grollende Laute gingen von ihnen aus ein zürnendes, ein haßvolles Raunen von einem zum andern; jetzt schnellten die Häupter stolz in die Höhe, und nun winkten und nickten sie nur noch fein, sachte, wie höhnend, als wollten sie sagen: Was kümmern wir uns um euch, armselige Menschlein! Ihr seid doch nichts gegen uns! Was ist euer Leben, anders wie eine kurze Spanne Zeit gegen das unsere, das einen Blick in die .Ewiakeit thut! ' (Fortsetzung folgt.) ! ' Die neuesten Tapeten bei Carl Möller, 152 N. Telaware Str. Adolph Frey, (014 Freedorn A Rihr.) notary Public, Translator, Correspdndent etc. Ho. 970 West Walnut St Take Blake St. Car. .

Täglicher Marktbericht.

Viehmarkt: Indianapolis Union Viehhöfe, 27 Rindvieh. Auserlesene bis prinia Stiere, 1350 Pfd. und aufwärts 55.25 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 4.C5 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Psd : 4.75 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.... 4.15 Mittlere öi gute Stiere 900 bis 1100 .Pfd . . ... 4.25 Gute bis gewählte Rinder. 3.00 Mittlere bis gute Rinder. 3.25 Gewöhnliche leichte Rinder 2.75 Gute bis gewählte Kühe.. 3.60 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis fancy Export Bullen 3.75 Gute bis gewühlte Schläch , ter Bullen 3.40 Gewöhnliche bis gutcBullen 2.50 Gute Kühe mit Kalb.... 30 .Okt. 5.75 5.25 5.15 4.50 4.00 4.50 3.50 3.15 4.25 3.50 2.75 6.75 5.25 4.00 3.65 3.25 40 25 GewöhnlicheKühe mit Kalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere $4.70 Gemischte. fchw.Packing 4.60 Gute bis gewählte leichte 4.60 Gewöhnliche leichte..... 4.50 Pigs 3.50 Roughs 4.00 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute bis gewählte Schafe 3.25 Ordinäre bis gute Schafe, 2.75 Ltockers 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 4.80 4.70 4.72 4.60 4.40 4.40 4.76 4.35 3.50 3.00 3.75 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, $2.00 per Bufhel. Citronen, $4.50 für 300360. Aepfel, $2-$3 per Faß. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Vunch. Datteln, Persische 5$c-6c per Pfund. Kokunüsse, 3.50-4.00 per Hundert. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 13c; Delaware und Niagara, Crate von 4 Körben, 12c Birnen, hiesige, 75c per Bufhel. Cranbcrrics $2.25 per Vushel Crate. Quitten, $1.00 per Bushcl. Orangen, mexikanische, $4.50 per Box. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate rothe Globe 50c per Bufhel ; weiße Globe 52.00 per Faß. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches Kartoffeln, $1.25 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c per Buche!; zum Versandt gepackt, 5c mehr Süßkartoffeln-Jersey $2.85 per Faß Baltimore $2.00 per Faß. , Sommcr-Celery, 15c per kl. Bunch Salat 50c per Büschel. Spinat, 40c per Büschel. Weiße Rüben 40c per Büschel. Geschlachtetes Vieh. - Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 6h-7c; hiesige Stiere 8-8jc; bienae Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7fc; hienge Kuhe 400 bis 550 Pfund 7c: Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Äoroervlertcl 7c; (stier Ymtervlertel 10c; Rind vinterviertel 9c; Rind Vor derviertel 6c; Kuh . Vorderviertel 5c; Kuh yinterviertel 8c. Frisches Kalbfleisch Kälberc; Hin terviertel 124c; orocrvlertcl 8c. Frisches Schaffleisch Lämmer per Pfd. 9c; Schafe 9c; Schenkel 10c; Racks, kurz, 16c. Frisches Schweinefleisch. Loins 9lc 104c ; ottage Schmlcn 8c ; aebäu tcte Schultern 7c, frische Schinken, 18 Pfund lm Durchschnitt, 10c ; Tender loins 15c ; Spare Ribs 6c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund 11c; 15 Pfund llc; 12-10 Pfund Ilse; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10zc; 15 Pfund 11c; 12 Pfund llic; 10 Pfund llc. Californifche Schinken 6 bis 8 Pfund 8c; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer. English Cured 14c; gewählter Sugar Cured 14c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 134c: 3 bis 9 Pfund im Durchschnitt 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 13c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal. 13c: 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c. Speck, knal. Gewäblter. 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 13c. Speck Klare Seiten. 50 bis 60 Vf. im Durchschnitt, 9s c; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, e; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., lOc; Klare Bellies, 25 bis 30 Pfd., 10ßc; 18 bis 22 Pfd., 10ic; 14 bis 16 Pfd., Iljc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd.. 9Zc; Rücken 12 bis 16 Pfd., 102c; Klare Rücken 6 bis 9 Psd..Mc. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt c; 16' Pfund im Durchschnitt,' 8s c; 10 bis 12 Nsund 8fc Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen, loses Fancy Pig $20.00; Klares Bean 19.50; amuy 17.50; Short Clear 16.00; Rumpf 15.50,

Gedörrtes Rindfleisch, SSinkcn, reg. Sets, 11c; Außenseiten 8c; Innen feiten 13ic; Knöchel 13c. Schmalz, in Ticrces, 1. Oualttät 94c; 2. Qualität 8fc; 3. Qualität Sfe Würste, Geräucherte Bratwurst 8c; Frankfurter 8c; Wicncrlrurst 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Tärm?n 6Zc, in Tuch 6jc.

Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c , Eier, 16c per Dutzend. Hühner 6zc, SpringChickcns 6zcPfd. Turkey Hennen 6c, junge vähne 5e, alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Ttzd. Fische, Austern und Wildpret. HändlcrPreise: Clams Little Recks 75c per 100. Hummern 25c per Pfund. Austern BcsteBaltimoreodcrStand ards, $1.00 per Gallone; beste Balti timore Selects, $1.10 per Gallone; New York Counts, $1.00 per Hundert; New York Culls, 70c per Hundert; Blue Points in Schalen, 75c per 5oundcrt. Austern in Kannen Rcw York Counts 35c; I. S. F. & Co. Selects 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; Q. K.18c; R. 15c. See-Fische. Knochenlose Häringe 7e; Häringe 4$c; Perch 5c; Weißfische 9 je; See Forellen 9c; Red Snavpcr8c; Kenncbec Hechte 15c; Blausischc 10c; Halibut 15c; Stockfisch 8c; Haddock 8c; Catsisch 10c; Ro.l Pickcrcl 9c; Ro.2 Pickerel oder Blue Pike 6c; Black Baß 15c. Froschschcnkel, $1.50-2 per Dp. Getreide. Weizcn-Ro. 2 rother 72c auf den Geleisen, 72c von dcr Mühle ; Ro. 3 rother 68-70c; Oktober 72s c auf den Geleisen; Wagenweizen 72c. Korn-Ro. 1 weiß 40c; No. 2 weiß 40jc; No. 3 weiß 40jc; No. 4 weiß 374-39c; No. 2 weiß gemischt 39$c; No. 3 weiß gemischt 39k; No. 4 weiß gemischt jWA-38ic; No. 2 gelb 404c; No. 3 8r 'No. 4 gelb 364-3Sc; No. i cht 40c; No. 3 gemischt 40c; gemischt 36z-385c; ag KolbcnQSc. Hascr-No. 2 weißer 244c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gemischter 22c; No. 3 gemischter 21c Heu-altes No. 1 Timothy 12.5013.00 No. 2 Timothy 11.00-12.00. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packctcn: Ariosa $12.75, Lion 11.75, Jersey 12.75, Caracas 12.25, Dillworth's 12.75, Tutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blended Java 11.75. GrocerieS. Zucker Dominocs 6.32c; Stückzucket 6.47c; pulversirter 6.17c; KXXX pulverisirter 6.22c; Standard granulirter 6.07c; feiner granulirter 6.07c; granu lirter in 5 Pfund Säcken 6.17c; axanu lirter in 5 Pfund Cartons 6.17c;" extkc? feiner granulirter 6.17c; Cubes 6.22c; -Mold A 6.22c; Confcctioncrs' A 5.87c; 1 Columbia A-Kcystonc A .567c; 2 -WindsorA-AmericanA 5.62c; 3 Ridge. wood A-Centennial A. 5.67c; 4 Phönix A-California A 5.62c; 6 Empire Franklin B 5.57c: 6 Ideal ffriro tönf.den C-Keystone B 5.52c; 7 Windsor Eztra C-American B 6.42c; 8 Ridze wood extra C-Ccntcnnial B 5.22c; 9 gelber extra C-California B 5.17c; 10 -gelber C-Fränklin extra C 6.12c; 11 gelber-Keystone extra C. 6.17c; 12 gelber-American ertra C 6.12c: 13 ael. ber-Centcnnial ertra C 5.12c: 14 aelber -California extra C 5.12c; 15 gelbe? ö.12c; 16 gelber 5.02c. Eingemachte Früchte Blackbcrries. 3 Pfund, $1.10; Peachcs Stand. 3 Pf., $2-2.25; Scconds 3 Pfund $1.50 51.65; Pie $1.40-1.50; Ananas. Standard, 2 Pfund. 51.65-1.90: Sec onds. 3 Pfund. $1.25-1.45: arüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama Ananas 51.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.26, Marrow 95c, einaeweichte 55c 80c: Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;ZuZer korn 80c $1.40; Apfclbuttcr. ver Dutzend,' 3 Pfund, 95c. Wolle. Folgendes sind die Preise für Waaen ladungen : . Ungewaschene mittclmäßiqe Wolle 19-20c; feine Merino 15-17c: unae. reinigte, von 3c bis 5c weniger; zubcrge waschene 28-30c. Kohlen. Tonne Tonne Anthracits... $7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4.00 2.15 Pittsburg 4.00 2.15 Raymond City 4.00 2.16 Winifrcde........ 4.00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhrig 3.50 1.90 ; Brazil Block 3.50 1.90 Green County 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Slack 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Lump Coke 11c per Bush. 2.75 per 25 Bushel. $1.50 per 12 Bushel. Verkleinerter Cole 13c perBu.' $3.25

per 25 Bu. $1.75 per 12z Bu. z.

)