Indiana Tribüne, Volume 24, Number 23, Indianapolis, Marion County, 11 October 1900 — Page 2

Jndimm Tribüne, Tonnerstag, den 11. Oktober 1U00

LebcndlgcS Licht.

' Nach einer Mittheilung er die Ufa yxmk der Wissenschaften in Paris ist eZ dem Physiologen Naphael Dubois glur.gn, phosphorescirende Bakterien in solcher Menge und auf solche Art zu züchten, daß sie zu Belcuchtungszwecken benutzt werden konnten. Dudois ging von der UeberKgung aus. daß das beste Licht zum Zwecke der Beleuchtung ein solches wäre, das die größte Menge von Strahlen mittlerer Wellenlänge, sagen wir von eigentlichen Lichtstrahlen, und möglichst wenig Wärme- oder chemische Strahlen enthielte. Letztere gehen doch nur verloren, da man eben nur das Licht, nicht aber die aus derselben Quelle entstehende Wärme oder die chemisch wirksame Kraft verlangt und benutzt. Diese? Forderung eines reinen und deshalb idealen Lichtes nähern sich gewiß am meisten die Strahlen, die rjen lebenden Körpern abgegeben werden. und die man daher wohl kurz als lebendiges Licht" bezeichnen könnte, -eder hat solches lebendiges Licht schon gesehen, sei es in dem winzigen Glühen des im Grase kauernden Johannisivürmchens, sei es im geheimnißvollen Leuchten des tropischen Meeres oder in noch anderen Offenbarungen der Natur. Trotzdem ist vielleicht noch Niemand auf den Gedanken verfallen, ob sich ein solches lebendiges Licht zur Beleuchtug verwenden ließe, abgesehen davon, daß sich Damen in Süd-Äme-lika ihr Haar oder Kleid gelegentlich einmal zur Erzielung eines besonderen Zaubers mit Glühwürmchen au-schmü-clen. Leicht könnte die Au:führunz einer solchen Idee auch jedenfalls nicht sein, denn es würde doch darauf ankommen, das lebendige Licht in genü?ender Leuchtkraft, Billigkeit und praktischen Lerwendbarkeit zu gewinnen. Ueber die Xesckaffenheit des Lichtes selbst dagegen könnte man sich beruh!en, denn es ist sicher dem Auge sehr ngenehm und überhaupt in jeder Bezie'hung vollkommen. Dubois hat sich nun mit unermüdlicher Geduld der Ausgabe unterzogen, lebendiges Licht so herzustellen, daß es allen Ansprüchen an einen Beleuchtungskörper genügen könnte, und er konnte in den Sälen des Optischen Palastes auf der'Weltausstellung wenigstens eine Probe seiner bisherigen Ergebnisse vorführen. Um 'das lebendige Licht in seiner stärksten Leuchtkraft aus schnellem und prakt!schem Wege in hinreichender Menge zu gewinnen, züchtete er gewisse phosphorescirende Kleinwesen (Photobakterien) in flüssiger Brühe von besonderer Zusammensetzung. Darin mußten entgalten sein: Waffer. Seesalz. Glycerin oder Mannit, Pepton oder Asparagin, Nuclein oder Lecithin oder Phosphorsaures Kali. Die Anwendung von Pepton hat sich aus dem Grunde als unzweckmäßig erwiesen, als es ohne völlige Sterilisation rasch von Berwe.sungskeimen durchwuchert wird, dann incn starken Fäulnißgeruch verbreitet, überdies die leuchtenden Bakterien zum Tode und somit das Licht zum Berlöschen kommen läßt. Viel besser eignet sich das Asparagin. die bekannte, im Spargel enthaltene chemisch Substanz, weil es der faulenden Eährung widersteht, daher auch geruchfrei bleibt und in frei Luft leuchtet; dafür hat es den Fehler, etwas theuer zu sein. Nach tausendfachen Versuchen kam Dubois schließlich dazu, durch Benutzung gewiffer Oel!uchen eine billig Brühe nur aus Vslanzenstossen herzustellen, die den Anforderungen im Wesentlichen genügte; dennoch war es oftmals nöthig, die Masse zu sterilisiren und auch mit keimfreier Luft zu fcirchlüften. um die Entwickelung gewisser, nur unter Ausschuß der Luft gedeihender Mikroben zu verhüten, die SchwefelWasserstoff und andere Schwefel?bindungen erzeugen. Wenn diese UnVollkommenheiten noch beseitigt oder !:nigstens durch ein recht praktisches Verfahren vermindert, werden, so würde das lebendige Licht" wirklich eine fast ideale Errungenschaft bedeuten. beim was könnte, abgesehen von der mondscheinähnlichen Milde und Annehmlichkeit des Lichtes, bequemer sein, als eine leuchtende Flüssigkeit zu haben, die man einfach in Glasdehalter ZU füllen braucht, um einen weiten Raum damit zu erleuchten? Eine ' wichtige Frage wäre noch, wie lange denn das Licht vorhalten würde. Die Dauer des Leuchtens hängt ab von dem Nahruttgsgehalt der Brühe, von der Reinheit der Vakterienculturen, der Äußeren Temperatur und einigen andejtn 'Umständen. Jedenfalls ist es Dubois bereits gelungen, eine Probe seiner Leuchtmasse sechs Monate lang in dem dunkeln Raum eines Erdgeschosses leuchtend zu erhalten. Den weiteren Nachrichten über diese interessanten Versuche darf man wohl mit Spannung entgegensehen. A n dem Bahnübergang von Gronswald auf der Linie LüttichMastricht wurde die 35jährige BahnWärterin Janssens mit ihrem 38jährigen Manne und ihrem 3jährigen Töchterchen von einem Zuge zermalmt, ftrau Janssens hatte sich ebin zum Empfang des von Vis6 kommenden Zuges auf ihren Posten begeben, als sie ihr Kind auf den Schienen bemerke. Sie sprang auf es zu, wurde aber von der heranbrausenden Locomotive erfaßt. Inzwischen hatte von der ande?en Seite der Vater das Kind retten wollen, war aber mit ihm gleichfalls ainkr V Maschine gerathen. ;

2Saylkoste:l iu England.

Der Zufall will es. dzß mit unserer diesjährigen Vahlcampagne iit Ausschreibung der Parlaments - Reuwahlen in England zusammenfällt, und deshalb ist es wohl von Interesse zu erfahren, wie hoch' sich die betreffenden Kostenrechnungen für unsere englischen Vettern stehen. Auch in England gilt für den Candidaten die Maxime: Thue Geld in Seinen Beutel! Die ..TiilyNews" weiß darüber folgendes zu berichten: Bis zu dem Tage, wo sich das neue Parlament versammeln wird, werden wohl an drei Viertel Millionen Pfund Sterling für die Wahlen ausgegeben werden. Das erscheint als eine fast unglaublich hohe Summe, wenn man bedenkt, daß es der Wahl ccn nur 670 Mitgliedern glit, von denen ein auter Tbei! nicht einmal einem Wahlkampf entgegensieht. Aber eine Wahl ist immer ein kostspieliger Proceß, das flüchtige Element der Wählerstimmen erst festzuhalten, dann nachzuzählen. Es gab übrigens eine Zeit, wo die adligen Häuser sich gradezu austhatcn. um einen ibrer Schützlinge nach Westminsier entsenden zu lassen, zur Zeit der verrotteten Burgflecken". Man erinnert an das Beispiel, daß Wilberforce's Wahl für Hull im Jahre 1807 eine balbe Million kostete, halb so viel als heutzutage unter der Herrschaft des Gesetzes gegen dieWahlbestechungen an Wahlunkosten im ganzen Königreich ausgegeben wcrden darf. Man pflegte zwar in jenen Zeiten auch maßlos zu prahlen, aber es ist Thatsache, daß jener Wahlkampf einer der kostspieligsten war, die je dagewesen, und der Betrag mag wohl stimmen, wenn er auch noch weit übertrofsen wird von dem. die für Fox' Wahl in Westminsier ausgegeben wurde. Bor 50 Jahren waren diefinanciellen Ansprüche an die Candidaten bedeutend mäßiger, obgleich sie immer noch hoch genug waren, daß nur wenige sich den Luxus eines Sitzes im Parlament erlaubcn konnten. Für einen englischen Wahlkreis mögen die Kosten damals zwischen 400 und 500 Pfd. Sterl. berragen haken, für ein wallisckes Ccunin unter 100 ohne Karnpf, aber bis 4000 Pfd. Sterl.. wenn der Sitz umstritten war, für eine wallife Landstadt &C Pfd. Sterl. ohne Kainpf, 900 bei Kampf, für eine sckottische Grafschaft etwa 750 und für eine schottiscbetadt etwa 1000 Pfd. Ster. Im Durchschnitt sind seither die Wahlkosten für eine Stimme von 1 Psd. Sterl. -auf etwas weniger als 4 Shilling gefallen und rnögen Ui einer etwajgen Herabsetzung des gesetzlich gestattetenMaßes an Ausgaben, ohne Schaden für die Gesundung des politischen Gemeinwesens weiter heruntergehen. Das Maximum der Wahlkcsten wird vom Bestechuncsgesetz gegenwärtig aus 350 Pfd. Sterl. für 2000 Wäbler in Städten und auf 050 Pfd. Sterl. bei Counties. mit einem Zuschlag von 30 Pfd. Sterl. für je 1C0O Wähler mehr in Städten und 0 Pfd. Sterling in Counties. Genauere politische Veraleiche und Berecknungen datircn vom Jahre 18S5. In den Wahlkämpfen von 1885, 1886. 1892 und 1895 wurden 3.382.596 Pfd. Sterl. aufgewandt. Der Wahlkämpf von 1885 war am kostspieligsten, damals war fast jeder County- u. Stadt - Sitz umstritten. Im foloenden Jchre (18L6), wo mancher Wähler nicht wute. ob er sich aus die Seite der Homeruler oder der sogenannten Unionisten schlagen seilte, war die Zahl der unbestr'tten Gewählten ausnahmsweise groß. Es waren über 200, während 1892 nicht einmal 25 Procent der Sitze unumstritten waren und iinJahre 1895 nicht einmal 140. Im Jahre 1892 gab es 1307 Candidaten für 670 Sitze. 1885 war die Zahl auf 1181 zurückgegangen. Diefe gaben 775.333 Pfd. Cterl. gegen 958.532 Pfd. Sterl. 1892. -Es entfielen auf England und Wales 638.952 Pfd. Sterl. bei 3,190,826 abgegebenen Stimmen. auf 'Schottland 106.075 Pfd.- Sterl. bei 455.729 Stimmen, auf Irland 28.304 Pfd. Sterl. bei 220.505 Stimmen. Die Kosten jeder einzelnen Stimme kommen auf. wie schon oben bemerkt. etwa 4 Shilling. Schließlich seien nc& einige Eabinetsmitglieder erwähnt, die durch das Ordal einer umstrittenen Wahl gingen und die dafür zahlen mußten: Balfour 763 Pfd. Sterl.. Sir M. W. Ridley 91 Pfd. Sterl.. Chamberlain 491 Pfd. Ster.. Lord George Hamilton 195 Pfd. Sterl.. Sir M. Hicks - Beach 603 Pfd. Stnl.. Goschen 130 Pfd. Sterl.. SRUtfi 912 Pfd. Sterl.. Chaplin 1390 Pfd.Sterl.. Akers - Douglas 309 Pfd. Sterl. und W. Long 463 Pfd. Sterl. Wir fügen hinzu, daß es sich heutzutage, im Gegensatze zum Zeitalter der verrotteten Burgflecken-, wc. die Wähler sich auf Kosten ihres und wohl auch des gegnetischen Candida:en voll aßen und tranken stehe das Capitel über eine Wahl in Eatansville in Dickens' Pickwick" nur mehr in 'der Hauptsache um die Veranstaltung von Versammlungen. die Bezahlung der Wahlagenten. die Verbreitung von Druckschrif4 C r fiAn.T ttT( 1VU U. . iV. 1ÜIUUll VU B e d e u t n d e G o l d f u n d e sind bei Karasjok in Finnmarken gemacht worden, und zwar als Sand in Un aus Lappland kommenden Flüssen. Eine Expedition von Goldgräbern, die aus Klondyke mit leeren Händen zurückgekehrt waren, hat dort angeblich täglich Gold im Werthe von 1100 Kronen gewonnen. -

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j&i C& schlimme oder leichte Erkältungen und Hüften, In jedem Fall sind sie ernstlich genug, sofort dagegen einzuschreiten Gebrauche Dr. August Kvnig'S Sambnrgcr Arnstthee,' welcher prompt und schnell die schlimmsten Fälle hellt.

LChinesische Tplelleidenschaft. Die Chinesen sind leidenschaftliche Spieler, mün kann sogar sagen, daß die Spielwuth einen der bemerkenswer thesten Charakterzüge des Volkes bildet. Wenn der oberflächliche Beobachter hiervon nicht viel bemerkt, so liegt dies daran, daß eille Glücksspiele gesetzlich verboten sind. Hiernach lichtet man sich insofern einigermaßen, als man es vermeidet, die Sache gar zu dreist und offen zu betreiben. Trotzdem gibt es in allen chinesischen Städten Straßen, wo sich eine Spielhölle neben der andern befindet. Die hohen Mandarinen sind hiervon meistens auch unterrichtet, aber sie drücken beide Augen zu, weil sie nur zu gut wissen, daß sie wenig oder nichts dagegen machen können. Der Grund dieser Hilflosigkeit liegt in dem alten Krebsschaden Chinas: der allgemeinen Bestechlichkeit der Beernten, besonders der untern. Es mag Fernstehenden übertrieben klingen, aber es ist thatsächlich wahr: die mächtigsten Satrapen, die die Befugniß haben. Lieferungen von Panzerschiffen und schweren Geschützen zu vergeben, sind außer Stande, in ihrer eigenen Hauptstadt die Spielhöllen einigermaßen zurückzudrängen. ' Wollten sie es versuchen. so würden sie einem einmüthigen und zähen passiven Widerstande der gesammten untern Mandarinenschaft begeanen, vor dem sie bald genug die Segel streichen müßten. Weit mehr als . die Beamten vermag in solchen Fällen l das Aeltesten - Collegium eines Stadt(Tv r.rs fTsi. ?.o rr -1 ! oeziris ooer eines 'orsc-. ices kiqi legium ist eine sehr charakteristische Erscheinung im Reiche der Mitte, die vor allem beweist, daß das Volk lange nicht so despotisch und absolut regiert wird, j wie man ini Abendlande vielfach glaubt. Das Collegium wir.d alljährlich von den Familienhäuptern eines Bezirks gewählt. Sein Vorsitzender, glückliches Haupt" genannt, ist immer ein wohlhabender und allgemein geachteter Mann. Man erwartet von ihm, daß er in allen Fällen,- wo Hausbesitzer infolge von unverschuldeter Noth den jährlichen Beitrag nicht entrichten können, in die eigene Tasche greife, oder andere wohlhabende Leute ohne viel Aufhebens mit dazu heranziehe. Von den Beträgen werden gewöhnlich die Ausgaben für religiöseCercmonien. für Theater Vorstellungen u. dgl. bestritten. Meistens bekümmert stch das Aeltesten - Collegium nicht viel um ndere Sachen. Gelegentlich trotzen ber auch mehrere solcher Collegien zusammen mißliebigen Mandarinen, und zwr fast immer mit Erfolg. Niemand im Volke nxigt es, die Anordnungen eines Collegiums zu mißachten. Treiben es die Spieler ines Ortes Iso einmal gar zu arg, so öaß es dem zuständigen Collegium zu bunt wird, so verbietet dieses kurzer Hand alle Spiele auf offener Straße oder in den Häusern, mit denen ruhestörender Lärm verbunden ist. Manche der Spiele gleichen oder ähnein den unserigen. Auch an Bauernfängern und Schleppern fehlt es nicht, die es an Geriebenheit getrost mit denen abendländischer Hauptstädte aufnehmen können. Besonders in SchangHai mit seinem gültigen Verkehr und seinen Hunderten von chinesischen Vergnügungslokalen steht dieses Gewerbe in hoher Blüthe. Wir finLen da genau dieselbe Methode wie bei uns: höfliche und gefällige Leute machen sich an einfache 'Landleute heran, um ihnen die unerhörten Sehenswürdigkeiten von Schanghai zu zeigen; später fängt man wie zufällig ein Spielchen an. wobei der fremde erst gewinnt, schließlich cber eine ganze Habe einbüßt. Zuweilen gelingt es, dieGauner zu fassen, die dann vor den sogenannte Gemischten Gerichtshof kommen. Wir wollen einige der für China charakteristischen Arten des Spieles anführen. Da ist vor allem die Waistnd Lotterie in Kanton zu nennen, die eigens für die öffentlichen Prüfungen eingerichtet ist. Im Abendland? kann man sich schwerlich einen rechten Begriff von der Begeisterung machen, womit in einem Bezirk oder einer Stadt die Nachricht aufgenommen wird, ein von dort gebürtiger Candidat sei bei einer dr höheren Prüfungen besonders erfolgreich gewesen. D:e ganze Gegend ist dann in Aufregung und gratulirt dem Glücklichen, wenn er in seine Heimath zurückkehrt. Die Angehörigen hängen große rothe Tafeln an ihren Häusern auf, worauf in mächtigen Schriftzeichen zu lesen steht, welche Ehre de: Familie widerfahren ist. Wer sich bei den Prüfungen is der Provincialhauptstadt sehr ausgezeichnet hat, wird von den höchsten Mandarinen zur

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' r & NfiJO zaiu gezogen, un? wer Lollenö? zu ?cn drei Candidaten gehört die das alle drei Jhre in Peking abgehaltene Examen für den Grad eines Hanlin am besten bestehen, wird sogar dem Kaiser selbst vorgestellt und dann von diesem bewirthet. Auf diese allgemeine Theilnähme an Prüfungs - Angelegenheiten baut nun der geriffene Lotterie - Unternehmer seinen Plan. Er verschafft sich die Namen der Candidaten eines bestimmten Bezirks und erläßt darauf eine öffentliche Aufforderung, auf 20 von diesen Namen zu wetten. Wer in dem betreffenden Bezirke bekannt ist und sich an der Lotterie zu betheiligen wünscht, zieht zunächst eifrig Erkundigungcn über die Candidaten ein. Hat er dem Unternehmer die gewählten Namen mitgetheilt, so erhält er ein Loos. Wer die meisten richtigen Namen getrofsen hat, gewinnt natürlich. Meistens gibt. es. bei derartiqen Lottericev nur ein paar verhältnißmäßig hohe Gewinne und sonst lauter Nieten. Thiere miteinander kämpfen zu lassen und auf den Ausgang dcs Kampfes zu wetten, ist in China nichts Ungewöhnliches, besonders im Süden des Landes. Die Wetten bei derartigen Gelegenheiten belaufen sich oft - auf Hunderte von Tollars. Ein sehr gewöhnliches und einfaches Glücksspiel, das besonders auf den Straßen von Kanton häufig zu sehen ist, heißt Fantan Der Bankhalter hat dabei einen Hausen blankerKupserstücke vor sich liegen, wovon er zwei Hände voll nimmt und mit einer umgekehrten Schale bedeöt. Nun müssen die Umstehenden rathen, wie viel Stücke übrig bleiben, wenn der Haufen durch vier getheilt wird, ob eins, zwei, diei oder keins. Wer richtig räth, gewinnt sehr viel, wie es überHaupt bei den chinesischen Spielen Grundsatz ist, lieber wenige und hohe Gewinne als viele und kleine zu haben. Steht eine größere Zahl von Chinesen fai einem Manne, der auf der Straße seine Früchte feilhält, so kann man auch da sicher sein, daß sie ein Glücksspiel herbeigelockt hat. Meistens hält ihnen der Verkäufer eine große Apfelsine entgegen und fordert sie auf, die Anzahl der Kerne darin zu rathen. Viele Umsiehenden thun dies, und jeder setzt einige Kupferstücke auf die von ihm genannte Zahl. Darauf löst der Händler die Schale ab, zertheilt die Frucht und zählt unter allgemeiner Spannung die Kerne. Wer die richtige Zahl gerathen hat. erhält den hc.U fachen Einsatz, und die beiden, die ihm zunächst kommen, erhalten den doppelten Einsatz usgezahlt, während lles andere Geld dem Verkäufer zufällt. Eine ndere Art ds Spielens besteht darin, daß ein Obst- oder Kuchenhändler den Vorübergehenden Zettel mit kurzen Sprüchen hinhält, worin ein Schriftzeichen ausgelassen ist, das auf der andern Seite steht und das er sie zu errathen auffordert. Der Gewinner bekommt hierbei den fünffachen Einsatz. So könnte man noch mancherlei anführen. Die Lust am Wetten und Spielen sitzt eben von Jugend auf in jedem Chinesen. . Schon l)albwüchsige Burschen spielen um Geld, sobald sie ein paar Kupferstücke besitzen. Die Spieler haben auch ihre eigene Gottheit, nämlich einen grimmig aussehenden Tiger, der ein großes Kupferstück in den Tatzen hält; sie nennen ihn Seine Excellenz den aldgreifenden Tiger". Besonders zu 5?eujahr wird dieser Gottheit viel Verehrung erwiesen, denn an diesem Feste kann sich nicht leicht jemand der Theilnahme an der dann allgemein herrschenden Spielleidenschast entziehen, auch nicht, wer sich sonst davon freizuhalten weiß. 'JnderTiefevon 300 Fuß ist bei dem pennsylvanischen Orte Lame5 Mills eine sehr ergiebige Gasquelle erbohri worden. Der Druck des ausströmenden Gases war so stark, daß der Bohrer und andere Geräthe, sowie Felsstücke 100 Fuß hoch emporgeschleudcrt wurden. Nach dem Urlheil von Fachleuten wird die Quelle 3.000.000 Fuß Gas pro Tag liesern. Sie liegt in einer Gegend, in welcher man bisher noch kein Naturgas gefunden hatte. - Frau Fred. Grover kam in der Nähe von Ridgeland im südlichen Theile von Barron County, Wis., auf eigenthümliche Weise zu einem plötzlichen Tode. Allem Anscheine nach war sie in den Hof hinausgegangen um ein Pferd zu fangen, welches. nach dem sie es gefangen hatte, durch Herabwchen ihres Hutes erschreckt wurde. Als man sie auffand, war der Halfter um ihren Hals geschlungen und das Genick qebrocben. Niemand befand sich in der Nähe, als der Unfall sich zutru. . - - - -

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