Indiana Tribüne, Volume 24, Number 26, Indianapolis, Marion County, 14 October 1900 — Page 6

Fttdiana Tribüne, 3omtaa, 14. Octobcr 1900.

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m Deandl sei' Hummer. 5 berf mi' ntt muzen, 3' bexf mV nti rühr'n. I' lass' wie a Schnauzl Am Band! mi' führ'n. "Raum bin i' 'mal lusti'. Werd d' Muatta glei' bös: ; Ja Teandl. was hast d' denn, Wzs waar denn jetzt dös?" Slaum sag' i' a Wörter!, Werd d' Muatta glei fad: Dös braucht di' nett kümmern Geh. Deand'l. sei ftad!" derf net alleinig Drei Schritt nxit vom Haus; ab' g'sagt: I möcht' radeln Da war's ja glei' aus! Und gar mit die Mannsleut' Da bild't sie si' ei. Dr miiafet' i' so brav Wie a Heilig'nbild sei: Der oan' is' mir zwider I' derf 'n net jag'n; Den andern, den m ö ch t' i' derf's ihm net sag'n. Die Brüader, die lachen, jie Wirthschaften frei, Sand alleweil lusti', Sand überall dabei Hftir ZZ's net zum Lacha. 3 woaß, was i' thua: Wenn i' wieder auf d' Welt kimm', U2a' wer' i' a Bua! Schattcnlcben. Eon Marie v. Fbner'Elckenbaö. Bist Du Dir schon einmal vorgekom ntn wie Dein eigener Schatten. Ich rnir wohl. Es ist ein seltsames, über ellen Ausdruck friedliches Gefühl. Ich kann es in mir erwecken, wenn ich am Mend, besonders im Spätherbst, aufxnd abgehe im geschlossenen Gang des ersten Stockwerkes unseres Hauses. Er ist lang und ziemlich schmal und verbindet das hochgewölbte Treppenkjaui mit einer Brücke, die in den Gar terl sUhrt. An seinen Wänden Hänger Teppiche und Bilder, die Fenster sehen suf eine vierfache Reihe uralter Linden, t. Einst bildeten sie eine undurchsichtige Wand, und ihre Wipfel überragten daDach. Jetzt sind sie dürr und gestutzt, rvße Lücken haben sich im Laube gebildet, das morsche Geäst stöhnt im Winde, der Boden ist mit schwarzen, dürren Zweiglein bedeckt. Greisenkintjern, die spät geboren, früh schon abfallen. Sie führen einen kleinen Tod--tentanz mit welken, raschelnden Blättern im Sande auf. Manchmal auch nimmt der Wind einige von ihnen auf seine Flügel, trägt sie durch die Lüfte

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z-vwirft sie an die Scheiben, und das -JU 11 , p... rs

ftioretrxrrTCiien, oumpsen .on, n?ie nenn Nachtfalter an s Fenster stoßen. Sonst Alles ruhig, das große Licht Qm Himmel untergegangen, die kleinen Lichter im Hause noch nicht angefacht. Die Leute gönnen sich eine kurze Rast Dor der langen, die die Nacht bringen wird. Ich bin allein mit den Geistern der (Zlnsamk.'it. Mein Gehen wird sehr bald ein Gleiten, ich brauche die Füße Uum mehr zu heben, ich bin federleicht, bewege mich vorwärts fast ohne mein .Zuthun. Allerlei Gestalten tauchen bicht vor mir auf, aus dem Boden, aus ten Wänden, oder kommen mir entgegen von weit, weit her. Und wenn ich ck einem Ende des Ganges bin, wei2&: sie aus, scheinen verschwunden irp wieder da, schweben mir nach.. . )a taucht eme Erinnerung aus der Kinderzeit auf und ich sehe mich ?asch um, lnstinktmaßig. Ja, das war einYt, das war eigen. Ich weiß, daß ich ahre lang den Zweifel in mir trug, ob leim außer mir noch etwas wirklich sei, 15 ich nicht allein lebe, fühle, athme in eitern ungeheuren Nichts. Wohin Du ilicht siehst, da ist nichts, dachte ich. Der felicf Deines Auges zaubert die WiltI die Du siehst, hervor. Ich war im Kjampf mit diesem Nichts, das sich toz mir für Etwas ausgab; ich suchte es zu! überlisten, es gleichsam auf der 2hat'zu ertappen. Ich rannte zuweiIzn im Garten vorwärts, so rasch ich konnte, und wendete mich dann plötzsich um und meinte: einmal wirst Du's erwischen, das Weiße, das Leere. Aber ich erwischte es nie, es war immer schnell als ich; eh' ich mich umsehen konnte, hatte die Dekoration sich wieder Qufgest:llt. Das fortwährende Mißkingen dieser Versuche betrübte mich iibrigens nicht sehr, wie mich denn auch merkwürdiger Weise der Gedanke nicht traurig machte, daß nlle Menschen, die ich liebte, an denen mein Herz hing, nichts Anderes waren als Gebilde meiin Phantasie,'die zerrannen, sobald ich sie nicht mehr ansah. Und daß sich unter diesen PhantasieGebilden einige befanden, die mich mit gioßer Strenge behandelten, die ich fürchtete, denen ich gehorchen mußte, auch das beirrte mich nicht im Glauben cn ihre Wesenlosigkeit. Dummes Kind, ta3 ich war, und immer fröhlich, ohne Grund zur Fröhlichkeit. ... Arme, utterlose Kindheit! Ist Ter reich, der nicht weiß, wie arrn er ist. oder doppelt arm? Arm oder reich, geliebt oder ungeliebt ich teer. O Glück zu sein, unausrottbare Luft am Dasein! Jetzt noch, in einem schwachen Nachhall, in 'einem Schein bei Lens regst du dich. Wie gut, zu sein, wie gut auch, zu vergehen. Jn's Nichts? O nein. Das hab' ich gelernt: Alles ist, nur nicht das Nichts, nein banges Sterben, ein Scheiden in tiefster Seelenruh'. Wie der Weg auch sei, Allweisheit hat ihn vorgezeichnet, Allwissenheit kennt sein Ziel. In seliger Zuversicht betret' ich ihn, kein BanvorirAllwisseneit! ,

Da schwebt er vorbei, der Schatten der Kindertage, und welche lange Reihe von Schatten ihm nach. Viele sind dunkel, düster und kalt, manche sind hold und duftig, wie die Schatten rosiger Wolken, die hinfliegen über das Gefild. Mir bangt nicht vor den dunkein, ich freue mich nicht der holden, ich weiß nichts von Angst und von Freude, mir thut nichts weh und nichts wohl. Nun tauchen Bilder auf. Wollt ihr mich Lügen strafen? Weckt ihr noch Freud und Leid? Ihr seid Erinne rungen. Wer hat euch gerufen? Geht dahin, wo eure Heimath ist in's große Reich des Vergessens. In Schaaren ziehen sie. Was doch ein langes Leben bringt und nimmt. Vorbei, vorbei nicht alle. Da sind einige, die wurzeln fest. Sie dräuen, sie möchten noch im Tode verwunden. Nun denn, beharrt; thut so weh, wie man einem kühlen, dahin gleitenden Schatten thun kann. Kindheit, Jugend. reifes Alter, Alles vergangen. Alles wie gehüllt in die Nebelschleier des Traumes. Vergangene Freuden, überstandene Leiden sind wie geträumte Freuden und Leiden. Nun wieder an der Glasthüre angelangt und einen Blick hinausgeworfen in's Dunkel; ein Wagen rollt. Die Hunde schlaaen an. Jauchzendes Gebell. So begrüße sie nur Einen. Große, wuchtige Schritte kommen rasch über die Brücke. Ist cr's? Ja. das ist die geliebte Wirklichkeit. Eine hohe Gestalt tritt in die Thüre: Aber Marie." sagt der beste aller Brüder, so spät noch auf dem Gange. Du mußt Dich ja erkälten." Tie Ereignisse in China.

Das in Shanghai nscheinendt chinesische Journal Tung-Wen-Hu-Pao" bringt nicht nur ausführliche Berichte über die Ereignisse im Reiche der Mitte, sondern illustrirt dieselben auch mit Bildern, die von eingeborenen Zeichgdiim ern entworfen sind. Unsere Leser wird jedenfalls eine Jllustrationsprobe aus diesem Blatte interessiren; dieselbe stellt die Jnbrandsteckung einer ka!holischen Kirche durch eine Bande Borer dar. Von Wien nauj San itrancuco. Sogenannte Globetrotter" sind heut zu Tage keine auffallenden Erscheinungen, aber einzig in ihrer Art steht bis jetzt der Marsch da, den der Mechaniker Johann Kugel und der Metallgießer Rudolph Landner aus Wien ange7? r-,J"?4s-1 ,. j I Auf dem Marsche. treten haben. In einem großen Korbe wollen die beiden einen fünfjährigen Knaben von der österreichischen Kaiserstadt nach San Francisco tragen. Diese, absonderliche Reise gedenken die Beiden in 300 Tagen vollenden zu können. . EinzigeMöglichkeit. M: wir. K " t X .Warum spricht denn heute der Wirth kein Wort?" Ja. wissen Sie, er hat sich vorgenommen. von jetzt an mit seinen Gasten höflich zu sein!" Grausam. Nun. wie geht's mit Ihrer Krankicit?" Danke im Prinzip darf ich schon ein Glas Bier pro Tag trinken!" Wie soll ich das verstehen?" fNu. der Arzt hat's mir erlaubt ö!) meine Frau bolt's mir nichts.. 1

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Neweblut von EppeZbääm.

Bis zum sechsten Jahrhundert unserer Zeitrechnung müssen wir, um dem Ursprung der Aepfelweinproduction nachzuspüren, immerhin zurückgehen. Damals sollen im südlichen Gallien die Biskayer ein-n ganz trinkbaren Stoff gebraut haben. Abgesehen von Amerika und England, giebt es jetzt vier Centren, in welchen man Aepfelwein bereitet, in der Normandie, wo er Cidre genannt wird und Volksgetränk ist, das zweite Centrum ist Trier, wo der Stoff Vietz" heißt und trübe und wenig haltbar ist. das dritte ist Wllrttemberg, das seinen Moscht" keltert, der aber leicht säuert, und last Irnt not least Frankfurt-Sachstn-hauscn. Nach Frankfurt-Sachsenhau-sen kam der Aepfelwein erst zur Zeit des Siebenjährigen Krieges; um so anerkennenswerther ist es, daß hier unzweifelhaft das beste Product erzeugt wird, das stärker ist als andre AepfelWeinsorten und dadurch klarer, haltbarer und vollmundiger. Das Ge heimniß ist in der Obstmischung und im Keltereibetrieb zu suchen. Die weniger süßen, rauhen Aepfelserten vom Taunusgebirge und aus der Wetterau . Der schwarze Bock. sinv zum Keltern besonders geeigne! und feinerem Tafelobst entschieden vorzuziehen; mit von Spekulanten eingeführten südfranzösischen und fpanifchen Aepfeln hat man recht schlechte Erfahrungen gemacht. .Sie besitzen zu wenig Aepfel- und Citronensäure und liefern nicht die von einem gesunden Stoffche zu erwartenden sechs Procent Weingeist. Einen altfrankfurter Localdichter hat das Rfweblut von Eppelbääm" zu folgenden Versen begeistert: Zu Bornem in der Lilch, Da giebt's en gute Eppelwei, Der besser is als Milch, Und sollt se vom Gutleuthof sei'. Milch is for Kinner e Getränk Un for die alte Weiwcr; Wer Milch trinkt, kricht aach bald die Kränk', Der Stoff heilt kranke Leiwer. Den besten Hohenasthcimer" trinkt man freilich nicht in der nordöstlichen, sondern in der südlichen Vorstadt Frankfurts, im äpfelweinberühmten Sachsenhausen. Originell wie der sachsenhäuser Volkstypus, sind die richtigen Heckenwirthschaften", in denen ausschließlich Hohenastheimer" verzapft wird. Die Sachsenhäuser waren von Alters her ihrer großen Mehrzahl nach Gärtner, Färcher oder Fischer, die im Winter auf die Jagd gingen oder für die Brauereien auf dem Maine eisten". Aus dem Gärtnerstande rekrutiren sich auch bis auf den heutigen Tag die Heckenwirthe, Acpfelweinproducenten. die in Ermangelung geeigneter Wirthschaftsräume ihren Stoff am Wege, an den Hecken verzapfen. Dies geschieht zwar jetzt in Höfen, Gärten und Studen, aber der Name blieb erhalten, trotzdem vor nunmehr einigen Jahren auch das alte Vorrecht der Heckenwirth: aufgehoben wurde, vom 15. September bis zum 15. December abgabenfrei zu LorsbacherThälchen. zapfen. Gegenwärtig darf gegen eine angemessene Steuer die Schankgerechtigkeit das ganze Jahr hindurch ausgeübt werden; die Preuße gewwe nix umsunst". In Sachsenhausen giebt es etwa ein halbes Hundert Heckenwirthe, von be--neu jeder vier bis acht Wochen den Fichtenkranz vor die Thür hängt, je nachdem die gefüllten Fässer im Keller mehr oder weniger zahlreich sind und der Stoff Anklang findet. Ist er gut, dann muß die ganze Familie heran, die herbeiströmenden Gäste zu bedienen, denn fremdes Bedienungspersonal ist in den Heckenwirthschaften ebenso verpönt wie der Trinkgeldunfug; nöthigenfallZ holt man sich seinen Schoppen selbst. Und zieht eines Morgens der Vogelfänger" seinen Kranz ein, dann hängt ihn die schwarze Käth" und das Mordche" heraus, oder man geht zum. Dickworzphilipp" oder zum Faulen Jung" seinen Durst zu stillen. In einigen Fällen wurde der Unname" der Oertlichkeit angehängt, statt ibren Bewohnern, wie beim .Loröbacher Thal" und bei der gemalte Stub". Wo werd gezappt?" ist angesichts dZ geschilderten Wechsels der Schankwirthschaften eine gar gewich:igeFrage, so gewichtig, daß eine Frankfurter Ta geszeitunz in besonderer Rubrik all täglich Antwort darauf ertheilt unb. zwar unter Angabe der wirklichen wie Yjt llnn.im". kn SnnttooriiiNff kf HV1ltMlll 9 lt

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einer zweiten Frage, nämlich wie alt wohl schon die Aepfelweinherrlichkeit sei, verweisen Stoffche-Fanatiker auf das Bibelwort, das dem Adam verbot:

M a i t h ä l ch e n. Von diesem Baume sollst du nicht essen!" Der versteckte Hinweis auf's Trinken fand aber kein Verständniß, und so geschah das Unglück: AIs Adam noch im Paradies In jenen sauren Apfel bi. Den ihm vom Baum Fru Eva broch, Da hatt' die Herrlichkeit ein Loch: Die Menschheit ward hinausgejagt, Doch wir, von edlem Durst geplagt, Wir trinken uns mit manchem Schluck In's alte Paradeis zaruck." Da es in den Heckenwirthschaften nur Handkäse gibt, müssen die Gäste zur Befriedigung -des durch die Obstsäure angeregten Appetits sich anderweitig verproviantiren. Am besten geschieht dies in einem der vielen Metzgerläden, wo Abends um diese Zeit mächtige Platten warmer Worscht", sowie dampfender Haspel und Schweinepfoten von einer , eßlustigen Menge umworben werden. Das Geschäft ist im Handumdrehen abgewickelt, und thatenfroh ziehen die Durstigen, männiglich ein fettiges Päckchen in, der Hand, nach dem altberühmten Hause Zum schwarzen Bock". Gegen eine Vergütung im Betrage von drei Reichspfennigen wird dem Gast dort auf einem sauberen Teller Brot und ein Messer verabreicht, für weitere zwölf Pfennige ein Schoppen und nun kann die Schlemmerei beginnen. Viele Gäste bringen sogar das Brot mit, diese müssen jedoch vom blanken Tisch oder aus dem EinWickelPapier essen und unter Benutzung des Taschenmessers, sowie der ihnen von der guten Mutter Natur verliehenen Kelterei. fünfzackigen Gabeln. Ei, schmeckt das prächtig! Da ist aber auch nicht ein einziger, der nicht hochbefriedigt zum Schoppen greift,, nachdem er WurstpaPier, Knochen und sonstige Ueberreste fein säuberlich unter den Tisch beförderte. Der schwarze Bock" ist ein größeres Local, wo zwei nahverwandte Heckenwirthe gleichzeitig zappen". Unter den Gästen befinden sich angeseheneEppelweingeschworene" und Eppelweirundbrenner" von hibb und dribb der Bach (diesseits und jenseits des Mains). Mit der fortschreitenden Abendzeit wird es in dem Locale immer lebhafter. Die Eppelweigcschworene" sind zwar, wo der Stoff gut ist, dauernd seßhaft, die Eppelweirundbrenner" dagegen um so beweglicher. Nachdem sie die üblichen beiden Anstandsschoppen getrunken, sagen sie wichtigthue-risch-eilfertig Gute Nacht", um fünf Minuten später bei der nächsten Quelle Rast zu halten. Also die Runde machend. bewirken sie einen steten Wechsel des Stammtischbildes, das sich so bunt und interessant nur etwa noch im Münchener Hoföräuhaus dem Veobachter darbietet. Bankier, Kutscher, Opernsänger, Dienstmann, Rentner, Gärtner. Soldat alles sitzt hier friedlich auf der harten Holzbank beisammen, den Schoppen vor sich und gelegentlich laut auflachend über einen derben Witz. Die sociale Frage erscheint gelöst, und das hat der Eppelwei fertig gebracht. Das neueste Luftschiff. Seit einer Reihe von Jahren beschäftigt sich der französische Aeronaut de Santos - Dumont mit praktischen Versuchen, den Gaöballon lenkbar zu machen, und jetzt hat er wieder ein Luftschiff construiri. mit dem er das große Problem gelöst zu haben hofft. Die Form ist die allen für die Lenkbarkeit bestimmten Ballons eigene Cigarrenform mit zwei spitzen Enden. Der Seidenballon hat eine Länge von 28.5 Meter, einen Durchmesser von 5,6 Maschine mit Steuerung Meter und einen R'.u.haU vcn 3341 Cubicmeter. Die fct;r. Theile' sind) aus Aluminium cu:c;.;Mi. Die Ma-j schine hängt nur 5.3 Meter unter dem ! Ballon, wahrend Dumont bei früheren Constructionen 10 Meter unter demselben geblieben war. Durch einen lleinen Petroleummotor von 10 Pferdekräften werden die Aluminium Luftschrauben setrieben, die sich in Höhe

des Sitzes des Luftschiffes befinden und 180 Umdrehungen in der Minute machen. Das Steuer des Luftschiffs befindet sich am Ballonkörper selbst; es wird vom Aeronauten mittels Pedalen eingestellt. Zwei Cylinder, die, um möglichst geringen Luftwiderstand hervorzurufen, an beiden Enden spitz sind, enthalten das Petroleum für den Motor (der kleinere) und den Wasserballast (der größere). Wasserballast ist erforderlich, damit nicht etwa durch umherfliegenden Sand die Maschinerie verstopft wird. DerBallon hat, ähnlich wie der deutsche Drachenballon, ein 34 Cubikmeter großes Ballonet für Luftfüllung und zwei Ventile. Das eine dient zum Gasauslassen, das andere ist im Ballonet. Das Ballonet hat den Zweck, das infolge Hochsteigens des Ballons aus dem eigentlichen Gasbehälter aus-

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Seitenansicht. strömende Gas im Ballonet festzuhaltcn. um so die Tragfähigkeit des BalIons vollständig ausnutzen zu können, anderseits, um beim Heruntergehen des Luftschiffs, wobei das Gas unter dem größeren Luftdruck wieder ein kleineres Volumen einnimmt, durch die einströmende Luft die Form des Luftschiffes zu erhalten. Die Luft wird durch eine besondere Pumpe in das Ballonet-Jn-nere hineingepumpt. Die Gewichte sind folgende: Hülle und Ballonet 57 Kilogramm, Motor mit allem Zubehör 160 Kilogramm, sonstiges Tauwerk 6 Kilogramm, im Ganzen 250 Kilogramm. Da das Luftschiff bei seiner Größe ungefähr 350 Kilogramm zu heben vermag, so bleiben ungefähr 100 Kilogramm für den Luftsckjffer und seinen Tallast übrig. Shanghai. Shangha!, eine der bedeutendsten Handels- und Hafenstädte Ostasiens, liegt auf dem linken Ufer des Wusung, der später in das Aestuarium des Jantsekiang mündet. Die Bevölkerung umfaßt etwa 250.000 Chinesen und 6000 Weiße, von denen mehr als 2000 Engländer, etwa 525 Teutsche. 380 Nordamerikaner und 300 Franzosen sind. England und Frankreich erhielten vor einigen Jahrzehnten den Boden, auf dem Shanghai sieht, als Concession. Auch' die Nordamerikaner errangen sich eine solche, doch ist diese längst mit der englischen Concession vereinigt und bildet keine selbstständige Municipalität wie die englische und französische, an deren Spitze die Generalconsuln . Großbritanniens und Frankreichs stehen. Die europäische Großstadt Shanghai ist eine der merkwürdigsten Schöpfungen unseres Zeitalters. . Die Paläste des Großhandels in der durch Rasenplätze und einen iWASif, ivrwra .iw mm s' IKVif WM V&lslZiTJ I . I a.i V lii I 'I I 1 b 1 j l II,-'", u aMmscff&kit mmwm MM. ' XhArl -W&l Hauptstraße. Park vom Strom getrennten Uferstraße weisen eine vornehme Stille auf; in den Geschäftsbureaux diese: Bauten herrscht ein weltmännischer Umgangston. Auch der landeinwärts folgende Stadttheil zeigt hier breite und reinliche Straßen. Jenseits dieses Chinesenquartiers ziehen sich schattige Avenuen mit modernen Villen in großen baumreichen Gärten dahin. Nur die eigentliche, mit einer Ringmauer umgebene Stadt im Süden der europäischen Concessionen hat enge und schmutzige Gassen. Die ganze dienende Klasse besteht ausschließlich aus Chinesen. Die Fremden haben ihre Clubs, ihre Gesellschaften und Vergnügungen aller Art. ' wzfTmimw, m2mw nll'U V2 Thee-undConcert-Haus. Das Zollwesen ist chinesisch. Außer einem Localpostamt gibt es hie? je ein deutsches, englisches, französisches, japanisches und chinesisches Postamt. Südlich von der Chinesenstadt mit einer einheimischen Garnison liegt ein Arsenal. Die den Municipien unterstehende Polizei des europäischen Stadttheils besteht überwiegend aus Eingeborenen; zu den 300 chinesischen Sicherheitsmannschaften kommen noch 50 europäische und 50 indische Polizisten. In Shanghai erscheinen vier englische Tageszeitungen und die deutsche Zeitschrist Ostasiatischer Lloyd-. Der mächtige, eine halbe englische Meile breite Strom ist bedeckt mit Dutzenden großer Oceandampfer, mit Kriegsschif-

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sen,' Leichtern und Booten. Die großten und stolzesten Schiffe, die hier vor Anker liegen, führen die deutsche Flagge. Jährlich verkehren hier durchschnittlich 6000 Dampfer mit 8 Mill.Tonnen. Der Werth der Ein- und Ausfuhr beziffert sich auf 2 Millionen Dollar. Sehr ansehnlich ist auch die Seidenindustrie. Einst und jetzt.

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Siehst Du. Alte?, an dieser Stelle löschte uns, als wir noch Brautleute war-n. immer das Licht aus . . . jetzt aber nicht mehr!" Ach ja. jetzt ?ieht's halt nimmer!" Sonderbar. Meyer: 's ist doch sonderbar wie meine Alte selig noch gelebt hat. habe ich den Hausschlüssel vor dem Wirthshausgehen nie gefunden und jetzt finde ich ihn bei der Heimkehr nimmer!" Der kleine Politiker. Papa, wie viel' Wochen führen Ä i r jetzt eigentlich schon Krieg mit China?" P a r i r t. Alt-- Kokette (seufzend): Ach. die Männer von heutzutage!" Herr: Aber erst die Mädchen" von Anno dazumal!" Zurückweisung. Bäckermeisterin: Hier hab' ich ein P:ar Stiefletten von meinem seligen Mann; wenn sie Ihnen passen ..." ; Bettler (die arg zerrissenen Stiefletten betrachtend): Ach, Madame, be. halten Sie sie lieber ... vielleicht heirathen Sie nochmsl!"

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'. Eine treueSeele.

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Die Cenzi kann ihren früherenSchatz nicht vergessen. An seinem Geburtstag bekränzt sie stets seinBildniß mit seiner Leibspeise: Regensburger Knackwürste, die sie dann den folgenden Tag 1 i. M-l mit stiller Rührung aufißt. Unkarit torridlo. Nicht wahr, Mama, der Storch, der unser Moritzche gebracht, hat auch krumme Beine gehabt?" I m N e b e l. Bauer (der, berauscht, sich bei starkem Nebel auf den Heimwez macht): I bin neugierig, wie i mit dem Nebel bei dem Nebel z' Haus komm'!" Lebensregel. Essen muß der Mensch sonst kann er nicht saufen!" EinfrommerSohn. Stn dio (in einem Briefe am 26. eiries Ms nats): Lieber Vater! Trage doch dazu bei. daß an mir das Bibelwort in Erfüllung geht: Die Letzten 'werden die Ersten sein!" Merkwürdig. Gatte (zu seinem Freunde): Es ist merkwürdig. meineFrau will stets, ich soll mich ihres Geburtstages erinnern und dabei ihr Alte:, versessen!" , ..

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