Indiana Tribüne, Volume 24, Number 28, Indianapolis, Marion County, 16 October 1900 — Page 1

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I to t . Ü t HSoit ' H'i oo n H -Mitw ConvtagS- g1 $ Blatt 5 yjf IvcperWoche v U vo P V y v" W V . & i Grstxeit Zede Nctx,nittg n'Ssnntag Rlsrsett. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind., Dienstag, Den 16. Oktober 1900. No. 28

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Ausland Depeschen

Ans SiMIrik Sie Verhältnisse durchaus unbefriedigend. 'Lord Roberts hat seine Abreise aber ma!s verschoben. Sie lliidilicljr der Zlüchttmge nach Transvaal noch nicht gestattet. ; Sie Lage in China. Prinz Xuqu offenbar noch am Nuder. . , Aus Südafrika. ' London, 16. Okt. Lord Roberts turn nicht umhin, den Boeren das Zeuzniß auszustellen, fcjfj sie den kleinen .Krieg gegen die Briten mit grövterEn:rßie fortsetzen. Er gesteht in seiner letzten Depesche au- Pretoria viele erfolgreiche Ueberfälle durch Boerenabtheilungen zu, " die vielfach Unterbrechung derEisenbahnund Telezrzphen-Aerüindunz im e folge hatten. Wenn der Schaden auch ?asch reparirt und die umliegenden Far men irt dafür gezüchtigt wurden, daß die Voeren ihre Freiheit nicht ohne Wttteres aufgeben wollen, so wiederholten sich solche Vorfälle ooch fortwährend. Mehrere kleine Gefechte mit Beeren trupps haben wieder stattgefunden, in welchen di: 6nzlän)er im Ganzen fünf "Todte und sechs Verwundete hatten. Tie südafrikanischen Minen - Kom agnien sind in höchstem Grade enttäuscht, weil der KrZkg stch immer rnch in die Länge zieht, wenngleich er offiziell für beendet erklärt tt?irb Die großen Kompagnien schickten sofort nach der Einnahme von Pretoria ihre Ingenieure nach Kapstadt, und dort waren sie einen Meint nach dem anderen gezwunzen. unthätig liegen zu bleiben. Einem Dutzend Ingenieuren der großim Kompagnien ist gestattet worden, sich nach Johannesburg zu begeben und über den Zustand der Minen zu berichten, mit dem Auspumpen ist aber noch nicht begonnen worden, und es können keine Bergleute und Eingeborene engairi werden, bis die Eisenbahnen im Stande sind, Kohlen und sonstige Vor?äthe in größeren Mengen berbeizuschaffen. Tie Eisenbahnen sind aber Zaum im Stande, das Nöthigsie für die Armee herbeizuschaffen. Man glaubt, daß es noch sechs Monate dauern wird, bis die Minen einigermaßen mit Erfolg bearbeitet werden können, und daß ein Jahr vergehen wird, ehe auf das liesige Kapital, das in den Minen in Süd - Afrika angelegt ist, wieder Divisenden bezahlt werden können. P x 1 1 o x i a , 16. Okt. In einem während des Tages erlassenen Armeebefehl, in dem die bevorstehende RückZehr des Generals Buller nach England angekündigt wurde. danktLord Roberts Sir Redvers Buller für die ausgezeichneten Dienste, die er dem Lord geleistet, während er das Oberkommando über bic Truppen in Südafrika führte, und für die Fähigkeiten, mit denen er die Operationen leitete, während er unter .Lord Roberts diente, .welche Operativnen zu der gänzlichen Niederlage der Aoeren.im östlichen Transvaal führten". Die Kommission, die eine Unterfuchunz betreffs der von derTransvaalRegierung gewährten Konzessionen zu führen hat, trat am Montag zusammen. 'Es wurde dabei eine Proklamation Lord Roberts' verlesen, derzufolge der .Kommission die Macht gegeben wird, Leute zu zwingen. Zeugenaussagen zu inachen. Ter erste Zeuge war Herr .Kretzschmar.Generaldirektor derNetherlands Railway Company. Er macht: überraschende Aussagen über die HandZungen derKompagnie vor und während des Krieges. Er gab zu, daß die Anzestellten der Kompagnie selbst viele Brücken zerstört hätten, um das Vorrücken der Briten aufzuhalten. K a p st a d t, 16. Oktober. Lord Roberts hat Befehl gegeben, daß die 'Rückkehr der Flüchtlinge nach dem Transvaal vorläufig noch hinausgeschoben werden soll. London. 16. Okt. Eine Depesche aus Lourenzo Mirquei, v)in Montag datirt, sagt, oafc die amerikanisch: Barke Fred. P. Litchfielo" während des Sturmes in der Sonntag Nacht auf den Strand getrieben und dort von den portuziestschen Behörden durchsucht reu::?, 'da man alaubte, daß das Golo des Prä. . sidenten Krüger 51.500.000 sich "cn Bord befinde; . es wurde aber kein Zo!d auf dem Schiff gefunden. ' Eine Depesche aus Durhan. Natal.

sagt, rafe seit Donnerstag die EisendahnVerbindung nördlich von Standerton unterörochen ist. Es sind Gerüchte im Umlauf, daß die Eisenbahn von den Beeren zerstört worden sei. Der Umstand, daß . die Abreise d:Z Lord Roberts abermals hinausgeschoben worden ist, verursacht einige Unruhe. Die Lage in China. Hong Kong,-16. Okt. Am Mons tag Morgen wurde von hier aus eine Truppen-Aötheilunz nach der Grenze von Koivloon geschickt, um zu verhindern, daß bewaffnete Flüchtlinge. Rebellen oder kaiserliche Truppen, auf britische Gebiet übertreten. Die Rebellen sollen, 3000 Man stark. 30 Meilen von der britischer Grenze entfernt stehen. Aomiral Ho ist mit 1000 Mann zu ihrer Verfolgung aufgebrochen und weiter: 2000 Mann sind von Kanton aus abgegangen, un? ihnen den Weg abzuschneiden. Aomiral Ho hat den Gouverneur öe nachrichtizt, daß die Rebellion sehr sorg fällig geplant worden ist. Die Rebellev geben sich die größte Mühe, die Dorföe wohner zu verhöhnen un) sich die Achtunz oer Ausländer zu erwerben. AuZ diesem Gründe vermeiden sie alles PlüN' dern uno sonstiae Giwalttöaten. Alle

ar r l , . , rcAnzeichen deuten daraus hin, daß bet Ausstand sich auf ein weites Gebiet er - streckt, denn er brach g.eichzeulg in meh. reren Centren in den Prooinzen Kwang Tung und Kwanz-Si aus. Sun - Yat - Sen, Kanz-Yu-Wei un) die Triaden . Chi.ia besteht, vereinigt. Man ist gespannt, wie ji) die Machte o.eicr eiregunz öez.uoer verpiten weroen. Eine franzöiisch: . r,-t n;n,?rJ . -p'Nae , würd i , r r rt.iÄS MSow graten Uv.rraü.n, .it ,üüü von Bzar erbeuteten. Einer späteren Depesche aus Kanton zufolge bat Sun-Aat-Sen die sta)t Kiu-Shan am East Rier eingenommen und er belagert jetzt Hui-Chou. welche Stadt der Sitz einer Präfektur : ist. Eine Truppen-Abtheilung von Kanton wurde von den Reformern geschlagen, die 200 Mann tözteten. Von Kanton aus sollen weiter: Truppen nach den unruhigen Distrikten geschickt werden und es herrscht in Militär-Kreisen die größte Aktivität. Berlin. 15. Okt. 'Einer Depesche aus Shanghai zufolge hat der dortige britiscke Generalkonsul davor gewarnt. daß europäische Frauen von Hong Konz I , . m l ( aus naaz cem coroen rommen, m oer Hoffnung, sich dort ihren Gatten an schließen zu können, da die Lage im Vangtse Kiang-Thil eine sehr kritische sei. London. 16.Okt. Seit dem Eintreffen des chinesischen Hofes in Siguan Fu", fazt eineDepefche ausShangHai, sind reaktionäre Edikte erlassen worden, denenzufolge die Gemäßigten ihres Amtes enthoben werden. Es beweift dies, daß Prinz Tuan im Besitz des kaiserlichen Siegels ist." c? : . rx Vft s . n . r h w -

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terene des allgemeinen Ziels, das rn dem ' z? beim s i . r s i VVilil v

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r V "I Inseln nach Key West ab. Am 2. Okspruche gegen China. ! bcr brach die Triebwelle und da die P a r i s , 16. Okt. In offiziellen Reparaturen auf hoher See nicht vorKreisen wird erklart, daß wenn die genommen werden konnten, beschloß Schadenersatzansprüche gegen Chinl der Kapitän, nach dem nächsten .Hafen schließlich doch noch vor ein internatio-, um Hilfe zu schicken. Der erste Offinales Schiedsgericht im Haag gebracht zier und ein Theil der Mannschaft erwerden sollten, über den Betrag der von : klärten sich freiwillig, bereit, die Reise

Chine, zu bezahlenden Summe nicht mit den Chinesen unterhandelt werden wird, sondern daß sich die Konferenz darauf beschränken würde, festzustellen, welchen Theil der Entsch'ädigungssumrne den verschiedenen interessirtenMächten zufallen solle. Die Krankheit der Kaiserin Friedrich. Homburg. 16. Okt. Ein während des Tages veröfpntlichtes offizielles Bulletin lautet: .Die Kaiserin Friedrich hat seit eiNiger Zeit an neuralgischen Schmerzen gelitten, die große Entkräftunz und eine akute Schwäche der Herzthätigkeit, gefolgt von einem sekundären Lungenkatarrh zurFolge hatten.an dem sie noch leidet. Die Temperatur ist ziemlich hoch und der Puls unregelmäßig. Es ist augenblicklich keine Gefahr vorhanden, bei wiederkehrender Herzschwäche würde der Zustand der Kaiserin aber ein höchst gefährlicher sein." . Daß bisher noch keine Bulletins auögegeben wurden, war auf ausdrücklichen Wunsch der KaiserinFriedrich geschehen. Ein sonderbares Test ament. L o n d o n. 16. Okt. I. B. Clayton, derSohn des früherenParlaments Mitgliedes dieses Namens, ist vor eint gen Tagen gestorben. In seinem Testament hinterlaßt er seinen beiden Töch tern ein Vermögen von 144.000, unter i

sonderbaren Bedingung jedoch, daß l ev. 5rohn Alezander Dowie. dem Chisie das Geld nur erhalten sollen wenn ! cagoer Zionisten, veranstalteten Versie nicht heirathen, ehe sie 35 Jahre alt l sgmmlung beizuwohnen. .Sie machten w&' . I eine. Katzenmusik und ließen es an. sar-

Unruhen auf der BalkanHalbinsel in Aussicht. Konstantinopel. 16. Okt. Ernste Wirren drohen im Balkan, da eine Erhebung der Macedonier und Bulgaren gegen die Türken unmittelbar bevorzustehen scheint. Aufrührerische Proklamationen des Macedoni-schenRevolutions-Kommittees sind entdeckt worden. ' - In Salonichi wurde ein Türke, Na rnens Jzzet Bei, von Bulgaren ermorder. Vc.l dem bulgarisch-macedoni-schen Kom.aittee ausgesandte Banden verübten zahlreiche Ausschreitungen in der Provinz Salonichi. Die Karlisten rühren sich wieder. Madrid, 16. Okt. Die. Karlisten 'sind wieder ungewöhnlich rührig und dies verursacht der Regierung große Unruhe. In Lerida, Katalonien, wurde ein wichtiges Waffendepot der Karlisten entdeckt und es wurden dort 615 Re-mington-Gewehre, 400 Bajonnette und Maschinen und Werkzeuge zum Anfertigen und Repariren von Waffen beschlaanahmt. Die Waffen. Maschinen

i zkc. befanden sich in einerSchlosserwerk i statte, die einem Karlisten gehörte. In !dem Schlosserladen wurden vier Per,'wfc -wv .r.. v v - ; rnn,n hniM hemmr ritt Wnnn , foaiRmji Nimbo. der behauptet, der f der carlistischen Administration", rsm . ' seraldo" von Madrid erklärt. hnh b:, Karlisten sick, mit fieberkaftem . u - - , i "i i Kampagne vorbereiten, chreswechsel inaugurirt wersoll. Das Blatt füat bia,u. dak die in Katalonien herrschende Unzufriej nheit die Propaganda der Karlisten rt sehr erleichtere. Die französische Note. crx ; a 1R cm ,i.tss, !tt v v v , w. vui uiiuitv 1 1 dieinzige Macht, die soweit noch nicht i f0rmea aus die Note Frankreichs geantrorrneu aus mt vcoie Frankreichs ge 5)ortct hat, der deutsche Staatssekretär des Aeußeren, Graf von Vülow, hat aber mündlich der französischen Note zugestimmt. DieAntwort Japans ist während des Tages eingetroffen. Si: lautet zustimmend, mit einem Vorbehalt jedoch, das auf das permanente Verbot der Wasfenausfuhr nach China Bezug hat. Während Japan im Prinzip diesem Punkt zustimmt, macht es einige Vorschlage, wie das Einfuhrverbot am praktischsten durchgeführt werden kann. Eine im auswärtigen Amt eingetroffene. aus Hankow. 13. Okt. datirte Depesche enthält die Nachricht, daßzer chinesische Hof am 12. Oktober inSiznanFu eingetroffen sei. Ein Dampfer i n Noth. B a r ö a d o s. 16. Oktober. Der erste Offizier und ein Theil der Mannschaft des britischen Dampfers Hostilius" '"md in einem kleinen Boot hier angekommen, um Hilfe für den Dam pfer zu holen, de? mit gebrochener Welle ungefähr 700 Meilen von hier entfernt hilflos im Ozean liegt. . Der Dampfer ging am 8. September von East London, Südafrika, und am I w-imh h uc 07 AhiAmn Sa. Vi zu unternehmen. Sie kamen . alle ! wohlbehalten am Montag hier an. Der britische Dampfer Jndefatlgable". vom Westindischen Geschwader. ging sofort in See, um den beschädigten Dampfer aufzusuchen und ihm alle mögliche Hilfe zu leisten. Der Hostilius" ist ein neuer Dampfer von 2025 Tonnen, der erst zwei Reisen gemacht hat. (xineFolge der hoh'enKohlenpreise. ' P a r i s, 16. Okt. Die erhöhten' Kohlenpreise in Folge der .starken Ankaufe für die britische Regierung und des amerikanischen KohlenzraberStreiks, haben einenUnterschied von 3.500,000 Francs im französischen Budget verursacht. Der Finanzminister Caillaux benachrichtigte während des Tages das Budget5iommittee, daß die-Eisenbahn-Kompaanien,' die Subsidien vom Staat erhalten, und Kompagnien,' die ihre Profite mit dem Staat theilen, um eine Eztra-Verwilligung-von 2,200.000 Francs nachgesucht, hätten, und, auch der Marineminister weitere 1,300. 000 Francs für die Versorgung-der Flotte mit Kohlen brauche.. . , N e v. D oft) ie in London verhöhn t. - ' London. 16. Oktober. Vierhundert Studenten , der Medizin begaben sich am Montag nach der St. mwa nnii m W hrm W

kätti'icyen Bemersunaen nicht fehlen

Dowie wurde böse und nannte sie englische Feiglinge" und .Hooligansund schließlich rief er den Studenten zu: .Ihr seid von Euren Lehrern aufgestachelt, die fürchten,' daß die Glaubenskur ihr Geschäft verderben wird!" Nach einer tumultuöfen Szene, die mehrere Minuten dauerte, zogen sich die Studenten zurück. . D e r H e r z o g v o n M a r l- . bs'rough protestirt. London 16. Okt. Der Herzog von Marlborough stellt in einem offenen Schreien die Wahrheit der fast von jeder Zeitung in England gebrachten Nach richt in Abrede, daß W. K. Vinderbilt seiner Tochter, der Herzogin, 100,000, oder wie einige Zeitungen behaupten, 500.000 gegeben habe, .als Dankesopfer für die glückliche Rückkehr des Herzogs, aus dem Krieg". Der Herzog und die Herzogin sind recht ärgerlich über die vielen scherzhaften. zum Theil auch ernsthaften Gratulatronen. die in den letzten paar Wochen rnit der Post bei ihnen eingetroffen sind. Aus dem deutschenReich. Berlin. 16. Okt. Die .Neuesten Nachrichten" melden, daß Deutschland's Antwort auf Herrn Delains Note am Montag abging. Dieselbe ist in freundlichem Tone gehalten und enthalt , im Prinzip keine Ablehnung der französischen Vorschlage. Der chinesische Gesandte in St. Pe tersburg. Fang Au, besuchte Kaiser Nicholas am Sonntag in Lioadia und bat dringend um Intervention der russischen Regierung zu Gunsten China's. Der Gesandte überbrachte auch cin Schreien voi Kaiser ftroang Su und dokumentarische Beweise, welche die chinesisch: Regierung als weniger schuldig hinstellen, wie dem Kaiser eingeredet wurde. Dr. Adolf Harnack wurde am Montag als Rektor der Universität Berlin installirt. Das Thema seiner Antrittsrede war .Jesus und Sokrates". Der ausscheidende Rektor bemerkte, daß die Zahl der studlttnden Frauen sich seit 1893 verzehnfacht habe und daß die Universi tät im verflossenen Jahre Geschenke im Betrag- von 360.000 Mark, erhalten habe. . - ' " ' , " Herr -Heinrich Kusseroü, bis 1390 preußise? Gesandte für die Hansa städte und Mecklenöura. ist im Alter von &4' Jahren in Koblenz gestorben. ' Er war ein begeistertcr, Förderer der Kolo-nial-Politik. Das .Berliner Tageblatt" ver'öffentlicht einen Brief aus Machadodorp, worin es heißt: . Nicht die größere Truppenzahl.' noch die taktische Ueberlegenheit der Engländer haben uns geschlagen, sondern Verrath und die thörichte Unfähigkeit unserer Führer." , . Die Weinernte ist nach Berichten aus allen Distrikten der Quantität und Qualität nach besser ausgefallen, wie seit mehreren Jahren. ' In Folge der erhöhten Kohlenpreise haben der Norddeutsche Lloyd und zwölf andere Dampfschiff-Gesellschaf-ten befchlossen, die Passage-Preise nach Indien. Austral-Asien, China und Japan um zehn Prozent zu erhöhen. Die Münchener Allgemeine Zeitung", die ganz auf Seiten der Regierung sieht, erklärt, daß .alle politischen Parteien die Ernennung eines jüngeren, energischeren Reichskanzlers an Stell: des Fürsten von Hohenlohe wünschen". Es sind aber nicht die geringsten Anzeichen dafür vorHanden, daß der Kaiser Wilhelm mit ei nem Arrangement unzufrieden ist, das ihm vollständige frei: Hand giebt. König Leopold in Paris. P a . i s , 16. Okt. Der König Leo pold von Belgien stattete am Montag Nachmittag dem Präsidenten Loubet im Elysee-Palast einen Besuch ab. Der König wurde mit militärischen Ehren empfangen. Der Präsident Loubet erwiderte später den Besuch. Neue deutsche Kohlenstation. Aden. 16. Okt. Der Sultan Abdul Hamid hat an Deutschland für die - c ix . cv r . r auer von Dreißig ayren oie nia Uroan im rothen Meer, vierzig Meilen nördlich von .Kamaran, verpachtet. Deutschland. wird dort eine Kohlensta tion anlegen. Werthvolle Schmuck fachen verloren., Paris. 16. Okt. Frau Daniel Manning hat am Samstag, nachdem sie nach dem Diner ihr Hotel. verließ, eine Diamant-Vroche im Werthe von 52500 verloren. Auch Frau Potter Palmer, die andere Äusstellungs-Kommissärin der Ver. Staaten, hat vor mehreren Wochen Juwelen 'im Werthe von mehreren Tau send Dollars verloren. Venezuela macht nicht mit. Caracas', Venezuela. 16. Okt. Die Regierung von Venezuela hat angekündig!.' daß Venezuela' sich nicht an der Pan-Amerikanischen Ausstellung in Buffalo ,. im -Jahre 1901 betheiligen werde.

Jnlmtd Depeschen. M WA DA Der Angeklagte auf einem Feldbett in den Gerichtssaal gebracht. r - ' ; . . Sensationelle Aussagen Arthur Gocbcls.

Z!!e Anklage bereits mit ihrer Seite fertig. Noßlyn H.Fcrrcll, Der Mörder des Exprcß-Agenten Lane, vor Gericht. Sensationelle Aussagen Georgetown. Ky., 16. Oktober. Der Prozeß gegen Henry Joutsey wegen Mitschuld an der Ermordung Gouverneur Goebel's wurde am Montagwieder aufgenommen, trotzdem der Angeklagte so schwach war. daß er auf seinem Bette liegend den Verhandlungen beiwohnen mußte. Er wurde so placirt, daß er dem Vorgange im Gericht gut folgen konnte und dann wurde zur Vernehmung von Arthur Goe bel, dem Bruder des ermordeten Gouverneurs, geschritten, welcher höchst sensationelle Aussagen machte. . Demnach habe Foutsey dem stellvertretenden Staatsanwalt Col. Campbell gegenüber ein Geständniß abgelegt und ihm (Arthur Goebel) dies Geständniß wiederholt. Unter Anderm soll Joutsey Folgendes gesagt haben : Ich hatte eine Unterredung mit Dick, Combs am Montag Morgen und er sagte mir, daß er bereit sei, die Mordthat zu vollbringen. ' Ich ging darauf zu Caleb Powers und ließ mir den Schlüssel zu seiner Office geben., doch er verwies mich an John Powers, welcher mir den Schlüssel aushändigte. Dann ging' ich , zu Gouverneur Taylor, welchem ich sagte, tal Combs bereit sei, die That zu vollbringen, doch Taylor erwiderte, er dürfe davon nichts wissen und er wäre dagegen.' daß die Ausführung des Komplotts einem Neger übertragen würde. Die Angelegenheit wäre zu wichtig und man könne einem Neger nicht trauen. Combs wäre vielleicht ein Spion, der sie verrathen würde. Ich ging fort und kehrte am Dienstag Morgen zu Gouverneur Taylor mit der Meldung zurück, daß ein anderer Mann zur Hand und bereit sei. den Mord zu begehend und dieser Mann wäre Jim Howard. Gouverneur Taylor ging einige Male im Zimmer aufundmeder. und sagte schließlich: .Joutsey, glauben Sie, daß ich im Amte bleiben werde, wenn Goebel ermordet würde?" Ich antwortete ihm", daß der Kontest mit dem Tode j , Goebel's aus der Welt geschafft werde und daß Niemand mehr Anspruch aus Taylor's Stelle machen würde. . Als Gouverneur Taylor noch zauderte, sagte ich ihm: .Die Entscheidung hängt jetzt ganz von Ihnen ab, 'ob die That geschehen soll oder nicht." Hieraus antwortete Taylor endlich: .Nun gut, so sagen Sie deir Anderen, vorzugehen. Wenn es nothwendig sein sollte, kann ich ja den Thäter .unter Bedeckung einer Militär-Eskorte nach d?n Bergen zurücksenden. Auch kann ich ihn, wenn es zum Schlimmsten kommen sollte, begnadigen, und dann ist er ja in Sicherheit." Hierauf ging ich zu den Verschwörern zurück und ließ Berry Howard. Dick Combs und Jim Howard in Caleö Powers Office eintreten, während ich die Patronen holten welche ich Jim Howard gab. Wer den tödtlichen Schuß abfeu erte. kann ich indessen nicht angeoen." Diese Aussagen Arthur Goebcls riefen ungeheure Aufregung hervor. Spater wurde W. H. Culton, welcher bezeuzt hatte, daß Äoutfey ihn von der AS- , r l ' P licht, noeoel zu ermoroen. in enninin gesetzt hätte, seitens dez Vertheidigung w's Kreuzverhör genommen, o.ne sich jedoch in Widersprüche zu verwickeln. Die Staatsanwaltschaft erklärt: hierauf, ih? Beweismaterial erschöpft zu ha ben un) der Fall wur)e bis Donnerstag vertagt, um der Vertheidigung Zeit zu geben, die nächsten Schritte in Erwä g'mz zu ziehen. . , Der Kohlen g r'äber - Streik. S h a m o k i n, Pa.. 16. Okt. Kom mitteen der United Mine Workers haben am Nachmittag und Abend die Bergleute aufgesucht und sie aufgefordert, den Cirkularen der Kohlen-Kompagnien keine' Beachtung zu schenken, in denen sie er sucht werden, an die Arbeit zurückzukehren, während die Differenzen Zwisten den Arbeitern und KohlenkompZgnien vx Erwägung gezogen würden. Die Kom mitteen erklaren den Leuten, daß di:. Kohlenkompagnien versuchten. denStreik zu brechen, indem sie die Arbeiter unter

falschen Vorspiegelungen veranlakten.

in die Gruben zurückzukehren, und d2&' die Grubenbesitzer roahrscheinlich schon beschlossen hätten, die Forderungen der ' Scrantoner Konvention nicht zubcwil ligen. Die meisten Bergleute in dieser Ge gend erklären, nicht an die Arbeit zurück kehren zu roollen, so lange si: nicht voit dem Präsidenten Mitchell den Rath er. halten, es zu thun. Und di: Grubenbe . sitzer erklären, unter keinen Umständen sich schriftlich verpflichten zu wollen, die Lohnerhöhung von zehn Prozent biZ ' zum ersten April zu bezahlen. Der Raubmörder Ferrell vorGericht. M a r y s v i l l e. O.. 16. Okt. Der Prozeß gegen Roßlyn H. Ferrell, der Ermordung des Adams Ezpreß Bs ten Charles Lane. am 10. August d. I., . angeklagt, nahm am Montag seinen Anfang. Ferrell hat ein schriftliches Geständniß abgelegt, in dem er ganz ge - nau angegeben, wie er Lane ermordet und den Geldschrank in der Expreß-Car beraubt hat. Der Zweck des Raubmor des war. sich Geld genug zu verschaffen, um Frl. Lillian Costlow, von Colum bus, in deren Gesellschaft er auch verhaftet wurde, heirathen zu können. Frl. Costlow ist von der Anklage als Zeugin . vorgeladen worden. Die Gattin des er mordeten Erpreßboten ist von London, Ont.. bierhergekommen, um Alles in . ihrer Macht befindliche zu thun, FerrellZ Verurtheilung durchzusetzen. Die Vertheidigung will die Wahn, sinnstbeorie geltend machen und nachzuweisen suchen, daß Ferrell ein Ent artete? sei. Kapt. Shields'in Sicher heit. Washington. D. C.. 16. Okt. Im Kriegsdepartement ist dre folgende Deepsche von General 'MacArthur aus Manila eingetroffen: .Eine soeben aus Marinduque eins getroffene Depesche meldet, daß Kapt. Shields mit 48 Mann von Kompagnie F vom 29. Jnf.-Regiment. zwei Korporalen von Co. E desselben Regiments und einem Civilisten, die sich als Gefangen? in Händen der Insurgenten befanden, an den General Luther R. Hare ausgeliefert worden sind. Weitere Ein zelheiten und die Namen der Getödte-, ten und Verwundeten später." '. Keine Dowtcl ren geduldet. Mansfield, O.. 16. Okt. Ein weiter" Dowicite, Edward Williams, von Benton Harbor, Mich., kam am Montag Morgen in der Stadt an . er wurde aber sofort von der Poliz ausgewiesen. Der Mann war auf einem Bicycle von Crestline gekommen. Ein vierjähriger .Wahn-, sinniger. .j S a n F r a n c i s c o , 16. Okt. In einer gepolsterten Zelle im Staatsirrenasyl zu Napa sitzt der jüngste Wahnsinnige, der je von eine Gericht für ge meingefährlich erklärt' wurde, der vier'jährige Montee Lidderhos. Er ist tobsüchtig und leidet an einer unheilbaren Mord-Manie. - Das Kind war gesund und stark. bi5 es aus einer Hängematte und hart auf den Kopf fiel. Es zehrte Anfangs ab. später nahm es schnell an Kräften zu und wurdeauffallend und weit über sein Alter hinaus muskulös und kräf tig. Zugleich entwickelte sich seine eigenthllmliche Tücke gegen Katzen, Hunde und kleine Kinder. Ein solches verwundete Montee gefährlich durch einen Schlag mit einer Flasche über denKopf. Anderen ging er mit Hutnadeln zu Lei be. Solche waren seine bevorzugte Waffe. Auch die eigene Mutter hat it mehrfach schwer damit verletzt. Eine Roentgenstrahlen - Untersuch ung ergab, daß Klumpen geronnenen Blutes innerhalb der Schädeldecke auf das Gehirn des Knaben drücken. Sie sind operativ nicht zu entfernen, und es blieb nichts übrig, als den Knaben in einer Zelle unschädlich'zu machen. Seine Mutter liegt jetzt an einem schweren Nervenfieber auf dem Tode. Prof. Max Müller schwer krank. London. ,16.' Okt. Professor Friedrich Max Müller von der Universität Oxford, der seit längerer Zrit krank war. sich aber auf der Genesung , befand, hat einenRllckschlag erlitten und ' sein Zustand ist jetzt ein höchst kritischer. EinDiplomatgemaßregelt. W i e n , 16. Okt. - Graf Revestera de Salandra. österreichisch - ungarischer Botschafter beim PäpstlichenStuhl. soll abberufen worden sein, weil er angesichts der vom Vatikan kürzlich gezeigten feindseligen Stimmung, gegen Oesterreich-Ungarn nicht mit genügender Energie aufgetreten sei. -König Oskar krank. Stockholm. 16. Okt. Der König Oskar ist an einer Luströhren und leichten Lungenentzündung erkrankt. Er mun das Beii büte. . ' Weitere Depeschen euf

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