Indiana Tribüne, Volume 24, Number 26, Indianapolis, Marion County, 14 October 1900 — Page 7

JttpskNlt! Trivttnc, Sonntag, 14. Octobcr 1900

ZGiijlzMWHr

von INDIANAPOLIS, Lebensversicherung. New Pork Life Insurance Company. H. Bamberger, Sp. Agent, 200 Jndiana Trust Building. American Central Life nf. Co.. 8 Oft Mar. ket Str. C. B. 'Martinlale, Präs. Capital $200,0u0. Pianos und Musikalicn. Carlin k Lennor. 59 Cft Market Str. LandVirthschaftliche Geräthe u. Wagen Holten W. B. Mfg. Co.. 339 Oft Wash. H. T. Conde Jmplement Co.. 27 N. Capitol Ave. Winter k Hummel, 221 3jJ. WaZhingtcn. Zuckerwaaren (Wholesale). Tagzett k Co.. 18 Wft Geirgia Ctr. Schnittwaaren. Murphy. Hibben & Co.. 133 S. Meridian. L?avens & Geöoes Co., 200 Z. Meridian. Grundeigenthum und Versicherung. Spann. John Z. k Co.. 80 Cft Market. Feucrvcrsichcrungsgesellschaften. Jndiana Insurance Co.. Chas. Schurman. Präs.; Thos. B. fiinn, cecretär. Eisen- und Blcchwaarcn, Gewehre. Layman k Carey Co.. 111115 3. Maib. Leber, Treibriemen, Packmaterial. Hide, Lcather k Belting Co . ' 227 Z. Meridian Str. Wundarztl'iche Instrumente. W. 5). Armstrong k Co.. 224 S. Merio'.an. Pumpen, Wasserleitung, Fahrzcnk'.:. Ccmstock & Cocnse Co., 371 2. Meridian. Obst und Produkte Commission. qcn:& k Co.. 2224 Telaare Ziz. Jcc Crcam. rjurra!, N. W.. 212 N. PcnnZylrania Str. Bauholz. Cc!::rn. 5?enrn. C'eorz'.a 2tr. Wcißblcch. :ar.ner & Sullivan. 210 3. Meridian 3it. Putzwaaren. sjcljnic!) k MiFrca, 240 Z. Meridian 3tr. Bäckereien. Tl?e arrett k Tag?art Bakery. Tel. 8C0. SErr.cc's akcry, 14 Cft 3outh 3tr. H ite. Handschubc etc. fccirtriiicn, Lcsler k Co.. 131 3. MeriU:n. Eisen- und Schmied evaarcu. Venncgut Harducrc Co.. 120124 Oft Vashinzton Z:z. Eiseu und Stahl. holliday..W. I. k Co 107 3. Meridian, Kutschen und Reparaturen. Äobbinß. Jrvi k Co.. 32 Oft Georgia 3t:. Spiele und Spiclwaaren. Mayer. Charles k Co., 29 W. Washwgcn. Trugzisten (Wholesale). Indianapolis Trug Co., 21 Q. Mailand. JBcrD Bros. Trug Co.. 120 3. Meriviau. Sagen und Werkzeuge. E. C. Atkins k Co.. 402410 3. JLincis. Trust-llomvagnien. Jndiaa Trust Co. k 3afcty 5?au!t. Safe Tcpostt BaultS. Zzletchcrs Zac Tercsit. 3" Ost -Rashi-.L!on. Voxes und aufwärts. Samcndändlcr. fcnntißatcn k av, 130 Oft Market. Schuhe uud Stiefel (Wholesale). W. T. Cooper Zhct Co.. 127 5. Meridian. Henörickz. $ancc Co., 215 Z. Meridian. Banken. The Capital National Vank. 23 S. Meridian ttr. M. B. WilZon. Präs. 53. X. Churchman, afsirer. Leichenbcstötter. Orittftewcr Bros., 522 Oft Market Str. Farben, Oclc und Glas. The A. Vurdsal Co.. 102 3. Meridian Str. Indianapolis Paint & lsolor Co.. 240243 Massachusetts Ave. Erocers (Wbolesale). 6eo. W. Ztout, 207 Z. Mc'idn Str. Lriukmkycr, Kuh k Co.. 211 S. Meridian Str. Severin & Co.. 51 E. Meridian 3tr. M. O'Cn5r k Co.. 47 3. Meridian Str. I. (. 3513 k C., 2k SB. Eeorgia 3tr. 206 Ost McCarty-Str. Svrechstunden: 8 bis 9 Uhr Vorm.; 2 bis 3 Uhr Nachm.-, 8 bis 9 Uhr Abds.z Sonntags von 3 bis 9 Ubr Vorm. und 7 bis 8 Uhr Abends. Telephon 1446. 31 Süd Illinois Str. Thomas Oorine Eigenthümer. Lie besten Weine ttttd Cilzarrcn. StetS ein guteA GlaS Bter. t& Zitvorkommende und reelle Bedienung V. GrIERKE, Teutscher : : Buchbinder, Gl Süd Tlaare Str.. (Hiaterhaui.) Hrr E. Pillkvana. I? Süd Alabama.Straze nimmt für 'S LeslkUunkea entgegen. I0lM 17. wnmMm, Deutscher Advolat, Jler 1006, Stevensy OebSud 5c!:p?, (alt) ST

TO I 0 Dr. I. Zsuhlcr,

mg

mm,

per Elcsanl. Humoreske von Anna. v. Krane. Muh denn das Weibszeug überall dabei sein! schimpfte der lange Dietrich und fuhr wüthend mit dem Spachtel auf der Palette herum. Mein Gott, du kannst doch nicht alles für dich allein haben, bemerkte Felix Dörmer, indem er seinen Bleistift spitzte. Solch eine schöne Menagerie wie diese kommt nicht jeden Tag hierher. und nicht jeder Besitzer ist so liebenswürdig, das unentgeltliche Abzeichnen seiner Thiere in den Morgenstunden zu gestatten. Ein Löwe brüllte hier verständnißinnigen Beifall. Das ist ja ganz gut für uns Maler, meinte der dicke Hainer. während er seiner Affenstudie ein Glanzlicht aufsetzte, aber was die Weiber dabei sollen, ist mir unerfindlich. Es müßte ihnen polizeilich verboten werden! rief der blJndgelockte Meier, für gewöhnlich Minnesänger" benannt. Weiber dürften keine Thiere malen. Laß sie Blümelein schaffen, wenn denn durchaus geschmiert sein muß, aber keine großen, freien, wilden Thiere! Ho, Minnesänger! Frei im KaM Sei still. Felix! Mit dir ist's nicht richtig, fiel Dietrich ein, du bist in die kleine verliebt! Und dabei hat sie kei nen Heller, du solltest dich wirklich schämen! Er brach ab, denn sein Freund sah ihn ein bischen scharf an. Ich bin derKlemen artig, sagte Felix dann in nachdrücklichem Ton, um Tante Julens willen, der ich viel Dank schulde, und ihr hättet es auch nicht gerade nöthig, Tante Jule zu mißachten, denn sie hat uns allesammt schon aus mancher Klemme geholfen! Gegen die Alte sind wir ja auch nicht, lenkte der Minnesänger ein und setzte sich behaglich auf eine große Kiste mit Luftlöchern, die neben ihm stand, der kann man es schließlich nicht derwehren zu malen, da sie doch keinen Mann mehr kriegt! Sie hat auch ihre guten Seiten, freilich! Besser wäre sie aber immer Haushälterin geworden. . . Als uns Männern Concurrenz zu machen! fiel Dietrich giftig ein. . Hainer lachte so recht collegial: Ja, ihre Bilder gehen besser als die deinen! Und als die deinen! erwiderte der Angegriffene, der Minnesänger aber docirte weiter: 'S ist einerlei! Sie sollte kein junges Weibszeug mitbringen, das kein Geld hat und auf den Männerfang ausqeht! Das verdirbt alle Gemüthlichkeit. Seit wann, fragte Felix in spitzem Ton und deutete nach der entferntesten Ecke der großen Menagerie, in der man neben einer älteren Dame ein zierliches Mädchen sah, das eifrig zeichnete, seit wann ist die Kleine auf den Männerfang aus, oder seit wann neigt Tante Jule zur Kuppelei? Höhere Töchter gehören in die gute Stube! brummte Hainer, und Dietrich meinte: Sie sind nur zu ertragen, wenn sie ungefähr dreißigtausend Mar! jährlicke Rente haben! Und Herrn Dietrich damit beglücken! fügte der Minnesänger hinzu. Seine weitere Rede wurde durch einen Menageriewärter abgeschnitten, der hinzutrat und artig sagte: Bitte, mein Herr, sich einen anderen Ruheplatz auszusuchen! Sie sitzen nämlich auf dem Be-. hälter unserer Riesenschlange und nehmen ihr die 9"" er Angeredete derließ seine:? o, . einiger Plötzlichkeit und bemerkte mit stillem Grauen, daß sich der Kistendeckel ein wenig zu heben begann. Es ist elf Uhr! Gleich kommt der Alte zur Eorrektur! , sprach der blasse Hessing. der sich bisher schweigend seiner Arbeit gewidmet hatte. Er malte denElephanten. der auf einer Platform in der Mitte der Menagerie angefesselt stand. Der Hinweis genügte. Alles schwieg und vertiefte sich in seine Arbcit. Nun. mein Kindchen, gefällt dir die Geschichte immer noch? fragte Tante Jule das junge Mädchen an ihrer Seite. Bist du es noch nicht müde geworden, täglich hier heraus zu pilgern ::nd in der zweifelhaften Atmosphäre einer Menagerie zu zeichnen? Gewiß nicht, liebstes Tantchen! Ich finde es reizend hier! So originell, so wenig philisterhaft! Und dann weißt du ja, daß ich wirklich arbeiten und etwas lernen will! Nun. dann ist's ja gut! Zeig', mal dein Skizzenbuch her. Hm hm dein Löwe sieht noch ein wenig wie ein großer Pudel auS! Ja. Tantchen, das kommt davon, weil ich den sanften Kunibert hier zum Modell habe, statt den schönen Soliman drüben, den Herr Dietrich gepachtet hat: Soliman. dreijährig. Löwe aus der Berbern, in voller Wildheit drrssirt! wie unser guter Freund, der Thierbändiger, in der Nachmittagsvorstellung sagt, lachte Tante Jule. Freilich, der arme Kunibert hier hat eine gewisse Aehnlichkeit mit einem Pudel, aber ein kompletter Pudel ist er trotzdem nicht, das muß geändert wcrden sieh mal her. Anneliese so muß es sein! Die alte Malerin setzte einige Correkturen in die Zeichnung und wandte sich dann wieder ihrem Eisbärenmodell zu. während ihre Schülerin den sanften Kunibert wieder auf's Korn nahm, der sich gähnend die Pfoten leckte und sich auf's gutmüthigste von seiner Gefahrtin mißhandeln ließ. Die Löwin liek tu fortwährender Unruhe im Zwinger hin und her und sprang über ihn und trat auf ihn ohne Rücksicht. Sie starrte unverwandt nach dem schönen Soliman hinüber und stöhnte von Zeit zu Zeit wild und schmerzlich auf, was der große Löwe durch ein tiefes, rollendes Gebrüll erwiderte. Eine Menschen komödie im Thierkäfig! j2iäiiic. Sofa jäSL jcirn am

diges Fräulein? fragte Felix, der plöfc lich hinter den beiden Damen stand. Durchaus nicht! Das gehört dazu! Ich muß mich an alles gewöhnen, denn ich will wirklich arbeiten. Er sah lächelnd auf die weißen Fingerchen, die einige Bleistiftspuren zeigten. Müssen Sie denn arbeiten? fragte er theilnehmend. Sie wurde roth, und es that ihm leid, diese unzarte Frage gethan zu haben. Sie enthob ihn aber der Berlegenheit, indem sie nach vorn deutete und rief: Sie versäumen Ihre Eorrektur, der Professor ist da! Felix lächelte. Ich bin schon seit längerer Zeit selbstständig und bemühe keinen Professor mehr, wie die dort drüben. Mache ich Ihnen übrigens einen so schülerhaften Eindruck? Ach nein. Aber die andern sehen so alt und frech aus, da dachte ich, weil Sie.... Nun, weil ich gnädiges Fräulein? Nun, weil Sie artig und freundlich sind und nicht frech, daß Sie noch ein Schüler wären. Danke, ich brauche keine Fuchtel, um manierlich zu sein. Das lehrt mich mein Mütterlein, das für mich sorgt und mir die Stirn glatt streicht, wenn ich s?e zu schlimm falten will. Die großen braunen Augen in dem blassen Gesicht des Mädchens leuchteten auf. Ah. Sie haben eine Mutter! sagte sie in einem Tone, der es überflüssig erscheinen ließ, daß sie hinzufügte: Ich habe keine. Sie starb so früh. Felix machte ein mitleidiges Gesicht. Ja, ich habe eine Mutter, wiederholt-: er, und das sagte ganze Bände. Die beiden jungen Leute schwiegen plötzlich und sahen sich an. Sie waren beide hübsch und jung und lieb. Ein Sonnenstrahl, der durch das Leinwanddach der Menagerie fiel, spielte mit seinem blonden Schöpf und warf röthliche Lichter in ihr sanftes, dunkles Haar, das sich dem Köpfchen so weich anschmiegte. Tante Jule drehte den Rücken und zeichnete mit Feuereifer. Kunibert gähnte und Kunigunde lief herum, daß der Käfig dröhnte; die beiden aber waren gar nicht mehr in der Menagerie, sondern standen im Geist auf einer Blumenwiese im Paradies, und um sie war alles eitel Sonnenschein. Der Professor drüben hatte in der Zeit seine Correctur beendet und ging fort. Er war grob gewesen, hatte von mangelnder Aufmerksamkeit, mittelmäßiger Arbeit und Versäumen der guten Gelegenheit gesprochen. Seine Schüler blickten ihm mißmuthig nach. Daran sind allein die verwünschten Frauenzimmer schuld! eiferte Hainer. Dörmer hat es auch gerade nöthig, da noch den Liebenswürdigen zu spielen. Alle Arbeit geht zum Kuckuck! brummte Hessing und fuhr sein Elephantenmodell an: Ruhig Beest! Rechtsum! Dabei gab er ihm einen Schlag mit dem Malstock über den Rüssel. Das Riesenthier fauchte, trat jäh zurück, daß seine Kette rasselte und warf den Rüssel in die Höhe. Vorsicht! ricf der Minnesänger, der ist eben in keiner Scherzlaune! Mach ihn nicht böse, er hat sein Bier gekriegt, weil heute früh Schulbesichtigung war und er seinenLohn für seine Kunststücke fiaben molltek So so! machte letricy vor stcy rnn. Ja, für Bier thut er alles, schließt die Kette auf, die ihn hält, steigt auf vier Stühle und schießt Pistolen ab. Also er kann seine Kette aufschließen? Dietrich sah sich prüfend um. Es ging gegen die Mittagszeit, und die AZenagerie war ganz leer, weil das Personal seine Mahlzeit hielt. Ein Aufseher allein rekelte sich am Ausgang und schien jeden Augenblick einschlafen zu wollen. Jumbo. der Elephant, aber rasselte fortwährend mit der Kette, ldie um sein linkes Hinterbein geschlungen war. nahm Sand in den Rüssel und bli:s ihn um sich, stampfte den Voden, kurz, er benahm sich höchst ungebärdig. Er sieht den Cchlüssel zu seiner Kette, der hier hängt, bemerkte Hessing, und er weiß, daß er bald frei sein wird, um das Wasser für die Thiere herein zuschleppen. Dietrich hörte wenig auf die nun folgende Beschreibung, sondern übersah nochmals das Schlachtfeld. Er hatte einen großen Plan im Kopf. Der einzige Ausweg der Menagerie lag hinter ihm. Vor ihm schloß das leichte Gebäude mit dem Eisbärenzwinger und dem großen Dressurkäfig ab, der Kunibert und Kunigunde beherbergte. Es gab dort keinen Ausgang und der Raum war ziemlich schmal, da einige Schranken für das Publikum erster und zweiter Klasse gezogen waren. In dieser Sackgasse standen die beiden Damen mit Felix, der jetzt eifrig in Annaliesens Slizzenbuch blickte.. Dietrich lächelte schlau. Diese Eindringlinge sind wir bald los! sagte er und steckte den Schlüssel zur Fußkette mit einer blitzschnellen Bewegung in den Rüssel des klugen Eliphanten. Der grunzte befriedigt, drehte sich um und schloß höchst gewandt seine Kette auf. Dietrich Mensch! Was hast du angestellt! riefen d:e andern und iahen sich nach einem sichern Versteck um. Ach was, der thut ja nichts! Er soll

nur die Weiber ein bischen erschrecken! !Dann sind wir sie los! Marsch. Jumbo! Rechtsum! ; " Der Koloß, gewöhnt, einem besehlenden Menschlein zu gehorchen, drehte sich nach der Sackgasse hin und stampfte langsam seines Weges, während die Maler nach rechts und links zur Seite stoben. Achtung! Der Elephant! schrie der Minnesänger, dem es doch ein weniq ! schwül zu Muthe ward. Die drei in der Sackgasse sahen auf. Da kam das ! ungeheure Thier in dem engen Gang j auf sie z j, mit Schritten, unter denen die Erde bebte. Sein Haupt mit den i hiesigen Ohren und den Leiben Stoß-

s

zahnen berührte .fast die Decke, den Rüssel hatte er zurückgeworfen und ein schrilles Trompeten kam aus seinem Rachen. Dabei kein Raum rechts oder links zum Entfliehen! Allmächtiger Gott! Tan!e Jule verschwand unter dem Eisbärenkäfig, dessen Insassen ein wildes Geheul aufschlugen. Rettet euch! Schnell, Annaliese, unter den Löwenkäfig, schnell! Aber die arme Kleine stand wie erstarrt! Das Entsetzliche war zu jäh gekommen! Sie konnte sich nicht rühren, keinen Schrei ausstoßen, sie sah nur den gräßlichen Rüssel, der sie packen würde, die säulengleichen Beine, die sie zu Brei zerstampfen würden, und sie konnte nur die ßände falten und ein mattes: Barmherzigkeit! hervornspeln. Da sprang Jemand zwischen sie und das Ungeheuer, und eine ruhige, feste Stimme befahl: Rückwärts, Jumbo! Das Thier stützte und blieb stehen. So brav so schön zurück! zurück! Felix erhob beide Arme. Der Koloß gehorchte widerwillig. So schön! Brav sein! Der junqe Mann fühlte in seine Tasche. Gottlob, er hatte die Zuckerstücke noch, die er für die Affen mitgebracht hatte. Er gab dem Elephanten davon, indem er ihn immer nach rückwärts dirigirte. Zu gleicher Zeit stürzten einige Wärter, von der Wache benachrichtigt, herein, allen voran der Elephantenhüter, der sich den Mund noch vom Essen abwischte, und nicht schlecht über die Schw..... schimpfte, die ihm die tollen Maler angerichtet hätten. Mehr sah Annaliese nicht! Als sie wieder zu sich kam, saß sie auf derErde, von Felix gestützt, der ihr Wasser anbot und sie zärtlich fragte, ob ihr der Schrecken nichts geschadet habe. Der fürchterliche Jumbo war aber längst wieder angekettet, wahrend zwei Warter mit vereinten Kräften Tante Jule unter dem Ei-bärenkäfig hervorzogen und das übrige Personal um den Menageriebesitzer geschaart stand, der seinen rothen Türkenfez schief auf dem Kopf hatte und wüthend in die Maler hineinschimpfte. Man hörte nur Schlagworte wie: Dummejungenstreiche, Schadenersatz, fahrlässige Tödtung. Polizei und Staatsanwalt! herüberschallen. Da hinter dem schimpfenden Herrn der Löwenbändiger, die Dame, die mit den Wölfen arbeitet", die Frau Directorin und vier handfeste Wärter standen, erfolgte auch keine Gegenrede auf seine Strafpredigt, und Felix konnte die beiden zitternden Damen ruhig nach Hause führen. , Dietrich hielt es doch für besser, sich in den nächsten Tagen nicht in der Menagerie zu zeigen. Der Zufall kam ihm zu Hilfe, denn die Pfingsttage nahten heran, und er konnte die kurzen Ferien zu einer Studienreise benutzen. Als er zurückkam, traf er die Freunde in der Stammkneipe. Sie begrüßten ihn mit einem Lächeln, das ihm auffiel. Na, Elephantenbändiger, sagte Hainer, wieder im Land? Hast du nichts von zudringlichen Weibern auf dcrNlise zu leiden gehabt? erkundigte sich der Minnesänger, und Hessing sagte vor sich hin: Dreißigtausend Mark Rente muß sie haben. Dietrich lachte gezwungen: Laßt doch die Spasse! Die dumme Geschichte ist ja vorbei! Erzählt mir lieber etwas Neues! Das können wir auch! Dörmer ist mit der kleinen Annaliese verlobt! Weiter nichts? Das war ja zu erwarten! Ja! Aber es gehört noch eine Geschichte dazu! Wird nicht sehr interessant sein! ' O doch, in einer Art! Also dieKleine, die wir für eine Waise hielten, hat noch einen Vater, der in Amerika lebt, während er sie zur Erziehung hierhersckickte In Amerika oy! Ja, in Amerika, und da hat er sich hübsch viel Geld zusammengeschrappt, was aber die Klein: nicht verrieth, weil sie nicht um's Geld geheirathet sein wollte! So 'ne Gans! Hm, Ansichtssache! Hainer schob die Thonpfeife in den andern Mundwinkel. Jetzt ist die Geschichte aber herausgekommen, und der Felix kann sich gratuliren! Der kriegt mehr als dreißigtausend Mark jährlich! Donnerwetter! Dietrich setzte sein Bierglas hin. Ja, ja, nickte der Minnesänger, der hat jetzt ein Herrenleben! Zuerst wollen si nach Italien, bis die Villa mit Atelier fertig ist. Ob er uns später einladen wird? sprach Hessing nachdenklich. Na. warum nickt? erwiderte Hainer.rolr haben doch den Elephanten nicht losgelassen Nein, wir nicht! sagte derMmnejänger, und schließlich war das Vieh doch der Heirathsstifter! Die Drei nickten und rauchten still vor sich hin. He, Dietrich, wo läufst du denn hin? riefen sie plötzlich. Aber der war schon über alle Berge. Im Abgehen murmelte er nur für sich hin: Konnte die dumme Gans denn nicht sagen, daß sie Geld hat?! Dann wäre der Elephant allerdings an der Kette geblieben! Kritisches., Haben Sie ! schon gehört, daß Schumm und Strack j einen abendfüllenden Schwank Der . Friedenskongreß" geschrieben haben?" , Das lst lern Heldenstück, aus erner o mödie einen Schwank zu machen!" Unterschied. A.:AlsFrau Franke no-ch arm war, sagten ihre Bekannten, sie wäre ein fürchterliches Klatschmaul; aber seit sie reich ist " B.: Na, was sagen sie denn jetzt?" 2s Sie meinen, sie besäke eine ' glänzende Unterhaltungsgabe!" .

ES regnet.

Von AlfonS Watzlawik. Der Hans und 's Lenerl haben sich grausam gern g'habt. So oft s' aber bei'nand' war'n, hab'n s' g'stritten auf Leben und Tod. . Hat der Hans Ja g'sagt, hat sie g'wiß Na g'moant und wann s' zehnmal Unrecht g'habt hätt'. Am Sunnta san s' immer mitanander spazieren 'gangen, denn nach'geben hat Oans do' immer, und auf den Spaziergang haben sie sich d' ganze Woch'n scho' immer g'freut. 'n Samsta' hat 's Lenerl scho' allweil zum Himmel auffig'fpeanzelt und hat in der G'hoam 'n Petrus a' großm'ächtig's Wachsherzl versprochen, wann er's schön liaßet. Der Samstag' is wieder amol kemma. Was moanst", fragt 's Lenerl 'n Hans, werd's morgen schön bleib'n?Beileib nöt", sagt der Hans und schaut zum Himmel, als thät' er was davon versteh', morgen werd's regnen!" Schön bleibt's", trutzt 'sLenerl und siampft mit 'n Fuaß auf. Was versiehst denn Du?" Regna wird's", sagt der Hans, und blitzen und dunnern dazu!" Und wetten thaat' i', daß morgen schön bleib! " Gilt schon", lacht derHans. Wett'n ma! Um was soll's denn geh'n?" Um was D' willst!" Guat is's." sagt der Hans, morgen um a' sexe sag' i' Dir, um was 's geht!" Der Sunnta Zs kemma und schön war's, wie scho' lang nöt an dem Tag. Am Na'mittag is 's Lenerl kemma; bildsauber bat s' ausg'schaut in ihr'm ncuchen Kleidl. und ihre lustigen Aeuaerln haben so g'funkelt vor Freud', daß dem Hans ganz warm um's Herz wor'n is. Koans bat 'was vom Wetter g'redt. Stad san s' alle Zwoa im Wald umananda 'ganga. D' Vözerl haben g'sunga, d' Blattln haben g'rauscht und dem Hans und der Lenerl is ord'ntli' entrisch z' Muath g'wen. Z'erscht san s' neben anande? 'ganga; wia aber Weg enger wor'n is, haben s' enger z'sammrucken müassen. und ganz hamli', als derfat's a' Zufall sein, hat der Hans auf amol 'm Lenerl sei'Hand erwischt und nimmer loslassen; g'mirkt hat's es scho', roth is aa' wor'n, aber g'sagt hat's nix und weg'zog'n hat's d' Hand aa' nöt. Unter an' schön' Kcstenbaam haben sie sich alle Zwoa niederg'setzt. Du Hans", fragt auf amol 's Lenerl. was hast denn, daß D' gar so stad biit?" Weil's wahr is", moant der Hans. An größer'n Pechvogel als mi' werd's wohl nöt geben. Wann i' scho' amol bei aner Wett 'was z'g'winnen hätt', was mir a' damische Freud' machet, wird g'wiß der schönste Tag!" Na und is Dir denn gar so d'ran g'leg'n, daß D' g'winnst?" fragt 's Lenerl. ' Lenerl, wann D' 's müßt', waZ i' mir g'wünscht hätt', thaatst nöt so fragen" ... A' Weil' war'n s' wieder stad. Da zupft 's Lenerl 'n Hans beim Aermel. Hans", sagt's ganz hamli', was hätt'st Dir denn g'wünscht?" No, jetzt, wo i' eh' verlor'n hab' kann i' Dir's ja sagen", seufzt der Hans, wann i' g'wunna hätt', hätt'st mir 's erscht' Bussel geben müassen!... Glaubst jetzt, daß i' a' Pechvogel bin?" G'sagt hat 's Lenerl wieder nix, aber roth is wor'n als wia a' Rosen. Da is auf amol a' Windstoß daher kemma und hat die Zweig' vom Kestenbaam 'beutelt als wie der Schullehrer seine Buam, und wia d' Schneeflocken san d' weißen Blüah' in der Luft umanandg'flog'n. Du Hans", sagt auf amol 's Lenerl und zittert a' wcngerl mit der Stimm', wia's auf die Blüathen deut', da schau', regna thuat's!" LZuttte Sleihe. Wer Herren und Damen zum Essen geladen hat, stellt an der Tafel bunte Reihe" her, so daß jede Dame zwei H:rren, jeder Herr zwei Damen als Nachbarn hat. Diese Sitte, bunte Reihe zu bilden, ist noch nicht sehr alt. Bei den alten Germanen standen die Frauen gewiß in hoherAchtung, sie erschienen auch bei häuslichen Festen,jaberMänner und Frauen saßen an besonderen Tischen, meist auch in getrennten Stuben. In dieser Weise wurden noch im vierzehnten Jahrhundert Familienfeste, Hauptsächlich Hochzeiten und Taufen, in Berlin gefeiert, denn um sie dem widerlichen Anblick des unmäßigen Trinkens der Männer und ihren rohen Späßen zu entziehen, war für die Frauen an besonderen Tischen gedeckt. Erst 1373, als Kaiser Karl IV. über die Mark Brandenburg gebot und nach Berlin gekommen wcr, wollte er die Sitten verbessern und er erkannte, daß die Gegenwart der Frauen geeignet sei, um den wüsten Aulchreitungen bei Festmahlen zu steuern. Daher lud er zu den Festen außer den Männern auch die Frauen ein und wies ihnen die Plätze in bunter Reihe an. Es sei, bemerkte er, die Pflicht eines jeden Ritters, sich mit seiner Nachbarin recht viel zu unterhalten, und ihr beim Essen die besten Stücke vorzulegen. Auch ist es," fügte er hinzu, den Herren gestattet, zuweilen ihre Nachbarin zu küssen, um die Munterkeit zu erhalten. Das hat aber ganz in Ehren zu geschehen, und Niemand soll in solchen Zärtlichkeilen mehr sehen, als einen artigen Scherz." ' Aber den Männern behagte die bunfe Reihe nicht. Die Gegenwart der Frauen fiel ihnen lästig' und schon 1378, nach dem Tode des Kaisers, ging diese Einrichtung wieder ein. Zum Beweise dient der Bericht über die Hochzeit deS Ritters Dietrich v. Quitzow mit Fräulein Elisabeth. Tochter des Herrn Opitz

ALBEET (Nachflger von Fabrikant

3a

Keine ßyocokadcn eine Spezialität. Händler in geschälten und ungeschälten Nüssen. VBäcler, Groceristcn, Sonntagöschulcn, .Vereine und Logen werden geiettV mir ihre ttundschast zukommen zu lassen.

102 Sud Pennsylvania Straße, Schenk v. Lands berg, so l'Sü'3 m Ber lin gefeiert, und wie dabci gegessen, ge trunken und getanzt wurde." Bei dieser Hochzeit waren die Tafeln der Männer und Frauen streng voneinander geschieden; an beiden wurden sogar verschied:ne Speisen gereicht. Die Männer erhielten große Näpfe voll Biersuppe. Grünkohl mit Hammelköpfen, Wildschweinbraten. Spanferkel in Teig gebacken und Brot mit Kümmel und Fen chel versetzt. Den Frauen wurde Hirst mit Würsten, Kalbfleisch, Rehbraten mit vielem Knoblauch und Zwiebeln, Heringe, Schinkenschnitte, Thorner Pfefferkuchen, Mandclmus, Kräuterbier und Meth gereicht, während dit Männer Bernauer, Gardelegener, Kyritzer und Zcrbster Bier tranken. Erst nach der Tafel holten sie die Frauen zum Tanze ab. So blieben denn Männer und Frauen bis 1411 bei Festessen wiedei strengstens unter sich. Dann wurdi Friedrich IV. aus dem Hause Hch:nzollern, der vier Jahre später die ku:-. würde empfing, zum Statthalter dl Mark ernannt. Er residirt: in Berlin, führte ein feineres Hoflcbcn und be' den Gastmählern auch die bunte Reih wieder ein. Allmälig verbreitete sich diese Sitte, die in Bürz:rhäusern bei nur sehr schwer Eingang fand, unt heute beißt es: K:in Vergnügen ohn Damen! L rlittn njodtcii. (Nack, e nc). Frau Eöa steht am Herre Und s:ufz:t dann und wann; Mit kläglich:? Gebärde Schaut sie die Köchin an. Madam'ken, fti'n Sie munter, Man immer hübsch trangkiel! Der würgt jetzt allens 'runter Erschmecltnoch mit's Je fühl!' W r die Fingerzeige der Erfahrung nicht sieht, der wird die Last des Schicksals spüren. MMMMWWWWMMMWMWWMMMMWWMMH Neue Ptiolograpliisctie Gallerie, 150 Süd Illinois Straße. Ter Unterzeichnete ladet die Teutsche, der Etadt und Umgegend zu einem Besuch, seiner Gallerte ein. Gute Bilder garantirt. Preise niedrig TeuikStr PI,arav. Allss recht böiizblanL in Küche und HauS zu haben, erfüllt jede gute Hausfrau mit gerechtem Stolz. TaS beste Mittel, alle Me, tallwaaren in kürzester Zeit und für die längste Dauer blitzblank und glän zend wie einen Spiegel zu machen, ist die lj. 8. METAL POLISH PASTE, die von ! er altbekannten und bewährtes Finna GEORGE V. HOFFrW, 549 Ost Washington St., JndianspoliZ, Ind., hergestellt wird. ffür Gastwirthe ist daS allbewährte Putz. Mittel ii m Mrmmmi von derselben Firma herzestellt, zum Putzen der BarFixtureS etc. einfach unentbehrlich und wer es einmal gebrannt hat. wird cZ stets w eder holen, a? Äeeper'ä Fricnd'. das Unentbehrliche. it überall in Apotheke Zt! tzacn. . i. PH, praktischer Arzt, Zimmer 3 mib 9, ssommercial Block, Ecke Kentucky ?ive. und Washingtonstraße Teltpo-a:leZ 2S2: neue 3U57 und 282. Cpnchstundkn: 911 Vorm.; 2 Nachm.; 7 8Abd vr. I. ö. Eirkpatrick gehandelt Frauenkrankheiten und lkrankhei tcn veö Nectums. HämorZ,oidn skzne Mek?er und Santerist vng fleUilt. Offlee: Harne Ball ding, 31 OstOMoStr. WALTER FRANZ. Zahn-Avzt, No. 80 Ost Market.Strabe, CoZfm lock. Zimmer 48. Osftaftnnde : -12 Cm.; 1-5 m.z ?- beud. entag vo 10 Uhr vm. bil t Nhr Nm. -

Osirl Piper,

KEüLti' rull & Schmidt.) aller Sorten

öJ, gegrnüSer der Jas-Uffa, AMy M Aergert dich dein Auge, sa nie tt nicht aul und werfe ei uiit dou T!. Unter wende Tich aa tiB&vmfm 1 f -Y NX . rw tu OZcm m& i IiPErtSti wo man tr tfir etn kluge las nJittae Clal fertigt, ünftuche Augen nxrbtn IchmeroS cint)cgL Vrille werde nach den besten Methoden den Sugrn aip Pakt. Joshua S. Florea. George Seidensticke Adolph Eeidensticker. Florea & Seideosticker, Adliolattn und Notare, IU M Ztlame Str. Telephon 1772. Xd& Gelder auf hypothekarische icher heil zu verleih:. 7keoSoro ?. Smitbor. geschickter und zuverlässiger DiachbseZe Pech- und Kics-Tachcr, Asphalt, und Gilsonit'Tacher. Engros-Händler in allen Arten vo. Dachmaterialien. Telephon 01. 301 West Etlaryland St. Ckdwkstl:che Ecke von Mississippi, und Mailand DrrjsArSutcliffe, Wttnd-Arzt, Geschlechts-, Urin- und RcctnmKrankheiten. Ofsice: 155 Ost Marktt Ett. Tel. 941 Osficetunden: 9 lil 10 Uhrorm.:Lbi4Uhr?l. C. C. Everts Deutscher Zahnarzt, 81 Ilord Pennsylvania Str. 06 ai wird auf WunsÄ anaewandt. DR. J0S. E. iWROY, EklchkchtZ und Harnkrankhciten. 20 We3t Ohio Str. Sn vevmiethsn t Zimmer im Majestic Gebsude ZU reduzirten Preisen. TaS feinste Ofsiee-GedSude in der Ctadt Vollständig feuersicher. Schnelle ffaHrstüHI, und alle modernen Bequemlichkeiten. Nachzufragen bei GREGORY & APPEL, Agenten für die Indianapolis WaS Co. Dr. L. A. GREINEIl empfiehlt sich für die Bcrrilegllng lraalcr Thicrc. t3F" Kranke UrU w?rden entzezeigerrovimeM und erkalte bessere Stbwattung edi ia lhrr cigeac Stauung. 18 blS 24 Süd Ost. Strafe. Telephon 005. Wohnung ITtX DR. LOUIS BURCKHARDT,. Willoughby Bloclc, No. 224 Nord Meridian Strasso. Sprechstunden: v 10 Ulzr Dorm. 24 II bt Nachm. Connlagk: 9-10 Uhr Bor. Lffiee:TtltpI,on 1893, nen und cIL Wohnung: 615 apitol Kbcnuc North. IST Telephon 232. üo Deppermann, Dcutschkr Zahnarzt, 3Iajcstic Greljceucle. Zimmer No. 207 Vt fein; Ossi nach dem Willottalchlz-Gebäude No. 24 Nord Meridian Ctr., e Eta verlegt. Cfce.iuntr: Ton 5 In 4 USr Vsnittaz. Zelevkon: Cffut S'.?-Uvohnnni H.lii. Tie lj??5naaj denudel sich wie tur: 1:137 S'otMt lciiiiHyiv.inla Ct Adolph Frei" (Old "re.dom & Rigkt.) Ilotary Public, Tran:!::. Corrcspondcnt et?, No. 970 Vcst Vt!.-: Takt Blake St. Ca.

0. 0

?w

U.

i .( . 1 Ä

V , l -LX.