Indiana Tribüne, Volume 24, Number 39, Indianapolis, Marion County, 27 October 1900 — Page 2

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JndZana Tribunc.jTamstaa, den 37. Qktobcr 1JU0

K?legöpferdcTrefsur im Westen. Es ist besannt, daß sich unter ben fcrilixn oder halbwilden Rossen in unselern Westen vorzügliches Material für Kriegspferde befindet. Viele Amerikauer aber scheinen sich noch immer allen Ernstes einzubilden, daß man nur cinige Tausend solcher Rosse in Tezas oder anderwärts mit dem Lasso einzufangen und nach Cowboy - Manier leidlich gefügig zu machen brauche, um sie dann ohne Weiteres nach Manila oder China oder sonst wohin für miliiärische Verwendung senden zu tönten. Damit sind sie indeß gewaltig auf dem Holzwege. Vielmehr ist dafür unter allen Umsiänbn eine gründliche sachverständige Dressur nothwendig, und wilde Rosse, rnögen sie sonst auch noch so sehr das Zeug zu Kriegspferden in sich haben, sind gerade an den Donner der großen und kleineren Schießwaffen meistens schwer zu gewöhnen, oft noch schwerer, als andere! Obwohl sie sich meist an den bloßen Anblick des Feuerns rasch gewöhnen lassen, ist es sehr schwierig, ihnen das Gefühl beizubringen, daß ein großes Getöse nicht nothwendigerweise ein Zeichen ungewöhnlicher Gefahr bildet, 'ja manche dieser Rosse können niemals dahin gebracht werden, sich über Musketen - Geknatter hinwegzusetzen! Im Uebrigen treten auch da gar manche individuelle Unterschiede zu Tage. Cin Correspondent, welcher auf der Farm eines Kriegsvferde - Dressirmeistcrs in den texanischen Wildnissen einem derartigen Vorgang beigewohnt hat, schildert denselben folgendermaßen: 'Auf einem Felde, das sich unmittelbar an die Stallungen anschloß, fand ich etwa drei Dutzend ausgesucht schöner, schneidigeriosse für denUnterricht bereit stehen. Der Tressirmeister stand in der Mitte des Kreises, und alle Pferde hatten ihm das Gesicht zugekehrt, resp, waren so gestellt worden. Natürlich hatte man sie schon vorher im Allgemeinen eingebrochen", womit sie aber 'noch lange keine Militärpferv: waren. Nachdem der Dressirmeisier seinen reitenden Gehilfen das Signal gegeben hatte, sich bereit zu halten, feuerte er rasch hinter einander drei Kammern eines großen Resolvers ab. Augenblicklich entstand eine ungehcuere Bewegung unter den Rossen. Die meisten bäumten sich und machten wilde Sprünge, und manche konnten nur mit der größten Schwierigkeit verhindert werden, loszubrechen und rasend nach allen Richtungen davonzurennen. Andererseits gab es auch etliche, welche blcs die Ohrm spitzten und den Kopf hin und her warfen. Diese wurden sofort abgesondert und weggencmmen. um schwereren Proben entgcgen zu gehen; die nevöseren dagegen wurden noch so lange den Revolverschüssen unterworfen, bis dieselben ihnen gar keine Zeichen von Furcht und Schrecken mehr entlocken konnten, oder auch, in Ausnahmefällen, bis man darauf verzichtete, überhaupt Erfolg mit ihnen zu erzielen. Die zweite Uebung, welcher diese Rosse nach dem Bestehen der ersten rin terzogen werden, ist ein: weit strengere und unheimlichere. Sie müssen dann auf eine Abtheilung Leute zu galcppiren. welche eine Compagnie Infanterie vorstellt und. sobald sie in Bewegung sind, gleichzeitig Feuer gibt. Die erste Salve verursacht fast ausnahmslos eine Panik, und gar manche der Reiter dieser Pferde finden es, trotzdem sie gute PraZtikuffe sind, beinahe unmöglich, sich im Sattel zu behaupten. Nur wenige Augenblicke darnach, nachdem die Rosse und ihre Reiter wiederum näher in den Schießbereich gekommen sind, wird eine zweit: Salve abgefeuert. Und auf's Neue kommen die Reihen der Cavallerie" arg in Unordnung. Dieses Manöver wird so lanae fort-

gesetz?, bis um ein bekanntes Sprichwort auch auf Vierbeiner anzuwenden zu große Vertrautheit Mißachtung erzeugt", und die Pferde gegen Musketcnfeuer (sowohl regelrechte Salven wie vereinzeltes Feuer von verschiedenen Seiten) ebenso prompt und stetig an- - sprengen, als ob gar nichts in shrem . Wege wäre. In ähnlicher Weise wird dann die dritte Uebung ausgeführt, bei welcher die Pferde dazu gebracht werden. auch den Geschützdonner zu mißachten. ' Ist aber einmal ein Pferd gründlich in solcher Weise dressirt, so geht es auf dem Schlachtfelde selbst dem schlimmsten Feuer des Feindes mit a b s o l uter Furchtlosigkeit entgegen, welcher der Mensch, sei er auch der tapferste, in der Regel nicht fähig ist. wenigstens beim Beginn eines Kampfes. Freilich läßt sich dieser Unterschied leicht genug erklären. Denn einem Pferde hat man durch die Dressur den Glauben beigebracht, daß das Getöse der Schlacht bedeutungslos und ohne verhängnißvolle Folgen sei. und wenn es dann in der wirklichen Schlacht auch ringsum Menschen und Pferde wanken oder stürzen und leblos daliegen sieht, so kommt es offenbar noch keineswegs dadurch zu dem Schluß, daß das Schlachtgetöse und' solche Vorkommnisse in irgend ei ner Verbindung mit einander ständen; daher hat das Krachen der Schüsse, mit Allem, was dazu gehört, keinen Schrecken für das Kriegspferd. Beim Menschen ist das etwas ganz Anderes, und wohl mancher Cavallerist hat schon gelegentlich sein Pferd um diese glückaiche Unwissenheit-beneidet! ,.

Der vcrstlzwuttdene Prinz.

Tas Lreigniß d:s Tages in Pari; ist das Verschwinden des Prinzen Ju kanthor von Kambodscha, der mit lZrlaubniß seines Vaters, des Königs Norodom. nach der Lichtstadt gekommen war, um die Wunder der Aussiellung zu schauen. Der Prinz sollte 'dieser Tage von Marseille aus auf dem Dampfer Tonkin" die Rückfahrt nach seiner 5eimath antreten. Es schiffte sich in Marseille auch thatsächlich eine Persönlichkeit ein.' die sich für den Prinzen Jukanthor ausgab; dse Person war aber nur ein Ersatzmann, der den Prinzen spielte während der echte Jukanthor sich gegenwärtig in Brüssel aufhält und vorläufig üUz Haupt nicht daran denkt, in dieHeimath zurückzukehren, weil er dort, bald nach seiner Ankunft, einaesperrt oder aa? enthauptet werden konnte. Prinz Jukanthor. der Thronerbe des Königs Norodom. und sein jüngerer Bruder, Prinz Thanuwoug, wurden, als sie nach Paris kamen, von der französischen Regierung sehr herzlich aufgenommen und auf verschiedene Weise ausgezeichnet. Man sah die beiden Prinzen mit dem Journalisten Jean Heß. der ihren Führer spielte, bald überall, wo es etwas zu sehen gab, und wo man sich amüsirte. Prinz Jukanthor besonders, der stets seh: correkt und selbst elegant nach der europäischen Mode gekleidet war. gab sich die größte Mühe, die Schönheiten von Paris zu genießen. In Wirklichkeit aber verfolgte er einen anderen Zweck: er war hauptsächlich nach Frankreich gekcmmen,' um bei der Regierung gegen den französischen Residenten in Kambodscha, den er großer Missethaten beschuldigt, Beschwerde zu führen. Erbracht: seine Klagen in Zeitungsartikeln und in Unterredungen mit den zuständigen Ministern vor; zuletzt richtete er eine Denkschrift an den Ministerpräsidenten, die er vervielfältigen ließ, und die sich durch einen sehr lebhaften Stil" auszeichnet. Der Prinz beschuldigt den französischen Residenten. Qtxxn d: Verneville. die französische Schutzherrschaft über Kambodscha in eine wahr: Annexion verwandelt zu haben. Herr de Verneville soll sich im Bunde mit einem berüchtigten Eingeborenen, Namens Mi-Roong, und mit einem Tolmetscher. Namens Tinnu. in PuomPenh. oer Hauptstadt von Kambodscha. ein wahres 'persönliches Königihum gegründet haben; er,habe den heiligen Friedhcf der Stadt in einen Weideplatz für fein Vieh verwandelt. habe Eingeborene von vornehmer Abkunft, die sich über seine Geschäftsführung beim Könige beschweren wollten,' ohne Weiteres enthaupten lassen, und habe zuletzt sogar das Sechsunddreißig Thierespiel", eine Art Lotterie, di! dem Köniq Norodom eine Rente von 150.000 Taels brachte, unterdrückt. was im Lande die größte Entrüstung hervorgerufen habe. Die Denkschrift des Prinzen erregte wegen ihres herausfordernden Tones das lebhafte Mißfallen de? französischen Regie, rung. und Jukanthor erhielt eines schönen Tages von dem Minister der Colonim die freundliche Aufforderung." sich mit seinem Bruder und mit seinem Gefolge nach Marseille zu bege ben und sofort nach Kambodscha zu rückzukehren. Der Prinz hatte aber gar keine Eile, dieser Aufforderung Folge zu leisten; er ahnte, daß er bei seine: Ankunft in Kambodscha nicht sehr freundlich empfangen werden würde; denn der Resident und die an deren Beamten, die er angeklagt hatte, hatten von seinen Denunziationen bc reits Kenntniß erlangt. Unter solchen Umständen zog er es vor. nach Brüssel zu reisen, anstatt nach Kambodscha zu. rückzukehren, und während einer seiner Diener bei der Einschiffung in Mar, seille die Prinzenrolle spielte, legte Jukanthor Bedientenkleidung an und fuhr mit zwei treuen Freunden nach Belgien. Ter Dampfer Tonkin" konnie den Hafen von Marseille verlassen, ohne daß der Betrug gemerkt wurde. Vier Mitglieder der Mission von Kambodscha. die dem Prinzen Jukanthor sehr ergeben sind, weigerten sich jedoch energisch, abzureisen, als sie constatirten. daß der Prinz nicht an Bord des Schiffes war; sie sprangen in die Barken (einer von ihnen sprang sogar in's Wasser), um zum Strande zurückzukehren. Man schrieb diesen heroischen Widerstand ihrer übergroßen Liebe zu Frankreich und ihrer Sehnsucht nach den Herrlichkeiten der Ausstellung zu. Das Schiff fuhr also ohne sie ab, und die vier getreuen Diener konnten nach Brüssel zu ihrem Prinzen pilgern, der ob dieser Ergebenheit seine: künftigen Unterthanen zwar tief gerührt war. aber gleichzeitig in die größte Verlegenheit gerieth, da er seit einiger Zeit vollständig auf dem Trockenen sitzt. Er wartet auf den Monatswechsel von skinem Herrn Vater, 'der ihm eine ebenso merkwürdige als schöne Einrichtung bisher stets in Gestalt von Goldblättern geschickt wurde. Das ist das romantische Abenteuer des Prinzen Jukanthor von Kambodscha. Es muß hcchkomisch sein, wenn an jeder Lan dungsstelle des -Dampfers .Tonkin" offizielle Persönlichkeiten im Namen der französischen Regierung den Prin zen Jukanthor begrüßen wollen und in seiner Cabine einen simplen Bedienten finden. Im Maüover. Unteroffici: Na. Ihr Kerle, stürmt jetzt einmal den Berg, c!5 ob Ihr eine Köchin

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Das alte Leiden

,d) da, eben des Amerikaners am meisten plagt und verbittert, ift bekannt c cl CflClftCIt invieleiaSormen, welche alle leicht geheilt erden könne dnrch Dr. August König's Kamöurger Hropfen dessen Wirkungen allenthalben bekannt sind all prompt und sicher.

i ety Aus den Anfängen der Oper. Am 6. October 1600 fand anläßlich der Vermählungsfeier der Maria von Medici, Königin von Frankreich und Rzvarra. die erste Aufführung der Oper L'Euridice" ftatt. Das nach Rinuccini's' Dichtung von Jacopo Peri componirte Werk und die Bertonunq desselben Textbuches durch Giulio Caccini sind die ältesten uns durch j den Druck überlieferten Tondramen, die eigentlichen Anfänge unserer heutigen Oper. Ueber die vorbereitenden Versuche, die diesen zielbewußten Schöpfungen vorangingen, wissen wir kaum mehr, als das in zeitgenössischen Berichten Erwähnte, denn wenig ist von jenen Arbeiten erhalten geblieben. Zu Beginn des sechszehnten JahrHunderts hatte, von Florenz ausgchcnd, die Bewegung qegen die damalige Alleinherrschaft, des ContrapunktZ weitere Ausdehnung gewonnen. Zuerst ; traten es kunstsinnige Edelleute, PH:- ! losophen und Literaten. die für die Umgestaltung der Tonkunst eintraten. ' Aus Platon's und Aristoteles' Schriften suchten sie zu belegen, daß nur ! durch innige Verbindung von Wort j undTon der Musik erhöhte Ausdrucks- i fähigkeit verliehen werden könne. Allgemein verglich man das Geranke contrapunktischer Stimmführung mit den vielfach verschlungenen Linien gothi- 4 scher Baukunst, die, ebenfalls aus dem ' Norden stammend, in Italien nie völlig heimisch geworden war. Wie im Zeitalter der Renaissance auf Grund der Antike die bildenden Künste eine Wiedergeburt gefeiert hatten, so sollte nun auch die jüngste der Künste, die ' Musik, zu neuem Leben erstehen. Bis ! dahin war diese eine Kunst für sich gewesen; ihr hatte das Wort nur als Vorwand, die Dichtkunstls untergeerdncte Dienerin gegolten 'Neue Aus drucksgebiete sollten der flusik jetzt erschlössen werden. Nicht die Schönheit des Klanges allein war ferner ihr Endzweck; subjektives Empfinden mußte sie widerspiegeln und die innersten Regungen der Menschenseele offenbaren lernen. Durch völlige Verschmelzung mii den Schwesterkünsten Poesie und Tarstellung wurde sie berufen zur Vermittlerin höchsten dramatischen Ausdrucks. Daß der Musik im antiken Drama eine ähnliche Rolle angewiesen war, glaubte man annehmen zu müssen. In der Absicht, die griechische Tragödie zu reconstruircn, entstanden die ersten Vorläufer der Oper, die wir in den bereits Sprachgesang anstrebenden Versuchen Cavalieri's, Galilei's und d anderen Pfadfinder auf dem Gebiete des recitirenden Stils erblicken. Gras Bardi, in dessen Haus durch die Gerne rata - Gesellschaft die neuen Ideen begeistert verfochten wurden, wußte nuv für seine Pläne auch den Dichter Rinuccini zu gewinnen; bald schlössen sich der Bewegung bedeutende Musiker an. Als erste ausgedehntere Probe dessen, was der Gesang unserer Zeit vermag", wird uns das Peri-Rinuccini-'sche Pastoral Dafne" bezeichnet, das, wiederholt in engerem Kreise aufzeführt, sich großen Beifalls erfreute. Ihm folgten nach einigen Jahren als erste umfangreiche Werke die oben erwähnten Musikdramen L'Euridice". Beide Tondichtungen sind im Jahre 1600 gedruckt; sie sind uns als erste wirkliche Opern erhalten geblieben. Besonderes Interesse gewährt gerade anläßlich des dreihundertjährigen Bestehens dieser Tondramen ein Blick auf die Wandlungen, welche die Oper seit ihren Ansängen erfahren hat. Man ersieht, daß die Lehrsätze derFlorentiner Musikreformatoren schon die Theorien der späteren Bahnbrecher auf dem Gebiet der Oper im Keime enthalten. Was Gluck, was Wagner in ihren Werken vertreten, es wcrr einst auch die treibende Kraft bei der Entstehung der frühesten musikalischen Dramen". Wiederholt entfernte sich zwar dieTo?kunst von den anfänglich geltenden Prinzipien; sie gerieth auf Abwege und wurde in der Oper wieder Selbstzweck. Die Rückkehr zum Natürlichen wird dann stets als erste Bedingung für den Wandel zum Besseren angesehen; und fast wörtlich sprechen Gluck und Wagner das aus, was einst zur Zeit der musikalischen Renaissance verlangt wurde. Ich habe in meinen Werken stets mich bestrebt," so schrieb schon vor dreihundert Jahren Caccini nur den Gehalt der Worte durch die Musik wiederzugeben". Gluck, der dieselben Wege weiter wandelte, die einst s. ?f n;.. ro ; n . t.r jt;:n

vit ; jtviv tit tun. VCUllllcn, sagt in der Widmung von Paride ti Elena- (1770): Ich war der Ansicht. daß .der Gesang in der Oper nur f

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Stellvertreter der Deklamation sei." Die Tonsprache ist Anfang und Ende der Wortsprache." lautet ein Ausspruch Richard Wagner's. Galilei, der Vater Galileos, verlangt in seinem 1581 erschienenen Dialogo: Man soll auf die Betonung des Einzelnen achten, wie die Worte accentuirt, schnell oder langsam ausgesprochen werden, wie beispielsweise der Fürst mit den Vasallen oder den ihn Anflehenden, wie der Zornige, wie der Eilfertige, wie die Matrone, wie das Mädchen redet. wie der Liebende zur Geliebten, wie der Klagende, der Schreier, der Furchtsame sich ausdrückt." Dem gegenüberzustellen ist Gluck's Ich war überzeugt, daß der Gesang, wenn er durchaus von der Farbe der Empfindüngen, die er auszudrücken hat. gesättigMst, sich gestalten müsse wie diese und ebenso verschiedene Accente anzunehmen habe, als jene verschiedene (schattirungen hatten; kurz, daß die Stimme, die Instrumente, alle. Töne, selbst die Pausen auf dasselbe Ziel losgehm, welches der Ausdruck ist, und daß die Vereinigung Zwischen denWorten und dem Gesänge so streng sein müsse, daß das Gedicht nicht minder auf di.? Musst gemacht erscheint, als die Musik auf das Gedicht." Dasselbe gilt auch Wagner für unerläßlich, denn er sagt: Tic Musik hat sich naturgemäß immer nur auf das zu beziehen, was sie ausdrücken soll; in der Oper ist sie ganz entschieden die Empfindung des Redenden und Darstellenden. In der Melodie des Dichters ist die 5)armonie, nur gleichsam unausgesprochen, schon mitenthalten." Auch folgende Sätze lassen sich in Verbindung bringen: Ist es also ein Wunder, wenn die gottlichen antiken Musiker mit tufem Verständniß der Natur die Geister ihrer Hörer leiteten, wohin sie wollten?" (Graf Bardi.) Die Nachahm'ung, der Natur ist das anerkannte Ziel, das man sich stecken muß. Ihm strebe ich zu: stets einfach und natürlich, so viel es mir möglich ist, sucht meine Musik die größte Ausdrucksfähigkeit, die Verstärkung des Wortes der Dichtung." (Gluck.) Woher sollen wir nun die Kraft schöpfen im Zustände tiefster Entkräftigung? Wo der gelehrte Arzt kein Mittel mehr weiß, da wenden wir uns endlich verzweifelnd wieder an die Natur." (Wagner, Das Kunstwerk der Zukunft".) Gar Vieles ließe sich noch erwähnen, das die geistige Verwandtschaft derReformatoren der Oper beweist, denn auch der jüngste 'und bedeutendste derselben, Richard. Wagner, drang nur weiter, viel weiter vor auf einer Bahn, die Andere schon vor ihm erfolgreich betreten; er strebte denselben Zielen zu, die frühere Meister einst mit gleicher Ueberzeugungstreue und mit ähnlichem über das Niveau zeitgenössischenSchafsens sich erhebendem Können zu erreichen suchten. ' Die Aufgaben, die sich die dramatische Tonkunst stellt, sind naturgemäß lmmer gewaltigere geworden. Doch, wohin wir auch ferner steuern, stets wird das zu Recht bestehen, was vor drei Jahrhunderten schon erstrebt wurde: Tiefe und Wahrheit des Ausdrucks. Nur die Mittel, diese zu erreichen, werden wechselnde sein. E Tu e gehet in n t ß v o! l e Geschichte, die einigermaßen an Eavalleria Rusticana" erinnert, hat sich dieser Tage in Paris zwischen zwei Malerczehilfen abgespiell. Langlet und Bordos arbeiteten im selbenHause für Rechnung desselben Meisters. Plötzlich, nachdem sie ganz leise mit einander gesprochen hatten.begannen sie zu ringen, als ob einer den anderen erwürgen wollte. Die Kameraden trennten die Kämpfenden, aber inzwischen hatte Langlet seinem Gegner schon das rechte Ohr und einen Theil der Nase abgebissen. Bordos wurde in's Spital gebracht, Langlet wurde verhaftet. Auf der Polizei erklärte Langlet: Ich sage nichts, macht mit mir. was Ihr wollt, das ist eine Sache, die nur mich und Bordos angeht." Auch der schwerverwundete Bordos protestirte gegen die Verhaftung Langlets und weigerte sich. Klage zu erheben; die Polizei habe sich in diese Privatsache nicht einzumischen. Langlet mußte freigelassen wer den und schrieb an Bordes: Ich danke Ihnen, daß Sie keine Klage erhoben haben. Wenn Sie aus dem Spital entlassen sind, geben Sie mir Nachricht, wann und wo ich Sie treffen kann, damit wir die Sache ein für alle Mal beenden." Die Polizei hat nichts herausgebracht und man besorgt, daß nächstens Einer der Beiden verschwunden sein wird.

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