Indiana Tribüne, Volume 24, Number 37, Indianapolis, Marion County, 25 October 1900 — Page 7

Der Anstaubcrftiedl.

Staan von Fanny K a l t e n h a u s e ?.

(Fortsetzung.) Ter Reiserbauer hatte vorhin bei rni raschen Hinaufbieten den Kops in die Hand gestützt und mit seinem ruhigen, kalten Blick die Bauern angesehen. E? n?ußte schon: .das war eine gähe Hitze, die hielt nicht an. Und da ließ er sich nun erst, wo der Urnschwung gefornnien, auf die Sache ein. Na a, daß ihr mir das Hang! nicht ablöst wie eine gute, handsam gelegene Wies', das denk' ich mir ja. Das war in der Unb'sonnenheit. Aber wie 's erste Anbot war, so geb' ich's gar nicht her, aar keine Red'! Die Klafter kostet fünf Gulden.g'scheiterweis' da darf keins was sagen!" Sie saßen allsammt da wie begossene Pudel, schauten in ihrer Gläser und rührten sich nicht. Und einer wie der andere dachte sich, wie dumm sie alle gewesen waren, den Grund so hinaufzutreiben. Um Billiges hätte ihn einer ron ihnen bekommn können , nun hatte sich der Reiserbauer selber einen ordentlichen Preis gestellt. Jetzt erst sie! ihnen ein. was für ein schlechter. ungeZegs.'.:7-.er Grund es sei, und einer rot der andere schämte sich, so dumm gewesen zu sein. Da alle schweigsam blben. als hatten sie plötzlich ihr vorhin so lautes .Sprechwerkzeug" verloren, sagte der Reiserbauer auf einmal spöttisch: Na, ich glaub' es spürt keiner mehr die richiig Sehnsucht danach! Schonhuber, trenn der Grund schier nichts wert?) ist, dann hast du am meisten deinen Verstand spazieren geführt, weil du so viel geboten hast wie keiner!" Der Schönhuber, der sich das socb:n selb:r schon zu Gemüth geführt hatte und voll Zorn und Llcrger über sich selbst war, der konnte jetzt doch nicht cegen seine Eitelkeit auskommen; er stellte sich selber, seinem Verstände, das schlechteste Zeugniß aus, wenn er jetzt ta, wofür er eben noch so arg viel geboten, um einen billigen Preis nicht nehmcn wollte. Als ein so dummer, unsinniger Mensch zu qelten nein, das that sich der Schönhuber Michel nicht an! Mannhaft unterdrückte er den Seufzer, der in ihm aufsteigen wollte; er reichte dem Reiserbauer die Hand -hinüber und sagte: Wenn ohnedem schon so heruntergegangen bist, ich zahl's und gut ist's!" So nun konnte keiner denken, er fraY von Sinnen gewesen, wie er den Handel angefangen, und er schlug plötzlich mit der flachen Hand auf den Tisch hin und sagte grob: Wenn einein aber was nicht recht ist wegen meinem Handel, nachher, der soll'.s sagen! - Ich bin allzeit fest bei der Sach' und greif' schleunig und sauber . u, daß eins ein gut's Merken hat davon!" Der Zulehner guckte so von de? Seite nach ihm hin. Ei beileib', hat ein jedr eine Freud' daran, wenn du ein Freuen hast an der Sach'! Gelt, Manner?" Und sie stimmten alle ein in in lautes: Ja ha, das ist doch gewiß!" Bis auf den Waldbauer. Der hatte sich um

"das Gerede zuletzthin nicht mehr gekümmert, er brütete so vor sich hin. Auf einmal, rückte er recht nahe heran zum Reiserbauer. Du", sagte er. Wenn noch ein paar gute Gründ' für mich übrig hätt'st was wär's? Trink aus und laß mich ein Oertl mitgehen; da machen wir 's aus." Eine kleine Weile später schauten die zurückgebliebenen vier Bauern dem Reiserbauer und seinem Begleiter vom Fenster aus nach, wie sie langsam zur Straße hinüber schritten. Eifrig Redete der Waldbauer auf den Reistrbauer ein. das sahen sie. Da nickte der Zulehner den andern zu und sagte spöttelnd: Da steh ich euch gut' dafür, der da wird g'rupft wie ein todtes Hendl vom Reiserbauern!" Die andern lachten beifällig. Daß sie alle tüchtig gerupft worden waren vom Anstauberfriedl. darüber ließen sie kein Wörtlein fallen. ! 13. DaS Holbacher Gut war zerstückelt. Es war geschlachtet, zerlegt worden wie ein Thier, bis auf die innersten Eingeweide. Nichts wie du nackten Mauern des Hauses standen, innen fehlte alles. Sogar die schönen, grünen Thorflügel, die vor ein paar Iahren erst neu verfertigt worden waren, hatte einer angekauft und ausgehängt; dafür waren nun , die früheren, alten, morschen Flügel ingehängt worden; sperrangelweit standen sie offen, und jeder Luftzug drehte sie knarrend in den Angeln; wie im Zorn darüber, daß hier nichts mehr zu stehlen, folglich auch nichts mehr zu hüten war, fuhren sie mit ihrem abscheulichen Knarren vor und zurück, manchmal auch schlugen sie mit donnerndem Gepolter zu und gingen blitzschnell wieder auf. Wenn sich ein Käufer für das Haus fand, so mußte er dasselbe vollständig neu einrichten. Und er mußte auch trachten, hin und wieder ein Stückchen Grund zu gewinnen, denn bis auf einen Acker war alles dahin. Es schien aber vorerst, als solle das leere Haus dem Anstauberfriedl verbleiben; keinen eelüstete es danach, die nackten Mauern zu erwerben. Er hatte freilich keinen Schaden; denn was er verkauft an Gründen, davon hatte er die Ankauf jurnnie dreimal berausaesclagen. Da

that ihm der 5zausbesitz nicht we?e, un) er grämte sich nicht deshalb. Aber er hatte überall Glück. Drei Wochen danach, nachdem das Gut f? rasch zerstückelt worden war. zog ein ei,lsamer Schuhmacher in die Gegend, und der hatte gerade so viel übrigeGr?schcn, UM sich das leerstehende Haus und den einen Acker zu kaufen. Das Haus war wie erwünscht für ihn. Er hatte ein Handwerk, welches ihn ernähren sollte, was brauchte er da so viel Gründe? Das hätte ihn doch nur von seiner Arbeit ferngehalten. Er war es also aanz zufrieden, wie es eben war.

nahm ehestens Besitz von der einen Stube und vermiethete die andern an Taglöhnersleute. Auf diese Weise war wieder ein schönes. großes Gut aus der Welt gekommen, und die kleinen Bauern, die sich Gründe davon angekauft hatten, die waren darum keiner viel größer geworden, als sie ehedem waren .... Jetzt eben stand der Reiserbauer vor seinem Hause und schaute in die Eegend. Dort drüben lag der Holbacherwald, einer der größten in'der Gegend. Ein Aechzen und Stöhnen ging eben durch ihn hin in Sägen und Feilen, dumpfe Schlage. Azthiebe ertönten unter den Bäumen dort war ein großes Sterben. Das Holz war um einen hohen Preis verkauft worden; gestern war der Holzhändler dagewesen, und heute früh hatte man angefangen, die Bäume zu fällen. Er mußte heute einmal dort hinüber ins Nachsehen. Wenn auch der Holzhändler einen Aufseher hingestellt yatte, auf im er sich verlassen 'konnte, der mißtrauische Mann hatte dennoch ihn. den Reiserbauern, gebeten, selber Nachschau zu halten. Ah. ihm war das Nachsehen nichi im mindesten zuwider er that es gerne. Es war ihm eine Lust, zuzusehen, wie ein Baum nach dem andern fiel. Ja. ein Lust, eine Wohlthat für seine Augen war es auch, von hier aus dies .brachen und Splitlern zu ören, dies Stürzen zu sehen! Und der Blick des Mannes schweifte hinüber zu einem andern Wald, der sich so breit und langhin, bläulich dunkel ausdehnte und in dem Blick, der im ersten Moment finster wurde, lohte es auf einmal auf. seltsam wie eine düster brennende, flackernde Flamme, Minutenlang regte sich die schlanke, kraftvoll gewachsene Männesgestalt nicht, wie völlig versunken in dem Anblick stand sie still da. Tann hoben sich die Arme hoch mit gäher Bewegung. reckten sich in die Luft wie ein drohen-' des Wahrzeichen, fielen aber plötzlich wieder schlaff herab. Es war ein hartes Stuck Arbeit das ! Aber erreichen würde er es ah, ganz gewiß! In dem ausdrucksvollen Mannesgesicht stand eine eiserne Härte. Er wandte sich um, der Reiserbauer, und schritt den Weg hinab, von seinem Haus fort, den Hanz hinunter ins Thal. .Daß er ohne Hut war, beachtete er gar nicht; er mußte hin zu jenen Gestalten des Waldes, mußte sie mit Händen greifen, nachdem sie gefallen; da? war ihm ein Beweis, daß sie ihm nicht widerstehen konnten. Da er hatte den Wald erreicht. Aber was war das? Die Azthiebe waren verstummt; statt dessen ging ein gelles Rufen und Schreien durch den Wald; und da am Rande, rannten die Leute wie wild durcheinander. Hatt? es etwas gegeben? War einer von einem stürzenden Baum getroffen worden? . Er ging rascher. Da rannten ihm ein paar Leute entgegen schreiend, mit den hoch erhobenen Armen herumfuchtelnd. Endlich vernahm er aus dem verworrenen Stimmenlärm heraus ein paar deutliche Sätze: 's hängt einer dort drüben!" T Holbacher hat ein End' g'macht!" Er stand urplötzlich still in einem Schreck, der ihm das Herz wie ein schneidiges Messer durchfuhr. Mit starrem Schauen' ging sein Blick über die Leute hin. Dort drüben sollte er hängen, dem er er alles Genommen?! Todt? Durch ihn? Ah, er hatte die Schuld daran, daß einer lieber in den Tod gegangen, als wie noch länger das Leben ertragen? Wär' das möglich? Mußte er das auf sein Gewissen nehmen? Das hatte dem alten Löwenwirth doch keiner angethan, so viele der auch um Haus und Hof gebracht. -War der weniger schlecht gewesen wie er, und war er erbarmungsloser, härter wie jener? Ah, er hatte in diesen Tagen übe? dem Gedanken, daß einem der schönsten Wälder der Tod nahe, nicht mehr an den Holbachcr gedacht! Und nun sollte sich ihm der mit so scharfer Deutlichkeit, ins Gedächtniß bringen wollen? Nein, so lange er den Todten nicht selber sah. glaubte er nicht daran. Ohne auf die Leute, die ihn umdrängten und ihm erzählten, wie und wo sie den Todten gefunden, zu achten, ging er geradeaus dahin. Und er fand ihn, den Leblosen. Er fand ihn unter der breiten Buche, die am oberen Waldrand ihre mächtigen Aeste und Zweige ausbreitete. In ihrem Schatten, beinahe dicht an ihrem Stamm, lag er der Holbacher. Das bläulich erscheinende Gesicht war nach oben gekehrt, die starren, weit aus den Höhlen gedrängten Augen schauten grauenhaft aus dem todtenGesicht. dessen Mund weit offen stand und die lückenhasten Zahnreihen sehen ließ. Da war's zu Ende! Den Reiserbauern begann es zu schütteln, während er unverwandt in das todte Ge"sieht niederschaüte; führte sein Weg, dem Ziele zu über Leichen? Es

Jndimm Tribune, Donnerstag, dcn 25, Oktober 1900.

war inu oeworoen um lyn, ovwoyl, viele Leu.': dastanden, todtenstill; der grause Anllick des Todes schloß ihnen den Mund und machte ihre Herzen beben. Bis tir.zz mit halblauter Stimmers hinsprach: Bei mir ist er vor etwa einer Stund' vorbeigegangen und hat gemeint: nun gina' sein Letztes hin, an dem er Freud" gehabt im Leben; da ertrüg' er sein Leben nimmer, er war am Rand damir." Und ein zweiter erzählte mit zitternder Stimme: Hab' -keinen Gedanken gehabt, wie er 's gemeint bat! Lachend hat er mir zugerufen: Hau nur zu, hau nur .mir thut er 'doch k öch ein Liebes, der Wald, die Seel' macht er mir frei, die Seel'!" Eine Zeitlang herrschte wieder tiefes Schweigen, dann sprach ein dritter mit gedämpfter, bewegter Stimme: Mir war er am nächsten der da! Wie ich einmal einen Augenblick hab' verschnaufen müssen, da hab' ich ein stilles Weinen gehört; gerat wie bei einem Kind ist's gewesen, so fein und still!" Den Reiserbauern schüttelte es in einem fort; die Worte drangen an sein Ohr. und sie schienen ihm eine Anklag' zu sein. Er hatte ihn gemordet den da. Der war nicht freiwillig in den Tod gegangen, e r hatte ihn dazu getrieben. Seine Härte hatte der Seele dieses ManneS allen Frieden und alle Freud' geraubt. Und er stand da in jähem Entsetzen, weil er es nicht vermuthet hatte, daß so etwas geschehen konnte. Er hob jäh den tiefgesenkten 5topf, jah einen Moment über die Leute hin, als suche er etwas und finde es nicht, dann kehrte er sich um und schritt hin weg mit langsamem Schritt, mit wieder tief auf die Brust geneigtem Haupt. Tage hindurch verließ jetzt der Reiserbauer seinen Hof nicht. Er kümmerte sich nicht um den Wald, der sich immer mehr lichtete, dessen braune Gesellen, die manchem Sturm trotzig standgehalten, nun. wo die MenschenHand darüber hinstrich, hinfielen wie gemäht. Stundenlang saß der Reiserbauer still da und brütete vor sich hin; seine Bäuerin wurde voll Angst um ihn sie kannte ihn auf diese Weise nicht und redete ihn oft mit guten, lieben Worten an, er aber hörte sie gar nicht. Er saß und sann und grübelte. Bis eines Tages draußen im sonnenüberflutheten Hofraum der Nachbarsknecht stand und zum Großknecht des Reiserbauernguies sagte: Na, euern Bauern scheint's stark mitzunehmen, das mit dem Holbacher! Der schaut ja ganz übel aus in die letzten Tag' her!" Leiser versetzte der Großknecht der Bauer vernahm es, da ein Fenster der Wohnstube offen stand : Halt ja, er ist gar nicht mehr der alte! Gerad' so thut er, als wie wenn er nicht recht richtig im Kopf wär'!" Der andere that noch eine kurze Erwiderung: Ja 's ist eben auch kein Kleines, wenn man eins in den Tod getrieben hat!" Dann gingen die zwei auseinander. Drinnen in der Stube aber stand einer. sioch und aufrecht, ein heftiges Zucken im bleichen Antlitz, ein finsteres Schauen in den dunkeln Augen. Ein Dummer, ein Thörichter war er gewesen, daß er sich so lange zwecklosem Grübeln hingegeben. Er brachte sich damit selber in den Mund der Leute. Was ging ihn denn eigentlich der Holbacher an? Wenn der zuerst schlecht gewirthschaftet hatte und zuletzt nicht mehr leben mochte, weil er es nicht mehr als Bauer konnte was ging das ihn an? Er hatte ausgeholfen, dcr der andere in Nöthen war; wenn er zuletzt sein Geld begehrte und als er -es nicht erhalten konnte dazu schaute, daß er auf andre Weise ohne Schaden davonkam, so war er ja völlig im Recht gewesen. Wäre er es nicht'gewesen, so hätte er bei seinem Geld sicherlich das Nachsehen gehabt. Freilich, er hätte ja dem Mann noch zuwarten können, ihm noch eine letzte Frist geben, ja, aber was nützte das dem? Der kam ja doch nimmer heraus; da war keine Aussichtdazu. Er selber aber hätte mit dem Zuwarten nur das eine hinausgeschoben, wonach er begehrte mit allen Kräf ten feiner Seele begehrte! Was verstanden denn die Leute von seinem Wesen, seinem Vorhaben, mochten sie ihn schelten als einen Herzlosen, als einen Mörder was kümmerte er sich darum? Ihm war's e i n Ding. Wenn er nur das eine erreichte, das eine ! Er lachte, der einsame Mann, gell und Weiser, und in seinen Augen stand der tiefste, unauslöschlichste Haß! Eine Stunde später war er auf dem Weg zum Wald; zum erstenmal seit neulich, wo man den Todten gefunden. Seither waren viele der Riesen gefällt worden, kreuz und quer lagen sie übr die Wege hin, die denWald durchschnittcn hatten. Er stand bald da. balo dort bei den. Arbeitern. wortloZ. um nichts fragend mit einem Gesicht, das eine kalte Entschlossenheit in jedem Zug zeigte. . ' 14. Der Herbstwind zog wieder einmal durch das Land; bald sachte mit leisem Fächeln und Wehen, bald mit einem Sausen und Fauchen, als wollte er zu einem richtigen Sturm werden. Die Blätter riß er von den Bäumen, bald tändelnd, mit einer koboldartigen Lust, dann wieder wie blindwüthig, wie toll. Von den paar alten, morschen Buchen, die an dem westlichen Ende des vor zwei Jahren zusammengeschlage-

nen oioacyerwaloes iieyen geolieoen waren, holte er vergnügt die letzten Blätter, tanzte mit ihnen wirbelig im Kreise herum, ließ sie endlich wie todcsermattet auf die Erde hinsinken und jagte sie dann doch wieder auf und fegte sie vor die Füße des Dirndls, das auf der Straße gar langsam einherschritt. Es hatte das Haupt tief auf die Brust geneigt wie in schweren Gedanken, das Dirndl die Reiserbauern - Nani. Nun aber bückte sich die Nani nach den Blättern, hob einige auf und reihte sie mit den Stielen aneinander. Dabei sprach sie leise vor sich hin,. mit w?icher Stimme: Hat er euch herabgerisscn, der grauslich' Wind? Vergönnt er euch gar keine Freud' nimmer, so. schöne Blatteln, die ihr seid! Ja, heut' gibt er schon gar keinen Fried' nimmer. der wilde Gesell'!" Ein Sck hinter dem Dirndl her war einer gekommen, mit langsamem, wie müdem Schritt; der hatte immer den Rand der Straße, wo das Gras wuchs, aufgesucht, und auf dem weichen Grasboden blieb sein Gehen schier unhörbar. Er hatte sich bisher schier gar nicht um das vorangehende Dirndl gekümmert. Jetzt aber schrak er heftig zusam-

men; ern lautes, jammervollesSchluch zen drang plötzlich an sein Ohr. Die Nanl hatte soeben beide Hände vor das , Gesicht geschlagen und weinte nun herzbrechend, wie im ärgsten Schmerf auf. Da war derBursche plötzlich an ihrer Seite. Er sah die Tropfen zwischen den Fingern durchsickern und herabrollcn. Jesus ja. was hast denn, Dirndl? Ist Dir üb?l geworden? Ha? Ode: hat Dir ein- was gethan?" Die Nar,i that die Hände zögernd vom Gesich? weg. ..Du bist's!" sagt: sie leise. Hätt' ich gewußt, daß Du hinterher narst, hätt' ich mich schon' noch ein bil zurückgehalten, auf daß Du nicht i? die Lag' gerathen wärst, mich anrede-i zu müssen. Hast mich ja numalen k?,int, w'nn in meine Näh' gekommen dist!" Trotz und Vorwurf tlang in der zuletzt lauter gewordenen Stimme. Hao' ich Dich einmal getroffen und Dich nicht kennen wollend" fragte der Bursche. Ich könnt' mich nicht crinnern!" Lüg doch nicht!" fuhr da die Nani auf. Maßt mich ja gesehen haben! ürst am vorletzten Sonntag bist bei mir vorbeigegangen mit einem finstern Gesicht und hast kein Wörtl gesaat! Nach der Kirchen war's. Beim Ablinge? bist an mir vorbeigegangen. Wär' es nicht wahr, das?" , Da weiß ich wahrhaftig nichts da?on, daß ich Dich da gesehen hätt !" betheuerte der Bursche. ..Mußt m'.r's schon verzeihen, daß ich Dich nicht gegrüßt hab'! Das ist mir undanks geschehen, in meinen tiefen Gedanken." Das Mädchen sah ihn forschend an. ..Ich möcht' Dir's glauben, das! Es hat mich geschmerzt, daß Du auf Dein Versprechen vergessen haben sollt'st; weißt, daß Du anders sein wollt'st wie die andern zu mir!" Es zuckte beinahe wie ein Lächeln hin über das Gesicht des Weghofer Franz. Geschmerzt hätt' Dich das? Geh, red nicht; es. wird Dir nicht so besonders viel gelegen sein an meinem Anschanen und Grüßen!" Das meinst halt!" erwiderte die Nani eifrig. Bist mir anders vorgekommen wie die andern und jetzt sollt'st gerad' so wie sie sein? Siehst, das hat mich oft ganz traurig gemacb! und ist mir weh ums Herz geworden. Dann hab' ich mir aber wieder denkt: Laßt ihn halt gehen, den hoffärtigen Buben!" Da hast vielleicht jetzt auch an mich denkt, wie so 's Weinen angefangen hast?" fragte der Franz ein wenig schalkhaft. Oder hast noch andre Schmerzen?" (Fortsetzung solgt.) Der Ferrell-Mordvro'zeß. Marysville. O.. 24. Okt. De, Geschworene James Shirk war heutt immer noch nicht im Stande, im Gerichtssaal zu erscheinen und das Gericht vertaate stch deshalb bis zum Mittwoch Morgen. Die Vertheidigung verlangte. daß die Geschworenen, enuaen werden sollten, der Richter wies das Gesuch über ab. . ,., Lynchjustiz. V i ck s b u r g. Miss., 24. Oktober. Der Farbige Gloster T.rnes wurdk von einer Anzahl Rastegenossen rn letz ter Nacht im nördlichen Theile d Counties gelyncht. In sinnloser Trunkenheit hatte Barnes seine Frau ermordet, einen Neger, der sie beschützen wollte, schwer verwundet, und aus ei nen. Weißen, der ihn verhaften wollte. mehrere Schusse abgegeben. Nack verzweifeltem Kampfe mit einer Sheuffsmannschaft. wober er durch du Hüfte geschossen wurde, 'gelang es erst, den Wütherich festzunebmen und unter Bewachung zweier farbiger Hilss sheriffs nach Vmsburg m's Gefangnn zu fenden. Auf dem Wege dorthin wurden die Beamten durch eine groß, Anzahl Farbiger in die Flucht gejagj und Barnes in ein Dickicht gebracht und erschossen. ' Adolph Frey, (Old Freadom & Rieht,) Ilotary Pnblic, Translator, Corrcspondcnt etc. No. 970 West Walnut St Take BUke St, Cat.

Taglicher Marktbericht.

Viehmarkt. Indianapolis Union Viehhöfe, 25 Rindvieh. Auserlesene bis prima .Okt. Stiere, 1350 Pfd. und auswärts. $5.25 5.75 5.25 5.15 4.50 4.60 4.50 3.50 3.15 4.25 3.50 2.75 C.75 5.25 4.00 3.65 3.25 40 25 Gute bis mittlere Stiere 1850 Pfd. und aufwärts 4.65 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd 4.75 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere 4.15 Mittlere öis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.. .. 4.25 Gute bis gewählte Rinder. 3.60 Mittlere bis gute Rinder. 3.25 Gewöhnliche leichte Rinder 2.75 Gute bis gewählte Kühe.. 3.60 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis fancy Export Bullen 3.75 Gute bis gewählte Schläch ter Bullen 3.40 Gewöhnliche bis gutcBullcn 2.50 Gute Kühe mit Kalb $30 GewöhnlicheKühe mit Kalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere. $4.60 4.75 4.65 4.674 4.60 4.50 4.40 Gemischte. fchw.Packing 4.55 Gute bis gewählte leichte 4.60 Gewöhnliche leichte 4.50 Pigs 3.75 Roughs 4.00 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 4.75 4.35 3.50 ;.oo 3.75 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute' bis gewählte Schafe 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.75 itockcrs 2.00 Böcke, per 100 Pfd...... 2.00 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, $2.00 per BusHel. Citronen, $4.50 für 300360. Aepfel, $2-$3 per Faß. Feigen, 12Ac-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln. Persische 5$e-6e per Pfund. Kokusnüne. 3.50-4.00 per Hundert. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 13c; Delaware und Niagara, Crate von 4 Körben, 12e Birnen, hiesige, 75c per Bushel. Cranberries $2.25 per Vushel Crate. Quitten, $1.00 per Bushel. Orangen, mexikanische, $4.50 per Box. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate; rothe Globe 50c per Bushel; weiße Globe $1.75 per Faß. Gelbe Rüben, 75c per Duhend Bun ches. Kartoffeln, $1.25. per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $2.85 per Faß. Baltimore $2.00 per Faß. SommerCelery, 15c per II. Bunch. Salat 50c per Büschel. Weiße Rüben 40c per Büschel. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 6 7c; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7c; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 7c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Vor derviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5c; Kuh Hinterviertel 8Hc. Frisches Kalbfleisch Kälber9zc; Hin. terviertel 12$c; Vorderviertel 8c. Frtsches Schaffleisch Lämmer per Pfd. 9c; Schafe 9Zc; Schenkel 10c; Racks, kurz, 16c. . Frisches Schweinefleisch. Loins 9c 10c ; Cottage Schinken 8c ; gehäu tete Schultern 7-c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tender loins 15c ; Spare Ribs 6c. Geräuchertes Fleisch. X Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund 11c; 15 Pfund llc; 12-10 Pfund Ilse; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10zc; 15 Pfund 11c; 12 Pfund HZc; 10. Pfund llc. Californische Schinken 6 bis 8 Pfund 8c; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 14$c; gewählter Sugar Cured 14c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13$c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 13c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 13c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9c; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., lOc; Klare Bellies,25bis30Pfd.,10Zc; 18 bis 22 Pfd., 10c;14bis 16 Pfd., llzc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 101c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., ll$c. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund imDurchschnitt e; 16 Pfund im Durchschnitt,; 10 bis 12 Pfund 8c , Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen loses Fancy Pig $20.00; Klares Bean 19.50; Family 17.50; Short Clear 16.00;Rumpf 15.50.

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Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, rea. Sets, 11c; Außenseiten 8ic; Innen feiten 131c; Knöchel 13c. Schmalz, in.Tierccs, 1. Qualität 9c; 2. Qualität 8c; 3. Qualität 8c. Würste, Geräucherte Bratwurst 8c: Frankfurter 8c; Wicnerwuck 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Därrnn 6s c, in Tuch 61c Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 15c per Dutzend. Hühner 6jc, SprinqCbickens 6cVfd. Turkey Hennen 6c, junge Hähne 5e, alte Hähne 4c; Enten 5-8c: Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Dtzd. Getreide. Wenen-Ro. 2 rother 73c auf den Geleisen, 73c von der Mühle ; No. 3 rother 69-71c; Oktober 73c auf den Gelegen; ÄZagcnweizen 73c. Korn-Ro. 1 weik 404c: No. 2 weik 40zc; No. 3 weiß 40c; No. 4 weiß 374-394c: No. 2 weiß acmisÄt 394c: No. 3 weiß gemischt 39c; No. 4 weiß gemilcht 36;-384c; No. 2 gelb 404c; No. 3 gelb 401c; No. 4 gelb 36-38$c; No.2 gemischt 40c; No. 3 gemischt 40c; No.4 gemischt 36-38c; a Kolben 39 k. Hafcr-No. 2 weiter 244c: No. 3 weißer 234c; No. 2 gemischter 22ic: No. 3 gemischter 21c Heu-altes No. 1 Timothy 12.5013.00 No. 2 Timothy 11.00-12.00. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packctcn: Ariosa $12.75, Lion 11.75, Jerset, 12.75, Caracas 12.25, Dillworth'3 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blended Java 11.75. Groeeries. Zucker Dominoes 6.32c; Stückzucker 6.47c; pulversirter 6.17c; XXZcX pul verisirter 6.22c; Standard granulirter 6.07c; feiner granulirter 6.07c; granulirter in 5 Pfund Säcken 6.17c; granu littet in 5 Pfund Cartons 6.17c; extra feiner granulirter 6.17c; Cubes 6.22c; Mold A 6.22c; Confectioners' A 5.87c; 1 Columbia A-Keystone A .567c; 2 WindsorA-AmericanA 5.62c; 3 Ridge wood A-Centennial A. 5.67c; 4PHZniz A-California A '5.62c; 5 Empire AFranklin'B 5.57c; 6 Ideal Extra Gol den C-Keystone B 5.52c; 7 Windsor Extra C-American B 5.42c; 8 Ridge wood extra C-Centennial B 5.22c; 9 gelber extra C-California B 5.17c; 10 gelber C-Franklin extra C 6.12c; 11 gelber-Keystone extra C. 6.17c; 12 gelber-American extra C 6.12c; 13 gel ber-Centennial extra C 5.1c; 14 gelber -California extra C 5.12c; 15 gelber 5.12c; 16 gelber 5.02c. Eingemachte Früchte Blackberries, 3 Pfund, $1.10; Peachcs Stand. 3 Pf.. $2-2.25; .Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas. Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See. onds, 3 Pfund, $1.25-1.45;' grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; ' srühe Juni $1-1.25. Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zucker. korn 80c $1.40; Apfelbutter, per Dutzend, 3 Pfund, 95c. Käse. Engros. Verkaufspreise, Jmportirrer Schweizerkäse 27c per Pfund; einhei Mischer Schweizerkäse 17c; Wisconsin Cream Käse 10c-12c; New York Ched. dars 12$c; einheimischer Limburger 12c; Brick 13c. Sämereien. Kaufpreise: Kleefamen, Rother, $4-$5.00; eng lischer, je nach Qualität $4-5.00; Al syke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6.00 per Bushel. Timothy $1.30-$1.40. - Detailpreise : Kleesamen, alter, prima, $5.50; neuer $5.00-6.50. Timothy, gewählter $2.25; prima $2.00-2.10. Blue Gras, Fancy Kentucky $1.20 per Bushel; extra reines 50-65c per Bushel. Wolle. 5 olgcndes sind die Preise für Wagen ladungen : Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20c; feine Merino 15-17c; unge reinigte, von 3c bis 5c weniger; zuberge waschene 28-30c. Kohlen. Tonne Tonne Anthracits ..$7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4.00 2.15 Pittsburg 4.00 2.15 Raymond City 4.00 2.15 Winifrede 4.00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhrig 3.50 1.90 Brazil Block 3.50 1.90 Grecn County 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Slack 2.00 1.15 Bloßburg . 5.00 2.65 Lump Coke He per Bush. $2.75 per 25 Bushel. $.'..50 per 12 Bushel. Zerkleinert?; oke 18c perBu. $3.25 per 25 B..$1.75 per 12; Bu.