Indiana Tribüne, Volume 24, Number 31, Indianapolis, Marion County, 19 October 1900 — Page 7

JudZcma Tribüne. Freitag, den 1. Oktober 1900.

Der Anstaubersriedl.

Ronian v:n Fanny Kalti,nhauser. (Fortsetzung.) ' Nur' wem ge Leute sind bei dein Äegräbniß anwesend; Verwandte hatte : die Todte keine, vnb so gehen nur ! fremde Menscken mit. die eben Zeit und j Weile haben. Eine Bäuerin ist sie auch nicht gewesen, die Annemarie Reitin6; da thut es nicht Noth, daß so viele hinterher gehen. Ta kämen die andern. die was haben, zu kurz, wenn bei sei chen, wie die arme Reitingcrin da. schon die ganzen Leute vom Docf mitlaufen würden. Ah, da muß schon ein Unterschied sein! Der Fried! denkt sich das ebenfall?, während er vom Grab hinweggeht und über die Leute hinsieht. Er weiß es noch: wie er zuletzt hier gewesen ist. da hat man eben die steinreiche Biealmülle rin begraben, und das ganze Dorf ist auf den Füßen gewesen. Es war schier zum Staunen, wo doch die Müllerin von jeher als -ein unbarmherziges, geiziges und b'ösn-.äuliges Weib bekannt gewesen. Heute hat man halt ein Weib, das wohl brc'.v und gutherzig, aber arm gewesen, zu Grabe getragen. Eine kalte, zornige Verachtung ist n Fried!; jetzt möchte er einer sein, der gegen diese da sich als Herr zeigen könnte. Da ihn einige der Leute anreden, ihm Trost zusprechen wollen, hört er ihnen schweigend zu. erwidert aber kein Wort. Seine Augen sind ttccken, mit einem harten Glanz sehen sie den Leuten in's Gesicht. Das ist auch einer, dem 's G'müth abhanden gekommen ist," meinte d'.e Radlgruberin nachher zu ihrer Nachöarin, der S::nmerlin. Das kommt halt vcm Jn-der-Stadt-sein! Xtx Fried! war dock früber ein guts Bürsckl. Ja, die Stadtleut'. die Stadtleut' halt!" - Der Fried! war unterdeß dacen geschritten. Seine Schwester und deren M.nn. der Krieglehner. folgten ihm. Bleibst ein paar Tag' bei uns?" fragte die Schwester, da sie auf den Pfad einbogen, der zum KrieglehnerHaus! führte. Der Fried! schüttelte nur heftig den Kcpf. Was hätte er denn hier gethan? Seiner Schwester immer wieder in's Gesicht sehen mit der stummen Frage, ob sie denn glücklich geworden sei mit dem Mann, den sie genommen. Denn er merkte nichts von Glück, wohl auch nichts von Unglück die Zwei gingen so nebeneinander dahin. War sie zum Aushalten, so eine Eh', wo sich eins um das andere nicht viel kümmerte? Wortlos schnürte er in der kleinen, niederen Wohnstube des KrieglehnerHäusels ein kleines Bündel zusammen: Vermächtnisse. Andenken von seiner Mutter, ihr Eebetbüchl, in dem sie am liebsten gelesen, ihre Brille, ein paar alte Kalender, in denen sie so manches verzeichnet hatte Geburtstage da Kinder, den Sterbetag ihres Mannes und so anderes , dann Socken, die sie mit ihren nimmermüden Händen in ihren letzten Tagen noch gearbeitet. Hierauf reichte er mit einem kurzen B'hüt euch Gott!" dem Schwager und der Schwester die Hand und ging seir.cn Weg dahin. Hastig schritt er vorwärts. Wenn er nur an dem Hofe schon vorbei wäre, an dem er heute früh mit zusammengebiffenen Zähnen, abgewendetem Gesichte vorübergegangen. Jetzt konnte er doch nicht ' abermals das Gesicht zur Seite wenden! Damit sie, wenn sie ihn etwa sah, sich denken mochte: Der hat Dich noch immer nicht vergessen, der kann Dich nicht aus dem Kopfe bringen, so gern er es auch wohl möchte!" Und recht bätte sie schon damit: er brachte sie nicht aus dem Kopse! Aber es' war nicht mehr dasselbige Gefühl, mit dem er an sie dachte; einst hätte er sie auf den Händen iragenmögen. ihr einen Himmel auf Erden geben, wenn er hätt' können . in seiner übermäßigen Lieb; jetzt hätte er sie vor sich haben mögen, um sie mit seinen beiden Fäusten zu zerdrücken. Immer schneller ging er vorwärts; nur vorbei sein, nur sie nicht sehen, die mil ihrem falschen Herzen! Da, nun lag der Hof schon vor fljn, in seiner blitzblanken Sauberkeit er heftete den Blick fest darauf mit trotzigern Aufflammen,, und auf einmal ging er nicht mehr so schnell. Er wünschte es auf einmal, daß sie ihn jetzt sehen möchte und so erkennen konnte, deß ein Begegnen mit ihr nicht scheute ab, was lag ihm an dem Weib, das so schlecht an ihm gehandelt! Wenn sie nur da wäre, ihn sähe!' Aber keine Menschenseele war zu erblicken; der Äof lag still da. Langsam w!ndte er das Gesicht zur Seite, um sich Plötzlich hastig wieder herumzudrehen. Er hatte ein Knarren vernommen wie von rostigen Thürangeln und da, die nur angelehnte Hausthür ging eben weit auf und ein junges, sauber gekleidetes Weib trat heraus. Sie war's die Sela! Einen Wasserzuber in der Hand tragend, wollte sie hinüberfchreiten zum Drunnen. Da sah sie den Friedl und blieb stehen wie er, wie an den Boden gewurzelt und starrte ihn an. Sie hatte ja heute schon daran gedacht, daß er hier sein könnte zum Begräbniß seiner Mutter, aber daß sie mit ihm zusammentreffen könnte, das hatte sie nicht erwünscht und nicht erwartet. Sie hatte sich vorgenommen, in den nächsten Tagen gar nicht zur Kirche zu gehen nun -mußte er' ihr auf den 'ax

Schritten, die sie aus dem Hause that, zu Gesichte kommen. Halb ärgerlich, halb erschrocken sah sie hinüber; war denn derBursch' wirklich um so viel hübscher geworden, als wie er Monate zuvor gewesen, damals, da sie ihn so gerne gesehen hatte? Größer war er wohl nicht geworden, aber er hielt sich so gerade, so stolz ausrecht, er hatte ein Ansehen wie ein fescher, reicher Bauer und in seinem ernsthaftigen Gesicht da leuchteten die Augen so schön, so wunderlich schön. Ah. es kam ihr woh! nur so vor. weil sie jetzt tagtäglich ihren häßlichen Bauern vor Augen hatte! Nur darum kam ihr der um so viel schöner vor, ja, ja! Sie zuckte die Achseln und höhnte sich heimlich selber. Stand sie denn nicht da wie ein dummes Schuldirndl, das nicht weiß, was es thun soll? Hatte sie denn so Arges angestellt, weil sie den da nicht genommen? Ueber ibr Gesicht huschte es schnell hin ihr alter Leichtsinn. Grüß Gott!" rief sie hinüber und zeigte ihre blanken Zähne, indem sie ein wenig lächelte. Da durchfuhr es den Friedl, der dagestanden hatte wie gebannt von dem Anblick des sckönen, jungen Weibes; ein eisiges Gefühl ging ihm zum Herzen nun hatte er es ihr gezeigt, wie wenig ihm an ihr lag. ja freilich! Auslachen konnte sie den Esel, der er war über ihn spotten! Und wie leichthin sie ihr Grüß Gott!" herüberrief. So, als wäre, niema!s zwischen ir)nen etwas geschehen. Er ballte die Faust. Zwischen uns zwei da giebt's kein Grüß Gott!" stieß er tonlos hervor. Dich hat der Teufel verleitet, daß Dir Geld und Gut lieber gewesen ist wie ich wie kannst fcc: den .Herrgott mir gegenüber in den Mund nehmen?" Und da sie stumm dastand mit ihrer freundlich lächelnden Miene, riß es ihn hinüber zu ihr. Ticht vor ihr hob er die Faust. ..Ich rath' Tir's im Guten, red' mich nimrcer an. wenn Tu mich zu sehen kriegst! 's nächste Mal gäb' ich Dir da damit Deine Antwort! Und die träs' gut schau' sie Dir an!" Er schüttelte die Faust, drohend. Sie aber hatte sich zusammengeduckt, als hätte die Faust sie schon getroffen; nun stand sie regungslos wie eine Bildsäule, mit lächelnd verzerrtem Mund, angstvollen Augen und starrte dem davongehenden Burschen nach. Sie stand noch starr auf demselben Fleck, da er schon lange nicht mehr zu sehen war. Plötzlich warf sie den Zuber weit weg, drückte die Hände eine Weile vor's Gesicht und lief dann in's Haus zurück. Niemand sah sie, wie sie in ihre Schlafkammer rannte. Sie warf sich auf ihr Bett und biß mit den Zähnen in die Polster. Herrgott,' so schön war der Friedl gewesen, da er dicht vor ihr gestanden so schön! An dem hätte sie eiren GefaLen gefunden, wie an keinem sonst, und gerade den hatte sie sich nicht nehmen können! Weil er nichts hatte! Weil er nichts hatte! Und das einsame Weib haderte mit Gott, daß der einen erschaffen wie eigens für sie und ihm doch nichts dazu gegeben hatte zu seinem schönen.Aussehen. . . .

9. Der Friedl war unterdessen weit gekommen; er lief beinahe. Wenn ihm eines begegnet wäre, hätte es sich entfetzen müssen über den wilden Ausdruck in seinem Gesicht. Er fühlte einen heftigen Zorn über sich selber. So dumm war doch keiner wie er! Das Weib anzugaffen, das ihn behandelt hatte wie ein Stück Holz nein, ärger noch! Denn was war denn der Wald dort drüben wie Holz und wieder Holz? Und den hatte sie lieber gehabt wie ihn, um den hatte sie ihn aufgegeben! Ah. zertreten wenn V sie konnte, mitsammt dem. was ihr gehörte, was sie gern hatte! Aber nein, das war nichts; wenn er ihr einen Schaden' am Leib oder an ihren Gütern zufügte, dann traf es ihn selber mit; dann war es auch sein eigner (schade. Und ein Zuchthäusler werden um ihretwillen, nein, nein! Hatte sie ihm so viel angethan und ihm 's Glück genommen, zum Zuchthäusler durste sie ihn nicht machen. Aber peinigen möchte er sie. leiden machen, quälen, martern ihr einen Schaden an der Seele zufügen! Das möchte er. Und ja, das durfte er, -wenn er die Gewalt dazu in die Hände bekam; an der Seele schaden durfte er ihr, wenn auch nicht am Leib. Und an der Seele thut es weher, viel weher das fühlte er selber. Aber wie wie? So lange er dacmb wie jetzt, ohne Geld ur.d Gut, so lange brachte er nichts zuwege, womit er sie treffen konnte. Er blieb plötzlich stehen, regungslos, und hielt denAthem an und schaute mit aufloderndem Blick in's Weite. Ein Gedanke, eine Borstellung war durch seine Seele geflogen wie ein Blitz. Das ja das! Ah. wenn das werden könnte, das wäre das Rechte! Er zittert plötzlich an allen Gliedern und der Athem kommt heiß, stoßweise aus seiner Kehle hervor. Und dann dreht er sich um. in der Richtung dem Gute zu, das ihr gehört und lacht auf, schneidend, grell, haßvoll. Ah, er hat ja die Macht in den Händen, die er benutzen muß, um das zu erreichen ja, die hat erwenn er nur will wenn er nur will! Und er will. Wenn er bisher noch zweifelhaft gewesen ist, ob er auf das Anerbieten des Löwenwirth eingehen soll oder nicht, jetzt schwankt er nimmer, iiwttfc i' jür aewiß. was er thun

wird. Er will den Reichthum, der 'ihm die Macht gibt, Böses zu thun. ' Ja, Böses zu thun! Der einen, die er haßt aus tiefstem Herzensgrund. Und das hübsche Gesicht Friedls ist verzerrt von einem unguten Lächeln. . . Wie er sich wieder herumwendet, tönt ein heller Schrei an sein Ohr, und gleich hinterher ein lautes, jammerndes: Aber Vater Vater!" Die Stimme kennt er ja! Richtig, da ist , ja der Reiserbauernhof und das wird wohl die Nani sein, die da so schreit und jammert. Noch einmal tönt ikr lauter, klagender Ruf herüber: Aber Vater!" Wär' es am End' wieder daran, daß der alte Bauer seine Tochter schlüge? Schand' und Spott das, für den Mann selber! So ein großes Dirndl schlägt man doch nimmer! Eiligen Schrittes geht der Friedl hinüber zum Hofthor, im instinktiven Drang, dem armen Dirndl zu helfen, beizustehen. Er kommt nicht dazu, den Hofräum zu betreten; das Thor wird jäh aufgestoßen und es läuft eines heraus: die Nani. Wirr und zerzaust hängen die Haare um ihren-Kopf, angstvoll blicken aus ihrem blassen, nach rückwärts gewendeten Gesicht die Augen in den Hofraum zurück. Unterm Hofthor erscheint jtzt ein alter Mann, in dessen aufgedunsenem, bläulich rothen Gesicht die hellen Augen in einer kalten Wuth funkeln; in der Rechten hält er ein großes Scheit Holz. Und wie die Ngni eben beide Hände in die Höhe hebt, wie angstvoll abwehrend, da fliegt das Scheit auch schon nach ihr. Und die erhobenen Hände vermögen das Haupt nicht mehr fo schnell zu schützen das kantige Scheit trifft die Nani an der Stirn. Sie fällt zu Boden, klaglos, lautlos. Der Friedl. der starr dasteht, voll Schrecken, sieht auf einmal Blut über das Gesicht der Daliegenden rinnen; mit einem Sprung ist er jetzt bei ihr.' Heiliger Gott, das Dirndl hat es hart getroffen! Er reißt sein Sacktuch heraus und schling: es schnell um den stark blutenden Kopf. Dann hebt er das bewußtloseMädchen auf und trägt es in's Haus an dem Vater vorüber, der jetzt dasteht wie verloren. Glaubst, weil es Dir gehört, 's arme Dirndl da, darfst, es umbringen?" schreit er zornig den Mann an. Der folgt wie betäubt. Im Flur ist der Fried! einen Augenblick rathlos , er weiß ja nicht, wo sich, die Kammer

des Dirndls befindet. Dann steigt er. die Treppe hastig empor; da oben tm Stockwerk wird ja gewiß eine Stube sein mit einem Bett. Und .die erste Thür, die er aufstößt, ist die rechte fr sieht ein hochaufgeschichtetes Bett drinnen. Tarauf legt er die Nani hin, fachte, sorgsam. Wie er sich umdrebt, um Wasser zu holen, steht der Nciserbauer dicht hinter ihm. Bring mir Wasser; sonst verblutet sich Dein Dirndl noch!" Er ist auf einmal ruhig; wie er das dem alten Mann sagt, ist kein Zorn in der Sinnme hörbar. Dann sieht er sich schnell in derStube um und erblickt eine große Truhe. Darin sucht er jetzt hastig nach Leinwand. . Eine kleine Weile später liegt das Dirndl gut verbunden da, aber es regt sich nicht und rührt sich nicht; der Athem ist schier nicht zu hören, so leise dringt er zwischen den halbgeschlossenen Lippen hervor. Erbarmungsvoll sieht der Friedl auf das bleiche, stille, unschöne Gesicht nieder.' Was kann denn die dafür, daß ihr der Herrgott kein ander Gesicht gegeben? Mit diesem Gesicht kann sie freilich keinen verlocken, es ist wahr; aber wer weiß, vielleicht ist nur, das Gesicht so häßlich, und das Gemüth vom Dirndl ist ein viel besseres a!s wie das einer anderen, die ein viel schöneres Gesicht hat! Was hast mit ihr, daß Du so grob bist?" wendet er sich plötzlich an den Reiserbauern, der jetzt recht niedergeschlagen aussieht. Einen Zorn hab' ich. weil sie gar so viel nütz' ist, daß sie kein einziger mag vom ganzen Dorf!" ist die langsam gegebene Erwiderung. Sohn hab' ich keinen, und 's einzig' Dirndl kann mir keinen Schwiegersohn in's Haus verschaffen! Keiner mag so ein schönes Gut und so ein schönes Stück! Geld, weil 's Dirndl so viel wild ist! Da käm' einem andern auch der Zorn!" So? Und machst es anders damit, wenn Du Dein Dirndl halb erschlägst?" sagte spottend der Friedl, um dann ernsthaft und besorgt hinzu zufügen: Ich mein', $.u dürfst um den Lader laufen 'S Dirndl kommt mir diel zu lang nicht zu sich." Und der Alte ISuft wie gejagt hinunter und läßt anspannen. Dann fährt er selber auf dem kleinen Wägelchen davon, in einer beinahe rasenden Eile wie der Friedl vom Fenster aus ersieht. Da muß er also doch nicht ganz gefühllos sein gegen sein Kind; nur der Zorn, der Ingrimm übermannt ihn manchmal so heftiz, daß er nichts mehr, bedenkt. Das Dirndl drüben hebt plötzlich den Kopf ein wemg in die Höhe. Was giebt's denn?" sagt sie leise, kaum vernehmbar; dann tastet sie nach ihrem Kopf. Und während sie die nassen Tücher fühlt, weiß sie plötzlich, was ihr geschehen ist. Daß sie der Vater in seinem Zorn getroffen, denn es thut arg weh. Und sie sieht fast nicht aus den Augen, die sind wie verklebt. Da hört sie eines gutmüthig, fast weich sprechen. Bleib' nur ruhig liegen, Dirndl, damit nicht 's Bluten noch einmal an sänüt, Ich.bah' Deinen Vater um den

Bader geschickt, weil Du jo lang nicht zu Dir gekommen bist." Gehorsam bleibt sie still liegen, obwohl die Stimme sie getroffen hat, daß sie jäh aufspringen und davon laufen möchte. Ihr Herz hämmert mit gewaltigem Schlag. Wisch mir di& Augen ab," sagte sie dann mit leiser, bittender Stimme.. Ich kann " nicht schauen." Sachte wischt der Friedl die Blut krusten fort, welche die Augenlider bedecken, und als 'sie die Augen nun öffnen kann, trifft ihn ein Blick aus denselben, ein so warmer, herzlicher und dabei- so trauriger Blick, daß er fast erschrickt davor. Und dann weiß er's auf einmal für gewiß: das Dirndl da hat ihn gern, über alles gern. Es befällt ihn wie ein Mitleid, ein heftiges, überströmendes Mitleid; er denkt daran, wie schwer es ist, wenn man eins gern hat, und dasjenige fühlt keine Lieb' zu einem. Nach der braunen Hand des Dirndls greifend, fährt er leicht darüber hin. Bist ein armes Dirndl!" sagt er. Sie möchte nicken, unterläßt es aber, eingedenk seinerWorte, daß sie sich nicht rühren soll. Ja, hätt' so viel Geld und bin doch so arm." sagt sie. und um die Lippen zieht . es wie ein leises, smwcrmüthiges Lächeln. Ich hab' keinen Frieden, keine Ruh'. Wenn ich schon kein saubers Gesicht hab', was thu' ich denn mit einem Mann, der nach einer andern schaut, die schön ist?! Ich könnt ja ganz gut allein Hausen und hätt' so ein schönes Heimathl und genug zum Leben aber der Vater der Vater will nicht." Der Friedl sieht schweigend zum Fenster hinaus. Da draußen weithin ziehen sich die Gründe des Reiserbauernhofes, prächtige, gute Gründe; er weiß es, das Reiserbauerngut ist eines der besten in der Gegend. Er wendet das Gesicht wieder zu dem Dirndl und nickt ihr zu. Ja. ein schönes Heimathl hast, da hast recht! Eine richtige Herzensfreud' mußt fühlen, wenn Du danach schaust. Und da wundert's mich nur gerad', daß sich denn nicht doch einer findet, der Dich nähm'. Wart nur, ich mein', es kommt schon noch einer, dem das Gut so wohl gefällt und " Er stockt plötzlich, er sieht einen heftigen Schmerzenszug in ihrem Gesicht, und nun hört er sie flüstern: Um des schönen Gutes willen! " Nun erst, wo er weiß, daß er ihr nur wehe gethan hat mit seinen Worten, fügt er langsam, herzlichen Tones hinzu! Und Du selber bist ja ein gut's Dirndl wenn Du auch nicht 'schön bist! Da mag Dich schon einer um Deinetwillen nehmen, mein' ich." (Fortsetzung folgt.) D e r I l ö d s i n n i n d e n P r ohibitionsgesetzen des Staates Kansas

wird ourch die Verurtheüung eines Mannes in St. John. Kansas. wieder einmal ad oculos demonstrirt. Der Mann hatte dos Prohibitions - Gesetz in 49 Fällen übertreten und wurde zu 49 Monaten Gefängniß und $4900 Geldstrafe verurtheilt. Da der Verurtheilte für jede 50 Cents derGeldstrafe, die er nicht bezahlen kann, einen Tag brummen" muß, so würde seine Einsperrung etwa dreiundöreißig Jahre und neun Monate dauern. ' Das Wiederfinden von zwei Schwestern, die volle 42 Jahre von einander nichts gehört hatten, ist durch eine Zeitungsnotiz über denVerkauf von einem Stück Land zu Wege gebracht worden. Als junge Mädchen wurden Frau John Grimm von Columbus und Frau Ella Richards aus Omaha, Neb., getrennt und verloren bald darauf ihre respektiven Adressen. Beide sind Nichten von General George B. McClellan und Dr. McClellan in Denver. Als Frau Grimm kürzlich die Zeitungsnotiz von dem Grundstücksverkauf ihres Onkels in einer Zeitung las, schrieb sie an denselben, und ihre Schwester, die sie auch gelesen, tbgt .dasselbe. So, fanden sich Beide. Die phänomenale Blinde Fr. Helen Keller, deren bewundernswerthe Ausbildung in der ganzen gebildeten Welt Aufsehen erregt, ist jetzt in das Radcliffe College in Boston, Mass., aufgenommen worden, nachdem sie die Eintrittsprüfung mit Glanz bestanden hatte. Sie wird Vorlesungen über die lateinischen, griechischen, englischen, französischen, deutschen und spanischen Klassiker hören und außerdem Geometrie, Stereometrie, Mechanik und höhere Mathematik studiren. Die genannten Sprachen versteht die Dame gründlich. Während der Vorlesungen sitzt ihre Lehrerin. Frl. Sullivan, an ihrer Seite, hält ihre Hände und bringt ihr die Worte des Vortragcnden durch die Zeichensprache bei. Um ihre erstaunlichen Kenntnisse zu erwecken, studirte Frl. Keller seit ihrer Kindheit mit rastlosem Fleiße, doch ist sie körperlich nicht zurückgeblieben. Im Gegentheil, sie ist eine ganz reizende Erscheinung, fährtRad. schwimmt und huldigt allen Leibesübungen, welche ihre Gebrechen ihr erlauben. Ihre feinen Stickarbeiten finden allgemeine Bewunderung und im Schachspiel macht sie erfahrenen Meistern zu schaffen. Adolph Frey, 5 . (Old freedorn A Right.) I jtary Public, Translator, Correspondcnt etc. Mo. 970 West Walnut St Take Blake St. Car,

Täglicher Marktbericht.

Viehmarkt. Indianapolis Union Viehhöfe, 19 Rindvieh. Auserlesene bis primaStiere, 1350 Pfd. und aufwärts 55.25 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und auswärts 4.05 Auserlesene bis . prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd 4.75 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.... 4.15 Mittlere öis gute Stiere . ,900 bis 1100 Pfd. ... 4.25 Gute bis gewählte Rinder. 3.60 Mittlere bis gute Rinder. 3.25 Gewöhnliche leichte Rinder 2.75 Gute bis gewählte Kühe.. 3.C0 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber '. 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis fancy Export Bullen 3.75 Gute bis gewählte Schläch ter Bullen 3.40 Gewöhnliche bis guteBullen 2.50 Gute Kühe mit Kalb $30 .Okt. 5.75 5.25 5.15 4.50 4.G0 4.50 3.50 3.15 4.25 3.50 2.75 6.75 5.25 4.00 3.G5 3.25 40 25 EewohnlichcKühe mit Kalb 15 S ch weine. . Gute bis gewählte, mit: lere und schwere $4.75 4.95 4.85 4.85 4.70 4.50 4.50 Gemischte, schw. Packing 4.G5 ' Gute bis gewählte leichte 4.70 Gewöhnliche lezchte 4.C0 Pigs 4.00 Noughs 4.00 'Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute bis gewählte Schafe 3.25 Ordinäre bis guc Schafe 2.75 Stockcrs 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 4.75 4.35 3.50 3. 00 3.75 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, 90c $1.50 per Bushel. Citronen, $4.50 für 300300. Aepfel, $2-$3 per Faß. Feigen, mc-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pfund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per hundert. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. ase. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 13c; Delaware und Niagara, Grate von 4 Körben, 12c Birnen, hiesige, 75c per Bushel. (lranberries $2.25 per Bushel (Träte. Quitten, $1.00 per Bushel. Gemüse. Kraut, 75c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate; rothe Globe- 50c per Bushel ; weiße Globe $1.75 per Faß. ' Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Kartoffeln, 1.35 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c ver Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $3.00 per Faß. Baltimore $2.00 per Faß. Sommer-Celery, 15c per kl. Bunch. Geschlachteteö iei Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 6s 7c; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7c; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Bor derviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5c; Kuh Hinterviertel 8c. - Frisches Kalbfleisch KälberlOc; Hin terviertel 12c; Vorderviertel 8c. Frisches Schaffleisch Lämmer per Pfd. 94c; Schafe 8e; Schenkel 10c; Racks, kurz, 16c. J ' Frisches Schweinefleisch. Loins 10c llc ; Cottage Schinken 8c ; gehäutete Schultern 8c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tender loins 16c ; Spare Ribs 6c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund 15 Pfund llc; 12-10 Pfund 12c; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10c; 15 Pfund 11c; 12 Pfund 114c; 10 Pfund llic Californifche Schinken 6 bis 8 Pfund 8c; 10 bis'12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 15c; gewählter Sugar Cured 14c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13$c; 8 bis 9 Pfund .Durchschnitt 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 13c; 5 Psund im Durchschnitt, schmal, 13c; 6 Psund im Durchschnitt, schmal, 13c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 13fc;, 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 13c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, lOc; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 11c; Klare Bellies, 25 bis 30 Pfd., 10c; 18 bis 22 Pfd., lOZc; 14 bis 10 Pfd., Ilse; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 10c; Rücken 12 bis 16Pfd., 10 je; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., Ilse. 9 Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt e; 16 Pfund im Durchschnitt, 9c; 10 bis' 12 Nfund 9c Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen lrses Fancy Pig $20.00; Klares Bean 8.5Ö; Family 17.50; Short Clear 16.50j-?vuinpfl6.50.

Gedörrtes Rindfleisch. Schinken, reg. Sets, 11c; Außenseiten zc; Innen seiten 13Zc; Knöchel 13c. . Schmalz, in Tiercc,- 1'. Qualität szc; 2. Qualität 9ic; 3. Qualität 83c. . Würste, Geräucherte Bratwurst 8c; Frankfurter 8c; Wicnerwuch 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Därmen 6s c, in Tuch 6ic.

Butter, Eier und Geflügel.' Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 15c per Dukend. Hühner 7c, Spring Chickcns 7c Pfd. Turkcy Hennen 6c, junge Hähne 5e, alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Thd. ' i Getreide. Weizen-Ro. 2 rother 75c auf den Geleisen, 75c von der Mühle ; Ro. 3 rother 71-73c; Oktober 75c auf den Geleisen; Wagenweien 75c. Korn-Ro. 1 weiß 42; No. 2 weiß42c; No. 3 weiß 42c; No. 4 weiß 30-41c; No. 2 weiß gemischt 41c; No. 3 weiß gemischt 41c; No. 4 weiß gemischt 38-40c; No.2aelb 42c; No. 3 - gelb 42c; No. 4 gelb 38-0c; No. 2 gemischt 41c; No. 3 . gemischt 41c; No. 4 gemischt 38-40c; an Kolben 41e. Hafcr-No. 2 weißer 24c; No. 3 weißer .23c; No. 2 gemischter 22c; No. 3 gemischter 21c Heu-altes No. 1 Timothy 12.5013.00 No. 2 Timothy 11,50-11.75. Kaffee. Folgendes sind die ' Indianapolis Preise : Gcwöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 2-27c; Golden Rio 23-2; Java 28-31c. In Packcten: Ariosa $12.75, Lion 11.75, Jersev 12.75, Caracas 12.25. Dillwortb's 12.75, Tutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blended Java 11.75. Groeeries. Zucker Dominoes 6.32c; Stückzucker 6.47c; pulversirter 6.17c; HH pul. verisirter 6.22c; Standard granulirter 6.07c; feiner granulirter 6.07c; granu littet in 5 Psund Säcken 6.17c; gtanu littet in 5 Pfund Cattons 6.17c; extta feinet gtanulittet 6.17c; Cubes 6.22c; Meld A 6.22c; Confectionets' A 5.87c; 1 Columbia A-Keystone A '567c; 2 Windsot A-Ametican'A 5.62c; 3 Ridgewood A-Centennial A. 5.67c; 4 Phönix A-California A 5.62c; 5 Empire AFtanklin B 5.57c; 6 Ideal Extra Gol den C-Keystone B 5.52c; 7 Windsor Extra C-American B 5.42c; 8 Ridge wood extra C-Centennial B 5.22c; 9 gelber extra C-California B 5.17c; 10 gelber C-Franklin extra C 6.12c; 11 gelber-Keystone extra C. 6.17c; 12 gelber-American extta E 6.12c; 13 gel bet-Centennial extra C'5.12c; 14 gelber -California extra C 5.12c; 15 gelber 5.12c; 16 gelber 5.02c. Eingemachte Früchte Blackberries, 3 Pfund, $1.10: Peaches Stand. 3 Pf., $2-2.25; Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50, Ananas, Standard, 2 Psund, $1.65-1.90; See onds, 3 Pfund, $1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Babama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zucker korn 80c $1.40; Apfelbutter, per Dutzend, 3 Pfund, 95c. Käse. Engros Verkaufspreise, Jmportirttr Schweizerkäse 27c per Pfund; einhei mischet Schweizctkäfe 17c; Wisconsin Cteam Käse 10c-12c; New York Ched. dats 12c; einheimischer Limburaer 12c; Brick l3c. ' Sämereien. Kaufpreise: Klcesamen, Rother, $-$5.00; eng lischer, je nach Qualität $4-5.00; Al fyke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6.00 per Bushel. Timothy $1.30-$1.40. Detail-Preise : Kleesamcn, alter, prima, $5.50; neuer $5.00-6.50. Timothy, gewählter $2.25; prima $2.00-2.10. Blue Gtas, FancyKentucky $1.20 per Bushel; extra reines 50-65c per Bushel. Wolle. Folgendes sind die Preise für Wagen ladur.gen : Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20c; feine Merino 15-17c; ungereinigte, von 3c bis 5c wenigerzuöerge waschene 28-30c. Kohlen. Tsnne H Tonne Anthtacite . .' $7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4.00 2.15 Pittsburg 4.00 2.15 Raymond City 4.00 2.15 Winifrede.... 4.00' 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhria 3.50 1.90 Brazil Block 3.50 1.90 Gteen County... 3.00 1.65 Jndiana Lumv 3.00 1.65. Slack 2.0.0 1.15 Bloßbutg 5.00 2.65 Lump Coke 11c per Bush. $2.75 p 25 Bushel. $1.50 per 12$ Bushel. Zerkleinerter Cole 13c verBu. $3.25 per 25 Bu. ,Zl.7ö Ptt lLi Vu.