Indiana Tribüne, Volume 24, Number 38, Indianapolis, Marion County, 26 October 1900 — Page 1

v!

- i . - " .' j . , .,..' - ''. : I -v" - , . I . ,-. ' . - ,.

u u, M ff 1 V -Mit- G Conntags- äs $ Blatt ? 1 lvcperWoche V J 3. Et S g(5ent $ W äs -r iV V vci --ua -7, if t sS z i V Erscheint scdcn Zlachznittag und Sonntag Morgen. ' t Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Freitag, dm 26. Oktober 190. No. 38

v X - r i 01 vv .

1 - - . I - JL . .

3

,r rA Xi rnW 1:'

hm- -' ; 1 i r iT : ix

v ji i J 1 - (zr

v- v vxv v vv iyy k lVO f - ' -

.

t

o V-

MnsllMd Depeschen - Des nriilsdjfii 3lcirtj. Ein Tkandal im Ncichsnnnistcrium des Innern.

Die ganze Presse verlangt d!e Nc signation ; Jes Lrasen um posadowsky Zvcyttcr Sowie diejenige eines anderen Be cmten des Ministeriums. Tcr lOOsle Jahrestag der Geburt Moltte'S. 'ZZestlichkelten zu (rhren des Tages Berlin. in Die Lage in China. ic vciöc V5)crai)r" no.1) lange Ullyk vorüber. Sie Voxcr-Bcwegiinz breitet sich noch ZT' sT' 1T n' ' tä . . . immer aus. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 26. Okt. Richt geringe Sensation hat die Behauptung verursacht, daß der Staatssekretär des Innern. Graf von Vosadowskv Webner. iiiii i-,uw,uu 2Jiu wci.uwjcii loococi; sei. um imJahre 1893 in sor energischer o.:r- ic r:: v : . r i o nr.nrv nrv cit.- c.r.-x , nciic, n c yuaji, juc iogenannie Zuchthaus?orlage des Kaisers einzutreten. Die Behauptung ist in einem Brief enthalten, der jetzt die Runde durch die deutsche Presse macht. Der Schreiber dieses Briefes behauptet, daß Herr ihupp 5000 Mark zu dem Bestechungsfonds beizesteuert habe. Die Nationalzeitung erklärt, dafc un ier den Umständen dem Grafen von Po-. sadowsky-ehner nichts Anderes ubriz bleibe, als zu resizniren und fast alle anderen Zeitungen verdammen ihn in scharfer Weise. Eine Ertra-Auszabe der Berliner Korrespondenz", die am Nachmittag von dem Reichsministerium des Innern usgegeben wurde, enthält eine Erklarung. in der zugegeben wurde, daß Dr. V Van Woedtke. ein Beamter des Ministeriums. den Sekretär Bueck vom Cen-tral-Verein der Fabrikanten veranlaßt habe. 12.000 Mark aufzubringen, mit welchem Gelde offizielle ReichstagsdoZumente. die Argumente für die Anr.ahme der Vorlage enthielten gedruckt und verbreitet wurden. Diese Druckfachen wurden an die Presse in den , Provinzen zur Reproduktion versandt. Diese offizielle Erklärung ist geradezu eine Bestätigung der erhobenen Anilagen. nur daß der Betrag, um den es sich handelt, auf einige wenige Tausend Mark angegeben wurde. Wie hier verlautet, hätte Fürst Biseilten Grafen Bülow Staatssekretär des Auswärtigen Amts zu werden, höflich aber entschieden abgelehnt. Die deutsche Regierung hat dem Vorschlag Japans zugestimmt, daß dieFrie"densunterhandlungen mit China von den Gesandten der Mächte in Peking geführt werden sollen. Die ganze liberale Presse verlangt Me Resignation des Grafen von P.ofa-dowsky-Wehner und des Direktors'von Woedke. da man annimmt, daß der Erstere auf Veranlassung des Letzteren gehandelt hat. Das Berliner Tageblatt" 'sagt: Die Folge der offiziellen Erklärung ist. daß Beide resigniren müzen. Im Interesse des Volkes ist es wünschenswerth, daß keiner von diesen Herren je wieder Gelegenheit erhält, vor dem Reichstag zu erscheinen. I-TS Öl ' - f I U Die ..Vozilsche Zeitung" sagt: Es ist geradezu unerhört, daß eine Regie rung-aolyeuung groe summen von einer kleinen Gruppe der Bevölkerung, die direkt an einer schwebenden Gesetzesvorlage interessirt ist. verlangt und auch erhält, um die ganze Nation zu Gunsten dieser Vorlage zu beeinflussen. Die Verantwortlichkeit des Grafen Posadowsky-Wehner ist jetzt durch sein Zugeständniß ganz klar, und er und seine untergeordneten müssen die Folgen tragen." Die einzigen Z.'itungen. die d:n Grafen von Posadosky-Wehner in Schutz nehmen, sind: die Berliner Post", die Kreuzzeitung" und die Berliner Neuesie Nachrichten". Bei dem Empfang, der am Mittwoch zu Ehren des Kaisers Wilhelm im Rathhaus, zu Elberfeld veranstaltet wurde, lobte de? Kaiser die Qualität des Weines. d:r ihm in einem großen üum-

inarck. der älteste Sohn des Altkanzlers, ein direktes Angebot des Kaisers, als . Nachfolger des zum Reichskanzler avan-

pen oargerttcht wurde; er drückte ader mVott Äaifet'ift nachftcQtia und dulBedauern darüber aus. daß er nicht im bei dies alles. Wer kann die Absichten Stande se, den riesigen Humpen zu tt ; der fremden Teufel im Voraus erraren. Sich lachend an den Stadtrath then? Mit jedem Tag werden sie un-

Mmmeimann wendend, pgtt er: .Wen trt i(rn n?Ui- v ...... wuiuc. arni iuub mich der ehrbare Rath wohl die Treppm hmaotragen." Herr Himmelm.nn antwortete. darauf: Ew. Majestät, das konnte Ihnen ja nicht passiren!" Der aijer jagte daraus lächelnd : Run, nun. ich will es doch lieber nickt ver- . . suchend Die Feier zu Ehren des 100sten Jahrestages der Geburt des Feldmaß fchalls von Moltke, nahm ain Aben) ihren Anfang. Der Generalstab dessen Chef Von Moltke viele Jahre lang war. gab am Abend im Kaiserbof ein i Bankett bei dem der jetzige Chef des lÄeneralstab?, Gras von Schliessen, präsidirte. Am Freitag giebt der Kaiser WilHelm im Schloß ein Bankett zu dem I viele hohe Offiziere eingeladen sind. - Es heißt, daß der Kaiser bei dieser Gelegenhert eine Rede v?n der größten Wichtigkeit halten wird. Aus China. T i en T sin. 26. OkL Genera! Ninz Stnua. der im fflMrrne stebt. fiA '. . ' -01-11- "',-' 1 7 , natt) PellNZ zu degeben, ist unter amej rikanischer Eskorte hier angekommen. l Es heißt, daß Graf von Walderste seine efcnhei t in Petinz wünscht the aller Art nach Pao Ting Fu' wo .cc iu.iu;zu lanucii ytüc uita eine deut xt Garrmon überwintern wird. Es heißt, daß die chinesischen Truppen südlich von Tien Tsin in energischer Weise gegen die Boxer vorgehen und die Verbündeten ikn?n rtitvAS, irt den Me ' " ' " o ' Igqen. I ; I t I a o Tschou. 26. Okt. Eine Abtheilung deutscher Marinesoldaten tödtete in der Nähe von Kaumt in einem Gefecht mit den Boxern 200 derselben und sie erstürmten zwei mit Mauern umgebene Dörfer. Die Deutschen hatten keine Verluste. C a n t o n . 26. Okt. ' Die chinesischen Behörden im Shüom Distrikt haben mehrere hundert Dollars Belohnunz für das Einbringen der Köpfe von vier Ausländern ausgesetzt, welche die Anführer der Rebellen sein sollen. Die Reis-Ernte ist in der Provinz Kwang Si mißrathen und eine Hungersnoth, von einer Rebellion begleitet, ist mit Sicherheit zu erwarten. London, 26. Aug. Von dem Kommandeur der britischen Truppen in Pao Ting Fu, General Gaselee, ist die folgende Depesche, vom 20. Oktober datirt, eingetroffen: Die unter meinem Kommando befindlichen verbündeten Truppen sind gestern hier angekommen. Britische, deutsche, französische und italienische Truppen bewachen die Thore. Heute ritten die sämmtlichen Generäle mit kleinen Eskorten durch di: Stadt, worauf den Truppen ihre besonderen Distrikte angewiesen wurden. Ich werde die meisten britischen Truppen vorläufig in einem Lager unterbringen. ' ..tnnvi. mk.?s nc an rv, ,y)u uiviiui -oijtiyit uuu v.u -cuaivci see betreff der weiteren Disposition der Truppen. Die meisten Einwohner sind in der Stadt geblieben und sie haben sich soweit noch niäzt feindselig gezeigt. Herr, Frau und Frl. Green sowie ein Kind befinden sich jetzt hier in Sicherheit, hatten aber vieles ausstehen muijen. Kiele Andere, die dem Tod entgangen sind, wurden am 16. Oktoder den Franzosen ausgeliefert. Herr Green befindet sich irn Hospital. Habe die folgende Depesche von Horne-Campbell erhalten: Wir kamen am 17. Oktober in Mao Chiao an. Ungefähr 2500 chinesische Truppen zogen sich vor uns zurück. Einhundert ergaben sich, , nachdem sie aber den Beweis geliefert hatten, daß sie von Li Hung Chang abgeschickt worden waren, um die Boxer zu unterdrücken. wurden sie wieder in Freiheit gesetzt und sie durften ihre Waffen mitnehmen." Hongkong, 25. Okt. Nachrichten h?m 5?ien (?fvnf nm Tnr!A " " Mit. JkWt4U wtlvil. zufolae wird das dorti.e Wiffi genlyurn von den Boxern bedroht, die die folgende Proklamation erlassen haben: Wir haben uns organisirt. um unser Land und unser Heim zu beschützen, und wir verlassen uns darauf, daß jedes Mitglied des Ordens mithelfen wird, die fremden Teufel auszutreiben. Sie sind toll. Ihre Verrücktheit kennt keine Grenzen. Sie berauben uns um unser Land. Sie beunruhigen unsere Grenzen. In allen' Provinzen und Präfektuv i w kJ II 'V - V. fc ! ren sind Kapellen errichtet worden und untere Leute werden belogen und betrogen; man schneidet ihnen den Leib aus und reißt die Gedärme heraus, während die Fremden sich an den Rerrc: : "kl r cn vumcu vuid inazien, nniere cain-it ten und Kaufleute beleidigen und sich unserer Tempel und Paläste bemachti-aen.

verschämter. Wenn wir die ' jetzigen iy . . , . " V o j

jweraitmne betrachten, zerspringt uns : das Herz. Wir haben deshalb unsere Kräfte organisirt. um den aefräkiaen i Wolf im ganzen Reich zu zerstören Die Bor?? kiW r,A m. I ' IVV VVV X WUMVW der amerikanischen vresbyteriscken Mission bemäcktiJt. rftSr bemächtigt, dieselben aber nicht zerstört. rr:. ra.t.fv: , ... , r-, 0 yicucuiun oerorcuer ncy am isat und am Rorth Rioer in der Provinz Kwang Si. Man ist der Ansicht, daß die Rebellion gegen die MandschuDynastie gerichtet ist. die Nachrichten sind aber so widersprechend, daß es beinahe unmöglich ist. sich eine richtige Vorstellunq von der Sachlage zu machen. In Kanton machen sich die chinesischen Beamten so wenig aus der Insurrektion, daß die Ausländer zu der Ueberzeugung kommen, daß sie späterhin schwer zu unterdrückm sein wird. London. 26. Okt. In der No-vember-Nummer der Fortnightly ReView" befindet sich ein Artikel von Sir Robert Hart, dem General-Direkto? des chinesischen Zollamtes, welcher einer sehr pessimistischen Anschauung der gegenwärtigen Lage in China Ausdruck giebt. Sir Hart glaubt, daß die Bozer-Bewegung schließlich das ganze Land ergreifen wird. Er ist von dem bestehen einer aelven Geratzr m ' Wirklichkeit überzeugt und sieht vori lausia kein Mittel, derselben zu oeaeanen. Die Morgenblätter bemerken zu diesem Artikel indessen editoriell. daß sie die in dem Artikel, ausgesprochenen Befürchtungen nicht theilen könnten. . Es heißt, daß die Deutschen, so meldet der Shanghai'er Korrespondent der Times" die Absicht haben, binnen Kurzem die militärischen Operationen in der Fangtse-Region zu beginnen, da die Lage dort von Tag zu Tag gefährlicher wird. Die chinesischen Truppen dort und im Norden exerzieren fleißig und üben sich fortwährend im Schießen unter fremden Offizieren. Große Vorrathe von Kriegsmaterial, Provisionen und Werthgegenständen werden aus dem Fangtse-Distrikt an den kaiserli-, chen Hof gesandt. Präsident Campos salles in Buenos Aires. . Buenos Aires, 26. Okt. Dr. Campos Salles, der Präsident der Republik Brasilien, der am Mittwoch mit einem Geschwader von drei Kriegsschiffen hier ankam, begab sich während des Tages ans Land und er wurde in der enthusiastischsten Weise von der Bevölkerung empfangen. Er hatte am Vormittag eine längere Unterredung mit dem Präsidenten von Argentinien, General Roca. Sipido verschwunden. Brüssel. 26. Okt. Vor Kurzem wurde hier ein Verhaftsbefehl gegen Sipido, den jungen Mann, der auf den Prinzen von Wales geschossen hatte, ausgestellt und ein Detektiv damit nach Paris geschickt, da es hieß, daß die dortige Polizei seinen Aufenthalt entdeckt habe. Der Detektiv ist jetzt aber zurückgekehrt, ohne Sipido gefunden zu yaven. Erzherzog Franz Ferdinand will Verzicht l e i st e n. Berlin. 26. Okt. Das .Berliner Tageblatt" veröffentlicht eine Spezialvepejche aus Buda-Pesty. dahinlautend. daß der österreichische Thronfolger. Erzherzog Franz Ferdinand, binnen Kurzem zu Gunsten seines Bruders Otto und dessen Sohn. Erzherzog Karl, auf die Thronsolge Verzicht leisten werde. Der Sultan beunruylgr.. K o n st a n t i n o p e 1 . 26. Oktober. Der Sultan ist über den angeblichen Beschluß der Mächte, der Insel Kreta völlige Unabhängigkeit zuzugestehen, schwer beunruhigt und er soll beabsichtigen. demonstrativ ein Geschwader nach den kretensischen Gewässern abzusenden. Wirklich kriegstüchtige Schiffe hat di: Tüikei aber so gut wie gar keine zur Verfügung. Die Unterdrückung des armenischen Aufstandes wird anscheinend kräftig betrieben. Es sind bereits 800 hervorra 2 i gende Rädelsführer verhaftet und500 davon deportirt worden. Die Russen in China.'St. Petersburg. 26. Oktober. An vielen Punkten an oer Mindschuri fchen Eisenbahn finden immer noch Gefechte zwischen den Russen und den Chi nesen statt. Die Amur Gazette", die m Blagovestchensk erscheint, dem Sin der Amur-Regierung, versichert,, daß das südliche, chinesische Ufer des AmurFlusses russischen Ansiedlern frei zur Verfügung gestellt werden soll. Die Regierung soll auch beschlossen haben, den Bau einer Eisenbahn von Blaaovestchensk nach TsitsiZar sofort in Angriff zu neymen.

Jttland Depeschen. ' v M Ml! M)t. m Die Leiche des früheren Staatssekretärs John Sherman . Zlntcr zahlrcichcr Vetheiligung nl!cr polksklassen i . In Manöfield, O., zu Grabe ge tragen. Misidcttt ZUc?:ittlc,) wohttt dem ZZegrabniß bei Tcr Kohlcllgräöer-Stteik zu Ende crklärt. Tic meisten der Strciker werden am Montag die Arbeit wieder anfnchmcn. Tcr gcrrcll-Mordprozcß iu -Marys j villc Fcrrcll's Vertheidigung. Zur letzten ' Ruhe. M a n s'f i e l d . O.. 25. Okt. In dem kleinen pittoresken Friedöof dieses Ortes, auf welchem Generationen hiesiger Bewohner ihre letzte Ruhestätte ge. funden, wurde heute auch John Sherman zur letzten Ruhe gebettet. Die Trauerfeierlichkeiten waren einfach, aber ergreifend.' Als Vertreter der Nation waren Präsident McKinley, der KriegsSekretär Elihu Roct und andere hohe Beamte aus Washington anwesend, welche mit dem Spezialzuge. der die sterblichen Ueberreste Sherman's von der Hauptstadt hierher brachte.mitaekommen waren. Die Stadt hatte Feier-Embleme angelegt, alle Läden waren geschlossen und die Kiader wurden aus den öffenrlichen Schulen entlassen, um der kirchlichen Feier in der Grace EpiscopalKirche beizuwohnen. Der Spezialzug mit der Leiche Sher man's langte um 10 Uhr 10 Minuten Vormittags in ManZfield. an und der todte Staatsmann' wurde -sofort 'durch die dichtzeschaarten Reihen' der Bürger und der Fremden, die nach Mansfielo gekommen waren, nach der Kirche gebracht. In der Prozession, welche die Leiche eskortirte. befanden sich zweiKompagnien vom 8. 'o FreiwilligenRegiment welche im spanischen Kriege gekämpft hatten, und zu beiden Seiten des Sargcs ritten noch 42 Ucberlebende der berühmten Sherman - Vriaade aus dem Bürgerkriege, grauhaarige und al'ersgebeuzte Invaliden. ' In der Kirche wurde der Sargvor dieKanzel gestellt und mitBlumenstücken nahezu förmlich überschüttet. Ein wunderschöner Kranz von Rosen und Nelken war eine Gabe McKinley's, welche denselben mit vom Weißen Hause gebracht vatte. Auch aus New York. Philadelphia, Boston. Cincinnati und anderen Theilen des Landes waren zahlreiche und werthvolle Blumenstücke eingetroffen. In Präsident McKinley's Gefolge von Washington und Canton befanden sich George V. Cortelyou. Richter W. R. Day. Richter Valdwin. Kriegssekretär Elihu Root, Myron T. Herrick, I. H. Hoyt, Generat Garretson. Samuel Mather, Herr und Frau I. I. McCallum. L. I. Vabcock. der Privat-Sekre-tär John , Sherman's; General und Frau Nelson A.Miles, Herr und Frau Colgate Hoyt von New York, P. T. Sherman,, ein Sohn des Generals Sherman; Frl. Lizzie Sherman, eine Tochter des Generals Sherman; Herr und Frau Frank B. Wiborg von Eincinnan; rau llz von Vtefi) York, eine Cousine derShermans; John Sherman Hoyt von New Nork: Cbas. M. Sherman von Chicago: Frau Rebor, Tochter des ' Generals Miles: Oberst Whitely, vom Stäbe des Generals Miles; . Alfred, Hoyt von New Vork;, Myron M. Parker von Washington; Frau Rache! Thorndvke von Boston. Tochter des Generals Sherman; Achtb. A. A. Adce, Hilfs-Staats-sekretär; und Frl. McCallum. die Schwester von I. I. McCallum. Andere Anwesende waren ' Gouv. Nash und Ex-Gouverneur Bushncll von Ohio und Ver. Staaten Senator Foraker. Alle diese trafen gleichzeitig mit Präsident McKinley in Mansfield ein. während Senator Hanna und Major Henry C. Hodges eine Stunde früher ankamen. Präsident McKinley und sei unmittelbares Gefolge hielten sich nicht lange in der Kirche auf. wo die Ueberreste Sherman's auf dem Paradebett aufgebahrt worden waren, sondern begaben sich bald nach der Wohnung des .KongreL-Ncpräs. Kerr. wo

,

em iJaoelsruystua lernn wurde. Dort blieben sie bis 2 Uhr 30 Minuten, der für die Beerdigung festgesetzten Zeit. . Die Ehrenbahrwchträger waren: Gen. Nelson A. Miles, Colgate Hoyt. P. T. Sherman. Frank B. Wiborg. John Sherman Hoyt. William McCord, Alfted W. Hoyt und Charles A. Sherman. Diese geleiteten die Leiche nach der Kirche. welche dem Publikum geöffnet wurd:, und Tausende von Leidtragenden gingen an der Bahre vorbei, um noch emen letzten Blick auf den todten Staatsmann zu werfen. Die Trauerfeierlichkeiten leitete Reo. A. B. Putnam. der Rektor der Kirche, welcher sich indessen auf das Ritual beschrankte und keinerlei Predigt hielt. Nachdem derOrganist cinenTrauermarsch gespielt hatte, verlas Dr. Putnam einige Stellen aus dem Psalter und der Chor fang: Lead kindly liaht". O paradis--und Abide with me". Der Sarg war mit schwarzem Tuch überzogen und trug eine Platte mit der OTiri : ' John Sherman, ; ; 10. Mai 1823, ' ' 22. Okt. 1900." Von der Kirche begab sich der Trauerzuz nach dem etwa eine Meile entfernen Kirchhofe. Am Central Park passirte der Leichenzug unter einer enormen Trauerpforte, worauf die Worte angebracht waren: The Nations Loß.Voran marschirte die Kapelle von Mansfield mit Helmen mit Federbüschen und unmittelbar hinter ibnen die 8. Ohioer Freiwilligen. Im Wagen mit Präsident McKinley saften drei Mann, welche Delegaten zur ersten Konvention waren, welch: John Sherman 1854 für den Kongreß nominirten. M. L. Miller, Nelson Ozier und Jacob .Hade, alle von Mansfield. Auf dem Friedhofe fanden noch kurze Trauerfeierlichkeiten statt, worauf Sherman's Leiche an der Seite seiner Gattin, die im letzten Frühjahre starb, zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Präsident McKinley kehrte um Mitternacht nach Canton zurück. Senator Hanna und Maj.' Hedges begaben sich nach Chicago. Die Kohlengräbe? kehren .4.11.1. Arbeit zurück Hazleton, Pa., 26. Okt. Der Präsident Mitchell von den United Mine Workers hat , am Abend im Namen der Exekutiv-Behörde ein Rund, schreiben an die Bergleute in der Hart. kohl'n-Region erlassen, in dem er erklärt, der Sieg der Bergleute, die sich am Streik befinden, sei ein beinahe so vollständiger, daß nichts Gutes erreicht werden könne wenn man den Streik noch länger fortsetze. ' Der Streik habe 39 Tage gedauert, die meisten Kompagnien hätten sich aber bereit erklärt, die in der Scrantoner Konvention formu 1 Y L urien eomgunzen anzunehmen, und alle Arbeiter der Kompagnien, welchi die Lohnerhöhuna bis zum 1. Avril be willigt haben, sollten daher sobald als thunlich an die Arbeit zurückkehren. Die Nachricht von der definitiven Beendigung des Streiks, die schnell in der ganzen Region verbreitet wurde, er regte allerorts die größte Freude. . ' Die United Mine.Workers sind der festen Ansicht, daß alle Grubenbesitzer wnr. w: o ? ' ' ivnujc uic 'Ileryoyung noch m?zr g& gestanden haben und gegen welche de? Streik noch in Kraft ist, am Montac ebenfalls die Forderungen der Berg, leute bewilligen werden. In der That es wird erklart, daß die Bekanntma chung an die Streiker erst erlassen wor.' den sei, nachdem die Beamten bei United Mine Workers die Versicherunc erhalten hätten, daß auch die anderen Kompagnien die Forderungen bewilligen würden. ' Liegt ein Giftmord vor? Philadelphia. Pa., 26. Okt. Die Leiche des Dr. George W. Bull. ei. nes bekannten Gelehrten und Künst lers. der hier vor zwei Jabren plötzlick starb, soll auf Befehl d.'s Coroners ausgegraben werden, um eine analyti.sche Untersuchung des Magens zu ermöglichen. Verwandte haben die Vermuthung ausgesprochen, daß der reiche Eelehrti vergiftet wurde.' Der Befehl des Coroners erfolgte auf ihr Ersuchen. Der bejahrte Dr. Bull, der lang Jahre in New York gelebtkam vor einigen Jahren hierher und heirathett zur großen Ueberraschung seiner Ver' wandten eine reizende Zwanzigjährige Im Juni 1893 erkrankte er plöklict 'und starb nach wenigen Tagen. Eil! Arzt von gutem Rufe erklärte, ein Herzschlag habe den Tod verursacht aber trotz alledem behaupteten die Ver,wandtcn. ein langsames Gift habe Dr. Bull getödtet. Drei Monate später heirathete du junge Wittwe, die Universalerbin des Gelehrten, wieder, und zog nach' Neu Jersey. 'Damals wurde der Fall den Chef der Detektivs. Miller, unterbreitet und dieser beauftragte zwei sein Leute, die 'Sache so gründlich wie mög. lich zu erforschen. Sie fanden nichts was einen Eingriff des Coroners hätt, berechtigt erscheinen lassen. Die Ver- !

wandten aber ttenen den Fall nicht ru. hen und haben nun endlich da! Resultat ihrer Nachforschungen den, Coroner unterbreitet. Der Nachla des Gelehrten soll sich auf $100.000 be. laufen. Dr. Bull kaufte angeblich -oft' Gift in der Nachbarschaft, sein Naml aber steht, wie verlautet, nicht in dem Verzeichniß der Giftkäufe der Osterland'schen Apotheke, in deren Nähe e, wohnte. Trotzdem befindet sich das Verzeichniß in der Verwahrung de Coroners. Noch gut davongekommen. I r o n t o n D e p o t. O., 26. Okt. Thomas L. Fryer von Paris, Tenneffee. em ehemaliger Advokat und Aaent de, Phoenix Mutual Life Ins. Co.. würdhier bei seinem zweiten Prozeß wegen der Ermordung des Myron I. Burn von Miles. O.. des thätlichen Angriffs schuldig befunden. Die Geschworenen waren 24 Stunden in Berathung. Der Prozeß hatte zehn Tage gedauert. Das Urtheil ist noch nicht verkündet worden. Pulver-Explosivn. Washington. D. C.. 26. Okt. . Auf dem Jndian Head Schießplatz. 25 ' Meilen von der Stadt entfernt, am Po-tomac-Fluß, fand am Mittwoch Abend eine Puloer-Explosion statt. Es wurde niemand dabei verletzt. Ungefähr 23 Tonnen Pulver waren explodirt. Die Pulverfabrik, die sich zwei Meilen von dem Schauplatz der Explosion entfernt befindet, wurde nicht beschädigt. Der angerichtete Schaden wird auf 525.000 bis $30,000 abgeschätzt. Der Ferrell-Mordvro,ek. r - u - w M a r y s d i l l e. O.. 26. Okt. Der Prozeß gegen Roßlyn Ferrell. den Mör. der des Expreßboten Lane. ist jetzt wieder im Gange und der Geschworene Shirk. der am letzten. Samstag an den Masern erkrankte, war wieder zur Stelle. Die Vertheidigung stellt nicht in Abrede, daß Ferrell den Raubmord began. gen hat. sie versucht aber nachzuweisen, daß .der Angeklagte ein Degenerirter ist und für die That nicht in aller Streng? verantwortlich gehalten werden kann. Dies geht aus. den Aussagen des ersten für die Vertheidigung vernommenen. Zeugen hervor. Eine Tante des Angetlagten,'Frau3igZerstaff aus Steubenville. O.. sagte aus. daß der Vater und die Mutter Ferrell's Geschwisterkinder seien und daß seine Großmutter mit ih-. rem Enkel verheirathet gewesen sei. Der Gefangne hat sein Zuversicht liches Wesen ganz verloren und sieht nervös und angegriffen aus. Soll $32.00 gestohlen ') haben. " Chicago. Jlls.. 26. Okt. ' C. D. Snapp. konfidentieller Agent für Caldwell & Smith. Baumwoll-Makler von Memphls. Tenn.. wurde am Donnerstag auf die Anklage hin verhaftet. $32.000 unterschlagen zu haben. Er wurde später dem Hilfssheriff I. F. Alexander von Memphis übergeben, der mit Bolton Smith, einim Mitglied der Firma, nach Chicago aekommen war. um 'die Verhaftung vorzunehmen. Snapp reiste noch am Abend mit den Beiden nach, Memphis zurück. . Snapp hatte am 15. September aus Gesundheitsrücksichten einen zweimonatlict)en Urlaub erlangt und kam dann mit seiner Frau hierher. .Bald nach seiner Abreise wurde die Entdeckung gemacht, daß seine Bilcher nicht stimmten und die bann vorgenommene Untersuchung brach, le bald zu Tage daß ein. Defizit von 32.000 vorhanden war. r Seine Ersparnisse üon den Mäusen gefressen. -Morristown, 26. Okt. Nach Jahre langer harter .Arbeit und äußerst genauer Sparsamkeit ist es dem ungarischen Minenarbeiter Ignatz. Baila gelungen, $190 zu ersparen. Das Geld bewahrte er in zwei Pscketen auf, eins enthielt $270. das andere $220 und versteckte dieselben an einem, sicheren Platze. Vor zwei Tagen sah er nach seinem Schatz und machte die schreckliche Entdeckung, daß die Mäuse denselben bis auf wenige Fetzen verzehrt hatten. Baila suchte die Ueberbleibsel zusammen und eilte damit nach Dover zur ersten National-Bank. Der Kassirer Rosevar prüfte dieselben und fand die in dem größeren Packet enthaltenen total werthlos, während er die anderen an, das Schatzamt nach Washington einschicken wird, um so viel wie mög lich davon zu retten. Schisssnachrichten. New York, 25. Okt. Angekommen: Trier" von Bremen. L i v e r po o l , 25. Okt. Angekom men: Waesland" von Philadelphia. Germanic" von New Jork, Assyrian" von Halifax via St. Johns. N. F.. Commonwealth" von Boston. Abgegangen: Cambroman" nach Mon treal, New England" nach Boston. H a v r e , 23. Okt. Angekommen: .La Lorraine" von New Fort. ZZ7- Weitere Depesche auf Seite 5.

: t ? .1 1

'1 - ' ! I '

I

; t j