Indiana Tribüne, Volume 24, Number 30, Indianapolis, Marion County, 18 October 1900 — Page 2
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Jndiana Tribüne, Donnerstag, den 18. Oktober WOG
Der Guerillakrieg in Süd-Llfrika.
U ? Es ist nicht ohne Sr.tercfte, fcstzu stellen, wie viel Verluste der seit drei Monaten geführte Guerillakrieg den Engländern verursacht hat. Am 5. Juni rückte Lord Roberts in Pretoria in. Bis zum O. Juni bcliesen sich die Verluste auf 335 Offiziere und 2283 Mann todt, 63 Officiere und 551 Mann an den Wunden gestorben, 112 Dff.CKK und 3609 Mann an KrankHeiken gestorben, 664 Officiere und 13--481 Mann als invalide h:imc.esandt (die Zahl der Verwundeten übergehen wir. da sie in der letzten Zeit nicht mehr amtlich bekannt gemacht ist). Bis zum 8. September waren die Verluste gestiegen auf: 353 Officiere und 2683 Mann todt, 84 Ossiciere 791 Mann an den Wunden gestorben. 149 Officiere 5742 Mann an Krankheiten a.estorbcn, und 1219 Officiere. 27.937 Mann als invalide heimgesucht. Der Unterschied beträqt also am Ende der drei Monate: 48 Officiere 400 Mann todt. 22 Officiere 240 Mann an den Wunden gestorben, 37 Officiere 1863 Mann an Krankheiten gestorben und 555 Officiere 14.456 Mann als invalide heimgeschickt; also ein Abgang von 17.631 Köpfen, ungerechnet die Verwundeten und Kranken. Das sind eben so viel, als wahrscheinlich Buren wahrend der ganzen Zeit überhaupt im Felde gestanden haben! Ver Verlust durch unmittelbaren Tod vor dem Jeind ode: infcle von Verwundungen erscheint derhältnißmäßig gering; " UM so bedrohlicher ist die Zahl derTodcsfälle durch Krankheit herangewachsen. Am 9. Juni bezifferten sie sich auf 54.3 vom Hundert der GesammtVerluste, eine gewaltig höh?, durch die Strapazen der Märsche auf Blcemfonlein, Krocnstad und Pretoria erklärliche Zahl. 3i: ist dann bis zum 8. September noch stetig gestiegen, und zwar bis auf 59.4 vcm Hundert, !robei die Verluste an Menschenleben durch Unalücksfälle '(gegen 100) nicht mit berüäsichiigt sind, , ebenso wenig das Hinscheiden von 163 aus den Reik)en der als invalide Heimgesandten. Die Zahl der letzteren hat sich imLaufe dez drei Monate mehr als verdoppelt! Bemerkt sei noch, daß der Verlust an Todten während der zwei Wochen vom 25. August bis 8. September, in welche die Entschcidungskämpfe bei Machadodorp und Lydenburg fallen, nur 2 Officiere und 84 Mann beträgt. Man darf auf eine etwa fünffache Anzahl von Verwundeten schließen. Hinsichtlich der Zahl dieser, sowie der in südafrikanischen Lazarethen befindlichen Kranken fehlt jeder Anhalt. Nach der United Service Gazette" vom 8. September belief sich der Abgang vor dem Feinde und durch Krankheit in der vorhergehenden Woche auf 33 Officiere und 909 Mann. Entsprechend dem parken Abgang sind in den letzten drei Monaten, vom Auslande wenig brachtet. ohne Unterbrechung starke Nachschübe von Mannschaften wie Pferden nach Südafrika abgegangen. Genaue Zahlen liegen hierüber nicht vor, doch darf man annehmen, daß das englische Kriegsministerium bemüht gewesen sein wird, zum wenigsten den direkten Abgang von Todten und Heimgesandten zu decken. Das wären an Mannschaften 16.969,. an Officieren 662. Damit läßt sich die von der United 'Service Gazette" gebrachte Nachricht. daß vom 1. bis 10. September 3651 ' Officiere und Mann abgingen, wohl in Einklang bringen. Die 662 Officiere freilich 'vermag England auch nicht annähernd vollzählig zu ersetzen, selbst wenn einzelne der Heimgesandten zum zweiten Male nach Südafrika geschickt werden konnten. Als eine Kriegslehre" verdient Beachtung, daß den nicht berittenen Mannschaften. Unterofficieren wie Gemeinen, statt der bishertgen Patronentasche je ein Bandelier mitgegeben wurde, das 100 Patronen aufnehmen kann. Griechen, Türken und andere haben die Vorzüge solcher Bandeliere bekanntlich längst ingesehen; die Buren tragen sie oder Patronengürtel auch zu Pferde. Angesichts der Nothwendigkeit so starker Nachschübe ist es nicht verwunderlich, wenn die seit Ansang Mai inbeorderte Miliz (einzelne Bataillone dienen noch länger) immer noch unter dn Massen behalten wird. In den Lagern zu Alderfhot wie in der Calisbury Plain sind neuerdings in aller Eile Baracken für den Winteraufcnthalt von Truppen errichtet worden. Schlimmer noch als mit dem Menschenverlust sieht es mit dem Abgang an Pferden aus. Insgesammt soll er ,sich bis Anfang September auf 91.000 Stück belaufen haben! Die englischen Militärblätter sind eins darüber, daß die letzten Operationen im Osten wie im Westen Transvaals geradezu eine Verwüstung des Pferdebestandes im Gefolge gehabt haben. Nach der United Service Gazette" sind aber im ersten Drittel des September 820 Pferde von England nach Südafrika abgegangen und nach der Army and Navy Gazette" treffen dort zwischen dem 15. September und 25. October nicht weniger als 13.000 Pferde ein, die genügen sollen, um dem Guerillakriege ein Ende zu machen. Daß der starke Pferdegebrauch zum Theil auf -eine unsachgemäße Behandlung der Thiere zurückzuführen ist. erkennen 'jetzt auch die englischen Blätter an. -Unter den Pferden, die es gelang, De Wet abzunehmen, befanden sich mehrere, die von den Engländern als unbrauchbar ausgeschieden waren. Sie ' waren in der cllerbeen Versasuna..
Abenteuer eines ?lr!iSo!ogen. Im Wien 'Vaterland" berichtet der Olmützer Arckiäcloge Dr. A.'ois Musil aus Alt-Kcrak. östlich vom Todten Meer, über ein Abenteuer, das ihm bei seinen Forschungen in den Schluchten des Hedscbas (im nördlichen Theil der arabischen Westküste) begegnet. Er schildert, wie er, als Christ erkannt, unter den Verfolgungen der fanatischen Einwohner zu leiden hatte, und fährt dann fort: Bei Nagbdahal. einem Engpässe, den die Jsraeliten bei ihrem Uebergange aus Fenan in die östlich von Moab gelegene Wüste passirten. wurden wir das erste Mal des Nachts überfallen. Von diesem Zeitpunkte an mußten wir doppelt auf unsere? Hut sein, und weil auf ten einheimischen Führer kein Verlaß war. die Nacht, wach selbst besorgen, welche abwechselnd einmal ich, ein anderes Mal der Unteroffizier hielt. Nur dieser Vorsichtsmaßregel hatxn wir es zu danken, daß wir in Al-Bared von einer Roite, bestehend aus elf Männern, nicht über den Haufen geschossen wurden. Ich war eben daran, vorgefundene Nabatäische Inschriften abzunehmen, als mein Soldat, der abseits aus der Wache saß. athemlos dahergelaufen kam. in den Sattel springt und mich auffordert, zum Kampfe bereit zu sein. Da unser Mauleseltreiber, eine feige Memme, mit dem Führer in das Lager der Lyaten geritten war, um Gerste für die Pserde und Mehl 'für unseren Vcdarf einzukaufen, blieb die Abwehr uns Beiden. Der Unteroffizier umritt die Truppe, die auf unsere Höhle zukam, gelangte ihr in den Rücken und fand eine geschützte Stellung hinter einem großen Felsblock. Mir erübrigte nichts Anderes, als mein Pferd in die Höhe zu ziehen und hinter einem Steine auf
dem Boden kauernd, dem Feinde die Stirne zu bieten. Da die Rauber merkten, iafc sie den Soldaten im Rücken hatten, hielten sie eine Weile still, vertheilten sich und zogen dann unter wildem Geschrei gegen uns los. Es fielen auch einige Schüsse, die uns aber, weil sie aus alten langen Feuer-stein-und Kapselflinten abgegeben wurden, nichts anhatten. Näher zu kommen, scheuten sie sich wohl aus Respckt vor unseren Flinten, von denen sie wußten, daß sie weiter tragen und sicherer ihr Ziel erreichen, als die ihngen. Da hilft Bangemachen. Sofort drohten wir ihnen, sie Alle wie dieReöHühner über den Haufen zu schießen, wenn sie sich nicht entfernen wollten. Das wirkte; sie zogen sich langsam zurück, und wir hatten die Rotte glücklicherwei.se auf eine Weile vom Halse. Ich sage auf eine Weile"; denn wir waren überzeugt, daß sie in der Nacht ihren Ueberfall womöglich in verstärkter Zahl erneuern würden. Und wirklich vernahm ich gegen Abend, als ich mich auf der Suche nach Inschriften von unserem Lager gegen Westen entfernte. menschliche Stimmen in der Nähe des Engpasses, der nach Egypten führt. Als ich zu meinen Leuten zurückkehrte, war ich nicht wenig erstaunt, sie in Unterhandlung mit vier bewasfneten Beduinen zu sehen, die um Gastfreundscbaft anhielten. Da aber sowohl ihr Benehmen, als auch ihre AntWorten uns verdächtig waren, versagten wir ihnen Abendbrod und Nachtlager, worauf sie schimpfend abzogen. Wir aber luden eilends unsere Habseligkeiten auf unser Lastthier und ritten in dunkler Nacht, die ja im Oriente so schnell hereinbricht, eine Stunde südlicher, um uns dort in einer anderen Schluckt zur Ruhe zu legen. Des Nachts näherten sich uns zwei Spione, die auf unser Anrufen schleunigst die Flucht ergriffen. Das genügte, um uns zu weiterem Aufbruche zu veranlassen, bis wir in das Wadi Musa !amen. 'Dort konnte ich ungestört drei Tage arbeiten, sammelte bei fünfzig neue Nabatäische Inschriften mit zahlreichen topographischen und ethnographischen Angaben, worauf ich den Berg des Aron (Hör) erstieg. ' Nachdem ich hier etliche hebräische und eine griechische Inschrift abgenommen, machte ich mich an die Durchforschung der Schluchten von En-Nmer. Bei meiner Rückkehr von dort hörte ich einige Schüsse abfeuern, worauf ein gräßliches Geschrei von dem Sik des Wadi Musa erfolgte. Nichts Gutes ahnend wäre ich am liebsten an den steilen Felswänden geraden Weges hinabgeklettert, indeß ich einen großen Umweg machen mußte. Als ich mich unserem Lager näherte, kam mir schon der Mauleseltreiber entgegen und berichtete unter Thränen einen neuerlichen Ueberfall, weshalb er mich beschwor, doch umzukehren. Auch der Soldat drängte zu raschem Aufbruche, indem er behauptete, fünfzehn Schüsse auf die Räuber abgegeben zu haben, wodurch n einige verwundet und einen gar getödtet habe. Wenn die Sache sich so verhielt, dann waren rnt ja der Blutrache verfallen und wir 'konnten nichts Besseres thun, als eilends den Ort und die Gegend verlassen. So ritten wir denn im Dunkel der Nacht gegen Norden und glaubten uns nach 10 Uhr in einem Eichenwalde, welcher den westlichen Abhang des Wadi elAraba bedeckt, genugsam geborgen. Allein schon nach einer halben Stunde vernahmen wir Pserdegetrab; kein Zweifel, man war unserer Spur gefolgt. .Noch hielten wir mit dem Unteroffizier Rath, was zu thun sei. als das Knirschen de? Steine unter den Husen der bergabsteigenden Pserde uns delehrte, das wir entdeckt seien. Unser
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Das alte Leiden
Ich da Leben des Amerikaners am meisten plagt und verbittert, ist bekannt al ScfrCtlCtÖCtt -- (n viele Formen, welche all leicht geheilt erden können durch Dr. Angvst König's Kamöurger Hropfen dessen Wirkungen allentbalben bekannt sind alö promxt und sicher.
L Führer machte sich sofort auf die Strümpfe und der feige Treibe? verkroch sich heulend hinter dem Gepäck und verwünschte die Stunde, in der er sich bereit erklärt hatte, mir nach dem Suden zu folgen. Der Soldat und meine Wenigkeit faßten also Posten, j jeder hinter einem starken lZichenstamme, ungefähr 200 Schritte von einan- j der entfernt, so daß unser Gepäck m der Mitte blieb. Nachdem sich der Feind bis auf Schußweite genähert hatte, herrschten wir ihn zu gleicher Zeit an. sich zu entfernen, wenn er nicht niedergeschossen sein wolle. Unsere Verfolger hielten inne unb berathschlagten; dann zogen sie in westlicher Richtung ab. sei es. daß sie sich uns nicht gewachsen glaubten oder un5 aji der gedeckten Stellung hervorlocken wollten. Wir verloren keinen Augnblick, bestiegen unsere Pferde und galcppirten geaen Osten. Es war nach Mitternacht." Nach 6 Uhr am Morgen gelangten wir in das Flackland.. das sich weit hinein in die Wüste erstreckt wir waren in ziemlicher Sicherheit. Eilt neues giettungsboot. , Mit einem merkwürdigen Rettungsboct. daß schon seit einiger Zeit von sich reden macht, wurde dieser Tage in Kopenhagcn vor einer geladenen Gesellschaft. in der sich u. A. der Marinem!nister Middelbce und eine Anzahl höherer Marineoffiziere befanden, ein Versuch ausgeführt. Das von dem schwedischen, in Rußland wohnhaften Ingenieur Alep v. Anrep hergestellte Boot unterscheidet sich dadurch von allen bisherigen Rettungsbooten, daß es völlig verschließbar ist. und daß die Schiffbrüchigen sich ins Boot begeben, während es auf Teck steht, und sich dann mit dem Boct ins Wasser schieben lassen. Um die Benutzung dieses Bootes zu. veranschaulichen, war 'bei der Refshalbinsel ein Gestell gebaut worden. das etwa so doch wie ein großes Schiff war und auf dem das Rettung?boot in einer Gleitbahn wie ein Schiff auf der 5Ming lag. Dann krochen vier Arbeiter durch die Luken verschlossen diese und zogen an einem ins Innere führenden Tau. von dem das Boot. bis dahin festgehalten worden war. und es glitt nun von dem gegen 16 Fuß hohen Gerüst mit einem Bogen ins Wasser, tauchte unter und kam in einer Entfernung von einigen Hundert Schritt wieder zum Vorschein, worauf sich die Luken öffneten und die im Rettungsboot Befindlichen ihre Köpfe hercussteckten, mit den Mützen schwenkten und Hurrah r'efen. Das Boot kann 30 Mann und Proviant für 20 Tage im Gewicht von über 2000 Pfund aufnehmen, ein Gewicht, das bei dem Probeversuch in Form von Sandballast mitgenommen worden , war. Nach der Meinung des Erfinders würde dies Rettungsboot nur für Frachtschiffe geeignet sein, die am Achtertheil eine Gleitbahn für das Boot herzurichten hätten. Ein moderner Passagier-Rie-sendampfe? würde sich mfc dergleichen Gerätschaften an Bord auch schwerlich befassen. Der Hauptzweck des neuen Retungsbootes ist der, zu veranlassen, daß die Schiffbrüchigen gefahrlos vom Schiff kommen, an dem die Boote oft zerschellen. Wie . der Versuch ergab, wird dies auch vollkommen erreicht. Die Erfindung ist in mehreren Ländern patentirt worden. Der Schlosser Braun aus Ellwangen, jetzt Tagelöhner, wurde seinerzeit wegen Anstiftung zum Raub vom Schwurgericht Hall zu einer Gefängnißstrafe von fünf Iahren unschuldig verurtheilt. Er betonte stets seine Unschuld, das Verfahren wurde wieder aufgenommen, und nachdem er etwas über ein Jahr seiner Strafe abgebüßt, wurde er in der zweiten Verhandlung freigesprochen. Letzthin erhielt er von Stuttgart 400 Mark als Entschädigung. Blanquette von 'Kalbsbraten. Eine gebratene Kalbskeult oder anderer Kalbsbraten wird ir 'Scheiben geschnitten und folgendl Sauce darüber gemacht: f Pfunr Butter rührt man zu Sahne, hierzr giebt man 1 Kochlöffel voll Mehl. 4 Eidotter, 3 gewiegte und durch eir Haarsieb gestrichene Sardellen, 1 Gla! Wein, füllt endlich so viel Fleischbrühe hinzu, als man zur Sauce haben will setzt alles aufs Feuer und rührt es beständig, wie ein Creme, bis es kocher will, und schon leise kocht. Dann gib' man den zerschnittenen Braten hinein rührt es gut durcheinander und läßt ei bis zum Anrichten lüf einer heißer Stelle des Herdes stchen, jedoch nichkochen. ; . . s
ö Wahnsinn in London. Der Jahresbericht des Comites der städtischen Irrenanstalten in London ist keine angenehme Lectüre. Die Riesenstadt an der Themse hat in dev That eine verhältnißmäßig große Zahl Irrsinniger zu unterhalten. Tröstlich ist nur der Umstand, daß der Zuwachs in diesem letzten Jahr nicht so beträchtlich war, wie sonst. Die Gesammtzah! der unter Controlle der Stadtverwaltung stehenden Geisteskranken beträgt gegenwärtig 21.393 gegen 21.069 im Vorjahre, von dnen 3543 entlassen oder gestorben sind. Davon kommen 6332 Personen auf die sogenannte Privatliste. d. h. die Angehörigen dieser Kranken zahlen für deren bloßen Unterhalt, da sie nicht bemittelt genug sind, um die Pension in einer PrivatAnstali zu bestreiten. Die übrigen. 1l,ü6.i Kranken liegen der Stadt oder vielmehr den Steuerzahlern zur Last, denen sie im vergangenen Jahr die Summe von 581.791 Pfund Sterling, also beinah 12 Millionen Mark kosteten. Wie überall ist auch unter den JrrenLondons das weibliche Geschlecht bed-eutend zahlreicher vertreten als das männliche. Eine Armee von 12,082 Frauen sieht 9311Männern gegenüber. Von jeher rekrutirt sich ein hoher Procentsatz der Geistesgestörten aus Alkoholikern, und zwar, haben mehr als zweimal soviel weibliche wie männliche Trunkenbolde diesem Lasier ihren Verstand geopfert! Außerdem kommt es auch viel häufiger vor. daß ein Mann als geheilt entlassen werden kann als ein weibliches Wesen, welches übrigens in neun Fällen von zehn nach längerer oder kürzerer Zeit immer wieder in das Asyl zurückkehrt. Die an und für sich schwache Willenskraft der zum Trunk neigenden Frau kann der leisesten Versuchung nicht widerstehen. Weder die Ermahnungen oder Miß-, Handlungen des Gatten, noch die Bitten der Kinder halten sie davon ab, zuerst in cZn Heimlichkeit und schließlich ohne jedeScham der Flasche von neuem zuzusprechen, bis sie eines Tage wieder für ta City - Aftzlum reif ist. Bei einem Fünftel,'aller Insassen der städtischen Irrenhäuser wird der Trunl als Ursache des Wahnsinns constatirt. Erschreckend groß ist auch die Anzahl der Vedauernswerthcn, in deren Familien der Irrsinn erblich ist. Obwohl es nicht allzu selten vorkommt, daß Männer und Frauen ausVerzweiflung über ihre unglückliche Ehe den Verstand verlieren. so sind doch die Fälle, in denen unverheirathete Personen von den Krallen des Wahnsinns gepackt werden, ungleich häufiger. Im letzten Jahre wurden 1801 verehelichte und 2063 ledige Männlein und Weiblein in den verschiedenen Anstalten aufgenommen. 170 männliche und 834 weibliche Personen sind seit Januar 1899 darüber wahnsinnig geworden, daß sie keinerlei Anstellung finden konnten. Von Arbeitern und Arbeiterinnen, die vergebens nach Arbeit suchten, wurden 348 in die Irrenanstalten gebracht. Dazu kamen 81 Comptoristen beiderlei Geschlechts. ferner 42 Schneider. 41 Kutscber, 38 Schuhmacher und 35 Maler. Die am meisten zur Verstandesverwirrung führendenBerussarten des schwachen Geschlechts scheinen die der Ehefrau, des Dienstmädchens und der soGenannten Auswärterin zu sein. Die Anzahl der im letzten Jahre wahnsrnnig gewordenen Gattinnen beirug 543. der Dienstmädchen 424 u. der Scheuersrauen 122. Die Schneiderei forderte 8l'ps; Wäschenäherinnen und Stickerinnen zählten 67. Confections - Arbeiterinnen 39, Köchinnen 43. Wäscherinnen 42. Haushälterinnen 38. Gou, vernanten und Musiklehrerinnen 40. Vöfe Erfahrungen hat die französische Regierung mit ihrer Anwerbung von militärischen Freiwilligen sür den Chinafeldzug gemacht. Man zahlte nämlich jedem, der sich vom Regiment aus meldete, ein Handgeld von 220 Francs und ließ ihn einen Contrakt unterschreiben, worin ausdrücklich gesagt wird, daß das Engagement für die ganze Dauer des Chinakrieges" gelte. Die Mehrzahl derFreiwilligen ist daraufhin auch wirklich abgereist, während über 500 sich einfach weigerten., sich einschiffen zu lassen, so lange die Republik nicht China den Krieg erklärt haben werde! Natürlich fanden sich überall eifrige Advokaten, welche unter Hinweis auf. den Wortlaut des Vertrages solche Clienten vertheidigen wollen. Da die Regierung nun nachweislich offiziell mit China noch im Frieden lebt, so dürfte es ihr schwer fallen, die Widerspenstigen zu einer anderen Auffassung zu bekehren.
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