Indiana Tribüne, Volume 24, Number 35, Indianapolis, Marion County, 23 October 1900 — Page 1
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Jahrgang 24.
Jlusland Depeschen Die MMkrMlKm Sputen. - Gcucra! Azcaraga bildet ciu neues Kabinct. DieMilitärPartci siegreich. 'Piclc yüifchtcn rcslgttiren iiifolgc der (irrucnnumj des Getternls lUnjlcr. :u deutsch englische Vereinbarung. Fndtt nllsrnicinc Zilftimluuug. Die Minister Krisis Spanien. i n Madrid, 23. Okt. - General Bestrebungen, und seine Ernennung, oie von de:n Nriegsrninifter Linares ?hnc Lorloissen der anderen Minister ?emackt wurde, wird als ant erzlytleistung auf alle Macht seitens w Prei7ii:rs Silöela angesehen, von i l l sn r. x. vv. ..- it rf l.irt n.ltl r Irrn rt.TTTl PTTt K , v w !Z ,;i'r7;; Militarismus rn die Arme geworfen abe. v Die ietiae Krisis ist eine Folge Konflikts zwischen den Civil- und Ml-
-Azcarraza ist es solreit noch nicht ge- .ine form:!l: Antworten in Bezug auf .lungcn, ein neues Kabinet zu bilden. jDjc deutscb-englisch? Vereinbarung einTrotz der Ministerkrisis, die seine ! troffen smd baben di: Vertreter der Ernennung verursacht, bat General i Mächte den Grafen von Bülow be-
Weyler seine Pflickten als Generalka- j pchricktigt. das; ihre Regierungen der zit'än von Madrid übernommen. Man 'Vereinbarung bereitwilligst zustimmen 5eschu:vigt ihn anti-parlamentarischer l srden. Es'ist dies nicht überraschend.
litär-Elementen. Seit lyrer uZkeyr auseinandersetzte, das; die Allianz Nicht oon Cuba haben die Generäle Weyer ! zegen Rußland gerichtet sei. Der Botund Linares eine Gruppe von Offizin i schafter soll bei dieser Gelegenheit erren und gleichgesinnten Politikern um klärt haben, das; Rußland der Vereinsich versammelt, deren ganzes Streben , harung ohne Vorbehalt zustimme, darauf hinausgeht, die Armee und ! Die Zeitungen fahren fort, die VerFlotte in größerem Maststab zu orga- ! .Znbarunq zu besprechen. Während die nisiren, trotzdem vom ganzen Lande die meisten sie gutheißen, drücken die rusZinschränkunz der Militärausgaben , senfreundlichen. oder vielmehr englandJerlanat wurde und noch wird. Der ! feindlichen Zeitungen die Befürchtung erste Schritt zur Ausführung dieses , zs. daß die Kälte, die seit einiger Zeit Planes bestand darin, den Kriegsmini- Zwischen Deutschland und Rußland bester für unabhängig von den übrigen ! stebe. durch eine Vereinbarung noch an Ministern zu erklären, und das Erste, j Intensität zunehmen würde, was General Linares that, nachdem i Graf v. Bülow hat den Bundesrath ihm der Premier Silvela frei Hand j formell von dem Rücktritt des Fürsten zegeben. war. den General Weyler zum iD. Hohenlohe und von seiner eigenen Äeneralkapitän von Madrid zu ernen- ! Ernennung zum Reichskanzler und aen. General Weyler. der bisher zur Präsidenten des preußischen Ministerliberalen Partei gehalten hatte, in der ths benachrichtigt. Er hat die erste Hoffnung. Kriegsminister zu werden, Sitzung des preußischen Kabinets auf wenn die Partei wieder an's Ruder , Dienstag einberufen. kommen sollte, erklärte, daß er den -I Fürst v. Hohenlohe wird am DiensKosten als Soldat und nicht als Poli- ir erwartet, wann er sich formell tiker annehme. Nichtsdestoweniger ist !3cn seinen früheren Untergebenen verer'' . i i ! 1 . , , , ,
ö wayrlcyemliV. oan lym von iciji an die liberalen den ittucten zuwenden werden. General Weyler bleibt aber inzwischen auf seinem Posten. Er stützt sich darauf, daß er von der Regierung ernannt worden ist, und er scheint zu glauben, daß es Niemand vagen wird, ihn wieder abzusetzen. General Azcarraga versucht, ein konservatives Kabinet zu bilden, in dem nehrere der früheren Kollegen Silve&s Portefeuilles erhalten sollen. Spät am Abend 'wurö: angekündigt, daß es dem General Azcarraza gelungen sei, das folgende Kabinet zufammenzusetzen: Präsident des Minifterraths. Genera! Azcarraga; Minister des Aeußeren. 'Marquis Azuilar Campo; Kriegsminister. General Linare Finanz-Minister. Senor Aller de Salajar, Minister des Innern. Senor Ugarte; Justiz-Ministe:, Marquis Vadillo; Minister für offen!lichen Unterricht. Senor Garcia Alix; Minister für Ackerbau und öffentliche Werke. Senor Sanchez Toca. Das Marine-Ministnium ist noch nicht besetzt. General Azcarraga legte am Abend der Königin die Liste vor und di: neuen Minister werden am Dienstag den AmtsciZ acleaen. ' Der Unt:r-Sekretär im Ministerium des Innern, der Präfekt'und der Bürgermeister von Madrid, wie auch mehrere Präfekten von Departements haben ihre Resignationen eingereicht. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 23. Oktober. ' In Bezug auf die Behauptung, daß die deutschenglische Vereinbarung auch einige geHeime Paragraphen enthalte, die nicht bekannt gemacht worden sind, sagt die Rational-Zeitung". sie habe sich überzeugt, daß dies nicht der Fall sei. Die inspirirtenZeitungen erklären übereinstimmend, daß die Vereinbarung gegen keine Macht im Besonderen gerichtet sei und am Allerwenigen ge gegen Rußland. Sie weisen darauf hin, wie wichtig der Schutz Englands für das Fangtse Kiang-Thal sei, wo der ganze Handel Deutschlands ruinirt würde, wenn die Politik der offenen Tlzür nicht aufrecht erhalten wurde. ' . Die kalboffizielle .Berliner Post".
lagt, tmn d:e Macyte pcy geeinigt haben, Li Huna Chang von den -Förde-
runaen zu unterrickten. welche die Mächte beschlossen haben, an China zu fWIcn I Von der anaeblichen Erkrankung deZ j ! Grafen von Waldersee ist hier nichts r . cmis r :ri bekannt. Zuverlässigen Nachrichten aus Kovendaaen zukolae wird der Verkauf der dänisch-westindischen Inseln an die . i : ir je - r.; I iLscr. Staaten vaio eine -i,gaiaajc jein. Der dänische Gesandte in Washington, Dr. Konstantin Brun. wird am nachvx Donnstag nach Washington ao reisen und er wird den definitiven Kaufvertrag abschließen. Eine Vorlage, in welcher der Ver-! kauf der Inseln für 57,000.000 autorisirt wird, wird innerhalb weniger Tage lm Rlksdag eingereicht werden. ' Die Geburtstag der Kaiserin Victoria Augusta. die am 22. Oktober 1858 rzeboren wurde, wurde heute in ganz ! Deutschland gefeiert. Der Kaiser ' überraschte sie mit einem auszeichneen Oelgemäloe ihrer verstorbenen 'Mutter. . , " . ?nnal?ick rcn tsen " Mächten noch jbj alle Mächte einzeln foreiU vorher Erklärungen abaeaeben haben, die mit ' ? deutsÄ-enqlischcn Vereinbarung . übereinstimmen. X;, V. vi . , r ! 5jiaf)a" ?e"'f uni.fut ! nen lotitetm tiplornatifeen kg des ' . ; . . . . , L- ! rT ' T k. (..Uin (Cf Vrtr rh rl)r rr -T u versichert, da der ruliijche Bo jchafter ' ' i ... c ! '"''cilv.ü 's te3t' mvtal l !"$Z j rung machte, und ihm dabei mündlich , abschieden wird. Der Äunoesraty und das prtufciiche Habrnit werden ihm zu Ehren Bankette veranstalten. . Die Freisinnige Volkspartei, deren Führer Herr Eugen Richter ist. hat in einer Konvention in Görlitz am Nontag Resolutionen angenommen, in denen die China-Politik des Kaisers Wilhelm verdammt wird; namentlich die prominente Rolle, die Deutschland sich angemaßt habe und die in keinem Verhältniß zu den Interessen Deutschlands in China stehe. Die Konvention verdammte auch die zuf der Saalburg von dem Kaiser proklamirte WeltreiÄ-Doktrin. die beständige Einmischung Deutschlands aller Orten zur Folge habe, die internationale Stellung des Reichs gefähroe, die Aufrechterhaltung des Friedens :rschwere und bestimmt sei. den Handel Deutschlands zu schädigen." Russische Stimmen über das deutsch-englische-Abkommen. St. Petersburg. 23. Oktober. Vttdomosti" hält die deutsch - englische Vereinbarung für räthselhaft", da die Aufrechterhaltung der Integrität des chinesischen Reichs das Grundprinzip aller Mächte in er chinesischen Frage sei. Das Blatt fügt dann hinzu : Die Vereinbarung hat demnach den Zweck, etwas zu beschützen, was keines Schutzes bedarf. Auf die Frage, wer etwa die Integrität .Chinas bedrohen könnte, giebt es- na eine Antwort : Diejenigen sind es, die vereinbart haben, irgend eine Macht zu unterdrücken.-die etwa daran denken sollte, sie zu verhindern. sich in den Besitz derjenigen Häfen von China zu setzen, die sie bereits als Eigenthum betrachten. Rußland wird inzwischen wissen, wie es China zu be schützen hat." Die Novoe Vremya" ist der Ansicht", daß das ganze Gebiet mördlich vom Per Ho Rußland gehört, das niemals zugeben wird, daß die Politik der offenen Thür auf jenes Gebiet Anwendung finde".. Nur sieben Amerikaner in Colvmbo. oloirvbo. CerM,2Z. Oktober.
Indianapolis, Ind., Dienstag, den 28. Oktober 19.
! Die Änkunogung. oan oie Negierunz der Ver. Staaten die UeberfiihVmg aller hiee befindlichen arnenkznischen Trans-vaal-Gefangenen nach einem gesunderen Klima verlangt habe, hat in Ceylon Erstaunen erregt. Unter den Gefangenen j nrrnnn ft.-H nur ?n 5ifru?r itn sp,, . Mann, die als-. Amerikaner bezeichnet WWt f1"4 V MV '(a3 VM4l werden. Das Lager der Gefangenen befindet sich am gesundesten Platz in der ganzen Umgegend. W W f f H u. Paris, 23. Oktobers General Voyron. der Kommandeur der franzöfischen Truppen in China, telegraphirt unterm Datum vom 20. Oktober wie w it 2 rr fi n folgt: französische Truppen haben die Eisettbahn und den Bahnhof in Pao Tinz Fu besetzt unjb sie recognosciren jetzt nördlich und südlich bis an die Endpunkte der Bahn. Die Eisenbahn wird jetzt reparirt. Kolonnen von Peking und Tien Tsin sollten binnen Kurzem .ankommen. London. 23. Okt. Dcx Times" wird aus St. Petersburg . gemeldet. daß der Besuch des chinestschen Gesand j tcn in Livadia. wo sich der Hof zur . j eit befindet und von wo die Politik j des Reiches mit größerer Heimlichkeit ! wie von St. Petersburg aus dirigirt ! werden kann, mit der Absicht unter- ' nommen ist. ein separates Abkommen 1 mit Rußland bezüglich der .Mandschu- , rei zu treffen. ! Die Russen fahren in der Mandschurn fort. die. Cytnesen systematizch ausl ii... , l mte zurollen, zur vsicrjsrncu lyrer unen ; bahn durch jenes Gebiet. Der Wider. , f(inb fctt ;bimUn nat nnt clnc ,tCt iiuhu vtv viiniit ti ivui na mit ijuivt ' . und gab den Russen willkommene Gehatnltn b:cfcI& ' V, . Saus enden nie ; uuuiiiu, vii. vtvin - .jwHiivui luvderzuschiefzcn und. jede Spur chinesl. Ut yberhoheit-in der Mandschurei legenbeit, dieselben zu. Tausenden rne zu vernichten. E c u a d o r w i l l b e z a h l e n. Panama. Colombia, 23. Okt. Eine Depesche aus Guayaquill, Ecuador, sagt, daß der Kongreß von Ecuador Vorkehrungen sür die Bezahlung der ganzen auswärtigen Schuld getroffen habe. Prinz ChristianVictor er krankt. . London, 23. Oktober. Einer hier eingelaufenen Depesche zufolge ist der Prinz Christian Victor, Sohn des Prinzen Christian von SchleswigHolstein und der Prinzessin Helena, Tochter der Königin Victoria, in Südafrika, wo er jetzt als Major im Felde steht, am Typhus erkrankt. Cholera in Japan. St. Petersburg. 23. Okt. Nachrichten us Wladioostock zufolge nimmt die Cholera in solchem Maße in Japan zu. daß alle ietzt von dort kommenden Dampfer in Quarantäne gestellt werden. In der Depesche heißt es. daßmehrere Personen an Bord von Mazasaki gekommenen Dampfern gestorben seien. , ' Eine radikale Reform. P a r i s ' 23. Okt.' Der Kriegsmini-' ster. General 2lndr6. hat. dr La France Militaire et Religieuse" zufolge, den Entwurf einer Vorige beendet, derzufolge die Kriegsgerichte reformirt werden sollen, indem, wenigstens in Friedenszeiten, Civlirichter an Stelle der militärischn Richter substituir! werden so! len. ' : . R e v. I. A. D o w i'e i n London. London. 23. Oktober. John Alexander Dowie, der.Zionist, wurde am Montag Nachmittag bei der St. Martin's Townhall wieder von einem Haufen von 600 bis 700 Studenten empfangen, die versuchten, ihn am Betreten der Halle zu verhindern. Einer starken Abtheilung Polizei gelang es ! schließlich aber doch, Dowie.in die Halle ... . rrs crr:: c w m.. zu oringcn. - -anjtct uci vs.udenten wurden verhaftet. In der. Abendversammlung, in der is trotz aller Vorsicht heim Vertheilen hz Einlaßkarten wieder, recht stürmisch herging, erklärte Rev, Dowie. daß eine Verschwörung zu seiner Ermordung existire. und er die 'Einzelheiten den Polizeibehörden mitgetheilt habe. Zin schlecht bezahlter Kon- ' sul. K o n st a n t i n o p e l, 23. Oktober. Ein siderbares Gesuch hat der türkische Konsul .in New .York 'an die' Pforte gerichtet, nämlich, daß ihm erlaubt werde. Artikel für Zeitungen zu schreiben, um damit etwas Geld zu verdienen. Er -erklärt, daß 'sein Salär nicht groß genug sei,. um davon leben zu können, und daß er entweder eine Gehaltserhöhung haben müsse oder ihm gestattet werde, sein Einkommen auf die' angedeutete, Weise, zu vermehr ren. Die Flucht des chinesischen . Hofes.a.us Peking. Tacorna.. WM. 23: Okt. Der Dampfer Glen'ogl:", per am Sonntag Abend hier angekommen ist, .überbringt
einen mtere anten Äericht über die Flucht der Kaiserin von China aus Peling. Er lautet wie folgt : . Wie dies in China-in ähnlichen Fällen immer geschehen ist, so wurden auch in diese? Kampagne an Stelle von Berichten über die Niederlagen der chinesischen Truppen dem Hof fortwährend Siegesberichte unterbreitet, und die Folge war. daß sich der Hof in absoluter Sicherheit glaubte. Erst nachdem. yxt Verbündeten in Peking eingezogen: waren, wurde der Kaiserin die wahre Lage der Dinge bekannt, und es folgte dann ein jähes Erwachen. Am Morgen des IS. August, zu früher Stunde, verließ die Kaiserin mit dem Kaiser, in gewöhnlichen chinesischen Baumwollkleidern den Palast. Sie fuhr in einem gewöhnlichen chinesischen Karren und war nur von einem kleinen Gefolge begleitet. Die Eile, mit der die Flucht bewerkstelligt wurde, war eine so große, daß nur rvenig Geld 'oder Werthsachen mitgenommen wurden und mehrere Tage lang soll die kaiserliche Reisegesellschaft die größten Entbehrungen ausgestanden haben. Die einzige Nahrung, die ihnen zu Gebote stand, war Hirse und die Nächte wurden in den ordinären, aus Backsteinen erbauten an der Straße gelegenen Gasthäusern zugebracht. Unter Denjenigen, die den Hof begleiteten, befanden sich Prinz Tuan, Kang Yi und Wang Wen Shoo. Die Kaiserin soll aus Mitleid mit dem letzteren, der ein sehr alter Mann ist. ihn aufgefordert haben, nach der Hauptstadt zurückzukehren, Wang bat aber mit Thrcwen in den Augen, den Hof in's Exil begleiten zu dürfen. Der beschäniende Eindruck, den diese Erfahrung auf die stolzen Mandschus oemacht har, laßt sich besser denken als "beschreiben, und es ist sehr wahrscheinlich, daß diese Demüthigung das Rachegefühl der Chincsen erst recht geweckt hat, wie dies aus dem geheimen. Li Hung Chang gegebenen Befehl. Tien Tsin und Peking wieder zu nehmen, hervorgeht ; wie auch auZ dem Ton in dem die Edikte gehalten sind, die seit, der Flucht des Hosts erlassen worden sind." m 9 m ' B r u t a l e r , M o r d. Parrersburg. W.Va.. 23. Okt. In Minnie. an der Shori Line Eisenbahrl. wurde am Montag dee- Wirth Ed. Sarroll von zwei Negern ermor, det und beraubt. Die beiden Mörder begaben sich in die Wirthschaft . und verlangten etwas zu trinken. Wäh rend nun Carroll im Begriffe war. das hingelegte Geldstück zu wechseln, schlugen sie mit Knüppeln auf ihn ein. bis er todt war. Nachdem sie dann die Geldschublade ausgeplündert hatten. sprangen sie auf einen Zug. der Ohio Niver Eisenbahn, sie wurden aber von dem Zugpersonal verhaftet und den hiesigen Behörden übergeben.
Der berüchtigte R ä uber,.Peter Bodo im Szeklerlande, der den größten Theil .seines Lebens im Zuchthause zugebracht und dasselbe erst vor Kurzem verlassen hat. ist vom Verhängniß ereilt worden. In Lewheny wurde er von einigen auf - einem Patrouillengang begriffenen Gendarmen bei einem Dieöstahl attrapirt; er ergriff rafch die Flucht und gab der Aufforderung der -Gendarmen, stehen zu bleiben, keine Folge. Einer der Gendarmen lies ihm nach und stieß ihm, da er auch jetzt der Aufforderung nicht folgte, sein Vajonnet in den Leib. Einige Stunden darauf war der Bandit eine Leiche. D i e P r o v l n z O st - P r e u ßen besitzt zwc! noch 'im Amte thätige Volksschullehrer, die hinsichtlich der Länge ihrer Dienstzeit wahrscheinlich von keinem Lehrer Deutschlands übertroffen werden. Es sind dies der Lehrer Gottfried Kerner zu Lengwethen im Kreise Ragnit und August Albrecht zu Lenkimmen im Kreise DarZehmen. Er sterec ist 1816 geboren und befindet sich seit dem April 1834, .'also über 66 Jahre, im Amte; letzterer, geboren im März 1821. wirkt seit dem Mai 1840, also auch schon über 60 Jahre. Beide Herren sind körperlich und geistig noch rüstig und denken vorläufig noch nicht daran, sich in den Ruhestand zu begeben. Der berühmte Tenor Tamagno hat ' in seiner prächtigen Villa bei Varese ein Mustertheater bauen lassen. : Die Decorationen sind von "einem -hervorragenden ' Künstler angefertigt " worden die technischen Einrichtungen von einem der besten Theatermaschu.isten der - Welt.' - Der Saal enthält mehr als 200 Sitzplätze; die Bühne ist ein wahres Schmuckkästchen'und weiii die modernsten Errun genschaften 'der Bühnentechnik auf. Die Eröffnung des Müstertheaters wird dieser Tage mit einer Galaaufführung zum Besten eines Kinderasyls stattfinden; zur Darstellung gelangt u. a. der vierte Akt der Oper Forza del destino" mit Tamagno und: anderen hervorragenden Künstlern. . - k r p - r-v .
Inland Depeschen. Die deutsch englische Vereinbarung. Vom Streif der Rolzlcngräber. Gesetzlose Vandalen in Florida, Ind. Bit jicittiidiier Segkslaknr ver tagt. , Ohne einen Wuhllommissar ernannt zu haben.
er Streit der Kohlengräi ? ber. Hazleton. Pa., I3. Okt. Präsident Mitchell sagte am Montag,' dag ... ! stf.lC. , m ' ten eine Lohnerhöhung von 10 Proz-en! bis zum nächsten 1. April zusicherten. Die Aussichten auf eine baldige Beende gung &s Streiks haben sich gebessert. Falls alle Grubenbesitzer dem Beispiel -der Reading Co. oder der Lehigh Co. cU gen. eine Lohnerhöhung von 10 Prrzenl bis zum nächsten 1. April offeriren unc die bewegliche Skala fallen lassen. U wer ihre Präpositionen zweifellos von den Sireikern angenommen werden. Die Reduktion des Preises von Pulvers von $2.75 auf 1.50 per Faß schein! vielen Streikern noch nicht ganz' klar, doch haben die Grubenöesiner so deutlick gezeigt, wie die Kontraktarbeiter durch, diese Reduktion ebenfalls einer 10prozen' iigen x:ohn:ryoqunz theuaztig wurden, daß der Widerstand der Streiker gegen diesen Passus der Vorschläge sich jeden falls legen wird. Obgleich nach Präsident Mitchell'Z Ansichten die Aussichten auf eine baldig? Beifcgung des Streites die besten sin), so läßt sich vor der Hand doch schwer sa gen, wann der Streik endLiltig beendet sein wird. Einzelne der Grubenbesitze, weigern sich noch, die Lohnerhöhung von 10 Prozent bis zum 1. April zu offeri ren. nachdem sie bereits vor mehreren Tüz!nine'10proz?nt7ge'Lohne?höhunz. allerdings ohne zeitliche Garantie, offe rirt Hatten Gegen die Tru st s. LouisvNle. 23. Okt. Eine An. klage auf Verschwörung lautend, würd -am Montag hier von den Großgeschwo renen gegen" die hiesige Leichenöestaiter, Association erhoben. Diese Anklage ifl die erste unter 'dm Anti-Trust-Gese. Die Anklage führtaus. daß 16 Leichenbestatter, die namentlich angegeben sine, sich zu dem Zwecke vereinigt hätten, um die Preise zu rezuliren ::n? festzusetzen. Die deutsch-englische Ver einbarung. Washington. D. C.. 23. Okt. Es wurde am Abend von autoritativer Seite die Erklärung abgegeben.- daß j c v y tL - . dtc ner. iaaien Regierung oyne, Rückhalt den Prinzipien zustimme, die in der deutsch-englischen Vereinbarung niederaeleat sind, und daß eine formelle Antwort in diesem Sinne binnen j ? , . . . i weniger .agen ersvigen weroc. Der deutsche Geschäftsträger. Graf v. Quadt. hatte am Nachmittag cine Konferenz mit dem Staatssekretär, dem er den Text der deutsch-englischen Vereinbarung einhändigte, wie auch die Einladung an die Ver. Staaten, den in - der Vereinbarung niedergelegten Prinzipien zuzustimmen. Die Zusicherungen, die ihm der Staatssekretär gab. waren für den Geschäftsträger durchaus befriedigend. Die Regierung wird sich aber in ihrer Antwort darauf beschränken, den beiden ersten Paragraphen ber Vereinbarung zuzustimmen, nicht der dritten, und dabei von der Annahmelusgehen, daß dieser dritte Paragraph nur Deutschland und England angehe und die anderen Mächte nicht ersucht worden sind, auch diesem zuzustimmen. Dieser dritte Paragraph lautet, daß, im Falle irgend eine andere Macht die Komplikationen in China benutzen sollte, um sich chinesisches Gebiet anzueignen.' Deutschland und England sich das Recht vorbehalten, weitere Arrangements zum Schutz ihrer beiderseitizen Interessen zu treffen. Man kann dies für eine Drohung l gegen andere Mächte halten und die amerikanische Regierung wird aus diesem Grunde dem Paragraphen nicht zustimmen. Die Kentuckier Legislatur vertagt. Frankfort, Ky., 23. Oktober. Die Kentuckier Legislatur hat das neue Wahlgesetz, das am Samstag angenommen wurde, an den Gouverneur Beckham geschickt, und sich dann vertagt. , - f Die Demokraten 'und Republikaner konnten sich nicht auf einen Staatstrxzblkoinmissär einigen, der die in der
oer ssiuu in oer nniyracue-negion voraus sichtlich sofort beigelegt würde, sobald alle Grubenbesitzer iren Ancestell,
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Kommtss ton, .bestehenden Vakanz ausfüllen soll, und sie vertagten sich, ohne -irgend Jemand zu erwählen. Beide -Häuser hatten am Samstag eine Resolution angenommen, in der beschlossen wurde, daß es den Republikanern überlassen werden soll, den neuen Kom missär zu ernennen, und in Uebereinstimmung damit brachten sie den Riehter Cocbran von Mavsville in Vorschlag. Die Demokraten weigerten sich aber, für ihn zu stimmen, weil er ein Freund des früheren Gouverneurs Taylor war, und auch, weil er auf keinem freundlichen Fuß mit dem Prasidenten Poyntz von der Kommission steht. Sie erklärten, sich aber bereit, für irgend einen anderen Republikaner zu stimmen. Die Republikaner weigerten sich daraufhin,, für irgend Jewanden zu stimmen. Gesetzlose Vandalen. Florida. Ind.. 23. Okt. 'Die . Bande, welche vor einigen Wochen zwei ' Weczgeld-Einnehrner - Häuser mit Dynamit in die Luft sprengte und die Brücke an der Landstraße von LogensPort nach Burlington verbrannte, vol- ' lendete am Montag ihr ruckloses Werk, indem sie das Weggeldhaus am Deer Creck verbrannte. Kurz nach Mitternacht erschienen eine Anzahl maskirter Berittener in der Ortschaft und ritten ein paar Minuten später eiligst weiter. Kurz darauf stand das Weggcldhaus in Flammen und brannte bis auf den Grund nieder, ehe die anwohnenden Bürger geweckt werden und Hilfe bringen konnten. Die Farmer, die an der Landstraße wohnen, sind wüthend auf die Gesellschaft, welche Eigenthümern des Weges ist, da sie denselben seit Langem, trotz der Aufforderung der Bürger, nicht hat repariren lassen, aber nach wie vor fortfuhr Weggeld zu . erheben. Die CountyKommissäre von Carroll Covnty hatten vergebens die nur neun Meilen lange Straße zum Preise von $212 per Meile an das County zu bringen versucht, doch lehnte die Gesellschaft diesen Preis als zu niedrig ab. Brudermord. F r a n k f o r t. Kn. 23. Oktober. Leonard Bromley, 22 Jahre alt, er schoß am Montag in hiesiger Stadt seinen Bruder Thomas. 20 Jahre alt Er behauptete zuerst, daß sich Thomas selbst zufällig erschossen habe, nach sei- ... ner Verhaftung gab er aber zu. den Schuß abgefeuert zu haben. Er behauptet aber, daß es sich um einen unglücklichen Zusöll handle. Di: beiden Brüder hatten sich vorher beim Kartenspiel gezankt. Die Schießerei fand in der Wohnung der Beiden stat und außer ihnen war Niemand zugvi gen. Der Ferrell - Mordprozeß. Marysville. O.. 23. Okt.' Der Geschworen James Shirk, der an den Masern erkrankt ist, war am Montag Morgen noch nicht im Stande, im Gerichtssaal zu erscheinen, und der FerrellMordprozeß wurde deshalb aufDienstag vertagt. Ferrell's Mutter und Frd Costlow, die Verlobte desMörders. statteten während des Tages der Wittwe des ermordeten Expreßboten Lane einen Besuch ab. Als sie' die Wohnung wieder verließen, waren Beide in Thränen gebadet. Gewaltthaten streikender Former. Springfild. O.. 23. Okt. Vierzehn nicht zur Union g.'hönge For ' mer trafen am Montag Abend von Cleveland, O., hier ein, um die Plätze der streikenden Former in der Metall-Räder-Fabrik .der Bellendorf Co. hierselbst anzunehmen. Die Ankömmlina: wurden auf dem Bahnhof von ca. 150 Mann der hiesigen Union erwartet und gezwungen, mit dem Zuge nach Dayton, O., weiter zufahren. Vier Mann, darunter ein gewisser Reed, welche: ein Detektiv, aus Cleoeland zu sein behauptete, blieben je doch hier zurück und es kam zu einer Schlägerei, ehe die' Leute ihr Hotel erreichen konnten. Reed wurde später aus die Anklage hin verhaftet, verborgene Waffen bei sich geführt zu haben, während die drei Anderen s:ch zu ihrer Si cherheit nach dem Polizeihauptquartier begaben. Stahl einen Check. Bowling G r e e n , O.. 23. Okt. Frau John -L. Peters befand sich im. hiesigen Common Pleas Gericht, um ein Scheidungsdekret gegen ihren. Mann zu erwirken, welcher in Erwartung, diese Summe als Alimente zah len zu müssen' einen Wechsel . über.' $1000 in ihrem Namen ausgestellt hat'- : te. Ehe der Richter jedoch die Ent- . scheidung abgeben konnte, hatte die Frau sich des Wechsels bemächtigt, das Gericht verlassen und denselben in einer in der Nähe befindlichen Bank zu Gelde 'gemacht. Später wurde die Frau und ihr Vater John Bartz, der mit ihr den Wechsel eingelöst hatte, aus Antrag des Anwalts der Frau verhaftet, da er behauptet, ein Theil des Geldes' gehöre ihm. Das Urtheil in den? Scheidungsfalle ist noch nicht rechts, kräftig geworden. - ' -
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