Indiana Tribüne, Volume 24, Number 25, Indianapolis, Marion County, 13 October 1900 — Page 7
Jndicma Tribüne, Samstaa, den 13. Oktober 1900.
Der MMrMs.
Rom an von Fanny Kaltuihauscr. 1. Maiensonue! Sie fluihet mit ihrc'.n warben, goldigen Licht über die Gegent die in b!ühend:r Schöne daliegt und nun n?ie zauberhaft verklärt .erscheid duiA den Sonnenglanz und SONnc?'.schini7ner. Sie fluthet mit itern h;lVn Glanz in die Menschenleer--en. daß uianch eines sich weitet inLKöe rsl o,.r UllJ Und irie ein: neugierige Gesellin zwängt sie sich durch zwei winzige Fensterchen in eine kleine niedereStube und huscht auf einige der unzähligen k!einen Heiligenbildchen hin, die an den Wänden hängen. Als sie ihre Neugierde sattsam gestillt, zieht sie sich langsarn, sachte wieder zurück. Ein kleines Weiblein sitzt auf der Bank neben cern unförmlich großen, grünen Kachelofen; :s scheint eben ein wenig in's Nicken gerathen zu sein, dennnun hebt es plötzlich den Kopf und fragt völlig schlaftrunken: Wa? haft cerneir.t. Friedl?" t Trüben am Tisch hat sich einer erIben; ein junger Vurscb. Nun reckt sich die höh:, kräftige Gestalt, als wäre sie niüe r?m vielen Sitzen. .Na, i'aiatieri, das hielt' ich nicht lang c::!, s? ein stundenlanges Sitz?"! Ick ae:s ein bißl fort hab' ich gcrao' gesag:! Tas Regendach trag ich der Gc.n zurück, was sie mir neulich gelieb;n i-at, wie mich auf dem Herweg der 5i::.t: lischt hat." "i ir: via ja, na ja, gey nur: reini die alte Frau. Aber bleib doch nick-: car zu lang aus; ich geh' nicht gern zu spät scklafen." Tcr Scbn nickt nur. holt sich ilfertiz einen großen Regenschirm aus einer Ecke und "schreitet damit dei Thür zu. Aber da er an der alten Frau vorüberkommt, hält sie ihn an einem Aermel fest. Ihre Schlaftrunkenheit scheint völlig gewichen zu sein, denn lebhaft spricht sie auf den Burschen ein: Tu, was ich sagen will: weil Tu schon beim Reiserbauernhof vorbeikommst, -so schau ihn Tir ein bißl an! Da wär' die Tochter zum Heirathen und kann keinen kriegen, weil sie gar nicht sauber ist. Schau Tu. da könnt' einer sein Glück machen! Ter Reiserbauernhof ist in schönes Gut wich Dich ja erinnern können, wenn Tu auch schon lang ireaerresen bist den daheim!"' .Weiß scbon noch, wie er ausschaut, ei ja!" meinte der Friedl. Und da denkst halt, ich könnt' über die schiache Väuerin drüber schauen, wenn ich mir den schönen Hof zu Gemüth führen könnt'?!" Lachend kamen die letzten Worte von Friedls Lippen, dann fügte er aber plötzlich ernsthaftig hinzu: Na. na. Muatter, da wird nichts draus! Da drinnen in mir ist was, das sich aufhält gegen so eine Heirath lieber keinen Hof und dafür ein lieb's Weib, fcc mir bei jedmaligein Anschauen eine Freud' im Herzen macht!" Die Neitingerin wackelte bedächtig . mit dem Kopf. Bist dumm, Bub. bist dumm!" meinte sie. Ter Fried! aUz schüttelte den Kopf und ging schweigend auf die Thür zu. 5he er dieselbe öffnete, rief er der Mutter in freundlichem Ton ein B'hüt Gott!" zu, dann erst verließ er die Stube. Die Sonne war schon hinter den Wergen hinabgesunken; aber es lag noch wie ein schwacher Abglanz davon auf Baum und Strauch, ein leises Flimmern und Flirren zuckte darüber hin. Der Friedl ging mit weiten SchritUn dahin. Er schloß ein paarmal die Augen, als thäten sie ihm weh von dem grellen Flimmern; dann sah er jedesmal die schlanke, schmiegsame Gestalt des Dirndl?, das er neulich bei seiner Godn", der alten W:esingerin. getrosfen, vor seinem Blick auftauchen so schön und lebendig, als stände sie in Wahrheit vor ihm. Immer schneller, hastiger wurde sein Gang; es war etwas in ihm, das ihn vorwärts trieb, etwas, das heiß, quälend und doch wieder eigen wohlig in ihm auftauchte. Seine Augen schauten mit brennendem, verlangendem Blick nach vorwärts; noch immer nicht tauchte dort drüben ein Tach auf, ein breites und hochgiebeliges Strohdach. In einer förmlich ungestümen Hast rannte er vorwärts, um plötzlich mit heftigem Anprall an einen fremden Körper anzustoßen an einen lebendigen Körper; während des Anpralls fühlte er eine warme Haut. Erschrocken schaute er zu, wer ihm oder wem er so unsanft in den Weg gekommen. Da lief es schier unwillig über seine Züge hin. Die Reiserbauern -.Nani! Du bist's?" sagte er unrnuthig. Was bringt denn Dich so auf die Füß' daß Du einem so ungut in den Weg läufst?" Mit großem Blick sah ihn das Dirndl, das mit halbnackten Armen dastand, aus ihren hellbraunen Augen an. Ich mein fast, ich hätt' Schuld. Ich bin ganz langsam dahergekommen. Bin nur gerad' so in meinen Gedanken dahingegangen und hab' nicht um mich gesehen, ob wer daherkam'. Hätt'st wohl Du auch so gut sehen können, wenn .Wenn ich Augen im Kopf hätt', ja. nehm' iob mir ein zweit's Paar Augen znit. wenn ich Tir wieder begegnen
ja!- unterbrach er sie rasch, mit einem leichten Anflug von Zorn. Na. halt ia nichts für ungut! Ein andermal
th'u'. Tann wirst Tich nicht zu beklagen haben über mich!" Das Mädchen schüttelte den Kopf. .Ich hab' mich ja gar nicht beilegt sondern Du, wenn Du Dich erinnern kannst. Ich bin keine so Wehleidige!" Der Friedl biß sich auf die Lippen, so faßte ihn der Aerger an. Recht hatte sie schon, die Dirn'! Ja, aber daß sie ihm das so kurzweg sagte, das wär' nicht nothwendig, das sie Zonnt' es auch sür sich behalten! Eine heftige Antwort schwebte schsn auf seinen Lippen, aber da faßte ihn plötzlich die Scham an. daß er sich so weit fortreißen lassen wollte, wo er voch im Un-
recht war. Einen Augenblick schaute er unsicher in das blaffe, unhübsche Gem . . ' . ... .' i "t. I ficht nieder, während es dunkel über seine Züge hinglitt, dann hob er plötzlick die Rechte und streckte sie dem Dirndl entgegen. Mußt mir's nicht verübeln, mem ungut Reden, ich hab' so ohne Besinnen hingeredet," sagte er. Es flog licht wie ein heller Schimmer über das wie vergrämt dreinschauende Gesicht, und die harten, un. schönen Linien wurden dadurch gemildert. Ter etwas eingekniffene Mund öffnete sich wie zum Sprechen, aber es kam kein Wort über die Lippen. Tas Dirndl schüttelte nur heftig ein paarmaladen Kopf, dann eilte es den Weg hinunter, der von der Straße über den abschüssigen Hang hinunterführte. Einen Moment stand der Fried! noch still und schickte dem davcnhastenden Tirndl einen kurzen, fragenden Blick nach. Was hatte die nur? Wie besessen rannte sie davon, als hätt' ihr einer was angethan! So ein Weibsleut ist doch wahrhaftig nicht recht gescheit! Erst, da er sie grob angefahren, hatte sie ruhig stillgehalten, und nun. wo er ihr auf gute Weis kam, da lief sie davon, als hätt' er sie beleidigt. Waren etwa gar alle so wie die? Bon so einem unbesonnenen, verkehrten Wesen! Ah bah. die anderen waren schon nicht so: bloß die da war so ein verdreht Ting! Ter fehlte es nicht allein an der Sauberkeit, sondern auch am Beistand. Bloß Geld hatte sie genug Geld! Und den schönen Reiserbauernhof! Schad', daß der eine solche Erbin hatte! Friedls hübsches Gesicht wendete sich eine Sekunde lang nach links herum, und mit bedauerndem Blick maßen seine großen, klugen Augen das lang hingestreckte Reiserbauerngehöft. Auf einmal aber schritten die Füße des Burschen wieder weiter aus. Was kümmerte er sich um den Hof dort und um dessen Zünftige Besitzerin! Seinetwegen brauchte diese und jener dort nicht auf der Welt zu sein! Ihm lag nur eine im Kopfe, eine: Sela! Das gar so schöne, liebe Dirndl war ja mit keiner zu vergleichen! Wenn sie nur daheim wäre, die Sela. wenn er kam! Eine eigne Freude faßte ihn, ihre Stimme zu hören, Worte von ihr! Warum es ihm nur gar so merkwürdig zu Muthe wurde, wenn er sie reden hörte?! Bisher hatten ihm die Dirndln keine besondere Freud' gemacht, wenn cr eine ansah oder reden hörte und wenn es noch so eine saubere gewesen war! Die jetzt auf einmal! .... Friedl. Friedl, wirst dich doch nicht ganz und gar verschaut haben in die!" murmelt er lustig vor sich hin, dann bleibt er plötzlich stehen, reckt jäh die Arme in die Luft in einem Andrang jugendlich ungestümer Kraft und Stärke, läßt sie blitzschnell wieder sinken, lacht leise und kurz vor sich hin und sagt: Mein wenn du werden thät'st! Mein! Hergott im Himmel droben, ich weiß nicht, was ich thät'!" Da lacht eins in seiner Nähe hell, laut, mit weichen Tönen auf, und daraufhin frägt eine fröhliche Stimme scherzend: Nach wem trägst denn so ein groß Begehren? 'leicht möcht'st die Sterndl vom Himmel herunterholen?" Der Friedl ist wie erschrocken stillgestanden. Das ist ihre Stimm', ihre schöne Stimm'! Und da steht sie. die Sela, die Enkelin seiner Godn". Sie schaut ihm mit ihren großenAugen lachend in's Gesicht; in der Rechten schlenkert sie ein Körblein hin und her. Langsam spricht it ibr nach: Tie Sterndl? Die Sterndl?" Und dann hastiger, .vie sich besinnend: Na. freilich. so unsinnig dumm bin ich schon auch, daß ich die Himmelssternlein haben möcht'! Giebt ja auf der Welt viel schönere Sternlein, die zu haben sind!" Das Mädchen lacht; und dies Lachen ist zugleich seltsam anziehend und doch wieder abstoßend; es liegt ein weicher Klang darin, und der volle rotheMund sieht wie frische Blätter einer dunkeln Rose aus nhtz den blitzenden Zähren, aber zugleich ist es so selbstbewußt, kurz abbrechend, daß man den stolzen Sinn des Mädchens herausmerkt: Wußt' nicht, wo auf der Erd' Sterndlein zu finden wären!" sagt sie dann und sieht Friedl mit ihren leuchtenden Augen wie fragend an. . Und bei dem Blick umfängt es ihn wie eine heiße Welle ein wonniger Schauer läuft auf einmal durch seine Glieder. Brauch' nicht weit zu suchen! Gerad' hineinschauen thu' ich in zwei solche Sterndlein!" fliegt es ihm heiß, wie. in Athemlosigkeit von den Lippen. Und mit einemmal tritt er ihr ganz nahe, legt eine Hand auf ihren Arm und sagt stockend, leise: Und so viel schöne Sterndlein sind's, die ich gerad'. all mein Lebtag anschauen möcht' was meinst, ob die für mich zu haben sind?" Sela ist blaß geworden, einen fluchtigen Moment hindurch liegt c wie deftiges Abweisen auf ihren Zügen,
dann über geht tZ wie das heiße, siürmische Wogen des Blutes darüber hin, sehnsüchtig glüht es in ihren Augen auf. sie neigt den Kopf ein wenig wie scheu, bezwungen, legt denselbrn dann in den Nacken und lacht lacht nicht wie vorhin, sondern leise, schelmisch, wie in jäh auftauchender und sich halb besinnunqslos verrathender Glückseligkeit. Ich kann's nicht sagen, mußt es halt Probiren!" entgegnet sie. Da beugt er den Kopf tiefer nieder und sieht ihr in's Gesicht, als möcht' er i.immer wegsehen, als möcht' er seine Augen in die ihren versenken. Gleich darauf hat er die Sela umfaßt und an
sich gezogen; er tußt ihre Lippen heiß. stürmisch, rasch hintereinander. Bis sie . T: " r i rni ; i 5 ihn wegstößt. Mit beiden Händen schiebt sie ibn von sich, heftig und neigt dabei den Oberkörper weit nach hinten. Aufhören thust!" sagt sie energisch. Wenn uns wer sehen thät!" Wär' das ein so großer Schaden?" fragt er lachend. 'leicht nicht! Da wär' es morgen schon unter den Leuten, daß wir zwei was miteinander haben!" erwidert sie ärgerlich. Na, und? Willst es denn so geheim halten?" Er macht eine kurze Pause nach den schnell hervorgestoßenen Worten, sieht sie scharf an, während es um seine Lippen eigenthümlich zuckt, dann fügt er langsam .hinzu: Schämst Dich 'leicht wegen der Lieb' zu mir?" Es liegt etwas in seinem Ton, über das sie erschrickt in ihrem Herzen. Sie neigt sich vor, zu ihm. Geh Du!" sagt sie wie schmeichelnd. Geh, so eine Frag'! Aber was brauchen denn die Leut' das zu wissen? Was gehen uns die Leut' an?" Er nickt. Nichts gehen sie uns an. ja! Gar nichts! Und wenn sie 's eben zufällig erfahren, da wär' es gerad' auch kein qroßer Schaden." Aber Sela schüttelt den Kopf. Meinst halt. Kein Schaden! Und wenn mein Bater davon erfährt, dann, meinst, hätt' ich keinen Schaden?" Dein Vater? Ja, was meinst da?" sriedlsAugen sehen starr in Selas Gezlcht. Ist der 'leicht ein aar so Hochmüthiger. Dein Vater? Und fürcht'st ihn?" . Sela zuckt die Achseln, sie schaut an Friedl vorüber, er kann so den unaufrichtigen Blick ihrer Augen nicht gewahren. Fürchten thu' ich ihn schon denn er hat schon einen ausgesucht für mich!" sagt sie zögernd. Ah so?" Hastig entfährt es den Lippen Friedls. Ausgesucht . hat er Dir einen? Und Du? Was sagst Tu dazu?" Eine kleine Weile ist sie still, sieht geradeaus vor sich hin, dann gleitet es wunderlich über ihr Gesicht, halb schelmisch, halb leichtsinnig; sie lacht leise auf und zuckt nochmals mit den Schultern wie wegwerfend sieht es aus, wie ein leichtsinniges Gebahren. Bishe? ist mir's recht gewesen!" erwidert sie. Bisher! . . . ." Nun sieht sie ihn plötzlich an mit einem flimmernden Glanz in den schönen Augen, und lacht wieder. Ihm ist's, als hätte sie gesagt: Jetzt mag ich aber nur Dich, nur Dich!" Und er umfaßt ihren schlanken Leib und zieht sie jäh an sich, und da flüstert er ihr nun von seiner Liebe vor, so beredt, daß sie auf alles vergißt und nur ihn hört und sieht. Allmälig wird es dämmeriger, dunkler um die beiden, das Flimmern und Flirren ist verschwunden. Nur das helle Haar des Dirndls leuchtet wie mattgoldene Fäden auf dem schönen Kopf; die rauhe Hand des Friedls fährt einmal darüber hin. streichelnd, in zärtlicher Liebkosung. sanfter Bewunderung.. Sela horcht irn horcht, was ihr der Friedl alles zu sagen weiß; sie lauscht dem Klang seiner Stimme, die ihr in's Herz geht, sie versteht auch die Worte, aber sie hat keinen Wunsch und Willen, dieselben als Gesetz gelten zu lassen in ihrem Sinn und Herzen. Es ist ihr so wohlig an seiner Brust, wenn sein Arm sich um sie schlinat .das will sie genießen, auskosten. Gur ist s und schon, so nahe bei dem zu sein, der ihr so wohlgefällt! Ah, wenn der nur Geld'hätte. Geld oder ein nettes Häuserl der müßt' der ihre werden, der! Kein anderer! In ihrer Brust drängt etwas, was sie hoch aufathmen und schwer ausseufzen machen will, aber sie unterdrückt es und lächelt spottend über sich. So dumm! Heut ist heut, und was morgen kommt was geht' Dich heute an. Dumm genug, danach hinzuschauen und sich damit bis Freud' am Heutigen zu verderben. Tas spöttische Lächeln a:if den jungen Lippen verkehrt sich zu einem sorglos heiteren, die blauen Augen blitzen trotz der Dämmerung den Fried! wie funkelnde Lichter an er wird nicht satt, den Mund zu küssen, der sich ihm willig darbietet. Als der Friedl langsam heimschreitet in der tiefen Dunkelheit Sela hat es nicht zugelassen, daß er sie in die Nähe des Hauses heimbegleitet, sie hat vielmehr den Schirm selber mitgenommen da denkt er mit einem heftigen Leidgefühl daran, wie bald Sela von hier fortgehen wird. Nach zehn Tagen will sie heim zu ihrem Vater in's Jschlerische. Der Friedl traf alle Tage, vielmehr alle Abende mit seinem Dirndl zusammen und versenkte sich immer mehr in d'se jäh erstandene Liebe. Sie aber Sela war zärtlich und gab sich seinen Liebkosungen ' mit wonnigem Empfinden hin, dabei aber verlor sie
den Verstand nicht, das kühle Vesinntn. Er aber meinte, sie dächte nichts mehr wie an ihn und an ein Zusammenkommen fürs Leben. Wenn e: heimschritt, eben hinweg von ihr. da rechnete er oft, wie lange es denn dauern würde, bis er ein paar hundert Gulden beisammen hätte, um nicht mit völlig leeren Händen vor ihrem Vater zu erscheinen. Um so viel Geld so schnell, wie es nur anging, verdienen zu können, mußte er wieder in die Stadt zurück und sich da einen Dienstort suchen. Nun. e: würde schon dazu schauen, daß ihm kein Kreuzer fehlging, damit er bald etwas zusammenbrächte. Seife lachte er jetzt vor sich hin, oa er eben wieder heimwärts ging. Er war schon einer, der wußte, was er wollte da drauf konnte sich die Scla schon verlassen, daß er trachten würde, sein Ziel bald zu erreichen, daß er sich durch nichts abwendig machen lassen würde. Denn wenn der Sela etwa zwei Jahre eine lange Zeit vorkamen, so kam ihm ein einziges schon lange zenug vor; das Verlangen, die Sehnsucht nach ihr würde ihn anspornen, fleißig und sparsam zu sein. Und da lachte er in die klare Stcrnennacht hinein, voll Frohsinn und heimlicher Freude ... und wußte gar nicht, daß sich im Wiesingerhof eb:n sein Schicksal entschied, daß dort einer stand in der Wohnstube, breitspurng.
die Hände in den Hosentaschen vergraben, wie ein Wahrzeichen bäuerlichen Hochmuthes; einer, der nun, als Sela zur Thür hereinkam, mit gewichtiger Miene die eine der Hände langsam aus der Tasche zog und sie Sela hinhielt. e"T i 4 r f&- rf 4 t At XuLCi iui;uc ci iuy uvci iuui, um A nen einzigen Schritt zu ihr hinzuthun. Ei, wozu auch? Sie kam ja schon heran, griff gern und' schnell nach seiner dargebotenen Hand. Run? War's am End' nicht so? Ihre Hand hob sich noch nicht; und sie stand schon dicht vor ihm! Ah ja, doch, da legten sich ein paar heiße Finger" in seine breite, schwielige Rechte. Grüß Gott!" hatte er gesagt. Etwas kurzhin erwiderte sie den Gruß. Verwundert schaute er in ihr hochgeröthetes Antlitz. Da wendete sie sich auch schon ab und schritt einem Fenster zu. eine kleine Falte zwischen den Augenbrauen, mit den Zähnen an der Unterlippe aa-nd.-Ein ungutes Gefühl war's doch.' wenn einem eben erst von einem, den man besonders gut leiden kann, die Hand gedrückt worden ist.nd nun soll man damit gleich die Hand eines andern, der einem gar nichts werth 'st. anfassen! Nichts werth? Sela zuckt plötzlich zu sammen wie kann sie sich nur so etwas denken? Nichts werth. Einer, der einen Hof hat. zweimal so groß wie der ihres Vaters, und der dreimal so viel Geld hat wie ihr Vater' So einer, der gilt doch jeder was! Blos ihr nicht? Ihr. die das Glück hatte, auf dieses Gut kommen zu sollen als rechtmäßige Schafnerin als die Frau vom Haus! ' Die verkniffenen Lippen Selas theilen sich plötzlich, ein freundliches Lächeln gleitet um - dieselben, und schon nahe dem Fenster' wendet sie sich plötzlich wieder um. aebt au dem jungen Bauer zurück und legt eine Hand auf dessen Achsel. Weghofer. ich hab' Dich heut schon einmal gesehen. Du mich aber nicht!" sagt sie. .Warst so vertieft ms An mauen ton Deine Ochsen, die Dir der Viehhand ler eben weggeführt hat. Dasselb' thut mich schon ein wenig argern, von wegen der Ochsen von Dir übersehen zu werden! Hab' Dir kem gut's Wort! gönnen Wollen beut!" (Fortsetzung solgt.) In Anaim hat der 24jährige Friseur Franz Spachmann seine Geliebte, die ILiadrige Paulme ':eu mann, durch zwei Revolverschüsse gefährlich verletzt und dann sich selbst erschössen. Der Grund lag in Schwienokelten, die sich der eyelichen Äerom dunz der Beiden in den Weg stellten Wie aus zurückgebliebenen Auszeich nunoen zu entnehmen war. hsite Pau line Neumann ihre Einwilligung zur Ausführung der That gegeben. - Eine romantische Fluch von den Pon?ainseln hat der Anarchist Moreschi ausaeführt. Die nach den Ponzainseln verbannten Verbrecher können arbeiten, wo und wie es ihnen gefällt, und 'sich auch innerhalb eines durch Aachen abgegrenzten reizes fre bewegen. Diese Freiheit benutzte lUlo rescbi dazu. um. unbeachtet von den Wächtern, eine saraartiae Kiste zu zim mern. in die er einige Luftlöcher schnitt Er polsterte sie gut mit Stroh aus. und . m. 4--legte aucy Hammer uno Jange mir mnein. Auf die Kiste schrieb er: Vorsicht. zerbrechlich!" In diese fargähnliche Kiste ließ er sich dann von einem Käme raden einschließen uno nacy dem JQafei von Ponza fahren, wo dieser, ein ge wisserMazzella, mit der undetangenlte Miene von der Welt und der seltsamen Kiste auf einem Dampfer Platz nahm. der wenige Minuten später nach Neapel abfuhr. Am anderen Morgen erst entdeckten die Behörden die Flucht der beiden Sträflinge und telegraphirten naö. Neapel. Dort entdeckte ein Volizeiagent die verdächtige Kiste, als sie eben " an Bord eines nach Marseille bestimmten Dampfers transportirt wurde. Er ließ sie öffnen, und zum Erstaunen aller entstieg ihr der flüchtige Anarchist Moreschi. Er. wie fein Freund, wur-. .den sofort rn Eisen gelegt und nacy Ponza zurücktranZporiirt. ,
Täglicher Marktbericht.
Viehmarkt. Indianapolis Union Viehhöfe, 13 Okt. Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und auswärts 55.25 Gute bis mittlere Stiere 5.75 1350 Pfd. und aufwärts Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd..... Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.... Mittlere öis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 4.65 5.25 4.75 5.15 4.15 4.50 4.25 4.00 4.50 3.50 3.15 4.25 3.50 2.75 6.75 5.25 4.00 3.65 3.25 40 25 Gute bis gewählte Rinder. 3.L0 Mittlere bis gute Rinder. 3.25 Gewöhnliche leichte Rinder Gute öis gewählte-Kübe. . Mittlere bis gute Kühe.. Gewöhnliche alte Kühe.. 2.75 3.60 3.00 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis fancy Exvort Bullen 3.75 Gute bis gewählte Schläch ter, Bullen.. 3.40 Gewöhnliche bis gutcBullen 2.50 Gute Kühe mit Kalb.... 530 GewöhnlichcKühe mit Kalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere 55.10 5.25 5.12z 5.15 5.00 5.85 4.85 Gemischte u. schw. Packing 5.00 Gute bis gewählte leichte 5.05 Gewöhnliche leichte 4.85 Nins i ns ioughs 4.50 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 Gewöhnliche bis mittlere 4.75 4.35 3.50 3.00 3.75 3.00 Kammer. 3.00 3.25 2.75 2.00 2.00 Gute bis gewählte Schafe Ordinäre bis gute Schafe Steckers Böcke, per 100 Pfd Früchte und Gemüse. Früchte. ' Pfirsiche, 90c 11.50 per Bushel. Citronen, $4.50 für 300360. Aepfel, $2-$3 Per Faß. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pfund. Kokusnüfle, 3.50-4.00 per Hundert. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. Cafe. Trauben, Concord, 8 Psund Korb, 12c: Delaware und Niagara, Crate von 4 Körben, 12c Birnen, hiesige, 75c per Bush?!. Cranbcrries $2.25 per Vushel Crate. Quitten, $1.00 per Bushel. Gemüse. Kraut, 75c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate; rothe Globc 50c per Bushel; weiß, Globe$1.75 per Faß. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Kartoffeln, 1.35 per Faß; pnma Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Sünkartostcln-Jerscy $3.00 per Faß. Baltimore $2.00 per Faß. SommerCelery, 15c per kl. Bunch. Tomatoes, einheimische, 75c per Bushel. ' - Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 6Z-7c; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7-7c; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6c; Kübe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hintervierte 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Vor derviertkl 6c; Kuh Vorderviertel 5c; Kuh Hinterviertel 8$c. Frisches Kalbfleisch KälberlOc; Hin tervicrtel 12$c; Vorderviertel 8jc. Frisches Schaffleisch Kammer per Psd. 91c; Schafe 8c; Schenkel 10c Racks, kurz, 16c. Frisches Schweinefleisch. Loins 10c 12c ; Cottage Schinken 8s c ; geyau tete Schultern 8c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10jc ; Tender loins 17c ; Spare Ribs 6c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 2(1-18 Pfund llc; 15 Pfund 114c 12-10 Pfund 12c; Zweite Qualitä 20-18 Pfund 102c: 15 Pfund 11c; 12 Psund lljc; 10 Pfund llc. kalifornische Schinken 6 bis Pfund 8Zc; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 P und . Frühstück Speck Klarer English nured 15c; gewählter Sugar Cured 14c; 6-7 Psund im Durchschnitt 14c 8 bis 9 Psund im Durchschnitt 13$c 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 13c 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 13c 6 Pfund im Durchschnitt, schmal. 13c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 13c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 13c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 10c; KlareSeiten, 30 bis' 40 Psd .-im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 11c; Klare Bellies , 25 bis 30 Pfd., 10zc; 18 bis 22 Pfd., 10!c;14bis 16Pfd.,11ic; Klare Rücken. 20 bis 25 Pfd., 10c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 101c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfö.lljc. Schultern, Enql. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt c; 16 Pfund im Durchschnitt, 9jc; 10 bis 12 Psund 9c Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen, loses Fancy Pig $20.00; Klares Bean 18.50; Family 17.50; Short Clear 16.60; Rumpf 16.50.
Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. Sets, 11c; Außenseiten 8c; Innen seiten 13Zc; Knöchel 13Zc. .7 . Schmalz, in Ticrccs, 1. Qualität 9Zc; 2. Qualität 9Zc; 3. Qualität 9c. Würste, Geräucherte Bratwurst 8c; Frankfurter 8c; WicncrwUtst 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Tärm'a 6c, in Tuch 6c. Butter, Eier und Geflügel.' Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 14c per Dutzend. Hühner 7c, Spring Ehickens 7c Pfd. Turkcy tzcnncn 6c, junge ahne 5c, alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Dtzd.
Fische, Zlustern und Wildpret. Händler-Prciie: ' Clams Little Recks 75c per 100. ' Hummern 25c per Pfund. Austern BesteBaltimoreoderStand ards, $1.00 per Gallone; beste Balti imore Selects, $1.10 per Gallone; New York Counts, $1.00 per Hundert; New Z)ork Culls, 70c per 5)undort; Blue Points in Skalen, 75c per Hundert. . Austern in Kannen New Nork Counts 35c; I. S. F. & 60. SelectS 32c; Standard 25:; F.Br.nd 22c; O. 18c; R. 15c. See-Fische. Knochenlose H ringe 7c; Häringe 4e; Perch 5c; Weißfisch 9c; See Forellen 9jc; Rcd Snavper 8öc; Kcnncbec Hechte 15c; Blausische 10c; Halibut 15c; Stockfisch 8c; Haddock 8c; Catfifch 10c; Ro.l Pickcrcl 9c; No.2 Pickcrcl oder Blue Pike 6c; Black Baß 15c. Froschschenkcl, $1.50-2 per Ttzd. Getreide. - Wcizcn-Ro. 2 rother 75c auf den Geleisen, 7öc von der Mühle ; No. Z rother 71-73c; Oktober 75c auf den Geleisen; Wagcnweszen 75c. Korn-Ro. 1 weiß 42c; No. 2 weiß weiß 41c; weiß No. 42c; No. 3 wein 42c; No. 4 39-41c; No. 2 weiß gemischt No. 3 weiß gemischt 41c; No. 4 gemischt 38-40c; No.2 gelb 42c; gelb 42c; No. 4 gelb 38-40c; No.2 gemischt 41c; No. 3 gemischt 41e; No. 4 gemischt 38-40c; an Kolben 41c. Hascr-No., 2' weißer 24c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gemischter 22c; No. 3 gemischter 21c Heu-altes No. 1 Timothy 12.5012.75 No. 2 Timothy 11.50-11.75. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : . Gewöhn!, bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packetcn: Anosa $12.75, Lion 11.75. Jcrsei, 12.75, Caracas 12.25, Dillworth's 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blended Java 11.75. Groeeries. Zucker Dominoes 6.32c; Stückzucker 6.47c; pulversirter 6.17c; pul verisirter 6.22c; Standard granulirter 6.07c; seiner granulirter 6.07c; granu lirter in 5 Pfund Säcken 6.17c; granu lirter in 5 Pfund Cartons 6.17c; extta feiner granulirter 6.17c; Cubes 6.22c; Mold Ä 6.22c; Confectioncrs' A 5.87c; 1 Columbia A-Kcystone A .567c; 2 WindforA-AmericanA 5.62c; 3 Ridge. wood A-Centennial A. 5.67c: 4Phöni? A-California A 5.62c; 5 Empire AFranklin B 5.57c; 6 Ideal Extra Gol. den C-Keystone B 5.52c; 7 WindsorExtra C-American B 5.42c; 8 Ridge. wood extra C-Centennial B 5.22c; 9 gelber extra C-California B 5.17c; 10 gelber C-Franklin extra C 6.12c; 11 gelber-Keystone extra C. 6.17c; 12 gelber-American extra C 6.12c; 13 gel ber-Centennial extra C 5.12c; 14 gelber -California extra C 5.12c; 15 gelber 5.12c; 16 gelber 5.02c. Eingemachte Früchte Blackbcrrics, 3 Pfund, $1.10: Peaches Stand. 3 Pf., $2-2.25; Scconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; Sec onds, 3 Pfund, $1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zucker korn 80c $1.40; Apfclbuttcr, ver Dutzend, 3 Pfund, 95c. Käse. Engros Verkaufspreise, Jmportirter Schweizerkäse 27c per Pfund; einhei mifchcr Schweizerläse 17c; Wisconsin Cream Käse 10c-12c; New York Ched dars 12 je; einheimischer Limburge? 12c; Brick 13c. Kohlen. lonne M Tsn Anthracite ".$7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4.00 2.15 Pittsburg 4.00 2.15 Raymond City 4.00 2.15 Winisrede 4.00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhrig 3.50 1.90 Brazil Block...... 3.50 1.90 Green County 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Slack. 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Lump Coke 11c per Bush. $2.75 per 25 Bushel. $1.50 per 12 Busbel. Zerkleinerter Coke 13c perBu. $3.25 pcr25 Bu. $1.75 per 12 Bu.
