Indiana Tribüne, Volume 24, Number 33, Indianapolis, Marion County, 21 October 1900 — Page 2
Flldlana Tribüne, Sonntag, 21. October 1900
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Errungen.
i.r -Von Vnnie Lait'Feliierg. ; S3!mftV Da stand tZ Hat und deutlich uf Ijellclaiim Grund mit goldenen Lei 1 i.'i. m;rc iciii u liier h;icju uv. Ein Laut wie in unterdiückter Jubelschrei rang sich von ihren Lippen. .... Ein noch nie gekanntes Erfühl be stligter " Befriedigung ' erMte ihr: Brust, Eine Thräne der Wonne zitterte in ihren Augen, int sich weiteten, denn plötzlich der hohe, große AusstellungsrcmA wie ein Paradies erschien. Was wud er dazu sagen?" ' Triumphirend leuchtete ihr Blick. Ihr Gatte, wie oft hatte er gehöhnt nd auf däe Mdiottber" gescholten, wie oft ihr vogehalten, die Zeit nicht so unnutz mit der,Farbentteckserei" zu vertrödeln. Solange ich meine Pflicht als Haus fiau und Mutter erfülle, rannst Du mir die Ausübung meiner -Kunst nicht Txrwehren." Er brummte vor sich hin. Sein suchender Blick .irrte .umher und wehe, wenn er irgend ine kleine Nachlässigseit entdeckte iin Haushalt. In den stärksten Ausdrücken rügte er das Geringste. Jede kleine Vergeßlichkeit icx Dienstboten mußte .sie büken. Er .nahm sich' vor, ihr das .Malen gründlich auszutreiben. Jetzt fielen ihr all' die Demüthigungen ein, die isie erlitten hatte .in der Zeit, in welcher sie dies Bild malte.Hor dem sie jetzt stand. Mit zagendem Herzen hatte ,sie tl zur Ausstellung -geschickt. Es wäre nicht ihre erste . Arbeit gewesen, .die zurückgewiesen worden wäre. Sie war euflles gefaßt. Nun wieder ein Versuch, jede neue Arbeit ein Versuch, bis sie endlich, endlich sich durchgerungen. Dies Mal kein 'blauer Brief. Wie befreit kam sie sich vor,.endlich Anerkennung, endlich ein -Lohn. In ihrem stillen, .großen Erkerzim-mer-mit dem schönen Nordlicht. haltte sie das Bild gemalt, ein schlichtes, einfaches Landschäftsmotiv: Ein stiller Waldsee mit dunklem Kiefernwald, so ein echt märkisches Bild, ein wenig melancholisch. so einsam, wie ein einsamer Mensch. Darüber Abenddämmerung, kein glühender, leuchtender SonnenunHergang, dessen Farbenpracht im Wasse? sich spiegelte. Fahles Srau in'J Lila hinüberspielend. So hatte sie es gesehen, so hatte sie es ergriffen und hingerissen zu einer kleinen Farbenskizze, und so malte -sie es in stillen Nachmittags stunden,, wenn die Kinder sich. im, Freien tummelten und ihr Gatte. seinem Serublag. Mii ganzer Seele hatte sie das stille. -traurige Äild .erfaßt in seiner rührenden Einfachheit und einsamen Größe. ' So gab sie es wieder. Dr Gedanke, sich von dem Bilde zu brennen, schmerzte sie beinahe .und dämpfte ein klein wenig ihre jubelnde ftritK 'M " t W Mrcf "s.Ztt r.t nsl( Vwm N,??niif? bureau. .Wenn Sie wünschen, sieht Ihnen vzZ Geld sofort zur Verfügung..Ich bitte darum.'Nun hielt sie eine Anzahl blauer Steine in der Hand. Anfänger setzen meist hohe Preise für ihre Arbeiten auf. Zuweilen aus Unkenntniß überschätzen sie den wahren Werth, zuweilen auch weil sie kaum auf einen Verkauf hoffen, so wie sie es gethan, nennen sie eine beliebig hohe Summe. 'Das Bild ist sehr sehr gut bezahlt Ich will nicht sagen, daß es den Werth nicht hätte, aber immerhin ein sehr auter Preis,- mehrte der Beamte der Verkaufsstelle. Ein vornehmer. fttr Herr hatte es erwarben, der nicht zu Mschen getoetm war. erstes verdientes TStfd! Im eiaenstes Eigenthum waren die blauen Sckine in ihrer Hand. Stolzer hob sich ihr Haupt. Sie fühlieslich so reich, so frei, so gehoben. Lag it doch in ihrer Macht, -noch viel uehr zu verdienen. Nun war ihre Kunst nicht nur Vefriedlanng für ihre Seele, nun war sie ein Capital, das Zinsen ä,rug, und sie wollte es wuchern lajien. das Talent, das ihr ein Gott gegeben. Sie ging zu Fuß durch den 2hiergarten nach Hause. Froh nnd glücklich wie noch nie, mit verklärtem Antlitz betrat sie das Eßzimmer. .Ich warte schon auf Dich mit dem Abendbrot, wo warst Du denn?" fragte ihr Gatte und sah verwundert zu ihr auf. Wie frisch, wie schön, wie strahlend sie aussieht, dachte er, und konnte seinen Blick nicht losreißen von ihr. Erröthend lächelnd, breitete sie dir blauen Scheine vor ihm aus. Rathe, woher ich sie habe." .Eine Erbsch-ft? Ader das muk ich doch wissen!.Mein Bild mein Bild ist der. kauft!Die drei ctleinta in weißen Nachtu röckchen mit bloß Füßchen kameS, jetzt aus dem Schlc-fzimmer herang sprungen aus ihren Betten und um- - drängten Mama. ! Sie hob sie empor rr ihre Arme und küßte sie und theilte ihren Jubel ihnen niL " .Mama hat ihr Bild verkauft!" sprach verständnisinnig U: Aeltcsle mit sichtiger Miene. Das Kleinste, der Vierjährige, lallte es nach und machte so drollg ernste Augen, daß alle lach mußten. Auch er, der Äater, dessen größter, einziger Stolz seine Buben nwrec Er schoo die blauen Scheine ihr wie. der zu. - .Was willst Du' damit anfangen ? Im. besten wäre ein sicheres Papi m
laufen ode? auf die Sparkasse drin gen, dann kannst Du Dir es nach Bedarf abheben.- x .Nein nein! verbrauche 5 für mich." i'U Er blickte sie groIsn. Das hast Du doch nicht nöthig." .Aber ich will eö." Sie sprach es so bestimmt, daß er schwieg. Er hörte, wie s"ufathmete, so recht tief, so wie aus befreiter Brust. Nun brauchte sie ihn nicht mehr um zede Kleinigkeit zu bitten,-nun wurde er nicht mehr so mißtrauisch dasWirthschaftsgeld in ihre Hand legen, das Ausgabebuch revidiren. Sie verschwenbete nichts, und doch war es immer und -immer zu viel, was siausgab. Dann bitte ich um. einige Wochen Urlaub." Ueberrascht blickte er zu ihr Quf. .Du willst verreisen?" Jawohl, es war schon so lange mein Wunsch, meine alten Eltern zu besuchen. Du fandest immer die Reise .zu theuer. Du erlaubst es mir doch jetzt? Schade, die Schuljungens kann ich nicht mitnehmen, aber den.Kleinen." .Bitte, reise. Wir werden ja wohl auch fertig ohne Dich." Es klang unfreundlich. Sie überhörte es, sie preßte nur die Lippen fester zusammen und blinzelte eiwas mit den Augen. Dann brachte sie die Kin--der wieder in's Bett. .Ich aber mitgeht lallte der Kleine zuversichtlich. .Wie dumm, daß Du dasGeld nicht schon zu .den Ferien bekommen hast, dann hättest Du uns ioch auch mitge nommen.'" .Natürlich, selbstverständlich. Aber bxt Schule darf nicht versäumt wer.den." .Wer rechnet nun mit mir?" fragte besorgt der Kleine. .Das Mädchen .wird Dir helfen lönneiu" , .Was denkst Du denn, die kann doch das große Einmalems mit der 17 und 18 nicht " sprach stolz der Aelteste, ich werde ihm helfen." Das ist .recht, mein Junge " Liebkosend fuhr ihre Hand über den .Kopf des Neunjährigen, und tröstend redete sie auf den Jüngeren ein, der schmollte: .Das schwere .Rechnen mit all' den großen Zahlen, das dumme, dumme große Einmaleins. Siehste Du Mammy, neulich hast Du auch nicht gleich gewußt, was 7 mal 18 ist .und ich muß morgen nachbleiben deshalb. Ich .wUl auch malen, Bilder verkaufen und verreisen ". Ter Große lachte: .Das muß man erst recht lernen." ,.Nun schlaft!" gebot Mama, aber sie Härte noch !:nge im Nebenzimmer, wie der Große dem Kleinen das Einmaleins mit der Achtzehn beibrachte.
.Sie haben auch schon ihre Sorgen, Kleinen, sei gut mit ihnen, nicht gar zu streng, bat sie den Vater, der im ruhig im Zimmer auf- und abging. Wenn es Dir recht ist, xtt ich schon .morgen Abend. ..So eilig hast Du es.?" ..Ich sehne mich schon lange " - .Nur noch eine Sitzung nnd dann ist mein Bildchen fertig." Die beiden Alten schmunzelten verLnügt, als sie ihr ivohlgetroffenes Eonreif vor sich sahen. Beide im kleinen Gärtchen.auf ihrem Lreblmgsplatz unter dem alten Apfelbaum, vor sich den Enkel, neben der hohen, schönen Malve. Früchte nnd -Blüthen! Ruhiges, friedliches Alter arnd InosHendes Hoffen. Es war mehr wie ein Portrait, es .war ein wundervolles Sümmungsbild. Mit freiem, stolzen Blick sah s die Malerin. Das war gut, sie fühlte es, sie be saß ein sicheres Können, das Niemand ihr mehr rauben konnte, wieviel würde sie noch schaffen können sich und ande--ren zur Freude Auch ihm, ihrem Gatten. ..Ich habe Dein Bild mir noch oft angesehen auf der Ausstellung. Es ist schön, sehr schön, ich begreife nun, warum Du malst ich verstehe Dich -jetzt." So stand es tu seinem letzten Brief. Dann kamen zärtliche Worte, nne er sie nie zu ihr gesprochen. Dazwischen klang es wie Sehnen, geheimes, stilles Sehnen, gemischt mit der Angst, er könne sie verlieren, mit ihr sein Gluck! Sie frohlockte. Nun würde ein neues Leben beginnen, kerne kleinlichen Zän kerei:n mehr, kein qualvolles Schassen, das sie vor ihm verbergen mußte wie eine Sünde, einer heimlichen, sträflichen Leidenschaft gleich. Nun stand sie neben ihm. selbststän dig. sein guter Kamerad, nicht mehe abhängig von ihm, nicht mehr die ewia .i i i. . r ' mence, empfangende. .Und wenn mein Bildchen von Euch fertig ist. dann muß ich wieder Otim Schon schon " sprachen lic g:nd die beiden Alten. Aber sie sprach leuchtenden AuqeS: ' .Laßt mich gehen! Mein Mann nd 'meine Kinder brauchn mich zu ih rem Glück!" JhreTrauer. Sie trauern Nlchj mehr, meine Gnädige, für Ihren txi lurzuch vernorvenen Herrn Gk ma$l? .0 doch aber nur Bor mittags, dafür aber auch zwei Jahre ftnn sehen Sie. da kann ia dock me' nem selige Mann ganz gleich sein, ob iq ein Jayr lang den ganzen Tag. oder zwei Jahre immer nur den halben Tag sur irrn trauere. und mir paßt es ebcn so diel besser!" Reflexion. Schusterjunge (beim Essen): .Wenn's am 'besten schmeckt, soll man aufhören zu essen ich hab' immer aber schon nix mehr, ehe es am besten schmeckt!- . -
Die Borr!go?Brülke.
Von Luise Westtirch. Sonst ist dem Alten immer alles f.latt gegangen, er war ein Ingenieur auf dem ff. Nur einmal, am Borrigo, hatte er Pech. Wie das zusammenhing, wissen freilich die wenigsten. Es war damals unter den Arbeitern der Matthias Heinzinger. ein braver Kerl. Sogar die Italiener mochten rhn leiden, mit denen er gewandt aenua ren abscheulichen Grenzoialekt mit seinen Sch's und Sz's spuckte und gurgelte. Por allem hielten naturluy wir zwei zusammen, ich. der Reichsdeutsche und er. der Deutsch Tiroler, unter vem Gcstndel. das bei solchem Bahnbau aus allen Ecken der Welt zusammenläuft. Schön war er nicht mit seiner kleinen sehnigen Gestalt, dem mehlgrauen Gesicht voller Dellen und Knochen. um das die lehmfarbenen Haare sich ihm scheitellos sträubten, wie eines Frauenzimmers Frisur. Aber er hatte eine Leidenschaft für alles Schöne, 1as war kurios. Die slotteste Joppe, der farbigste Schlips, der rötheste Gürtel uno der rarste Pfeifenkopf gehörten immer dem Matthias Heinzinger. Versteht sich, daß er auch das patenteste Mädel haben mußte. Wir waren damals dabei, die Brücke über den Borrigo zu legen. Die Steinmetzen hatten die Pfeiler anfgemauert. Wir nieteten seitwärts auf bem Damm die Eisentheile des Oberbaues zusammen. Der Alle ließ seine 'Brücken immer auf festem Boden ferUkgstellen, die Schienen einschrauben. 'dann erst wurden sie auf die Pfeiler gezogen. Na. d:e Arbeit war eiug, denn die Saison fing an, vie Fremden wurden erwartet. Sonst hatten wir Unterhaltung . genug haben können. ?!ch rede nicht von Himmel, Meer und Bergen, obgleich man das auch nicht bei jedem Bahnbau in solcher Güte zu sehen kriegt. Am liebsten guckten wt? jungen Leute über die Brüstung hinunter. Da lag das Bett ies Borrigo, sehr breit nnd sehr flach. Wasser war jetzt im October nicht darin, nur Steine. Unmassen, kleine, große, lauier Kalksteine, blendend weiß in der Sonnengluth, der blödsinnigste Bach, den ich je gesehen habe. Das Thal hinauf und hinunter standen kleine hübsche Landhäuser zwischen Palmen und Pinien, zwischen Rosenbllschen and Orangenhainen und auf den Straßen an beiden Ufern gingen im Schatten der Pfefferbäume mit ihren rothen Fruchttrauben die Schönen von Mentone spazieren. Die Mannsleute da herum find unserem deutschen Geschmack ja zu unansehnlich, so 'ne Art sitzengebliebener, verbrannter Semmel, aber die Mädel mit ihren schwarzen Hacnwülsten über den niedrigen Stirixn und den blanken Augen darunter alle Achtung! Dazu haben sie eine Manier, die Füße zu setzen, ihre Kleider zu schürzen und sich in den Hüften u drehen, so zierlich und natürlich, wie bei einem Füllen oder Rehkitzchen. Das machte Spaß. Und um die Frühstückszeit war denn auch die Brückenbrüstung von der Straße drunten anzusehen, wie ein Simsbord voll abgeschnittener Mannsköpfe zwischen Flaschen und Vrotstullen. Aber wie toll wir uns gebärden mochten, der Heinzinger blieb immer ganz pomadig, faß im Hintergrund, biß in sein Brot. So kamen -wir dahinter, daß er ein festes Verhältniß haben müßte. Und auch schon darum, weil er an den Sonntagen, an denen wir nicht arbeiteten, w vom Erdboden verschwand. Gabs aber was besonders Schweres zu thun und das gut bezahlt wurde, dann war der Heinzmer der Erste. Dabei gönnte er sich kaum das nothwendigste Futter, so daß ihm die Backen alle Tage hohler wurden. Aus solchen Anzeichen schließt man denn auf ein Frauenzimmer. Und eines Tages bekamen wir sie zu sehen. Sie kam geradewegs auf unseren Arbeitsplatz gelaufen, eine Prachtvolle Südfranzösin mit so einem länglichen Gesicht und einer festen geraden Nase, wie sie außer den Marmorbldern weiter unten in Italien nur ein paar Menschen an der Küste haben. Sie sagen ja. die alten Griechen hätten da Handelsniederlassungen gehabt und die Rasse aufgebracht. Ich weiß nicht. Sie trug die Tracht der Landleute aus den Felsennestcrn. Dazu mächtige, goldene Ringe in den Ohren und ein rothes Kopftuch, das schrie vor Neuheit. Als sie nach dem Matthias Heinzinger fragte, schoß es mir gleich durch den Kopf: .Aha. die Goldräder und das Tuch, das ist ein Stück von feinem Wochenlohn." Er war nicht da. vom Alten nach Mentone zum Schmied geschickt wegen neuer Nietnäcel. Aber die anderen beeiserten sich, ihr die Wartezeit zu vertreiben, lachten, neckten, fragten. 'Sie schüttelte den Kopf, daß die Goldräder funkenwerfend flogen. .Xionte! niente! Sie würde' am Sonntag mit der Mutter kommen, aus mehrere Tage, um die Aussteuer zu kaufen. Das sollten wir dem Signor Heinzinger ausrichten. Das sei ihr P080, ci! Und ci! Weihnachten würden sie heirathen. Und sie sei auZ St. Agnese (sie sagte Chainte). Und nun hätte sie keine Zeit mehr, nicht ein bischen! nicht ein bischen!" Dabei machte sie sich mit ihren raschen Ellbogen Luft, wollte davonstürzen wie sie herangestürzt war. Aber als sie ihre funkelnden Teufelsäugen lachend im Kreis herumwarf, blieben sie plötzlich an einem Fleck bafken. Auf der Brüstung hockte der junge Antonio Servelli, den Rücken nach der Straße und baumelte mit den Beinen. Er war nicht hnangekommen. hatte auch kein Wort gesprochen. Er war nicht von der gesprächigen Art, der Antonio, immer, als hätt' er seine eigenen Gedanken über jedes Ding, die von sich zu geben zu schade war?.. So
galt er für einen PsiffikuZ. Uebrtgenö ein Vengel wie aus dem Ei geschält, Milch und Bwt. Ich mußte mich immer wundern, wie seine Eltern so 'was
mit ihrer Polenta und ihren Maccarom groß gekriegt hatten. Denn er war von den Aermsten. Er trug nur Hose und Hemd und den üblichen rothen Gürtel. Das Hemd hatte kurze Aermel und war so tief ausgeschnitten, wie das Kleid einer Valldame und sür die Schultern, die da zum Vorschein kamen, hatten die meisten Balldamen gern ein Vermögen bezahlt. Also, die Camilla sah den Antonio an und der .Antonio saß da und verschlang die Camilla mit den Augen. Zuletzt riß sie sich zusammen. Ci!! zu Weihnachten heirathen wir." Weg war sie. Nun gab's ein Bewundern und Verwundern. Wie hatte der Matthias Heinzinger das fertiggebracht? Da that der Antonio den Mund auf und sagte was ganz Gescheites: .Wir andern reden von Liebhaben, der Heinzinger redet von irathen. Das hören die Mädel gern und die Mütter noch lieber." Als der Heinzinger kam, wurde ihm die Botschaft ausgerichtet; er war ihm nicht lieb, daß wir hinter, sein Geheimniß gekommen waren. Es wurde auch nicht eine so spaßbaste Sache, wie einige sich's gedacht hatten. Aus seinen halb offenen Schlitzaugen konnte mein Landsmann zuzeiten mit einem so grauslichen Ernst herausgucken, haß auch muthigen Leuten das Necken verging. Aber als wir nebeneinander heim gingen wir lagen im gleichen Quartier drückte es ihm doch das Herz ab. sich auszusprechen. Er fing an: .Ansehnlich ist sie, was? ' Das bestätigte ich gern. .Und tu Weihnachten wollt ihr heirathen?" Ja; ich hab' mir was gespart. Sie hat nichts. Ist von droben." Er deutete hinauf, wo auf einer der kwcüsten ??els zacken, wie aus dem !l Steine selbst gewachsen, ein Ruinen;rest ausragte, die alteBurg St, Agnese. Das Dorf fah man nicht. Dann fing er an zu erzählen, wie es gekommen war. Bei einer Prozession hatte er sie gesehen, war ihr nachgerannt, hinauf in die Berge, wie er ging und stand, hatte seine Liebe erklärt, ehe sie nur Zeit fand, den Festschmuck abzulegen. Die Alte hatte Thränen geweint vor Freude. .Und die Junge?" .Ein Kind; ganz überrascht, erstaunt natürlich Am nächsten Tag hatte er ihr die goldenen Ohrringe gelaust. Da hatte sie gelacht. Seitdem waren sie Brautleute, .Du hast Muth, dachte ich. Er legte mir die Hand auf die Schulter. .Hältst mich für leichtsinnig? Pah! ein qvIzx Eisenarbeiter kommt überall durch. Und siehst du etwas Liebes mnß der Mensch haben auf der Welt, sonst wird er zum Vieh Er sprach dann noch, was er nie gethan hatte, von seiner Heimath, seiner Kindheit. Es war die alte traurige Geschichte: früh verwaist, bei harten Verwandten in bitterer Armuth aufgewachsen oben in den Tiroler Bergen, wo es mehr Steine giebt als Brot und alle Leute Kröpfe haben. Dann in die Welt gelaufen, durchgepatscht, schwimmend, spadelnd, ohne Freund und ohne Rath, oben gehalten allein durch den zähen Eigensinn seines harten Kopfes, der oben bleiben wollte. Und nun saß er auf dieser Sandbank fest. .Schön was?" fragte er noch einmal und sog die Luft durch die Zähne vor Entzücken. Mir wär's lieber gewesen, wenn sein Schatz nicht so ein Statuengesicht gehabt'hätte und nicht solche Teufelsäugen und hätte dafür ihn angelacht und nicht erst die goldenen Ohrbam, mein. Am Sonntag kamen ste richtig herunter, die Junge und die Alte, die eine Hexe war, der richtige Kinderschreck. Heinzinger in seinem besten Habit war um sie herum, gehorsam und demüthig Wie ein Pudel. Vom Eharcutier ging's zum Händler und vom Händler wieder zum Naschen. Die Alte schüttete Lob über ihn ausgiebig wie ein Landregen, und er hört's nicht, strahlte nur immer die Junge an. während er sein Geld für sie auf den Tisch legte. Herr Gott, was hatte der Mensch für eine Zärtlichkeit in den Augen. Mentone ist kein so großer Ort, daß man sich Sonntags beim Umbervum mein nicht treffen müßte, na und ich lief den Dreien schon absichtlich in den Weg. Machte mir Spaß. Am Abend setzten sie sich vor eine Osteria, hart am Borrigo. Es waren Mandolinatasvieler dort und viel Volks. Die Camilla trug eine Rose hinterm Ohr, die er ihr geschenkt hatte, eine Seltenheit, denn die Pflanzen lagen noch im Sommerhitzschlaf. Und ich weiß nicht, wie sie es anstellte, aber es hatte den Anschein, als wenn oel Borrigo und die Osteria. die Sterne am Himmel und die Menschen aus den Bänken nur um ihretwillen da wären. Alle sahen sie an, d:e Mandottnataspieler richteten ihre Lieder nur an sie Und ganz kurios nahmen sich neben ihr auf der einen Seite die verschrunzelte Alte aus und auf der anderen mein braver Heinzinger mit seinem mehligen Clownsgesicht. Steigt auf einmal der Antonio Servelli daher, nicht im Sonntagsgewand einfach mit seinem über die Schultern herunterhängenden Hemd, wahrscheinlich weil er wußte, wie gut ihn die Haut mit dem Psirsichflaum seiner achtzehn Jahre darauf ließ. Hält in der Hand einen Strauß, nein, eine Ladung von hell:n Rosen, immer vier und fechs am Zweig, fast noch Knospen, frisch, als lag' der Thau darauf, eine Pracht! Gott weiß, wo er sie gestohlen hatte! Schreitet ernsthaft zwischenden
Bänken durch und wirft ohne ein Wort
der Camilla seme Rosen aus den Tisch. Die greift mit blitzenden Augen in die Herrlichkeit. .Grazie! Grazie, Signor!" Und weil ihm ein Tropfen Blut am Arm hinunterläuft r wahrscheinlich hatte ein Dorn der gestohlenen Rosen ihn geratscht springt sie auf und lispelt: .Du bist verwundet für mich! Du blutest" Er schüttelt den Kopf, giebt einem der Sänger ein Geldstück, nimmt ihm die Mandolinata weg und fängt an zu singen. Ein italienisches Lied. Verstanden hab' ich nur das amore drin, und das hätt' ich auch verstanden, wenn ich taub gewesen wäre. Und mit einem Feuer sang der Bengel! So was hört man auch nur dort, wo die Sonne den Menschen ihre eigene Gluth unter die Haut brennt. Mein Heinzinger sieht zum fürchten us. Lange, ehe das Lied zu Ende ist, springt er auf, packt feine Camilla am Arm. hätt' sie aber wohl nicht mit wegbekommen, wenn nicht die Hexenmutter sich an den anderen Arm der Schönen gekrallt hätte. Sie zischt ihr dabei was in's Ohr und da ging das Mädchen. Aber es zuckte bös in ihrem Gesicht und bis zuletzt war der Kopf zurückgedreht und die Augen hingen an dem Antonio. Spät erst kam Heinzinger in unsere gemeinsame Kammer und ohne ein Wort zu sprechen, ohne nur Licht anzustecken, streckt' er sich auf sein Bett die ganze Nacht hört' ich ihn stöhnen und seufzen. Am anderen Morgen sollte dann die Brücke auf ihre Pfeiler gelegt werden. Mit Winden und Hebebäumen setzten wir sie auf Rollen und machten ihr vorderes Ende am Flaschenzug fest. Dann zogen wir Selbzwanzigst, zwangen die paar tausend Centner langsam heranzukrieche über den ersten Pfeiler hart am Bahndamm, dann, allein vom Uebergewicht ihrer aufliegenden Masse gehalten, durch die leere Luft zum Mittelpfeiler, der in den Borrigo selbst eingemauert war, und wieder durch die freie Luft zum dritten Pfeiler, wo die Brücke sich dem fertigen Oberbau auf dem Bahndamm anschloß. Danach brauchte sie nur noch fest in den Pfeilern verankert zu werden. Ein leichtes Stück war diese RutschPartie aber nicht. Die am Flaschenzug mußten scharf aufpassen, daß ihre vielen Taue sich nicht verwickelten. Und bei den Rollen war's noch fchlimmer. Wich eine einzige nur um einen halben Centimeter aus der Bahn und der Schaden wurde nicht gleich bemerkt, dann sauste die Brücke abgleitend unrettbar in den Borrigo. Darum mußte neben jeder Rolle ein Mann unter der Brücke liegen mit Meßzeug und Richtlot. und bei jedem Centimeter. den . sie vorrutschte, nachprüfen und den Befund ausschreien. Die Rollen hoben das Eisengestell gerade so hoch, daß platt auf dem Bauch liegend einer darunter Platz hatte, den Kopf durfte er aber nicht heben, wenn die vorne anzogen. Sonst wurde ihm der Schädel eingestoßen wie eine Eierschale. So ein Posten wird gut bezahlt und Heinzinger war der erste stch zu melden. Was mich angeht, ich hab' nie was übrig gehabt für Verdienst, der so hart neben dem Grab aufwächst: ich blieb beim Flaschenzug. Wir schafften, daß uns der Schweiß von den Stirnen rieselte. Bald haperte es hier, bald haperte es dort. Der Alte hate sich schon die Gurgel heiser geschrieen mit Commandiren. Kurz vor Mittag, was sie dort das pranzo nennen, verwickelten sich 'mal wieder die Taue. Ich mußt' auf den mlttle ren Pfeiler klettern, um sie klar zu kriegen. Als ich 'ran komme, sehe ich. daß sie rauchen. Ich schreie also um ein paar Gießkannen Wasser und bis es gebracht wird, steh' ich und seh' mich um. Lag gerade neben der Brücke unter mir so ein verwilderter Garten mit einem winzigen Häuschen, einem aroßmächtigen Kamelienbusch und 'ner wackeligen Bank. Und zwischen den Maiskolben und den Tomaten erkenn' ich plötzlich der Camilla knallrothes Kopftuch. Sie stand an der einen Seite der Bank und an der anderen stand der Antonio, der vor fünf Minutcn wegen Nasenbluten ausgetreten war. Und die Augen, die sie sich machten! Ob sie dachten, daß der Kamclienbusch sie vor allen verstecke, ob sie sich schon gar nichts mehr dachten? Ich fahr' herum, suche mit den Augen meinen Landsmann. Nicht zehn Schritte von mir liegt er platt auf dem Mittelpfeiler, bis zu dem die Brücke ja nun herangekrochen war. Und das mehlige Gesicht unter dem lehmfarbenen Haar schimmert wie eine Teufelsfratze aus der . dunkeln Spalte heraus, in die er eingeklemmt liegt. Grauslich! Sieht er, .was ich sehe? Ich und er. Keiner sonst kann's sehen. Vor den Blicken derer auf tcn anderen Pfeiler schützt wirklich der Kainelienstrauch, und der zweite Nollenmann lieat nach der Strandseit: zu. .Allez!" erschallt das Commando. ! Ich stülpe, meine Gießkanne üi:x das Tauwerk. Die am Flaschenzug ziehen an. .Unlte!" Die Kerle an den Rollen messen. - In der Stille der kurzen Pause schallt der Camilla Stimm? herauf mit dem Pathos, das die Weiber dortzulande haben, Antwort aus eine Frage, wie es scheint. ' .Die Mutter wUTs" .Und du?" .Sieht er aus wie ein .Anlaute?!" .Allczl" . Die Seile knirschen, die Brücke ruckt. Aufgepaßt! In Ordnung! Weiter! Ich schütte meine zweite Gießkanne über das Tauwerk. Lieber möcht' ich sie dem Heinzinger auf den Kopf schütten. Er steht! Daran ist kein Zweifel. sieht und hört. Die Augen treten ihm aus dem Kopf, die hellen Sterne sind fchwarz. das Weiße, das sie rnr)
umgiebt. auch oben unter den aufgerisfenen Lidern, funkelt wie weißglühen-
des Eifen. Wenn ich hundert Jayre alt werde, das Gesicht vergess' ich nicht. das verzerrte Gesicht unter dem wucytenden Eisengestell. Antonio spricht derweil, heftig, leidenschaftlich. Aber die Brücke brummt, man versteht's nicht. Jetzt ein helles: .Xo, no, nor von ihr. .Gott sei Dank!" denk' ich. Sehen kann ich nichts mehr; der Busch verbirgt sie jetzt wirklich. Wieder ein Ruck! Und ein Donnerweiter des Alten. Die Seile verwir ren sich abermals, ich hab' nicht aufgepaßt. Ich passe auch jetzt nicht auf. denn ich sehe sie wieder. Antonio hält ihre Hand, spricht in ihr Ohr. -das Ohr, in dessenLäppchen meines Landsmannes goldener Ring schaukelt. Sie zerren sich nach rechts, nach links Da! sie wendet sich. Eine Flamme, eine ganze Feuersbrunst bricht aus ihren Augen Sie liegt an seiner Brust, die Arme um seine Schultern geworfen .Allez!" schreit der Alte am anderen Ende der Brücke. In dem Augenblick thut's einen Krach, daß mir Hören und sehen vergebt. Die Beine reißt's mir in die Luft. Ich schlag' hin. so lang ich bin. Und wie ich mich besinne und herauswickeln will aus dem Tauwerk, in dem ich festsitze wie ein Hase in einer Schlinge, da hängt die Brücke halb über den Pfeiler hinunter, wie ein geknickter Sonnenschirm, hat unter sich den Matthias Heinzinger plattgedrückt, als wär' er gewalzt war eigentlich nur ein Blutfleck auf dem Brückenpfeiler. Hatte er in der Aufregung versgumt. auf seine Rolle zu achten, wollt' er als Strafgericht den Sündern drunten die Brücke auf die Köpse schmettern wer kann's sagen? Drei Wochen haben wir gebraucht, um den Oberbau auszubessern und wieder auf die Pfeiler herauszukriegen. Es hat den Alten ein schmähliches Geld gekostet und ich glaube, das Geld hat ihn noch nicht einmal am meisten gewurmt. Konnt' sonst rechnen wie kein zweiter: Tragkraft, Spannung, Be lastung, aus ein Gramm genau. Stimmte jedesmal. Nur die Leiden schaft von dem armen Narren, dem Heinzinger. ist ihm einmal durch seine Exempel gefahren. Es war sein einziger Fehlschlag, die Brücke am Borrigo. Ja so. was aus den beiden unten ge worden ist. möchten Sie wissen? Kein Paar. Ich sagt's doch: der Antonio war ein Pfiffikus. Arktische Leikerbissen. Leute, die keine Speise fein und gut genug bekommen können, sollten sich einmal zur Abgewöhnung ihres Mäkelns zu den Eskimos des nördlichen Asiens begeben, wo sie wohl oder übel sich den Tafelgenussen des Volkes an zubequemen lernen müßten. Ein Reisender, der das nördliche Sibirien be sucht hat, schildert die Lebensweise dort, soweit sie das Essen betr'.fft, mit folgenden Worten: .Wie frühzeitia der Fremde Morgens erwachen mag. stets wird er die Frau des Hauses schon aufgestanden finden, d. h. hier, daß sie sich aus der liegenden in die sitzende Stellung erhoben hat. Sobald sie aber bemerkt, daß ihr Gast wach ist. bringt sie ihm ein Stückchen Fleisch, um ihn bis zur eigentlichen Frühstücksstunde zu kräftigen. Dann begibt sie sich in einea angrenzendenRaum, einen Verschlag, der nur errichtet ist. um die Hunde von.)en Speisevorräthen fernzuhalten, und nachdem sie darin eine Viertelstunde lang geklopft und gehackt hat, erschelnt.sie wieder mit dem Früh stück. Nun wird ein großer flacher Holzteller mitten auf den Boden gesetzt und die Hausfrau nimmt ihren Platz an der einen Seite ein in einer Haltung, für die .kauernd" noch eine schmeichelhafte Bezeichnung ist. Die Familie und ihre Gäste sammeln sich rund um den .Tisch", wobei sie sich mit dem Kopfe nach dem Frühstück gewendet und die Beine nach hinten ausstreckend, flach auf den Leib legen. Das erste Gericht bildet ein wenig gefrörenesKraut undefinirbarer Art. das mit Seehundsthran gemischt und. mit kleinen Stücken frischen Specks, den die Hausfrau mit einem großen Küchen messer zerschneidet, verzehrt wird. Das nächste Gericht besteht aus Walroßfleisch. Auch das wird von der den Vorsitz führenden Hausfrau erst zerschnitten und dann mit freigebiger Hand vertheilt. Bei diesem Theile der Mahlzeit ist im Vortheile, wer das größte Stück unzerkaut verschlingen kann, und die Tischgäste entwickeln hierbei einen solchen Eifer, daß si: immer ein Stück des zähen Fleisches im Munde und zwei davon ip den Händen halten. Schließlich erscheint ein großesStück Walroßhaut, auf dem noch eine dünne Speckschicht sitzt, wähnd die Haare auf der äußeren Seite kaum entfernt sind. Die Hautest etwa 23 Millimeter dick und sehr 'zähe, so daß man sie kaum zerbeißen und kauen könnte. Deshalb zerschneidet sie wiederum die Hausfrau in ganz kleine Stücke. Die Walroßhaut ist aber dennoch thatsächlich das schmackhafteste Gericht der ganzen, schwerverdaulichen Mahlzeit Zeitbi'ld. Frau: .Ich 'gehe in unsern Club. Emil .es wird spät werden, die Müller gibt ihren Doctorschmaus, sei verständig und mach' mir keine Scene, wenn ich wieder etwas bezecht heimkehre." Auszeichnung. Gast (dem wiederholt sehr hartes Fleisch vorgesetzt wurde): Wenn Sie so fortmachen,' Herr Wirth, werden Sie gewiß noch zum Ehrenmitglied deö Vereins der 4WHn4 ,' i mT" VM . ... . '
Sag' wie sieht die Liebe auö?
Von Elise Miller. Sag' wie sieht die Liebe aus? Ob ihr weiße Schleier fallen Un der blonden Locken Wallen? Ob sie geht im kurzen Rocke Brauner Bursch am Wanderstocke? Ob ihr schwarz die Auaen svruken. Roth und heiß die Lippen glühen? Sag' wie steht die Liebe aus? Mutterliebe, blonder Engel, Opferfreudig, du allein Hebst dich über Menschenmangel! Lichter Augen klarer Schein Wacht am Abend, wacht am Morgen ueber Kinderlust und Sorgen: Mutterliebe, milder Engel! i ' Freundesliebe, brauner Knabe. Mannhaft jederzeit bereit. Hinzuopfern Geld und Habe Für des Freundes Ehrlichkeit. Ew:q iung und klug im Handeln Wird die Treue niemals wandeln; Freundesliebe, starker Knabe! Herzensliebe, süße Elfen Gleichen dir, du Feenmaid, Gegen deine Zauber helfen Weisheit nicht und Ehrenkleid! Schöpferische Südlandssonne Mild umschwärmte Mondscheinwonn: Schwarzgelockte heiße Else! Sag' wie sieht die Liebe aus? Mutterliebe, du alleine. Selbstlos, mild und engelreine! Freundesliebe. Erdensegen Ist in deiner Treu gelegen! Herzensliebe. Herzenslabe. Birgst des Glückes höchste Gabe! Ja, so sieht die Liebe aus! Ulirnp mit Hindernissen. Rudolf kommt mit seinem Freunde Jacob von einem Ausfluge zurück. Bei der ersten Haltestelle der Straßenbahn angelangt, sagte er: Durch die Sladt könnten wir ab:r jetzt fahren!" Was fällt dir ein?- erwidert Jakob. Die Bahn macht einen Umweg, wir sind ja zu Fuße schneller daheim!" Oho. schneller? Was gilt die Wette? Ich fahre, du gehst. Wer später ankommt, zahlt zwei Flaschen Sekt! An der Brücke treffen wir uns." Einverstanden!" sagt Jacob, und während Rudolf einen eben abfahrenden Wagen besteigt, beginnt er rasch auszubreiten. Die Luft ist drückend schwül, rnd bald läuft ihm der Schweiß aus allen Poren. Aber festen Willens, recht ?u behalten, beschleunigt er seine Schritte noch immer mehr. Da sieht er, gerade ausschauend, die dicke, kugelrunde Gestalt seines Freundes Günther, welcher ihn schon aus der Ferne durch Winken mit dem Stocke begrüßt. Ra, der fehlt mir jetzt gerade!" flucht Jacob. Jacob, Servus, o wie gut, daß ich dich treffe, denke dir...." Ich gehe einen Wettgang . . . . kann mich keine Sekunde aufhalten laufe mit, wenn du Wichtiges hast!" Gewiß Wichtiges!" schnauft Günther, an der Seite Jacobs dahineilend und schon nach den erstcnSchritten athemlos. Denke dir .... kommt heute mein Bruder, er hat Kindstaufe gehabt .... soll Gebühren und Hebamme .... bezahlen .... was weiß ich noch ... ich bitte dich, ich kann nicht mehr . ." So laß das bis morgen komm zu mir ins Bureau ich kann jetzt nicht stehen bleiben!" Günther aber bleibt, sich ausschnausend, einige Sekunden stehen und läuft dann wieder nach. Den Hut hält er in der Hand und die Schweißtropfen perlen ihm über die Glatze und die dicken Wangen. Ist zu dringlich, lieber Jkob. . . kann nicht bis morgen warten. . . und sonst weiß ich auch niemand, der mir helfen könnte. . . sie warten zu Hause auf das Geld. . . habe mich fortgeschlichen. . . es wo aufzutreiben. . . es ist der letzte. . . Zahlungstag. . . er hat es nicht mehr. . . kam alles so unvermuthet. . . (er bleibt wieder stehen, um nach einigen Augenblicken wieder nachzulaufen) und weißt du, ich habe cs auch. . . ich habe es auch nicht mehr. . . Nun wartet er zu Hause auf mich mich trifft der Schlag habe ihm versprochen, es ihm zu beschaffen. . . nur hundert Mark. . . da kommst du mir glücklicherweise. . . in den Wurf. . ." ' Die letzten Worte bringt er nur mehr stoßweise heraus. Er muß schon etwas länger stehen bleiben. Dann nimmt er alle seine Kraft zusammen und rennt dem nunmehr im Sturmschritte dahineilenden Freunde mit seinen kurzen Beinen wie ein Dackel nach. Du wirst begreifen. . . kann meinen Bruder nicht aufsitzen. . . lassen. . . es ist ihm. . . und mir peinlich. . . sei nicht böse. . . und so wirst du. . . mir. . . wohl den. . . Gefallen thun . . Gott sei Dank!- frohlockt Jakob. wir stnd an der Brücke, die Wette ist gewonnen!" Gottlob !" rust auch Günther. Noch hundert Schritte und ich wäre hingeplumpst- wie ein Mehlsack!" Armer Kerl es thut mir leid hier sind hundert Mark du hast sie redlich verdient!" -Der kleine Kaufmann. Lehrer: Wir haben nun von den schlimmen und guten Eigenschaften der Menschen gesprochen Jsidor. iH Me Dich schon wieder schwätzen bei. c ev rm ? n i amrooric mir oie tfiagc: uann Xi oer Mensü -aus? jsidor: -Cerrn iz I i1 !a5lun55fäbia!" . .
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