Indiana Tribüne, Volume 24, Number 26, Indianapolis, Marion County, 14 October 1900 — Page 3

Jndlana Tribüne, Sonntag, 14. Octovcr 1900.

Im Sdjuürn des AgDssgängers. Kans AreilingsLebr'Und'ZIan' öerzeit diesseits unb jenseits des Oceans.

Roman von Karl Gundlach. Cepynghted 1S9S. Nachdruck verboten (4. Fortsetzung.) Aber ich sage Ihnen, er muß hier sein! Geß sich in diesem Augenblicke unten auf der Treppe eine kräftige kohllautende Stimme vornehmen. Sehen Sie nur noch einmal genau nach:Rad:n. R a d e n, Schauspieler Raden." .Jetzt gilt's!- sagte meine Unbekannte in entschlossenem Tone, drängte mich nach der Thüre, schob mich' auf den Gang bis an die Treppe und flüsierte mir zu: Rusen Sie ihm zu. Sie wären er Gesuchte. Ich verstecke mich in Ihrem Kleiderschrank, und wenn er fort ist, sollen Sie alle Aufklärung erhalten, die Sie wünschen." Damit verschwand sie in meinem Zimmer. Mich überkam eine gewisse Adenteuerlust und ich dachte: Was kann's denn schaden? Thu' der Unbekannten doch den Gefallen, Du bist ja ohnedies dogelfrei." Ich bog mich vor und fragte hinab: Wer sucht den Schauspieler Raden?" Sehen Sie, da ist er ja!" rief die Stimme von vorhin, und ihr Inhaber kam rasch die Treppe heraus und stand gleich daraus vor mir, höflich den Hut ziehend. Mein Name ist Egidius Schein, Direktor des hiesigen Sradttheaters," stellte er sich vor. Ich verbeugte mich stumm. Es ist mir sehr angenehm, daß ich Cie zu Hause treffe," fuhr er geläufig fort. Meine Frau erzählte mir heute Morgen, Sie habe Sie zufällig gestern Abend auf dem Bahnhöfe getroffen, hatte aber leider vergessen, nach Ihrer Wohnung zu fragen. . Zum Glücke konnte der Portier auf dem Bahnhofe Auskunft geben. Aber bitte, lassen Sie uns näher treten!" unterbrach er sich. Mit einer Handbewegung lud ich ihn ein. in mein Zimmer zu treten, nachdem ich mich durch einen raschen Blick überzeugt hatte, daß es leer war. Er trat ein. legte den Hut auf den Tifch und zog die Handschuhe ab, wo bei er im Zimmer auf und ab ging und sich überall an den Wänden umsah. Dabei nahm sein glattrasirtes Gesicht einen niederträchtig mephistophelischen Ausdruck an, und seine kleinen Augen funkelten wie die eines Fuchses. UeberHaupt hatte er eine verzweifelte Aehnlichkeit mit diesem Raubthiere in Haltunq und Bewegung und auch in der Form seines Gesichtes. Endlich blieb sein Auge auf dem Spiegel haften. Er warf einen raschen Blick hinein, zupfte seine Halsbinde zurecht, strich über seinen nachlässig eleganten Anzug und nahm dem Spiegel gegenüber Platz. Dabei stand sein Mund keinen Augenblick stille, und der Strom seiner Beredtsamkeit rauschte mit einem gewissen theatralischen Paihos über mich dahin. Sie wissen, mein Verehrter, eine Frau denkt in ihrer Unschuld nicht an Alles, was auf den Schultern eines Theaterdirektors lastet. Seit vierzehn Tagen machen wir hier Komödie, und leider hat es sich herausgestellt, daß unser jugendlicher Held und Liebhaber vielmehr das Zeug zu einem Stiefelroichser hat, als zu einem Künstler. Da trifft meine Frau Sie, und anstatt Sie gleich mitzubringen, verliert sie wieder Ihre Spur und setzt sich in ihrer naiven Unbefangenheit den gewagtesten Mißdeutungen aus. Denken Sie nur, man hat das Gerücht verbreitet, sie hätte mit einem hiesigen katholischen Geistlichen durchbrennen wollen. Allerdings, Sie sehen ihm ähnlich, aber nur auf den ersten Blick; Sie sind denn doch ein ganz Anderer. Jawohl, wie gesagt, mein tugendsames Weib setzt sich da Mißdeutungen aus." Er sprang auf. nahm eine ehrfurchtheischende Stellung an, strich sich, immer in den. Spiegel blickend, wie zu eigener Beruhigung über das glatt rasirte Kinn und rief in stolzem Tone: Jawohl, mein Herr, ich danke Gott, daß ich ein so tugendsames Weib bem Er setzte sich wieder und fuhr etwas ruhiger fort: Natürlich sind ja alle diese Verleumdungen Unsinn, allein da Sie nicht zu finden waren, hat sich unter dem Schaus'ielervolke die Geschichte mit dem Priester festgesetzt. Glauben Sie mir. mein Herr, es ist ein nichtswürdiges Pack, dieses Schauspielervolk, boshaft, neidisch, verleumderisch ein tugendhaftes Weib ist ine vor den Angriffen dieser Gesellschaft sicher, nun gar mein Weib, das Weib des Direktors, mein tugendsames Weib! Ab wozu erzähl' ich Ihnen das? Sie wissen ja das so gut wie ich selbst, Sie kennen sie ja. .Natürlich stopfe ich diese Lästermäuler gründlich, wenn ich Sie im Triumphe aufführe. Meine Frau sagt, Sie sind ein tüchtiger Schauspieler, und da werde ich doch nicht der Narr sein und warten, bis mir die verdämmten Agenten wieder solch ein dramatisches Rindvieh wie Ihren Borg'änger schicken. Was für sogenannte Menschen überhaupt gar nicht selten auf Deutschlands Bühnen ihren dramatischen Größenwahn bei Gasbeleuchtung produziren, davon hat ja ein Uneingeweihter gar keine Ahnung. Doch zur Sache. Ich engagire Sie. Machen -Sie keine Einwendungen) lEs fiel mir ctrr-sje&t emdas

t rn thun, war ich viel zu ' verblüfft.) ! gezeigt VilLtbaltcn dieselbe Gae wie Iji

Vorgänger und dann will tch doch mal Denjenigen fehen. der noch beHäupten könnte, mein tugendsames Weib habe mit einem Pfaffen ach, das ist ja doch zu dumm! Also abgemacht! Herr, schlagen Sie ein!" Ohne mich weiter zu fragen, faßte er meine Hand und schüttelte sie kräftig. Dann sprang er auf, trat vor den Spiegel und steckte die Rechte stolz in den Rockausschnitt, wobei er immerfort redete. So ist's recht! Als w zs wollen Sie auftreten? Sprechen Sie dreist! Mein Repertoir richtet sich stets nach außerordentlichen Ereignissen. Aha! (er bemerkte den Faust" auf dem Tische) da haben wir ja die Antwort. Der Valentin ist offenbar eine Ihrer Lieblingsrollen. Der Würfel ist gefallen. Sie treten übermorgen ist Sonntag Sie treten übermorgen als Valentin" auf. Die Sache ist erledigt. Sie werden sehen, wie ich das blödsinnige Publikum zu behandeln vermag. Auf Wiedersehen, Herr Raden, auf Wiedersehen! Es war mir ein ganz besonderes Vergnügen! Also morgen früh, bitte ich Sie, sich zeitig im Theater einzusinken jedes Kind zeigt Ihnen den Weg. Sie kommen erst zu mir in das Bureau, um neun Uhr haben wir Probe. Nochmals, leben Sie wohl!" Er setzte den Hut auf. betrachtete sich noch einmal im Spiegel und ging würdevoll von bannen. Kaum war er fort, so schlüpfte das tugendsame Weib aus dem Kleiderschranke und brach bei meinem Anblicke in ein fröhliches Lachen aus. Ich muß wohl ein ziemliches Schafsgesicht gemacht haben. Dann fiel Sie mir um den Hals, küßte mich tüchtig ab und tanzte mit mir im Zimmer herum, wobei sie einmal über's anderemal rief: Das haben Sie gut gemacht!" Ich brachte sie mit Mühe zum Stillstände und meinte: Eigentlich habe ich gar nichts gemacht, ich hab' in meiner Verblüfftheit ihn eben reden lassen." Das ist's ja gerade," bestätigte sie vergnügt, was Sie gar nicht besser hätten machen können. Er hört und sieht sich um's Leben gern reden und ist dann zu Allem fähig." Das hatte ich gemerkt, er hatte mich engagirt, ohne zu fragen, ob ich überHaupt wolle oder könne. Die Geschichte kam mir nicht heiter vor, und ich sagte ziemlich mürrisch: Jawohl, da sitze ich nun in der Tinte." Wo sitzen Sie?" fragte sie ganz harmlos. Machen Sie jetzt nicht noch dumme Witze!" fuhr ich sie ziemlich derb an. Durch Sie bin ich doch in eine verdämmt unangenehme Lage gekommen. Nun fehen Sie auch zu. wie Sie die Karre wieder aus dem Drecke ziehen." Sie sah mich groß an und meinte schmollend: Na, na! Nur nicht gleich so klobig! Kommen Sie her, Sie Brummbär, setzen Sie sich zu mir und lassen Sie uns berathen, wie wir die Karre aus dem Drecke ziehen" können." Dabei lachte sie wieder belustigt auf, zog mich schmeichelnd zu sich aus's Sofa und streichelte mir die Wangen wie einem verzogenen Kinde. So!" fuhr sie fort. Seien Sie doch vernünftig!" (Als ob ich unvernünftig gewesen wäre!) Also, mein lieber College, wo hapert's denn eigentlich noch?" College!" fragte ich erstaunt. Na. ja!" entgegnete sie. Sie treten doch nächsten Sonntag als Valentin" auf." Da liegt ja gerade der Hase im Pfeffer!" erwiderte ich. Durch mein stumpfsinniges Schweigen habe ich meine Zustimmung gegeben, und ich bin doch gar kein Schauspieler, am allerwenigsten kann ich diese Aufgabe übernehmen und mich an Goethe's Meisterwerk vergreifen." Wenn das Ihr ganzer Kummer ist," suchte sie mich zu beruhigen, so trösten Sie sich nur; es hat Mancher unter schwierigeren Verhältnissen angefangen. Sie sind, doch ein gebildeter junger Mann, der, wie ich sehe, seinen Faust" sogar mit sich aus der Reise herumschleppt. Da sollte es Ihnen bei Ihrem ganz netten Aeußeren doch gar nicht schwer fallen. Also machen Sie keinen Unsinn! Sie haben A gesagt und müssen nun auch V sagen. Oder haben Sie einen Beruf, dessen ernste Pflichten Ihnen in die Quere kommen?" Dabei sah sie auf meine Halbgeistliche Kleidung. Die hatte nun freilich keinen Zweck mehr und ich antwortete deshalb: ,.Jch habe überhaupt keinen Beruf in der Welt.-" Na. sehen Sie!" meinte sie vergnllgt. Greifen Sie zu! Fassen Sie die Gelegenheit beim Schöpfe und Sie haben einen Beruf!" Da hatte sie eigentlich nicht so unrecht, und je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr erschien mir alles im

Lichte einer Art höherer Vorsehung. Ich war vom Schicksal plötzlich mitten in einen Beruf hinein geschleudert, d:r bei aller meiner Unkenntniß der betreffenden Erfordernisse doch immerhin etwas Verlockendes hatte. War es nicht auch die Jugendsehnsucht meines Vaters gewesen, Schauspieler zu werden? Sollte nicht vielleicht auch in mir etwas von seinem Talente schlummern? Sollte ich unverrichteter Sache nach Hause zurückkehren und meinem Vater von Neuem den Kummer bereiten., daß gar nichts aus mir werden wollte? Und dann der Spott der Leute und Mathilde Nein! Ich konnte so nicht nach Hause kommcn. Jedenfalls mußte ich versuchen, mich so gut es ging, mit miwem neuen Berufe abzufinden.. Im mündlichen Vortrage, im Deklamiren, hatte ich ja stets ein ganz beachtenswerthes Talent gezeigt AI 0 vorwärts: gu chts. war ja n

Nun? Haben Sie bald ausgeträumt?" weckte mich die Stimme meines sonderbaren Besuches. J'" antwortete ich mechanisch. Un Sie hielt mir lächelnd die Hand hhi Schlagen Sie ein!" Ich schlug ein. Aber ich lehne jede Verantwortung ab." bemerkte ich dazu. Sie lachte. Die Verantwortung nehme ich auf m:in Haupt, verehrter Herr College. Aber macheSie keine solche Leichenbittermiene! Die Sache ist gar nicht so schwer, wie Sie sich vorzustellen scheinen. Furchtbar neugierig bin ich Übrigens doch auf Ihren Valentin."" Ich auch!" dachte ich. Aber jetzt hatte ich mein Wort gegeben und konnte nicht mehr zurück. 10. K a p i t e l. Wie Hans Freiling hinter die Coulissen kam. Einen Beruf hatte ich also glücklich, und meine erste Sorge war. noch denselben Abend, ehe ich ' mich in meine neue Beschäftigung versenkte, meinen Vater von dem Vorgefallenen in Kenntniß zu setzen. Zugleich schrieb ich auch an den Pastor und bat ihn. ja nichts Schlechtes von mir zu denken, wenn ihm etwa von der Missionsanstatt die Geschichte in einem schiefen Lichte gezeigt werden sollte. Ich berief mich darauf, daß ich stets seine Lehren als Richtschnur genommen hätte und nehmen würde, und daß ich mir nichts Unehrenhaftes vorzuwerfen hätte'. Dann nahm ich den Faust" zur Hand. Schauspieler war ich nun dem Namen nach; ob ich es in Wirklichkeit sein würde, ob ich's werden konnte, das mußte sich ja bald entscheiden. Vor dieser Entscheidung bangte mir doch ein wenig. Ich hatte ein viel zu hohe Meinung von der Kunst, als daß ich's leicht hätte nehmen sollen, und ich nahm mir vor, mich auf dem Posten zu behaupten, wohin die Wogen des Zufalls mich geschleudert hatten. Mit diesem Entschlüsse legte ich mich schlafen. Nach einer ziemlich unruhig verbrachten Nacht erschien ich an anderen Morgen in leicht erklärlicher Aufregung im Theater. Zunächst meldete ich mich imBureau, wo mich der Direktor in ganz geschäftsmäßiger Weise empfing und mir einen großen vierseitigen Contrakt zur Unterschrift vorlegte. Ich unterzeichnete in Gedanken mit meinem wirklichen Namen. Halt! Halt!" schrie der Direktor, Ihren Theaternamen!" Richtig! Ich hatte jetzt seit gestern einen Theaternamen, das hatte ich fast vergesscil. Ich besann mich einen Augenblick, aber der verflixte Name wollte mir nicht einfallen. Ich habe überHaupt ein ganz schandbares -Namens-gedächtniß. Der Direktor deutete offenbar mein Zaudern anders und fragte: Wollen Sie etwa nicht mehr unter dem Namen Raden" auftreten? 'Wir können den Contrakt auch auf den Nam?n Freiling- umschreiben." Also Raden hieß ich. Ich beeilte

mich, zu versichern, daß ich allerdings meinen eigenen Namen vorziehen würde, allein der Theitername sei mir auch noch recht. Nun, so unterzeichne Sie beide Namen, dann ist jeder Zweifel ausgeschlössen." meinte der Direktor und ich befolgte seinen Rath. Noch eins!" fuhr er fort. Wir haben ja ganz vergessen mit welchem Agenten stehen Sie in Verbindung?" Mit welchem Agenten?" fragte ich erstaunt. Ich meine," erläuterte er, ob und welchem Agenten Sie zur Zablung der Prozente verpflichtet sind. Dieser Vertrag ist nämlich von Entsch, und an ihn würde ich also die Prozente von Ihrer Gage' schicken müssen. Ich kann das überhaupt nicht gut ändern, da Ihr Vorgänger durch Entsch engagirt war. Wenn Sie also keine besonderen Verpflichtungen haben, lassen wir's dabei." Selbstverständlich lassen wir's dabei!" stimmte ich zu, und die heikle Angelegenheit war erledigt. Hier! Vergessen Sie Ihren Contrakt nicht!" Mit diesen Worten überreichte er mir ein zusammengefaltetes Papier, das ich unbesehen in die Tasche steckte. Dann nahm er mich mit auf die Bühne und stellte mich dem Regisseur vor. der mich mit den anderen Mitgliedern bekannt machte. Da-stand ich nun und wußte nicht, was ich anfangen sollte. Vor mir die gähnende Höhle des vollständig leeren Zuschauerraumes, rings um mich her hohe Coulissen und Balken, die im unsickeren Scheine einiger verdrossen aus sehender Gasflammen gespenstige Schatten warfen, in deren Düster hier und da Gruppen gelangweilt dreinschauender Schauspieler und Schauspielerinnen flüsterten und kicherten und über den Neuling offenbar spöttische Bemerkungen austauschten. Das Alles legte sich wie ein Schleier über meine Seele und ich wünschte mich weit fort nach Afrika in ein stilles einsames Haus unter schattigen grünen Bäumen. Bühne frei!" rief der Regisseur und der scharfe Ton einer elektrischen Klingel schreckte mich auf. Ich trat erschrocken zur Seite hinter eine Coulisse und folgte aufmerksam der nun beginnenden Probe. Das war der reine Schulunterricht. Der Regisseur gab sich unendliche Mühe, die einzelnen Darsteller auf die Schönheiten der Dichtung aufmerksam zu machen. Betonung. Sprechweise, Haltung, Bewegung zu verbessern, ja selbst vorzumachen. Ich konnte seine Geduld nicht genug bewundern, und war deshalb auch gar nicht sonoerlich

Q erstaunt, als er bei einer entsetzlich blödsinnigen Betonung, die sich die muntere Liebhaberin als Schüler" leistete, plötzlich losbrach: Zum Donnerwetter noch einmal! Da möchte man ja dj)ch lieber Schweine hüten. Das kommt von unseren modernen Gesellschaftsstücken. diesen geistreichelnden geistlosen Nachäffereien der Franzosen. Die französische Verve ist den Rindviechern von Dramenfabrikanten doch ewig ein Buch mit sieben Siegeln, und da verderben sie uns mit ihrem sogenannten Salontone die Bühne in Grund und Boden. In einen anständigen Salon kommen diese hinterhändigen Kerle ja doch nicht und schreiben nur Salonstücke", weil sie überhaupt nicht dichten können. Und solchem Gesindel müssen wir zu Geld verhelfen. Und wenn einmal so ein altes einfaches Ding wie Faust" uns unter die Finger kommt, dann muß der liebe Goethe sich im Grabe umdrehen. Salonwischiwaschi freilich schrieb der alte Herr nicht, aber Gedanken und Gefühle lehrt er uns und verlangt sie auch vom Schauspieler und das ist das Einzige, was wir nicht haben." Mit mir war er zufriedener als ich dachte und hatte überhaupt, fast nur an meinen Bewegungen allerhand auszusetzen. Nicht zu lebhaft!" schrie er mehrmals. Si? haben noch zu viel Arme und Beine." Die Fechtscene machte ihm sogar Freude. Ich war ja auf dem Gymnasium bereits ein ganz tüchtiger Fechter. Der Regisseur selbst focht zum Vergnügen einige Gänge mit mir und sprach mir seine Anerkennung aus. Nur noch langsamer!" meinte er. viel langsamer. Das Publikum muß jeden Schlag, jeden Stoß sehen, sonst entsteht ein sinnloses Gerassel, und das kunstgerechteste Fechten wirkt komisch." Dabei sah er mich von der Seite an und verzog seinen ohnehin nicht kleinen Mund zu einem unangenehmen Grinsen, so daß die kleine Stumpfnase, die ziemlich dreist zwischen graugelben breiten Wangen saß. sich fast vollständig versteckte. Nicht wahr?" meinte er dazu, ich bindoch ein verfluchter Kerl." 0 ganz überzeugt war ich davon nun gerade nicht. Bei feiner eigenen Leistung als Mephisto. wofür mir außerdem seine große kräftige Figur wenig zu passen schien, trat er fast alle seine Regeln mit Füßen und machte aus dem sarkastischen Höllenfürsten einen langweiligen Sonntagnachmittagsprediger. Zum Ueberflusse sah er sich bei jedem Witze triumphirend um, dptx lachen konnte dabei Niemand. Der Direktor spielte zu meinem Erstaunen den Faust", und zwar ganz mit denselben schwungvollen Bewegungen, die er mir bereits gestern vorgemacht hatte, während sein Vortrag dahinrauschte wie ein uferloser Strom. Aber es klang schön, wie nach dem Klavier einstuNrt' in wunderbaren Modulationen; man mußte die brillante Technik anerkennen und vergaß darüber das Unnatürliche der Deklama-' tion. Seine Frau spielte das Gretchen. rund und lieb wie immer. Alle Belehrungen des Regisseurs prallten ab an ihrem hartnäckigen: Das hab' ich immer so gespielt!", und als sich der erbitterte Herr einmal ärgerlich abwandte, drehte sie ihm hinter seinem Rücken lächelnd eine Nase. Nach Beendigung der Probe faßte mich der Direktor am Nockärmel und sagte: Halt, mein junger Freund, heute Mittag sind Sie selbstverständlich mein Gast. Meine Frau verlangt unbedingt Ihre Gegenwart bei Tische. Wo steckt sie denn? Camilla, geliebtes Weib, wo steckst Du denn?" Sie kam langsam angeschlendert und fragte gähnend: Was ist denn los?" Mein süßes Weib!" rief er im schmelzenden Bühnenliebhabertone. Ist's denn erhört?! Wir haben eine ganz lange Probe gehalten, und ich habe noch keinen Kuß von Dir bekommen. Küsse mich!" Er umarmte sie mit ausdrucksvoller Zärtlichkeit und küßte sie. wobei er mich, seitwärts schielend, verschmitzt ansah. Dann nahm er mich beim Arme und zog mich fort mit den Worten: So. jetzt soll uns das Essen munden. Komm, süßes Weib!" Ich sah beim Hinausgehen gerade noch, wie das süße Weib sich den Mund abwischte. Dann hing sie sich an seinen Arm und ließ sich von ihm ziehen. Mein süßes Weib, Du hast Dich doch nicht zu sehr angestrengt?" fragte er zärtlich und fuhr zu mir gewandt fort: Wir speisen im' Wilden Mann." Ter Name hat doch hoffentlich nichts Abschreckendes für Sie? Famoses Essen, ausgesuchte Weine und was das Vestz ist, stets wechselnde Gesellschaft; man sieht nicht alle Tage dieselben langweiligen Gesichter, und braucht nicht jeden Tag neue Geschichten zu erfinden, um Leben und Bewegung in die Bude zu bringen. Ich fchwadronire bei Tafel dem Volke die Köpfe so voll, daß Alles von selbst Abends in's Theater kommt. Logenpublikum! Verstehen Sie?" ' So ging's, wie ein Mühlrad, unter

lebhaften Bewegungen immer weiter. Dabei grüßte er nach allen Seiten Bekannte und Unbekannte, bis wir im Wilden Mann" ankamen. 11. K a p i t e l. Wen Hans Freiling roch im WildenManne" kennen lernte, wie er sich häuslich einrichtete, und in welcher Gesellschaft er den Abend zubrachte. ; Beim Eintritt in das Speisezimmer Sah sich Herr.Egidius Schein forschend um und sagte dann im Tone äußerster Zufriedenheit: . -

So, da wären wir, und. wie ich sehe, noch zeitig genug, nichts zu versäumen." Er winkte den Kellner herbe! und fragte zutraulich: Mein lieber Freund! Sie haben doch noch einen Platz neben mir frei für diesen Herrn?" Damit meinte er mich, und auf das freundliche Bejahen des Kellners stellte er mich ihm vor: Unser jugendlicher Held und Liebhaber. ist für heute mein Gast. Also eine Flasche guten Veltliner. Sie haben mir doch einen neuen interessanten Gast gzgenübergesetzt? Der gräßliche alte Handlungsreisende von gestern mit seinen antediluvianischen Witzen hat sich hoffentlich verzogen! An dem konnte man keine Studien machen, und ein Schauspieler muß stets studiren. für ihn ist die ganze Menschheit nur ein Objekt seiner Studien. Jawohl!" schloß er mit erhöbener Stimme und einem Blicke in den Spiegel: Die Kunst ist eine spröde Braut und will fortwährend umworden sein." Dann zog er den Kellner zu sich heran und flüsterte: Nun?" Schlau lächelnd erwiderte der Gefragte im Flüstertöne: Herr Direktor, ich habe heute ein ganz besonderes vis-ä-vi für Sie. etwas noch nie Dagewesenes. Kennen Sie den Weltentdeckungsreisenden Dr. Wildenberger? Nicht? Nun sehen Sie, dann werden Sie gleich das Vergnügen haben." Schön!" sagte r Egidius. Nur immer her mit dem Knaben! Nun aber Platz genommen, mein lieber Herr College, und dann lassen Sie uns recht vergnügt sein!" Wenn Herr Egidius Schein geglaubt hatte, heute wieder der Mittelpunkt der Gesellschaft zu sein und den Leuten die Köpfe voll schwadroniren zu können, so hatte er sich gründlich verrechnet. Es schien etwas Besonderes in der Luft zu liegen; ein bedeutungsvolles Flüstern ging durch den Saal, und die Blicke der gesammten Tischgesellschaft waren erwartungsvoll nach der Thüre gerichtet, als müsse von da etwas Besonderes kommen. Jetzt ging die Thür auf und in ihrem Nahmen erschien eine mätige, vermögen aussehende Gestalt, einMann von etwa dreißig Jahren, aus dessen sonnverbranntem, von einem langen braunrothen Barte umrahmten Gesichte die stahlblauen Augen mit Herrfcherblick in die Welt schauten. Guten Morgen, meine Herrschaften!" dröhnte seine wuchtige, zur Figur passende Stime durch den Saal. Ein kleiner dicker Herr, der neben mir saß, sprang auf seinen Stuhl und schrie: Hurrah ! Hurrah ! ' Der tolle Fritz ! Der Afrikaner! Der Weltentdecker!" Dabei schwenkte er seine Serviette wie eine Fahne in der Luft, und alle Tischgäste sprangen auf und schrien: Hurrah! Hurrah!" Storni sprang der Dicke von seinem Stuhle und watschelte mit einer Ge schwindigkeit, die ich ihm nicht zugetraut hatte, um die Tafel herum, keuchend wie eine Dampfmaschine, sprang an dem Weltentdecker" in die Höhe und küßte ihn, zerrte ihn zum Tische und stellte ihn der Gesellschaft vor mit den Worten: Unser Landsmann, mein Jugendund Schulfreund, der Entdecker unbekannte? Gegenden in Mittel-Amerika und im dunkelsten Afrika, unser Doctor Fritz Wildenberger, Stammgast der Sahara u. f. w., u. s. w. Aber, halloh! Da kommt die Suppe. Se Dich, mein Junge, setz' Dich! Die Herrschaften können Dich nachher genauer besichtigen. Nach dem Essen ist der Löwe am zahmsten, und essen gebt allem Andern vor Ein wahres Glück, daß Du noch essen' kannst und nicht schon längst an der Festtafel des Hottentottenhäuptlings Warrahuhu gegessen worden bist!" Damit drückte er den Hünen auf den leeren Stuhl uns gegenüber und schnob und prustete wieder um die Tafel herum an seinen Platz, wo er buchstäblich im Schweiße seines Angesichtes zu essen begann. Der Weltentdecker meinte lächelnd: Ich hab' einen barbarischen Hunfcer und bitte die Herrschasten, sich nicht daran zu stoßen, wenn ich vielleicht ein Bischen mehr essen sollte, als unter normalen Verhältnissen üblich ist. Essen war von jeher eine Hauptleidenschaft von mir. Ich habe' schon überall herumgegessen, aber der Wilde Mann" ist stets eines meiner Ideale geblieben, wenigstens bezüglich der Mittagstafel. Da gilt der Wahrspruch: Gut und viel."" Gut und viel!" echote der Herr Egidius Schein, der schon lange darauf gelauert hatte, das Wort zu ergreifen. Gut und viel! Das ist das einzig Wahre. Greif' nur hinein " Mein dicker Nachbar versetzte dem Redner hinter meinem Rücken vorbei einen Klapps und flüsterte: Pst! Stören Sie ihn nicht. Beim Essen darf man Niemanden stören, das schadet der Verdauung. Heute Abend bei einer Festbowle soll er uns einen Vortrag halten. Also bis dahin wie sagten Sie. mein Bester? Greif' nur hinein in die Schüsseln und beherzige das Wort: Mit vollem Munde schwatzt man nicht." Und nun trat allgemeines Schweigen ein. Der Weltreisende aß und hatte für nichts Sinn als für das Essen, auch nicht für die freundlichen Blicke des tugendsamen Weibes. Auch beim Kaffee blieb er schweigsam, zündete sich eine Cigarre an, erhob sich langsam und verließ, nachdem er mit dem Dicken einen Blick gewechselt, den Speisesaal mit dem wohlmeinenden Wunsche: Gesegnete Mahlzeit, meine Herrschaften!" .Ein recht unterhaltender Herr, Ihr

Schulfreund, Herr Professor Wohlgemuth, das muß man sagen!" bemerkte Egidius Schein. Alles lachte, selbst Professor Wohlgemuth. so hieß der kleine dicke Herr, lächelte mit und meint: gemüthlich: Wenn Sie mal so lange in Amerika und Afrika gewesen wären, wie mein Freund Wildenberger, dann " ..Nun dann ? Weshalb machen Sie eine so verdächtige Pause?" fragte der Direktor. Dann würden Sie auch mehr pausen als pausten!" ergänzte grinsend der Professor. Jetzt ward auf Kosten des Herrn Egidius gelacht, den das übrigens ziemlich kalt ließ. Er meinte nur trocken: Der kennt mich." Dann wandte er sich an mich mit der Frage, ob ich schon Privatwohnung hätte. Auf meine verneinende Antwort sagte er: Schön. Dann werde ich Ihnen den Theaterdiener mitgeben, und Sie sol len bald untergebracht sein. Kommen Sie, wir gehen am Theater vorbei, wo wir ihn treffen. Camilla, süßes Weib, bist Du bereit?" Camills hob sich langsam und sagte in sagendem, schwankendem Tone: I Zch bin so abgespannt " ÄeuKst besorgt reichte er ihr den Arm und rief pathetisch: k,Du hast Dich auf der Probe zu sehr angestrengt, mein süßes Leben. Ja, ja, wie die Klassiker die Nerven angreifen, das fühlt nur ein Künstler. Komm, Schatz!" Vor dem Theater trafen wir einen fein gekleideten Herrn in vorgerückten Jahren, der sich herablassend verbeugte, wobei er sein angenehm geröthetes Gesieht in grinsende Falten legte, zu denen sein mächtiger Victor Emanuel-Bart einen putzigen Contrast bildete. Unser Perpetuum mobile, Herr Jean Lautenschläger!" stellte der Direktor vor und fuhr mit kühner Handbewegung nach mir hin fort: Unser neuer jugendlicher Held, Herr Raden,, sucht einen, Ort, wo er sein Haupt hinlege. Ich vertraue Ihnen sein Wohlergehen an und lege sein Glück auf Ihre Seele." Herr Jean Lautenschläger reichte mir die Hand und versicherte schnarrenden Tones: Herrr Rraden, frreut mich fehrrr! Werrde Sie grroßarrtig unterbrringen, habe eine Wohnung fürr Sie in petto." Herr Lautenschläger," flocht Frau Camilla mit liebenswürdigem Lächeln ein, sorgt für die Schauspieler wie ein Vater für seine Kinder. Ihm können Sie in jeder Beziehung vertrauen." Herr Lautenschläger verbeugte sich theatralisch und meinte: Frau Direktor beschämen mich . Aber," fuhr er in besorgt unterthänigem Tone fort, Frau Direktor sehen etwas leidend aus ?" Uebergroße Anstrengung bei der Probe, mein lieber Lautenschläger," bedeutete ihn der Direktor. Ja. ja, die Klassiker und besonders Faust" bestätigte Herr Lautenschläger. Herr Egidius Schein schnitt jedoch weitere Betrachtungen über das Faustthema ab mit den Worten: Also, Herr Lautenschläger, ich verlasse mich auf Ihre bewährte UmsichtHerr Raden bis morgen!" Damit reichte er. mir die Hand und seiner Gattin den Arm, und mit den zärtlichen Worten: Komm, theures Weserr,, Du bedarfst, der Ruhe!" führte er die wieder ganz, leidend Dreinblickcnde, nach Hause Verlassen Sie sich auf mich. HerrDirektor!" rief ihm der Theaterdienernach. Frau Direktorin. Ihr ganz ergebenster! So. Herr Raden!" wandte er sich dann an mich, ich steheganz zu Ihrer Verfügung. Eine Herrliche Frau, die Frau Direktorin!," fuhr er geschwätzig fort. Und wenn Sie sie erst spielen sehen großartig, sag ich Ihnen, wundervoll! Und beliebt ist sie beliebt was sag' ich. beliebt? Vergöttert wird sie vom Publikum. Na. Sie werden ja sehen. Ach, ich vergaß! Sie haben bereits das Glück." Dabei sah er mich verschmitzt. lächelnd von der Seite an. Ich wollte ihm etwas auf den Zahu fühlen und bemerkte in gleichgiltigem Tone: Ich bin auch bereits für einen gewissen katholischen Priester gehalten worden." Lästerung! ' Lästerung!" eiferte Herr Lautenschläger. Glauben Sie doch den Unsinn nicht! Dieses Komödiantenvolk entschuldigen Sie, aber es ist so diese Schauspieler hier, besonders unser Damenpersonal kennt ihr den Neid?" fragte Narziß " ?lbcr," wandte ich ein, ich soll doch einem Priester ähnlich sehen, oder ist das auch Erfindung? Gibt es einen solchen Priester gar nicht?" Er sah mich prüfend an und meinte dann vorsichtig: Allerdings! Allerdings! Der Mann war vorhanden, ist aber, so viel ich weiß, bereits seit längerer Zeit von hier verschwunden. ' Es sollen da allerhand kirchliche Unzuträglichkeiten vorgefallen sein, man munkelte etwas von Unterschlagung von Kirchengeldern, von schimpflicher Ausstoßung aus dem Priesterstande doch so etwas entzicht sich natürlich der Oeffentlichkeite. Aber unsere Frau Direktorin ? Ich bitte Sie, glauben Sie doch solchen Unsinn nicht!" (Fortsetzung folgt.)

Auch ein Vergnügen. Frl. A.: Na, wie hast Du Dich gestern Abend im Theater amüsirt?" Frl. B.: Ach, großartig! So gut habe ich mich noch nie in meinem Leben amüsirt! Den ganzen Abend habe ich geweint!"

Für die Küche

zeoaaenes ii a m m a Wiener Art. Das Lammfleiil wird in halbhandgroße Stücke getheilt, diese in gesalzenem Wasser halbweich gekocht, dünn mit Salz und weißem Pfeffer bestreut und eine halbe Stunde beiseite gestellt. Nun erst wird es in Mehl, dann in zerklopftem Ei und feinen Semmelkrumen gewendet und schwimmend in heißem Schmalz ge backen. Als Backfett verwende man zur Hälfte ausgelassene Butter, zum anderen Theil Schweinefett besserer Sorte. Junge Täubchen gedün. stet. Zwei gerupfte, ausgenommene und ausgewaschene Täubchen werden eingesalzen, innen auch etwas gepfefjert, mit einem Stückchen frischer Butter und einem Büschelchen frischer Petcrsilie in ein passendes Geschirr gelegt, etwas Wasser hinzugefügt, und fo im eigenen Safte weich gedünstet. Zehn Minuten vor dem Anrichten giebt man die grünen Erbsen dazu, erhitzt dieselben in der Bratbutter und richtet sie mit dem Safte der Täubchen an. Die Tauben werden halbirt auf die Erbsen gelegt. Rinds -Paprikafleisch. 2 Pfund bestes derbes Rindfleisch vom Schwanzstück läßt man. im Sommer drei, im Winter fünf Tage abhängen. klopft es dann, gut, befreit es von Haut und Sehnen und schneidet es in etwa einen Zoll haltende Würfel. Indessen dämpft man 6 & feingeschnittene Zwiebeln in Schweineschmalz oder Butter ganz weich, thut das Fleisch mit Salz und 12 Messerspitzen Paprika hinzu und läßt es zugedeckt weich däm pfen.. Eine knappe Stunde vor dem Anrichten giebt, man etwas gut ge quirlte, dicke saure Sahne hinzu und servirt mit Reis, Klößen oder Kar. tosseln.. Makkaroni und neueZ Sauerkraut. Etwa Pfund Makkaroni werden wie gewöhnlich ir. Salzwasser mit einem kleinen Milch, guß darin weich gelocht und abgetropft; 3 bis 4 Stück Frankfurter Bratwürst können zugleich dann weich gekochj werden. Sodann sind diese noch heiß abzuschälen und in feine Scheibcheu zu schneiden.. In, die ausgestreut Form kommt nun auf je eine Lag Makkaroni eine Lage übriges kalte! oder auch noch warmes Sauerkraut, darüber eine Lage der 'Wursträdchen, zu oberst Makkaroni, wenig Butter, flöckchen und etwas Reibbrot. Stunde Backzeit; in der Form servirt. Ragout aus Rindfleisch Fleisch vom Rump" wird in Stück gewünschter Größe geschnitten (1 c Quadratzoll) und mitMehl überstäubt. In Rinderfett wird eine scheibig ge. schnittene, große Zwiebel angedünstet.,. das Fleisch hinzu gegeben und. -V stetem Rühren 10 Vinuten-bkalenj sen. Langsam wird nun soviel Masse, zugegossen, daß. das Fleisch bedeckt ist. Salz. Pfeffer. Nelken. Muskatblüthe, ein Lorbeerblatt und Citronenscheibeu werden nun zugefügt, dann läßt mav Alles zusammen vier Stunden lang sieden. Steertsuppe. Ein Ochsen, und in Hammelschwanz werden gut gewaschen, im Gelenk eingekerbt odel zerschnitten, mit kaltem Wasser ange. setzt, bis fast zum Kochen gebracht uni in kaltem Wasser abgefrischt; danv thut man sie in. ein großes Kasseroi nebst einer Rindsniere und 1 Pfund Rindfleisch, übergießt sie mit 6 Quart Wasser,, schäume während des KochenZ gut ab und thut eine Eßlöffel Salz hinzu. Hierauf, macht man in einem Kasserol. Butter gelb, schwitzt, 2 Pfund würflig geschnittenes, mageres Rind, fleisch eine Stunde darin, . bis es auj allen Seiten, gelb, ist, streut dann klein, geschnittenes Wurzelwerk, und Zwie. . beln zwischen das. Fleisch und dünstet auch dieses unter.- beständigem Umrüh. ren gelblich,, worauf man es mit 1 Pint Fleischbrühe, verkocht und mit zu der Suppe thut,, die. noch 2 Stunden XawiI T rZs Vma.Ia vuiiui iuuyuui iucuci uuutu uiu, Man seiht nun-die Brühe durch, nimmt das Fett davon- ab. läßt sie nochmals aufkochen,, legirr. sie mir einem Löffel Arrowroot, der in einem Glase Port wein glatt gerührt tst würzt die Suppe mit einer Prise Marcis und etwas weißem Pfeffer und richtet sie mit Farceklößchen cm. Hechti.nGel6e. Mau koche in einem irdenen oder emaillirten Topse Wasser mit feinen Kräutern. Gewürzen. Zwiebeln. Citronenscheiben, einer Handvoll Salz auf jedes Pfund Fisch. 23 Lorbeerblättern den Fisch, wäh rend man dreimal wenn er zum Ko chen kommt, mit Essig den Sud abkühlt (ablöscht); nun nimmt man ihn her aus. vermischt den Sud mit Kclbs fußstand oder aufgelöstem Gelatine, gibt ihn durch ein Tuch und läßt ihn sulzen. Den nächsten Tag befreie man das (StU tion Fett und Bodensatz, kläre es, wenn man es sehr klar haben will, noch mit geschlagenem Eiweiß übe? dem Fuer. lege den Fisch in eine Glasschale ganz oder zerpflückt . und lasse es fulzen. . Sollte die Sülze zu dick sein, so kann sie mit Wein ode? Essig verdünnt werden. Man kann den Fisch auch lagenweise einlegen mit allerlei Beiwerk, als Gurken- und rothe Rübenscheiben halbirt, Eier, Blumen kohlröschen, kleinen Krebsen usw. In diesem Fall muß das Gel6e auf jeder Lage erst fest werden, ehe man wieder Fisch und Zuthaten auflegt. . s Idyll. In der Gasse sieht ein HauS. ' Blondes Mägdlein guckt heraus. ; Ais-a-vis ein Lieutenant geht. Klirrt das Pflaster an und dreht Schnurrbart auf um neunzig Grad: -Telegraphieren ohne Draht! . .j