Indiana Tribüne, Volume 24, Number 21, Indianapolis, Marion County, 9 October 1900 — Page 1

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s 4 .i : Vs O r r v -Mitonctsz?- I $ Blatt ?; lvcxerWoche n sl 5 Cent 5 Tg J J? Ätyyyi JL 4 Erscheint jeden Nachmittag u& Konntag Morgen. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind., Dienstag, den 9. Oktober 1900. M. 21

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2stt3srntb Depeschen Sie Cnjc in Wiill. Die Teutschen wieder mehr aggressiv. Man freut dem chwesisch! Hofe nicht. pnilfdjc und Nüssen liarmoniren nnfdjcinciiö am Besten. Maximilian Harden von der Jw kunft" 2n 23rrii:t wieder wegen Majestät? belcidigunz vcrurthcilt. Tic englischen Parlamcntwahlcn. Sie Majorität der Ko::scrvZtlvcnwird 150 bis 1G0 betragen. Tic Bocrcn iOrtinje-Freistaat. - Wcpcncr, Nourzille und Ficksöurg wieder von ihnen besetzt. ; Die Lage in China. Peking. 4. Okt.. viz Shanghai S. Oktober. Die amerikanischen Truppen werden an der Expedition nach Pao ' Ting Fu nicht teilnehmen. Li Hunz Chanz hat dem General Cbaffee die Versicherung gegeben, daß wenn die VerKündeten Pao Ting Fu zu besetzen wünschten, die Chinesen die Stadt be?eitn?illigst übergeben würden. Li Hun.z Chanz hat anderen Generalen Dieselbe . Werncherung gegeben. Tie Amerikaner sind der Ansicht, daß die Expedition lediglich ein Rachezuz sein und dazu dienen so?, den Chinesen einen weiteren Begriff von der Macht der Au-länder zu geben, daß aber di; Aussichten auf einen baldigen Frieden dadurch verschlechtert würven. Die Russen scheinen thatsächlich die Tien-Tsin - Peking-Eifenbahn aufzeze ben zu haben. Sie haben wenigstens all: Reparatur-Arbeiten eingestellt. Es sind wieder weitere deutsche Trup-pen-Verstärkungen hier angekommen. London. 9. Okt. Fünftausend Triaden sagt eine Depesche des Daily Telegraph" aus Cnton. vom 7. Oktober datirt haben die kaiserlichenTruppen geschlagen und mehrere Plätze zwischen der Mirs Bai und Deep-Bai besetzt. Sie ziehen jetzt südwärts. Der Vizekönig hat während des Tages den Admiral Ho und den General Tong den Triaden entzegengeschickt." Der Times" wird aus Shanghai lt legraphirt : Es wird berichtet, daß französische Truppen Lu Ko Chiao, an der Lu 5)an Eisenbahn, besetzt haben. Die Russen und Deutschen wlten die Pei Tanz Forts besetzt, und haben sich auch der iadt Tong Shan und der Kai Iping Minen bemächtigt, wodurch sie die ganzen Kohlenvorräthe im nördlichen China in ihre Gewalt bekommen. Man hatte erwartet, daß der Graf von Waldersee ein gewisses Gleichgewicht zwischen den Mächten aufrecht erhalten werde. Das thatsächliche Resultat der Operationen ist aber, daß alle strateglschen Positionen in die Hände von ein paar Rationen gelangt sind. Die Lage wird augenscheinlich immer trüber." P e k i n g , 3. Okt. General YomaSucht wird 10,000 japanische Truppen in China zurückbehalten und davon werden 2000 in Peking bleiben. Die anderen werden in Taku und längs der Äommunikationslinien Garnisonen beziehen. Achttausend Deutsche, 1500 Russen und 1500 Amerikaner werden außerdem in Peking bleiben. Es ist noch nicht bestlmwt, wie viele britische Truppen zurückbleiben werden, man glaubt aber, daß Sir Alfred Gaselee wabrscheinlich eine Brigade in Peking überwintern lassen wird. Die Verbündeten häufen Lorräthe für sechs Monate an. - Das Hauptquartier des Grafen von Waldersee wird in den Gebäuden im kaiserlichen Park außerhalb der Pur-pur-Stadt aufgeschlagen werden. . Die Russen in .China. St. Petersburg, 9. Okt. Der russische Generalstab ist offiziell von der Besetzung von Mulden seitens der russischen Truppen benachrichtigt worden. Der Generalleutnant Suööowitch zog am 1. Oktober in die Stadt ein. Er ging am 24. September mit elf Bataillonen Infanterie, zwei Sotnien Kosaken und vierzig .Geschützen von Alt R!u Chwoang aus ab, und nach zwei Gefechien schlug er die chinesische Armee am 27. September vollständig aufs Haupt. Die. Chinesen plünderten die Statt und VI ; ; ; --

uz:en an vielen bleuen znzleicy Feuer an. & sie ab,oaen. Die Russen erbeu

seien eine ganze Anzahl moderner Ge schütze und riesige Vorräthe von KriegsMaterial. Admiral Alexiew berichtet über die Einnahme von Shan Hai Kwan, am Golf von Liao Tung: In Uebereinstimmung mit einer zwi schen den Admirälen getroffenen Verein barung sind die Forts unter die verschiedenen Nationen vertheilt worden. Die Stadist nicht besetzt worden, die Thore werden aber von Artillerie bewacht. Die ??orts sip beinahe unversehrt und die ganze Strecke von Kcng Ken bis nach Shan Hai K.an ist jetzt von Russen besetzt. Nach der Besetzung von Shan Hai Kwan weigerten sich die Amerikaner, noch weiter an den Operationen teilzunehmen. Ein Theil der russischen Truppenmacht rückt nach Ncroen vor." Aus dem deutschen Reich. Berlin, 9. Okt. Nach Ansicht maßgebende? deutscher militärischer BeHorden soll das Vorrücken der Truppen der Mächt: gegen Sinzan-Fu. worin der Regierung-sitz von der Kaiserin-Regentin verlegt wurde, durchaus nothwendig sein, um &n Kaiser Kn?anz Ssü aus den Häno-n der Kaiserin zu befreien. Diese Ankündigung könnte erentuell das Konzert m Mächte völlig über den Haufen werfen, sollte Kaiser Wilhelm entschlössen sein, ein solches Programm auszuführen, und den Krieg mit China gewiß machen. Soweit sich aber ermitteln ließ, ist bisher noch kein definitioer Beschluß gefaßt, auch läßt sich noch nicht sagen, wie die anderen Mächte eine solche Aktion aufnehmen würden. Freilich ist die Militärpartei in Teutschland so stark, daß der Sieg ihrer Politik fast gewiß erscheinen muß. Der Kaiser hegt auch den lebhaften Wunsch. Graf Waldersee eine Gelegenheit zu ben. Etwas zu thun, um ihn einer demüthigenden Lage zu entziehen, die allmählig den Charakter einer leeren Würde annimmt. Allgemein glaubt man daher, der Kaiser werde sich auf die 'Seite der Militärpartei stellen, sollten die anderen Mächt: nicht geschlossen feste Opposition gegen solche Pläne machen. Die Militärparteien Frankreichs und Italiens sin) aber bereit, die neue Aktion zu unterstützen, und all: Europäer in China dringen in ihre Regierungen, sich um Friedensoerhandlungen nicht zu kümmern, sondern eine aggressioe Kampagne zu beginnen. Daß die optimistische Stimmung, die in letzter Woche in Bezug auf die Lage in China herrschte, einem deutlich ausgeprägten Pessimismus Platz gemacht hat, ist dem Umstand zuzuschreiben, daß der chinesische Hof beschlössen hat. sich permanent in Singan Fu, Hauptstadt der Provinz Shen Si, niederzulassen. Das Berliner Tageblatt" sieht dies als unbestreitbaren Beweis dafür an. daß der chinesische Hof immer noch so fremdenfeindlich ist, wie je zuvor. Alle Friedensverhandlungen", sagt diese Zeitung, sind zwecklos, da die chinesische Regierung zu jeder Zeit den Unterhandlungen ein Ende ' machen könnte, indem sie die Beglaubigungen des Prinzen Ching und von Li Hunz Chang für ungiltig erklärt oder widerruft. Zum Schluß unterstützt die Zeitung den Verschlag, den Kaiser Kwang Su abzusetzen. Die Berliner Post" ist der Ansicht, daß aus den letzten Nachrichten aus China hervorgehe, daß der Hof weder die Absicht habe nach Peking zurückzukehren noch die Schuldigen in genügender Weise zu bestrafen. Die Börsen-Zeitung" bezeichnet die Note des französischen Ministers Delcasse als einen Keil, der in der kürzlich wieder etablirten Harmonie zwischen die Mächte getrieben worden sei." Eine Depesche der Frankfurter Zeitung" aus Shanghai lautet: Die chinesische Telegraphen-Kompagnie, die außerordentlich reich ist,, wünscht ihre Interessen an Ausländer zu übertragen. da sie befürchtet, daß ihr Eigenthum von den Mächten beschlagnahmt werden wird." Die Vossische Zeitung" veröffentlicht ein Schreiben aus Brisbane. in dem versichert wird, daß das deutsche Fleischbeschau-Gesetz, namentlich das Verbot der Einfuhr von Büchsenfleisch, die australische Pöckel-Jndustrie. an der die Deutschen sehr stark finanziell interessirt sind, schon außerordentlich stark geschädigt habe. Herr Maximilian Harden, der Redakteur und Herausgeber der Zukunft". ist wegen Majestätsbeleidigung zu sechs Monatin Festung verurtheilt worden. Die Beleidigung war nach Ansicht des Gerichtshofs in einem Artikel in der Zukunft" enthalten, welche? Der Kampf mit dem Drachen" betitelt war. Herr Harden hat erst im letzten Jahr sechs Monate wegen Majesiatsbeleidi a.unl. weaen. , eines .PudeMajei . i :. ' l w ...: I. . - t

saT betitelten Artil?ls in einer Fe-

stung abgesessen. Der Prozeß sand.'unter Ausschluß der Oeffentlichkeii statt.' obgleich der Artikel schon im ganzen Lande gelesen worden war. ehe die betreffende Ausgäbe der Zukunft" konfiszirt wurde. Die Hamburger Behörden haben einen Böhmen. Namens Carl Melkar, verhaftet, als er im Begriffe war, mit drei hübschen jungen böhmischen Mädchen sich auf dem Dampfer Patricia" nach New Fork einzuschiffen. Im Verhör stellte sich heraus, daß Melkar seinen Begleiterinnen verspro chen hatte, gutbezahlte Stellungen für sie in New Jork zu finden, er war aber nicht im Stande, der Polizei befriedigende Erklärungen über seine Absichten und seine Methoden zu geben. Die Kölnische Zeitung" kündigt an. daß am Montag der Grundstein für ei ne neue katholische Kirche gelegt werden wird, für die der Kaiser Wilhelm den Bauplatz geschenkt hat. Die sensationelle Konitzer Mordaf faire hat eine neue Wendung genommen. Vv der Strafkammer des Landgerichts Konitz findet augenblicklich die Schluß Verhandlung statt gegen den Seminar! sten Speisinaer. der als Zeuge in der Untersuchung wegen der Ermordung des lFnlnasiasten Winter mehrere Meineide u. a. durch die Behauptung, Winter habe mit dem Fleischer Moritz Lery verlehrt, geschworen haben soll. , Moritz Leoy hat Speisinger's Aussagen unter Eid für falfch erklärt, wurde aber heute auf Antrag des Staatsanwalts verhaftet, da mehrere Zeugen Speisinger's Behauptung bestätigten. Die Antisemiten dezeichnen Levy als Mitthäter oder Mitwisser der Ermordung Winter's. Aus Südafrika.. Kapstadt. '9. Okt. Der Feldmarschall Lord Roberts wird am nächsten Donnerstag eine "Proklamation erlassen, in der die Wiederherstellung des Friedens in Südafrika angekündigt wird. Es ist dies am Jahrestag der Kriegserklärung. Lord Roberts wird Ende des Mo nats Südafrika verlassen, um seine neuen Pflichten als Oberkommandeur des britischen Heeres zu übernehmen. . Heidelberg. 9. Okt. Am Sonntag Abend wurden bei einem Eisen-bahn-Zusammenstoß in Karlsthor fünf Personen getödtet und 75 verletzt. Das Unglück ereignete sich in Folge falschen Signalisirens. Ein Eisenbahnbeamter ist verhaftet worden. Kapstadt. 9. Okt. Die Boeren unter De Wet haben jetzt Wepener und Rouxville, sowie Ficksburg im OranjeFreistaat besetzt und die Briten versuchen, . sie zu umzingeln. ' ' : Doppelmord. ." W i n n i p e g, Manitcba, 9. Okt. Die stark verwesten Leichen von Chas. Daw und Jacob Smith, zwei wohlhabenden Farmern, wurden am Sonntag in einem alten Brunnen auf einer der Farmen gefunden.- Die beiden Männer wurden seit Juli vermißt. Sie hatten kurz vorher ihre Farmen an einen Manu, Namens Govelon, verkauft, i der behauptete. Daw 55000 und Smith tim noch größere Summe . bezahlt zu haben. Es heißt, daß Govelon seit einer Woche nicht mehr gesehen worden ist. Die P a r l a m e n t s w a h l e n in England. London. 9. Okt. Herr Herbert Henry Asauith. einer der Führer der Liberalen, giebt zu. daß die SalisburyRegierung eine Majorität von 150 bis 160 in dem neuen Parlament haben wird. Von den 492 Mitgliedern, die bereits erwählt wurden, sind 327 Ministerialisten, während 165 der Oppositionspartei angehören. Die. ersteren haben 23 Sitze gewonnen und die letzteren achtzehn. - ' Die Revolution auf Sa n D o m i n g o. San D c m i n g o. 9. Okt. Die Reg'erunz hat m Folge der revolutionären Bewegung im Innern die AufHebung der konstitutionellen Garantien angeordnet, obgleich versichert wird, daß die Ruhe schon wieder hergestellt und der Führer der Revolution. Gen. Pichardo, gefangen genommen worden sei. Schiffsnahrichten" New York. 8. Okt. Angekom men: Bsoic" von Liverpool.. City es Rome" von Glasaow, Maasdam" von Rotterdam. New York" von ' Southampton. Traoe" von Bremen. Liverpool, 8. Okt. Angekommen: Umbria" von New York. Parisian" von Montreal. : ' :' y .' 'Cherbourg, 8.' Okt. Abgegangen: Deutschland", von Hamburg -.nach New Fork . bestimmt.' Angekommen: Prinzeß Irene", von New York nach Bremen bestimmt. Genua. 3. Okt..... .Angekommen: Ka)Zer Mhelm-LInHoik, j . y,iihi ' -.1 -.i-'s.

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Inland Depeschen. , Verschwörung m Zur ZZrschWiökluiig 0011 HerDernnMslllZlWm Nach dem Holmcs'schen Vorbild. Ein Mord wahrscheinlich dabei begangen. Trei der Vcthciligtcn in Haft. Der Joutscy-Prozcß jetzt im Gange. ' Vom Kohlcikliraber-Stteik. ! Eine Masskuvcrsaminlllng der Sirciker Auf nächsten Freitag einberufen. Präsident McKinleu nach Washington abgereist. m Sensationelle , Verschwörung s geschickte.. Chicago. Jlls.. 9. Okt. Am 25. August starb in einem Kosthaus an La Salle Straße in hiesiger Stadt, die 23 Jahre alte Marie Defenöach, unter Umständen, die darauf hinweisen, daß eine Verschwörung bestanden hat, eine Versi cherungs - Gesellschaft und den canadi schen Orden der Foresters, sowie die Knights und Ladies of Honor zu beschwindeln, wie sie auch den dringenden Verdacht erwecken, daß die Defenöach ermordet worden ist. . Im Laufe des Tages wurden zwei Männer, die in den Fall verwickelt sein sollen, Dr. August M. Unger und Frank H. Smiley, ein Detektiv, verhaftet, und die Pcl'zei fahndet jetzt auf noch eine dritte P:rson. Als Marie Defenöach starb war sie inszesamint für $12,000 versichert, nämlich : Für $5,000 bei der New York Life Ins. Co., bei dem canadischen Orden der Foresters für $5,090 und bei den Kniahts nnd Ladies of Honor für $2,000. Die angebliche Verschwörung wurde eingehend von einer Privat DetektivAgentur, von den Anwälten und Detektives der Versicherungs - Gesellschaften und zuletzt von dem Staatsanwalt selbst untersucht, und die Folge war. daß am Sonntag in einer Konferenz die sofortiae Verhaftung der Verdächtigen angeordnet wurde. Die Detektives sind der Ansicht, daß die Defenöach mit zu den Verschwörern gehörte. Sie hätte geglaubt, daß si: zum Schein" sterben solle und ein: fremde Leiche dann subsiituirt werden solle ; daß sie aber von ihren Mitverschwoienen wirklich vergiftet wurde, um in den Besitz der Summen zu gelangen, für die ihr Leben versichert worden war. Im April d. I. reichte die Defenöach eine Applikation um $10.000 LebensverSicherung bei der New Vork Life Insurance Company ein. Tie Applikation, wie auch ein: andere für $8000, wurde aber zurückgewiesen, weil ihre persönlichen Verhältnisse ein so großes Risiko nicht zuließen, obgleich sie bei der ärztlichen Untersuchung für durchaus gesund erklärt wurde. Im Juli erlangte Frl. Defenöach aber eine Police für $5000 und diese bildete einen Theil ihres Nachlasses, und Mitte August nahm sie die Policen für $5000 und, $2000 bei den Foresters und den Knights und Ladies of Honor heraus. Zwtt Wochen spater war sie todt, und sie hinterließ ein Testa ment in dem si: einen Theil der Versicherungssumme an Frank H. Smiley ihren angetrauten Gatten", hinterließ und bestimmte, daß ihre Leiche verbrannt werden sollte. Si: starb in dem Kosthaus an LaSall: Straße unter furchtbaren Schmerzen. Die Doktoren Leonard und Schroed:r. letzterer für die Knights and Ladies of Honor. wurden herbeigerufen. - Sie weigerten sich, einen Todtenschein auszustellen, di: Coroners Jury gab aber, nachdem der Körper einbalsamirt worden war, einen Wahrspruch ab. in dem. erklärt wurde daß die Frau an der Ruhr gestorben sei. Am nächsten Tag: wurde di: Leiche verbrannt und die Asche wurde in alle Winde zerstreut. Die Erben versuchten sofort in Besitz der Versicherungs - Summen zu gelangen. In Folg: der verdächtigen Umstände aber, die den Tod der. Defenbach umgaben, in Folge des schleunigen Einbalsamirens der Leiche, die dann am nächsten Tage schon verbrannt wurde, wurde die Bezahlung der Policen verweigert und es wurden Detektives ange stellt, um eine Untersuchung betreffs der Carriere ,'der Defenbach während! der letzten Monate ihres Lebens liieret: n, .Vä ?Ttflrrmrni tT Vrt frr iwn nrnö V rlrm??Zi " yo I iv. i ,M ,k 1t . ,14 vt.i.'s s:".i !

ten Mtt Ter nnazerungsjumme Tm: ley vermacht, war erst zwei Tage vor dem Tod der Frau angefertigt worden. Dem Advokaten, der es aussetzte, war es darnals als höchst auffällig erschienen, daß die Frau in das. Testament die Versügung einschalten ließ, daß ihre Leiche elk balsamirt und verbrannt werden sollte. Die Verhafteten wurden am Nachmittag dem RichterGibbons vorgeführt und in Ermangelung von je $15.000 Bürgschaft nach dem Gefängniß geschickt. . Im Laufe des Tages stellte ti sio) heraus, daß die Angeklagten auch noch bei einer ganzen Anzahl anderer Äersicherungsgesellschaften um Ausstelliin von Policen, jedesmal für $10.000. nachgesucht hatten. Entzog sich dem Richter. Vennington. Vt.. 9. Okt. Zu einer hochdramatischen Scene kam es am Montag im hiesigen Municipal Gericht dadurch, daß Dennis M. Black mer, welcher unter der Anklage des verbrecherischen Angriffs auf ein lOjähriges Mädchen dem Richter vorgeführt wurde, sich auf der Anklagebank eine Kugel durch den Kopf jagte und sich eine tödtliche Wunde beibrachte. Blackmer war ein angesehener Bürger von Vennington. 60 Jahre alt und verheirathet. Während des Bürgerkrieges diente er im 1. Kavallerie - Regiment von Vermont und war später GeneralAdjutant der G. A. R. in Vermont. Beim Jndianer-Spilen lebendig verbrannt. T ren ton. N. I.. 9. Okt. Bei einem Knabenspiele wurde der elfjährige Eddie McBride an einem improvisirten Marterpfahle bei lebendigem Leibe geröstet. Noch athmend und leise stöhnend losgebunden, erlag er seinen gräßlichen Brandwunden, noch ehe seine Retter, die ihn davontrugen, das Hospital erreichten. Aus einigen unbebauten Lots spielten eine größere Anzahl Knaben Indianer und Soldaten. Sie waren zum Theil entsprechend kostümirt. Die Indianer blieben siegreich, nahmen Eddie gefangen, fesselten ihn und banden ihn in einem improvisirten Wigwam an einem Marierpfahl fest. ' ' " Als solcher diente ein Pfosten von nem halbverfallenen Zaune. Eddie wurde, steif eingeschnürt, wie er war, an diesem festgebunden. . ' Die Indianer" häuften Reisig und ausgedörrtes Holz um ihn her und zündeten es an. - Das Feuer rauchte ' un5 einzelne Flammen versengten dem Knaben die Hände, er gab aber keinen Schmerzenslaut von sich. Jetzt mußten ja die Kameraden kommen, ihn befreien und die Indianer in die Flucht jagen. Einem der Knaben wurde bange. Hinter einer der nahe liegenden Werkstatten sah er einen Blechkessel stehen, der, wie er glaubte, Wasser enthielt. Es war aber Gasolin, ras er in das brennende Reisig schüttete, und im Nu schlug eine gewaltige Flamme hoch empor. Die Knaben stoben vor X-chreck nach allen Windrichtunzen. Keiner hörte Eddies entsetzten Aufschrei. Erwachsene Passanten eilten herbei. Um den Marterpfahl herum lag nur noch ein Kranz verglühender Asche. Die Stricke um Eddies Körper und seine Kleider glimmten noch. Gesicht und Hände waren geröstet und an Stellen schwarz gebrannt. Der Knabe stöhnte und zucktt noch. Auf dem Wege zum Hospital erlag er den gräßlichen Wun den. Der Streik der V o h l e ng r ä b e r. Philadelphia, Pa.. 8. Okt. Präsident Mitchell hat den Aufruf zu der vielbesprochenen Konvention der Bergleute erlassen, um die Offerte der Grubenbesitzer, welche eine lOprozentige Lohnerhöhung enthält, zu berathen. Die Konvention wird am näch sten Freitag in Scranton eröffnet werden und wird für je 100 Streiker ein Delegat zugelassen werden. Es wird allgemein angenommen, daß die Streiker auf der Konvention die Offerte der Grubenbesitzer anneh men und zu der Arbeit zurückkehren werden. In der ganzen Anthracit-Rezion herrscht Ruhe und wird die Einberufung der Konvention als Symbol für Einstellung der Feindseligkeiten auf der ganzen Linie betrachtet. In den Kreisen aller Betheiligten ' der Streiker. der Grubenbesitzer wie' der 5aufleute jener Region herrscht die größte Befriedigung über die bevorstehende Schlichtung des Streiks. . Am Montag war die dritte Woche verflossen, seit der Streik offiziell er. klärt wur.de. Die Streiker werden am Dienstag Massenversammlungen und Paraden in Scranton abhalten. Präsident Mitchell wird zugigei sein und wahrscheinlich bei beiden Gelegenheiten Ansprachen halten. Pof. R o b t.. K ch' s 'M i t te j K.i,y-is''V 'mv'; -i'-' ...... Sese Mala.rla., , T.y,c.y.r a.ZPash.. ,9 Oktober.,'-! Vo.stnachnchten, :vo.m FrieM Äfolge jg t -t &:.; i li jyi ) :, lil'Vii ti t ' ' . vrf'tä

Profi Nover: ocy m Hong nong angekommen. Der eminente Bakterio loge von der Berliner Universität ha! ein Jahr in Holländisch-Jndien und nt den deutschen Kolonien von Ost-Asrila zugebracht, um Versuche mit seinem Mittel zur Heilung von Malaria anzu stellen, das in Deutschland, vor seiner Abreise, nur theilweise erfolgreich war. . .Der Gelehrte kündigt jetzt an. daß seme Kur eine positive ist, und 'daß jeder Malaria-Distrikt zu einem gesun den gemacht werden kann. Auf der Insel Java sicherte sich Prof. Koch mehrere Gorillas, die an Malaria litten. Er spritzte ihnen sein Serum ein und gab ihnen eine Medizin ein, die ungefähr 50 Prozent Chinin enthielt. Die Dofen waren viel größer wie die für Menschen bestimmten und , die erzielten Resultate waren befried - u i i gend. Dr. Koch erklärt, daß seine Medizin ' sowohl für die Heilung als auch die.' Verhinderung von Malaria ist. E erklärt auch, daß er ein Mittel gefun den habe, infizirte Gegenden von den die Malaria verbreitenden MosquitoZ zu befreien. Bei seiner Ankunft in Berlin wir :r der deutschen Regierung seinen offiziellen Bericht unterbreiten, und em pfehlen. daß sofort Schritte gethan werden sollen, um seine Methode zur Heilung vonMalaria durchVernichtung . der Parasiten einzuführen. Er erklärt, ' daß das Mittel sofort in allen Ländern hergestellt werden könne. K ü h n e r S p r u n g. Manssield. O., 9. Okt. Wil liam Frederick, ein Gefangener aus Erie County, der sich unter der Obhut eines Hilfsfheriffs auf der Fahrt von Sandusky nach ColumbuZ befand, wo er inZ Zuchthaus gebracht werden sollte, sprang am Montag zwei Meilen südlich von hierdurch das Fenster eines Waggons der B. & O. Eisenbahn, während der Zug mir einer Geschwindigkeit von 50 Meilen die Stunde dahinfuhr. und entkam. E5 wurden Bluthunde von der Reform-An-statt auf die Spur des Flüchtigen ct bracht, soweit ist er aber noch nicht ein gefangen worden. Der Mordprozeß gegen " V o u t s e y. : ' Georgetown, Ky., 9. Okt. Die Verhandlungen in dem Prozeß ge gen Henry Doutsey, welcher als Mitschuldiger an der Ermordung des Gouverneurs Goebel angeklagt ist, nahmen am Montag ihren Anfang und das Zeugenverhör ging in schneller Weise von Statten. . Die Geschworenen werden am Dienstag nach Frankfort gebracht werden, um den Schauplatz deS Mordes in Augenschein zu nehmen. Sie werden nicht vor 3 Uhr Nachmittags zurückkehren. Die wichtigsten Zeugen am Montag waren M. R. Todd Frank H. Johnson, I. B. Matthews, Lewis Smith und Wade Watts, welche durch indirektes Beweismaterial Doutscy schwer belasteten, doch sind seine Anwälte überzeugt, seine Unschuld beweisen zu können. Culton und Golden, die beiden Hauptzeugen für die Anklage, sind indessen noch zu verhören. Zensus -Statistik. " ; . Washington, D. C., 9. Okt. Der neuen Zensus-Aufnahme zufolge hat der Staat Deleware jetzt eine Bevölkerung von 184,735 Personen, gegen 163.493 im Jahre 1890. Es ist dies eine Zunahme von 16.242 oder 9.6 Prozent. Die Bevölkerung des Distrikts von -Columbia beläuft sich auf 278.718'. ae gen 230,392 im Jahre 1890. Es ist dies eine Zunahme von 43,326 oder 20.9 Prozent. , Haben falsches Geld in Umlauf gesetzt. South Bend, Ind.. 9. Okt. ' Wesley Hummer, ein prominenter Farmer von diesem County, ist in Elkhart auf )ie Anklage hin verhaftet worden, falses Geld in Umlauf gesetzt zu ha-ben.-Corry Aoung, ein anderer Farmer. ist als sein Mitschuldiger verhaftet worden. s Feuer. Evansville. Ind.. 9. Okt. In Howell, einer Vorstadt von Evansville. richtete am Montag eine Feuersbrunst Schaden im Betrag von $50.000 an. Den größten Verlusi. 510.000. erleidet der Apotheker Dr. J.'F. F. Freeman. Die anderen individuellen Verluste variiren zwischen $1000 und $2000. Man glaubt, daß es sich um Brandstiftung yanoelt. Wilhelmsburg. Den auf der Wollkämmerei beschäftigten galizischen Arbeitern ist von der- Regierung der Aufenthalt in Preußen verboten worden. Infolge dessen muß die Direktion der Wollkämmerei diese Arbeiter 'in nächster m entlassen.'- " 'i ;.,,,:;-," iii ' !".:;? 4 'iMtie5tN' ns Seite,6.,l .;;';: !( U Vj 'U ,5)K !j , ' i'i'i u.hiA'nii -5'! '!;. iVWtti Vhi 5.1 ljj

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