Indiana Tribüne, Volume 24, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 October 1900 — Page 7

Der Anstaubcrfriedl.

Roman von Fanny KaltenhauZer. (Fonfctzung.) So! Kein 'gut's Wörtl! Gkschineichelt lächelt der Wcghofer bei seinen langsam und etwas gröhlend hcrvOrgestoßenen Worten. Na, schau, na jaschau. so was! Hab' halt an dcn Viehern schon meine rechte Freud', weißt, und da thut's mir std'sinal unb'schafftn leid, wenn mir so ein sck'önI Paarl dircngeht! Ja, ja. so ist's.' so!" Ze!a blickt; dem Sprecher ins sieht und sckien aufmerksam zu bord;en. 2ziti aber verglich sie in Gedanken das hübsche Gesicht des Friedls mit dem des Weghofers. Das sah ja aus, als hätt' es einer breitgetreten im Muthn?illen oder, im Zorn! Und die Nase saß dort wie ein großer, unsern licher klumpen da hat rrehl der liebe Herrgott 's erste Muster probirt zu einer Nase und sie ist danach ausgefallen! Sela lachte beimlich in sich hinein so eine? wie der! Te? konnt' sich wchl nicht in das Herz eines Dirndls stehlen, der mit seinem häßlichen Gesicht, den borstigen, rothen Haaren! Vor, dem schloß wohl eine jede ihr Herzlämmerle'.n zu! Aber das macht nichts, bei dem brauchte man nur an sein di?les Geld zu denken und man nahm' ihn ungesckaut. Ja. so ist's! Ah, sie will schon Wezhoferin Werden, wenn der sie haben will. 2:m Aussehen kümmert sie nichts sie weiß, daß ihr trotzdem rnanch eine midig sein wird um ihn. Der Weghof:r ist eine Weil' stumm dagestanden und hat mit seinen !leinen, wänerigen Augen, di: einen seltsamen Eindruck zu seiner Hochmuthgen Miene machen, in Telas Gesicht gestarrt. Jetzt, da sie ihn ansteht, voll Freundlichkeit in ihrer Zufriedenheit mit ihm und mit sich selber, jetzt nickt er ihr ein-. Zweimal ' zu' und sagt: Schern, so wird's mir halt auch gehen. wenn mir Du fortgehst aus dein Haus da." Der Ton sollte wohl ein bißchen wehmüthig klingen, aber es lag keine Spur von Wehmuth darin. Da wird mir halt auch unb'schaffcn leid Ein 5ticher.i und schäkerndes Lachen unterbrach ihn; verdutzt schaute erSela an, die sich nicht bezwingen konnte in ihrer Heiterkeit. Endlich kam sie aus dem. Lacken heraus. Sie gab ihm einen leichten Schlag auf die Schulter. Na, Du, hörst wenn mich mit Deinen Ochsen vergleichen thust! Bist mir ein Rechter! Da möcht' ich aber schon bitten! So was! Da möcht' ich mir halt doch ein bißl mehr leid sein" tv. bitten, wenn ich davcngeh'." Und da er noch immer voll Verwunderung ans sie starrte, warf sie plötzlich den $opj in den Nacken und sagte langsam und nachdrücklich: Weißt, ein schönes Paar Ochsen gibt es halt immer wieder, aber eine Kirchberger Sela halt nimmer." ' Jetzt begriff der Bauer endlich, wie sie es meinte. Er stieß sein gröhlendes Lachen aus und schlug sich mit der Rechten klatschend auf das Bein oberhalb des Knies. Na. so jetzt aber! Jetzt hab' ich ein paar Vieherln und rn schön's Dirndl zusammengenommen in einem gleichen Leidsein! Das versteht sich halt von selber, daß mir ums Dirndl noch ein klein wenig mebr leid ist wie um die Ochsen. Aber leicht, Dirndl, kann's geschehen, daß mir um Dein Fortgehen nicht einmal ein bißl leid ist- er hielt eine kleine Weile inne. während ein Ausdruck von Verschmitztheit in seinem Gesicht sich zeigte , weil ich mich zu viel auf Dein Wlederkomrnen freuen thu'! Und das wär' halt schon so, wenn mir versprechen thät'st. daß Du mein Weib werden willst! Daß ich bei Deinem Vater um Dich anhalten darf!" Ihr Herz schlug hoch auf bei dieser Rede seltsam, es that ihr wunderlich weh dabei, ihr Gesicht wendete sich einen Moment dem Fenster zu. weit offen starrten die Augen da hinaus; dann versetzte sie ruhia: Ist mir schon recht, fragst halt den Vätern! Ich ich will schon!" Wie ein heimlicher Zorn faßte es sie ein Zorn über sich selbst! Hatte sie denn je einem versprochen, daß sie sein Weib werden wolle?' Wenn einer gesagt hatte, daß sie es werden solle, .so hatte es ja sie nicht gesagt und was ging sie dann da er? Nichts. Und so brauchte auch kein so dummes, wunderliches Gefühl in ihr zu sein. Sie war jeder Zeit im Recht, wenn sie sich diesen da nahm, den reichen Weghofer. Drüben vom Tisch war der Wiesinger. der bisher still gesessen und den beiden zugehört hatte, herübergekommen zu den Zweien. Na, da wären wir halt jetzt schon im Klaren," meinte er und reichte dem Weghofer die Hand hin. Das übrig' hast mit ihrem Vater auszumachen;' geben thut er Dir die Sela. das weißt ja, sonst wär' sie gar nicht herübergekommen 'auf so lang'." .Ist schon gut, schon gut! Wird nichts dawiderkommen zwischen uns." Und der Sprecher schlug dabei Sela auf die Schulter es sollte eine Aeußerung von Zärtlichkeit sein. Was sie ins Haus bringt, weiß ich, und daß ihr der reichWeghoferbauer nicht lumpjge tausend Gulden verschreiben laßt für seinen Todesfall, kann sich die Sela und ihr Vater denken. So kommen wir schon auf die Gleich', meiner Ansicht nach. Da fehlt sich nichts."

irr rauipene i.:cy, ipuüte auf cen Boden und trat mit dem Fuß darauf; das geschah so umständlich, als wäre es ein Akt besonderer Wichtigkeit. Dann steckte er beide Hände wieder In die Hosentaschen und nickte Sela und ihrem Vett?r zu, mit einer Miene, als wollte erjagen: So, weil ich geredet hab', jetzt ist alles in Richtigkeit, ohn-Bedenken!"

' 3. Der nächste Tag brachte schlechtes Wetter. Vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein strömte ein heftiger Regen hernieder. Friedl konnte nicht daran denken, aus dem Hause zu gehen. 33er so schlechtem Wetter durste er auch nickt hoffen, die Sela zu treffen. Und am 'folgenden Abend warnte der Friedl vergeblich auf sein liebes Dirndl. Die Sela kam nicht. Ueber eine Stunde lang stand er an den Baum gelehnt, bei dem er sie immer erwartet hatte; seinem ungeduldig pochenden Herzen schlich die Zeit unendlich langsam dahin. Kühl strich die Abendluft um seine Wanaen, die immer heiß:r zu b'rennen begannen. Er kam wie in ein Fieber, so heftig wallte das Blut in seinen Adern, -so heiß schlug er in sein Hirn auf und jagt: gleich wieder zum .Herzen. Warum kam sie denn nicht? Nichts hätte sie abhalten dürfen, wenn er auf sie wartete! Er horchte immer wieder angestrengt hinaus in die Stille des Abends aber er vernahm ihre flinken Tritte nicht. Sollte sie plötzlich heimberufen worden sein? Das wäre ja inöglick; aber daß sie ihm dann nicht eine kurze Botschaft gesandt hätte? Wo sie doch wußte, daß er aus sie warten würde, stundenlang! Er hörte die Kirchtburmuhr schlagen; neun Uhr. Nein, sie kam nicht. Um diese Zeit nimmer. Da legte man sich auf dem Wiesingerzut schon schlafen. Langsam schritt er heimwärts; dc Füße warn ihm so schwer, als wollten sie am Boden hängen bleiben, den sie betraten. Er wäre so gern hingegangen zum Wiesingergut und hätte zu Selas Kammersenster. hineingerufen, aber er wußte, daß von der Kammer, in der sie schlief, kein Fenster auf die Außenseite des Hauses ging. Sein Hingehen nutzte ihm also nichts. Besser war es, er wartete z.z) morgen; a würde er sie ja doch xsiu der sehen. In der Stube der Mutter schimmerte noch Licht, als er zu dem Häuschen herankam. Sonst lag die alte Frau schon im Bett, und es war dunSei da drinnen; war sie vielleicht kran! geworden? Oder war seine Schwester, die Rosl, herübergelaufen und saß drinnen und schwatzte? Ja, die saß drinnen. Und lachte über das ganze Gesicht. Als der Friedl eintrat, lief sie ihm entgegen: .Friedl ich hab' eine Neuigkeit über mich: Der Krieglehner will mich heirathen in drei Wochen schon!" Ueberrascht schaute Friedl sie an. Es verschlug" ihm fast die Rede. Der Krieglehner?" fragte er endlich. Ich denk' aber. Du hätt'st den Fürthbauernschn gern gehabt? Oder war's nicht so?" In dunkler Rothe flog es über Rosls Gesicht hin. Ja. ja aber der that mich ja doch nicht heirathen! Dem bin ich doch einmal viel zu gering und zu arm. Und der Krieglehner hat ein schönes Häuserl und so gute Gründ'. Der könnt schon auch eine Bessere haben wie mich und nimmt doch mich und keine andere! Und da werd' ich doch wenigstens eine kleine Bäuerin? wenn auch keine große!" So? Und giebst Dich zufrieden da mit? Und magst Un einen, wenn Tu auch den andern gern hast?" fragte Friedl langsam, schier ungläubig. Es that ihm fast wehe, daß die Schwester so sein mochte. Die Reitingerin ab:r sah den Sohn schier zornig an. ' S:i doch still und dring' sie nicht draus! Ist recht so. wie sie thut. Der andre nährn sie doch nicht; soll sie semetweaen etwa ihr Leo tag eine arme Dirn' bleiben? Wo sie doch jetzt so ein Glück hat mit dem Krieglehner! Recht hat sie. ganz recht, die Rosl!" Und die alte Frau tätschelte das Mädchen befriedigt auf den Arm. Der Friedl aber drehte sich um und ging zur Thür hinaus. Er stand lange draußen und schaute still in den klaren Sternenhimmel hinein. Als die Schwester endlich heimging und ihm im Vorübergehen die Hand hinreichte mit einem heiteren Gutenachtgruß, da nahm er die Hand nicht und erwiderte kalt und gleichgiltig, wie ein Fremder, den Gruß. Dann ging er in's Haus. 4. Der folgende Tag war in Feiertag mitten in der Woche. Friedl guckte sich während der Messe und nachher beim Verlassen der Kirche schier die Augen aus nach dem Dirndl, das er so gern hatte, an dem sein Herz hing mit einer Gewalt und Leidenschaftlichkeit, die er erst jetzt, wo ihm wegen ihres Ausblei, bens gestern bange war, so recht erkannte. Er erblickte Sela nicht. Während der Messe hatte ihn der alte, schwerhörige Bauer zu Haid" einmal derb in die Seite gestoßen und etwas überlaut gebrummt: Halt Dich still! Bist ja wie ein Wetterfahnl und verdirbst ewem die ganz einwendig' Andacht." Jetzt eben, da er außerhalb derKirche stand, schlug ihn einer. r es war de?

Jndinn Tribüne. Montag,

junger? airvauernjodn auf die Achsel und rief ihn spottend an: ,.He Du.Friedl. mccht'st Dein einzig's Paar Augen loswerden , weil es bald an der, bald an der anderen hängen läßt?! Laß Dir rathen und behalt Dir's noch derweilen, alser blinde thät'st den Heimweg schwer finden, und nachheriz am Tanzboden heut, da könntest Dir schier nimmer die Schönste aussuchen die Tu doch ganz gewiß haben mccht'st! Ich möcht' Dir's aber auch wünschen, daß Du sie finden thät'st!" Die Worte klangen in so scharfem Tp?tt, daß der Friedl einen Moment schier betroffen den hageren Burschen anblickte. Dann lachte er. ' Das wär' doch gerad für Dich der beste Gewinn, könnt' ich meine Augen nimmer brauchen!" meinte er lustig. Da könntest mir die Schönste wegfischen!" Aber der andere schüttelte den Kopf. Ei mein, einen jedm Fisch möcht' ich gerad' nicht an meiner Angel haben! Manch eii.tr thut, als hätt' er fest angebissen, und wenn man ihn aus dem Wasser herausholen willfchnellt er mit einemmal weg. Ja Du, mein, den kaltblütigen Vieherln ist nicht allemal zu trauen; und so ein Siebeng'scheU wie ich, der gibt sich mit so einem traurigen Fischen, bei dem nicht tid herausschaut, nicht ab." Und in ein überlautes, fast gellendes, GelächUr ausbrechend, wandte sich derVursche ab. Ter Friedl hatt: verdutzt dreingeschaut; er begriff die spottende Rede nicht so recht. Nun schob er sich durch die Umstehenden dem Franz nach und faßte ihn hastig und fest bei ememArm. Tu, soll das die Eine angehen, mn der Du mich einmal allein beisammen gesehen hast?" raunte er in fast heiserem Ton dem andern zu. Und was meinst denn damit? Der Franz blickte ihm. Plötzlich röllig ernst werdend, forschend in's Gesicht. Leise sagte er: Scheint mir fast, wenn ich Dich so anschau', als wenn Dich das Dirndl selber gelockt hätt' und nicht gerad' ihr Geld! Thät'st mir erbarmen, wenn's so wär'!" Der Friedl that dem Burschen fast wehe, so fest wurde sein Druck an dessen Arm. Red', ich kann Dich nicht verstehen!" sagte er. Red', aber lüg' Nickt." Unentschlossen starrte der ISurschc eine Weile in Friedls Gesicht, als erwäae er etwas bet sich, dann Mute er die Livven zu leisem Pfeifen und plöglich warf er den Kopf zurück, trat em wenig von Friedl fort und jagte dann halblaut: Na, so muß ich Dir's halt sögen! Aber nimm Dich zujammen, wenn's Dich etwa härter trifft, als wie dk da zu merken brauchen. Die Sela hat sich vorgestern Abends entschlössen, dem Weghofer die Ey' zuzusagen. Heut hat sie heimfahren wollen, aber der Weghofer läßt halt nicht nach, sie muß heut mit ihm und ihrem Vetter auf den Tanz gehen." Der Friedl zitterte an allen Gliedern. Er starrte dem Franz in's Geficht, als stünde der leibbaftiae Teufel vor ihm. Seine Hand war noch immer in den Rockarmel des Burschen emgekrampft. Jetzt auf einmal schüttelte er den Burschen hm und her. als wollte er demselben den Athem aus dem Leibe jagen. Das lügst halt doch! Damit Du über mich Deinen Spott treiben kannst! Gelt Du? Aber wenn Du mir nicht gleich sagst, daß Du Dir die Geschieht' zusammendenkt hast, dann schau zu Dir!" Zwischen den mit leisem- Knirschen aufeinander stoßenden Zähnen hatte er es hervorgestoßen in heiß erwachendem Grimm. Mit leichenblassem Gesicht stand er da und schaute brennenden Blickes den andern an, auf Antwort wartend. Und der andere gab die Antwort stumm, schweigend; er schüttelte verneiuend den Kops, zuckte die Schultern und blickte den Friedl halb verwundert, halb mitleidig an. Eine Weile verging so. Da ließ der Friedl den Arm des andern los, Zehrte stch um und ging davon, langsam und etwas vornüber gebeugt. Der trägt was davon bei der Sach'!" murmelte der Franz für sich hin, indem er jenem mit dem Blicke folgte. Ja, ja, die Weibsleut'! Was die alles anheben! Wenn ich eins wär'. so ein verflixtes Welvsleul' selber hätt' ich ein Grausen vor mir!" Den Friedl trugen seine File nur schwer und langsam vorwärts. Er wußte gar nicht, wohin er ging. Er fand sich nicht zurecht, sein Sinn war verstört über dem einen, daß die, zu der er eine übermächtige Lieb' im Herzen trug, falsch zu ihm gewesen. Vor zwei Tagen noch hatte sie vor ihm gestanden, lachend, plaudernd, in den Augen ein Leuchten wie von heißester Lieb' und heute, ah! heute sollte sie einem andern versprochen sein, sollte er kein Recht mehr haben, sie sehen, mit ihr reden zu dürfen! Das konnte ja gar nicht wahr sein! Aber der Mairbauern Franz hatte es mit voller Gewißheit ausgesprochen! Sela! Sela!" sagte er plötzlich laut und heftig vor sich hin in ausbrechendem 'Schmerz. An eine, die falsch war. sollte er sein Herz gehangen haben? Ermußte hin und sieselber fragen sie mußte ihm Rede und Antwort stehen. Ah! und eher glaubte er es nicht, bis sie selbst es ihm gesagt hatte! Und wenn es nicht so war, dann gnade Gott dem Franz! Wenn der Lump eine Lüge gesagt! zu seinem eigenen Gaudium, dann sollte er seine Glieder spüren drei Tage lang! Es zuckte dem Friedl in allen Fingern, seine Hände ballten sich kcampfhaft zu Fäusten und siedia friß

den 1. Oktober 1900.

schoß es iym in's jqun. lir suhlte den lodernden Zorn schon im Voraus, der ihn erfassen würde, wenn die Sache sich als eine Fopperei" herausstellen sollte. Und plötzlich ging es ihn an: es konnte ja gar nicht anders sein, eine Foppexzx" war es, eine dumme, abscheuliche Fopperei! Die Sela wie wär' es denn möglich, daß die Sela so sein könnte? Die Sela. das liebe, schöne Dirndl! Sie, die ihn so gern hatte, die wußte, wie arg er an ihr hing, und daß die hell: Freude in ihm aufjauchzte, wenn er sie zu Gesichte bekam! Die konnte das nicht thun, die nicht! Und da sah er sie plötzlich wie leibhaftig vor sich, hörte, wie sie Nein, nein, Tu dummer Friedl!" sagte, und da riß er sie an sich und drückte sie an seine Brust mit starkem Arm, und ein Jubel, ein Jauchzen quoll in ihm auf und brachte ihn schier von Sinnen ah! er halte ja sein Glück noch, er hatte es nicht verloren! ' ' Nicht? Der einsam und hastig auf dem Feldweg dahinschreitende Bursche schaute plötzlich auf wie verstört,' erschrocken ah! er war ja noch gar nicht dort bei ihr! Mit wachen Sinnen hatte er geträumt, wie es sein würde, wenn siö es als eine Lüge erkläre, was ihm der Franz gesagt. Und da er hielt ja gar die Arme vor sich hin, als wolle er Sela eben umfassen! So stark war sein Träumen gewesen. Er ließ die Arme sinkenssie zitterten heftig und den ganzen Körper durchrüttelte die heftige, heiße Leidenschaft. Ah! er hatte sie gern, gern wie er nimmer wieder etwas in seinem Leben gern haben würde. Und wenn er nur sckion bei ihr wäre, er brauchte ja gar nicht zu reden wenn er ihr in's Gesicht schauen konnte, da wußte er schon, wie es stand. Er stürmte plötzlich dahin, er wußte nichts mehr, sonst wie von ihr und seiner Lieb zu ihr , er wußte nichts mehr von dem, was Franz gesprochen; nur noch eine flammende. übermächtige Sehnsucht nach seinem schönen Dirndl war in ihm. X Einmal nahm ihm ein jäher Windstoß den 5)llt vom Kopf . er wußte nicht, daß er ihn verloren hatte, und ließ ihn liegen. Das Haar siel .ihm wirr in die Stirn herein; dieselbe trug oben, wo zumeist der Hut das Haupt bedeckte, einen schmalen, weißen, scharf hingezeichneten Streifen; eigenthümlich gut stand ihm dies. In Welten Sätzen sprang er dahin, gerade, als Ware einer dicht hinter ihm, der trjn beim Schöpfe packen wollte. Die alte Wiesingerin hatte eben ihren Kaffee getrunken und suchte nun die feinen Bröselchen zusammen, die neben der Tasse verstreut lagen. Da riß einer die Thür auf. ohne angeklopft zu haben sie hielt in ihrer Beschäftigung inne und starrte erschrocken hinüber. Was war denn das für ein Geselle, der so fein artig und säuberlich zur Thür hereinkam? Ja. Herrgott, 'leicht sollt' das der Friedl sein? Sie fuhr in die Höhe, die alte Frau ja, ja, der Friedl war es, ihre müden Augen täuschten sie nicht. Aber wie sah denn der aus? Rothund heiß im Gesicht, die Haare wild und wirr in die -Stirn hängend. Ist Deine Mutter verstorben, Friedl?" fragte die alte Auszüglerm hastig, besorgt, ehe noch der Bursche zu sprechen vermochte. Er hatte ein paar Schritte in die Stube hineingethan und blieb nun stehen mit schnell sich hebender und senkender, athemloser Brust. Er gab ihr leine Antwort auf ihre Frage. Wo ist die Sela, Godn?" stieß er hervor. Er hatte sich draußen im Flur schon umgesehen nach den Dienstleuten, damit er eines nach Sela hätte fragen können, aber er hatte Niemand bemerkt. Der Blick der Wiesingerin hing verwunderungsvoll an ihm. Die Sela? In die Kilch' ist sie, mein' ich! Nein, richtig ehevor ist sie noch in den Garten hinaus um ein paar Blümel!" Da war der Friedl schon wieder draußen. Nicht einmal V'hüt Gott!" hat er gesagt!" murmelte die alte Bäuerin vor sich hin. Was ist's denn mit dem? Was will er denn von der Sela?" Sie ließ sich wieder auf ihren Stuhl nieder und versank in stilles Grübeln. Unterdessen hatte der Friedl schnell das Haus umschritten; er riß das kleine Thürchen auf, welches den Eingang zu dem langhingestreäten Garten verschloß. Dicht bei dem Eingang standen hohe Sonnenblumen; sie senkten' wie traurig die schweren BlüthenHäupter und manchmal zitterten im Windhauch die schwanken Stengel. Verschiedenfarbige Stiefmütterchen wuchsen dicht zu Füßen dieser Stengel; sie erdlühten in so reichem Flor, als erbarmten ihnen die hohen, ach, so kahlen Gesellen, die daneben aufragten, und als wollten sie dieselben schmücken. (Fortsetzung folgt.) ProfesorDr.' Backhaus, Director des landwirthschaftlichen Instituts der Universität in Königsberg, läßt in der Nähe der Stadt eine Musterwirthschaft einrichten, in der die neuesten Errungenschaften der Technik vertreten sein werden. Die Hauptrolle dabei wird der Elektricität zufallen. Der ganze Gutshof mit Einschluß der Arbeiterwohnungen erhält elektrische Beleuchtung und die Anlage ist so berechnet, daß auch an die Nachbarn Strom abgegeben werden kann. Ferner wird man mit Hilfe der elektrischen Krast einen Pflug, eine. Dsch- und eine Häckselmaschine sowie eineSchrotmühle und sonstige Maschinen in Beveguna seden.. .........

äglicher Marktbericht.

Viehmäkt. Indianapolis Union Viehhöfe, 18 Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und aufwärts' $5.25 Gute bis mittlere Stiere 1350Pfd.und aufwärts 4.65 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd ' -4.75 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Vsd. Stiere.... 4.15 Mittlere ins gute Stiere - 900 bis 1100 Pfd.... 4.25 Gute bis gewählte Rinder. 3.00 Mittlers bis gute Rinder. 3.25 Gewöhnliche leichte Rinder 2.75 Gute bis gewählte Kühe.. 3.60 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis fancy Export Bullen 3.75 .Okt. 5.75 5.25 5.15 4.50 4.C0 4.50 3.50 3.15 4.25 3.50 2.75 6.75 5.25 4.00 3.C5 3.25 40 25 Gute bis gewählte Schlää) tcr Bullen 3.40 Gewöhnliche bis gutcBullcn 2.50 Gute Kühe mit Kalb $30 GcwöhnlichcKühc mit Kalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lcre und schwere $5.10 Gemischte u. schw.Packing 5.00 Gutc.bis gewählte leichte 5.05 Gewöhnliche leichte 4.85 Pigs 4.00 Roughs...... 4.50 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 5.25 5.12 5.15 5.00 5.85 4.85 4.75 4.35 3.50 3.00 3.75 3.00 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute bis gewählte Schafe 3.1!5 Ordinäre bis gute Schafe 2.75 stockcrs 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Psirsiche, 90c $1.50 per Bushel. Citronen, $4.50 für 300360. Acpsel, $2-$3 per Faß. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-Lc per Pfund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per Hundert. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 'Qt. Case. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 12c; Delaware und Niagara, Crate von 4 Körben, 12c Birnen, hieng, 75c per Bushel. Cranberries $2.25 per Vushel Crate. Quitten, $1.00 per Bushel. Gemüse. Kraut, 75c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate; rothe Globe 50c per Bushel ; weiße Globe $1.75 per Faß. ' Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Kartoffeln, 1.35 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, Lc mehr. Süßkartoffeln-Jersey $3.00 per Faß. Baltimore $2.00 per Faß. SommerCelery, 15c per kl. Bunch. Tomatoes, einheimische,. 75c per Bushel. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere z-7ic; hiesige Stiere 8-8; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund lU-lic; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6fc; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Vor derviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5c; Kuh Hinterviertel 84c. Frisches Kalbfleisch KälberlOc; Hinterviertel 12c; Vorderviertel 8c. Frisches Schaffleisch Lämmer per Pfd. 9ic; Schafe 8c; Schenkel 10c; Racks. kurz, 16c. Frisches Schweinefleisch. Loins lose 12c ; Cottage Schinken 8f c ; gehäu tete Schultern 8c, frifche Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, lOc ; Tender loins 17c ; pare Ribs 6c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund llc; 15 Pfund HHc; 12-10 Pfund 12c; Zweite, Qualität 20-18 Pfund lOjc; 15 Pfund 11c; 12 Pfund 115c; 10 Pfund llc Californifche , Schinken 6 bis 8 Pfund Sie; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer Englrfh Cureo 15c; gewählter Sugar Cured 14$c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 14c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 13c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 13$c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 13c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 10c; KlareSeiten, 30 bis 40 Psd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 11c; 'Klare Bellics, 25 bis 30 Pfd., 10c; 18 bis 22 Pfd., 10c; 14 bis 16 Pfd., Ilse; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 10c; Rücken 12 bis 16Pfd., lozc; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., Ilse. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt c; 16 Pfund im Durchschnitt, 9; 10 bis 12 Pfund 9c ' Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen loses Fancy Pig L20.00; Klares Bean 18.50; Family 17.50; Short Clear 16.50; Rumpf 16.50.

gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. Sets, 11c; Außenseiten 8c; Innen feiten 13c; Knöchel 13c. Schmalz, in Ticrccs, 1.- Qualltat 9c; 2. Qualität 9c; 3. Qualität 9c. . Würste, Geräucherte Bratwurst 8c; Frankfurter 8c; Wicncrwu.st 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Tärm?n 64 c, in Tuch 6jc. Butter, Eier und Geflügel.' Händler befahlen folgende Preise : Butter, frifche, 12c Eier, 14c per Dutzend. Hühner 7c, Spring Chickens 7c Pfd. Türken Hennen (je. iiinnc 5iäkme 5e.

alte. Hähne 4c; Einen 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 pcr Dkd. Fische, Austern und Wildpret. HandlcrPreise: Clams Little Recks 75c pcr 100. Hummern 25c pcr Pfund. Austern BcsteBaltimore odcrStand ards, $1.00 pcr Gallone; beste Balti timore Selects, $1.10 per Gallone: New Pork Counts, $1.00 pcr Hundert; Nett mxl Willis, 70c per Hundert: Blue Points in Schalen, 75c per Hundert. Au'tern in Kannen Rcw Bork Counts 35c; I. S. F. & Co. Selects 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. K. 18c; R. 15c. See-Fische. Knochenlose Öärinae 7c: Häringe 4c; Perch 5c; Wcifn'isch 9$c; er Forellen 94c; Acd Snappcr 84c; Kcnnebec Hechte 15c; Blaufische 10c; Halibut 15c; Stockfisch 8c; Haddock 8c; Catnch 10c; No. 1 Pickcrcl 94c; 9o.2 Pickere! oder Blue Pike 6c; Black Baß 15c. rtfHFifft f 1 r.no v tm.v. u,vnry1""1 's-i.uu v- im. a Getreide. Wcizcn-Ro. 2 rother 75c auf den Geleisen. 75c von der Müble : Ro. 3 rother 71-73c; Oktober 75c auf, den Geleljcn; üU5ascnwelzcn 7zc. Korn-Ro. 1 weiß' 42c; Ro. 2 weiß 42c; Ro. 3 weiß 42c; Ro. 4 weiß 39-41c; Ro. 2 weiß gemischt 41c; Ro. 3 weiß gemischt 41c; No. 4 weiß gemischt 38-40c; No.2gclb 42c; No. 3 gelb 42c; Ro. 4 gelb 38-40c; No. 2 gemischt 41c; No. 3 gemischt 41c; Ro. 4 . gemischt 38-40c; an Kolben 41c. Hascr-No. 2 weißer 24c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gemischter 22c; No. 3 gemischter 21c Heu-altes No. 1 Timothy 12.50 12.75 No. 2 Timothy 11.50-11.75. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhn!, bis guter 12c 18c; prima bis gewählter 20-22e. Fancy 26-27; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packeten: Anosa $12.75, Lion 11.75, Jerset, 12.75, Caracas 12.25, Dillworth's 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blended Java 11.75. Groeeries. Zucker Dominoes 6.32c; Stückzucker 6.47c; pulversirter 6.17c; pul verisirter 6.22c; Standard granulirter 6.07c; seiner granulirter 6.07c; granulirter in 5 Pfund Säcken 6.17c; granulirter in 5 Pfund Cartons 6.17c; extta seiner granulirter 6.17c; Cubes 6.22c; Mold A 6.22c; Confcctioners'A 5.87c; 1 Columbia A-Keystone A .567c; 2 WindsorA-AmericanA 6.62c; Z Ridgewood A-Centennial A. 5.67c; 4 Phönix A-Calisornia A 5.62c; 5 Empire AFranklin B 6.57c; 6 Ideal Extra Golden C-Keystone B 5.52c; 7 Windsor Extra C-American B 5.42c; 8 Ridgewood extra C-Centennial B 5.22c; 9 gelber extra C-Calisornia B 5.17c; 10 gelber C-Franklin extra C 6.12c; 11 gelber-Keystone extra C. 6.17c; 12 gelber-American extra C 6.12c; 13 gel-ber-Centennial extra C 5.12c; 14 gelber rri'.Z -1-- fr r --. . rr. iaiijorma exira vs. o.izc; 10 gcioer 5.12c; 16 gelber .5.02c. Eingemachte Früchte Blackberries, 3 Pfund, 51.10; Peaches Stand. 3 Pf., 52-2.25: Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie tzl.40-1.50; Ananas, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See onds, 3 Pfund, $125-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund'Kannen, $1; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zucker korn fcOc tzl.40; Apfelbutter, per Dukend, 3 Pfund, 95?. Käse. Engros Verkaufspreise, Jmportirter Schweizerkäse 27c pcr Pfund; einheimischer Schweizerkäse 17c; Wisconsin Crcam Käse 10c-12c; New York Cheddars 12c; einheimischer Limburav 12c; Brick 13c. Kohlen. Tonne H Tonne Anthracits $7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4.00 2.15 Pittsburg'. 4.00- 2.15 Raymond City 4.00 2.15 Winifrede....: 4.00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhrig 3.50 1.90 Brazil Block... 3.50 1.90 Green County 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Slack 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Lump Coke 11c per Bush. $2.75 per 25 Bushel. $1.50 per 12j Bushel. Zerkleinerte? Coke 13c perBu. $3.25 per25Bu. $1.75 per 12 Bu.