Indiana Tribüne, Volume 24, Number 33, Indianapolis, Marion County, 21 October 1900 — Page 6
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Aüvkana Tribiine, Sonntag, 21. Octoher J900
Eno.e Stiefel. Von M. Si. Sckenk Schon der zehnte Sommer ist es, in. fcn die Frau Geheimräthin mit ihm Tochter den Strand in Heringsdorf schmückt, und Aline ist noch immer nicht verheirathet! - Trotz ihrer dreißig Jahre hübsches Gesichtchen, liebenswürdiges Wesen, iedliche Toilette und allerlei andere dtt Eigenschaften, ja, sogar Vorzüge -und dennoch ... War sie wirklich noch nie begehrt -vorden? Doch! Gerade zehn Jibre
war es letzt her, seit Kurt Schreyer um ihre Hand warb. Drei Wochen lang Hatte sie ihn ausgezeichnet und ermuthigt, bis er sich endlich erkühnte, mit Mama zu sprechen. Mama hörte ihn Zühl an. Ich werde Alinen fragen." Mama fragte Aline. erinnerte sie an .ihren Stand: sie die Tochter eines Ge.Heimen Rathes, er ein simpler KaufMann; zwar ein höchst achtbarerStand, aber .... Wie kann er's nur wagen? Aline. ich will hoffen. Du besinnst 'Dich!" Aline besann sich und Kurt ging für -immer. Frau Geheimräthin undTochter trutn .... zu enge Stiefel. Am Stammtisch zum Goldenen .Hecht in G. ... sitzen sie zusammen: Excellenz der General von Veh; der -General - Lieuienant Soso, die MaZore Erb und Stein, der Auditeur von 5laß, die Geheimräthe Imme und Meyer. Sie treffen einander jeden Äbend, langweilen sich während der bestimmten Stunde, Jeder auf seinem bestimmten Stuhl; denn sie kennen einander in- und auswendig und das Wetter ist bald durcbaesvroöen. Alle sind sich im Stillen klar, oan oer iMuv tödtlich ist und dringend einer Auffrischung bedarf. Aber wie ist Das zu rnachen? Mancher wäre freilich zu haben, Leute mit weiterem Horizont fcnb Erfahrungen, frohe Gesellschafter, -aber . . . kein Rang, kein Titel, .auch zu frei in ihren Anschauungen. Neulich erst Einer, der von der Welt--reise heimkam und so viel erzählen rocllte von Allem, :as man doch -schließlich auch schon in Büchern gelesen hat." Und Alles sollte im Auslande besser sein! Und die Ansichten über Staat und Kirche! Unmöglich. . . Man kann ihn nicht wieder einführen! Und der Club gähnt weiter, schließt "die Augen im vollen Sonnenlicht und trägt .... zu enge Stiefel. Haben Sie gehört, meine Herren? Das Ding drüben vom guten von ReuLritz ist verkauft! Eine Viertelmillion'. Wird aher noch viel gebaut; großeCon servenfabrik soll daraus werden. Ganz vorzügliche Idee und Segen für die ganze Umgegend mit ihrem Obst und Gemüse. Schwebte ja schon dem alten guten Reubritz vor. Hatte aber das Zeug nicht dazu; zu wenig Kaufuian" Soll ein charmanter junger Mann sein, unternehmender Kopf .... gute Familie. Höre, er thut's rein zum Zeitvertreib; um der Industrie aufzuhelfen." . Hat schon eine bedeutende Musterschule in Schlesien gegründet; sollte Commerzienrath werden, aber ausgeschlagen." He, was sagen Sie dazu, lieber Ge.Heimrath: einen Titel zu refusiren, den Majestät verleihen will?" Je nun, lieber Auditeur, persönliche Ansichten. Lernte den jungen Mann " Zehn Jahren kennen; so weit ich ihn beurtheilen kann, wird er's nicht -Qus' Hochmuth gethan haben." Ter Geheime Rath saß wie auf Kohttn Er ging heute ein Viertelstündchen früher, denn er konnte es kaum erkarten, Frau und Tochter die Reuig seit mitzutheilen. Kurt Schreyer war der Käufer. So diel man wußte, war er nicht verheirathet Großer Gott! Wenn Mine.... Kurt Schreye? hat nirgends Besuche gemacht und lebt ganz für sich. Fräuln von Körner, die Richte des Kammerherrn von Gladig. führt ihm den Haushalt. Man sieht ihn höchstens, tvenn ei zur Bahn eilt, wenn er die ArLeiten in den Obstplantagen prüft oder den Fortschritt der Bauten besichtigt. Ach, Mama! Daß Du damals so ... .Kind, keine Vorwürfe! Wir wa?en es unserer Stellung schuldig. Uebrigens vielleicht .... wer weiß?" Kleide Dich an. Aline! Weißt Du: das moosgrüne mit dem Bolero-Jäck-chen;. es steht Dir am Besten. Das Matrosenhütchen mit den Adlerfedern Wir wollen doch 'ute endlich der lieben von Körner unjere Aufwar tung machen, der alten guten Freunbin!" Ab Mama! In sein Haus, ich?" - I Kurt Schreyer ist nicht zu Hause. Bis morgen auswärts beschäftigt. Fräulein, von Korner kann den werthen Freunden das ganze Heim ungestört zeigen. Wie reizend das Alles ist! Nur. ein Frauchen fehlt, das mit ihm genießen kann!" Um Gotes willen, wenn er Das horte! Wie ist er eigen! Und von Frauen will er gar nichts wissen." Hier das Speisezimmer, die Gallexit. die Bibliothek. Und hier das ArLeitZzimmer! Aber welcher Sonderlina . . . üöernll an den Wänden die einzelnen Stieaen deuten?' Sttne Lehrmeister nennt er sie . . . Älle haben Namen und Datum. Ject bedeutet eine schlimme Erfahrung xn Leborden. mit Vorgesebten. mit
sei und alle von so merkwürdiger "Form: alle zu eng oder zu i?,-r.U Saetn Sie nur, Liebste, was soll Das be-
der Gesellschaft. Alles krank! sagt er oft : zu enge Stiefel!" Einer hing über dem Schreibtisch. Ein großes Ä. stand daran und 1888. Ach! Welche Erinnerung! Und Aline und Mama trugen ja längst weitere Nummern! Aber jetzt war es zu spät. Spandan.
Eine Militärstadt par excellence ist die alte märkische Festungsstadt Spandau, die im Jahre 1176 der Markgraf Albrecht der Bär gegründet ha5. Zwar ist jetzt ihre Entfestigung beschlossen, aber für die deutsche Armee wird die Stadt trotzdem die allergrößte Bedeutung behalten; auch wird sie ein Wasfenvlak ersten Ranges blei. den, der Ort, wo der hauptsächlichste Bedarf an Waffen und Munition yergestellt und wo die Vorräthe zum wesentlichsten Theil ausbewahrt werden. Fast in jeder Jahreszeit kann man hier sämmtliche Truppengattungen vertreten sehen; außer den in Garnison stefanden Truvven drei GrenadierRegimenter, ein Trainbataillon, ein Pionier Bataillon besinnen itcn bier dauernd die von verschiedenen Regimentern zu den Militärnxrkstätten commandirten Officiere; denn die Leituna dieser Fabriken lieat in den Händen von Militärpersonen. Auch die Infanterie - Schicßschule. die Ge- ' rr r ?rrT weyr - Prusungscommiinoi! uci1-;-" sich in Spandau und in der Nähe ist das Dobentzer Laer. Potsdamer S r a ß e. Zeitweise bietet die Stadt das Bild eines förmlichen Kriegslagers, insbesondere zur Zeit der Truppendurchzüge nach dem Doberitzer llevungsplan. Tag aus Tag ein hallt 'das Straßenvilaiier wieder von dem Schritt der marschirenden Truppen, von den Schießplätzen Tegel and Dobentz tont der Donner der Geschütze, dazwischen dringt das Knattern der Gewehre von den Schießständen der Infanterie, durch die Straßen rollen die schweren Kanonen und Artillerie - Fahrzeuge, und endlich erdröhnt das Pflaster unter dem Tritt der Arbeiterschaaren fürwahr, ein eigenartiges Städtebild. Als organischer Körper hat Spandau, das heute 70.000Einwohner hat, während es im Jahre 1875 deren nur 23.800 zählte, sich ganz unregelmäßig entwickelt. In der Mitte eine compacte Masse theils enger, winkeliger Straßen mit gedrängter Bebauung, diese Altstadt, eingeengt von Wällen, Mauern, Gräben, umgeben von einem 1500 bis 3000 Fuß breiten Landstreifen, auf dem fick. aemäk den unerbittlichen Bestimmungen über die Festungen, nur vereinzelte kleine Gebäude aus Holz, sogenannte Wächterhütten, erheben, Havelstraße. und dahinter von Neuem' eine Bebauung, die strahlenförmig nach den verschiedenen Himmelsrichtungen ausläuft so sah Spandau noch vor zwanzig Jahren aus. Dann änderte sich das Bild auf der einen Seite der Stadt. Die Bevölkerung war infolge der Ansiedlung großer Militär Werkstätten stark gewachsen, und der kleine Körper Spandau, als Familie gedacht, konnte seine immer zahlreicher werdenden Angehörigen nicht mehr ordentlich unterbringen, denn die Bebauung an der Peripherie hatte auch ihre Grenzen, weil mit der großen Entfernung von den Fabr'.?:n die Rentabilität derH'äuser mangels eines Verkehrsmittels sank, und sich Niemand mehr sinden wollte, der Neigung hatte, als Hausbesitzer sein Geld einzubüßen. Nunmehr wurde der Schmachtriemen, alias Festungsgürtel gelöst und mit Rücksicht auf die stark zunehmendeEorpulenz der Stadt erweitert. Mit einem Aufwand von vielen Millionen ließ die Reichsregierung unter Eassirung der alten Stadtumwallung eine neue, modernere Befestigung bauen, in die nach Norden und Nordwesten zu ein großes Gelände, auf d:n bisher Ackerbau Je trieben worden war und das nur sparlich gesäte Ansiedlungen aufwies, hineingegen wurde. Aus diesem Stadtthei entstand nun ine ungeahnte Ent Wicklung, und dieses Kind, Neustadt genannt. , hat die alte Mutter vollkommen in den Schatten gestellt; der neue Stadtbezirk, durchweg aus modernen Bauten bestehend, ist heute an Einwoh nerzahl größer alZ die qesammte Altsiadt. WaZ so in den letzten zwei Decen-
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nien im Norden und Westen gelcheyzn ist, das wird sich nun, nachdem dieEntfestigung beschlossen, an der entgegen gesetzten Seite wiederholen, denn mit dem Schleifen der Wälle wird gleichzeitig auch die Bebauung auf dem bisher dem Rayongesetz unterworfenen Gelände gestattet, und wie im Norden, so wird sich bald im Süden der Altstadt ein neuer, großartiger Stadttheil erheben.
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Citadelle mit Julius, t h u r m. Der Name Spandau hatte früher einen ominösen Klang. Die Stadt als Festung hatte, wie andere feste Plätze, öfters den zweifelhaften Vorzug, zum unfreiwilligen Aufenthaltsort für Staatsverbrecher" ausersehen zu werden; berühmte und unberühmte Persönlichkeiten haben nach ihrer Verurtheilung hier gezwungen ihren Wohnsitz nehmen müssen, und da die Feste Spsndau in früheren Zeiten als besonders sicher galt, so war es natürlich, daß die Unglücklichen, die sich bergangen hatten, auf die Festung Spandau kamen. Du kommst nach Spanbau!" Diese Worte erhielten bald den Charakter einer Drohung, und es gruselte ängstliche Gemüther, wenn sie von Spandau hörten. Um das Maß des Unangenehmen voll zu machen, besaß Spandau, wie heute noch viele andere Städte, auch ein Zuchthaus, an das sich ebenfalls mancherlei historisch nicht unbedeutende Erinnerungen knüpfen; es sei davon nur erwähnt die Strafzeit Gottfried Kinkels und seine durchKarl Schurz mit Hilfe Spandauer Bürger 1850 erfolgte Befreiung. Seit einem Neue Charlottenbrucke. Menschenalter besteht das Zuchthaus nicht mehr; es wurde in eine Kaserne umgewandelt, und jetzt ist es längst vom Erdboden verschwunden, und modeine Prachtbauten beginnen sich auf dem Gelände, das mitten in der Altstadt belegen ist, zu erheben. Auch sonst wird schon seit Jahrzehnten kein Staatsverbrecher" mehr nach Spandau geschickt; die zu deren Jnternirung in der Citadelle verwendeten Unterkunftsräume sind anderen Zwecken, dienstbar gemacht, und es ist weit außerhalb der Stadt eine Militärstrafanstalt lediglich zur Aufnahme der gewöhnlichen Uebelthäter aus der Armee errichtet worden. Von den früheren Schrecknissen, die Spandau anhafteten, ist also nichts mehr vorhanden. Die Stadt hat längst begonnen, die häßlichen Ueberbleibsel aus früheren Zeiten zu beseitigen und ein völlig modernes Gewand anzulegen. Sie ist darin. gedrängt durch das Vorbild von Berlin und Charlottenburg, zahlreichen anderen Provinzstädten von gleicher Größe weit vorausgeeilt. Allgemeine unterirdische Canalisation mit rationeller Fäkalienbeseitigung, vollständige Wasserversorgung, elektrische Beleuchtung in verschiedenen Straßen, elektrische Straßenbahn, ein als Musteranstatt weit und breit geltendes KrankenHaus, Schulhäuser im Berliner Baustil alles dies verleiht der Stadt ein völlig modernes Aussehen und nur die heute noch vorhandenen, indeß dem Untergang verfallenen Festungswerke mit den engen Durchgangsthoren und
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Oranienburger V o ?: st a dt. eine Azahl antiker Häuser der Altstadt erinnern noch an vergangene Zeiten. In Zukunft erhalten bleiben wird die Citadelle, ein imposantes Stück der alten Festung und für jeden Fremden eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges, denn sie birgt ein werthvolles Kleinod des Deutschen Reiches mitten in ihren Wällen und Mauern: den berühmten JuliustHurm mit dem 120 Millionen Mark in gemünztem Golde betragenden Kriegsschatz. D we h! Schwiegersohn: Donnerwetter, hier ist's aber kalt im Zimmer, da hättetJhr doch ein bischen einheizen können." Schwiegermutter: Da ist vorläufig überflüssig, ich hab' mal ein Wort mit Dir zu reden." Eine Sonnensinstern i ß. Er (zu seinem jungen Weibchen): Es ist doch zu-reizend, wie die Sonne unserer Liebe strahlt, nicht wahr, mein Schatz?" Sie: O, Alfred, wenn es doch nur so bliebe!" (Der' Diener meldet die unerwartete Ankunft! der Schwiegermutter). Er: Ra, siehst' D, da haben wir schon eine Sonnenfmstanik!" . . -
Hankau.
Zu den .Städten, welche während der chinesischen Wirren eine besondere Rolle spielen, gehört auch Hankau. Die Stadt liegt in der chinesischen Provinz Hupe, links an der Einmündung des Hiankiang in den Jantsekiang, gewissermaßen ein Vorort der alten Stadt Hanjang auf dem rechten Ufer des Hankiang, ist der seit 1861 auch dem Ausland eröffnete Hauptstapelplatz des ThceS aus dem Stromgebiet des Jangtsekiang und hat eine Bevölkerung von 800.000 Seelen. Die großen Erwartungen, die sich einst an die Eröffnung von Hankau knüpften, haben sich glänzend erfüllt. Auslän dische Firmen traten vor vier Jahrzehnten sofort mit den großen Theedistrikten in Verbindung, und bereits 1834 führte Hankau 794.630 Piculs ( 133z Pfund) Thee aus. Seitdem ist der Export fortwährend gestiegen. Zur Zeit der Theeernte, die jährlich drei- bis viermal, und zwar Ende April, Mitte Juni, August und OctoC h i n e s e n st a o t. ber stattfindet, bringen Tausende von Bauern Plantagenbesitzer gibt es in China nicht die grünen, von den Stauden abgelösten Blätter nach Hankau, um sie an die Besitzer der Theeröstereien, Starzew, Maligin, Tokmakow, Molotkow u. a., zu verkaufen. In der Theerösterei werden die grünen Blätter, in großen Haufen zusammengeschüttet, einer zwölfstündigen Gährung unterworfen, durch die die an und für sich spröden Blätter weich werden. Hierauf kommen sie. in einen großen, fortwährend in Bewegung gehaltenen Drahtsieb über gut durchalllhte Holzkohlen oder auf die über den Häusern eingerichteten TrockenPlätze zum Dörren in der Sonne; dann werden sie gesiebt, von Frauen und Kindern sortirt, in die meist mit hübschen Malereien verzierten Kisten eingetreten und zum Export fertig gemacht. Um, diese Zeit ist in Hankau und der ganzen Umgebung in einem Umkreis von 50 Meilen die Luft mit einem wunderbar feinen und beinahe berauschenden Wohlgeruch gesättigt. Nur wer Gelegenheit gehabt hat, in Hankau mittels Samovars bereiteten Thee zu trinken, kann den Unterschied beurtheilen zwischen dem Thee dort Theepackhof. und dem im Abendlande feilgebotenen, obgleich bei uns der sechsfache Preis dafür bezahlt werden muß. Die Fremdenniederlassung von Hankau besitzt reine, breite Straßen, hübsche, meist in Gärten gelegene Consulatsgebäude, einen schönen, 4 Meilen langen, mit Bäumen bepflanzten Kai am Jangtsekiang und lebhaften Verkehr in den Straßen wie auf dem Strom. Hankau erzeugt berühmten Seidensammt, der weder durch Wasser noch durch Druck einen Spiegel bekommt, ferner schwere Seidenbrocatstoffe und gestickte,, silbern schimmernde KreppUmhangtücher. Der Präsident v:n Mexico. General Perfirio Diaz ist, wie der mexicanische Eongreß in officieller Weise bekannt gegeben hat, als Präsident in Mexico wieder gewählt worden und wird im December inaugurirt werden. Es ist dies das sechste Mal, daß dem Genannten das Amt desPräsidenten anvertraut wird. Diaz, der am 15. September 1830 zu Oaxaca geboren wurde, wandte sich der militärischen Laufbahn zu und nahm, erst 17 Jahre alt, am Krieg gegen die nordamerikanische Union Theil, der für Mexico so unglücklich verlief. In den Parteikämpfen der Folgezeit war er stets auf Seiten der Liberalen zu finden.während der französischen Invasion offener und entschiedener Gegner Kaiser Maximilians. Sein Sieg über den kaiserlichen GenePorfirio Diaz. ral Marquez, die Erstürmung von Puebla am 2. April 1867 sowie die Belagerung und am 21. Juni herbeigeführte Einnahme der Hauptstadt waren glänzende Wasfenthaten, die den Namen de? republikanischen Gene
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rals volksbelieöt machten und ihm den Weg zur höchsten Würde des Staates ebneten. Seine erste Erwählung zum Präsidenten erfolgte im Zahre 1877, nachdem er die Truppen seines Nebenbuhlers Jglesias am 3. December 1876 bei Guanaxuato geschlagen hatte. Was' die volkreichste Republik unter den jungen amerikanischen Staatengebilden spanischer Nationalität in den letzten beiden Jahrzehnten im Innern gewonnen hat, was sie in der Alten wie der Neuen Welt heute gilt, das ist im Wesentlichen das Werk des Präsidenten Porfirio Diaz.
Ein neuer Mseevipel. . Die klassische Stätte deutscher Schauspielkunst, wo im vorigen Jahrhundert Lessing seine berühmte Dramaturgie schrieb und AcZermann und Schröder das deutsche Theaterwesen reformirten ' Hamburg hat zu seinen beiden ersten Bühnen ein neues Schauspielhaus erhalten, das in würdiger Weise die künstlerischen Tradi tionen der alten Hansastadt verkörpert. Der von uns wiedergegebene Kunsttempel wird unter Leitung des Barons Alfred von Berger und des Directors Ernst Kähne den höchsten dramatischen D a s T h e a t e r. Aufgaben dienen. Erbaut wurde das schmucke Haus nach den Plänen der Wiener Bauräthe Hellmer und Fellner; es liegt im Stadttheil St. Georz in der Nähe des künftigen Centralbahnhofes. Sein Inneres enthält prächtig ausgestattete Räume, äußerst bequeme Sitzplätze und eine Vortreffliche Akustik. Herr von Berger hat bereits mit den ersten modernen Autoren wegen Ueberlassung ihrer nächsten Werke abgeschlossen, doch sollen nicht, minder die klassischen Werke, besonders Shakespeare, berücksichtigt werden. Zu späte Reue. Er: Ich muß Dir doch gestehen, liebe Emilie, daß ichDir auch den theuren Mantel gekauft hätte. Daß Du aber den billigerer, genommen, freu! mich und war von Dir sehr vernünftig!" Sie (für sich): 0 ich dumme Gans wenn ich das geahnt hätte!" . Im Dusel. An meiner Thür sieh' ich, das ist sicher. Wenn ich jetzt nur auch herausbringen könnt', ob ich drinnen bin oder draußen!" Brauhaus - Idylle. Jtov7 Tk TriftigerGrund. Spielen Sie auch vierhändig, Fräulein?" Nein, Papa erlaubt's nicht. Er sagt immer, es führt zu nichts Gutem. und wissen Sie, der muß das verstehen, S MM t . I 4 1 t tz hat Mama im rneryanoigen JUC vier! viel rennen gelernt.
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Teutsche in Bukarest. In Bukarest, der Hauptstadt Rumäniens, ist ein neues, sehr stattliches Heim deutscher Geselligkeit, deutschen Geistes- und Gemüthlebens erstanden. Ein schöner geräumiger Gesellschafts-saal-, Speise-, Trink, Spiel- und Lesezimmer und den mannigfaltigen, immer aber den Ansprüchen der Neuzeit entsprechenden Nebenräumen sowie die
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Das Clubhaus. deutsche Küche führende Wirthschaft lassen dasGanze als einen überaus anheimelnden Aufenthaltsort erscheinen. Der Bau selbst sowie die ganze innere Ausstattung desselben ist unter MitWirkung des Ingenieurs N. Schmalbach nach den Plänen und Entwürfen des in Bukarest ansässigen deutschen Architekten Richard Kraft ausgeführt worden. Letzte Hoffnung. Vertheidiger (ium Angeklaajen): Mein lieber Stoppelbauer, in Ihrer Sache läßt sich nichts machen, das Gesetz kann nicht umgangen werden." Aber Herr Doctor, es hat do a seine Hinterthürln, wo ma' außi kann." Herausgeplatzt. Weiblicher Anwalt: Der junge Mann hat Sie also wirklich geküßt? Und deshalb wollen Sie klagen? Seien Sie doch froh!" Beim Heirathsvermittler. Nun, haben Sie sich noch immer nicht für die Wittwe mit den fünfzigtausend Dollars entschieden?" Kunde: Hm. die fünfzigtausend Dollars gefallen mir gc.nz gut könnten Sie mir dazu nicht eine andere Dame beschaffen?" HöchsteGalanterie. hl w i Radler (der von einer hübschen Dame überradelt wurde): Fräulein, das ist der schönste Tag meines LebenZ!- '
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Freitag oder Sonntag? Der Freitag läuft Gefahr, seinen Ruf als eigentlicher Unglückstag zu verlieren. Einer von jenen geduldigen und ingeniösen Forschern deren Wissenstrieb vor nichts Halt macht, und denen jedes Ereigniß Stoff zu reuen Uebungen, Untersuchungen, Verechnun. gen giebt, hat soeben die Entdeckung gemacht, daß der Sonntag mehr Unheil
bringt als der Freitag wenigstens den Personen in hervorragender Stellung. So ist König Humbert von Jtalien an einem Sonntag getödtet worden und vor ihm der Herzog von Berry am 13. Februar 1820, der Zar Alexander II. am 13. März 1881. der Präsident Sadi Carnot am 24. Juni 1894 und ebenso der spanische Minister Canovas im Jahre 1897. Die Reihe ließe sich noch verlängern, aber die angeführten Beispiele genügen wohl um an die Thatsache zu erinnern, daß große Volksmassen am häufigsten Sonntags zusammenströmen und so Attentatsversuche erleichtert werden. Kleiner Irrthum. Rentier Duselmann (nach einer schweren Kneipe Morgens erwachend): Kreuzelement, eingesperrt haben s' mich! . . Was muß ich nur in meinem Dusel alles angestellt haben?!" Der gekränkte Backfisch. .Damencoupe?!" .Lieber gar .... Ich bin doch noch ganz zung s Unter Kavalieren. Auch riesige Schuldenlast. Baron?' Schulden? ja!.... Last? nee!" Modern. Gast (dem in einem Bauern - GastHaus eine riesige Rechnung präsentirt n?ird): Wasso viel? Im ersten Hotel in Berlin habe ich ja nicht mehr bezahlt, und hier in diesem Loch solche Preise!" Wirth: Ja, aber dieses ist auch das erste Hotel am Platze." Weise Vorsicht. Em betrunkener Dienstmann kam zu einem Prediger und sagte: Herr Pastor, ick will mir scheiden lassen!" Warum denn?" Ja. meine Frau trt'ntt zu ville Schnaps." Zu viel Schnaps?" fragte verwundert der Prediger, und darüUz beklagst Du Dich, der doch täglich betrunken ist?" Eben Imm antwortete der Dienstmann, eene? muß doch in d: Familie smt, der nüchtrrn -
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