Indiana Tribüne, Volume 24, Number 38, Indianapolis, Marion County, 26 October 1900 — Page 7

Der Anstauberfriedl.

Roman fcen Janny Kaltenhauser. (Fortsetzung.) war ta3 junge Gesicht d:r Nani cuf einmal wie verzerrt von unsäglicf;crn Schiuerz. D nein. Du stellst Dir gar nickit fcoi, was mit mir ist!" sagte sie tonlos. Bei der Rosimahm' bin ich gewesen weißt, bei weinen? ÄZt?r seiner Schwester, die seit gehn Jahren das Hanzleitnergütl hat vier Stunden weit von da. Eine Botschaft hab' ich ihr ausrichten müssen vorn Vätern. Und da da eZ zog plötzlich heiß, roth über das hübsche Gesicht hin und scheu blickten die goldbraunen Augen zu Franz empor da hat sie mir wieder keine Ruhe gegeben wegen dem Jörg. Und schau, wie schiach der ist mit seiner buckligen Gestalt und den fucksrothen Haaren! Ich mag ihn nicht. Und ich hab' ihr's gesagt, der Rosimahm'. Damit sie mir einmal Ruh' gibt! Jetzt und gar nimmer maa ick ibn!" bab' ick ibr aesaat. Da ist sie bös' geworden und -und hat mich aufgeklärt, daß ich froh sein rni' um ihren Buben, wenn ich nicht ein ledig's Dirndl bleiben wollt'! Bei all meinem Geld, das ich einmal mitbekäm. ein ledig'Z Dirndl, weil mick keiner nahm' wegen meinem Vater." Und da hat sie mir Geschichten verzählt dem Vätern, wie hart der wär', wie herzlos! Daß keiner in unsre Verwandtschaft kommen wollt', weil der Vater allgemein weit und breit als ein Anstauber bekannt wär', als ein Anstauber. bei dem ein Menschenleben gelad' so viel werth wär' wie ein Blase? auf der Hand!" Die Stimme des Dirndls versagte, ein schweres Schluchzen hob die junge Brust. .Mit finsterem Gesckau stand der Barsche; er sprach kein Wort. Da redete dieNani wieder weiter mit ihrer leisen, zitternden Stimme: Ja. und weil die andern Buben einen Abscheu haben vor mir. da drum drängt sie, daß ich ihren Sohn heirathen soll da drum!" Plötzlich, mit einem flimmernden Blick zu dem Burschen aufsehend, sagt: sie lauter, mit auf cmmal hart gewordener Stimme: ie meinte: Da bliebe der Reichthum in der Familie!" Siehst Tu. 's Geld, das er auf solche Weis' gewonnen hat. und wegen dem mich die andern verachten! DaS Geld wär' ihr nicht zu schlecht, ich aber schon! Weißt, was ich gesagt hab' ?" Die Nani trat jetzt ganz nahe zu dem Franz heran. Wenn es so wär' mit meinem Vater, wie sie sogt entweder nahm' mich da einer mit dem Geld, was ich von der Mutter einmal bekäm'. was ihr selber rrfnr nSr tA Yrnr9 n.ir tttI an fr.t 1 1 v r v v t cy V vy 0 den." Nun und?" fragte da der Franz wie in h2h:r Spannung; seltsam licht war es plötzlich in seinen Zügen geworden. Ja. da hat sie gelacht und gemeint: ich wär' ein Rarr! Wenn ich einmal die schlechte Nachred' hätt', so blieb' mir die, ob ich das Geld nähm' oder nicht nähm' vom Vätern. Dem Anstauberfriedl sein Dirndl blieb' ich halt deck alleweil Aber Du, jetzt sag' mir einmal schau, auf Dich hab' ich ein Vertrauen, Du sagst mir's. wie es wirklich werhr ist! Ist denn mein Vater wirklich so verachtet bei den Leu ten. daß mich keiner wird mögen?! Ist es gar so arg. wie die Rosimahm' thut?" Die Rans hob die Hände gefaltet empor; in ibren Augen wechselte eine heiße Angst mit einem leidenschaftlichen Flehen. Sie war so schön, so lieb anzuseben. Da umfänte der ffranz mit ' seinen beiden Händen die ihren und. druckte sie und druckte wieder. unn Weißes Erbarmen sprach aus seinen Zücen, aus seiner Stimme., Ich kann Dir ja nicht klfen, arm's Dirndl! Lieb's Dirndl! ' So einer ist er halt schon. Dein Vater, .so einer!" In leidenschaftlichem. wehem Zorn brach es ton seinenLippen. Schau, es thut mir ja selber so weh. und 's Herz zuckt mir. als möcht' es zerbrechen! Wenn nur der nicht Dein Vater wär', wenn's nur ier nicht wär'!" Die Rani stand regungslos, mit Keitgeöffneten Augen; in ihrem blassen Gesicht stand es wie ein heißer, wonniger Schrecken. Der Athem flog aus ih--rer Brust. Und wenn er's nicht wär', was wär' dann?" agte sie sa'nell, leise. Er zögerte, er schwankte, dann aber lifc es ihn doch hin, das eigne Empfin!den. ibr Kererareifender Anblick wirkien zusammen zu mächtig. Dann dann !2nnr es was werden rnn uns ?wei!" iaate er innia. Denn schau. ich hab' Dich ja gar nimmer aus dem Sinn gebracht seit dem erstenmal, wie ith Nick bei meiner Seimkunft gesehen hab'; ich hab' Dich alleweil so lieb wie damals vor mir stehen l.eyen uno qao est lange Rächt' hindurch keinen Schlaf gefunden, weil ich vom Jammer, daß erad' Du so einen Vater hast, nicht herausgekommen bin. Siehst, darum m ick Dir auck fleikia aus dem Weg gegangen, weil mir so hart geschehen ist bei Deinem Sehen! Weil ich gemeint hab' jed'smal, ich mußt' Dich bei der 'csrrnb nekmen und davonlaufen mit Dir in die weit' Welt! Ja, wenn Dein Water nicht wär', wie er ist gar nim jrr.cr auslassen thät' ich Dich, mein müßtest werden mein lieb's, gut 's Weib, das mir 'ö Schönste und 'S Beste

zvär' auf der ganzen , In leidenschaftlickem Unaeüüm wa

ren zuletzt die Worte von seinen Lippen gekommen, er hatte den Arm um den schlanken Leib der Rani gelegt und hatte sie hastig an sich gezogen. . Run lag der schöne, braunhaarige Kopf des Dirndls an seiner Schulter und die goldig hell leuchtenden Augen schauten sehnsüchtig empor in die seinen, Und ich wär' es gern geworden. Franz. ich merk' es so gern!" sagte sie leise. Er konnte sich nicht bezwingen, der iunae Bursche, in seiner beißen Lieb'

er neigte den Kopf und küßte die rothen. weichen Lippen vielMale. Ah, wenn nur dem ärmsten Häuslmann gehören thät'st, daß ich Dich nehmen dürft'!" stieß er hervor. Was für ein Glück hätten wir zwei! Ich braucht' nur Dich anzuschauen und ich hätt' allen Trost in meinem Leid und alle Freud', die ich erleben dürft', ging' mir gerad' noch einmal so tief ins Gemüth! O Du Du lieber, lieber Schatz!" Sie zitterte an allen Gliedern und schmiegte sich an ihn, und ihre Lippen regten sich und fanden doch keine Worie. Wie in heißem Jubel wallte es auf in ihrem Herzen und dann wieder woute das schier brechen in einem unsäglichen Weh. Und so kannst mich nicht nehmen, Franz, ganz und gar nicht?" entrang es sich endlich ihren Lippen, in heißem, schmerzeneidollem Ton. Auch wenn ich alles hintlassen that', dem Vater sein o.inzes Geld und ihn selber auch ah nein, mein Mutterl, mein Mutterl, das kann ich ja nichts allein lassen !" Die Stimme versagte ihr, der Rani, sie drückte die Hände auf das Herz, das that so weh, ab. so weh! B'hüt Dich Gott!" sagte sie dann mit zuckenden Lippen und ging langsam davon. Der Franz war aber gleich wieder neben ihr. Mein lieb's Dirndl, schau, Dein Muterl könnt' Dich ja jederzeit aufsuchen, wo Tu bist! Meinst nicht? Schau, so gern hab' ich Dich, so aern! Ich kann Dich halt nicht lassen! Mein mußt werden!" Und er hatte sie wieder im Arme; ungestüm hatte er zugegriffen und die schmächtige Gestalt an sich gezogen. In den Augen der 7!ani schimmerte es feucht; sie schaute zu ihm auf mit einem gar traurigen Blick. Ja Tu ich hab' halt eine Angst, der Vater sagt Rein . Und da dran hab ich vorhm nicht denkt, daß ich noch gar kein Rechtens hab' über mich. Ich kann nicht ein bißl thun, wie ich will!" Da sank der Arm des Burschen nieder daran hatte er nicht gedacht. Freilich, die Nani war noch lange nicht großjährig, und wenn der Reiserbauer Einspruch that gegen eine Henath sei nes Dirndls, dann blieb er in seine!! Recht. ' Mein Vater hat einen eisernen Willen, was der einmal sagt, dabei bleibt es," sagte Rani nach Minuten langer Pause. Und er giebt Dich mir nicht, dasselb' weik ick " subr der ftrem bestis auf. Der hat einen Haß auf uns, der Reiserbauer, das erkenn' ich allewell mehr." Erschrocken starrte ihn die Rani an. Hassen thut er Euch, der Vater? Wa:um meinst denn das? Er ist ja doch mit keinem Menschen gut .Freund, ist Kcem auT leine eiaennumae Art aei j sinnt; warum sollt' er gegen Euch was Besonderes haben?" Der Franz nickte bedeutsam. Er tragt es darauf an, daß er uns zu Grund' richten mag ich kann mir's nicht anders denken!" Und erregter werdend, fuhr er fort: Der Vater wird ,fchauen, wenn ich heimkomm'! Lauf ich heut in der Stadt herum be allen Holzhändlern, um einen Thei ?cklagh?lz zu verkaufen, und einer wie der andere bietet mir einen Preis. der lächerlich ist. Einer wie der andere hätt' sich eben genug Holz eingekauft, 's Holz wär' derzeit spottbillig und so könnt' man das meine nur akaufen, wem: " der Bursche lachte zornig auf , na ja, wenn man's halb geschenkt bekäm'! Es wär' ja ein Ding, wenn wir das Geld nicht so nothwendig brauchten! Aber so s kann uns so gehen w:e dem Holbacher, der plötzlich ohne Haus und Ho dagestanden ist!" Der Bursche verstummte, starrte finster vor sich hin, um dann aus einmal zornig herauszufahren: Da ist nur Dein Vater schuld dran, daß es uns so geht!" Völliq erblaßt stand das Dirndl da. Irrst Dich. Franz. irrst Dich! 'Was kann mein Vater für die Holzhändler mit ihren niedrigen Preisen?" Was er dafür kann Ja, meinst denn. Dein Vater 'hätt' keine Gewalt über die Holzhändler? Seit Jahren kauft er die Wälder weit und breit m der Gegend herum an, mit den großen Gütern; olles Holz haben sie also von ihm, seit langer Zeit; da mag er seinen Zwang ausüben auf sie. wie er will. Er verkauft ihnen einfach niÄts mehr, liefert es weiter weg.n eine andere Stadt und sie haben dos Nachsehn wenn sie ihm nicht seinen Willen thun. Unser bißl Schlagholz über, das hätt' uns herausgerissen, den Händler, aber nicht; der hält sich drum an den einen, der ihm jahrlang den größten Nutzen zubringt. Und da " ' Die Nani unterbrach ihn; sie faßte ihn ungestüm am Arm. Geh, Franz. bedenk Dich, was Du sagst! Schau, das kann ich nicht glauben, das mag ich nicht glauben gerad' das nicht. Der eine bist, du was nach mir fragt der mich gern hat und mein Vater sollt' dran denken, den Deinen zu Grund zu richten? Wenn er das that' wenn er 2aö i&at'l" . . . .

Indiana Tribüne. Freitag,

cn- ri . t- , .. . schon darauf ein, 'da ihm sein Gut abDie Ran: stampfte Plötzlich mit dem j mm kam f - so wie manch ein anuß den Boden In Hellem Zorn lief fc bcr nil' n eine Fliege in es über ihr Gepcht hin. Ra. das darf j f.:r,m &nit fafi n msln ha J. ,;n

Nicht sein, da halt ich mich auf dage- i ästiges Ungeziefer allen Rechtens vergen. Wenn 's wahr ist! Und ich i v, v,.. k,;, tt,

gen. Zenn 's wahr ist! Und ich frag' ihn, ich erfahr' es ich frag' ihn selber danach." Sie hob die Füße und lief dahin. Nur eine ganz kurze Strecke; dann kam sie wieder zu dem Burschen zurück, reichte ihm beide Hände hin und sagte leise: B'hüt' Dich Gott. Franz!, mein lieber Bub'! Und und Du. werd' nicht harb auf mich, wenn 's wahr ist. das! Ich ertrag' es nicht, wenn Du mir bös' würd'st! Schau, ich kann ja nichls dafür für meinen Vater seinen toinnr So weich klang die' bittende, leise Stimme, ein tief aus dem banaen Herzen kommendes Flehen lag darin und stand in den großen, angstvoll weit geöffneten Augen, daß es den Burschen hinriß m lodernder Leidenschaft: :m nächsten Moment war die Nani von feinen starken Armen umfaßt und er herzte und küßte sie, daß es eine Art hatte. Und da das Dirndl danach beimlies mit eiligem Schritt, da liefen in einem fort heiße Thränen über die blassen Wangen, und die rothen, zuckenden Lippen flüsterten immerzu: Mein lieber Bub', das darf nicht sein, das darf nicht sein! Mein lieber, lieber Bub'!" 15. Der Reiserbauer stand mitten in der geräumigen Wohnstube seines Hofes. Der Wind fauchte um das Haus, als hätte er ejne ingrimmige Freude daran, wenn er es vernichten konnte. Wie ein feines, hochtönendes Singen und Summen kam es bei allen Ritzen der Thüren' herein. Einmal schmetterte eine Thür an der Außenseite des Hauses gewaltig in's Schloß. Den Reiserbauern-kummerte nichts. Er stand in tieem Sinnen. Seine Gedanken weilten bei einem Gute, dessen Erwerbung er wieder in Aussicht genommen hatte. Es lag drei -tun-den von hier entfernt, war zwar kein großes, immerhin aber ein nettes Gut. Die Besitzer desselben hatten abgewirthschaftet, trotzdem sie bei Uebernähme des schuldenfreien Gutes noch eine erkleckliche Baarsumme übrig gehabt hatten. Durch Trägheit, Nachlässigkeit und fleißiges Wirthshaussitzen waren sie herabgekommen. Nun stand das Gut vor der Gant. Es war das erste Gut in der Umgegend, bei dem er, der Reiserbauer, die Hand nicht im Spiele gehabt hatte. Er batte weder Geld darauf geliehen, noch sonst irgendwie einen Einfluß genommen. Es konnte diesmal keiner sagen: Das hat der Anstauberfriedl auf dem Gewissen!" Gewährte ihm denn das eine Befriedigung, weil ihm immer wieder der Gedanke daran kam?! Ah nein solchen Reden gegenüber, wenn er sie vernommen oder davon erfahren hatte, war er immer ganz gleichgültig giblieben.' Was kümmerte ihn das Gerede der Leute, wenn er seine Lust daran hatte, wenn wieder so ein großes, schönes Gut in Stücke ging. Seine Lust, seine Freude hatte er daran, ja! Und wenn so ein Gut wieder zerstückelt war, dcznn ging er jedesmal einer in die Wege und schaute diese eine an mit großoffenen Augen, mit einem eigen tb'imlick starren, kalten Blick; und dann sah er es jedesmal wie ein heftiges Zittern über ihren Leib rinnen, fah sie blaß werden und die Augen niederschlagen wie in stillem, heftigem Schreck. Und auch daran hatte er seine Freude. Wenn er dies Gut jetzt wieder erlparb, würde er ihr am nächsten Sonntag wieder in die Wege kommen. Und dann würde wieder wie jedesmal bei ihrem Anblick ein loderndes Feuer in ihm erwachen, das. wenn er ihr Erschrecken gesehen haben würde, wieder erlöschen würde. Ueber das eine, das eine. allein dieses Aufflammen in ihm bei ihrem Anblick kam er nicht hinweg, fo stark er auch sonst war. Das machte ihm zu schaffen, wie nichts anderes, und er zwang es auch nicht nieder, so gern er auch wollte. Ah. er hätte so gern kalt bleiben mögen bis zu jenem Tage, an dem er lachen konnte, lachen wie ein Toller, Unsinniger über das Weib, das einst ihre Lieb' gelassen hatte um. Haus und Hof und Wald; und das nun dies' alles zerrinnen sehen mußte, als wäre nichts dagewesen. Es überlief den einsamen Mann wie ! em Schauer ah, der Tag. jener TaJ, wenn er nur sazon da warö! Der emzige Tag. der in seinem Leben etwas galt! In die Zukunft hätte er sehen mögen, um zu wissen, ob es kurze oder lange Zeit dauerte, bis derTag da war! ;llieuicht fano oer cann nocy eine Hilfe, die ihm vorerst hinweghalf aus feinen jetzigen Nöthen! Der Wald, der hatte ihm ja helfen können, aber bei den. Holzhändlern m der nächsten Stadt, da hatte er der Reiserbauer schon vorgesorgt, m eine andere, entferntere Stadt aber ging es mit Holzfuhren allzu beschwerlich; und übrigens zeichten seine Verbindunzen auch weiterhin .in andere Städte; Geldverbindungen. Eine thatkräftige Hilfe konnte der Mann auch da , nicht finden. ' ' Langsam schritt der Reiserbauer zu einem Fenster hin;' da ?fiff ja der Wind herein, als stünde der Flötenloisl da draußen und stimme an seinem alten, morschen Instrument herum. Ja, ja, da mußten demnächst der Tischler und der Glaser her, er sah es schon; die Fensterrahmen bedurften einer Repara tur. Na ia. ei ticktet tick Kalt . auck

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treiben konnte: und der darum allen Schlendrian einreißen ließ, sich um nichts mehr kümmerte. Ein höhnisches Lächeln erschien in den Zügen des Mannes; er, er hatte noch nie aufgebaut, was so einer von der Zeit, von Sturm und Wetter unfürsorglich zerstören ließ! Er nicht; mochte es ein anderer thun. Das Lächeln in dem tiefgebräunten Manneszesicht verschwand auf einmal. Unwilligen Blickes schauten die Augen zum Fenster hinaus. Was hatte denn da die Nani so daher zu laufen als jage einer hinter ihr her? Ganz zerzaust schaute sie aus. Da nun war sie schon im Flur; er hörte ihre Schritte der Stubenthür näher kommen. Und jetzt drückte sie hastig die Klinke nieder. Mit ihrem blassen, verweinten Gesicht stand die Nani plötzlich dicht vor dem Vater und sah zu ihm auf mit wunderlichem Blick. Ich hab' eine Frag' an Dich," hub sie an, ernsten Tones. Eine Frag', von der viel für mich abhängt. Ist's wahr, daß Du den Weghofn Leuten feind bist und sie zu Grund richten willst?" ! Ein paar Sekunden hindurch sah der Reiserbauer seiner Tochter starr und schweigend in's Gesicht; es war ein stummer, forschender Blick. Dann wandte er sich ab und versetzte barsch: Was geht das Dich an? Kümmere Dick um andere Sachen, die Dich was angehen." Die Nani faßte nach seinem Arm. Aber gerad' das geht mich was an. Vater!" sagte sie trotzig.' Ich möcht' es wissen." Da sah er wieder zu ihr hin, mit finsteren Augen. Wegen was?" Weil s mich stark angeht. Und weil ich's Gegentheil behauptet hab'! Ich mag es nicht glauben, daß das wahr sein sllt'!" Ter Reiserbauer fühlte den krampfhaften Druck ihrer Finger durch den dicken Rockärmel hindurch. Er hörte leidenschaftliche Reden, und eine tiefe Verwunderung erwachte dabei in ihm. Was mochte nur dem zu Grunde liegen, daß fein sonst so still für sich dahin lebendes Dirndl auf einmal ganz anders war? Und wenn's die Wahrheit wär' Du hast nichts dreinzureden in meine Weg'!" versetzte er barsch. Wer hat Dir denn davon geredet?" Da dabei hab' ich mitzureden, Vater, wenn ich mich auch sonst um Deine Weg' nicht kümmern thu'!" Und der Kopf des Dirndls neigte sich ein wenig mer in den Nacken zurück wie im Stolz, in den Augen funkelte es hell. aber kein strahlender Schimmer war darin. Davon geredet hat mir einer, an dem seinem Reden mir gar viel liegt der Weghoser Franz selber. Und sie liegt mir am. Herzen, die Sach', Vater! So?" Das Wort klang langgedehnt, und aus den Augen des Sprechers ging ein Blick über das Dirndl bin. der drohend aufleuchtete: So, sieht die Sach' so. der Art? Wenn ich mich recht auskenn' ," sich unterbre chend.' griff der Neiserbauer mit seiner Linken plötzlich nach der Schulter des Dirndls hinüber. Den schlanken, schmächtigen Körper heftig hin und her scküttelnd. stien er in dumpfem, den tiefsten Groll verrathenden Ton her vor: Stund' es dahin, daß Xx an dem Burschen was liegt, dann, Dirndl, ist's besser, D' legst ein eisern' Ge wicht auf Dein Herz, daß es fest nie dergedrückt wird; aus der Lieb' käm' Dir nur das' Unglück zu! Und damit Du es glaubst und Dich danach richten kannst, da sollst es hören, das es wahr ist mit dem Feindsein! Nimmer und nimmer können sie mir aus dem Haß kommen, die Weghoferleut', und was ich zu ihrem Verderben thun kann, das thu' ich. Und der Tag. an dem ich sie zu Grund' gerichtet hab', das wird der schönste Taa m meinem Leben lern! In den Ohren des Mädchens singt und klingt es; wie aus weiter Fern' dringt die Stimme zu ihr; sie starrt :n das fahle Gesicht des Vaters auf wie fremd, wie verträumt. Und dann Plötzlich strömt das jäh zu Kopfe gestiegene Blut wieder - zum Herzen zurück, der Blick der braunen Augen wird klar und ruhig. Dann, Vater, richtest mich mit zu Grund'! Denn mein Herz. das hängt am Weghoser Franz. und das seine an mir und was ihn trifft, das trifft mich mit." Die bebend Stimme verstummte; die Nani hob auf einmal, beide Haide gefaltet zum Vater empor. Schau, Vater, ich bin Dein einzig Kind; thu' Deinen Haß . , V . . , JTf , weg' und wero' gur. Äleo mir einmal eine Freud' und einen ' Frieden in's Herz. Schau ', all mein Lebtag' bin ich allein gewesen, 's hat mich keine Käme radin mögen in der Schul' und auch nachher nicht, und das hab' ich nio)t mir selber zuzuschreiben, sondern Dir. Weil Du der Anstauberfriedl bist. Weil die Leut' für Dich sind wie die Fliegen, die man einfach verjagt oder vertilgt. Der Franz, das ist der einzig' Mensch, der gut zu mir gewesen ist außer Dir und der Mutter. Alle haben mich gescheut oder verachtet. Der nicht. Der hat mich über Alles gern. Alles, was mir um Deinetwillen geschehen ist, kannst gut machen.' wenn Du dem einen nicht weh thust, der mir von Henett Zieb ist." , . .... (Fortsetzung. folgt.)

--.T.-vv-.

Täalicker Marktberickt. umm)H, itUmUUiUJU Vichmarki. Jndianapslis Umon Vichhöfc, 26. Okt. Rindvieh. Auserlesene bis princa Stiere, 1350 Pfd.-und aufwärts. . .. , $5.25 Gute bis mittlere Stiere 5.75 1350 Pfd. und aufwärts Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.... Mittlere bis gute Stiere 900 bis 1100 Pfv.... Gute bis gewählte Rinder. Mittlere bis gute Rinder. 4.65 5.25 4.75 5.15 4.15 4.25 3.C0 3.25 4.50 4.60 4.50 3.50 Gewöhnliche leichte Rinder 2.75 Gute bis gewählte Kühe. . 3.L0 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis fancy Export - Bullen 3.75 Gute bis gewäblte Schläch ter Bullen 3.40 Gewöhnliche bis autcBullen 2.50 3.15 4.25 3.50 2.75 6.75 5.25 4.00 3.65 3.25 Gute Kühe mit Kalb.... $30 GewöhnlicheKühe mit Kalb 15 40 25 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere 54.60 4.70 4.60 4.65 4.50 4.40 4.35 Gemischte. schw.Packing 4.50 Gute bis gewählte leichte 4.55 Gewöhnliche leichte 4.40 Pigs: 3.75 Roughs 4.00 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 Gewöhnliche bis mittlere 4.75 , 3.00 4.35 Gute bis gewählte Schafe 3.25 3.50 3.00 3.75 Ordinäre bis gute Schafe 2.75 Stockcrs 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche $2.00 per Bushel. Citronen, $4.50 für 300 360. Acpfel, $2-$3 per Faß. Feigen, 12$c-15c. ; Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pfund. Kokusnüsse 3.50-4.00 per Hundert, .rauoen, oncoro, P,uno oro, ?-7 v cn : - fr i. 13c; Telaware und Niagara, Crate von 4 Körben, 12c Birnen, hiesige, 75c per Bushel. Cranberries $2.25 per Bushel Crate. Quitten, $1.00 'per Bushel. Orangen, mexikanische, $4.50 per Box. Gemüse. Kraut, 90c peraß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate; rothe Globe 50c per Bushel ; weiße Globe $2.(0 per Faß. Gelbe Auben, 75c per Nutzend Bun. ches. Kartoffeln, $1.25 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $2.85 per Faß. Baltimore $2.00 per Faß. Sommer.Celery, 15c per kl. Bunch. Salat 50c per Büschel. Spinat, 40c per Bu chel. Weiße Rüben 40c per Büschel. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 67c; hiesige Stiere 8-84c; hiestge Binder 350 bis 500 Pfund 7zc-7Ac; hieyge Kuhe 400 bis 550 Pfund 7c; Kuhe 550 bis 650 Pfund 7c; tier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Vor derviertel 6c; Kuh Vordervicrtel 5c; Kuh Hinterviertel 8c. Frisches Kalbfleisch Kälber94c; Hm terviertel 12c; Vorderviertel 8c. Frisches Schaffleisch Lämmer per Psd. 9c; Schafe 9c; Schenkel 10c; 1 , - yiaa, iuij, aoi. Frisches Schweinefleisch. Loms 9c 10Hc ; Cottage Schinken 8c ; gehäu tete Schultern 7c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tender loins 15c ; Svare Ribs 6c. Geräuchertes Fleisch. (Zvnnr sirn-pS &&nUn ffrfti rWt. tät: 20-18 Pfund 11c; 15 Pfund llc; fche Schinken Pfund 8c; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 14c; gewählter Sugar Cured 14c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13zc; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 13c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 13s c; 10 bis 12 Psund im Durchschnitt, 13c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9Zc; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 10zc; Klare Bellies, 25 b's 30Pfd., 10fc; 18 bis 22 Pfd., lOZczbis 16 Pfd., 11Zc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9s c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 10lc; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., llic. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Psund im Durchschnitt c; 16 Pfund im Durchschnitt,'8Zc; 10 bis 12 Pfund 8c Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen loses Fancy Pig $20.00; Klares Bean 19.60; Family 17.50; Short Clear 16.00; Rumpf 15.50.

12-10 Pfund Ilse; Zweite Qualität .- vyquw vufe 20-18 Pfund lozc; 15 Pfund 11c; 12 $1.10-$1. 75; frühe Jum $1-1.25, Pfund llic; 10 Pfund lijc. 1?'?:; $fc8,Oc;

Californi

Gedörrtcs Rindsieisch,Schinkcn,reg. Sets, 11c; Außenseiten 8zc; Innen. feiten 13je; Knöchel 13c. - Schmalz, in Tierccs, 1. Qualität gc; 2. Qualität 8c; 3.' Qualität

8c. Würste, Geräucherte Bratwurst 8c; Frankfurter 8c: Wicncrwurst 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Garant bjc, in .uch 6ic Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 16c per Dut)end. Hühner 6c, SprinaEhickcns 6cVfd. Turkcy Hennen 6c, junge Hähne 5e, alte Hähne 4c; Emen 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Ttzd. Fische, Austern und Wildpret. Händler-Prcise: Elams Little Recks 75c per 100. Hummern 25c per Pfund. ' Austern Beste Baltimore oderStand ards, $1.00 per Gallone; beste Balti tlmore Sclccts, $1.10 per Gallone; New York Counts, $1.00 per Hundert; New IJoxl Culls, 70c per Hundert; Blue Points in Schalen, 75c per Hundert. Austern in Kannen New Nork Counts 35c; I. S. F. & 60. SelectS 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. . 18c; N. 15c.. SceFische. Knochenlose Härinae 7c; Häringe 3;' Perch 5c; Weißfisch 9jc; ee Forellen 9c; Red snappcr 8c; Kenncbec Hechte 15c; Blaufische 10c; Halibut 15c; Stockfisch 8c; Haddock 8c; katnsch 10c; Ro.l Pickerel 9$c; Ro.2 Pickerel oder Blue Pike 6c; Black Baß 15c. Jroschschenkel, $1.50-2 per Dhd. Getreide. Wenen-Ro. 2 rother 72c auf den Geleisen, 72c von der Mühle ; No. 3 rother 6?-70Zc; Oktober 72c auf den Geleiten; Wagenweizen 72c. Korn-Ro. 1 weil; 40c; Ro. 2 weiß 40zc; Ro. 3 weiß 40.zc; Ro. 4 weiß 37-3zc; Ro. 2 weiß gemischt 39zc; Ro. 3 weiß gemischt 39jc; Ro. 4 weiß gemischt 36j-38jc; Ro. 2 gelb 404c; Ro. 3 gelb 401c; Ro. 4 gelb 36-38; Ro. 2 gemischt 40c; Ro. 3 gemischt 40c; Ro.4 gemischt 36z-38jc; an Kolben 39ic fistfrr-n. 9 tnoifrr 9lci T?n. 3 weißer 23c; Ro. 2 gemischter 221c; ?g 3 aemisckter 1c I öV"tMVV"fc -- Heu-altes Ro. 1 Timothy 12.5013.00 Ro. 2 Timotlzy 11.00-12.00. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhnl. bis guter 12c 18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packctcn: Ariosa $12.75, Lion 11.75, Jersey 12.75. 5 Caracas 12.25. Dillwortb's 12.75, Tutch Java Blend 16.50, Mai! Pouch 11.75, Gates Blended Java. 11.75. Groceries. Zucker Dominoes 6.32c; Stückzucker 6.47c: pulversirter 6.17c: XXXX vul verisirter 6.22c; Standard granulirter 6.07c: feiner granulirter 6.07c: aranu. lirtcr in 5 Pfund Säcken 6.17c: aranu. lirter in 5 Pfund Cartons 6.17c: ertra feiner aranulirter 6.17c: Cubcs 6.22c: Mold A 6.22c: Confcctioncrs' A 5.87c: l Columbia A-Kcystone A .567c; 2 WindsorA-AmericanA 5.62c: 3 Ridae. wood A-Centennial A. 5.67c; 4 Phönix A-California A 5.62c; 5 Empire AFranklin B 5.57c; 6 Ideal Extra Golden C-Keystone B 5.52c; 7 Windsor Extra C-American B 5.42c; 8 Ridge. wood extra C-Centennial B 5.22c; 9 gelber extra C-California B 5.17c; 10 gelber C-Franklin ertra C 6.12c; 11 qelber-Keystone extra C. 6.17c; 12 gelber-American ertra C 6.12c; 13 ael ber-Centennial extra C 5.12c; 14 gelber Ivwa -viaujouua exira u, 0.12c; io getver 5.12c; 16 gelber 5.02c. Eingemachte Früchte Blackberries, 3 Pfund, $1.10; Pcaches Stand. 3 Pf.. $2-2.25; Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65: Vie 51.40-1.50: Ananas. Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See I . C n Y t. C l r w m r . 0N05, Ö PsUNv, g?UNe Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama lorn uc $i.4u; Apselvuller, fer Dutzend, 3 Pfund, 95c. Wolle. Folgendes sind die Preise für Wagen ladungcn : , Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20c; feine Merino 15-17c; ungereinigte, von 3c bis 5c weniger; zuberge wafchene 28-30c. LZohlen. Tonne H Tonne Anthracits $7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4.00 2.15 Pittsburg 4.00 2.15 Raymond City 4.00 2.15 Winifrcde 4.00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhrig 3.50 1.90 Brazil Block 3.50 1.90 Green County 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Slack 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Lumd Coke 11c per Bush. $2.75 per 25 Bushel. $1.50 per 12 Bushel. Zerkleinerter Coke 13c perBu. $3.25

'.per25Bu. $1.75 per 12$ Bu. .