Indiana Tribüne, Volume 24, Number 34, Indianapolis, Marion County, 22 October 1900 — Page 7

Der Anstaubcrfriedl.

Neman von Fanny Kaltenhauscr. (Fortsetzung.) " Sie streckte die Hand aus und fuhr damit hinein zwischen die wogenden Halme; es durchrieselte sie dabei ein seltsam wohliges Eesühl. Dann schritt sie endlich hin ans untere Ende. Mitten unter den Arbeitern stand ihr Vater, der Reiseröauer. Er hieß nicht so unter den Leuten; der einzige Name, mit dem ihn alle nannten, wenn sie ihn nicht direkt ansprachen, war: Ter Anstauberfriedl". Eeitdem der Löwenwirth todt war das mochte etwa zehn Jahre her sein , seitdem hieß er so. Hatte bis dahin der Löwenwirth alle größeren Geschäfte selbst gemacht, die kleineren sei ter zum Abschluß gebracht, und mußte der Fried! bis dahin trotz alles Werkthätigen Beistandes, den er dem Alten leistete, mehr im Hinterhalt bleiben so siel nun mit einemmal all Arbeit, alles Große und Kleine, ihm zu. Er that sich jeooch nicht schwer dabei. Er war. in einer zu guten Schule gewesen bei dem alten Mann. Und eine Hoffnung der Bauern wurde zu nicht. Man hatte bei im jüngeren Mann auf ein milderes Herz gehofft, bald aber sah man. daß er genau so gut und viel zu rechnen wußte wie sein Lehrmeister. Dabei konnten seine Dienstleute indeß nicht sagen, er wäre ein ungerechter, harter oder neidiger Herr. Er vergönnte ihnen, was sie brauchten, forderte freilich auch bei der Arbeit angestrengte Kräfte. Er sprach nieu'.als viel, nur was er mußte; es nxe, als hätte er keine Freude am Reden. Die Leute gehorchten auch so; sie wußten es alle: nur ein einziges, ungehöriges Wort, und man durfte sich für selbige Nacht noch eine andere Unterkunft suchen. AuÄ jetzt stand er stillschweigend da, sah bald bahin, bald dorthin. Es Zrurde alles seinen Anordnungen nach verrichtet, er sah es, aber kein Schimmern von Zufriedenheit breitete sich auf seinem Gesicht aus. Das erschien kalt und stolz, von beinahe hochfahrendem Ausdruck. Die Augen hatten noch ihr schönes, tiefes Dunkel wie einst, aber ein seltsames, fast starres Geschaue war ihnen eigen, so, als wandle der Mann einem Ziele zu. das noch sern lag, seinen Augen aber schor, sichtbar war. .Vater " sagte plötzlich die Näni dicht neben ihm. Vater, sollst heimkommen! Es ist einer da, der mit dir reden will." .So?" Gleichgültig sagte er es er tztiz schn. das wird der Holbacer sein, der um eine letzte Frist' bitten wird. Aber die soll er nicht mehr haCien. Ter Hclzhändler. der Meierhu1er. drängt wegen de: Holzlieferunz; bis zum Winter muß alles geschlagen , sein. Und der Holbacher hat ein?n aar prächtigen Wald. Fast so schön wie dieser da vorne, der zum Weghosergut gehört. Die dunkeln Mannesäugen schauen eine Weile still nach vorn zu den hohen, tiefzrünen Bauinen, dann flammen sie auf, jäh; wie in von Zugluft emporgejaaten Flam-' nen lodert es in ihnen. Dtt Wal da ah, wenn er .'sein eigen sein wird! Und die Zeit wird kommen, muß komir.en. So nahe schon ist er herangezückt, bis an den Rand des mächtigen Waldes, so viel hat er schon erobert all die Aecker und Wiesen da h:rum hat er gewonnen, eines nach dem anfcent, in vielen Jahren hindurch; seit zwei Jahren ist auch das große, schöne Feld da sein' Eigenthum; weiter, weiter! Und er kommt ja weiter den Weghofer hat der Spielteufel zu fest in den Krallen! In ein paar Jahren t ah, gewiß, er schreitet mit Riesenschritten dem Ziele zu. Und er lacht ein kaum merkliches, fast unhörbares Lachen, bei dem die Lippen sich sachte theilen und die blitzenden Zähne ein wenig hervorschimmern. Die Nani steht noch immer neben ihm. Kommst?" fragt sie jetzt. Oder soll man den Mann da heraus chicken?Da nickt er ihr zu. Geh nur zu. ich bin gleich daheim." Dann sieht er auf einmal d' nackten Füße der Nani. Ja, was ist denn das mit dir, Dirndl?. Hast 'leicht keine Schuh' daheim, die zum Anziehen sind? Weil bloßfüßig herumläufst wie 's ärmste Dirndl! Soll es 'leicht heißen: der reich' Reiserbauer vergönnt sein:m Dirndl nicht einmal ein Paar gute Schuh'?!" Hast es nicht schon einmal gehört, daß ich's nicht leiden mag. so ein Herumlaufen?!- Er rief es ihr zornig zu, in heftigem Ton. Das Dirndl hatte beschämt den Kopf gesenkt, nun hob es denselben wieder und sah dem Vater freimüthig in die Augen. Schau, mir ist halt gar so wohl, wenn ich so geh' und daß tich die Leut' für neidisch verschreien könnten, dafür bin ich am Sonntag diel zu schön beisammen!" - Er sprach jetzt nicht mehr so heftig wie vorhin, dennoch aber in einem bestimmten Ton. der wie ein Gebot lautete: Aber ich mag's nicht leiden, und so thust es auch nicht mehr." ' Nein. Vater." Sie ging davon, cr aber wendete sich den Arbeitern zu, sagte ihnen einiges über, ihre Arbeit 'und ging dann erst ganz langsam heimwärts. Ein leises Singen ging jurch das Weizenfeld neben iljm; die

Grillen zirpten, tm Äalve klangen süße, sanfte Vogelstimmen; er aber hörte nichts von diesen Stimmen der Nalur. er lauschte die innereStimme, die ihm immer wieder von dem sprach, was sein Sehnen war. vom Triumphiren über einen Mann und ein Weib, die er beide haßte. Als er daheim in die Stube trat, saß einer auf der Ofenbank wie in sich versunken. Als der Reiserbauer in der Mitte der Stube stehen blieb und nach dem Manne sah, hob dieser endlich das Haupt; wie ermüdet erschien das Gösicht, so still waren die Züge, so ausdruckslos und unbewegt: die Augen hatten einen erloschenen Blick. Einen Augenblick blieb der Mann stumm, ohne Bewegung, dann neigte er sich plötzlich vorwärts und sagte leise, unruhigen Tones: Bist gekommen? Ich hab' hart gewartet. Ja. Kennen thu' ich dich als inen harten Gläubiger, aber hoffen thu' ich doch, 's Hoffen stirbt eben nicht aus. Wenn ich halt doch ein gutes Neichtl treffen that' bei dir und bliebst nicht ganz hart gegen mich. Ah, nur ein wenig was laß mir, mein Häuser! und meinen Wald!" Die Stimme klang plötzlich schier gellend im Schmerz: Ah. meinen Wald, meinen schönen Wald! Wenn nachher der nimmer mir gehört, ich weiß nicht, was ich thu'! Den Wald laß. mir, hörst? Machst dich mit dem andern bezahlt genug, gewiß, mit den schönen Aeckern und Wiesen! All's nimm dir, all's, aber nur mein Häuserl und meinen Wald laß mir! Nur gerad' das!" Leidenschaftlich flehend klang zuletzt der Ton, der Reiserbauer aber hatte nur ein stummes Kopfschütteln. Hätte der um sein Haus allein gebeten, das hätt' er ihm ja vielleicht zugestanden aber der Wald, den er brauchte des Holzes wegen, nein, da war alles Reden umsonst! Da ihm der Alte jetzt die gefalteten Hände entgegenstreckte mit eine? jähen, ungestümen Veweguna, da schüttelte er abermals den Kopf. Ist alles Reden umsonst deinerseits. Ich muß mein Geld haben, was ich dir gegeben hab', oder ich kann dir nicht helfen." ' Bist du so hartherzig?" sagte der Bauer müden, schweren Tones. Dir muß ja ein sieinetn Herz in der Brust stecken. Könntest mir ja überhaupt zuwarten, die paar Jahr', die ich zu leben hab'! Was wär' es für dich? Alt bin ick), der Kummer frißt mit ein:rn scharfen Zahn,, , da magst die Tag' zählen, die ich noch vor mir hab'. Nach meinem Tod magst es ja an dich reißen, 's Gütl mitsammt dem schönen Wald! Da laß mich doch jetzt drauf!" Und ungestüm herausfahrend, mit eir.ein Zttrjchenden Schmerzensruf: Um Gctt's willen bitt', ich dich, laß mich

drauf!" Der Reiserbauer aber war an ein Fenster getreten; er trommelte leise mit den Fingern gegen die Scheiben. Ueber seine Schulter hinweg fiel der Sonnenschein in die Stube herein. Der Holbacher sah von seinem Sitz aus in den grellen Sonnenschein hin, der sich auf der Diele in breitem Streifen hinzog. Sprach denn der dort nichts? Hatte der etwa nicht inmal seine Worte vernommen, weil er sich gar nicht rührte und, kein Zeichen gab? Der Mund des Mannes verzog sich schmerzhaft; es war ja schade, von dem dort Gnade zu erhoffen; noch keiner hatte sie erlangt, über Elend und Noth schritt der dort hin mit leichten Füßen. Und jetzt, da eine flüchtige Sekunde lang saust und braust es in den Ohren des Bauers, dann hört er. was jene? spricht: Gerad' schad' ist's um den ganz' Reden ich kann nicht war ten. ich brauch' mein Geld!" ' Da ging er, der Holbacher. Ter Friedl hörte langsame, müde Tritte, dann ein Niederdrücken der Klinke und wieder Tritte. Als er sich umsah, war er allein in der Stube; die Thür stand weit offen, der Mann hatte auf das Schließen derselben vergessen. Da ging er und drückte die Thür zu; hierauf kehrte er wieder ans Fenster zurück. Und wieder tromm''ke er auf die Scheiben, trommelte und trommelte immer stärker, als wolle er damit etwas verscheuchen cder übertönen, was laut und immer lauter erklang. Und das laute, tiefe Tönen war in ihm, er wußte es; wie eine häßliche Musik klang es vor seinem Herzen herauf an sein Ohr; aber was es bedeuten sollte, dies Tönen, darauf mochte er nicht hören. Er mochte nicht, es würde schon wieder aufhören. Unter den tiefgesenkten Lidern hervor schauten die Augen des Mannes mit dunklem, starrem Bick zum Fensie: hinaus. Dort. draußen schritt im Sonnenglanz ein gebeugter Mann dahin; die.langen Arme hingen schlaff zur Seite nieder und pendelten leise hin und her; der Kopf hing vornüber, als hätte er keinen Halt im Genick, die Füße aber traten zögernd, unsicher vorwärts zu einem seltsam strau- ; chelnden Gang so, als gingen sie i einen stark holperigen Pfad mühselig oain. . . ' 5 Es war zwei Tage später, als der Weghofer Franz eilig der Kirche zuschritt. Er hatte sich daheim ein wenig verspätet und fand .nun schon die Bauern und Burschen auf dem Kir chenplatz versammelt. Einige davon begrüßte er, dann begann schon das Zusammenläuten, welches die Leute.! die Stilt rief. ,

JndZmm Tribüne. Montag,

Still saß der junge Bursch' in seinem Stuhl und schaute unverwandt nach vorwärts; jedoch sprach aus dem Blick seiner Augen keine innige, fromme Andacht, sondern ein verwundert still Schauen. Da vorne in den Weiberstühlen saß eine, von der er neulich gar nicht so gemerkt hatt:, wie beson-ders-schön sie sei. Jetzt, wo durch das hohe Kirckenfenste? beim Hauptaltar vorn die Sonne in so breitem Strahl hereinfiel und gerade um das braunhaarige Köpfchen dort einen so gleißenden Glanz wob. jetzt sah er es erst, wie weiß das Gesichtlein war, wie hellrosig das Blut durch die feine Haut der Wangen schimmerte. Die Augen ab:?, die sich manchmal nach dem Seitenaltar da hinüber wandten, die hatten ein' so eigenes, tiefes Leuchten, als schimmere ein goldiger? Grund von einem klaren Gewässer herauf. Ausseufzend wandte der Franz endlich den Blick von dem bildsauberen Dirndl hinweg. Schad' um das liebe Dirndl! Sie fand ja doch keinen Anwerth als ihres Vaters Tochter! Wenn sie eine andere wär' ah, eine andere, an die einer denken konnte mit heißem Wunsch und Willen, mit ehrIichem Begehren! Aber um die konnte ja nur einer kommen, dem es um ihr Geld zu thun war, der selber zu wenig rechtschaffen war, als daß er sich viel um den unrechtschaffenen Erwerb des Geldes gekümmert hätte. Und dafür war das liebe Dirndl zu gut, viel zu gut' und viel zu sauber. Wieder wie neulich im Walde stieg ein übermächtiges, heißes Mitleid mit t.rn Mädchen in de? Seele des jungen Burschen auf. Das Herz schlug ihm auf einmal stark und schnell, und ein so seltsames Empfinden hatte er dabei er wußte nicht, geschah ihm weh oder wohl oder beides zugleich. . . . Auf dem Heimweg vom Hochamt gesellte sich ein junger Bursch' der Höllerer Lippl zu Franz. Andere,' die denselben Heimweg hatten, hatten sich lieber vorerst auf eine Weile, ins Wirthshaus gesetzt, eh' sie heimgingen; und so schritten nur ein paar Weibsleute mit flinken Füßen und noch'slinkeren Zungen vor den beiden Burschin dahin. . Hast ihn gesehen, unsern Grafen im Land?" fragte der Höllerer Lippl aus einmal, nachdem er eine Weile stumm dahingegangen. Ich glaub', du bist gerad' bei der Kirchenthür gestanden, wie er herausgegangen ist." Wen meinst? " Zögernd fragte es der Franz. Den Reiserbauern 'leicht?" Ja, den! Den Teufel in menschlicher G'stalt! Den Blutsauger! Ten der Herrgott verdammen mög'!" Bei den zornig hervorgestoßenen Worten hob der Lippl den Arm und drohte m'i der Faust in der Richtung gegen das Rciserbauerngut hin. He du. he du!" sagte der Franz erschrocken. Wer wird denn einen vero'ammen! Hat er dir denn so arg viel angetban. daß du wie ein Wüthender tbüst?" Mir?" Der Lippl lächelte. Mir hat er sonst nichts gethan, als daß ich meinen Bruder, der 's Baternhaus hat. schon zweimal hab' loskaufen müssen von ihm. Zweimal hat er ihm tausend Guldcn geliehen, jed'mal ist's beinah auf zweitausend Gulden angewachsen unter ein paar Jahren. Das hab' ich jed'smal gezahlt. Jetzt ist schon mein ganzes Gerstel, 's Ersparte von fünf Jahren und mein Erbtheil, zu End'. Wenn's noch einmal sein sollt', das Loskaufen, dann ja. dann muß ich halt 's Elternhaus dahingehen lassen, wo's eben hin mag. Und Wenn's in die Donau laufen sollt', ich könnt' es nimmer aufhzlien5 Es hatte zuletzt wie ein Aufschluchzcn aus der Stimme geklungen; nun lachte der Bursche kurz auf. warf sein Hütlein. das er bisher in der Hand getragen, jäh in die Höhe, und während er es wieder auffing, fügte er spottenden Tones hinzu: Ei was, da kann ich ja nachher mitlaufen ins Wasser, wenn ich fchon gar so dranhäng' an dem Häusl, und kann mich nimmer trennen." Nun fuhr der braune Filzhut jäh einmal über die Augen hin diese aber sahen danach genau mit demselben verrätherischen Glanz wie vorher ins Weite. Mit einer energischen Bewegung aber wendete sich der Lippl jetzt dem Franz zu. Du, was ich dir aber sagen will: du hast ihn auch zu fürchten, den dort drüben. Das ist einer, der überall Eingang findet ! Wenn es noch nicht weißt: viel Weghofergründ' sind schon seinige. Jetzt ist er schon beim Wald. Aber der mag ihn aufhalten, wenn dein Vater gescheit ist. Verstehst? Freilich auch mußt ihn anspannen, deinen Alten. Der ist auf gut Brrderschaft mit dem Spielteufel, und und da könnt' auch 'leicht der Wald nichts helfen. Hörst, Franz?" Der nickte. Ja, ja, ich dank' dir schön." So und jetzt b'hüt' dich Gott!" rief der Lippl und schritt nunauf einem schmalen Weglein, das ihn heimwärts führte, davon. Wortlos, mit fahlem Gesicht, schritt der Franz weiter. . . o 11. Die Weghoferin befand sich in ihrer Schlafkammer, als Franz den Hofräum des väterlichen Gutes betrat. Sie zuv5te eben welke Blättlein von

den 22. Oktober 1900.

den Blumenstöcken an ihrem Fen'.tcr. als sie ihn ersah. Er' bemerkte sie uru nickte ihr zu. aber mit einem gar ernsten, seltsamen Ausdruck in den Zügen. Was hatte denn der Franz. daß er so sonderbar dareinschaute? Die glänzenden Augen des Weibes hafteten forschend am Antlitz des Sohnes. De? da war ihr schöner Bub', der sah ihr ähnlich; der andere dort, der eben aus der Scheune heraustrat, war gerad' so häßlich wie sein Vater. Sie mochte ihn nicht so gut leiden, ihren Jüngeren; der sollte einmal, wie es Brauch war. seines Vaters Gut übernehmen. Dem da. dem schönen, schlanken Burschen, hätte sie es viel lieber gegönnt; der wäre ein fescher Bauer geworden, der sich von weit und breit eine aussuchen konnte, der dem Hof hätte aufhelfen können mit einem ein.zigen Schlag. Mit dem andern, da ging es noch lange hin, bis er heirathen konnte, und der mochte dann auch eine Welle suchen und zuletzt erst noch froh sein, wenn ihn eine nahm, die nicht viel hatte. Einer, dessen Gut so abwärts gekommen, und der dazu so ein häßliches Aussehen hatte, der konnte keine Ansprüche machend Das hätte der Franz thun können, und er wäre überall gern aufgenommen worden. Der Helfer in Nöthen hätie cr sein können. Statt dessen aber mußte er daneben stehen, mußte ein Knecht werden auf seines Vaters Gut oder u gendwo anders. Schad' um ihn. Das sinnende, noch immer schöne Weib sank auf die Truhe nieder, neben der es gestanden, und seufzte tief auf. Ja, wenn derFranz nicht so halsstarrig gewesen wäre und hätte auf einen Geistlichen studirt wie es ihr Wunsch von jeher war das wäre schon am besten für ihn gewesen. Als hochwürdiger Herr" hätte er doch ein schönes Leben führen können, hätte nicht ils ein armer Knecht sein Leben hinbringen müssen. Ah. sie hatte' sich genug geärgert, als sie, es für gewiß hatte, "daß ihr Wunsch nicht erfüllt werden sollte! Jetzt freilich, jetzt mußte sie froh sein, daß das Weghofergut an ihm cinen Knecht bekam, den man nicht zu bezahlen brauchte. Deshalb hatte er beim müssen; es hieß sparen auf dem Weghofergut. Die Bäuerin fuhr erschrocken in die Höhe. Nun hatte sie draußen im Flur niemand gehen gehört und jetzt riß einer ihre Thür auf. Ah, der Franz war es! Freundlich fchautcn ihre Augen auf den Sohn. Was willst haben, daß du da heraufkommst zu . mir? fragte sie. Schwer athmend stand der Sohn vor ihr. Muatter, es hat mir eben ein?? was verzählt, was ich schier nicht 'glauben kann! Stehen wir schlecht wär' das die Wahrheit?" Da nickt? sie; ihre Augen schauten plötzlich finster. Die Hälft' Gründ' sind we'a, ja." Der junge Bursch' schüttelte den Kopf. Bei so einem schönen, großen Gut. wie das war. abzuwirthschaften! Wie ist das möglich? Gelt, meine Studi' hat doch nicht so arg viel gekostet?" Nein, das nicht." Nach der Zurzen. nachdrücklich gegebenen Erwiderung erhob sich die Weghoferin, trat, wieder ans Fenster und schaute hinaus. Nach einer Weile fügte sie. ohne sich umzuwenden, harten Tones hinzu: Der Bauer braucht viel das ist's." Nach einer Weile sah sie sich um. Hast ihn nicht gehört gestern, wie spät er heimgekommen ist, der Bauer?! 's Wirthshaussitzen ist ihm lieber wie 's Heimbleiben dort kann er fleißig trinken und spielen." Sie zuckte die Achseln und sprach in einem erzwungen gleichmüthigen Ton wetter: ES geht dahin. Da war ein paar Jahr' hindurch eine schlechte oder verdorbene Ernt', schier keine Einnahmen; der Bauer hat Schulden gemacht, hat nicht abzahlen können, da sind die ersten Grundstück' fortgeflogen. - Seither ist der Bauer anders. Ich denk' mir. er hat wohl gemeint, im Spiel was gewinnen zu können, aber er hat Wohl kein Glück. Es geht ein Grundstück ums andere. Er aber, kommt immer mehr ins Spielen und Trinken. Und er hat keine Ruh'; daheim geht er den ganzen Tag herum wie einer, der was verloren hat und kann's nicht finden. Die ganze Anschafferei liegt auf mir. Und der letzte Knecht, der bat uns ordentlich betrogen; ich kann ja ,auch nicht meine Augen überall haben. Darum hast du heim müssen; ich brauch' keinen Knecht zu bezahlen Ind brauch' mich nicht zu fürchten, daß uns auf die Weis' was abhanden kommt. Jetzt weißt es, Franz! Und kannst mir helfen, oas Gut zu erhalten. Freilich für einen andern!" (Fortsetzung folgt.) ..Allgemeiner Auktionär.. von Grnndeigcnthnm, allgemeinen Waaren und Haushalt-Möbeln. Office: 2el. alt 16141 848 O. Washington Ttr. neu ) Adolph Frey, (Cld Freedom & Riiht,) Rotary Public, Translator, Correspondent etc. Ho. 970 West Walnut St Take Blake St. C&r.

Täglicher Marktbericht.

Vichmarkt. Indianapolis Union Viehhöfc,22 Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und aufwärts ..$5.25 Gute bis mittlere Stiere 1350 Psd. und aufwärts 4.65 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Psd 4.75 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere 4.15 Mittlere bis gute Stiere 000 bis-1100 Pfd.... 4.25 Gute bis gewählte Rinder. 3.60 Mittlere bis gute Rinder. 3.25 Gewöhnliche leichte Rinder 2.75 Gute bis gewählte Kühe.. 3.60 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis fancy Export Bullen 3.75 Gute bis gewählte Schläch ter Bullen 3.40 .Okt. 5.75 5.25 5.15 4.50 4.60 4.50 3.50 3.15 4.25 3.50 2.75 6.75 5.25 4.00 3.65 3.25 40 25 lwöhnliche bis guteBullcn 2.50 Gute Kühe mit Kalb.... $30 GttvöhnlicheZZühemitNalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere $4.70 Gemischte. schw.Packing 4.60 Gute bis gewählte leichte 4.65 Gewöhnliche leichte 4.55 Pigs 3.50 Rouahs 4.00 S ch a f.c. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute bis gewählte Schafe 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.75 Stockcrs 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 4.80 4.70 4.70 4.65 4.50 4.50 4.75 4.35 3.50 3.00 3.75 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, 90c $1.50 per Bushel. . Citronen, .4.50 für 300 360. Acpfel, $2-$ 3 per Faß. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pfund. Kolusnuc, 3.50-4.00 per Hundert. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 13c; Telaware und Niagara, Crate von 4 Körben, 12c Birnen, hiesige, 75c per Bushel. . Cranbcrrics $2.25 per Bushel Crate. Quitten, -71.00 per Bushel. Orangen, mexikanische, $4.50 per Bor. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. tmpfrpTn . firtttifrihi $1 ft Yrr sirnf J y t T j rothe Globe 50c per Bushel ; weiße "" t r , mm w . rss r Hlooe jjij.o pera. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ckes. j Kartoffeln, 1.35 per Faß; prima k a V V. . IC. jr- . ouicaiu uuü rauue rocipe 4üc per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartost'eln-Jcrsey $3.00 per Faß. Baltimore $2.00 per Faß. , Sommer.Celery, 15c per kl. Bunch. Geschlachtetes Vieh. Frisches Nindfleisch--Westliche Stiere 6 7c; hiesige Stiere 8-3c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7jc-7c; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vordervicrtcl 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Bor dcrviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5c; Kuh Hinterviertel 8c. Frisches Kalbfleisch KälberlOc; Hin tervicrtel 12c; Vordervicrtcl 8c. Frisches Schaffleisch Lämmer per Pfd. 9c; Schafe 8c; Schenkel 10c; Racks, kurz, 16c. Frisches Schweinefleisch. Loins lOc 11Hc ; Cottage Schinken 8jc ; gehäu tete Schultern 8c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tender loins 16c ; Spare Ribs 6c. Geräuchertes Fleisch. . Sugar Cured Schinken, Erste Quali tat: 20-18 Pfund llic; 15 Pfund 11$c; 12-10 Pfund 12c; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10fc; 15 Pfund 11c; 12 Pfund" llc; 10 Pfund llc. Californische Schinlen 6 bis 8 Pfund 8c; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 15c; gewählter Sugar Cured 14zc; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 13c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c. Speck, Engl. Gewählter, bis 10 Pfund im Durchschnitt. 13Sc? 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 13c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 10c; KlareSeiten, 30 bis 40 Psd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 11c; Klare Bellies,25bis30Pfd.,10zc; 18 bis 22 Pfd., 10zc;14bis 16 Pfd., Ilse; Klare Rücken. 20 bis 25 Pfd., 10c; Rücken 12 bis 16 Pfd., lOc; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd.,llc. . Schultern, Cnql. Cured. 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt c; 16 Pfund im Durchschnitt, 9c; 10 bis 12 Nfund 9c Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen loses Fancy Pig $20.00; Klares Bean 18.50; Family 17.50; Short Clear 16.60; Rumpf 16.60.

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Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, rea. Sets, 11c; Außenseiten 8$c; Innen seitcn 13c; Knöchel 13Hc. - Schmalz, m Ticrccs, 1. Quelttät 9zc; 2. Qualität 9c; 3. Qualität 82 c. Würste, Geräucherte Bratwurst 8c; Frankfurter .8c; Wienerwu."'t 8c: Knackwurst 8c; Bologna in Därmen 6c,m Tuch 6ic Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Buttcr, frische, 12c Eier, 15c per Dutzend. Hühner 7c, Spring. Chickcns 7c Vfd. Turkey Hennen 6c. iunae 5)äbne 5c. alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verlauft zu 3.75-4.25 per Ttzd. Fische, Austern und Wildpret. Händkcr-Prcise: Clams Little Recks 75c per 100. Hummern 25c per Pfund. Austern Beste Baltimore od er S tand ards, 51.00 per Gallone; beste Baltitimore Selects, $1.10 per Gallone; Rew York Counts, $1.00 per Hundert; New York Culls, 70c per Hundert; Blue Points in Schalen, 75c per Hundert. ' Austern tn Kannen New Bork Counts 35c; I. S. F. & Co. SelectS 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. K. 18c; R. 15c. Sce-Fische. Knochenlose Härinae 7c: Häringc 4c; Perch 5c; Weißfisch 9c; See Forellen 94c; Red Snavver 84c: Kennebec Hechte 15c; Blaufische 10c; Halibut 15c; Stockfisch 8c; Haddock 8c; Catysch 10c; No.1 Pickcrel 9U; No.2 Pickcrel oder Blue Pike 6c; Black Baß 15c. Froschschenkel, $1.50-2 per Ttzd. Getreide. Wcizcn-No. 2 rother 74c auf den Geleisen, 74c von der Mühle ; No. 3 rother 70-72c; Oktober 74c auf den (delcNcn; Wagcnweizcn 74c. Korn-Ro. i weiß 404c: No. 2 weik 40zc; No. 3 weiß 41c; No. 4 rociß 38-40:: No. 2 weip gemischt 40c; No. 3 weiß gemischt 40c; No.' 4 weiß gemischt 27-39c; No.2 gelb 40c;No. 3 gelb 40Zc; No. 4 gelb 37-39c; No. 2 gemischt 40zc; No. 3 gemischt 404c; No. 4 gemischt 37-39c; au Kolben 40c. Hascr-No. 2 weißer 244c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gemischter 22c; No. 3 gemischter 21c 'Heu-altes No. 1 Timothy 12.5013.00 No. 2 Timothy 11.00-12.00. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packctcn: AUofa $12.75, Lion 11.75, Jcrsel, 12.75, Caracas 12.25, Dillmorth's 12.75, Dutch Java Blcnd 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blcndcd Java 11.75. Groceries. Auckcr Dominoes 6.32c; Stückzucker 6.47c; pulvcrsirtcr 6.17c; m' pul. verisirter 6.22c; Standard granulirter 6.07c; feiner granulirter 6.07c; granu lirter in 5 Pfund Säcken 6.17c; granu lirter in 5 Pfund Cartons 6.17c; extra, feiner granulirter 6.17c; Cubes 6.22c; Mold A 6.22c; Confectioners' A 5.87c; 1 Columbia A-Kcystone A .567c; 2 WindsorA-AmericanA 5.62c; 3 Ridgewood A-Centennial A. 5.67c; 4 Phönix A-Califorüia A 5.62c; 5 Empire AFranklin B-5.57c; 6 Ideal Extra Gol den C-Keystone B 5.52c; 7 'Windsor Extra C-American B 5.42c; 8 Ridge wood extra C-Eentennial B 5.22c; 9 gelber extra C-California B 5.17c; 10 gelber C-Franklin extra C 6.12c; 11 gelber-Keystone extra C. 6.17c; 12 gelber-American extra C 6.12c; 13 gel ber-Centennial extra C 5.12c; 14 gelber -California extra C 5.12c; 15 gelber 5.12c; 16 gelber 6.02c. Eingemachte Früchte Blackbcrries, S Pfund, $1.10; Peaches Stand. 3 Pf., $2-2.25; Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See onds, 3 Pfund, $1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zucker korn 80c $1.40; Apfelbuttcr, per Dutzend, 3 Pfund, 95c. Käse. Engros Verkauftpreife, Importier Schweizerkäsd 27c per Pfund; einheimischer Schweizerkäse 17c; Wisconsin Cream Käse 10c-12c; New York Ched. dars 12c; einheimischer Limburg 12c; Brick 13c. Kohlen. Tonne -A lonve Anthracits $7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4.00 2.15 Pittsburg 4.00 2.15 Raymond City 4.00 2.15 Winifrede 4.00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhriq... 3.50 1.90 Brazil Block 3.50 1.90 Grccn Couity 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Slack 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Lump Coke 11c per Bush. $2.75 per 25 Bushel. $1.50 per 12 Bushel. Zerkleinerter Coke 13c perBu. $3.25 per25Bu. $1.75 per 12$ Bn.