Indiana Tribüne, Volume 24, Number 32, Indianapolis, Marion County, 20 October 1900 — Page 7
Jttdiana Tribüne. Samstag, bett 30. Oktober 1900.
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Der Austaubersriedl.
Roman von Fanny Kaltenbauser. (Fortsetzung.) Meinst! Ah, feb bin allen zu schicch da sag mir nichts." Und etwas lebÖfteren Tones, dennoch hin und wieder zögernd, fügt sie hinzu: Der Vater rnelfe es nicht aber da wär' ja einer, der mich nahm'! Er sagt wohl, ich wär' ihm nicht zuwider aber ich weiß schcn, was ihm nicht zuwider ist, das ist's Gut; um deffentwillen nährn' er mich; und da da mag ich nicht! Ta bleib' ich lieber allein." Verstummend faßt sie jäh nach seinen Händen, drückt dieselben und sagt dann bittend: Aber sag dem Vater nichts davon der weiß nichts. Ich hab' dem Hillmeier Peter gesagt der ist's, weißt, ich könnt' ihn nicht leiden und darum möcht' ich ihn auch nicht. Weil er aber dann gemeint hat, er ginge dech zu meinem Vater, und mir würd' es dann gewiß auch recht werden, da hab' ich ihn angelogen und hab' gesagt, daß ich übrigens schon einen hätt' und der Vater wußt' auch darum und wär' ihm recht, nur müßt' ich noch ein wenig warten mit hr Heirath, verschiedener Umstand' halber." Verwundert blickt der Fried! auf das Tirndl nieder. Und warum hast Tu ihn abgewiesen?" fragt er. Ich mein', Du hätt'st ihn schon nehmen sollen, wgen Deinem Vater, damit der Dir einmal einen Fried' giebt." Meinst?" Die Nani .lächelt sanft nach dem einen, leise hingeworfenen Wort. Xavx schließt sie die Augen, noch immer das sanfte Lächeln auf den Lippen, und beginnt nun wie erzählend zu sprechen: ..Ich will Dir was sagen, damit Du mich verstehst! Früber einmal wär' mir jeder recht gewesen, der mich genommen hätt', aucki der,- von dem ich auf's Genauesie gewußt hätt'. daß er mich nur um des Gutes wi'.en nährn'. Seither aber, seither" das laute Erzählen wurde zu einem leisen, fcheuen Flüstern weiß ich mir einen, der mir lieber ist wie die aaru' Welt!" Jetzt klang es jäh leidenschaftlicy, ln tiefem Schmerz und doch manchmal ein wonniges Empfinden durchlassend, durch die Stube: Und weil ich den gern hab', mag ich keinen Bauern im Hof. Da laff' ich mich eher todtschlagen vom Vater, eh' ich mir einen nehm', den ich nicht mag." Starr hatte der Friedl den Blick auf das Gesicht des Dirndls gerichtet. Er sah es, wie jetzt ein Zittern durch den schmächtigen Körper, lief; die Augen blieben noch immer geschlossen. War denn wirklich er derjenige, den sie so gern hatte? So gern, daß sie sich lieder schlagen ließ, eh' sie einen andern nahm! Ach, wenn eine andere so g?!oesen wär' eine andere! Wenn Sel so gesprochen, hätte! Er sah sie vor sich ihr schönes, lachendes Gesicht mit den wunderschönen Augen; was hätt' tx thun mögen für diese Worte con ihrem Mund! Er schloß die Augen, wie üöerwältig: von der Vorstellung. Im nächsten Moment öffnete er die Augen weit, und der bitterste, unauslöschlichste Haß stand darin. Ah, so viel er einst gethan hätte, um dieser Worte willen so viel möcht' er jetzt thun, um sie ttxvd&ten zu können! O, viel mehr noch! Wenn es dabei auf die Kräfte seiner Arme angekommen wäre, die stärksten Bäume hätte er umgerissen mit seinen Händen, als wären sie innen morsch und faul. Bäume? Die Bäume jenes Waldes, den sie so gern hatte, vor dem sie einst gestanden, auf den sie hin?ewiesen und ihm gesagt hatte, daß sie ihn Friedl lassen wolle um dessentwillen. Jenes Waldes Bäume, ja, ja! Ein Lächeln stahl sich plötzlich in Friedls Gesicht, ein Lächeln, wie das eines Menschen, der grausam sein will, mit einer höhnischen Freude grausam' Ah. es lag vielleicht einmal in' seine: Macht, an jene Bäume zu rühren mit zerstörender Hand Der Friedl trat hastig zum Fenster, aber er sah nicht die von Schnee bcdeckte Gegend da draußen, wie sie eben war . er sah einen Wald dort drüben, einen herrlich ' frischen, grünen Wald, und sah Leute in demselben, geschäftige Leute; Leute, die hämmerten und sägten und laute Zurufe ertheilten; und dann hörte er es wie ächzende Schreie durch den Wald gehen, ein vielstimmiges Aechzen und Stöhnen, und dumpf erschallende Klagelaute; ihm aber war es ein Singen wie die schönste Musik und wenn einer der kraftstrotzenden Riesen fiel, dann war's ein schmetternder Tusch, der ihm in's Herz klang wie ein heller Jubelruf. Der Nani Stimme rief ihn auf einmal zurück aus seinem Sinnen, seinem Träumen in die Wirklichkeit. Bist bei Deiner Mutter' Leich' ge Wesen, gelt ja?" fragte sie. Und willst 'leicht gar heut noch davonwandern? Ah nein, gelt?" Ja. ja." Er kam zurück zu ihr. Was thät' ich denn da?" Magst nicht gern da sein? Ja, ich denk' mir das. Weil sie da ist. Kannst sie halt nicht vergessen, wenn sie auch falsch gewesen ist. gelt?" D?e Nani deckte eine Hand über ihre Augen; ihre Stimme zitterte leise. Ja. was weißt denn Du davon?" Der Friedl fragte es erstaunt, betrof.fen. indem er sich kinabbog zu ihr. Hat sie Dir was gesagt davon? Re-
dest Du mit ihr?" . .Ah nein! Ich habDichni!. ihr
einmal zusammen geeym. Wcmi, 's erste Mal, wie Du ihr gesagt hast, daß Tu sie gern hast! Ich bin in der Näh' gewesen und hab' alles gehört alleZ!" So viel heiße, schmerzliche Sehnsucht tönte bei den letzten Wortm aus der Stimme des Dirndls, daß es den Friedl jäh erfaßte, er beugte sich tiefer und löste ihre Hand von- den Aug:n. Und ist Dir weh geschehen dabei?" fragte er halblaut, mit bewegter Stimme. Bin ich der. den Du so gern hast. Nani, wie Du vorhin gesagt hast? Um den Du Dich schlagen ließest nur, weil Du ihn nicht verdrängen lasscn wolltest aus Deinem Herzen, Teinein Sinn?!" Das Dirndl schwieg; es rührte kein Glied; die Züge des blassen Gesichts waren wie in Starrheit versunken. Unter den geschlossenen Augenlidern hervor aber quoll es plötzlich in großen Tropfen, und glitzernd rannen diese Über die schmalen Wang:n hinunter zu dem bräunlichen Hals. . So gern hatte ihn das Dirndl? Es war schade um so viel Lieb'! Die mußte nun vergehen wie ein Blümel, das hintere Laub wächst von Niernand gesehen, Niemand erfreuend. Mußte? Konnte er sich das Blümel nicht nehmen, wenn es auch nicht zu seiner Lust und Freud' emporgewachsen war?! Wenn er auch nach einem an-
ton Blümel gesucht hatte, und dieses da nur auf seinem Weg gefunden hatte. Ja, er konnte es. Die Nani der hob et ihr Herz in den Himmel, wenn er sie nahm ihm selber war es gleich, war er dort oder da, für ihn lebte es sich überall gleich gut. Wenn auch die eine hier in der Nähe war, die er ah, gerade deshalb, weil sie so nahe war, war es gut für ihn hier; denn wenn er sie treffen wollte, in ihr falsches Herz treffen, konnte er es nicht aus der Ferne; wenigstens nicht so leicht. Und freilich, noch eins war gut für ihn. Da hing er nicht von jenem ab, der ihm einsima-ls sein ganzes Geld hinterlassen wollte. Er hatte eine Weile zuwarten wollen, ehe er einwilligte, daß ihn der Lirngrube? an Sohnesstatt annahm; er hatte erst sehen wollen, ob er es mit dem altenMann aushielt; nun brauchte er sich nichts gefallen zu lassen, wenn derselbe etwa böse Launen oder einen andern Willen hatte wie er. Er konnte gehen, wann. er wollte, wenn ihn das Zusammensein mit jenem verdroß oder um verschiedener Dinge willen nicht paßte. Ja, das vermochte er dann leichten Herzens; und das das konnte noch eine Wohlthat werden für ihn. Nani, möchtest mich 'leicht haben auch wo Du weißt, daß ich eine andere gern gehabt hab?" fragte er leise. Ich kann Dir keine Lieb' versprechen, ich glaub', mein Herz ist so kalt geworden, daß es keine Wärm' mehr erwärmen kann! Aber daß ich Dich acht' und vhr' all mein Leben lang, daß Du kein unöeschaffnes Wort von mir hören wirst, das versprech ich Dir . und das werd' ich auch halten." Sie hob dcn Blick zu ihm; in ihren Augen funkelte es von Thränen, alles verschwamm ihr; ihre Lippen zuckten und zitterten, sie konnte nichts sagen, der rasende Herzschlag benahm ihr den Athem und versagte ihr die Sprache; das Blut stieg ihr zu Kopfe, wie ein rother, glühender Schein zitterte es durch die Thränen hindurch. Brauchst nichts zu sagen. Nani!" hörte sie ihn wieder sprechen. Nur gerad' Deine Hand brauchst in die meine zu legen, wenn Du mich haben willst.Da stahl sich ihre Rechte in die seine. die er hingehalten, und blieb darin liegen mit leisem Zittern. Selbigen Tages wanderte der Friedl noch nicht heimwärts; er blieb bis zum nächsten &ag im Reiserbauernhof. Bis spat in die Nacht hinein saßen er und der alte Bauer beisammen und besprachen alles Nothwendige für die Hochzeit, die baldigst stattfinden sollte... Als der Birngruber vernahm, der Friedl wolle heirathen, da freute ihn das nicht sonderlich; er hatte sich den Friedl als Sohn fast als eine einzuhandelnde Waare, mit der er dann schalten und walten könne, gedacht. Aber als ihm derFriedl sagte, er würde ihm schon die meiste Zeit zur Seite stehen. der Schwiegervater könne daheim ganz gut noch die Wirthschaft führen, da gab er sich zufrieden. Etwa ein Jahr später hielt er ein Kindlein des Friedl auf den Armen und es durchrann ihn seltsam, während die kleinen, glänzenden Augen des Dirnleins zu ihm aufschauten. Er hatte sich bereits völlig in den Gedanken eingelebt, der Friedl wäre fein eigener Sohn. Die Nani bemerkte es, wie wunderlich du Alte das Kind a. starrte; und zum erstenmal empfand sie ein freundliches Gefühl für ihn; sie hatte ihn bisher nicht leiden mögen.
10. Durch den dichten Staub, der auf der Straße lag. lief eine mit bloßen Füßen dahin, und augenscheinlich war sie voll Behagen darüber, daß die Füße bloß waren, denn sie schaute manchmal mit einem fröhlichen Ausdruck in den jungen Zügen an sich herab, und danach patschten die Füße um so lustiger darein. Es war noch ein recht jungesDirndl, wohl kaum achtzehn Jahre alt. Aus dem blühenden Gesichtlein schauten die goldbraunen, strahlenden Augen wie zwei wundersam leuchtende Sternlein; um den purpurnen kleinen Mund zuckte es wie in eigner Schelmerei; der weiße Qals war unbedeckt und hob sich mit
feinem Ansatz aus ven zarten Schultern. Unbekümmert, ob Jemand es sehe, lief das Tirndl dahin; als es von dem grellen Sonnenschein in den kühlen Schatten gelangte, den ein hoher Fichtenwald auf die Straße warf, da wurde das Laufen zu einem eiligen Hinschreiten. Und mit heller, klar töuender Stimme fing das Dirndl jetzt zu singen an: Mei Bua. i sag' Dir's Und i hätt' Di kreuzgern, . Und i möcht' ja voll Freuden Dei Weiberl glei' werd'n Aber der Vater sagt na", Und d' Mutter sagt ja" Ein' jeden soll i folgen. Mei Bua. was thua i da? Und i hätt' föoa ein Kitterl, Und i hätt' schon ein' Kranz, Und i hätt' a Paar Schuh', Schwarzsarnrnten. zum Tanz. . Aber Du hast halt koa Häuser! Und hast a koa Geld. Ja ha, Bua, da giebtZ nix Die Sach'. die aeht g'srhlt." Bist Du eine Schmutzliese!" unterbrach jetzt mit einemmal eine Mannesstimme den Gesang. Mitten in der Mulden gehst, statt daß Du Dir wie andere manierliche Leu' einen schöneren Weg sein sauber aussuchen thäi'st." Urplötzlich war das Mädchen stehen
geblieben, mit zornigen Blitzen suchten die Auaen nacb dem Svrecker. ' Am Waldrand lag unter den Baurnen ein junger Bursche, lang ausgestreckt, den Kopf auf eine Hand ausgestützt. Mit spöttischem Blick musterte er das Mädchen. Hast 'leicht Du was dreinzureden. Du Damian?" rief das junge Ding. Mach' ja ich auch kein Wefen, wegen was Du so faul daliegst und unserm Herrgott seinen schönen Tag abstiehlst, wo doch die andern Leut' alle fleißig bei der Arbeit sind!" Bon drüben her klang ein munteres Lachen. Jessas na, Dir pressirt's aber, daß sich andere Leut' die Finger abarbeiten, wenn nur Du selber Dein Vergnügen hast am Straßenstaub und mit Deiner Singerei! Jetzt, dcrs muß ich sagen, so eine möcht' auch noch reden von andern Leuten ihren Fleiß!" Das Dirndl droht mit erhobener Faust herüber. Tu Schwatzmaul Du! Was weißt denn Tu von rneinem Fleiß? 'leicht steckt, in meinem kleinen Finger mehr drinnen als wie in Deiner ganzen, ungeschlachtigen Gestatt!" Von den Lippen des, Burschen kam es wieder wie ein Auflachen, ein frohliches, belustigtes Auflachen. Wie von einem Pfeil emporgeschnellt, stand im nächsten Augenblick die schlanke Gestalt aufrecht da; für eine Sekunde lang reckten sich die Arme hoch in die Luft empor, dann ein Sprung und der Bursch' stand dicht neben dem Mädchen. Er neigte sich ein wenig und sah in das Gesicht des Dirndls. Kommst mir, bekannt vor und weiß N'cht. wo ich Dich hinthun soll, hilf mir auf den richtigen Weg!" Ich bin lein Wegweiser!" entgegnete schnippisch das Dirndl. Ist gerad' genug, wenn ich selber weiß, wer
ichbin." Du, ich mein' schier, wenn Du alleweil eine so ungute Weis' hast, dann verlangt sich auch keins was zu wissen von Dir!" meinte der Bursche nachdrücklich, und mit raschem Griff zusahrend, hielt er das im Davongehen begriffene Mädchen zurück. Hatt, halt Du, hab' ein Erbarmen! Ich bin schon so einer, den die Neugierd' in einem halben Stunderl verzehren thät'! Wenn ich Dich recht schön bitten thu', gelt, dann sagst es halt doch?!" Das Dirndl lachte, während es den Burschen von der Seite anguckte. Na. halt ja, weil Du so schön bitten kannst: meinem Vater seine Tochter und meiner Mutter ihr Kind bin ich! Und wenn Du eine Weil' rathen magst, dann kannst es auch erfahren, wer ich für die andern Leut' bin!" In das plötzlich verdrossen erscheinendeGesicht des Burschen mit glänzendem Blick schauend, lachte sie hellauf; ein sonderbar weiches, wie schmeichelndes ' Lachen war ihr eigen Laute, die sich in's Herz schlichen und den Sinn bethörten wie eine süße, traute Musik. Auf einmal aber legte sie eine Hand auf des Burschen Arm und sagte freundlich: Nani heiß' ich und dort drüben auf dem Abhang sieht meines Vaters Haus. Du aber bist dem Weghofer sein Sohn, eelt?" Jäh. wie erschlafft, sank der Arm des Burschen nieder. Ueber sein Gesicht glitt es seltsam hin, ein unfaßbarer Ausdruck fast wie Grauen erschien es. Dann trat er einen Schritt zurück. So, die Reiserbauern - Nani bist?" fegte e? langsam. Na ja.-na ja, 's wird schon richtig sein, ich besinn' mich schon auf Dein Gesicht. Viel säuberer bist halt geworden, als Du dazumal gewesen bist , das macht es, daß ich Dich nicht gleich gekannt hab'." Die plötzliche Veränderung im Gesicht und im Wesen des Burschen mußte von dem Dirndl bemerkt worden sein; als hätte eins mit der Hand über ihr Antlitz gewischt, so mit einemmal wurde es still in den soeben noch schelmisch bewegten Zügen. Mit ernstem Geschau hingen ihre Augen an dem etwas blassen Gesicht des Burschen. Bist noch bei der Studie, Franz?" fragte sie. Mit leichtem Kopfschlltteln erwiderte der Bursche: .Schon ein Jahr lang nimmer! Es hat mich nicht' gefreut, geistlich zu werden; ich hab' es ja nie im Ginn schabt: nur tveN'ö die Mut-
ttr lo gern gehabt hätt', hab' ich erst :ingewilligt. Aber wie's ernst hätt' werden sollen, konnt' ich nachher doch nicht." Da war aber Deine Mutter gewiß recht bös darüber!" meinte die Nani. Das schon. Ich hab' gar nicht heim dürfen sie hat mich nicht sehen wollen. Da bin ich seither beim Aehnl im Jschlyrischen gewesen, und dort ist aus dem kopfhängerischen Franzl" wie sie mich genannt haben wieder ein lustiger Gesell geworden; bei der Bauernarbeit, die mir in's Herz gewachsen ist. Neulich aber hat mir die Mutter geschrieben, ich möcht' kommen, sie thäten mich brauchen. Ich glaub', jetzt hat sie's vergessen, daß sie einen Herrn Pfarrer in mir verhofft hat." D7 bist"ftoh darüber, gelt? Im Heimall, wo man aufgewachsen ist, da ist's doch am schönsten." In herzlichem Ton klangen die Worte; die Antwort des Bursch-n aber war nur ein kurzes : Ja. ja!" Dann' fügte er rasch hinzu: Jetzt aber muß ich gehen und du wohl auch." Er hatt: sich abgewandt und wollte zu dem Baum zurückschreiten, wo sein Bündel lag. . Ich auch, ja! Muß den Vater vom Feld heimholen; da wartet einer", sagte das Mädchen, aber eh: es cinen Schritt that, faßte es hastig den Äurschen am Rock; 'und mit trauriger Stimme pagte e.s: Du, was hast jetzt gegen mich? Seit du weißt, wer ich bin, bist ganz anders! Die andern alle sind auch so. Wegen meinem Vater, gelt? Die Leut' nennen ihn einen Anstauber; ich weiß nicht recht was das bedeutet, nur das weiß ich, daß er Geld ausleiht, das er oft recht schwer hereinbringt. Seinetwegen ist's, gelt?" Der Bursche nickte wortlos. In der Schul' ist's schon so gewefen . 's Anstauberdirndl haben sie mich geheißen und haben mich gemieden, als wie wenn ich im Zuchthaus gesessen wär'. Keine Kameradin hab'
ich gehabt, immer bin ich allein gewescn. Das hat mir oft so weh gethan. ich hab' ja keinem Menschen was gethan, nicht einmal einem Thierl "; die tonlose Stimme des Dirndls versagte; es schluchzte ein paarmal heftig auf, mit einem brennenden Glanz starrten die Augen ins Weite. Den Burschen faßte, es in tiefem Mitleid. Er schaute eine Weile unverwandt in das erblaßte Gesicht der Nani, und da war es ihm plötzlich, als wäre ihm selber zuleid geschehen, was man ihr angethan. Er griff nach ihrer Rechten und streichelte dieselbe sänftiglich. Mußt's nicht fo hart nehmen, du,' hörst? Die Leut' haben halt ein ungut's Gemüth. Schau schau, ich versprech' dir's, ich werd' künftighin fein, wie ja, wie ich halt sein soll, wie du's haben willst! Gerad' so." Das blasse Gesichtlein wurde aber nicht freudenvoller. Ich dank'.dir schön!" fagte die Nani leise, drückte seine Hand und ging dann schnell davon, das feingeformie. braunhaarige Köpfchen auf die heftig athmendeBrust gesenkt. Sie ging nicht mehr weit. Wie der Wald zu Ende war, dehnte sich ein roeiies Feld vor ihrem Blick hin. Und auf dem ganzen, großen Feld wuchs Weizen goldgelber Weizen, hoch in die Halme geschlossen, aber dennoch mit sruchtschweren Häuptern, die leise schwankten im sachten Lüftchen. Das' Dirndl stand und schaute nach dem Getreide, und dann blickte es hin zum unteren End des , Feldes. Ein leiser Seufzer flog von den jungen Lippen. Dort unten standen Männer und Weiber in langen Reihen und schnitten den Weizen. Schad', daß ihre' Freude jetzt so bald ein End hatte all' Tage war sie in der letzten Zeit hierher gegangen und hatte die schöne Frucht betracbtet. . (Fortsetzung folgt.) - m 'Der in vek 5l ah e r) o n sfa : mhill, Wis., wohnende Frank Seelinger brachte eine Stange Dynamit, die er gelegentlich einer Katzenmusik verwenden wollte, nach Hause. Seine Frau lief, als er damit in's Haus trat, von Furcht ergriffen, aus dem Hause und im nächsten Augenblicke erfolgte eine Explosion, welche das Haus zertrürnmerte und den Mann in .Stücke zerriß. Die Frau behauptet, der Mann hätte sie mit dem Dynamit tödten wollen. Der dreißig; ährige' Russell Landis in Rocklin, Eal., der feit einiger Zeit von seiner Familie getrennt lebte, kam Nachts nach ihrem Hause und verlangte sein Kind zu sehen. Die Frau entfloh in ihren Nachtkleidern nach dem Hause ihrer Mutter, wurde aber von ihrem Manne verfolgt und mit zwei Schüssen todt niedergestreckt. Der Mörder begab sich darauf nach dem Hause des Constable Clydesdale, der schon im Bette lag, und jagte ihm zwei Schüsse in den Leib. Dann nahm er in einer Trinkstube mehrere Schnäpse und stellte sich darauf dem Sheriff. Er hatte Clydesdale im Verdacht, mit seiner Frau verbotenen Umgang zu haben.
Adolph Frey, (01d Fseedom A Rieht,) Ilotary Public, Translator, Correspondent etc. Ilo. 970 West Walnut St Take Blake St. Car.
Täglicher Marktbericht.
Vichmarkt. Indianapolis Union Vichhöfe, 20 Rindvieh. Auserlesene bis prinla Stiere, 1350 Pfd. und aufwärts 55.25 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 4.65 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd 4.75 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere 4.15 Mittlere ois gute Stiere 900 bis 1100 Pfd . . . . 4.25 Gute bis gewählte Rinder.' 3.60 Mittlere bis gute Rinder. 3.25 Gewöhnliche leichte Rinder 2.76 Gute bis gewählte Kühe.. '3.60 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche. alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber...'. 3.25 Prima bis fancy Export Bullen 3.75 Gute bis gewählte Schläch ter Bullen 3.40 .Okt. 5.75 5.25 5.15 4.50 4.60 4.50 3.50 3.15 4.25 3.50 2.75 6.75 6.25 4.00 3.65 3.25 40 25 Gewöhnliche bis guteBullen 2.50 Gute Kühe mit Kalb.... $30 GewöhnlichcKühe mit Kalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere. .. ..$4.65 Gemischte, schw. Packing 4.60 Gute bis gewählte leichte 4.50 Gewöhnliche leichte 4.50 Pigs 4.00 Roughs 4.00 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.25 Gute bis gewählte Schafe 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.75 Stockcrs 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 4.75 4.70 4.72 4.60 4.45 4.40 4.75 4.35 3.50 3.00 3.75 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, 90c $1.50 fyr Bushcl. Citronen, $4.50 für 300360. Aepfcl, $2-$3 per Faß. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pfund. Kokusnüsfe, 3.50-4.00 per Hundert. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 13c; Dclaware und Niagara, Cratc von 4 Körben, 12jc Birnen, hiesige, 75c per Bushel. Cranberries $2.25 per Bushel Crate. Quitten, $1.00 per Bushel.- , Orangen, mexikanische, $4.50 per Bor. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate; rothe,, Globe 50c per Bushel; weiße Globe $1.76 per Faß. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Kartoffeln, 1.35 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $3.00 per Faß. Baltimore $2.00 per Faß. Sommer Celery, 15c per kl. Bunch. Geschlachtetes Vieh.
Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 6-7ic; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7$c-7fc; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6s c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Vor derviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5$c; Kuh Hinterviertel 8c. Frisches Kalbfleisch KälberlOc; Hin tervicrtel 12c; Vorderviertel 8c. Frisches Schaffleisch Lämmer per Pfd. 9jc; Schafe 8c; Schenkel . 10c; Racks, kurz, 16c. Frisches Schweinefleisch. Loins 10c 11- k ; Cottage Schinken 8c ; gehäu tcte Schultern 8c, frische Schinken, 18 Jfund im Durchschnitt, 10c ; Tender loins 16c ; Spare Ribs 6c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund llc; 15 Pfund llc; 12- 10 Pfund 12c; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10c; 15 Pfund 11c; 12 Pfund lizc; 10 Pfund llje. kalifornische Schinken 6 bis 8 Pfund 8c; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klare? English Curcd 15c; gewählter Sugar Cured 14zc; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 13jc; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 13c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 135c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 13c. Speck Klare Seiten, 50. bis 60 Pf. im Durchschnitt, 10c; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 11c; Klare Bellics,25bis30Pfd.,10zc; 18 bis 22 Psd., 10zc;14bis 16 Pfd., Ilse; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 10c; Rücken 12 bis 16 Pfd., lozc; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., llc. Schultern, Engl. Cured - 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt c; 16 Pfund im Durchschnitt, 9c; 10 bis 12 Nfund 9e , Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen loses Fancy Pig $20.00; Klares Becm 18.60; Family 17'60; Short Clear 160; Rumpf 16.50.
Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. Scts, 11c; Außenseiten 8$c; Innen feiten 131c; Knöchel 13c. Schmalz, in Tiercrs, 1. Qualttöt 9c; 2. Qualität 9ic; 3. Qualität. 8Zc. Würste, Geräucherte Bratwurst 8c;'; Frankfurter 8c; Wicncrwuch 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Därm-a 6fc, in Tuch Gc.
Butter, Eier und Geflüges.' Händler bezahlen folgende Preise 7 Butter, frische, 12c Eier, 15c per Dutzend. Hühner 7c. Svrina Cbickcns 7c Wfd Turkcy Hennen 6c, junge Hähne 5c, alte Hähne 4c; Enren 5-8c: Gänse wer. den verkauft zu 3.75-4.25 per Ttzd. Getreide. Wcucn-No. 2 rotbcr 74c aus den Geleisen, 74c von der Mühle ; No. S otbcr70-72c: Oktober 74c aus den Geleisen; Wagcnweizen 74c. Korn-No. 1 weiß 41c; Ro. 2 wei 41c; No. 3 weiß 41c; Ro. 4 weiß 38-40c; No. 2 weiß gemischt 40c; No. 3 weiß gemischt 40c; No. 4 weiß gemacht 37-39c; No.Lgelb 40c;No. 3 aelb 40?c: No. 4 aelb 37-39e: No. 2 gemischt 40c; No. 3 gemischt 40c; No. 4 gemischt 37-39c; es Kolben 40c. Hafcr-No. 2 meiner 24k: No. S weißer 23k; No. 2 gemischter 22c; No. 3 gemischter 21c veu-altes No. 1 Timothy 12.6013.00 No. 2 Timothy 11.00-12.00. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhn!, bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packctcn: AUosa .512.75, Lion 11.75, Jersey 12.75, Caracas 12.25, Dillworth's 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blendcd Java 11.75. Groceries. Zucker Dominoes 6.32c; Stückzucker 6.47c; pulvcrsirtcr 6.17c;, .MX pul verisirtcr 6.22c; Standard granulirter.6.07c; feiner granulirtcr 6.07c; granulirterin 5 Pfund Säcken 6.17c; granulirtcr in 5 Pfund Cartons 6.17c; extra feiner granulirtcr 6.17c; Cubes 6.22c;. Mold A 6.22c; Confectioners' A 5.87c; 1 Columbia A-Keystone A .567c; 2-. WindsorA-AmcricanA 5.62c; 3 Ridge. wood A-Ccntcnnial A. 5.67c; 4 Phönix: A-California A 5.62c; 5 Empire A Franllin B 5.57c; 6 Ideal Extra Gol den C-Kcystone B 5.52c; 7 Windfor. Extra C-American B 5.42c; 8 Ridge wood extra C-Ccntcnnial B 5.22c; 9 gelber extra C-California B 5.17c; IC gelber C-Franklin extra C 6.12c; 11 gelbcr-Kcystone cxtra C. 6.17c; 12 gclbcr-Amcrican cxtra C 6.12c; 13 gel bcr-Ccntennial cxtra C 5.12c; 14 gelbem -California cxtra C 6.12c; 15 gelber5.12c; 16 gelber 6.02c. Eingemachte Früchte Blackbcrrics, 3 Pfund, 51.10; Peaches Stand. 3 Pf., $2-2.25; Scconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pic $1.40-1.50; Ananas, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; Se onds, 3 Pfund, $1.25-1.45; grüne
Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen-$1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-H1.00;Zucker korn 80c $1.40; Avfelbutter, perDutzend, 3 Pfund, 95c' Käse. Engros . Verkaufspreise, Jmportirttr ' Schweizerkäse 27c per Pfund; einhei mifcher Schweizerkäse 17c; Wisconsin Cream Käse 10.c-12c; New York Ched. dars 12k; einheimischer Limburgcr 12c; Brick 13c. Sämereien. Kaufpreise 7 Kleefamen, Rother, $4-$5.00; eng. . lischer, je nach Qualität $4-5.00; Al syke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6.00 perBushel. Timothy $1.30-$1.40. Detail.Preise : Kleefamen, alter, prima, $5.50 neuer $5.00-6.60. Timothy, gewählter $2.25; prima-$2.00-2.10. Blue Gras, Fancy Kcntucky $1.20 per Bushel; extra reines 50-65c per Bushel.. Wolle. Folgendes sind die Preise für Wagen ladungcn : Ungewaschene mittelmäßige WolZe-19-20c; feine Merino 15-17c; unge. reinigtt, von 3c bis 6c weniger; zubcrge waschcne 28-30c. Kohlen. Tonne Tonne Anthracit? $7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 . Jackson 4.00 2.15 Pittsburg 4.00 2.15 Raymond City 4.00 2.15 Winifrcde 4.00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhrig '...-3.50 1.90 Brazil Block 3.50 1.90Green County 3.00 1.65 Jndiana Lump. 3.00 1.65 Slack 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Lump Coke 11c per Bush. $2 .75 per 25 Bushel. $1.50 per 12 Bushel. Zerkleinerter Coke 13e perOu. 53.25 per 25 Bu.' $1.75 per 12$ $3.
