Indiana Tribüne, Volume 24, Number 25, Indianapolis, Marion County, 13 October 1900 — Page 1
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l & Mit5 Sonntag?- jjf Blatt ; L j lOcperWoche . S ! VO rrC Z rcr Tuz u F S6 i V W.-. rtsGrsclziint jede A!nttx,ntttg imi Ksntttag Msrgen. Jahrgang 24. JndianapoM, Ind.. Samstagden 13. Oktober 1900. Ro. 25
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Attsland Depeschen
Hie Jssiiserin .JricüritT) lsillliinulz. Man glnnbt nicht, daft sie ichr lange leben wird. Lu Tcutschland glaubt man nicht u den Tod der Kaiserin von China. Ins Answlirtigc Amt hat di rekle Snfonimiioii von China vcrlnttgt. Aber seine Antwort erhalten. Di: ?agc in China eine kritische. Tlufstände überall. Der im Vatikan verübte Ticöstahl Macht immer noch viel von sich reden. ! 'Aus dem Deutschen Reich. Berlin. 13. Okt. Der FlottenÄerein hat eine Depesche aus FsingTau erhalten, in der gemeldet wird, 'oaß die Konstruktion der Eisenbahn -von Kiaoischou nachKaumi wieder aufgenommen worden sei, und zwar unter dem Schutz der deutschen Truppen. Der General Juan Shi Kai zog sich bis auf 50 Kilometer von der EisenBahnlinie zurück, als er von dem deutsehen Gouverneur, Herrn Jaeschke, dazu aufgefordert wurde. Die Deutschen haben Kaurni besetzt. Die in Berlin verbreiteten Gerüchte, daß Deutschland eine Invasion der Provinz Shan Tunz vorhabe, sind während des Tages offiziell für unbe--gründet erklärt worden. Einer Depesche aus Shanghai zufolge hält man im Hauptquartier des -Feldmarschalls Graf von Waldersee in Tien Tsin die revolutionäre Bewegung in der Nähe von Kanton für eine sehr ernste Sache. In Folge eines falschen Alarms protestirten am 7. Oktober die dortigen chinesischen Beamten in energischer Weise gegen jede weitere Besetzung chinesischen Gebietes. Die Fangtse Vizekönige sollen ofen -erklärt haben, sich einem weiteren Vorlücken der Deutschen in Shan Tung mit Waffengewalt widersetzen zu wollen. Aus Shanabai wird ferner gemeldet, daß die chinesische Zoll-Vank 300.000 'Taels an den kaiserlichen Schatz abgeliefert und versprochen habe.- mehr zu spicken. In der Nachricht von dem angeblich -erfolgten Tob der Kaiserin von China erblickt man hier eine neue chinesische .Intrigue. Man glaubt.daß dieKaiserin Absicht bat, für eine Zeit lang von der Vildfläch? verschwinden, um der Verantwortlichkeit für die Schandthaten der Minister zu entgehen und, vielleicht, um eine neue fremdenfeindliche .Vewcgur.g vorzubereiten. Das auswärtige Amt hat eine Depesche an die chinesische Negierung geschickt , in der direkte Information darüber verlangt wird, ob die Kaiserin todt sei oder nicht. Eine Antwort ist noch nicht darauf erfolgt und man nimmt an, daß die chinesische Negierung von den Plänen der Kaiserin unterrichtet ist. Die deutsche Regierung ist auch nicht mit der Liste der angeblich Schuldigen, wie sie von den Chine--sen angefertigt worden ist, zufrieien. Ein Beamter des auswärtigen Amts erklärt, daß noch wenigstens zwei Dutzend prominente Perfönen, die für die Massacres der Missionäre und Anderer verantwortlich sind, auf die Liste gehören. Deutschland wird aber nicht auf der Bestrafung der sämmtlichen Schuldigen bestehen, auf jeden Fall aber auf der Bestrafung eiNiger Personen von hohem Nang, um damit ein Exempel zu statuiren. Unter den Soldaten des 63. Jnfan-terie-.Nczin-.ents in Coblenz. wie auch IN den Garnisonen von Braunschweig und Saarbrücken herrscht das TyphusFieber. K r o n b e r z. Nassau. 13. Okt. Der Hofmarschall d?r Kaiserin Friedrich hat cngekünizt. aß die Krankheit der Kaiserin in den leien paar Tagen in ein kutes Stadium getreten sei, daß der Zustand der hohen Patientin, den Ansichten der Aerzte zufolge, sich aber viel fcicht binnen Kurzem wieder bessern könne. Professor Nenoers von Berlin ist nach Kroo:rz beschieden worden. Dr. Nenoers ist ein Spezialist in Nierenkrankheiten. Die Kaiserin soll aber auch herzleidend sein.
Schon vor mehreren Wochen erzählte
man sich, daß die Kaiserin den Winter nicht überleben würde. Die Prinzessin Christian von SchleZ Wiz-Holstein, eine Schwester der Kaise iln, wurde währen) des Tazes Megra phisch an das Krankenlager berufen. Der Diebstahl im Vatikan. N o m , 23. Okt. Eine Anzahl hiesl. ger Zeitungen behaupten, daß dik Wer:l'?xi-re im Betrage von 357.00 Lire!, deren Entwendunq aus dem Va tikar'. kürzlich der italienischen Polizei ang!.''''lds.t wurde, schon Anfangs deZ Iah??s ,!s:ol?n und im Februar an der Pariser Börse verkauft worden seien. Sie sollen angeblich auf Veranlassunz eines italienischen Kapitalister? und für diesen gestohlen worden sein. Wenn die Geschichte wahr ist. dann hatte der kürzlich begangene Einbruch im Vatikan lediglich den Zweck, die Be Horden irre zu führen. Das obige Gerücht hat im Vatikan großes Aufsehen erregt, man schenkt ihm aber keinen rechten Glauben. Es ist indeß Thatsache, daß die italienische Polizei schon Anfangs des Jahres die Behörden im Vatikan benachrichtigt' hatte, daß ein solcher Diebstahl stattfinden würde. Der Spanisch - Amerikani sche Kongreß. M a d r i d . 13. Okt. Der spanischamerikanische Kongreß, der' im April öon der Königin-Regentin auf den 11. November einberufen wurde, wird in dem großen Saal der National-Biölio-thek zusammentreten. Es sind bereits mehr als 3000 Delegaten ernannt worden. zu deren Ehren eine Anzahl glänzender Feste arrangirt werden sollen. Die dänisch - we st indischen I n-s e I n. Kopenhagen, 13. Okt. Im Folkething sagte am Freitag der Premier Hoerring, eine Frage betreffs des eventuellen Verkaufs der dänisch-west-indischen Inseln an die Ver. Staaten beantwortend, alle Autoritäten und Parteien stimmten darin übcrein, daß in Bezug auf die Inseln eine Aenderung getroffen werden müsse, und er hoffe, bald im Stande zu sein, die n'öthigen Erklärungen geben und seine Ansichten betreffs der Angelegenheit auseinandersetzen zu können.. Aus China. P a r i s . 13. Okt. Eine Depesche aus Tien Tsin, die bei der Hadas Agentur eingetroffen ist, lautet: All? Diejenigen, die genau mit dem Charakter der Chinesen bekannt sind, stimmen darin überein. daß der Befehl zur Hinrichtung von drei hohen Beamten, der in dem kaiserlichen Edikt vom 1. Ottober enthalten ist, nicht ausgeführt werden wird. Das Edikt ist nicht aufrichtig gemeint. ..Es bestätigt sich, daß .Li Hung Chang Befehl erhalten hat, alle Förderungen von Kriegsentschädigung oder etwaiger Gebietsabtretung zurückzuweisen." Hong Kong. 13. Okt. Admiral Ho verfolgt die Rebellen in nordöstlich:: Richtung von Sanlebuna aus. - Eine britische Expedition, aus em 2? TO 'n - Infanterie - Regiment, mir crmerie. wiro sich in den nächsten Tagen nach dem Kowloon Hinterland b?geben, obgleich der Distrikt ruhig sein soll. Einer Depesche aus Kanton zufolge, hat der Reformer Sun Iat Sen in der wichtizen Stadt Wei-Chou am East River. die Reform-Flage entfaltet. Dies hat in militärisHn Kreisen in Kanton große Aufregung verursacht. Man glaubt, daß der Zweck der Entfaltung der Flagge in Wei-Chon der ist, die Truppen aus Kanton herauszulocken, sodaß es den Reformern gelingen kann, sich der Stadt zu b'mäHiqm. Der Orinoco - Kompagnie die Konzession entzogen. Caracas. Venezuela. 13.Of t. Die Regierung hat die Konzeszion der Orinoco-Kompagnie wegen Nichterfüllung der kontraktlich eingegangenen Verpflichtungen annullirt. Die Kompagnie, deren Hauptquartier sich in Faribault. Minn., befindet und die zu M.000.000 kapitalisirtist. hatte im Jahre 1883 eine Kon,ze,jion von zehn Millionen Acres Land im Orinoco-Distrikt erhalten. Aus S üd a f r i k a. K a p st a d t , 13. Okt. Die Südafrikanische Liga nahm am Freitag eine Resolution zu Gunsten der Einführung eines Prefercntial-Tarifs für die britischen Manufakturwaaren an. In einer anderen Resolution wurde erklärt, daß das Verdrängen der holländischen Sprache aus Südafrika, wie Herr Cccil Rhodes empfohlen hatte, unter keinen Umständen gestattet werden solle. Jagd auf einen Anarchist e n. Paris, 13. Okt. Die Polizei fahndet auf Fürst Alexander.Feodorow !
urranzow, nen eyemallgen rul-
, schen Offizier, der jetzt literarisch thä- ! tig ist und für einen der gefährlichsten , Anarchisten Europas erklärt wird. Im ! ; vorige.! Mai wrees die franzosische Rej gierung den Fürsten aus Nizza aus; er , wußte aber die Polizei irre zu führen. so daß die Beamten, die ihn an rncr Grenze bringen sollten, lhn'rncht fanden. Gerüchte von neuen Komplotten alarmiren jetzt wieder die Behörden, die in Erfahrung brachten, daß sich der Fürst wiede? in Paris befinden solle, weshalb alle Schlupfwinkel der Anarchisten nach ihm - durchsucht werdeN. Propaganda der That ist seine Politik. Leutnant K e g l e w i t s ch , a m Sterben. Wien, 13. Okt. Der frühere Leutnant Graf Keglewitsch. der einstige Geliebte der Prinzessin Luise von Koburg, Tochter des Königs Leopold von Belgien, ist an einer Lungenentzündung im Militärgefängniß zu Möllersdorf tödtlich erkrankt. Seine Verurtheilung erfolgte wegen Ausgabe von Wechseln, auf welchen er k? 1TrtfrsAr?tf Vor Mrmii7ftt Qtrifo die Unterschrift der Prinzessin Luise. i sowie die ihrer Schwester, der KrönZ prinzessin-Wittwe Stephanie, jetzigen ! Gräfin Lonyay. gefälscht haben sollte. ! Indessen wird jetzt behauptet, daß . Prinzessin Luise die so von Keglewitsch ' 1 1 . -s I tf . eriangien mummen verausgavl yaoe. Mangel an Baum w olle. Barcelona. 13. Okt. Viele ! hiesige Fabriken haben wegen Mangels an Baumwolle geschlossen werden müsj sen. Die ; gesammte Textil-Jndustrie j Cataloniens liegt darnieder; eine Versammlung sozialistischer Arbetter beschloß, die Mitwirkung der Stadt zur Abhilfe bei dem drohenden Nothstand ZU verlangen. Sensationeller Selbstmord Chicago. Jlls.. 13. Okt. Frau Philipp Hardy. Gattin eines früheren Londoner Geschäftsmannes, wurde cm Freitag Morgen in ihrer Wohnung an Wabash Ave. todt aufgefunden. Die Frau hatte sich mit einer prachtvoll gearbeiteten Duellir-Pistole eine Kug:l in's Herz geschossen. Aus Briefen, welche die Frau hinterlassen hat. geht heroor. daß sie in dem Glauben Selbstmord begangen hat, daß ihr Mann sich in New York in Folg: eines Streites mit ihr. das Leben genommen habe. Frau Hardy hatte sich sehr sorgfältig für den Tod vorbereitet und selbst die Briefe, die sie für ihre Mutter und an ander: Verwandte hinterließ, wartn cuf ?rzu,r-Navier geschrieben. D:e Depesche, in welcher der. Unglücklichen Frau der Selbstmord ihres Gatten anaekündiat wurde, und die zur olae hatte. 'daß Frau Hardy sich selbst das
Leben nahm, war nicht echt. Hardy kam! dem Streik , der Kohlengräber in der während des Tages nach ' der Morqu: Ihartkohlen-Region ein Ende zu machen c fi i r- . - i l L f fn i i i
und gestand der Polizei gegenüber ein, daß er es selbst war. der die Beförderung der Depesche an seine Frau veranlaßt hatte. Er führte als Entschuldigung an, daß sein: Frau, dem Vernehmen nach, einen Verhaftsbefehl gegen ihn und eine gewijie Frauensperson erwlttt.ynte, und er die Depesche abgeschickt habe in der Hoffnung, oajz eme rzu nichts weite: in der Sache thun würde. Anstößige Hcirath. New Brunswick. N. I.. 13. Oktober. Thomas Sullioan uns William Logan wurden am Donnerstag Abend in Kingston von einem Manne Namens John White ' geschossen und ziemlich schlimm verletzt, als sie mit Anderen White eine Katzenmusik machten. White. der 27 Jahre alt ist. verließ vor einigen Tagen mit der 74 Jahre alten Frau Mary Tyce die Stadt, , um sich irgendwo auswärts mit ihr zu verheirathen. Alle Geistlichen imd Friedensrichter in New Brunswick hatten sich geweigert, das Paar zu trauen. Am Mittwoch Abend kamen die Beiden zurück und erklärten, jetzt verheirathet zu sein. Am Donnerstag Abend' versammelte sich eine große Menschenmenge vor dem Hause und macht? einen fürchterlichen Spektakel. White lud ein Schrot gewehr mit Teppich-Nägeln und schoß tu vik. ivuiwi uui v.nitn Riw Wirnrn. jupthtttt nb L. !. St 5TT)r 1 1 ff r n r VrntrS nm in. gan ;an wurde skhr erheb ch cm Nopfe sei. ' I r I letzt. Die Leute' gingen dann vorläufig auseinanoer, als White aör später das us verließ, .rurde er gnz, surchtbzr durchgeprügelt. Es gelang , ihm schließlich zu entkommen und eij verließ sofort die Stadt. , Frau Tyce, oder Älet hii ihren 74 Jahren auch noch taub und theilmeise blind. . ,. m m m Tchissönachrichten. New Y o r k , 12. Okt. Anzekom. men: Fürst BismarckvoirHamburg. B o st o n . 12. Okt. Angekommen: .Commonwealth" von Liverpool. Havre, 12. Okt. 'Angekommen: L'Aauitaine-vonNewÄork.
Jliland Depeschen.
Äle ZlmSk'iilioil, Zier Zloljlmgräökr , In Tcranton, Pa., eröffnet Man glaubt kaum, Dafl etwas DcZmitives beschlossen werden wird.. Die cv$Uutt mit den ihnen ge machten Konzessionen nicht zufrieden. Scusationeller Selbstmord in Chicago. - Tcr junge Navcnnacr Crprcßdicö Waitc abgefaßt. Er hat 6000 in sechs Wochen durchgebracht. Probciahrt dcs PanzcrsZ'iffcs WiZconlln 41 120.000 Tonnen Stahl, s ch i n e n bestellt. Philadelphia, Pa, 13. Okt. Der Präsident Cassatt von der Pennsylvania Eisenbahn Hai am Freitag Kontrakte für die Lieferung von 150,000 Tonnen Stahlschinen ausgegeben, für welche die Kompagnie $26 ,die Tonne bezahlen wird, oder im Ganzen Z3.S0O.000. Der Kontrakt wird, dzm Vernehmen nach, unter die Federal. Carnegie. Cambria, Pennsylvania und National Stahl-Kympagnien vertheilt. Diümantcn-Dicbstahl. T i f f i n . O.. 13. Okt. Am Frei, laa, Nachmittag' wurde ein Etui mit 23 Diamanten im Werthe von 56000 aus Lewis Zeewald's Juwelier - Geschäft gestohlen. Während einer vcn zwei Fremden die Aufmerksamkeit desHerrn Zeewald in Anspruch nahm, öffnete der andere' den Schaukasten, in dem der Schlüssel steckte und nahm das Etui, worauf er den Laden verließ. Beide entkamen.. Die Diebe sind ohn: Zwei fel dieselben, die erst vor ein paar Ta gen in Cleveland, O., auf ganz aenau dieselbe Weise für $3000 Diamantrin ge stahlen. Die Konvention der Kohlengräber. Scranton, Pa.. 13. Okt. Achthundert und nebenundtunfzig Bergleui te. die die Gewalt in Händen haben, oder dessen Fortsetzung zu dekretiren, traten am Freitag in hiesiger Stadt zu einer Konvention zusammen, um darüber zu berathen, ob die Netto-Lohner-hohung von zehn Prozent, die von den Grubenbesitzern angeboten worden ist, angenommen werden soll oder nicht. ' Am Abend vertagte sich indeß die Konvention bis- zum Samstag, ohne zu einer Entscheidung über die vorliegende Frage gekommen zu sein. In den beiden Sitzungen, die während des Tages stattfanden, wurde nur die Konvention organisirt und es wurden von einer Anzahl Delegaten Reden über die von den Grubenbesitzern gemachten Konzession gehalten. Man l hatte nicht erwartet, daß die Konvention am ersten Tag mehr thun wurde. Nachdem die permanente Organisation vollzogen worden, wurde eine Sitzung hinter verschlossenen Thüren abgehalten, von zuverlqssiger Seite wurde aber in Erfahrung gebracht, daß keine definitiven Vorschläge gemacht wurden, die eine Losung des in den Augen der Bergleute ziemlich schwierigen Problems herbeiführen könnten. ' Aus den Aeußerungen der Delega ten ist indeß ersichtlich, daß die zehn Prozent - Proposition, wie sie jetzt lautet. wenig Aussicht hat, angenommen zu werden. Die Delegaten stimmen " . r l ,,t JÄ5 M"! n " Ta . r VI a.im SU al rkmar?n auf die anderen Beschwerden machen müßten, ehe - die zehnprozentige Lohnerhöhung angenommen werden könne. Es wird namentlich die Abschaffung der gleitenden Lohnskala und Substituirung einer Tonnen-Basis dafür verlangt, auf Grund derer die Löh!ne festgestellt werden soll. Viele DeleI ' 1 i-.. . w r r . r gaten erklärten aucu. oan ne aus einer größeren Lohnerhöhung als zehn Prozent bestehen würden. ' Im Falle die Konvention zu einem definitiven Schluß kommen sollte, wird noch ein anderer schwieriger Punkt zu überwinden sein. Es ist nämlich die Frage aufgeworfen worden, wie die Grubenbesitzer von den Beschlüssen der Konvention benachrichtigt werden können, da sie wiederholt erklärt haben, di: Union unter keinen Umständen aner-
rennen zu wollen. Der Präsiden: Mitchell spricht nicht üöer diese Phase der Angelegenheit und die anderen Arbeiterführer wollen keine Ansicht darüber ausdrücken. Man ist am Abend allgemein der Ansicht, daß die Konvention zu keinem definitiven Schluß kommen wird. Als Hauptgrund wird angeführt, daß die Konvention, wie jetzt konstituirt, etwas schwerfällig ist. Es wird bereits vor-
geschlagen, daß die verschiedenen ProPositionen, die etwa von den Delegaten gemacht werden, an ein von der Konvention zu ernennendes Kommittee verwiesen werden sollen, das darüber berathen und entweder an die jetzige oder an eine spätere Konvention Bericht abstatten soll. Dieser Vorschlag findet aber nicht viel Anklang. Andere Delegaten sind der Ansicht, daß -die ganze Angelegenheit den nationalen Beamten überlassen werden soll. Präsiden -Mitchell deutet die? in einer kurLe.: Üfede an, ehe die Convention sich in Exekutivsitzung begab. Aus dem 'Empfanz, der Herrn Mitchell bereitet wurde. ist deutlich ersichtlich, daß Mitchell öei den Bergleuten sehr populär ist. Die Probefahrt der Wisc o n s i n Washington, D. C.. 33. Okt. Das Marine-Departement ist ron dem Admiral Kautz von SanFrancisco aus benachrichtigt worden, daß das neue Panzerschiff Wisconsin" auf der am Donnerstag gemachten Probefahrt' eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 17.1 Knoten erreicht habe. Die größte Schnelligkeit, die erreicht wurde, betrug 18.54 Knoten. Die Probefahrt war in jeder Veziehung durchaus befriedigend. Von der Kentuckyer Legisl a t u r. Frankfort. Ky.. 13. Okt. Das Hausnahm am Freitag eine Resolution an. derzufolge die Legislatur sich in der Samstag Nacht, um Mitternacht, veitagen solle. Der Senat hatte sich bereits vertagt, man glaubt aber nicht, daß er am Samstag die Resolution annehmen wird. Das Konferenz-Kommitte, das sich mit dem Wahlgesetz beschäftigt, war am Freitag einer Einigung noch nicht näher wie am Donnerstag, und die Aussichten, daß in dieser Extra-Sitz-ung der Legislatur ein Wahlgesetz angenommen werden wird, sind nicht die besten. . Zum Schiedsrichter ernannt. Washington. D. C.. 13. Okt. Es wird versichert, daß der Präsident McKinler, den früheren Bundes-Sena-tor George Gray tpn Delaware zum Vertreter der Ver. Staaten am internationalen Schiedsgerichts - Tribunal im Haag, gemeinschaftlich mit dem früheren Präsidenten Harrison, ernannt habe. Herr Gray war einer der Pariser Friedenskommissare und ist jetzt ein Bundesrichter für den dritten Circuit. Seine Ernennung macht nicht das Auf- i geben des Richteramtes nöthig. Garrabrandt verurtheilt. New York. 13. Okt. John Garrabrandt..der 19jährige Bursche, der in Jersey City, N-. I.. schuldig befunden worden warden 15 Jahre alten Henry Maas ermordet zu haben, ist am Freitag im Supreme-Gericht von Hudson County. N. I.. zu dreißig Jahren Zuchthaus bei harter Arbeit verurtheilt worden. ' Der Navennaer Expreßdieb in Haft. San Francisco, Cal., 13. Okt. Bert Waite, 18 Jahre alt, der am Mittwoch in Upper Lake verhaftet und von dem Präsidenten de? Ersten Nationalbank in Berkeley der Fälschung angeklagt wurde, hat eingestanden, die U. S. Expreß Company in Ravenna. Ohio, Anfangs August d. I. beraubt zu haben. Waite, der Agent der Expreß-Kom-pagnie in Ravenna war, war mit $6000 in Baar durchgebrannt. In den 'drei Tagen vor seinem Verschwinden hatte er alle Werthpackete, die eintrafen, zurückgehalten. Als er glaubte, genug Geld zu haben, nam er einen Zug nach dem Westen unl. seitdem haben ihm andere Gauner sein Geld systematisch abgenommen.' Außer $800 in kaar nahm Waite
ein Packet von tausend $5-Noten der Zweiten Nationalbank von Ravenna mit. die vom Schatzamt in Washington an die Bank geschickt worden waren. Die Noten waren noch in Bogen und es fehlte die Unterschrift des Präsidenten und des Kassirers der Bank. Er nahm außerdem ein Money Ordre"-Buch der Expreß-Kompagnie mit, mit Hilfe dessen er inzwischen $200 erlangt hat. indem er mehrere Fälschungen beging. Er hatte die Namen der Beamten der Ravennaer Bank auch auf den Noten gefälscht. Der junge Mann kam am 14. Sep-
temver hier an unv oegann sofort, eiir ausschweifendes Leben zu führen. Als fein Geld abnahm, begab er sich nach Berkeley, wo er .bei den UniversitätsStudenten bald viele Freunde machte. Zuletzt war er gezwungen, um Geld' aufzubringen. Geldanweisungen zu fälschen und dies führte ihn der Polizei in die Arme. - Der Stand der Geschäfte. New York. 13. Oktober. R. G. Dun & Co.'s dieswöchentliche Uebersicht über den Stand der Geschäfte in den Ver. Staaten lautet wie folgt ; Das mehr saisongemäße Wetter übtewäbrend der Woche einen günstigen Einfluß auf di: Geschäfte aus. der Kohlen-gräber-Streik macht sich aber nach wievor in nachtheiliger Weise fühlbar. DieAussichten sind indessen recht gute, und nach Beendigung des Streiks und wenn
die Wahlen vorüber sind, erwartet man ein ganz allgemeines Aufleben der Geschäfte. Im Westen gehen die Geschäfte sehr gut. Die Zahl der beschäftigten Aroetter nimmr oestandig zu, uno tmEisenbahnwesen und in den Industrien im mittleren Westen herrscht thatsächlich, Mangel an Arbeitskräften. Die Produktion von Roheifen betrug am 1. Oktober 223.169 Tonnen wöchentlich, gegen 231.778 Tonnen in der ersten Woche im September, und 296,376 Tonnen am 1. Juni. Die unverkauften Vorräthe haben dabei im September um 36.841 Tonnen zuaenommen. Die Vorräthe in Händen der Slan sumenten sind. aber stark zusammeng schmolzen. , Preise für fertige Produkte sind im Allgemeinen unverändert geblieden. Die Nachfrage nach Pig-Eisenl nimmt beständig zu und die Röhren und Eisenbahnwagen - Fabrikanten, so wie die Schiffsbau brauchen besonders große Quantitäten. Baumwolle, die bis auf 11c gestiegen? war. ist nach Veröffentlichung des offiziellen Ernteberichts, am Freitag scharf zurückgegangen. Auch Weizen ist zurückgegangen. Die Verhältnisse sind in den Ver. Staaten durchaus günstiger Art und auch die Ernte-Nachrichten vom Ausland lauten, günstiger. Welschkorn hat einen stätigen Markt. Die Erpor!-" Nachfrage ist unbedeutend und die Aus fuhr von atlantischen Häfen belief sich in zwei Wochen auf nur 4.831.873 Bu..ge. gen 6,177,146 Bu. in den korresponoirenden Wochen des vorigen Jahres. - Die Versendung .von-Schuhen und Stiefeln aus Boston 83.413 Kisten - war'die größte in irgend einer Woche seit April. Di: Aufbesserung ist eine allgemeine. Äestellungett ' laufen ' aus allen Theilen des Landes ein und häufig wird schleunige Ablieferung - verlangt. Leder ist ebenfalls mehr aktiv und Häute sind um -je per Pfund in die Höhe gegangen. Die Wouo.-rkäufe beliefen sich in den drei Hauptmärkt:n des Landes auf 3. 947.000 Pfd.. gegen 3.417.265 Pfd. in der vorhergehenden Woche. Die Spekulation ist unbedeusend und die gekaufte Wolle wandert sofort in die Fabriken. Die Preise sind unverändert geblieben. - Die Zahl der Bänkerotte belief siS während der Woche in den Ver. Staaten auf 223 gegen 164 im letzten Jahr, und in Canada auf 32 gegen 27 im letzten ! Jahr. Der Voutsey-Prozeß noch mals verschoben. Georgetown, Ky.. 13. Okt.' Die Aerzte kündigten am Freitag an, daß sich der Zustand Henry Joutsey's wenig verändert habe und er immer noch halb bewußtlos sei. Als das Gericht zusammentrat, hielte der Richter Cantrill wieder mit den Anwälten eine Konferenz ab. die eine halbe Stunde dauerte. Die Geschworenen wurden dann bis zum Samstag Morgen um neun Uhr entlassen. In der Konferenz wurde erklärt, daß Joutsey etwas besser sei und Aussichten vorhanden seien, daß er am Samstag dem Prozeß beiwohnen könne. Das Befinden Youtsey's hatte sich bis zum Abend etwas gebessert. Er scheint zu verstehen, was man ihm sagt, und er befolgt alle Anweisungen der Krankenwärter, beantwortet aber keine Fragen. Es ist jetzt weniger Gefahr vorhanden, daß sich Gehirnsieber entwickeln wird, und es ist möglich, daß der Prozeß am Samstag wieder aufgenommen werden wird. Dr. Cerrick sagt, daß dem Gefangenen seit Dienstag kerne Opiaie mehr gegeben worden seien und die anhaltende Bewußtlosigkeit von natürlichen Folgen herrühre. Foutsey erhält dann und wann kleine Dosen von Strychnin, um ihn zu stimuliren, und man glaubt, daß er sich jetzt auf der Besserung befindet. Fast Jedermann hat die Idee aufgegeben, daß er sich verstellt. Diejenigen aber, die Anfangs dieser Ansicht waren, behaupten jetzt, daß der völlige Zusammenbruch 9)outsey' eine Folge . des Bewußtseins seiner Schuld sei. Die neuesten Tapeten bei Möller, 152 N. Delaware Str. Carl
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