Indiana Tribüne, Volume 24, Number 19, Indianapolis, Marion County, 7 October 1900 — Page 6

Andwna Tribüne, Sonntag, 7. Octovcr 1900.

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Outer Nath. Oon Julius Etur. Genieße still zufrieden Den sonnig heitern 2ag, Du weißt nicht, ob hienieden Ein gleicher kommen mag. Es gibt so trübe Zeiten. Da wird das Herz uns schwer. Da wogt von allen Seiten Um uns ein Nebclmeer. Da wüchse tief im Innern Die Finsterniß mit Macht, Ging nicht' ein süß Erinnern Als Mondlicht durch die Nacht.

1 4 Schutzhntten. Ein großes Verdienst des Deutschen nd Oesterreichischen Alpenvereins und 'aller der einzelnen Corporationen, die sich dem Hauptverband der Alpentoulisten angeschlossen haben, bleibt die Aufrichtung der zahlreichen Schutzhüt--ten als Stütz- und Rastpunkte für die gentlichen Hochtouren. Wer von den letzten Bauernhöfen in den HochthäXzxn die Gipfelpunkte der Hochalpen er--reichen will, braucht zum Aufstieg fast "durchweg 12 14 Stunden, oft auch, .wenn der Gipfel vom Thalende durch ck;eitgedehn!e Gletfcherfelder getrennt ist. 18 20 Stunden. Die kühnen Männer, die früher solche Touren unvernahmen, waren deshalb genöthigt, eine oder wohl auch zwei Nächte in der 5reien Gletscherwildniß zuzubringen, ast schutzlos gegen die Wechselfälle des Wetters, die Stürme. Gewitter und Schneefälle. Jede solche Hotitour war 'deshalb, ein Unternehmen Jüf Leben Tlnd Tod. Nur die rüstigsten Männer koaren den Strapazen einer solchen Höhenwanderung gewachsen. Die Schutzhütten haben erst der großen Menge der Naturfreunde den Genuß der Hochalpen möglich gemacht.

Richterhütte. . Die Stelle, an der eine Schutzhütte richtet werden soll, wird von Sachkundigen sorgfältig ausgesucht. Man wählt den möglichst vorgeschobenen Punkt in der Hochalpenregion, der noch -steinernen Untergrund für den Bau Mietet, der so windgeschützt ist, daß die -Stürme die Hütte nicht verwehen, die .SchneeMe, wenigstens im Sommer sie ölchk vergraben, zu dem endlich Wege gebahnt werden können, auf denen der Transport von Lebensmitteln, He! ' zungsmaterial und der sonstigen nö'thigen Einrichtung, sei es durch Maulthiere oder Träger, noch möglich ist. So geartet, bietet die Schutzhütte sichere Nachtstation für den Alpenwanderer. In den Nachmittagstunden strebt der Tourist vom Hochthale auf gesicherten Wegen der Hütte zu, die er in den Abendstunden erreicht. Schon in der f nächsten Umgebung der Schutzhütte offenbart sich dem Auge die Große der Alpennatur, wie sie dem begangenen -Gebiet eigen ist. Nach unten sieht er in die letzten Enden des Thales mit den Wildbächen, dem Absturz des bläulich -schimmernden Gletschers, mit den letzien knorrigen Tannenbäumen oder dem im Felsen hängenden Krummholz. ' Nach oben zu hebt sich bald in steilen Elswänden, bald in mäßig ansteigenttu, schneeüberdeckten Flächen, die vielfach von den gähnenden Spalten durchfurcht sind, die Gletscherwildniß eml jwr, und im Schein der Abendsonne grüßen goldleuchtend die Firnen und V Spitzen. In der Hütte aber findet der - ; Tourist alles, was er zur Rast und Stärkung braucht. Die Wirthsstuben der hochgelegenen Schutzhütten sind geheizt oder vom stetig brennenden Herdfeuer durchwärmt, eine wohlthätige Äorsicht nach der schweißtreibenden Anstrengung, die der Aufstieg fast im rner erfordert.

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Habachhütte. Unsere Bilder zeigen einige dieser Schutzhütten aus' den österreichischen und bayerischen Alpen. Die Richterhütte gehört in das Gebiet der Zillerthaler Alpen. Vom oberen Pinzgau besuchen alljährlich diele Touristen die mächtigen Krimmler Fälle, die schönsie und großartigsten in den deutschen Alpen. In drei Fällen stürzt die Nrimmler Ache voneiner Höhe von 280 Metern in's Thal. Durch das krimmler Thal führt der Weg auftoärts bis zum Tauernhaus. Dort theilt sich der Hochalpenweg. 'Ein Weg iüb. nach Süden in das Gebiet der

Hohen Tauern und zu den Gletschern, die die Dreiherrnspitze umlagern. Ein anderer Weg führt westwärts durch das' Rainbachthal zur Rainbachalpe und von dieser zu dem großartigen, von der Reichenspitze, Zillerspitze und Schwarzköpf umragten Thalschluß, zu der in der Höhe von 2600 Metern am Rand des Rainbachsees erbauten Richterbütte. Diese von Herrn Anton Richter. dem zweiten Vorsitzenden der A. V. S. Warnsdorf, erbaute Hütte ist eine der besteingerichteten, sie enthält zehn Zimmer mit je zwei Betten und dient als Aufstieg zu den nur für geübte

Bergsteiger erreichbaren Höhen der Zillerthaler Alpen. Knorrhütte. Im Bereich der Hohen Tauern liegen die Habach und die Pragerhütte; beide gehören zur besonderen - Gruppe des Groß - Venedigers. Die HabachHütte liegt am Thalschluß des Habachthals, eines Seitenthals des oberen Pinzgau; sie bildet für die vom Salzachthal her kommenden Touristen den Ausgangspunkt für die Uebergänge nach Tirol, für die Besteigung des Hohen Fürlega. des Graukopfes. Die Prager Hütte liegt am Südhang des Groß - Venedigers in Tirol und bildet den Stutzpunkt für die Ersteigung des Berges. Sie ist eine der meistbesuchten Hütten m den Alpen, denn der GroßVenediger ist ein jedem rüstigen Fußgänger zugänglicher Berg, der überdies eine Aussicht gewährt, die der vom Groß - Glöckner nichts nachgibt. Von Windisch - Matrei aus führt ein wundervoller Weg zum Matreier Tauernhaus und von dort in das Hochthal des schloß", in dessen Thalschluß der Schlattenkees mit blauen Eiswänden abstürzt. Ueber den Moränenschutt führt der Zickzackweg aufwärts zu der 2481 Meter hohen Prager Hütte, die. wie ihr Name zeigt, von der A. V. S. Prag errichtet wurde. Von der Prager Hütte aus wird der Groß - Venediger in vier Stunden erstiegen. Die Zugspitze, als deren Aufstiegstation in Höhe von 2052 Metern die von der A. V. S. München errichtete Knorrhütte dient, ist die höchste und am wildesten gestaltete Erhebung des Wettersteingebirges, neben dem Watzmann die Königin der bayerischen Alpen. Sie erhebt sich über dem Thal von Partenkirchen und bietet richtigen Felskletterern alle Gelegenheit, ihre Kraft und Geschicklichkeit zu üben. Die gesährlichen Wege sind durch Drahtseile gesichert. Im Gehänge der Zugspide liegen mehrere wundervolle Alpenseen, darunter der märchenhaft idyllische BaM e t. H o ch st a t i o n. dersee mit seinem krystallhellen QuellWasser und der mit sieben kleinenWaldinseln geschmückte Eibsee, zu dem die Zugspitze in gewaltigen Felswänden abstürzt. Der Weg von Partenkirchen führt das Thal der Partnach entlang, steil über ein großes Lawinenbett, am Partnachfall vorbei, zum Thalschluß, von wo aus der Blick nach rückwärts das Königshaus (Jagdhaus) auf dem Schachen zeigt. Durch Felsgründe, die mit Lawinen auch im Sommer gefüllt sind, und durch Krummholz, das dort Latschen- genannt wird, steigt der Weg zur Knorrhütte. ein anstrengender Weg, der aber von der Hütte aufwärts erst recht nur geübten und schwinde!freien Steigern volles Vergnügen gewährt. Auf der Höhe der Zugspitze ist eine meteorologische Station angebracht. Für die deutsche Wetterbeobachtung ist die Station Zugspitze ine der wichtigsten und werthvollsten. So folgt die Wissenschaft dem Wanderstab des Touristen. Selbstgefühl. .... Meine Tochter wollen Sie ha ben? Können Sie denn auch eine Familie ernähren?- ' Ernähren?! Ich kann eine Familie m a st en

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Vertrauen.

Es ist ein gar selten Ding in unsercn Zeiten um das Vertrauen. Und doch, wie arm ist das Herz, in dem das Mißtrauen wuchert. Nicht leichrgläubig. nicht emem jeden darfst Du vertrauen; erst prüfe den Werth des anderen. Drch wo Du Deine Freundschaft, Deine Liebe ge schenkt, da füge auch das Köstlichste, das Vertrauen hinzu. Kein Zweifel darf in Deinem Herzen leben, wie in einem aufgeschlagenen Buch muß die Freundin, der Du Dein Vertrauen geschenkt, in Deiner Seele lesen können, und nicht ein Hauch des Mißtrauens darf diesen reinen Spiegel- trüben, wenn das Glück der Freundschaft, der Liebe voll und ganz Dir zu Theil werden soll. Da gilt es auch fest bleiben dem trügerischen Schein gegenüber. Laß nicht ein schönes Glück Dir rauben dadurch, daß Du auf der Verleumdung Stimme hörst, die Dir vielleicht die Freundin verleiden will; o glaub' ihr nicht! Spricht alle Welt von Deinem Freunde schlecht. Mißtrau der Welt und gieb dem Freunde recht!" UngerechtfertigtesMißtrauen ist eine Beleidigung, die. wenn auch verziehen, doch stets einen Stachel zurückläßt und einmal gelöst, knüpft sich nie ein Band wieder so fest und innig wie zuvor. Und Dein Freund hat ein Recht, zu verlangen, daß Du ihm auch dann dertraust, wenn Du sein Thun nicht mehr verstehst; dann fängt der Freundschaft frommer Glaube an." Und wirst Du wirklich enttäuscht, hat er wirklich Dich betrogen, so war das Glück, daß Du im schrankenlosen Vertrauen zu ihm emPfunden, ein so reines, daß kein Schmerz die Erinnerung daran je auslöschen kann, und Du trägst das Bewußtsein davon, daß Du wenigstens Deine Freundespflicht gethan hast. Vor allem aber vertrau Dir selbst! Der eigenen Kraft vertrau, die in Dir wohnt! Weiche nicht scheu zurück vor einer schweren Aufgabe, die das Leben Dir gestellt, sondern gehe muthig an die Lösung. Dem Muthigen gehört die Welt! Verlaß Dich nimmer aus andere und erwarte nicht, daß sie Dir helfen sollen, sondern hilf Dir selbst. Und scheint es Dir oft auch, als könntest Du nimmer das Ziel erreichen, das Dir vorgeschwebt, vertrau auf Dich! Die Kraft kehrt Dir wieder, und, sei es noch so spät, Du kommst an's Ziel. Und wenn das Schicksal sich Dir feindlich zeigt. Dir Hindernisse um Hinder nisse in den Weg legt, und wenn es Dir alles genommen, was Du besessen, und ließ Dir nichts als das nackte Leben, so bist Du immer noch reich, wenn Du nur nicht den Glauben, das Vertrauen an Dich selbst verloren! Wohlan, dann fange wieder von vorne an und zwinge das Schicksal, Dich zu segnen! Und endlich, vertrau auf Gott! Das ist das höchste, das schönste, das Gottvertrauen! Dich quält kein Zweifel, keine Sorge, denn Dein Herz harrt muthig und geduldig inLeid und Trübsal. Und ob es auch wandert im finstern Thal so spricht es gläubig: Wie Du mich führst, so will ich gebn!" So zieht es unbeirrt den Weg der Pflicht, dankbar und demüthig, froh die Blümlein, die am Rande blüh'n,und seien sie auch noch so bescheiden und unscheinbar, als eine köstliche Himmels gäbe empfangend. Und jenes selige Gottvertrauen, das im Glück nicht stolz ist und im Sturm nicht zagt, es bringt der Seele den höchsten, herrlichsten Schatz: den Frieden." Darum, sei die Nacht auch noch so dunkel, die Dich umgiebt, und abgrundtief das Leid, das Dich bedrückt, ein Sternlein mög' an Deinem LebensHimmel nimmer Dir verlöschen; es strahle Helles Licht Dir tief in's Herz hinein: Vertrauen! Im Heirathsbureau. Heirathslustiger Herr: Zweimalhunderttausend Mark bekommt die Da me mit!? Hei, das würde mir passen. schade, daß das Fräulein etwas ver welkt aussieht " Heirathsvermittler: Nun, können Sie an einem Drahtstengel 'ne frische Blüthe verlangen!?' i. . mm m m . Liebesstreit. Sag' 'mal. Max. liebst Du mich eben so sehr wie ich Dich?" .Ja, mein Schatz, genau so wie Du mich!" O je nur?!" .

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Deutsche Thcersaiken. - , , Kampf ist der Zweck des Panzer-

schiffs, und die Ausbildung zum Kampf, das Vertrautmachen von Osfleieren und Mannschaften mit allen Verhältnissen, die das Gefecht mit sich brmgt, ist der letzte Zweck jeglichen Dienstes an Bord. Diesem Ziel dienen, nachdem die Detailausbildung beendet. rn letzte? Instanz die Schießübungen und die Gefechtsübungen, letztere häuslg nur gegn einen marnrten Feind, schließlich jedoch auch gegen eine ebenbürtige Schiffsabtheilung. Dröhnender Kanonendonner, das Rasseln der Signaldien st. Maschinengewehre, der den Athem versetzende Pulcerdampf. das alles bringt eine Aufregung hervor, die an die des Gefechts erinnert und dem Neuling den Kopf verwirrt. Heiß wird es an emem wirklichen Gesechtstag zugehen.heiß aber im wahren Sinn des Wortes geht es stets unten zu, wohin kein Sonnenstrahl dringt: in den Heizräumen. Nur mit dem Allernothwendigsten bekleidet, in Schweiß gebadet. Augen und Kehle voll von Kohlenstaub, der durch die Ventilationsmaschinen aufgewirbelt wird, füttern die Heizer die Dutzende von Rachen des Ungeheuers mit dem schwarzen Hafer, Kohle genannt. Wie schmeckt dann aber auch die Rast nach den vier Stunden des Dienstes, nachdem in der Badekammer der Körper gereinigt und erfrischt worden, das schmutzige Arbeitszeug m semen Verschlag gelegt und reines Zeug angezogen! Jetzt wuroe jiaz die Harteste 12t senplatte als sanftes Ruhekissen dienen können; wie viel mehr die luftigen Hängematten, die seit kurzem für den Tagesschlaf des Maschinenpersonals angeschafft worden sind. Geschützezercieren. Ein viel beschaulicheres Leben sühren die Handwerker. Der militärische Dienst nimmt sie fast nur zu Gefechtsexercitien in Anspruch. Da fördern sie Munition und transportiren Vermundete. In den übrigen Zeiten, in denen exerciert wird, besorgen sie ihr Handwerk in geruhsamer Geschäftigkeit. Sehr wichtig sind die Schuster. Gar mancher entpuppt sich plötzlich als ihr Freund, wenn er sehnsüchtig auf die Fertigstellung seiner in Reparatur gegebenen Schuhe wartet. Die Segelmacher haben an Wichtigkeit verloren. Sie sind ja noch immer nöthig zum cpariren von 'Regensegeln und vor allem Kojenzeug. Aber ein zerrissenes Marssegel giebt es nicht mehr, von dessen schneller Reparatur unter Umständen die Schlagfertigkeit des Schiffes abhing, häufig nur solche untergeordnete Arbeit wie das Flicken von Schlapputzen, d. h. Eimern aus Segeltuch. Wenn auch viele Handwerker an Bord vertreten sind, so doch offiziell nicht der Barbier und Haarkünst!:r. Der Seemann, abgeschlossen von den Hilfsmitteln des Landes und auf sich selber angewiesen, lernt vieles, oft auch rasiren. Haare schneiden muß schließlich jeder können, wenigstens kürzen im Treppenstil. - ' . .' Im Heizraum. Die Mannschaftsräume werden nur Nachts mit Hängematten behängt und während der Mahlzeiten mit Tischen und Bänken besetzt. Sonst liegen die Hängematten in bestimmten Gelassen, die Tische und Bänke sind an der Decke aufgehängt. Das Signal zum Essen ist das beliebteste von allen, und dafür, daß es den Leuten schmeckt, ist gesorgt. Der wachthabende Offizier oder ein höherer Vorgesetzter, falls ein solcher gerade an Deck ist, hat das Essen auf seine Schmackhaftigkeit zu prüfen. Zerstreut. . Professor (sein Haus verlassend, will die Thür Abends von innen ausschließen, was nicht geht, da ihm ein verkehrter Schlüssel in die. Hände gerathen ist): Potztausend, dal wär' ich in der Zerstreuung bald aus' einem verkehrten Haufe herausgegan-

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Unisonnen der Japaner. Das iapanische Heer, das durch seine

großartigen Erfolge im Kriege 1894 95 die Augen der. gesummten Culturweit auf sich zog. verdankte seine Lorbern vor allem der gewaltigen Reformarbeit, die 1868 begann und still, ab stetig fortgesetzt wurde, bis die erstaunte Welt beim Ausbruch des Krieges zwischen China und Japan erfuhr, daß das ferne Jnselreich ein ganz auf europäischen Grundlagen gebildetes, den modernen Forderungen durchaus entsprechendes Heerwesen besitze. Ber der Organisation hatte man sich besonders das deutsche und das französische Heer zum Vorbild genommen, ein Umstand, der sich auch heute noch in vielen Aeußerlichkeiten zeigt. Infanteristen. - ' Das ganze Heer trägt einen blauschwarzen, kurzenWafsenrock, der durch Anbringung von Husarenschnüren bei der Cavallerie sich zum Attila gestaltet. Die Mannschaften haben vorn eine Knopfreihe, die Offiziere (mit Ausschluß der Reiterei) zwei Reihen. Als kleine Uniform dient allen Offizieren ein schwarz beschnürter Dolman. Im Sommer kann statt des Tuchrocks ein Leinwandrock getragen werden, ebenso wie die Tuchmütze, deren Form de? deutschen Feldmütze ähnlich ist, im Sommer durch eine weißleinene ersetzt wird. Als Paradekopfkxdeckung dient ein steifes Käppi. An Stelle der Stiefel, die zwar vorschriftsmäßig sind, tragen die Mannschaften mit Vorliebe die ihnen gewohnten heimathlichen Sandalen. Die Abzeichenfarben (Kragen, Achselklappen, Vorstöße) sind für die Garde - Infanterie roth, für die Linieninfanterie gelb, Artillerie weiß, Pioniere karmoisinroth.Train hellblau, Sanitätstruppe hellgrün. Bei der Reiterei hat die Garde rothe Verschnürung am blauschwarzen Attila, die LiO f f i c i e r e. nie weiß. Die Beinkleider der Reiter, von rother Grundfarbe, sind bei der Garde mit grünen Seitcnstreifen. bei der Linie mit rothen Biesen besetzt. Alle Gardetruppen haben um die Feldmütze einen rothen Rand, während dieser sich bei der Linie nach der Abzeichenfarbe richtet und nur abweichend bei den Pionieren gelb statt karmoisinroth ist. Das Paradekäppi ist für alle Gardetruppen roth, für die Linie blauschwarz; es zeigt vorn die Wappenblume Japans, das Chrysanthemum in Form einer Rosette. Eine eigentliche Cocarde wird nicht geführt. Auf der Feldmütze tritt an ihre Stelle ein fünfstrahliger Stern. Ein KricgShaus. Unter den Zurüstungen für die deutsche China - Expedition bildet das im Auftrage des preußischen Kriegsministeriums von der Hamburger Aktiengesellschaft Asbest- und Gummiwerke Alfred Calmon construirte Kriegshaus des Grafen Walders einen hervorragenden Gegenstand des Interesses. Das Kriegshaus besteht in allen seinen Theilen aus Asbest, der vollständig feuersicher ist. gegen Hitze und Kälte Aeußere Ansicht. ' isoll.t. allen Witterungseinflüssen widersteht und durch leichtes Gewicht sich auszeichne.' Das Materials ist durchaS5 - feuersicher und wasserdicht, besitzt alle Vorzüge des Schiefers, so dessen Härte, läßt sich dabei aber gleich Holz nageln und hobeln, sodaß es, zumal bei seinem billigen Preise, in Zukunft dielfache und werthvolle Anwendung in der Bautechnik, vorzugsweise bei Tropenbauten finden dürfte. Das Asbesthaus des General-Feld-marschalls enthält sieben große, 'om fortabel ausgestattete- Räume. Audienzund Arbeitszimmer. Schlaf- und Baderäume für den Grafen und seine Adjutanten sowie Gelasse für die Dienersöast. Die Mobliruna ist im

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atlantischen Dampfer gehalten. Unter Berücksichtigung seines Zwecks ist das Haus transportabel construirt, um es auseinanderneymen uno an einem i i . . rn .yy. . , 'Xy . anoeren 3jne nneocr auj neuen zu iuu nen. 5s ist die Anordnung getroffen. daß die einzelnen Theile in- und aneinanderpassen, in Kisten verpaat ,owie unschwer und schnell monttrt weroen Conferenzzimmer. können. Das Asbesthaus bedeckt einen Flächenraum von 210 Quadratmeter bei einer Front' von 17 Meter, seine Firsthöhe beträgt 5 Meter. Das Gebäude besteht aus Holzfachwerk, dessen Felder von 1 Quadratmeter Größe mit Asbestschieserplatten von 6 Millimeter Dicke ausgelegt sind. Die Außenwände haben eine doppelte Plattenlage mit dazwischen gelagerter Luftschicht. Das Dach besteht ebenfalls aus Asbestschiefer in Diagonaldeckung. Zum TransPort wird das Haus in seine Bestandtheile zerlegt und in Kisten befordert, die mit Henkeln zum bequemenTragen versehen sind. Der Abbruch des Haufes erforderte bei den Proben nicht ganz 2 Stunden, der Wiederaufbau 8 Stunden. Trotz seines erstaunlich leichten Gewichts bildet das Gebäude eine stabile, selbst dem Orkan widerstehende Wohnung. Modernes Wiegenlied. von Martin BoUitz. Schlafe, schlafe, süßes Kind, Mutter radelt durch Sonn' und Wind, Vater radelt dem Wirthshaus zu, Schlaf mein Kind in sanfter Ruh. Bist du erst drei Jahre alt, Radeln wir auch durch Feld und Wald, Ach! das wird 'ne Freude sein Du mein herzig Strampelbein. Lustig geht's dann in den Tag. Und dein Englein radelt nach. Hält an deiner Seite Wacht Schlaf, mein Kindchen, gute Nacht! Stoßseufzer. Berühmter Virtuose (seine begin-' Nende Glatze betrachtend): Q weh! jetzt verlangt auch noch die Zeit Lock?n von mir!" Der Erzpro tz. Juwelier: Dieser hübsche Ring ko, stet $100." Parvenü: Ru, und werden Sie so billig Sachen los?" Mißverstandniß.

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. ; . Zum Zeichen, daß Sie mir nichts zürnen. Fräulein, reichen Sie mir doch die Hand!" Rein.' nein, das geht nicht soi tveit bin ich noch nicht!" .Ach so hart können Sie sein?!. . Nun. dann leben Sie wohl!" .Aber, bitte, bleiben Sie doch ich kann ja nur die Lenkstan: noch nicht f i ü -

Ein guter Freund. Moses hat beim Viehhandel einen! Bauern schwer hintergangen. Davon' erfährt der Viehhändler Jonas. Die Geschichte will ihm nicht aus dem Kopf. Einerseits ärgert's ihn, daß nicht er das Geschäft gemacht hat, anderseits empört ihn die Keckheit, mit der es bgewickelt wurde. . Endlich geht er zu Abraham, von dem er weiß, daß er mit

Moses in alter FeiMHast lebt. Er erzählt diesem den ganzen Vorgang in lebhafter Schilderung. Wie heißt?' sagt er zum Schluß. J Gemeinheit? Angeßeigt muß er werden der MoseS und eingesperrt soll er sein! Aber Du mußt'n anßeigen, Abraham, Du mußt schreiben an den Herrn Staatsanwalt, was der Moses is für e' Gauner ich kann's nicht thun, ich bin sei' Fraind!" AuZ der Kinderstube. (Die kleine Elsa bekommt ein paar Kleidchen, die nicht ihren Beifall haben.) Mama: Du böses Kind, bist nie zufrieden! Was für ein Kleid willst Du denn?Else (weinend): Ich will so ein modernes Kleiderl haben, wo man beim Spielen immer d'rauf tritt und hinfällt!Voraussicht. Wohin so eilig, Frau Calculator?' Zur Bahn!" Schad' ich wüßt' eine Reuig keit . . .!" O mei'! Jetzt versäum' ich schon wieder den Zug!" Verfrüht. Redacteur (zum jungen Schriftsteller. dessen eingereichte Novelle betrach tend): Eine Handschrift haben Sie aber, als ob Sie schon berühmt wären!" Frauenlogik. i!M '"i'j ., t ' TM, v lliilB! V5 ' . ?.y Mann (entsetzt): Schon wieder ein neu:s Kleid .... und ich habe doch so große geschäftliche Verluste gehabt!" Frau: Eben deshalb. Männchen! Du sagtest doch: ich solle es keinen Menschen merken lassen!" Bewiesen. Der Haß macht blind und ungerecht, Macht selbst des Besten Augen trübe; Doch selten denkt selbst Haß so schlecht Und unbarmherzig, wie gekränkteLiebe. Kunstkritik. Unterofficie? (vor dem Denkmal eines berühmten Feldherrn): Großartig! Knie fa rnos durchaedrückt!" .

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