Indiana Tribüne, Volume 24, Number 19, Indianapolis, Marion County, 7 October 1900 — Page 7
Jttdiaua Tribune, Sonntag, 7. Lctovcr 1900
Women as Well as Men Are Made Miserable by Kidney Trouble.
Kidney trouble xreys upon the mind, dlscourages andlessens ambition; beauty, vigor and cheerfulness soon disappear when the kid neys are out of order rxr or diseased. kl ' j . , , a t fvianey irouoie na become so prevalent I . O IWIAibill ! thatit isnottinpnmmftn v ),j!, kor a child to be h Lvii'fei? afflirtH witS nrolr Hw nsrr afflicted with weak kio vsr neys. If the child urinates too cften. if the vrine scalds the flesh or if, when the child reaches an age when it should be able to ccntrol the passage. it is yet afflicted with bed-wetting, depend upon it. the cause of the difficulty is kidney trouble, and the first step should be towards the treatment of these important organs. . Thls unpleasant ' trouble is due to a diseased condition cf ths kidneys and kladder and not to a habit as ' most people suppose. Women as well as men are made miserable with kidney and bladdsr trouble, and both need the same great remedy. The mild and the immediate effect of Swamp-Root is soon realized. It is sold by drueeists, in fifty- fVü cent and one dollar sizes. You may have a sample bottle by masl iree, also pampniet tell Bon of Swamp-Roo. ing all about it. inchiding many of tha thousands of testimonial letters received frorn sufferers cured. In writing Dr. Kilmet & Co Binghamton. N. b sur and Imeation thls papcr. eft)ö(5-UIepEiser von INDIANAPOLIS. LcdcnSvcrsichcrunF. IKrto ert 5rfe Insurance Penqraag. . Lamdergkr. 2p. Ayeri. 12 Indiana Truft Buttding. America ssrntral Life ir.f. (5s., 6Ct Mar let 3tr. tr. B. artntule, Präs. Capital $2uO,("jÜ. Piauos und MusüÄirn. Carlin & itnnxr, 59 st Slarttt Str. LandAittHschastliche GcrätHe u. Wazcu galten W. V.. Mfz. Co.. 3V Ct WaZH. H. T. Convc Juiplement (o., 27 N. (Fapittl Ave. Winter k Rummel. 221 23afoino,tcu. ZuScwaarcn (Vholcsale). Tegg:tt k Gr., 13 Weft Cirargia Bit. Echnittwaarcn. Tlurtto, Hibben k (so.. Ioo S. Meridian. Dcvcns 3cttc3 Co., 200 T. Meridian. Grundcigcnthum und Versicherung. parn:, Ichn . k Co.. 8G Oft Mark:!. Fkucrvcrsichcrungögcscllschaftcn. Indiana Insurance c, Chas. Cchurman, Präs.z Thos. V. Liirn, Secrei. 'Eisen- ud V!cchwaarcn, Gcwchrc. Layman k (Faxet) Co., 111115 . Mcr Lcdcr, Treibriemen, Packmatcrial. Hiöe, Leathcr k BelttnF Co., 227 . Mcriöian Str. -Wundarztliche Instrumente. 33. H. Armstrong k C.. 221 3. Meris'an. T'nmpcn. Vasscrlcitu7, ZahrzciwCvlnftok & Coonse Co., 371 A!eri:ian. Obst und Produkte Commission. ttrvi.k 22 24 B. Tr'.aDare 3tr. Jcc Crcam. Tjnxnci, 5R. W.. 'i2 Tu Pennsylucrnia Ztr. 2?aublv Criüixn, .-SxttxJj, Georgia 2tr. Vcißbltch. !Tairr.cr i uLivan. 216 2. Meridicat ctt. PuyVaarcn. (jarJr4j Jb HJUt&ita, 240 S. IKtririan tr. Bäckereien. The Taroil 4 Taqaart Baker?. Tel. 80. Bryce's Vnz. 14 Oft South Str. Hüte. Handschuhe etc. Hkndrü!sou. Lefler 1 Co.. 131 g. TIrritüa. Eisen- und Schmied ewaareu. Vennegut Hardware Co., 120124 Oft Washingtcu tz. " Eiscu und Stahl. HoLiday, W. I. & Ce.f 107 S. Meridian. Kutschen und Reparaturen. obbins. Jrvin & Co.. 32 Cft GeorziaStr. Spiele und Spielwaaren. Mayer. Charles & Co.. 29 W. Washington.' TrugMen (WhIlesale). Indianapolis Trug Co., 21 O. Maryland. Ward Bros. Trug Co., 120 S. Meridian. Sägen und Werkzeuge. E. C. Atlins k Co., 402410 S. JllinoiZ. Trust-Eompagnien. Indiana Trust Co. & Safety Beult. Safe Teposit Vanlt?. Fletchers Safe Teposit, 30 Oft Washington. Boxes j.vO und auswärts. Samenhändler. Huntington &. Page, 130 Oft Market. , Schuhe und Stiefel (Who!csale). W. T. Cooxer Shoe Co., 127 S. Meridian. 5e Hendricks. Pance Co., 215 S. Meridian. Banken. The Capital National Bank, 23 S. Meridian tr. M. B. Wilson. Präs. W. T. Churchman, Kaßirer. Leichcnbestauer. Srinfteiner Bros.. 522 Oft Market Str. Farben, Ocle und Elaö. The A. Burdsal Co., 102 C. Meridian Ctr. j ' m . rr I JndianapottZ Pain: & oior o., 240243 Massachusetts A. ' Groccrs (Wholesale). Geo. W. Stout, 207 S. Meridn Str. Vrinkmeyer, Kühn Co., 211 S. Merid Sverin k Co.. 51 S."Meridian, Ct ' ' 231. O'Cs & Co., 47 S. Meridian Str. I. ö. l? Co., 21 Q Georgia Ctr. ...
Fürstliches Werben. Deß eine junge regierende Königin es schw hat, zu einem Manne zu kommen, ist bekannt. Es entsteht ein eigenthümlicher Conflikt zwischen Königinpflicht und Neigung, Etikette und Mädchenempfinden, sobald Uz Bräutigam selbst nicht König ist. Der Bräutigam, der nicht im gleichen Range mit der regierenden Königin steht, darf nämlich nicht einen Heirathsantrag machen und darf seine Liebe nicht erklären, weil es gegen die Etikette wäre-. Andererseits verbietet es doch das weibliche Empfinden einer Königin, ihrerseits dem Manne inen Heirathsantrag zu machen, und so cntsteht ein Dilemma, aus welchem man auf irgend eine Weise einen Ausweg suÄen muß. In ner ähnlichen Lage befand sich im Jahre 1839 die jetzt noch regierende Königin von England. Am 20. Juni 1837 bestieg Viktoria den englischen Thron, und man wünschte im Lande allgemein, daß die- Königin sich vermahle. Die junge Herrscherin hatte auch eine stille Neigung. Sie hatte im Jahre 1836. also ein Jahr vor ihre? Thronbesteigung, den Prinzen Albert von Koburg kennen gelernt. Der Herzog von Koburg war mit seinen beiden Söhnen damals auf einige Wochen Zium Besuch nach England gekommen, und zwischen dem Prinzen Albert und der Kronprinzessin Viktoria hatte sich eine starke Neigung entwickelt. Wäre damals schon das entscheidende Wort gesprochen worden, so hätte die Verlobung keine große Schwierigkeit geboten. Nun aber war Prinzessin Viktoria Königin geworden, und als 1839 Prinz Albert, der zu einem schönen, stattlichen und geistvollen Mann heranclereift war. wieder nach England kam, stellte sich die Etikette zwischen das Liebespaar. Daß sie einander liebten, war für Beide unzweifelhaft. Am 14. Oktober 1839 ließ die Königin ihren Minister Lord Melbourne rufen und theilte ihm mit. daß sie bereit sei, dem Prinzen Albert ihre Hand anzubieten. Nach langen Berathungen mit den Hofchargen und mit den Ministern wurde Folgendes festgesetzt: Die Königin sollte öffentlich dem Prinzen ein Zeichen des Wohlwollens geben, und wenn der Prinz dieses Zeichen hinreichend güns:ig aufnehme, sollte si: ihm kurze Zeit darauf den Muth zu inem indirekten Heirath-antrag machen". Daß sich bei diesen verzwickten Etikettenverhältnissen komische Situationen ergeben mußim. war eigentlich selbstverständlich. Es fand in den nächsten Tagen ein Hofball statt, und auf diesem überreichte die Königin Um Prinzen Albert einen kleinen Blumenstrauß. Da es sonst nie vorkommt", daß ine Dame' einem Herrn einen Blumenstrauß überreicht, nnd ein derartige? Fall vor Allem etwas ganz Außergewöhnliches in England und nm englischen Hofe ist. galt die Überreichung des kleinen Vouauets als erste Ermuthigung der Köni nrn an den geliebten Mann. Mit größter Spannung wartete die Hosgesellschaft. was Prinz Albert nun thun werde. Er wollte den Blumenstrauß an seiner Brust befestigen, aber die engzugekn'öpfte Uniform gestattete 'das Unterbringen des Straußes nicht. Da zog der Prinz sein Taschenmesser bervor. schlitzte den Uniformrock auf. gerade auf der Stelle über dem Herzen, und brachte dort den Strauß an. TamU war de-r erste Theil des Pronranims erledigt. Die Königin hatte dem Prinzen ihre Neigung gezeigt, und dieser hatte sie feurig erwidert. Noch an demselben Abend wurde auch 1?cr zweite Theil des Programms durchgeführt. Um die Königin waren die Minister versammelt. Der Prinz tat jetzt an die Herrscherin heran und erklärte, er wolle n den nächsten Tagen abreisen. Mit beredten Worten dankte er sür die Gastfreundschaft, die er in England genossen hatte, worauf die erröthende Königin an ihn, wie vorgesehen, die Frage richtete: Wenn es Euer Hoheit so gut in England gefällt, wären Sie wohl geneigt, für immer bei uns zu bleiben?" Ich würde den beständigen Aufenthalt hier mit meinem Leben bezahlen," war des Prinzen Antwort. Dann verschwand die Königin, begleitet von ihren Ministern, und am nächsten Tage empfing sie den Prinzen, ohne Zeugen. Jetzt erst durften sie ohne hemmendes Ceremoniell ihre Liebe gestehen. Man weiß, daß diese so geschlössen Ehe, die früh durch den Tod des Prinzgemahls Albert gelöst wurde, glücklich ward. Seine Mutter!
Lon Alphanse AllaiZ. 2. Armer Kerl! Eines Tages hatte er sich entschlossen, ihr seine Liebe zu erklären. All die wahnsinnige, glühende, flammende Lieb, die in seinem Herzen lohte. Die junge Dame hörte ihn mit artigem Lächeln an, und als er seine Erklärung endlich fertig gestammelt hatte, da bat sie ihn, sich den Gedanken an sie doch gefälligst lieber aus dem Sinne zu schlagen. Armer Kerl! Er stand da wie geknickt; er wurde tcdtenbleich, seine Lippen versuchten weiter zu stammeln, aber es ging nicht. Dafür rannen zwei dicke Thränen über seine Wangen. Das junge Mädchen wurde durch den Anblick dieser Thränen gerührt. Sie reichte ihm ihre Hand, sprach ihm einige freundliche Worte des Trostes zu und schloß: Sie sollen stets eine Schwester an mir haben, eine aufrichtige Schwester! Wollen Sie?" . Armer Kerl! - ' . . .
Er sah sie unsäglich traurig an, stammelte wieder ein paar Worte und gwg. Ging, um sich auszuweinen und auszushluchzen. Und da das zu lange dauern zu wollen schien, so schickte sein Papa ihn auf Reisen. Armer Kerl!
Drei Monate waren vergangen. Es war Hochsommer. Der junge Mann kam an Bord der Normandie" von Amerika zurück, ohne vergessen zu haben. Durch einen Brief, den er zu Hause antraf, erfuhr er. daß Alice. Alice hieß die unbeugsame Schöne auf Sylt sei. Auf Sylt?! Natürlich fuhr er sofort dorthin. Armer Kerl! Er kam auf Svlt an. Bei jedem Madchen, jedem Weibe, das er sah. klopfte sein Herz höher, denn in jedem Weibe sah er, oder glaubte er Alicen zu sehen. Auf dem Strande kommt ihm eine junge Dame entgegen. Diesmal ist es Alice. Armer Kerl! Sie streckt ihm beide Hände entgegen und heißt ihn willkommen. Ach, und wie schön sie geworden ist. Noch viel tausendmal schöner als sie gewesen; so frisch, so rosig, so duftig in ihrem Kleide von weißem Piquee. Sie aber hält seine Hände fest und sieht ihm-zärtlich in die Augen. Armer Kerl! Erinnern Sie sich noch." sagte sie zu ihm. jener Tage, da ich Ihnen sagte, ich wollte Ihnen eine Schwester sein?" Ach Gott! und ob er sich erinnert! Ein tiefer schwerer Seufzer sagt es ihm mehr, als alle Worte es ihr sagen könnten. Armer Kerl! Nun denn", fährt das junge M'ädchen fort, jetzt will ich Ihnen nicht mehr Schwester sein. Ich will Ihnen mehr sein, das Theuerste, was es auf Erden giebt!" Und sie preßt seine Hände so innig und sieht ihn so an, so zärtlich, so. . . so. . . Armer Kerl! Wäre es möglich?" ruft er. Da senkt sie wie verschämt ihr Köpfchen. Ja", sagte sie, ich will Ihnen mehr sein, viel mehr: eine Mutter!" Eine Mutter?!?!?!!! !?" Jawohl, eine Mutter! Gestern hat Ihr Papa um mich geworben." Und. . . Sie?!" Ich. . .habe Ja" gesagt." Armer Kerl! An dem Tage hatte er keinen zroßen Appetit. Und das Menu war so gut. Armer, armer, amer Kerl!! Ein flöclcs Gesängntg. Humoreske von AgneS Harken Herr Rittergutsbesitzer Tembo kam von seinem Wirthschastsbof und wollte gerade die Treppe zur Veranda erste!Sen. als er sah, wie der Postbote durch daS Torf kam. Herrn TemboS Stirn verdüsterte sich. Herr Tembo war ein Original; er konnte den Postboten nicht leiden. Das heißt, er hatte nichts gegen den guten Bremse, der heute zum erstenmal Leinwandhosen trug und den schweren Holzstad mit der eisernen Spitze so kräftig aufsetzte. Bewahre, seine Abneigung war nicht persönlich. Sie galt der Einrichtung des Postwe sens überhaupt. Die verabscheute er. Was hatte er davon? Menschen, die zu ihm gehörten, besaß er nicht. Privatdriese kamen also nur ganz vereinzelt und dann natürlich nicht mit erfreulichem Inhalt; Rechnungen liebte er nicht, die Zeiten waren zu schlecht. Die Zeitungen las er von Tag zu Tag mit weniger Vergnügen, was ihm bei den Wirren in Süd und Ost. b?i den Parteistreitigkeiten uud Massenunglücksfüllen nicht zu verdenken war. Daß man noch darüber behaglich ein nicken und ein Schläfchen machen konnte, war ausgeschlossen. Blieben also noch die Amtsschreiben. Von denen wollte Herr Tembo aber am wenigsten wissen. Daß er Amtsvorsteder war, nun da? war bei seiner Stellung nicht zu vermeiden gewesen. Im übrigen sollte man ihn aber verschonen. Ein Aktenpacket öffnete er wochenlang nicht, und wenn der Landrath nicht sein guter Freund gewesen würe, hätte er wahrscheinlich schon die größten Unannehmlichkeiten gehabt. So kannte er allmählich die Wendung, die seine verrostete Seder endlich in das Tintenfaß zwang. Wenn der Peter, mann wenigstens dazu zu gebrauchen awesen wäre! Aber das ging auch nicht. Inspektor Petermann gehörte noch einer Zeit an, wo der Landwirth mehr mit der Mistgabel zu thun hatte, als mit der Stahlfeder. So lebten beide in einem erbitterten Kampfe ge gen die Herrn vom grünen Tisch. Vremle war nach einem respektvollen Gruß die Vcrandastufen heraufgelommen und legte die Zeitungen vor den gnädigen Herrn auf den Tisch. IS auch ein Schreiben vom Bezirkskommando da, gnädiger Herr." Tembo knurrte nur. Jk sonst noch was mitzunehmen?" Ein Schütteln des Kopfes. Bremke grüßte und ging ins Hinter hauS zur Mamsell, wo eS Mittagessen für ihn gab. Tembo saß und sah den Brief an., und der Brief sah ihn wieder an und rührte sich nicht. Dann machte er ihn auf und las und gab einige Donner Wetter von sich. Petermann-, sagte Herr Tembo bei Tisch zu dem Inspektor, Petermann, der Zibba muß heut herüber nach Frei walde und den Gartnerburschen Franz holen. Ter ist nicht, auf der Kontryll
Versammlung gewesen und soll 18 Mark Strafe zahlen." Wird er nicht, gnädiger Herr." Dann muß er drei Tage sitzen." Petermann aß ruhig weiter. Als die Leute dann an ihm vorbei in lang sam schleifenden Hofeschritt zur Arbeit zogen, winkte er sich den Zibba. Nimm die Medaille und geh nach Freiwalde und hole den Gärtner Franz. Er soll zum gnädigen Herrn kommcn." Für gewöhnlich war Zibba Inst mann. Wenn er aber das große Blech schild an seinem Sonntägsrock befestig te, war er Amtsdiener und eine Persön lichkeit. Am Abend berichtete er, in Freiwal de gäbe es keinen Gärtner Franz. Herr Tembo überlegte einige Tage, dann schrieb er an da Bezirkskommando. Nach einiger Zeit kam ein Brief vom Landrathsamt. Tas BezirkSkommando hatte Beschwerde geführt. Besagter Franz hielte sich in Freiwalde auf und müsse gefunden werden. Herr Tembo warf den Brief auf die Erde, hob ihn nach fünf Minuten wieder auf und rief Petcrmann. Petermann rief Zibba, und der sagte, ja, einen Stellmach:: Franz, den gäbe es in Freiwalde, der könne auch einmal Gärtnerbursche ge Wesen sein, das sei möglich. Zibba erhielt einige Esel und Ton ncrwetter und zog sich wieder den Sonntagsrock mit der Medaille an. Am Abend brachte er die Kunde: der Stell machergesell sei der Richtige. Aber er hätte gesagt, 18 Mark sei viel Geld. Lieber wolle er drei Tage sitzen, da? würde so schlimm nicht sein, und am Sonnabend um vier Uhr würde er an treten. Sonntag versäume er dann so wie so nichts. Wo antreten?" fragte Herr Tembo. Hier, bei dem Herrn Amtsvorste her!" Er hatte sich danach schon erkun digt. Drei Tage An.'st müsse man da absitzen, wo man hingehöre, und beim gnädigen Herrn sei ihm das auch nicht genierlich. Tie Leute sagten ja. der sei selber einmal auf Festung gewesen. Zibba ging, um seine dlccherne ämt liche Würde im Schrank zu verschließen. Tembo und Petermann sahen sich verdutzt an. Ich habe doch kein Gefängniß. Himmelkreuzdonnerwetter, Petermann. Auf Spitzbuben bin ich doch nicht ein gerichtet." DaS ist auch nicht nöthig, gnädiger Herr. Aber Traillen müssen sein. Ohne Traillen geht das nicht." ES waren aber nirgends Traillen. Ter gute Herr Tembo hatte es nie für nöthig gehalten, das Chaos seiner Amtsstube mit Gittern zu schützen. Und lein Geldschrank verlangte solche Vorsicht letder auch nicht, vivlt der Weinkeller machte eine Ausnahme. Aber in dem Weinkeller konnte Franz nicht drei Tage bleiben. Einmal hätte das an die Grausamkeiten des dunkelsten Mittelalters gemahnt, während Tembo ein guter Herr für seine Leute war. trotz gelegentlicher Gewitter und dann der Wein! In dem Punkte ver stand Herr von Tembo. der ein Kenner war, keinen Spaß, und darum war an den Weinkeller als Arrestlokal nicht zu denken. Aber Traillen ließen sich ja schließ lich beschaffen. ' Ter Schmied, der um seine Meinung befragt wurde, sagte, da sei ja die Handwerkerstube in der Meierei, da wolle er gern welche vorle gen. Allzu fest brauchten sie ja nicht zu sein, denn der Franz sei ein sanftmüthiger Mensch, und auSbrcchcn wür de er ja wohl nicht. In der Handwerkerstube saßen zwei Sattler und machten Sielen. Sonn abend sollten sie aber fertig werden, und es störte sie auch nicht weiter, daß der Schmied aus ihrem Aufenthaltsort ein Burgverließ machte. ?!ur die bei den Meiereimädchcn sahen mit offenem Munde zu. Tie hübsche Titte wurde ganz nachdenklich. So'narmer Mensch, der da nun sitzen sollte! Und sie rückte die alte Holzbank unter daS vergitterte Fenster. Ansehen wollte sie ihn sich heute Abend doch. Um vier Uhr führte Zibba, mit der Blechmcdaille als Amtsdiener mas kirt, den Delinquenten über den Hof. WaZ Beine hatte, folgte. Franz machte einen guten Eindruck Er trug sein bestes Zeug und grüßte nach allen Seiten. Es fiel auf,' daß Tine plötz lich zu schluchzen anfing. Es stieße ihr das Herz ad, sagte sie zu Mine, dem zweiten Meiereimädchen. Beide stan den ganz im Vordergrund, da sie die Sache besonders anging. Petermann schloß ab und steckte den Schlüssel in seine Tasche. Ta die Sattler aber noch nicht fertig waren, und da in der Meierei alle Thüren denselben Mccha nismuS zeigten, so fand Herr Tembo. der nach einer Stunde sich mit etwas scheuen Schritten dem Verbrccherwinkel auf seinem Hof näherte, daß die Hand werker wieder zurückgekehrt waren, da der anstellige Franz ihnen behilflich war, und daß alle drei eine mächtige Kanne Buttermilch zwischen sich stehen hatten. DaS ging nicht. Herr Tembo sagte, Arrest sei Arrest, und Gesell schaft gäbe eS nicht dabei. Tie Hand werker entschuldigten ncy seyr, waren nun übrigens auch fertig und zogen ab. Franz aber, der gefragt wurde ob ihm noch etwas fehle, sagte, er hätte seine Ziehharmonika mitgenommen und beim Kutscher gelasser. Wenn der gnädiger Herr ihm die ließe, dann wäre er sehr dankbar. Oerr Tembo glaubte, daß sich die Liebe zu Musik mit der Strenge det Gesetzes vereinigen lasse. Als er Abends auf feiner Veranda faß. zogen mit der lauen Iuniluft weiche Klänge
f vop der Meierei herüber. Ter Franz spielte gut. Am seelenvollsten gelang ihm: Freiheit, die ich meine." Dem alten Tembo wollte gerade weich zu Mutb werden, als die Holzauktion im Grunenald" einsetzte. Da Petermann schon schlief, fühlte er sich nach einigen Juchzern bewogen, herunter zu gehen. Wirklich, die Leute tanzten vor dem vergitterten Fenster. Nur Tine nicht,
Tie stand auf der Holzbank und sah in das Arrestlokal, und da der Schmied gemeint hatte, zwei Ouer und zwei Längsstangen würdm wohl genügen, so hatte sie es sehr bequem. Herr Tembo wünschte die ganze Gesellschaft zum Geier und sagte, wenn Franz noch einen Tanz spielen würde, sähe er seine Harmonika nicht wieder. Im Stillen aber meinte er, es sei wohl für seine Freundschaft mit dem Landrath am besten, wenn er von nun an bis zur Haftentlassung so thäte, als ginge ihn die ganze Sache nichts an. Petermann war in diesen Tingen sein Stellvertreter. Der konnte auch die Verantwortung tragen. ES war natürlich nicht nöthig, daß ein Arrestant nur Wasser und Brot be kam. Die Mamsell war angewiesen, die Beköstigung vom Leutetisch zu be sorgen. Tennoch gingen so viel ver deckte Körbe nach der Meierei, stiegen so süße und fette Düfte aus Terrinen und Schmorpfannen, daß der Rück schluß auf die Beköstigung der Leute bei Herrn Tembo wenig dem Reuter schen Ausspruch zu gleichen schien: Rindfleisch und Plummen is en schön Gericht, Toch, meine Herren, ick krieg't man nicht.Arrestant Franz bekam es offenbar, und noch mehr. Ja, er bekam sogar Blumen und zarte Aufmerksamkeiten. Fliederzweige mit lila Blüthendoldcn steckten schon am frühen Morgen zwischen den Traillen seines Gitterfensters, und die Melodien, die er seiner Har monika entlockte, wurden immer weicher. Am Sonntag Abend saß und stand das halbe Dorf vor der Meierei, und fröh liche Scherze, gemeinsame Lieder ver kürzten dem Sträfling die Zeit. Hin und wieder erzählte einer oder der an dere auch von einer Flucht, von durch sägten Traillen und aus Bettdecken ge drehten Stricken. Aber Franz war zu höflich, um die Arbeit seines Freundes, deS Schmiedes, zum Ge Zpött zu machen. Und vor den weiß und roth gewürfelten Betttüchern hatte er ordentlich Respekt. Nur Tine, die ihren Platz auf der Bank behauptete, mußte immer an die Räuberbraut den ken von der sie auf einem Jahrmarkt ein Bild gesehen hatte. Da hatte Ri naldo seine abgezehrten Hände durch das Gitter gesteckt, und sie hatte ein halbnacktes Kind zu ihm in die Höhe gehoben. Und Tine umklammerte die Traillen, daß sie sich ordentlich bogen. Am Dienstag Nachmittag meldete Petermann Herrn Tembo. daß der Ar restant entlassen sei. ES ging doch alles gut, Peter mann?" Jawohl. Er wollte sich beim gnä digen Herrn auch noch schön bedanken für die freundliche Aufnahme. Aber ich sagte. daS ginge nicht." Herr Tembo räufperte sich. Ist in der Meierei alles wieder in Ordnung?" Die Tine trägt nur noch 'all daS Essen zu den Schweinen, was der Arre stant nicht bezwungen hat. Er sagt, er hat schon sein möglichstes gethan, und man möchte es ihm nicht als Un dank auslegen." Herr Tembo räusperte sich wieder. Und die Traillen?" Die Traillen bleiben," entschied Herr Tembo. .Man kann gelegent lich ein Exempel statuiren." Einige Wochen darauf izing Herr Tembo noch sehr spät in seinen Garten. Er konnte nicht einschlafen. Ter Speckeierkuchen hatte einmal wie der zu gut geschmeckt, und eine kleine Promenade that wohl. Plötzlich quiekte es in der Laube. Tine kam hcrausge stürzt und wollte sich in die Büsche drü cken. Aber in solchen Dingen gab cZ kein Ausweichen bei Herrn Tembo. Und nun kam eine Münnergestalt verlegen hinterher. Wer ist Er?" fragte Herr Tembo. Ich ich bin man Ihr Arrestant, gnädiger Herr." Pause. Heirathet Euch doch," brummte der Gutsherr. Wir wollen auch," versicherte Tine eifrig, nur im Herbst, wenn der Stell macherposten frei wird " Er kann ihn haben," entschied Herr Tembo. Und nun erst war der Fall endgültig erledigt. Schlechter Erfolg.
Der kleine Pep! hat von einem Baume des nachbarlichen Gartens seine Mütze voll Kirschen geraubt. Ungesehen klettert er über den Zaun zurück, nicht ohne sich die Hosen zu zerreißen, und eilt mit seiner Beute wie derWind davon. Aber da stellt sich ihm der Franzl entgegen. Na wart', Du hast Kirschen gestohlen!.. Gib mir die Hälfte, sonst sag' ich's!" Erschrocken theilt Pepi seinen Raub und will sich dann trollen. Franz'ls großer Bruder jedoch, der die Beiden beobachtet hat, hält ihn mit drohender Miene auf. Wo lbt Ihr denn die Kirschen her?... Der Pepi 'yat s' genommen, so? Das hinterbring' ich Deirem Vater! Na die Hieb'!" Pepi capitulirt. Wenn Du nichts sagst, schenk' ich Dir die Kirschen!" Der Große ist einverstanden, und mit weinerlicher Miene schleicht sich Pepi davon... Wozu hab' ich mir jetzt." jammert er, mei' Hos'n zerrissen?!" Ein verunglückter Toast. Herr Karl Stußmann will und. muß bei jeder Gelegenheit sprechen, namentlich liebt er es, bei Festtafeln als Redner zu glänzen Heute ist er zur Hochzeitsfeier seines Freundes geladen, weshalb er ganz besonders geistreich sein will. Nach einigen nichtssagenden Phrasen pendet er sich an
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daZ junge Ehepaar und sagt: Und darllm richte ich an die Neuvermählten die Bitte, sie mögen mich immer als ihren Hausfreund betrachten, kurz, wie heißt es doch Ich sei. gewährt mir die Bitte, in Eurem Bunde der Dritte!" ; Dichterleiden. Dichterling: Ach Gott, wende ich mich an eine Dame Korb; wende ich mich an tine Redaction Vavierkorb!" Ein Häkchen. Lieschen: Mama, ist der Doctorhut der Fraue auch der Mode unterworfen?" 71 tut Photographische Gallerie ) 150 Süd Illinois Straße. Ter Unterzeichnete ladet die Teutsche, der Etadt und Umgegend zu einem Besuch seiner Gallerie ein. Gute Bilder garantirt. Preise niedrig Deutscher PHotogravH. Alles recht " bliizblank in Küche und HauS zu habe !t, erfüllt jede gute Hausfrau mit gerechtem Stolz. Das beste Mittel, alle Me, tallwaaren in kürzester Zeit und fü, die längste Dauer bliblank und glän end wie einen Spiegel zu machen, i 8. METÄL P0LISH PASTE, die von 1er altbekannten und bewährte Firma GEORGE 7. HOFFMAN, 549 Ost Washington St., Indianapolis, Ind., hergestellt wird. Für Gastwirthe ist das altbewährte Pud Mittel von derselben Firma hergestellt, zum Putzen der Bar.Fixtures etc. einfach unentbehrlich und wer es einmal gebrauch! hat. wird eS stets w'.eder holen. .Bar Kceper's Friend', daS Unentbehrliche, ist überall in Apotheken zu haben. DR. J, l, praktischer Arzt, Zimmer 3 nnd 9, Commercial Block, Ecke Kentucky Ave. und Washingtonstraße Tl,pk, altr28Z: neue? 3057 und 282. Cprechftundtn: 911 Vorm.; L 4 Nachm.; 7-SAtdi Dr. I. D. Kir&patrick 5 stehandklt Frauenkrankheiten und Krankhei ten deS Reetums. Hämorrholdtn ohe Messer nd antk,tfi rung gedeilt. Offlee: Harns Bailding, 31 OstOaioStr. Dr. I. Bühlcr. 206 Ost McCarty-Str. Sprechstunden: 8 bis 9 Uhr Vorm.; 2 bis 3 Uhr Nachm.; 8 bis 9 Uhr Abds. ; Sonntags von 3 bis 9 Uhr Vorm. und 7 bis 8 Uhr Abends. Telephon 1446. WALTER FRANZ. Zahn-Arzt, No. 90 Ost Market-Straße, Cosfin Block. Zimmer 48. Ofsiaftunde : -12S3nr.; I S TZm.z 7 bcndi. eoulltagi von 10 Uhr Bm. lii 2 Uhr Zw. Sfag. Saloon, 31 Süd Illinois Str. Thomas & fiorine. Eigenthümer. Lie besten Weine und Cigarren. Stets ein gutes GlaS Vier. tT Zuvorkommende und reelle Bedienung W. GIERKE, Teutscher :-: Buchbinder, 651 Süd Telaw,, lt.. (Hinterhaut.) Herr & Pinlpang. 17 Süd Alabema.Ctrake nimmt sür mich Beftellungk entgegen. jorni 17. noLTZflAira, Deutscher Advokat, Zier lOOd, Stevenson tvSuda ?!!ph, (alt) lC3.
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