Indiana Tribüne, Volume 24, Number 36, Indianapolis, Marion County, 24 October 1900 — Page 1
S S v Uat g S ..'S i x & l4 i a -Mi!-'' T Jis nnntunS -iVsWV w v i Blatt . G r ij . 1 AaT3 F, . w tVlflltQUOjl "Uj, . . jf. V f-A . Ä i Erscheint jeden Zlachinittag und Sonntag Morgen. V f Jahrgang 24. Indianapolis, Ind., Mittwoch, den 24. Oktober 1900. No. 36
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Ausland Depeschen Iie deutsch englische Mereinliarnttg Beschäftigt noch fast ausMicszlich die europäische ' Presse. Die Franzosen geradezu entrüstet darüber.
Zvas J)cnü Nochcfort darüber dcl'.!:t. Soü-it Kabcn nur Oesterreich nud Italien formell zugestimmt. Der dritte Absatz de? Vertrages macht die Mächte stuhiz. Französische Stimmen über die deutsch - englisch e Vereinbarung. Paris, 24. Okt. Das zwischen Deutschland und England vereinbarte Ablommen erregt Entrüstung inFrankreich. Man siebt in ihm den Lorwurf der Unehrlich!?:: gegen Rußland und auch gegen Frankreich, als Rußlands Allürten, da bei Nennung der Nütionen, denen diesesAbkommen mitgetheilt werden soll, Rußland übergangen N)urde. Rußland und Frankreich werden als 'derdK)tig behandelt, besonders Rußland. Die involvirende Anklage bedeutet, Rußland strebe nach territorialer Vergrößerung, und das wird als die erste Disharmonie in dem Konzert ver Mächte betrachtet. Und das um so mehr, als die acht Großmächte bisher übereingekommen waren, die offene Thür" und die Integrität China's aufrecht zu erhalten. Die Pariser Blätter verurtheilen denn auch das deutsch-englische Abkomrnen als eine Politik perfider Disharmonie. Le Temps" sagt: Bei Aufzählung der Mächte, denen Deutschland und England ihr Protokoll mitzutheilen beabsichtigen, haben Salisbury und Hatzfeldt eine schwerwiegende Unterlassung begangen, nämlich die. Rußland nicht zu nennen. Einen der Alliirten zu übergehen, heißt absichtlich die internationale Harmonie stören und die Regierung des Zaren zu beleidigen, indem sie als verdächtig behandelt wird. Es ist nicht ein Zeichen von Miß- , trauen und Jsolirung, sondern eine Art Feindschaftserklärung." L'Eelair" weist auf die bisherige antagonistische Haltung Englands und Deutschlands in China hin und sagt: Berlin verurtheilte die Monopolist!scheu Absichten Englands, und Lond?ner prophezeiten einen deutschen Einöruch in das angtse - Klang Thal. Jetzt schütteln sich die beiden Mächte die .Hand und konstituiren sich selbst als Cfcampns" chinesischer Integrität. Ein seltsames Schauspiel ist es, zwei Bösewichte in dieser Stellung zu sehen!" Dagegen findet der Figaro", daß mit dem Abkommen aller Verdacht gegen Lord Salisbury's weitere Pläne beseitigt, wie auch die Mission Graf Waldersee's sehr beschränkt werde. 'Niemand könne sich wohl darüber beklagen, wenn es auch sicher sei, daßzumal der letzte Absatz des Abkommens sich gegen Rußland richte. Henry Rochefort drückt sich in ebenso 'deutlicher wie feindseliger Weise über das Abkommen aus. Er sagte: Die Behauptung Englands, daß ihm etwas an der Aufrechterhaltung der Jntegrität Chinas Irgt, ist die reinste Posse. Sein Eifer für die Bewahrung der Integrität China's ist gerade so ernst gemeint, wie sein Respekt für die Aufrechterhaltung der Integrität der Boe-ren-Republiken. England war doch ' früher nicht so besorgt um die Bewah--rung der Integrität anderer Reiche ja es hat zugegeben, dafr Deutschland Frankreich zerstückelte. Die offene Thüre und das unverletzliche oder untheilbare .China-, sind nur Phrasen diplomatischer Heuchelei. 'Der wirkliche Zweck der deutsch-engli-schen Abmachung ist. Rußland zu verhindern, sich der Mandschurei zu bemächtigen. England und Deutschland geben sich auch alle Mühe, die russisch- - französische Allianz zu zerstören. Wenn Rußland beschließen sollte, die Mand-, schurei zu behalten, würden England und Deutschland Krieg gegen das Zarenreich führen. Frankreich kann aber nicht zusehen, wie Rußland besiegt wird, denn wenn Rußland unterliegen sollte, würden diese zwei Mächte sich ge .gen Frankreich wenden. Wir haben jetzt nicht mit einem 'Dreibund, sondern mit einemBierbund Zurechnen. Bei England und.Deutsch-
land Iteht die Gewalt über dem Recht. Sie respektiren nichts als die überlegene'Macht. Der deutsche Kaiser hat sich wieder der Führerschaft seiner Großmutter anvertraut. Es wird ja allerdings etwas für seine Freundschaft erhalten. Die Sozialisien machen es ihm schwer vom Reichstag genug Geld für seine c)rgeizigen Pläneu erhalten und es ist wahrscheinlich, daH England dasselbe als Vergütung für die neue Allianz hergiebt." We halboffizkelle Temps" faßt die Angelegenheit indeß von einer ganz anderen Seite auf. Das Blatt sagt: In diplomatischen Kreisen lst man der An sich!, daß die englisch-deutsche Vereinbarung weiter nichts als eine gegenseitige Garantie dafür ist. daß keine der beiden Mächte sich dcs Jangtse-Kiang-Thales bemächtigt. Wenn auch in Deutschland keine oolkswirthschaftliche Krisis herrscht, so befindet es sich doch in einer ziemlichen Klemme in Folge der beträchtlichen Ueber-Produktion, die durch die ungeheure industrielleMaschrnerie. die Teutschland mit großen Kosten geschaffen hat, erhielt worden ist. Da es nun einen Abfluß für diese Ueber-Produktion suchen muß. hat es seine Augen auf China geworfen, und besonders auf das Janzte-Kiang-Thal. und da es befürchtete, daß England sich dieses Thals bemächtigen könne, hat es die erwähnteVereinbarung mit England getroffen. Die Diplomaten sind überzeugt, daß keine geheime Klausel ezistirt. Der dritte Absatz der Vereinbarung hat allerdings Bezug auf die Eventualität, daß Rußland sich definitiv der Mandschurei bemächtigen könnte, in welchem Falle Deutschland und England sich in das Aangtse-Kiang-Thal theilen würden. Es sind aber gute Gründe für die Annahme vorhanden, da dies nicht geschehen wird, denn Rußland ist entschlossen, sich nicht der Mandschurei zu bemächtigen." Aus dem deutschen, Reich. Berlin. 24. Okt. Baron von Richthofen. Untersekretär im ausw'ärtigen Amt. ist zum Nachfolger des Grafen von Ailow als Staatssekretär des Aeußeren ernannt worden. Der Reichskanzler. Graf von Bülow, erklärte am Dienstag dem Vertreter der Associirten Presse gegenüber, daß de Wechsel im Kanzleramt keine Veränderung in die freundschaftlichen BeZiehungen zwischen Deutschland und den Ver. Staaten, sowohl in politischer wie in kommerzieller Hinsicht, bringen werde. Am Dienstag besuchte der Kanzler die diplomatischen Vertreter der anderen deutschen Staaten und es wird versichert, daß er demnächst den Höfen von Bayern, Sachsen. Württemberg und Baden offizielleBesuche abstatten werde. 'Ein hoher Beamter des Auswärtigen Amtes erklärte am Abend, daß Oesterreich - Ungarn und Italien der deutschenglischen Vereinbarung formell zugestimmt. Frankreich. Rußland und die Ver. Staaten 'aber noch keine formelle Antwort geschickt hätten. - Die Presse fährt fort, sich in der lebhaftesten Weise mit derVereinbarunz zu beschäftigen. Die Hamburger Korrespondenz. die häufig als das Mundstück des Auswärtigen Amtes gilt, erklärt, daß die Vereinbarung keine geHeime Klausel enthält. Die Vossische Zeitung" sagt in Bezug auf das Gerücht, daß dieVer. Staaten, ehe sie eine defmitloe Antwort geben, von Deutschland und England eine Erklärung darüber zugaben wünschten, was die dritteKlausel der Vereinbarung bedeuten solle.d. i. ob sie sich selbst durch Annexionen schadlos zu halten beabsichtizten, im Falle eine andere Macht sich chinesisches Gebiet aneignen sollte, und ob sie eventuell eine solche Besitzergreifung gewaltsam zu verhindern versuchen würden. Die Antwort auf eine solche Frage wird wahrscheinlich sein, daß Deutschland und -England sich über diesen Punkt noch nicht einig geworden sind, u. wahrscheinlich erst darüber eine Enischeidung treffen werden, wenn eine solche Besitznahme erfolgt ist. da die Entscheidung ganz wesentlich davon abhängen wird, welche Interessen gefährdet werden." Der Kaiser Wilhelm hat eine Depesche von dem Sultan Abdul Hamiö erhalten, in der die Hoffnung ausgedrückt wird, daß die Mutter des Kaisers wieder genesen werde.' und der Sultan außerdem dem Kaiser, die Versicherung seiner wärmsten Freundschaft giebt. Im Auswärtiaen Amt wird in Abrede gestellt, daß Teutschland die Insel Farsan im rotben Meer-als Kohlenstation erworben habe. Eine mysteriöse Geschichte. P a r i s. 24. Okt. Die französische Regierung hat durch den hiesigen chinesischen Gesandten eine Kabeldepesche von Li Hung Chang erhalten, in der erklärt wird, daß Herr Pichon, der französische Gesandte in Peking, krank sei und es arn besten sein würde, wenn
die sranzölische Neaieruna einen ande
ren Gesandten und Bevollmächtigten zur Führung der Friedensunterhandhingen ernenne. Der Minister des Aeußeren, Herr Delcasse, erhielt am selben Tage eine Depesche von Herrn Pichon und dain erwähnt der Gesandte durchaus mchts von seiner 'angeblichen Krankheit. Herr Delcasse hält daher die Depesche-Li Hung Chang' für mindestens sehr verdächtig und er hat deshalb nach Peking an den Gesandten telegrapyirt und um Auskunft gebeten. Die Antwort ist noch nicht eingetroffen. Aus China. P e k i n g, 24. Oktober.' Das' 14. Ver. Staaten Jnfanterie-Regiment hat Peking verlassen. Die anderen amerikanischen Truppen gaben , dem Regiment das Geleite bis vor die, Stadt. Die britischen Royal Füsiliers ' sind ebenfalls abgegangen. Der Tag der Zusammenkunft zwischen Li Hung Chang und dem Prinzen Ching auf der einen und den Gesandten auf der anderen Seite ist noch nicht festgesetzt worden. Einige der Gesandten haben noch keine Instruktivnen von ihren Regierungen erhalten. Zwei sind von der Hauptstadt abwesend und ein dritter ist krank.' K a n t o n. 24. Okt. Ein Dampfer, der 100 Passagiere an Vorv kiatte. wurde zehn Meilen unterhalb hiesiger Stadt von Piraten überfallen, die mehrere Tausend Pfund Sterling in Gold und Silber erbeuteten. M a u d e Go n n e ' s Agitation. D u b l i n. 24. Oktober. Maude Gönne organisirt jetzt die irischen Kinder und bringt ihnen in systematischer Weise Haß gegen England bei. Sie organisirt die 20.000 Kinder, die sich im letzten Frühjahr, gelegentlich des Besuchs der Königin Victoria in Dublin, geweigert hatten, an der Demonstration im Phoeniz-Park theilzunehmen. Es sind Abendklassen organisirt worden, in denen die irische Sprache und irische Geschichte gelehrt werden. Maud Gönne sagt in einem Cirkular : Es ist der Vernachlässigung dieser Dinge unter dem jetzigen System der englischen Erziehung szuzuschreiben, daß 20,000 Söhne Irlands heute die Uniform ihrer Unterdrücker tragen; ei ne moralische Schuld auf ihre Schultern laden und sich die Verachtung der civilisirten Welt zuziehen, weil sie Englands Kriege gegen Freiheit und Recht auskämpfen." . . ' 1 " Die Döwie - Versammlungen in London. L o n d o n , 24. Okt. Als die Studenten der Medizin, die am Montag 'Nachmittag verhaftet wurden.' weil sie den Zionisten-Prediger John ,Alerander Dowie angegriffen hatten, im Polizeigericht vorgeführt wurden, hielt ihnen der Richter Fenovial eine gehörige Strafpredigt. " Er erklärte, daß' solche Rohheiten, wie sie sich die jungen Leute schuldig gemacht, unter keinen Umständen geduldet werden würden.- Jeder der Studenten wurde dann um 5 bestraft. Auch am Dienstag Nachmittag wartete wieder eine riesige, feindlich gesinnte Menschenmenge vor der St. Martins Town Hall auf den Rev. Dowie, der g.ber von Polizksten durch eine doppelte Reihe von Mauröcken hindurch in die Halle gebracht wurde. Die Menge machte einen furchtbaren Lärm . und stürmte auf die Eingangsthür zu. diese wurde aber erfolgreich von den Polizisten vertheidigt. Das neue spanische Kabinet. Madrid,. 24. Okt. Das neue spanische Kabinet legte am Dienstag den Amtseid ab. Senor Sagasta, der frü here Premier und Führer der Liberalen, erklärt, daß das neue Kabinet die Konservativen bald bei dem Lande diskreditiren werde. Er ist der' Ansicht, daß es ein großer Fehler war, daß der Dowie in London. London. 24. Okt.' Die Daily Mail" hat heute eine editorielle Notiz bezüglich Towie's, worin die Behörden beschuldigt werden. Dowie zu beschützen und ,u ermuthigen. Wenn die, S:udenten den alten Hallunken umgebracht hätten, so wäre das kein großes Unglück gewesen. So knn er sich aus die-ge-sammte Polizeimacht stützen, um das Publikum in London zu beschwindeln. Die Versammlungen sollten nicbt gestattet werden. Dowie verdient "nicht mehr Rücksicht wie irgend ein anderer Schwindler.". General Linares al .Kriegsminister beibehalten wurde und, das Marinem!nisterium nicht dem 'Senor Sanchez Toca anvertraut worden ist. " Die Presse weist darauf hin, daß fünf von den Ministern Generäle sind. Das offizielle Organ der Armee erklärt, die Zeit sei gekommen, in der die Armee in energischster Wcjse reorganisirt werden müsse.
Inland Depeschen.
Sin Aiesell-Aicöstaßl. 700,000 von einem Bankbeamter! unterschlagen, i Er lebte Jahre lang wie ein Milliouar aber jchl m es schein? dem andc gcfloZictt. Tie Erste National Bank von New Z)ork die Beraubte. ' (riu entsetzliches Verbrechen in Paterson,N.J., Tas an den taxl Vryan Mord erinnert. . Aiinf der Schuldigen in Haft. Kolossale Desraudation. New Jorh 24. Okt. Charles L. Alooro. Jr.. der Zahlclerk der Ersten National Bank in hiesiger ' Stadt, ist durchzebrannt. nachdem er die io!Hale Summe von 700.000. unkrschiagen batte. ' Die Ankündigung dieser riesigen Defrauzation erregte in den finanzielle Kreisen der Staat die größte Aufregung, doch hatte die bekannte solide Fundirung der Bank, sowie eine von derselben erlasierte Erklärung einen beruhigenden Einfluß. . Die Erklärung, besagt, daß der ungetreue Beamte seine Unterschlagunaen seit geraumer Zeit fortgesetzt und di: Entveckung des Mankos durch eine geschickte Fälschung der Bücher verhinert haöe. In New York war Alvord als solioer" Mann bekannt, welcher an derWall Straße weaen seines freundlichen Wesens den Spitznamen Happy" Aloort teilt. Seine Wohnung befand sich in Mount Verncn und bestand aus einer rer sebonsten Villen jener aristokratischen Borstä Vor einer Woche wurden noch Einladungen zu einem großen Diner im Hause Alvcrds auszesandt. doch wurden dieselben spater widerrufen, da Alvord angebli'ö erkrankt sei. .Da das Haus dunkel blieöglaubte man.' die Krankheit sei gefährlich, bis wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Nachricht von den Unterschlagungen eintraf. Man glaubt nun. daß Aloord in der Nacht, wo das Tiner abbestellt wurde, die Stadt verließ und einen Dampfer nach Süöamerika bestiea. Frau Alford, die Gattin des Betrügers. war in Thränen aufgelöst, wollte indessen nichts sagen. Alford's Familie bestand außer seiner Gattin aus zwei Töchtern und einem Sohn. Die Entdeckung der Betrügereien ersollte durck einen Angestellten derBank ! weni?e Taae nach der Revision durch j den Bundes-Bankrevisor. ' Mehrfache Bankrevistonen, welche verens voryer stattgefunden hatten, zur Zeit, als Alford bereits betrachUich: Summen unterschlagen hatte, führten nicht zur Entdeckung der Defraudationen, da der Fehlbetrag aus dem Reservefonds der Bank ersetzt war. Im Ganzen fehlen jetzt 5700.000. doch hofft man einen Theil dieser Summe wiederzubekommen. . . Alvord war feit 20 Jahren jfl der Bank angestellt und genoß das Vollste Vertrauen der Geschäftsleitunz. . Seme Veruntreuungen erstreckten sich aus einen langen Zeitraum, doch kamen dieselben erst an den Tag, als er vor etwa 10 Tagen melden ließ, daß er. zu krank sei. um ins Geschäft zu kommen. Nach einigen Tagen wurde dann eine Untersuchung seiner Bestände vorgenommen und einzelne, kleine Mankos entdeckt. Bei weiterer Untersuchung stellten sich die , Unterschlagungen jedoch als 'immer bedeutender heraus, bis sie schließlich die enorme Höhe von 5700.000 erreichten. Möglich wurden diese Unterschlagungen nur dadurch, daß Alvord die einlaufenden Postsachen in ! Empfang . nahm . und Checks, sowie
Baarsendungen den riefen entnehmen konnte, was er später durch geschickt ausgeführte falsche Einträgungen verbarg. Was Alvord mit all dem Gelde gemacht hat. ist unerklärlich, ausgenommen. daß er spekulirte, wie es gewöhnlich in solchen Fällen der Fall ist. Alvord soll bei einer einzigen Spekulation 575.000 verloren haben. Auch soll er in Saratoga während des Som' mers eine große Rolle gespielt und wie ein Fürst gelebt haben. Foutsey nachFrankfort gebracht. Frankfort, Ky., 24- Oktober. Henry E. Houtsey wurde am Dienstac Wieder. im .hiesigen Gefniß abi
geliefert. Der Sheriff erklärte, dak
Joutsey auf der Fahrt ganz vernünf. tig sprach und guten Muthes zu fein schien. Youtsey ging ohne Hilfe von der Straße m's Gefängniß. Er be-. wohnt dort eine Zelle im dritten Stock. Jim Howard, der zum Tode verurtheilt wurde, befindet sich im zweiten Stock. Es wird streng darauf gesehen werden, daß die beiden Männer keine Gelegenheit erhalten, mit einander zu verkchren. Die Ermordung der Jen nie Bosschieter. Paterson. N. I.. 24. Oktober. George Kerr. Walter McAllister. Wm. Death und Andrew Campbell, sind von der hiesigen Polizei auf die Anklage hin verhaftet worden, den Tod der hübschen Jennie Bosschieter verursacht zu haben, deren Leiche am letzten' Freitag außerhalb von Paterson gefunden wurde. Kerr und Death sind verheirathete Männer. Death soll ein Geständniß abgelegt haben, dahinlcmtend. daß die vier Männer dem Mädchen Knockout Drops" gaben und es dann über die Brücke nach Bergen County nahmen, wobei sie an der Wohnung der Jennie vorüberkamen. Im Lande angekommen. sei Jennie, als sie ausstiegen. gefallen und sie habe sich dabei den Kopf so aufgeschlagen, daß sie besinnungslos geworden sei. Die vier Männer hatten dann Furcht bekommen, das Mädtl,en an der Stelle liegen gelassen und einen Doktor hingeschickt. Death ist Kollektorür eine Versuche-.-ungsgesellschaft, McAllister Mitglied einer Seidcnfirma, Kerr gehört einer reichen Familie an und ist ein Bruder des Richters Kerr, und Campbell ist Vormann in einer Seidenweberei. Am Nachmittag wurde noch ein fünfter Mann verhaftet. August Schulthors, der weiteres Licht auf die Angelegenheit warf. Schulthors erklärte, von McAllister. Kerr. Death und Campbell am Donnerstag Abend engagirt worden zu sein, sie. zusammen mit Frl. Bosschieter in einem zweisitzigen Fuhrwerk zu fahren. Die Männer seien zuerst nach der Wirthschaft gefahren und das Mädchen sei dann, nachdem es etwas getrunken, besinnungslos geworden. Soviel er wiss seien Jenny Knockout Drops" gegeben worden. Die Männer hoben Jenny wieder in das 'Fuhrwerk, als sich das Mädchen aber nicht wieder erholte, bekamen sie Angst und sie fuhren Dann nach der Office des Dr. Townsend. der ihnen rieth, das Mädchen sofort nach Hause zu bringen. , Sie fuhren aber noch nach den Wohnungen von zwei anderen Aerzten, wo es ihnen nicht gelang, ärztliche Hilfe zu erlanzen, worauf sie zu Dr. Townsend zurückbegabcn.' Als sie dort ankamen, war das Mädchen todt. Sie fuhren dann über die Brücke nach Bergen County und legten die Leiche auf einen Platz nieder, an dem sie später gefunden wurde. Kerr. McAllister. Death und Camp 4 I bell wurden noch am Nachmittag ohne Zulassung von Bürgschaft an die Großgeschworenen überwiesen. Die Beerdigung von Jennie Bosschieter, die am Nachmittag stattfinden sollte, wurde von dem Coroner verboten und es wurde ein neuer Jnquest be gönnen. August Schulthors, der Droschken kutscher, der die vier Männer und das Mädchen gefahren hatte, legte später am Abend ein weiteres Gesiöndniß ab, aus dem zu ersehen ist, daß es sich hier um ein so entsetzliches Verbrechen hatt-' deli, wie es je in diesem Staate began gen wurde. Er sagte, daß sich die vier Männer mit Jenny Bosschieter in Saals Wirthschaft befunden hätten, als er durch eine Telephonbotschaft ersucht wurde, dahinzukommen. In seiner Gegenwart sei nach einmal getrunken worden, einer der Männer habe aber vorher den Inhalt einer Phiole in das Glas Jenny's geschüttet. Alle fünf seien dann in das Cab gestiegen. Frl. Bosschieter sei aber bereits hilflos gewesen. Er habe den Befehl erhalten, nach einem bekannten Resort außerhalb der Stadt zu fahren, der Platz sei aber geschlossen gewesen und trotz allen Klopfens habe Niemand geantwortet. Die Männer hätten ihm dann befohlen, zurückzufahren, und an, einer dunklen Stelle hätten sie dann Jenny, die offenbar bewußtlos war, wenn nicht schon todt, aus dem Fuhrwerk gehoben und auf eine Decke gelegt. An dem. was sich dann ereignete, soll derKutscher und einer der vier Anderen sich nicht betheilizt haben. Was geschah, ist zu abscheulich, um beschrieben zu werden. Der Kutscher behauptet, den Sitz seines Fuhrwerks nicht verlassen zu haben. Er konnte nicht sagen, ob das Mädchen noch lebte oder todt war, als es in das Cab zurückgehoben wurde. Er erhielt dann aber Befehl, nach dem Fluß zu fahren, wo das Mädchen herausgehoben wurde. - Die Männer badeten ibm
das Gesicht imr Waner und e aaderr
sich alle Mühe, die Unglückliche wieder zur Besinnung zu bringen, als dies aber nicht gelang, fuhren sie wie toll zu Dr. Townsend, der indeß nur den Tod des Mädchens konstatiren konnte. Schulthors sagte, daß die Männer erst grob wurden und den Doktor zwingen wollten, etwas 'für das Mädchen thun, .sich dann aber aufs Bitten vrlegten und dem Doktor große Summen versprachen, wenn er Jenny wieder.zu sich bringe. Dr. Townsend sagte aber, daß keine Hilfe mehr möglich sei, da der Tod schon lange eingetreten fein müsse. Die vier Männer hielten dann eine Berathung ab. Einer von ihnen wollte die Leiche nach der Wohnung der Eltern i Todten brinaen. die drei anderen woUien aber nichts davon wissen -uns erklärten, die Leiche auf die Landstraße legen zu wollen. Der Kutscher erhielt somit Befehl, 4iöer die Brücke nach Bei gen County zu fahren. Auf der Brücke wurde wieder angehalten. ,Als der dreifache Angriff auf das-be-wußtlose und vielleicht todte Mädchen gmacht wurde, wurde ein Theil ferner Unterkleider abgerissen. Einer der Man ner hatte einen Theil davon in seiner Rocktasche uno ein zweiter hatte den anderen Theil in seinem Besitz. Und als das Gesicht des Mädchens am Fluß gebadet wurde, waren, die Kämme und Haarnadeln entfernt worden. Diese b:j fanden sich im Besitz McAllisters. Diese Gegenstände wurden von den Betreffenden in den Passaic Fluß aeworfen und das. Fuhrwerk setzte dann die Fahrt noch eine Strecke fort. An einer ein samen Stelle angekommen, wurde die Leiche Jenny's herauszeholt, auf die Füße gestellt, und dann fallen gelassen. Der Körper fiel rück wärts, und mit dem Kopf auf einen Stein, wobei der Schädel eingeschlagen wurde. Dieser Umstand war es, der die Behörden von Bergen County zuerst von der Spur abbrachte, denn man hatteAnfangs geglaubt, daß das Mädchen aus einem Wagen gefallen sei und sich dabei die tödtliche Verletzung zugezogen habe. McAllister gab dem Kutscher zehn Dollars für seine Arbeit. - Die sämmtlichen Betheiligtcn, mit Ausnahme McAllister's. haben jetzt das Verbrechen eingestanden. DerStreik der Kohlengrä b e r. H a z l e t o n. 24. Okt. D!e Er. klärung des Präsidenten Mitchell. daß seiner Ansicht nach der Streik am nach, sten Montag zu Ende sein würde, wenn alle Grubenbesitzer eine zehnprozentige Lohnerhöhung bis zum 1. April garan, tirten, wurde hier mit großer Befrie digung aufgenommen. Man glaubt, daß nichts mehr dazwischen kommen, wird, um die Beendigung des Streiks zu ver hindern. . Präsident Mitchell wurde bei seine? Ankunft von Pottsoille um die Gründe befragt, welche ihm die Lage in so gün fttriAm rf"T-.n. ...S I";-:".,,:".,.vhUjhuih tiefen uiiu ci erwiderte darauf, daß die Propositio? derGrubenarbeiter so entgegenkommendsei, dah kein Grund zu'deren Äblehnung seitens der Grubenbesier vorhan. den sei.. Er drückte sich auch insofern er freut darüber aus, daß die bedeutend sten Produzenten bereits ihre Bereit ' Willigkeit ausgesprochen hätten, die 10 prozentige Lohnerhöhung bis zum 1 April zu gewähren. Eine falsch Zö-Rote ent, deckt. Washlngö'n, 'D. S;,s24 Qll Das Geheimdienst-Bureau des Schag. amts hat eine neue, falsche 56-Rote. vor der 1899er Serie,' mit dem Indianer, köpf entdeckt.- Die Noten haben Se? CheckSuchstaöen D". Die Nummer de, vorderen Platte ist 20 und die der hinteren 23. Unterzeichnet sind die Note von I. W. Lyons, Register, und ElliZ H. Roberts, Schatzmeister. Selbstmord aus Scham. ' Minneapolis, Minn., 24. Oft Reo. G. Andre, von der , Notre Dam' Kirche in hiesiger Stadt, hatte bemerkt, daß seit einiger Zeit die Armenbllchse ir der Kirche bestohlen wurde, und um der Dieb zu fangen, hatte er einen Diebs. Alarm anbringen lassen. Als diefer an Dienstag in Bewegung gesetzt wuroej eilte er auf di: Straße, um den Dieb zi verfolgen. Der Priester holte ihn schließe lich ein und üöerzab ihn der Polizei. Es war M. Lanory, ein Cizarrenma. che?. der bisher" als anständiger Man' galt. Unaefähr eine Stunde, nachdem er eingesperrt worden, fand man Landr todt in seiner Zelle auf. . Er hatti . Selbstmord begangen. Von einem Neger erschos' s e n. Valdosta, Ga., 24. Okt. I. F Redding, ein prominenter Pflanzer voi Madison County, Fla., wurde an Montag Abend von einem Neger auj seiner Pflanzung erschossen. Herr Red ding hatte den Neger beschuldigt, Baun, wolle gestohlen zu haben. Der Morde? ist entkommen, wird aber von dielen Leu ten aus der Nachbarschaft verfolgt. ...
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